Future Weekly
Die zwei Startup Veteranen Daniel Cronin und Markus Raunig sprechen mit jeder Menge Humor über Technologie, Unternehmertum und die Zukunft. Jeden Donnerstag analysieren sie die interessantesten News der Woche und küren Rockstars, die die Welt von morgen prägen. Jeden Sonntag begrüßen sie im Deep Dive visionäre Gäste für einen Blick hinter die Kulissen aktueller Trends und formulieren gemeinsam Moonshots & Predictions. Ein Podcast der verschiedene Welten verknüpft und mit mutigen Thesen inspiriert.
Future Weekly
#522 - Daniel Keinrath über Voice AI, Rekordwachstum & Goalsetting
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
In diesem Deep Dive spricht Markus mit Daniel Keinrath, CEO und Co-Founder von Fonio AI. Fonio baut KI-Telefonassistenten für KMUs und hat seit dem Start vor 18 Monaten knapp 10.000 Unternehmenskunden in ganz Europa gewonnen.
Daniel erzählt, wie er über eine Event-Agentur zum Unternehmer wurde, was er aus dem Verkauf seines ersten Startups Get Nano gelernt hat, und warum er Fonio bewusst im DACH-Raum gegründet hat, obwohl Voice AI damals vor allem in San Francisco ein Thema war.
Im Gespräch geht es um das technische Herzstück von Fonio, nämlich den eigens entwickelten Orchestration Layer inklusive einem selbst trainierten Modell zur Turn Detection, um den bootstrapped Start und die Angel-Runde über 3 Mio. Euro im Oktober 2024, sowie um die Expansion in sechs Märkte und den bevorstehenden Einstieg in die USA. Außerdem: Warum Fonio WhatsApp als zweiten Kanal launcht und was das langfristige Ziel als "Operating System für KMUs" bedeutet.
Production: Hanna Moser
Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com
Einen wunderschönen guten Morgen, guten Mütter, guten Abend, willkommen bei Future Weekly. Heute mit mir Markus und weil Deep Dive Tag ist, natürlich ein großartiger Gast. Das ist diese Woche der Daniel Keinrad. Hallo Daniel.
SPEAKER_00Hallo Servus, freut mich.
MarkusWir freuen uns. Und ein Blick auf LinkedIn verrät uns, du bist CEO und Co-Founder von Fonio AI, kurz und knackig. Das sagt schon sehr viel, weil wer sich in der österreichischen Startup-Szene auskennt, der weiß, dass Fonio eines der heißesten Startups in Österreich gerade ist, wahrscheinlich das Schnellstwachsende. Aber jetzt für die, die das dann trotzdem noch nicht kennen, erzähl einmal, was macht Fonio.
SPEAKER_00Die Blumen. Wir bauen KI-Telefonassistenten für KMUs. Das heißt, bei uns kann man das Ganze ist plattformbasiert, also unsere Kunden können sich selbstständig KI-Telefonassistenten erstellen, die zum Beispiel die Stimme festlegen, den ganzen Fähigkeiten geben, wie Rufweiterleitungen, Kalender, Zugriffe und kriegen dann eine eigene Rufnummer, unter der die KI mal abhebt und leiten dann ihre Kundenanrufe auf diese KI-Telefonnummer weiter. Das ist jetzt der erste Schritt. Wir sind auch gerade eben dabei, mehr Produkte rauszubringen. Tatsächlich launchen wir heute auch WhatsApp als zweiten Kanal. Und ich muss sagen, ich bin sehr dankbar für das Timing, das wir uns für das Produkt ausgesucht haben. Wir haben erst vor 18 Monaten die Firma gestartet und stehen jetzt knapp bei 10.000 Unternehmen, hauptsächlich KMUs, die uns nutzen in ganz Europa.
MarkusWahnsinn. 10.000 B2B-Kunden innerhalb von eineinhalb Jahren.
SPEAKER_02Ja, das ist verrückt.
MarkusMüssen wir nicht mal ausrechnen, wie viele das pro Tag sind. Das überlasse ich jetzt den Hör ein, es ist wahrscheinlich ziemlich bemerkenswert. Okay. Für alle, die vielleicht auch ein bisschen in die Entstehungsgeschichte auch noch reinhören wollen, wir hatten den Co-Founder von Daniel, den Matthias Gruber, nämlich schon vor eineinhalb Jahren im Podcast circa. Da war die Firma ziemlich frisch. Also auch cool, quasi als Baseline da einmal reinzuhören, das ist Episode 428. Aber heute werden wir uns dann anhören, was seitdem passiert ist. Aber wer Future Weekly kennt, der weiß. Zuerst sprechen wir mal über dich. Und zwar würde mich interessieren, wenn du zurückblickst auf den kleinen Daniel, der vielleicht gerade in die Fragsschule oder so gegangen ist. War damals schon klar, du willst mal selbst was aufbauen. War damals schon der Unternehmergeist spürbar oder hat sich das erst später entwickelt?
SPEAKER_00Das ist witzig, ich habe da mit meiner Mama letztens drüber geredet. Und ich dachte, mein Unternehmergeist, ist jetzt ein bisschen tiefgründiger, aber dadurch kommt es, ich wurde nie wirklich gemobbt in der Schule, aber ich war auch nie richtig cool. Und ich dachte mir, dass das so durch einen Streben von Anerkennung gekommen ist. So, ich will es der Welt jetzt beweisen. Weil ich habe, seitdem ich 15 bin, dann begonnen, an Dingen zu bauen. Und als ich mit meiner Mama darüber geredet habe, hat die gesagt, nein. Das war nämlich in der Volksschule schon so, dass die anderen Kids haben gesagt, sie wollen Normalberufe machen, wie in dem alter Feuerwehrmann, Astronaut etc. Der kleine Daniel hat gesagt, ich will Chef werden. Also es ist wahrscheinlich eine Mischung aus beiden.
MarkusOkay. Also du hast auch, sag ich mal, die Lust an seinem eigenen Schicksal in der Hand haben und ich schätze, das ist wahrscheinlich das, was so ein bisschen hinterm Chefsein steckt und gleichzeitig aber auch es Leuten beweisen wollen. Und du hast gesagt, mit 15 hast du dann angefangen, ein bisschen zu tüfteln und zu bauen, unternehmerisch tätig zu sein. Was war das konkret?
