Future Weekly

#534 - Kimi Schock, Data Center Proteste, EU INC vs Österreich

Daniel Cronin & Markus Raunig Episode 534

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🏄‍♂️ Kimi & die Open Weight AI Welle

👻 Google Data-Center Proteste in OÖ

🇪🇺 EU Inc vs Österreich

🔥 Globale Funding Trends

👀 Lombarddarlehen für Startup-Invest?


Production: Hanna Moser

Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com

Daniel

Einen wunderschönen guten Morgen, guten Mittag, guten Abend oder gute Nacht und herzlich willkommen zu Future Weekly, dem Starter Podcast mit mir, Daniel und mit dem Markus. Das war wieder mein traditionelles Intro, denn wir reden über nicht traditionelle Themen. Wir reden über Chimi, Google, EU-Inc, Funding Trends, Lombard-Darlehen and viele andere Themen dazwischen. Wasser für Säuglinge zum Beispiel. Aber das ist wieder ein anderes Thema. Da werden wir auch gleich drauf kommen. In dem Sinne, auf los geht's los. So, geht's los mit den News. Ich habe ja gesagt, ich muss dich nach über das zum Thema Fußball fragen. Diese Frage ist es aber nicht. Das ist nämlich eine private Frage. Wir haben ja auch mal private Gespräche. Es geht nämlich eher darum, hat Argentinien unfair gespielt oder nicht? Jetzt erzähl mir das mal du als Experte. Ich habe ja Nüsse Ahnung davon.

Markus

Ja, schon. Aber es ist jetzt nichts Neues, dass da ein paar Halunken dabei sind, die gerne mal nachtreten oder grundsätzlich auch die Dark Arts beherrschen. Ich glaube, das ist nicht wirklich was Neues. Das ist halt jetzt nochmal mehr auf der Weltbühne angekommen, aber so spielt Argentinien und einige andere Teams auch schon länger und durchaus auch erfolgreich, dass man halt auch sagen, es ist, wenn man gar nicht versteht, was an Dark Arts auch passiert, dann ist es auch schwierig, mit limitierter Qualität irgendwie erfolgreich zu sein oder weit zu kommen. Interesting. Dark Arts heißt was beim Fußball? Ja, eben versteckte Fouls, den Schiedsrichter probieren zu manipulieren.

Daniel

Das wollte ich dich schon immer mal so fragen als Experte. Üben die die Schwalben?

Markus

Natürlich, also ich glaube nicht im Training, aber ich glaube, natürlich ist das auch eine Übungssache, dass man nach und nach lernt, wie man fällt, dass es möglichst so ausschaut, dass es ein böses Volk war.

Daniel

Aber weißt du, was ich da nie verstehe? Folgendes. Ich habe eine Marklücke gefunden. Mein Job ist es ja auch beim Pitch-Leuten zu trainieren, dass sie authentisch aussehen. Und die meisten Menschen, die auf Bühnen sind, machen viel zu viel. Das hieß halt immer, weißt du, früher, ich meine, ich habe es seit glaube ich, 15 Jahren das nicht mehr gesehen, aber früher gab es doch diese fürchterlichen, ganz billig produzierten Serien von RTL, wo dann irgendwelche drittklassigen Schauspiel-Legisteniker mitspielen und du siehst, die machen viel zu viel. Weißt du, die machen so Bühnenspiel für Anfänger. Warum? Warum gibt es keine Schauspieltrainer, die Fußballern beibringt, wie eine echte Verletzung aussieht? Weil ich habe noch nie jemanden gesehen, der einen Schlag gegen Shima bekommt und dann 14 Überschläge macht und dann in einer Dramatik schreit, weil die meisten Menschen bei starken Verletzungen, die sind eher anders im Verhalten.

Markus

Ja. Das ist halt die Frage, ob die starke Verletzung das ist, was man simulieren will oder ob man halt den Schiedsrichter in irgendeiner Form berühren will oder emotionalisieren will. Oder vielleicht auch das gegnerische Team. Oft ist ja auch die Strategie, dass man, wenn man qualitativ nicht mithalten kann, das Spiel mehr und mehr in den Straßenkampf zieht und so halt auch einfach ein anderes Playing Field findet. Und sag ich mal, das sagt man immer, wenn einem nicht gefällt, wie der Tisch gedeckt ist, dann muss man halt den Tisch umdrehen und schauen, was dann passiert. Also das ist das, was ich mit Dark Arts meine. Sehr philosophisch. Gehört dazu.

Daniel

Und nächste Frage, Jürgen Klopp, wird der jetzt Bundestrainer oder nicht? Ich glaube, es schaut schon so aus. Und letzte Frage dazu. Haben Stefan Raab und er denselben Zahnarzt?

Markus

Ich glaube, der Klopp hat sich das in England machen lassen, meines Wissens.

Daniel

Also ich glaube er nicht. Kontext, ich verstehe Nüsse von Fußball Markus viel. Und ich finde, Klopp ist, wenn man, wenn man über ihn liest und ihn hört, einfach ein bewunderswerter Typ. Das wenige, was ich von ihm höre. Aber wenn ich ihn sehe, ich kann immer nur auf die Zähne achten. Alter, Alter, was sind das für Dinger? Ich denke immer, wie machst du denn das beim Zahn? Ich hätte gern einmal so die richtigen Knaller und ich hätte gern so auf der Farbskala, so einmal Sonnenbrille.

Markus

Ja, das ganze Gebiets würde ja irgendwann mal erneuert, wenn man da so 10 und 20 Jahre zurückschaut, da wurde nicht nur die Farbe erneuert.