SPEAKER_00Heute gibt es im Startup Shogo einen Namen dafür, einen konkreten Tarp it-Ideas. Das sind so Ideen, die jeder mal seinem Leben hat. So etwas wie eine Party-App, wo das ist so schwer, vor dir zu finden. Ja, let's go, die hat jeder hat schon nochmal gemacht. So, die eine Tear-Grube sind, wo man dann stecken bleibt und nicht weiterkommt, deswegen der Name. Solche haben wir verfolgt mit Claudio, lustigerweise, mit dem ich dann auch ein paar Jahre später dann Get Nano gegründet habe. Das hat uns damals so zusammengeschweißt. Hab dann aber als ich, so ich war mit 17 dann mit der Schule fertig und hab dann, weil der Claudio noch in der HTL war und noch länger in der Schule, habe ich mir gedacht, so was mache ich jetzt eigentlich? So, ich habe einerseits begonnen zu studieren auf der WU, aber das fand ich fürchterlich, weil ich habe gedacht, so ich will Unternehmer sein und ich habe BWL gestartet und nach zwei Monaten habe ich gemerkt, hoppala, ich lerne hier eigentlich nicht, wie ich Unternehmer werde, sondern das ist irgendwie ganz was anderes. Und das andere war, was kann ich eigentlich wirklich gut? Und das war damals feiern und Computerspielen und hab dann mir überlegt, so entweder habe ich jetzt E-Sportler, aber das fand ich dann nicht ganz so cool, und hab dann begonnen, Partys zu veranstalten. Und das hat dann irrsinnig gut funktioniert. Also ich war jetzt auch nie so ein großer Szenehase, muss man dazu sagen. Und ich habe das immer sehr, auch mit einem Startup-Show Gol, würde man sagen, so aus der Go-to-Market-Brille gesehen. Ich hab mit Anfang 20 Partys für Ü40 teilweise veranstaltet und Techno, Hip-Hop, Mainstream, alles drinnen gehabt und auch immer Leute gehabt, die dann auch supportet haben bei den jeweiligen Events und Zugriff in die Szene hatten und waren dann so einer der größten Event-Agenturen in Österreich eigentlich dann. Das war cool. Das waren so meine Anfänge ins Unternehmertum rein.
MarkusUnd Ü40, weil die Zielgruppe Ü40 wahrscheinlich mehr Zahlungsbereitschaft hat als Studenten, oder?
SPEAKER_00Oh nein, das war einfach, weil es die Opportunity in dem Fall gab. Ich habe es mir wurscht. Weil Events zu veranstalten ist eigentlich ganz witzig. Es ist eigentlich, du musst es nur irgendwie schaffen, so ein bisschen FOMO aufzubauen und eine Emotion vor dem Event zu verkaufen. Das Event per se ist eigentlich immer ziemlich egal. Also natürlich muss ich muss halbst passen, aber das ist keine Rocket Science. Schwierige ist, du hast zu sagen, wenn einem Monat ein Event, wie, du das Geld tust ja vorab verdienen mit den Tickets. Wie kriegst du das hin, dass Leute sagen, ah, das ist so cool, dass du hingehst? Und da hat sich eine coole Möglichkeit aufgetan, wo ich mir gedacht habe, okay, passt, jetzt komme ich auch in 40 rein. Hat aber to be honest nicht so gut funktioniert wie die anderen Dinge.
MarkusHilft dir das heutzutage auch in einer Startup-Co-Founder-Rolle, dieses FOMO-Aufbauen? Wie schaffe ich es, dass Leute da dabei sein wollen, sei das Investoren, sei das potenzielle Mitarbeiter? Ist das etwas, was du wieder siehst in der aktuellen Rolle?
SPEAKER_00Ja, definitiv. Also ich glaube, dass man Emotionen erzeugt und quasi am Ende des Tages musst du als Unternehmen immer ein Gefühl verkaufen. Und dieses Gefühl sollte, egal in welcher Branche du bist, die Lösung für das Problem deiner Kunden sein. Also um das jetzt in einfache Terms zu fassen. Bei Events ist oft ein Gefühl, das verkauft wird. Komm feiern, du lernst dort Mädels oder Typen kennen. Das ist so. Oder du hast eine unglaublich schöne Nacht oder Abend oder was auch immer. Das ist sozusagen, das ist das Gefühl. Bei Fonio ist das Gefühl, das wir verkaufen. Relief. Du bist erreichbar, du musst dir, wenn Kunden bei dir konstant anrufen, das ist das Gefühl, das wir verkaufen. Wenn du SAP bist, verkaufst du auch ein Gefühl. Das ist dann wahrscheinlich mehr in die Kontrolle, dass du die ganze Company brav unter. Also ja, ist definitiv wichtig.
MarkusOkay, also du bist eigentlich über das Event Business zum Unternehmer geworden. Dann kam Get Nano, wenn ich das jetzt richtig lese in deinem LinkedIn. Was war Get Nano?
SPEAKER_00Ja voll. Get Nano war, würde ich sagen, mein richtiges Studium. Dann einen richtigen. Das war eine Company, wo wir am Anfang bei die Idee, dass wir ganz normale Leute zu Influencern machen, auch wieder plattformbasiert. Das heißt, es gibt Unternehmen, die suchen kleine Influencer und dann gibt es ganz normale Leute, die kein Geld kriegen, sondern Produkte, weil die zum Beispiel ein großer Fan von, ich erfindet was, Coca-Cola sind, kriegen sie jetzt nicht 100 Euro, sondern ein Jahresfort Coca-Cola. Für Coca-Cola zahlt sich das aus, über uns zu machen. Anstatt mit einem großen Influencer zu arbeiten, können sie halt mit 100 Kleinen arbeiten. So, das war die Grundidee, hat so ein bisschen den Geschmack von einer Tarpit-Idee. Das ist auch so etwas, was viele haben können. Wir haben es trotzdem verfolgt und es hat halbwegs gut funktioniert. Wir hatten damals ein Mini-Investment dann und sind dann aber fast eher gebootstrappt, so in die Richtung von 13 Leuten im Team und sind dann aber stagniert, weil wir ehrlich gesagt nicht genug mit Kunden gesprochen haben und gemerkt haben, dass unser Produkt nicht so viel Wert generiert hat. Also wir hatten eine sehr hohe Churnrate. Haben dann einen Pivot gemacht, also einen Gewechselt vom Geschäftsmodell und haben diese Creator nicht mehr wie Influencer agieren lassen, sondern eigentlich nur mehr Werbevideos erstellen lassen, die die Unternehmen dann selber nutzen konnten. Heute benennt man das User-Generated Content und waren dann da eine von zwei relevanten Plattformen im Dachraum und haben das Anfang 2024 dann an einen deutschen Verlag verkauft, beziehungsweise eine Tochter davon. Und es war ein cooler Deal, kein Life-Ching-Deal. Und das war dann für mich ein sozusagen ein, dort habe ich alles gelernt, was man so nicht machen sollte und machen sollte in einem Startup. Und es hat dann auch gut viel mitgegeben für Fonio.
MarkusUnd was habt ihr da dann konkret verkauft? War das die Userbase oder die Technologie oder euch als Team? Also, aber ich schätze, nachdem dann schon von recht bald gekommen ist, wahrscheinlich nicht das.
SPEAKER_00Es war ein, es war ein, es war, mein Co-Founder-CTO ist schon mitgegangen, weil wenn gar niemandem mitgeht, dann ist es eigentlich so ein Deal wertlos, muss man sagen. Wir haben aber einen Asset-Deal gemacht, das bedeutet, wir haben de facto alles, aber wir haben nicht nur die Brand rausverkauft, wir haben alles rausverkauft. Und nur die GmbH nicht, weil die das damals, da kann ich jetzt nicht ganz in die Details gehen, aber nicht wollten.
MarkusUnd jetzt noch kurz, hast du dann fertig studiert oder hast du abgebrochen das Studium?
SPEAKER_00Ja, es war eigentlich ganz witzig, das ist jetzt nicht erfunden. Ich habe am Tag, ich habe, glaube ich, einen Rekord aufgestellt mit dem letzten Bachelor-Bewell-Studium auf dem Weg.
MarkusTage zu bezweifeln, weil ich glaube, es sind sechs Jahre, oder?