Daniel

Ja, ja. Nee, nee, das sieht man ja auch. Das ist ja auch über Stefan Raab, wo man sich auch denkt, wie viele Zähne hat der Mann? Das hört ja nicht auf. Aber gut, hätten wir das auch geklärt, über Donald Trump brauchen wir natürlich an der Stelle nicht sprechen. Aber lass uns über Chimi sprechen. Jetzt denkt sich der eine oder andere ja jetzt nicht schon wieder Formel 1, wir aber weder Kimi Antonelli noch Kimi Raikön, sondern welchen Chimi meinen wir da? Oder was für ein Chimi?

Markus

Ja, ein chinesisches KI-Modell, Chimi K3, das in der letzten Woche für viele Wellen gesorgt hat in der Welt der Technologie, weil es durchaus vergleichbare Performances mit den großen Modellen der Hyperscaler, also Google, OpenAI ein Jobic hat. Nicht ganz so, wenn es auf richtig komplexe Ebene geht, aber zum Beispiel bei Front-end Development war es sogar führend. Und das als Open Weight Modell. Was heißt Open Weight? Das bedeutet, dass man, wenn man so will, das Gehirn des KI-Modells, dass man das nicht mietet, sondern eigentlich quasi kauft, also sich runterladen kann und dann selbst betreiben kann. Man muss natürlich dann die Rechenpower auch selbst zur Erführung stellen, aber das ist weitaus kosteneffizienter als das, was die großen Hyperskiller aktuell anbieten, nämlich dass man halt da einfach mit Tokens bezahlt, was ja, wie wir schon oft besprochen haben, sehr schnell sehr teuer werden kann, besonders bei den besten Modellen. Und dass da jetzt ein OpenWaight Modell aus China so gut ist, das hat schon für viel, hat gesagt, das ist ein neuer Deep Seag-Moment. Deep Seek war ja damals dieses chinesische Modell, wo auch dann die ganze amerikanische Tech-Welt gesagt hat, oha, wir müssen uns anschnallen, weil die sind uns dicht auf den Fersen. Und so ist es auch jetzt. Lustigerweise, parallel dazu ist am 15. Juli, also auch letzte Woche Inkling rausgekommen. Das ist Mira Murattis neue Startup, das eben das erste Modell jetzt veröffentlicht hat, was auch ein OpenWorld Modell ist. Ganz kurz, du kannst vielleicht erklären, wer Mira Murati ist. Mira Murati ist die ehemalige CTO von OpenAI, die eben vor, ich glaube jetzt, was wird es sein, eineinhalb Jahren oder so, ja. Auch CEO zwar. Ja, die war damals auch in der Putsch-Phase von OpenAI, was sie eben dann kurz Übergangs-CEO brillantes Brain und die hat aber eben selbst gegründet und geht jetzt auch in Richtung Open Ways, wo viele mittlerweile eigentlich durchaus auch die Zukunft sehen, wenn es um KI-Modelle geht, dass das halt nicht für immer dieses Mietmodell mit den Tokens sein wird, weil das kostentechnisch schwer abbildbar ist.

Daniel

Ganz kurze Zwischenfrage. Hast du auch dieses E-Mail bekommen wegen Fable 5? Ja, habe ich. Also ist das, habe ich, weil ich habe das, ich glaube, erst heute Morgen gesehen. Habe ich das jetzt richtig verstanden, dass jetzt Fable 5 doch wieder permanent zugänglich ist?

Markus

Es ist permanent zugänglich, aber nie, also zumindest habe eine E-Mail bekommen, wo es nicht zugänglich ist innerhalb meines Abos, aber ich habe einen Guta bekommen. Aber ich habe ja nur das 20 Euro Abo. Du hast ja das 190 Euro, oder? 90 Euro. Ja, vielleicht ist es 90 Euro Abo jetzt inkludiert.

Daniel

Weil es ist so wie so eine On-Off-Drama-Beziehung, wo man es dann irgendwann nicht mehr ernst sagt, ja, was ist denn jetzt so? Aha, du schon wieder. Und so ähnlich war meine Reaktion so, okay, whatever. Muss ich nur kurz dazwischen gehackt haben. Das Lustige ist, wenn man so all diese News hört und all diese Dinge, ich werde halt nicht müde daran zu glauben, dass das Problem ist, dass natürlich so viele Leute so viel in die ganz Großen investiert haben, dass sie einfach irgendeinen Return haben müssen. Und am Ende des Tages würde man natürlich meinen, dass es um das beste, effizienteste, tollste Modell geht. Aber am Ende des Tages wird jemand sagen, ey, wir haben da jetzt gerade 10 Milliarden in die gesteckt. Das werden wir jetzt die nächsten zehn Jahre verwenden. Koste es, was es wolle und Teufel kommen raus, das muss funktionieren. Manchmal werde ich dieses Gefühl gar nicht so los. Wie siehst du das?

Markus

Ich meine, das ist natürlich die Gretchenfrage. Wer verdient in fünf Jahren an diesem ganzen KI-Hype noch Geld? Ich glaube, ohne Frage, die, die auf der ganz oberen Ebene oder wenn man es umdreht, das am Fundament sitzen. Also dort, wo Energie und Data Center passieren, da hast du einfach für immer eine Notwendigkeit, dass es das gibt. Also die werden sicher Geld verdienen. Ich glaube auch am anderen Ende, also dort, wo der Application Layer ist, wo es um Data Sovereignty geht, wo es um die tatsächlichen User Interfaces geht, also dort, wo man sagt, da entscheiden Unternehmen, da entscheiden Privatpersonen, dass sie jetzt ihre Daten da reinfüttern. Ich glaube, das wird auch immer, wie so immer, wer den Kunden ownt, der hat natürlich auch ein Leverage in dieser Wertschöpfungskette. Und dazwischen gibt es viele Fragezeichen und das ist jetzt schon ein Signal, dass eben dieses Geschäftsmodell der Tokens, auf das bisher die Hyperscaler schon jetzt stark auch gesetzt haben in den letzten Monaten, dass das vielleicht nicht unbedingt eine Zukunft hat und dass die vielleicht auch mehr modellagnostisch werden und vielleicht sich auch öffnen müssen, weil was sie natürlich grundsätzlich gemacht haben in den letzten Monaten Jahren, sie haben auch gute Apps gebaut, also gute User Interfaces haben die ownen ja auch die Kunden durch unsere Abos. Aber ob sie dann eben on top noch diese Token-Modelle weiter so monetarisieren können, dann gibt es große Fragezeichen und das wird sicher etwas sein, was auch im Zuge der anstehenden IPOs von OpenAI und Enthropic viel hinterfragt werden wird.

Daniel

Ja, ich finde es immer, manchmal ist man zu sehr im Tagesgeschäft bei diesen Themen und ich finde es spannend, wenn man einfach diesen Blick ganz weit nach vorne macht. Ich habe nämlich vor ein paar Tagen eine Werbung gesehen. Boah, was war denn das? Das war das für ein, ich glaube, es war für einen 486er PC und da stand drauf auf diesem Gehäuse the only computer you will ever need. Und dann war ganz lange erklärt, warum dieses Ding sozusagen für alle Zeiten alles ist, was man an Rechenleistungen braucht. Dann waren also die Stats. Und ich habe mir natürlich gedacht, es wird eine ganze Menge Leute gegeben haben, die das gelesen haben, sich gedacht haben, ja gut, diesen Computer werde ich für immer brauchen. Das ist für mich immer so spannend, wenn man sich mit dem jetzigen Thema betrifft. Es ist halt einfach eine Technologie. Und irgendwann wird eine Technologie kommen, die das wesentlich effizienter macht. Aber ja, worüber wollen wir jetzt sprechen? Es sind so ein paar Themen, die mir so ins Auge springen. Wir können über Data Center sprechen. Man würde ja sagen, Data Center sind sozusagen der Motor von KI. Und es macht natürlich auch Sinn, Data Center in Europa zu bauen. Weil man sie dann vor Ort hat. Sie müssen natürlich auch zu gewissen Regularien entsprechen, Anteil der Wertschöpfung ist da. Ja, oder auch nicht. Und da gibt es natürlich Expertinnen und Experten, die da immer sehr predictable drauf reagieren. Was ist denn mit den Data Centers los?

Markus

Das heißt sehr diplomatisch gesagt. Oder? Es gibt in Oberösterreich ein Projekt, das ein Dacenter von Google gebaut werden soll. Das ist schon zehn Jahre im Werden und jetzt ist aber tatsächlich quasi Spatenstich erfolgt. Grundsdorf. Im April in Grundstoff, oder war der Spatenstich quasi?

Daniel

Fun Fuck, das muss ich ganz kurz erzählen. Ich habe ja das Speaker-Coaching für den CEO von Google Cloud Dach gemacht. Der gute Mann ist Italiener. Und Teil des Speaker-Coachings war es, also seine Rede zu halten vor 5000 Leuten. Und einer der Worte, mit denen er sich sehr schwer getan hat, war Kronstorf. Wenn ich das Wort Grunzdorf sehe, weiß ich immer. Und er wollte es perfekt aussprechen. Es ging eigentlich gar nicht darum, wie man Sachen ausspricht, weil ich wollte, dass er sozusagen authentisch spricht und hat auch auf LinkedIn was zugeschrieben, aber ich fand es toll und ich habe das auch sehr unterstützt, dass er die Namen so authentisch wie möglich aussprechen wollte mit seinem italienischen Akzent. Grunstorf. Das fällt mir nur gerade ein. Okay, Grunstorf. Erzähl mir von Grundstorff.