SPEAKER_00Gibt es sicher noch viel Schlimmeres. Sechseinhalb, sieben Jahre habe ich gebraucht dafür. Und das war ganz witzig, weil der Tag, an dem ich den Notarttermin hatte für den Deal, war der Tag, an dem ich auch mein Bachelorzeugnis abgeholt habe. Und das war ganz random. So an irgendein Tag, ich schieße mich doch, ich glaube im Februar 2024 oder so etwas war das. Und da war es irgendwie so 13 Uhr und ich hatte schon Notartermin und mein Bachelorzeugnis. Dann war ich so, ich glaube, ich bin jetzt erwachsen. Und da wurde ich überhaupt nicht, ich war überhaupt nicht mental darauf eingestellt. Ich war dann so, keine Ahnung, was ich jetzt tue, bin nach Hause gegangen und hab Netflix geschaut.
MarkusDa war ich so, was mache ich jetzt als nächstes? Aber das finde ich schon sehr spannend, weil dieses Gefühl, jetzt bin ich erwachsen, ich glaube, das begleitet ja viele Menschen, ist für viele auch überfordernd. Und ich glaube, der Schritt, den dann viele machen, besonders auch viele, die vielleicht während dem Studium schon so ein bisschen unternehmerisch probieren, ist dann schon, wenn ich jetzt erwachsen bin, dann muss ich was Ernstes und Ordentliches machen und die suchen sich dann einen Job. Wie war bei dir der Prozess zu, ich gründe jetzt einen, ich nehme jetzt all diese Learnings und ich gründe jetzt noch.
SPEAKER_00Also was schon klar war, also das Coole ist, die Event Company gab es immer nebenbei und die war auch immer sehr profitabel, muss man dazu sagen. Also sie hatte immer das im Hintergrund. Und ich war von, ich hatte auch einen, ich hatte schon ein bisschen einen Plan, was ich als nächstes mache. Also ich war zum Beispiel mit Matthias und damals auch noch einem anderen, auch in Gesprächen, so was wir als nächstes könnten. Es gab einen Grund, ich lieb den Claudio, meinen Co-Founder von Get Nano, aber wir haben ein bisschen verschiedene Vorstellungen von wie wir, was wir vom Leben wollen. Für mich ist zum Beispiel ganz klar, ich muss unbedingt diese globale Firma aufbauen. Das hat er auch, aber ein bisschen schwächer. Und ja, so er hat mich ein bisschen abgeschwiffen und habe dann begonnen, ein bisschen zu explorieren an Ideen. Wie ich schlimmste Zeit, das würde ich niemandem empfehlen, einfach quasi zu researchen, was für coole Business-Ideen gibt es doch. Dann habe ich alles durchprobiert. Von CRMs bis hin zu, dass wir, das war die Idee, die wir fast umgesetzt hätten, Batteriespeicherparks bauen, also dass man quasi Arbitrage von den Netzkosten oder Energiepreisen betreibt. Gab dann Gründe, warum alles nicht funktioniert hat. Und im Sommer, und ich behaupte was Coole war, ich habe recht viel Zeit in den USA damals verbracht, in San Francisco, und hatte damals auch meine ersten Touchpoints mit Voice AI. Ich wollte eigentlich auch die nächste Company in den USA gründen. Und es kam, wie es kommen sollte. Es hat mich dann irgendwie wegen aus 1000 Zufälligkeiten wieder nach Österreich verschlagen und habe dann mit Matthias hier Fonio gegründet.
MarkusSo, und das finde ich jetzt, also es sind ein paar Sachen, die ich sehr spannend finde, in dem, was du gesagt hast. Zuerst einmal, schon dieses für dich ist ganz klar, dass du eine Company bauen willst, die weltweiten Impact hat. Kannst du das noch ein bisschen stärker ausführen, was dich da treibt und was das auch bedeutet, dann wahrscheinlich Opfern, die du bringen musst, um alles dem unterzuordnen? Weil ich glaube, das ist auch für Leute, die zuhören, die überlegen, was zu gründen. Ich glaube, es ist so wichtig, dass man eben Co-Founder findet, die da voll aligned sind und dass man diese Themen auch früh bespricht. Und vielleicht, das ist wahrscheinlich auch etwas, was denn Matthias und dich, also euch als Co-Founder verbindet, dass sie da schon sehr driven sind.
SPEAKER_00Ich würde sagen, es ist nicht rational, was wir machen. Du brauchst keine globale Company, um happy zu sein im Leben. Ich weiß aber, dass es mich erfüllt und für mich ist, das ist jetzt auch tiefkündiger, für mich gibt es keinen Sinn im Leben. Sinn im Leben ist es eigentlich happy zu sein. Und ich weiß, dass der Daniel so programmiert ist, dass er das braucht. Wenn du mich fragst, wie groß muss diese Firma sein, kann ich dir keine Zahl nennen. Ich kann dir sagen, ein Unicorn wäre zu wenig. Es muss, ich mag einfach irgendwie Impact haben. Okay? Und ich habe auch keinen Bock, dass wir jetzt irgendwie das machen, drei Jahre und dann wäre einfach nur US-Player gekauft. Das würde ich nur machen, wenn wir schlechter sind als US-Player und dann sage ich, ja, okay, bevor wir das irgendwie anfahren, dann machen wir es halt. Das wäre schon so, okay, ich würde gerne irgendeine Kategorie global shapen und vor allem eine coole Firmenkultur aufbauen und auch der Welt zeigen, dass man es aus Europa und so einem kleinen Land wie Österreich kann. Weil ich finde das so wichtig für auch so für Österreich und Europa, dass wir hier wieder Tech haben und Arbeitsplätze schaffen und so weiter und so fort. Worum ich das mache, habe ich keine Ahnung. Und das Coole ist, Matthias ist da auch extrem allein. Und ich bin da komplett bei dir, weil man das, das kann ein wirklicher Breakpoint sein, weil das kostet verdammt viele Opfer. Und wenn man nicht wirklich intrinsisch motiviert ist und ein bisschen crazy ist, dann ist es auch, glaube ich, gar nicht machbar. Weil sonst fragst du, du stehst den Auf in der Früh und fragst dich, bin ich eigentlich blöd. Warum mache ich das eigentlich so intensiv?
MarkusWas hast du mit dem Matthias gemacht, dass dir klar geworden ist, da gibt es dieses Alignment. Also ich glaube, er hat damals schon ein bisschen erzählt, wie ihr euch kennengelernt habt, aber trotzdem gab es irgendwo eine Erfahrung, wo du gesagt hast, yes, das ist der richtige Fit. Ja.