Markus

Ja, und das ist natürlich, muss man jetzt eben auch sagen, wir haben gerade darüber gesprochen, wo steckt in der AI-Wertschöpfungskette auch langfristig Wert Data Center ist, einer der Werte. Und das ist besonders auch für die europäische Souveränität, glaube ich, sehr wichtig, dass wir auch in Europa Data Center haben, weil das auch ein Leverage ist in zukünftigen geopolitischen Konflikten. Natürlich wäre es besser, wenn das jetzt kein Google Data Center wäre, sondern ein Data Center einer europäischen europäischen Hyperscalers, wenn man so will. Gibt es halt in der Form nicht. Insofern glaube ich, müssen wir wahrscheinlich auch happy sein, dass es überhaupt etwas gibt. Aber natürlich, wie immer bei Bauprojekten, gibt es NIMBIS, die das weniger gut finden. Nimbis. Und ja, not in my backyard Menschen. Habe ich noch nie gehört. Wirklich. Also das sind Menschen, die protestieren, wenn etwas in ihrer Nachbarschaft gebaut wird. Das ist nicht nur bei großen Data Centern so, sondern auch wenn halt das gegenüberliegende Taggeschoss ausgebaut wird oder generell irgendwie eine neue U-Bahn. I don't know. Also einfach Leute, die nicht wollen, dass sich etwas verändert. Davon gibt es ja in Österreich zuhau, beziehungsweise eigentlich in dem Fall nur 200, wenn ich das jetzt richtig gelesen habe. Also rund 200 Demonstrierende haben eine Bürgerinitiative gegründet und probieren jetzt dieses Projekt zu stopfen. Jetzt muss man sagen, tatsächlich gab es in dem Fall keine Umweltverträglichkeitsprüfung, weil das halt von dem Scope und den tatsächlichen Auswirkungen gewisse Schwellenwerte nicht überschritten haben. Geht dann darum, okay, wie viel Wasser wird in die Enns gespült, was als Kühlwasser verwendet wurde und dann etwas wärmer zurückkommt, wie viel Strom verbraucht das. Das sind so, glaube ich, so die zwei Main Angles der Nirmbis, die sagen, einerseits, wenn das in der Vollausbaustufe ist, dann ist das fast ein Drittel des gesamten oberösterreichischen Stromverbrauchs. Und ja, dass da schon recht viel warmes Wasser ins gespült wird. Jetzt muss man sagen, der Stromverbrauch ist wirklich eklatant, sagt aber die E-Control, dass das grundsätzlich aktuell kein Problem ist. Muss man schauen, wie sich es dann tatsächlich abbildet. Aber das Grundproblem ist einfach, dann müssen wir Strominfrastruktur ausbauen, weil ich sage nochmal, das wird sowieso das sein, was eine Wirtschaft in Zukunft sehr notwendig haben wird. Ein modernes, gut ausgebautes Stromnetz, natürlich in erster Linie aus Renewables, aber halt auch so, dass man die Dunkelflaute, wenn man so will, also wenn es mal windstill und nicht sonnig ist, dass man das auch überbrücken kann. Und das sollte, glaube ich, kein Hindernis sein. Also ich glaube grundsätzlich macht es Sinn, Dinge von der Umweltverträglichkeit zu prüfen. Ich glaube, es würde vielleicht auch Sinn machen, dass man sich spezifisch überlegt, gibt es für Theta Center gewisse Verträglichkeitsprüfungen, die man machen könnte, um die Auswirkungen klar zu bemessen. Ich glaube, an und für sich ist das in dem Bereich auch passiert, aber kenne ich mich persönlich auch zu wenig aus. Sollte ordentlich gemacht werden, ohne Frage, aber es ist jetzt schon zehn Jahre in Planung und gleichzeitig für unsere Souveränität sind solche Projekte schon wirklich wichtig.

Daniel

Mir fallen so viele Dinge ein, die ich sagen könnte. Ich überlege, ob ich es tun soll.

Markus

Aber irgendwie du magst keine Nebenwiss, könnte ich mir vorstellen.

Daniel

Richtig. Es gibt, ja, nein, weißt du, das Problem ist, das sind halt auch die, die dann wieder jammern über ganz andere Themen und sie sehen das immer nur isoliert und es ist gegen ihre Ideologie oder gegen ihren und sie verstehen es nicht. Das sind aber genau die, die dann auch jammern, dass die Amis das alles wegschnappen. Und es ist einfach eine Tragödie, dem Ganzen zuzusehen. Und ja, es ist am Ende des Tages habe ich aber auch immer das Gefühl, es ist sehr schwierig, Menschen auf einer Breitenmasse zu erklären, warum wir sowas hier brauchen. Und warum es doof wäre, wenn das zum Beispiel nicht in Europa stehen würde. Und warum, wenn da ein großer Konzern Milliarden in etwas investiert, wo auch hunderte oder tausende Menschen langfristig Arbeit finden, warum das auch ganz gut ist. Solange es natürlich innerhalb der gesetzlichen Normen Vorgaben ist, was ja alles der Fall ist. Das ist immer so ein. Dann schau dir das Gegenbild an, die Gegenthese. Weißt du, was ich meine? Dann bleibt das ein. Ich kenne jetzt Grundsdorf nicht und ich möchte denen auch nicht so nahe treten. Und ich habe da jetzt auch keine weitere Affiliation mit Google, muss man dazu sagen. Also nur um das auch mal so. Aber da ist ja schon viel Wertschöpfung, die da passiert grundsätzlich. Und vor allen Dingen, wenn es um Souveränität geht, auch.

Markus

I don't know. Ich glaube, es braucht einen ehrlichen Dialog. Es braucht, glaube ich, auch in unserer Raumplanung, muss man halt sagen. Es gibt gewisse Flächen, die wir so nutzen, dass wir damit unseren Wohlstand und unsere Souveränität erhalten können, weil das einfach in der aktuellen geopolitischen Lage essentiell ist. Und dann gibt es Flächen, wo wir sagen, wir wollen jedenfalls auch, es gibt Nationalparks, es gibt Flächen, die wir bewusst gar nicht anrühren wollen. Ich glaube, das hat auch alles seine Berechtigung. Und natürlich muss man das Ganze auch in einem breiten Ökosystem sehen und sich überlegen, wie kann das dann auch Auswirkungen Downstream haben. In dem Fall Downstream tatsächlich in Flusssprache gesprochen. Aber I see, ja. Ich glaube, das sollte politisch passieren, also das auch ehrlich zu besprechen und gleichzeitig ja, müssen wir aber auch Möglichkeiten schaffen, wenn man Projekte umsetzt und nicht jedes Mal, wenn jemand eine Investition tätigen will, dass sich dann sofort drei Bürgerinitiativen bilden, die das verhindern wollen, weil das verhindert halt Fortschritt und das verhindert, dass wir in Zukunft Wohlstand haben können. Also alles mit Maß und Ziel, aber schon ehrlich ansprechen, wollen wir, dass unsere Kinder am Ende eine ähnliche Lebensqualität haben wie wir oder idealerweise besser oder wollen wir, dass wir zurückgeworfen werden? Und das ist die Diskussion, die man hier auch führen muss.

Daniel

Ja, ja, und gefühlt passiert das täglich, dass man ein bisschen in der Lebensqualität zurückgeworfen wird. Und man nimmt das jeden Tag wahr. Und ich finde, das Schlimmste ist, die, die probieren, etwas zu verbessern, denen wird immer nur was in den Weg geworfen. Und das sind dann die Leute, die irgendwann sagen: Ja, komm, dann leck mich, dann machen wir es woanders. Und das ist natürlich schade. In dem Kontext wollen wir über die EU-Inc reden. Ach ja, tut mir leid, aber ich dachte, wenn wir schon dabei sind.

Markus

Das ist ja ein wirklich großartiges Projekt, was genau die europäische Ambition treibt, die es bräuchte, um eben Lebensstandard zu halten, um Wohlstand zu sichern, um Souveränität zu ermöglichen. Also kurzer Recap, Projekt, eine gemeinsame europäische Rechtsform, damit wir den ganzen Dschungel an Regularien und Hindernissen, Hürden, die es da aktuell gibt in der europäischen Start-up-Welt, loswerden. Ein gemeinsamer Standard, wo es dann auch einfach wird für internationale Investoren hier zu investieren, was gut und gerne ist, dass man Mitarbeiter beteiligt, wo man Rechtssicherheit hat und dadurch auch Vertrauen in den Standort gewinnen kann. Gut, und jetzt ist es natürlich so, so eine Vereinheitlichung, ein gemeinsames europäisches Projekt, stößt natürlich auf Widerstände und wir haben das schon befürchtet, aber natürlich ist auch Österreich eines der wenigen Länder, die hier wirklich probieren, dieses Projekt auf, ich sage ja nicht, das Projekt zu stoppen, aber das Projekt so auszugestalten, dass am Ende wieder nur eine Kompromisslösung rauskommt, die niemandem hilft. Ganz konkret geht es da jetzt, was man so hört, das ist, was wir aus den Verhandlungen auch aufgeschnappt haben. Ist, dass Österreich sich dafür einsetzt, dass das eben eine Richtlinie wird und keine Verordnung. Was bedeuten würde, dass jedes Land dann das wiederum separat umsetzen müsste und damit sehr viel Spielraum wäre, dass wieder kein gemeinsamer Standard entsteht. Das ist dann sehr viel Rechtsschargon, also quasi die österreichische Perspektive, ist, dass man einen gewissen Artikel anwenden muss, laut EU-Recht, und dieser Artikel bedeutet, dass es eine Richtlinie wäre, während der EU-Inc. und der Kommissionsvorschlag einen Artikel vorsieht, der eine Verordnung ermöglicht, wo du nur eine gewisse qualifizierte Mehrheit sogar brauchst. Also es ist grundsätzlich, wenn man sich auf diesen Artikel einigen kann, dann müsste Österreich sogar gar nicht zustimmen, weil dann braucht es, glaube ich, nur mehr als die Hälfte aller Länder und mehr als 65 Prozent der Länder, die 65 Prozent der Bevölkerung repräsentieren. Ja, wir probieren natürlich auf österreichischer Ebene da was dagegen zu tun und Aufklärung zu betreiben, warum es wichtig ist, dass es was braucht, aber theoretisch wird da halt aktuell wieder ganz klar die Notariatsstrategie verfolgt, die natürlich auch absolut verständlich aus deren Perspektive probiert zu verhindern, dass es da eine neue Rechtsform gibt, wo es keinen Notariatssakt mehr gibt, weil dadurch ist dann die eigene Position in Österreich ein bisschen geschwächt. Ich glaube tatsächlich, dass trotzdem immer noch die meisten Leute einfach eine österreichische GmbH gründen würden und dass dadurch das Geschäft der Notare auch weiterhin gut florieren würde. Aber natürlich wird dadurch eine Tür geöffnet, eine Alternative geöffnet, dass Menschen international gründen können und dadurch sich den Notar sparen.