SPEAKER_00Das war tatsächlich so. Es gab damals nicht nur den Matthias. Ich musste den Matthias ziemlich überzeugen, dass wir gemeinsam konnten. Also ich musste das Produkt upfront einmal selber verkaufen und er wollte eigentlich gar nicht am Anfang mit mir. Also wir haben es immer super verstanden. Aber er wollte auch mal seine Ruhe haben damals. Er ist aus einer CPO-Position rausgeholt und wollte auch mal kurz chillen für ein paar Monate. Und ich muss ihn echt bearbeiten. Und da gab es noch eine andere Person, mit der ich mir auch das Ganze angeschaut habe. Und Matthias hat damals ganz offene Gründe genannt, warum ich nicht mit ihm gründen sollte. Und ich habe mir dann das, weil das natürlich so eine große Lebensentscheidung ist, habe ich mir das in Excel runtergeschrieben und eigentlich Pros und Cons von den beiden Typen aufgeschrieben. Und der andere war am Papier eigentlich besser. Und da habe ich mir gedacht, mein Bauchgefühl sagt mir, diese Vertrauensbasis zwischen Matthias und mir ist jetzt schon so krass. Weil ich weiß einfach genau, auf was ich mich einlasse. Dass ich mein Bauch sagt, ich muss das mit ihm machen. Und das war die beste Entscheidung, weil wir haben bis heute ein, also ich vertraue diesem Mann so sehr und wir leben das aber auch noch immer gleich, mittlerweile ist es Teil von unserer Firmenkultur ist. Wir sind komplett transparent. Also es ist tatsächlich Teil von unserem Hiring-Prozess, dass wir jeden neuen Mitarbeiter sagen, was bei uns alles schlecht läuft in der Firma. Nämlich alles. Dass es nicht irgendjemand überrascht, sondern du weißt alles, was schlecht läuft. Wenn dann jemand Ja sagt, dann kann es nur besser werden. Also wir tun immer übrigens woanders hellen. Genau.
MarkusUnd dann fand ich noch spannend, du hast gesagt, du bist in San Francisco gewesen, hast dort auch, sag ich einmal, so ein bisschen gesehen, was gerade Cutting Edge ist, was da gerade an Entwicklungen passiert, dadurch auch das Thema Voice AI noch einmal stärker gespürt. Und dann gründest du die Company trotzdem in Europa und in Österreich.
SPEAKER_00Was warum? Weil das damals in SF ein Hype-Thema war. Und da waren zwei Komponenten drin. Das eine ist, es hat jeder für Enterprises und Developer gebaut und niemand für KMUs. Und das andere war, dass in Europa das eigentlich noch kein Thema war. Also es hat einem auch niemand gewusst, dass überhaupt geht. Und ich habe eben die Lücke bei KMUs gesehen und es gibt kaum einen besseren Markt auf der Welt als den Dachraum, um an KMUs zu verkaufen und dort zu starten. Ja, und dann haben wir es gemacht. Das ist die Backstory.
MarkusSpannend, aber das finde ich einen interessanten Engel zu sagen, dass eigentlich der Dachraum für KMU-Sales ein wirklich guter Startpunkt ist. Du hast drei Millionen KMUs im Dachraum. Das ist verrückt. Das ist schon dieser The Hidden Champions und die KMU als Rückgrat der Wirtschaft, das ist in beiden, also ich kenne das in erster Linie aus Deutschland und Österreich, aber es ist stark auch so im Narrativ der Wirtschaft verankert. Ja, voll. Okay, und dann, jetzt hast du schon gesagt, du hast viele Learnings gehabt aus dem ersten Mal. Was hast du dann konkret so in den ersten Wochen bei Phonio anders gemacht als zum Beispiel bei Getna?
SPEAKER_00Alles. Das ist so ein Feeling, erst bei Nano haben wir uns gedacht, oh, unsere Idee war so toll, weiß ich nicht. Wir dürfen jetzt nicht mit Kunden drüber reden und unseren Freunden nicht davon erzählen, weil das könnte ja jemand nachmachen. Was ich gemacht habe, ist ich aber mal jeden davon erzählt. Und ich habe vor allem mit Kunden geredet. Und wie ich das am schnellsten geschafft habe, war, indem ich einfach eine Website gebaut habe. Also der Name war mir nicht komplett egal. Der Name Phonew, der wurde in einer Busfahrt von Wien nach Graz innerhalb von zwei Stunden entschieden, mit ChatGPT damals. So. Name, Logo ist bis heute eins, dass ich innerhalb von einer Minute auf Photoshop gemacht habe. Ich mag es nicht mehr. Also das war wirklich, es ist verrückt, und wir geben mir jetzt mittlerweile eine halbe Million im Monat ein Marketing drauf aus, aber ich stell's mir ein bisschen die Fingernägel auf. So. Und hab dann begonnen, eine Website selber zu bauen, mit Webflow, mit Template gekauft um 200 Euro, habe Ads selber aufgenommen mit dem Handy und zusammengeschnitten und hab dann das Ganze mit 1000 Euro auf Meta-Aids ausgegeben und hab einfach die Leads und habe auf der Website halt gesagt, wir machen eine Telefon-KI, haben wir damals nicht. Aber der Pitch war, wir bauen eine für dich. Und habe die Leads, die Interesse hatten, angerufen. Und damals war, und ich, ich wollte eigentlich immer nur den Painpoint mit ihnen arbeiten. Meine Hypothese war, dass viele KMU-Anrufe verlieren. Das war der Fall. Und dann habe ich begonnen, das Produkt zu verkaufen, ohne dass es eins gab. Und dann war das genug Proof, dass Matthias sah so, okay, let's do this. Und dann haben wir es begonnen zu bauen. Und das mache ich letztlich bis heute so, dass wir, das nennt sich Smoke-Testing, so mit so wenig Aufwand wie möglich rausfinden, indem wir auch mit Kunden sprechen, ob etwas viableble ist oder nicht.
MarkusUnd eure ersten Kunden, das waren dann wirklich die, die ja über eigentlich so einen Mini-Test an Performance Marketing gewonnen. Oder hast du schon in erster Linie mal dein persönliches Netzwerk?
SPEAKER_00Ich habe niemanden aus dem persönlichen Netzwerk. Sehr spannend. Okay, cool.
MarkusUnd damit hast du eigentlich keine Bias gehabt, sondern du hast die Leute, die auch später dann, wenn ihr das Ganze skaliert, den gleichen Weg hast schon getestet.
SPEAKER_00Genau, weil ich finde, aus dem persönlichen Netzwerk hast du immer das Problem, dass alle viel zu lieb zu dir sind. Und ich wollte auch wirklich dieses Transaktionale, die Firma will, dass wir Wert schaffen und dann schauen wir, ob wir Wert schaffen können. So. Und wenn ja, super, wenn nein, dann war die Idee damals noch okay. Dann hickend runter und die Idee war ein Blödsinn. Also es war. Ich bin bis heute stark davon überzeugt, dass man ganz vorsichtig sein sollte, sich nicht in sein Produkt zu verlieben. Man muss immer, auch wenn es schwer ist, so ein bisschen mit der Vogelperspektive draufschauen und schauen, ist es eigentlich gescheit, was wir da machen.
MarkusUnd dann hattet ihr, wie viele Kunden für die ihr dann dieses erste Produkt gebaut habt?
SPEAKER_00Das weiß ich leider nicht mehr genau. Ich glaube, es waren so 10, 20 Kunden. Ja, so etwas, also nicht viele, aber 10, 20 Kunden. Und das war echt cool, weil denen habe ich noch nicht das Produkt verkauft. Das würde ich auch jeden Unternehmer empfehlen. Denen ist ja nur die Lösung wichtig. Das heißt, den ist wurscht, ob das jetzt eine standardisierte Plattform ist oder nicht. Da hat jeder sein individuelles Angebot bekommen und hab wirklich gesagt, hey, das hat ein paar Monate, dauert das, bis wir das für dich gebaut haben, hier ist die Anzahl und so weiter und so fort. Wir haben eines Tages niemanden über den Tisch gezogen, sondern waren dann auch transparent in der Kommunikation, nachträglich, hey, quasi kannst du dein Geld zurück haben und so weiter und so fort. Das Coole ist, sind alle Kunden geblieben. Wir haben auch bis heute noch immer Kunden davon. Und dann haben wir erst begonnen, das Produkt zu bauen. Also quasi so fast wie ein bisschen Agenturdienstleistungen verkauft hatten.