Daniel

Ja. Ja, weißt du, ich bin heute ziemlich nachdenklich so im Podcast. Und für mich ist immer dasselbe Gefühl, wir probieren es einfach zu vielen Leuten zurecht zu machen und sind leider in einer Position, wo wir nicht sagen können, weißt du, ich verstehe, dass du da mit Problemen hast, aber es ist mir egal, da fahren wir jetzt drüber, weil es für die Mehrheit besser ist. Und dass da immer, immer irgendjemand ist, der irgendwas findet. Und das ist das so ein, nicht einmal verhindern, aber weißt du, wenn da immer irgendein Gartenzwerkzüchter, Verein eine Meinung hat, die das verhindern wollen, dann ist das halt irgendwann. Es ist, ja, nee. Ich will mich ja nicht aufregen, weißt du? Ich wollte schon laufen. Machst du heute gut, ja. Ja, nee, war gut. Aber weißt du, manchmal. Weißt du, weißt du, doch, doch, es gibt eine Ausblüte, die mich seit Wochen wurmt. Und das ist, weißt du, in Europa ist so viel so überreguliert. Und dann sind es aber andere Bereiche, wo alle so blind sind. Auf die muss ich gar nicht so weiter eingehen, aber man sieht es jeden Tag, wenn man durch so eine Stadt geht, was es da für Probleme gibt und kulturelle Herausforderungen. Und dann sehe ich aber auch, dass ich mit meiner Frau und meinen zwei kleinen Kindern am Flughafen bin. Ich habe einen Kinderwagen, ein elf Monate altes Baby. Und wir haben zwei Wasserflaschen. Und dann kommt der Sicherheitsbeamte drauf, dass es notwendig ist, die Wasserflaschen zu öffnen und zu sehen, ob diese 30, 40 Milliliter abgekochten Wassers möglicherweise eine Gefahr für die Allgemeinheit sind. Wodurch das Wasser natürlich nicht mehr trinkbar wird. Und meine kleine Tochter, elf Monate alt, für die nächste Stunde keinen oder zwei Stunden kein trinkbares Wasser hat. Und wo ich mir denke, weißt du, das ist so eine Ausblüte und so ein Sinnenbild für Dinge, die mich tagtäglich stören. Und dann schaust du in die nächste Ecke und siehst wirklich eklatante Probleme, wo jeder blinde das sieht, die teilweise auch gar nicht angesprochen werden, weil jeder sagt, ja, das will ich jetzt so nicht sagen. Und ich könnte manchmal einfach nur im Kreis kotzen. Und das ist so, das ist so, glaube ich, so ein Gefühl, dass ich glaube, dass immer mehr Menschen so mit sich spüren und EU-Inc. ist für mich auch so ein Thema. Es ist so notwendig, dass es kommt. Es ist so klar, was passiert, wenn das nicht kommt. Weil stell dir vor, die, die das vorantreiben, sagen, irgendwann, wisst was, jetzt machen wir das machen wir es seit zwei Jahren. Der leckt mich doch. Und es werden hunderte und tausendste Investments in der Zukunft nicht stattfinden. Weil Leute sagen von außerhalb, das ist, wo? Was? Not komm. Und das ist einfach so, weil irgendein Verhindererverein sich dagegenstellt, obwohl sie selber besser wissen. Und sie ist noch ein Satz muss ich dazu sagen, ich habe immer ein Panel moderiert und da waren Gewerkschafter dabei. Und du hast gesehen, wie die Leute, die gearbeitet haben, etwas wollten. Du hast gesehen, wie die Arbeitgeber etwas wollten, sogar die Politik etwas wollten und die Gewerkschafter. Jeder hat dafür argumentiert, dass es etwas Notwendiges sei. Die Gewerkschaft hat einfach die Gegend anargumentiert, damit sie ihre Linie und ihre Position waren. Und es war einfach unfassbar, das zu beobachten, mit einer Blindheit. Und das Lustige war, diese Gewerkschafter waren auch Leute, die noch nie in dem Bereich gearbeitet hatten, die auch am Papier keine Qualifikation hatten, darüber zu reden. Aber sie waren überwahrer und haben im Geiste derer gekämpft, die vor 130 Jahren Leute aus den Bergwerken zu Recht rausgeholt haben, dass dann irgendwann die Dreijährigen nicht mehr im Bergwerk arbeiten müssen. Ja, jetzt ist draußen. In den Worten von 2020, Markus, du bist gemutet.

Markus

Okay. Wo ich dir recht gebe, ich glaube grundsätzlich alle Interessensvertretungen tun sich mit Veränderung schwer. Das liegt in ihrer Natur, weil sie halt gewisse bestehende Interessen schützen. Und das macht es sehr schwierig, für den Fortschritt und für Veränderung einzutreten. Dazu muss man sagen, was man halt bei Interessensvertretungen nicht unterschätzen darf. Ganz grundsätzlich ist, dass die natürlich einen natürlichen Bias dadurch haben, dass sie in erster Linie mit den Problemen ihrer Zielgruppe konfrontiert sind. Also wenn du jetzt Gewerkschaften ansprichst, eine Gewerkschaft hört natürlich den ganzen Tag nur die Horrorstories von irgendwelchen schrecklichen Unternehmen, die Leute ausbauen. Und eine Wirtschaftskammer hört den ganzen Tag nur die Horrorstories von Leuten, die ständig im Krankenstand sind und so tun, als wenn sie krank ist, sind sie aber nicht. Also ich verstehe schon, woher quasi das Weltbild der Interessensvertretungen kommt. Aber die Realität, die natürlich stimmt, ist, dass besonders wenn es dann um politische Entscheidungen geht, also nicht um die Serviceinfrastruktur, die ja teilweise auch wirklich gut ist, sind sie sehr oft als Blockierer unterwegs und verändern den notwendigen Wandel. Und da wäre natürlich auch ein Prozess der Selbsterneuerung, bei dem man diese Biases ein bisschen mitdenkt und ein bisschen überlegt, hey, wir alle haben ein Interesse daran, dass es unseren Kindern auch morgen noch gut geht, reißen wir uns zusammen und finden einen gemeinsamen Weg. Ich hatte gehofft, dass das passiert, im Zuge jetzt auch, sag ich mal, der politischen Konstellation, die uns ins Haus steht. Aber bis jetzt wurde ich da relativ enttäuscht und auch jetzt das, was ich wieder von der EU Inc. höre aus österreichischer Ebene, ist enttäuschend. Gleichzeitig muss man schauen, wie sehr Österreich das Ding jetzt noch aufhalten kann. Vielleicht hat da jetzt halt auch Europa einfach mit Österreich schlitten und was dann, vielleicht profitieren wir dann von der Zugkraft der Europäer. I don't know. Dafür kenne ich mich juristisch zu wenig aus, was da jetzt die schon gestern sind.

Daniel

Aber der Grundtenor ist, glaube ich, und um das wieder auf eine objektive Ebene zu heben, ich glaube, alle Regierungen, alle Unternehmen weltweit müssen einfach verstehen, dass jetzt der Zeitgeist nicht auf Bewahren, sondern auf Erneuern ist. Und ich denke, man sollte irgendwann entscheiden, dass Gesetze, Richtlinien einfach immer mit einem Zeitablauf versehen werden, wo man nach drei, nach fünf, nach zehn Jahren wirklich prüfen sollte, ob das noch weiterhin bestehen muss oder ob es einfach natürlich ausläuft. Und das wäre die einfachste Lösung der Welt. Ich weiß quasi statt einem Opt-out, ein Opt-in einfach zu sagen, okay, wir haben vor 20 Jahren das, ich habe keine Ahnung. Du weißt, ich meine, dass das 486er Gesetz beschlossen, müsste man das noch weiter mittragen? Nein, weil das automatisch ausläuft. Und du musst einfach sagen, es wird so viel Erneuerung und so schnelle Erneuerungen kommen. Und ein schönes Beispiel, schönes Beispiel ist es nicht, aber trotzdem ein interessantes Beispiel ist, du siehst es ja im Mietrecht, wo Leute sagen, okay, du bist jetzt immer automatisch auf fünf Jahre befristet. Ist das gut, ist das schlecht? Kann man darüber diskutieren? Verstehe ich auch. Aber der Punkt ist, da ist einfach klar, ja, du kannst natürlich gerne länger danach und das wollen auch gerne, das wollen auch sehr viele, aber man sagt auch automatisch, schau, dass das Ziel ist nach fünf Jahren, wenn es nicht passt, dann ist es halt auch vorbei. Okay. Wenn es passt, dann passt's. Ja, es ist eine interessante Wandlung.

Markus

Ja, bin ich voll bei dir. Sunsetting by default, also jedem Gesetz an einem Ablaufdatum geben, was man natürlich dann erneuern kann. Und Zero-Based Budgeting, wo du sagst, okay, jedes Budget wird auch nach Ablauf in der Periode wieder auf Null gestellt und es wird nicht so klassisch, okay, das ist jetzt eine Erhöhung um X Prozent, sondern ein ganz anderer Approach. Das würde vieles einfacher machen.

Daniel

Ich glaube, das ist der einzige Weg nach vorne, weißt du? Weil ich glaube, all dieses Mitziehen, da wirst du ja auch blind darüber. Es ist ja so ein bisschen wie wenn du umziehst. Ich finde das schön, wenn man umzieht, das haben meine Frau und ich bei unseren unseren zwei gemeinsamen Umzügen gemacht, wir haben so gut wie alles weggeschmissen. Also wir haben wirklich bei den Sachen geprüft, nehmen wir das wirklich mit? Müssen wir das wirklich haben? Und es ist auch super freien, weil man hat so, ich finde, wenn man in einer Wohnung wohnt, dann häuft sich der Kram irgendwann an und irgendwann ist man so, ja, das stellen wir noch da hin oder stellen wir noch dahin. Aber wenn du umziehst, ist es so ein, okay, wir stellen uns nochmal diese Frage. Und wenn du natürlich regelmäßig umziehst, stellst du dir regelmäßig diese Frage. Wenn du natürlich dein Leben lang irgendwo bist und danach die nächste Generation, die nächste Generation, die nächste Generation, dann findest du natürlich vom Uropa noch immer Sachen auf dem Dachboden, die da seit 80 Jahren eingelagert sind. Das ist ein schlechtes Beispiel. Vom Ururopa, die seit 120 Jahren dort sind, wer weiß, wo man vom Opa findet, die 80 Jahre alt sind. Ja. So einfach wäre das.

Markus

Allerdings. Machen wir einen harten Break? Was magst du noch machen? Machen wir. Wir haben Zahlen zu den aktuellen globalen Funding-Trends, also konkret Series A-Runden, wie die sich auf die unterschiedlichen Sektoren aufteilen. Und passend zu dem, was wir am Anfang der Sendung besprochen haben, stechen da aktuell gerade zwei Themen hervor, die besonders hohe Bewertungen und besonders hohe Fundraising-Runden auch zielen. Und das ist AI-Infrastruktur und Semiconductors, also Chips. Also genau dieses Fundament für die ganze KI-Entwicklung aktuell, die Hardware dahinter, die wird gerade von allen VC-Investoren gesucht, bis zum Gate nicht mehr. Von der Anzahl der Runden ist AI Applications auch das, was sehr häufig ist, ist jetzt von der Bewertung eher median. Und gleichzeitig, wo wir aktuell eher nur kleine Runden und sehr wenig sehen, ist EdTech, also Education, was ich ganz spannend finde, weil eigentlich AI auch sehr viele Möglichkeiten in dem Bereich schaffen würde. Es findet aber seinen Weg noch nicht in die Fundingzahlen.

Daniel

Glaubst du nicht, dass es einfach daran liegt, dass die meisten Ed-Tech-Sachen aus einer Pre-AI-Zeit sind?

Markus

Ja, wobei Series A ist an für sich, weiß ich nicht, dauert zwei, drei Jahre. Es müsste eigentlich mittlerweile schon AI-Native-Startup sein.