MarkusOkay. Und von der Agenturdienstleistung, die ihr verkauft habt, zum tatsächlich dann bestehenden Produkt, das im Einsatz war, wie sehr hat deine initiale Version oder Vision im Verkauf dann mit dem Produkt, was ihr erzielen konntet, überall eingestimmt? Nicht.
SPEAKER_00Das ist auch komplett egal. Aber es geht wirklich nur darum, können wir den Pain Point lösen? Ob jetzt die Grafik auf der PowerPoint stimmt oder nicht, ist jeden Wurscht. Es muss nur funktionieren.
MarkusSolves the Pain. Okay. Und das habt ihr dann gebotstrappt. Also es war eigentlich von Anfang an, habt ihr geschaut, dass ihr mit euren Revenues, die ihr zählt, auch eure Rechnungen zahlen könnt.
SPEAKER_00Also es war, wir haben dann ziemlich genau ein Jahr gebootstrappt, sind da dann sehr gut gewachsen und haben dann, das war immer verrückt, gemeint, so wir müssen mindestens 30% im Monat wachsen und haben auch entsprechend unsere Ausgaben erhöht in der ganzen Firma um so viel. Und Matthias und ich hatten den Ansatz, wir hatten beide das Glück, dass wir durch vorige Unternehmen hatten wir schon ein bisschen was auf der Seite. Wir haben gemeint, weißt du was, wir gehen ins Risiko im Zweifelsfall, wenn wir Minus machen, dann covern wir das aus eigener Tasche. Wir hatten auch nicht unendlich viel auf der Seite, muss man auch dazu sagen. Und irgendwann war es dann schon so, dass wir uns gedacht haben, jetzt machen wir so viel Umsatz, dass wenn wir jetzt ins Minus gehen, dann haben wir ein großes Problem. Und allgemein und allgemein ist es so, dass wir gewusst haben, dass wir noch mehr in Wachstum investieren können. Aber wenn du Bootstrap bist, dann musst du halt immer perfekt hausieren. Und in einem so einem Wachstumsmarkt wie unser macht es eigentlich viel mehr Sinn, Geld zu frontloaden in Custom Acquisition Costs, dass man vorweg in viel Marketing reinsteckt, damit sich das dann in den nächsten Monaten drauf rentiert. Und dann haben wir einen Angel runtergemacht. Das war im Oktober, November letzten Jahres mit drei Millionen Euro.
MarkusUnd jetzt habe mit dem Matthias immer wieder in der Zeit halt geschrieben. Und das, was immer wieder gekommen ist, ist absolut crazy. Und es geht gerade, also so vieles von dem, wo er halt sich über Jahre halt rumgeplagt hat, jetzt geht das alles auf. Was jetzt für dich im Verkauf besonders auch? Wie fühlt sich das an, wenn halt schon man hört auch von den Kunden, ja, ja, ja, ja, ja. Und ich bin mir sicher, da gab es auch viele negative Erfahrungen, aber wie gehst du damit um, dass du trotzdem am Boden bleibst, wenn sich etwas so, wenn etwas so stark wächst und sich so crazy auch an?
SPEAKER_00Meine Mama und Papa sagen das immer so, wer Kauerschloch. Nein, so direkt sagen sie es nicht, das war jetzt nur witzig übersetzt, muss man sagen. Das, was aber der Punkt dahinter ist, ist, am Boden bleiben ist recht einfach für mich als Startup-Gründer. Weil viermal die Woche irgendwas Katastrophales passiert. Es ist zwar alles toll, aber es ist schon so, dass wir konstant natürlich am Feuerlöschen sind. Es ist auch, es ist schön, aber es ist auch verdammt schmerzhaft, zu einem gewissen Grad 30% im Monat zu wachsen. Vor allem jetzt so das Monat werden wir ziemlich genau 1,3 Millionen ERR geaddet haben. Nächstes Monat müssen es 1,7 sein. Have fun, weißt du? Have fucking fun. Und wenn du dann nicht dich jedes Monat neu entwickelst, mehr Risiko eingehst, noch crazier pusht, dann hast du ein Problem. Und das ist so stressig und es passieren so viele Fehler konstant und das hält dich am Boden, muss ich sagen.
MarkusJa, es ist schon eine gewaltige Dimension. Jetzt fände ich spannend, ihr wart sehr lange sehr lehn im Team und seid jetzt in einer unglaublichen Wachstumsphase. Also ich glaube, mir notiert, ich glaube seit Jahresanfang von 15 auf knapp 40 Leute gewachsen und 30 Stellen sind noch offen. Also schon jetzt auch auf der organisatorischen Ebene sicher Wachstumsschmerzen, die da mit einhergehen. Wie geht es euch damit? Ganz gut.
SPEAKER_00Also es war, wir haben einen extrem respektvollen Schritt gehabt und bis jetzt, wir sind noch immer der starken Überzeugung, dass moderne Startups nicht über Headcounts skalieren sollten. Also wir machen das auch wie ich als, als ich jetzt verrückt an in dem Kontext, aber als letzten Schritt. Also was wir immer machen ist, wir arbeiten mit extremen Ownership in der Firma. Also Leute arbeiten eigentlich wie Unternehmer innerhalb der Firma und sagen, ich erfinde jetzt was, ownen die Website, ownen Performance Marketing, ownen Customer Success, whatever, und ihre jeweiligen Kunden dazu. Und das ist eine wunderschöne direkte Kultur. Und wenn du wächst, dann kriegst du als Startup oft so das Feeling, ich habe mehr Probleme, ich muss mehr Headcount drauf schmeißen. Und was wir machen, so jetzt komme ich wieder zurück zu meinem Punkt, ist, dass wir die Person, die das ownt, intensiv dran arbeiten lassen, solange eigentlich bis sie nicht mehr kann. Und dann machen wir nicht den Schritt, jetzt wird gehiert, sondern machen wir den Schritt so, und jetzt bist du quasi mal fiktiv krank eine Woche und wir fokussieren uns eigentlich nur um Automatisierung. Also was für Prozesse sind eigentlich unnötig, was können wir automatisieren, und machen wir weiter. Und wenn es dann nicht passt, dann heiren wir. Und das haben wir recht intensiv gemacht und deswegen sind wir auch lang sehr lean geblieben. Jetzt sind wir über dem Punkt, vor allem weil wir internationalisieren, wir sind mittlerweile in sechs anderen Märkten, dass einfach Headcount ein Thema wird. Also zum Beispiel unser italienischer Go-to-Market ist bis 9. Juni mit Demos ausgebucht. So, das heißt, wir haben heute den 27. Mai. Das heißt, wir lassen einfach eben verdammt viel Revenue liegen und der redet eh nur 30 Minuten mit den Kunden und clost über 50% im ersten Call. So, aber das heißt, es ist eh schon alles super effizient, aber jetzt heißt es mehr Headcount rein. Und dasselbe haben wir in Frankreich, dasselbe haben wir in UK, dasselbe haben wir mittlerweile in Brasilien. Und deswegen wird Headcount ein Thema.