Daniel

Oder ich drehe es um, glaubst du nicht, dass genug Leute sagen, wo wir brauche ich das? Ich mache das mit Cloud und fertig?

Markus

Ich glaube, das ist der Application Layer, das, was, ich meine, die Frage ist natürlich auch, was zählst du zu einem AI-Application, was zählst du zu AdTech? Das ist grundsätzlich, glaube ich, die Trennunschärfe, die du hier hast, weil AI ist ja mittlerweile fast in jedem Ding drin. Was zählst du dazu? Was ich ganz spannend vielleicht noch finde, ist Renewables ist, ist, glaube ich, ein bisschen aus dem Tief wieder draußen. Das hat jetzt schon auch so diese Energiethemen der letzten Monate dafür gesorgt, dass das wieder relativ im Durchschnitt fährt. Und auch Web-Free, zwar nur sehr geringe Zahl der Runden, aber hat mich überrascht, dass das von den Bewertungen relativ gut unterwegs ist. Hätte gedacht, dass sie mit dem aktuellen Krypto-Winter gerade eher am anderen Ende der Skala ist. Das überrascht mich auch.

Daniel

Ja, nee. Instinktiv hätte ich gesagt, vielleicht ist es einfach, dass Leuten bewusst ist, dass es jetzt eher kurzfristige politische Themen sind. Ich meine, ich weiß es nicht. Es ist jetzt nur meine Hypothese, dass das so ein bisschen die Baustelle ist und dass Leute grundsätzlich wissen, dass es schon eine hohe Adoption bekommen hat. Und dass jetzt einfach, ich würde mal sagen, durch die Trump-Administration sehr viel Unruhe dabei ist und wenn der dann mal weg ist, dass es sich vielleicht ein bisschen, I don't know. Muss ja so sein, dass wenn es nicht so rapide einbricht, dass da genug eigentlich grundsätzlich dran glauben. Wir haben lange nicht mehr über Krypto gesprochen.

Markus

So ist es. Aktuell eben schon auch vom News Cycle definitiv. Stark übertrumpft durch alles AI. Das ist halt schon auch die zyklische Natur der Startup-Szene. Und das macht es eben auch sehr schwierig, wenn man in so einem Bereich dann aktiv ist und auf Funding angewiesen ist. Aber diese Daten zeigen ja, es ist vielleicht gar nicht so schlimm, wie man sich das aktuell vorstellt. Und ja, wenn die Past History etwas aussagt, dann geht nach der Crypto-Zyklus natürlich dann auch irgendwann wieder rauf.

Daniel

Ja, ja, ja, ja, bestimmt. Ich meine, erstmal, keine Ahnung, aber ja, hätte ich auch angenommen. Du musst ziemlich trennscharf heute gehen. Ja. Das heißt, magst du jetzt schon Sackdicht machen?

Markus

Lass uns noch ein Thema mitnehmen. Und zwar haben wir ja vor ein paar Wochen über Emerald Horizon gesprochen. Das steirische Startup, was im SMR, also Small Red Model Reactor Bereich, aktiv ist. Und die haben ja ein Börsenlisting gemacht mit eben einer Bewertung, die dann sogar über eine Milliarde gegangen ist. Und haben jetzt offengelegt, dass der Gründer ein Lombard genommen hat, wo er seine Aktien verpfändet hat. Interessanterweise, wenn ich das richtig gelesen habe, hat diesen Kredit genommen, um dann wiederum ein zusätzliches Investment in diese Firma zu machen, also da auch quasi sich selbst verschuldet, beziehungsweise seine Mitverpfändung der Anteile im Unternehmen, um zusätzliche Investments in diese Firma selbst zu machen. Also ein sehr interessantes Konstrukt habe ich in der Form in der Start-up-Szene noch nicht gesehen. Passt für mich ins Bild, dass Emirate Horizon weiß, wie man mediale Aufmerksamkeit erzeugt. Man kann natürlich die eine Leser ist, das ist ein Gründer, der wirklich sehr, sehr klar an das glaubt, was er tut und da auch bereit ist, persönlich ins Risiko zu gehen, einen persönlichen Kredit aufzunehmen. Und das, glaube ich, erfordert oder verdient auch immer Respekt. Gleichzeitig, ja, dieses Konstrukt mit dem Lombard ist schon etwas, was ein neuer Weg ist und wo man auch natürlich das ein bisschen mit Vorsicht genießen muss.

Daniel

Ich meine, es klingt super committed, es klingt auch so, wie man wie jemand weiß, was geht und was nicht geht, wenn ich es mal so sagen darf. So ist es. Aber andererseits, weißt du, wenn du so committed bist, dass du dich gleich mal übercommittest, ja dann go for it. Es wäre natürlich was anderes, wenn er dann Aktien kauft von irgendetwas, was damit gar nichts zu tun hat, beziehungsweise wenn er in eine andere Richtung gehen würde. Aber so klingt das einfach wie ein Double All in. Double all in Double All in. Warum denn nicht?

Markus

Ja, man wäre jedenfalls cool, wenn das aufgeht. Geil. Also, die Daumen sind gedrückt.

Daniel

Ja. Witzig. Muss man sich aber echt mal durchdenken. Also muss man auch erstmal auf die Idee kommen. Also da kennt jemand, da weiß jemand, wie Dinge funktionieren oder auch nicht. Sehr finde ich. In dem Sinne würde ich sagen, hat Spaß gemacht. Take care. Stay safe. Und bis zum nächsten Mal. Dankeschön und bye bye.