MarkusJetzt hast du schon gesagt, allerlei Länder in Europa und Brasilien. Und du hast auch am Anfang gesagt, okay, das Thema ist in Amerika sehr heiß schon, also es ist ja ein sehr kompetitiver Markt. Wie positioniert ihr euch das sowohl geografisch, also auch von der Segmentierung vom Produkt her, um eben diesen Markt als einer der Gewinner hervorzukommen?
SPEAKER_00Also wir machen das so, dass wir in jedem Markt, in dem wir... Wir haben bewusst eigentlich die USA mal nicht angefasst. Das Witzige ist, die Märkte, in die wir jetzt reingehen, merken wir, dass wir vom, ich meine, ich muss das jetzt natürlich sagen als Founder, vom Produkt her und auch vom Pricing deutlich überlegen sind. Ich glaube, in Italien haben wir auch mit Bewerber, aber alle italienische Kunden, mit denen wir reden, sagen, es ist unglaublich, wie stark, also wir sind halb so teuer und haben ein stärkeres Produkt. Und das haben wir in vielen Märkten gerade auf der Welt gemerkt. Und das führt jetzt auch dazu, dass wir auch in die USA tatsächlich mit dem nächsten Monat expandieren und einmal schauen, was geht. Genau. Und wenn du mich fragst, so viel Competition ist es ja und nein. Es ist grundsätzlich viel Buzz in dem Space. Aber meistens im Enterprise-Segment und für Developer, das ist zum Beispiel 11 Labs, ist eine große Company oder Paloa. Aber so simpel gesagt, für den Handwerker ums Eck, für Hotels, für Hausverwaltungen, etc., gibt es jetzt nicht die eine richtig gute Solution. Und wir sehen da eigentlich sogar eine ziemlich große Lücke und deswegen auch einen enormen Druck, weil irgendwer wird den Markt gewinnen und wir wollen die Firma sein, die es global gewinnt. Und deswegen ist es auch so, dass wir gigantisch viel ARR adden müssen. Also Ziel ist bis Ende des Jahres 30 Millionen ARR, bei 30 Millionen ARR zu stehen.
MarkusSchon stark. Okay, aber das heißt schon, Positionierung, dieses KMU, der KMU-Fokus, der bleibt.
SPEAKER_00Ja, das ist unser Segment, da bleiben wir, da sind wir felsenfest drinnen. Und alle größeren Kunden, die kommen, mit denen arbeiten wir natürlich auch, aber die sind da auch recht transparent im Prozess. Wir sagen denen, hey, wir können euch besser Preise anbieten, als zum Beispiel die Enterprise-Wettbewerber, die ich genannt habe. Und das Produkt ist grundsätzlich intuitiv, aber wir können euch nicht die volle Service-Leistung drumherum anbieten. Also dass wir ein Drei-Mann-Team haben, die das mit euch über ein halbes Jahr aufsetzen, das haben wir nicht. Wenn ihr das Intern habt es, super. Und manche Firmen haben das, zum Beispiel Volkswagen ist jetzt auch bei uns Kunde geworden, die haben das. Aber die meisten haben es, to be honest, nicht. Und da sagen wir auch bewusst, das machen wir nicht oder wir machen es dann nur mit Partnern.
MarkusUnd die technisch oder die technologische Überlegenheit, die du da angesprochen hast, woher, woher kommt die? Von Matthias. Ich kenne ihn gut, deswegen kann ich mir das gut vorstellen. Aber ist es halt einfach, weil erklären Sie einmal als AI-Nobs, wie funktioniert das? Ich schätze, ihr nutzt schon irgendwie halt auch die großen Foundational Models da draußen, aber ihr setzt die besser ein als Konkurrenten oder erzähl mir mal, gib mal ein schnell Intro, wie funktioniert es ja technisch.
SPEAKER_00Viele denken immer, dass wir de facto einfach den OpenAI Voice Mode verkaufen. Nein, geht nicht. Wenn du OpenAI Voice Mode nutzt, der kostet dich im Moment live in Production so circa 1,50 Euro die Minute und ist extrem instabil. Erstens, es ist teurer als ein Mensch und das zweite ist, es hat noch immer verdammt viele Fehler. Das heißt, was müssen Firmen wie wir machen? Also Firmen wie wir oder Leaven Labs, wir bauen Orchestration Layer. Das kannst du dir so vorstellen. Wir stellen, ich rede jetzt in sehr billiger Sprache, so etwas wie einen Zoom-Call. Und in diesen Zoom-Call holen wir Teilnehmer rein, die wir sogenannt orchestrieren. Und diese Teilnehmer sind zum Beispiel eine Telco-Verbindung, dass man überhaupt telefonieren kann. Dann transkripieren wir das, was die Person sagt mit einem sogenannten Speech-to-Text-Modell. Dann wird eine Antwort generiert mit einem Feintuned LLM mit Racks dahinter, dass man quasi viel Kontext von den Kunden hat. Diese Antwort ist schriftlich. Das muss dann wieder in menschliche Sprache übersetzt werden. Und währenddessen passieren auch API-Requests, dass die KI-Fähigkeiten hat, wie Rufweiterleitungen, Terminkalender, aber mittlerweile können wir auch auf CMs, ERPs live zugreifen. Und dann wird das Ganze wieder auf die Telko-Leitung zurückgesendet. Und das Schwierige dabei ist, unabhängig davon, dass das Ganze verdammt stabil sein muss, sind drei Dinge. Das eine ist die Stimme, das muss sich extrem natürlich anhören. Das zweite ist die Latenz, das Ganze muss unter 800 Millisekunden schnell passieren, was verdammt schwer ist. Und das dritte ist, und dabei sind wir jetzt, und das muss ich auch wieder als Founder sagen, aber es stimmt, einer der ersten, wenn nicht vielleicht sogar die erste Firma der Welt, die das gerade eben live in Production gelöst hat. Und die dritte Challenge war Turn Detection. Und Turn Detection ist, dass man antizipiert, wann eine KI fertig ist, äh, wann ein Mensch fertig ist mit einem Satz, den man gesagt hat, oder gerade eben nur überlegt, wie buchstabiere ich denn eigentlich gerade eben meine E-Mail-Adresse. Und das ist die Problematik bei Telefon-KIs war, dass man nicht richtig erkannt hat, wann die Person eigentlich fertig war. Und das ist extrem nervig. Stell dir vor, du rufst du an, buchstabst deine E-Mail, denkst eine Sekunde zu lang nach, ob da jetzt ein Add-Zeichen kommt oder nicht, okay, unterbricht dich, du musst von neu starten. Das war der Grund, das war unsere größte Journal-Reason. 50% unserer Stornierungen kam wegen diesem Grund. So, und das haben wir jetzt erst vor kurzem gelöst. Und das ist so etwas, da mussten wir ein eigenes Modell drauf trainieren. Das heißt, es ist mittlerweile ziemlich technisch advanced, was wir machen in dem Bereich. Und quasi Riesenprops an Matthias und unser Dev-Team, was absolut insane ist.
MarkusJetzt hast du vorher schon ein bisschen geteasert, ihr launcht heute WhatsApp. Wie kann ich mir das vorstellen? Jetzt ist es dann Voice Message oder Text Messages bei WhatsApp, weil da gibt es ja auch schon einige Companies in dem Bereich.
SPEAKER_00Genau, wir starten mit Textmessages und bringen aber auch Voice und WhatsApp-Telefonie etc. rein. Die Idee ist dahinter, dass wir jetzt nach und nach, also oder zumindest in den nächsten drei Monate ist die Timeline dafür, zur Multi-Channel-Lösung werden. Das heißt, dass wir für Unternehmen, für KMUs holistisch deren Kommunikation unterstützen können. Das heißt, ist egal, ob jemand bei dir anruft, der eine WhatsApp schreibt, eine E-Mail schreibt, Chatbot, das Ganze wird mit einer zentralen Wissensdatenbank, wird darauf geantwortet. Und du musst eigentlich nur entscheiden, dass bei der Telefonie muss die K ein bisschen anders reden und bei E-Mail auch wieder ein bisschen anders. Und WhatsApp ist jetzt der erste Schritt dafür und es haben sich super viele Kunden gewünscht. Und das Coole ist, wir haben die ganze Telco-Infrastruktur dafür. Normalerweise ist es extrem schwierig, eigentlich so einen WhatsApp-Business-Account aufzusetzen. Viele scheitern daran, weil man muss sich dann irgendwie ein Account auf so einer Firma wie Twilio oder so etwas machen, wo du dir eine Telefonnummer kaufen kannst. Und das ist extrem komplex. Wir besitzen die ganze Telco-Infrastruktur schon von der Telefon-KI. Und bei uns dauert das wirklich nur fünf Minuten. Du musst es nur einrichten, kriegst du den Knopffall, kriegst du eine Telefonnummer, das ganze Ding ist live und das hat so auch noch niemand im Markt. Und das Ganze haben wir noch dazu mit einem extrem kompetitiven Preis, wo wir sagen, okay, weißt du was, wir wollen jetzt den Bereich auch einfach erobern und das ist unser Approach, wie wir jetzt auch noch WhatsApp gewinnen wollen.
MarkusOkay. Dann lassen wir ein bisschen noch in die Zukunft schauen. Wie sehr glaubst du da? Also jemand, der wirklich versteht, auch, wo AI schon eingesetzt werden kann oder nicht, du hast schon gesagt, okay, jetzt geht's in WhatsApp. Wie glaubst du sonst? Könnt ihr eure Anwendungsgebiete noch vergrößern?
SPEAKER_00Unabhängig von den Channels, die ich jetzt genannt habe, wir haben einen recht kleinen Schlachtplan. Step one Telefon-KI, Step Two Multi-Channel, Step Three, CM drüber. Dafür haben wir jetzt schon erste Functionalities. Das heißt, wir können jetzt schon aus den Calls raus extrahieren, wenn unsere Kunden das wollen. Vorname, Nachname, Anliegen, Adresse. Das heißt, wenn der Kunde wieder anruft, wird ihr direkt begrüßt mit Hi Markus und der kennt schon alles von dir. Und aber auch wenn du eine E-Mail schreibst, dann hat die KI schon wieder Kontext, wer du bist. Und du ja. Das heißt, Step 3 ist CM und Step 4 ist, und das ist eigentlich so das Ziel in unserer Firma, ist, dass wir KMUs, vor allem in Europa, auch eigentlich wirklich tiefgreifende Automatisierungen möglich machen wollen. Und man, ich glaube, jeder hat es mitbekommen, so das erste Mal ein bisschen mit OpenClaw, was es wirklich bedeutet, wenn ein etwas wirklich agentig ist. Wohlmatig ist mit OpenClaw etc., ist es komplett random. Und damit ein so ein System wirklich funktioniert, brauchst du zwei Dinge. Es braucht richtig viel Kontext über deine Firma. Das haben wir, weil wir die ganze Kommunikation drinnen haben. Und das zweite ist, dass du einen Trigger brauchst, damit die KI nicht die ganze Zeit random Zeugs macht. Und bei den meisten Firmen ist Kommunikation der Trigger für Aktionen. Und das heißt, wir sehen eigentlich die Kommunikation dann so als ersten Schritt, dass wir unseren Kunden dann anbieten können, dass sie wirklich KI-Assistenten haben, die dann noch deutlich tiefgreifendere Aktionen machen können innerhalb ihrer Firma als Kommunikation und wollen, ich habe noch keinen sexy Namen dafür, aber eigentlich so langfristig so ein bisschen das Operating System für KMUs werden. Genau. Wow.
MarkusOkay, sehr spannend. Jetzt hast du, ich habe mir das aufgeschrieben. Einleitern hast du gesagt, was deine Ambition angeht. Ein Unicorn ist zu wenig. Jetzt sind wir mal groß geträumt. Wenn alles aufgeht, wo siehst du Fonio in fünf Jahren?
SPEAKER_00Ich tue mir bei dieser Frage so schwer, ich tue mir allein schon in zwölf Monaten extrem schwer. Ich kann sagen, das Ziel bis Ende nächsten Jahres ist, dass wir zumindest 100 Millionen ARR haben. Das ist das Ziel bis Ende nächsten Jahres. Ich möchte auch einen Disclaimer bei all diesen Goals reinsetzen. Ich sage zum Beispiel auch Easnett gern öffentlich, dass wir bis Ende erst 30 Millionen ERR erreichen wollen. Wir sind gerade eben auf einem guten Weg, dass wir es auch echt schaffen. Ich finde, dass wir in Österreich allgemein wieder ein bisschen die Mentality brauchen. Es ist in Ordnung, auch mal lauter zu sein, verrückt zu sein und die richtigen Entscheidungen zu treffen, richtig groß zu werden. Und im Zweifelsfall werden wir aus 30, 20 oder aus 170, aber immer komplett verrückt. Und so führen wir die Firma. Also wir fragen uns so, was ist der aggressivste Weg, wie wir diese Firma führen können und treffen die notwendigen Entscheidungen. Das heißt, wir hätten jetzt nicht letzte Woche acht Leute eingestellt und schon so früh internationalisiert, wenn ich mir uns nicht die Frage gestellt hätten, wie schaffen wir es eigentlich auch, dann, wenn wir über eine Million ARR im Monat zu adden, die 30% Wachstum zu halten. Das geht nur, wenn wir international sind. Deswegen haben wir im Jänner schon eine Entscheidung getroffen, wir müssen jetzt schnell in alle Märkte, obwohl wir keine Ahnung hatten, wie wir das überhaupt Bescheid machen. So, und jetzt habe ich ein bisschen geschwafelt, aber ich finde das ganz wichtig, auch wieder so einen Unternehmergeist in Österreich einzubringen, dieses einfach groß denken und ja, von mir aus geht ein bisschen was schief, aber es reicht, wenn wir 70% vom Target schaffen, solange es richtig hoch ist.
MarkusUnd du hast schon ein bisschen die österreichische Kultur angesprochen. Habst du, werde es hier in fünf Jahren eine österreichische Company sein oder ist das etwas, was euch beschäftigt, ob ihr für diese Ziele potenziell auch entweder mal die Company in einem anderen Land haben, Stichwort Delaware Flip oder ähnliches, oder Börsengang international wahrscheinlich, ich stelle jetzt einfach mal so Dinge in den Raum. Wie sehr beschäftigt dich das schon jetzt oder ist das etwas, wo du sagst, ich fokussiere mich jetzt voll auf Wachsen, Wachsen, Wachsen und das sind Probleme, mit denen beschäftige ich mich in der Zukunft.
SPEAKER_00IPO ist ein Problem für den Zukunftsdaniel. Aber wenn wir ein bisschen Spice reinbringen, kann ich natürlich zu einmal mal Kommentare aufgeben. Mein Take ist, wollen wir eine österreichische Firma bleiben? Hoffentlich. Also ich lege gerade ganz viele Werte auf, dass wir eine österreich Firma sind und dass wir Steuern zahlen und dass die Wertschöpfung in Österreich stattfindet. Ich halte das für so, so, so, so wichtig. Es ist rational das Richtige, wenn ich nur an meine eigene Selbstbereichung denke, dem lief nicht, es ist richtig schlecht, hier eine Firma zu haben. Aber ich finde es gesellschaftlich super wichtig und ich hoffe, dass wir es hier hinkriegen. Wir haben viele Mitarbeiter, die auch sehr unternehmerisch sind. Es hält bei uns jeder Equity in der Firma. Ich hoffe, dass wir so groß werden, dass hier Leute in ein paar Jahren aus der Firma rausgehen, ihre nächsten Firmen könnten und das einfach dem Standort irrsinnig gut tut. Und ich glaube, wir, und das sind nicht nur wir, das sind auch andere paar Companies, gibt es auch noch in Österreich, wo das, wo ich glaube, das ist ganz wichtig, dass wir es hinkriegen. Und wenn wir es nicht hinkriegen, dann kriegen wir als Volkswirtschaft, glaube ich, langfristig ein Problem, weil unsere Wirtschaft ein bisschen altbacken ist. Und das ist dann, wenn du wieder darauf verrückt führst, so, wie kann es eigentlich die Werte erhalten, dass wir nicht alle nur amerikanische LLMs konsumieren und so weiter und so weiter. Das geht eigentlich nur, wenn wir hier auch ein paar coole Companies haben, die auch viel Steuern zahlen und so weiter und so fort. So, das ist mal mein Take drauf. Die Sache ist aber, also ich werde ganz viel daran setzen, dass wir das halten können. Ich tue es jetzt schon. Ich habe zum Beispiel so, ich kann jetzt keine Namen nennen, aber es sind Founder von den größten Firmen der Welt persönlich Nein sagen müssen, weil die gemeint haben, dass sie zum Beispiel nur bei uns direkt investieren würden oder zum Beispiel nur investieren würden, wenn wir eine US-Firma haben und beides geht nicht. Ich muss alles immer über ein SPV machen lassen. Also es ist nennt man so ein Special Purpose Vehicle, das ist quasi eine Firma, die nur dafür gemacht ist, in Fonie zu investieren, wo ich immer einen Haufen Investoren reinbundle, weil es mich sonst dazu bringt, dass wenn ich irgendeinen Top-CEO auf der Welt habe, der einen vollen Terminkalender hat, der braucht immer drei Wochen für einen Notartermin und deswegen schaffe ich es halt nicht, schnelle Entscheidungen zu treffen. Und quasi Notarity hin oder her, es macht dich insane langsam. So, und das heißt, wir bringen jetzt schon ziemlich hohe Sacrifices, weil das wären gigantische Brandnames. In ein paar Wochen kann ich die nennen. Aber das ist so, das ist, das ist etwas, wo ich, wo wir jetzt schon Opfer bringen. Und das andere ist, damit wir das, wir werden es aber trotzdem probieren, langfristig zu halten. So, und das ist ein richtiger Monolog, den ich jetzt halte. Sorry, ich bin gleich fertig. Alles gut. Wir werden es probieren, langfristig auch zu halten. Die Sache ist nur, dass wir jetzt dann bald in eine Wachstumsphase als Firma reinkommen, wo es gar nicht mehr so viele Investoren auf der Welt gibt, die uns Geld geben können. Und die meisten davon hocken in den USA und die haben manchmal Terms, wo sie sagen, wir investieren nur in US-Firmen. Und bevor ich mich entscheiden muss, zwischen, die geben das Geld einfach aus Prinzip, weil sie in ihren Guidelines so ist als Fonds, lieber einer anderen Firma, die dann einen Delaware Flip gemacht hat, werde ich sagen, okay, Pfeife Dorf, wir machen auch einen Delaware Flip. Worauf ich sehr, sehr hoffe, das wird noch ein bisschen dauern, ist, dass in der Zwischenzeit die österreichische Regierung oder die EU drauf kommt, dass es in Wahrheit gar nicht so schlimm ist, wenn man Notare ein bisschen abspeckt und dass Österreich die Mitarbeiterbeteiligungen einfach mal fair macht, dass man keine Einkommensteuer drauf zahlen muss, damit Firmen wie wir in Österreich bleiben können und dass ein US-Investor auch sagt, weißt du was, ist eigentlich ganz leiband, da fahrt man auch ohne Bürokratie, kann man eine große Company aufbauen. Und das wäre so, so wichtig, weil ich sehe nicht den Vorteil drinnen. Alles, was man als Österreich hat, ist, man verliert Steuergelder dadurch. Und das ist verrückt, wenn ich das nicht zu tun. Das macht einfach gar keinen Sinn.
MarkusJa, das unterschreibe ich 100% und wollte wissen, dass da hin und wieder auch mal ein paar österreichische Politiker zuhören. Exhibit A, ich glaube, es liegt uns allen am Herzen, dass solche Companies sind. Ich glaube, ihr wisst, was zu tun ist. Das lasse ich jetzt mal so stehen. Gut. Also sehr grosse Pläne and der Wunsch auch here to blanken, this is ja glaube ich etwas was ziemlich cool. Wenn du jetzt einmal noch ein bisschen rauszoomst, jetzt can't mal von grundsätzlich künstliche Intelligenz. Wie siehst du gerade diese ganze Industrie, die ja schon von vielen auch als Blase bezeichnet wird? Wie sehr is das etwas, was dich beschäftigt? Wie sehr ist das etwas, was du auch potenziell als Risikofaktor im Hinterkopf haben musst? Hey, wenn jetzt die Musik aufhört zu spielen, dann wären unsere AI-Ausgaben viel teurer. Ich weiß nicht. Nehmen wir uns mal ein bisschen mit, was du hältst von den aktuellen Entwicklungen beim Thema AI ganz kurz.
SPEAKER_00Nicht, dass es eine klassische Blase ist. Wir sprechen auch immer wieder in der Company drüber. Also wenn morgen die AI-Bubble Platz, Token kosten, verdreifachen sich, Stups kriegen weniger Funding, whatever, geht es uns noch immer gut. Also weil wir lösen ein tatsächliches Problem. Unser Kunden werden nicht von heute auf morgen sagen, ah, es ist so cool, ich will jetzt wieder, dass ich 30% meiner Anrufe verliere. Das werden die nicht sagen. Und das Coole ist, dass wir kein Rapper sind das heißt, bei uns ist es so, dass unsere Marge eigentlich ziemlich hoch ist, intern. Das liegt auch daran, dass wir diesen Orchestration Layer selber gebaut haben. Das heißt, die LLM-Kosten sind bei uns eigentlich irrelevant. Die können sich vor zehn fachen und wir funktionieren noch immer gut als Firma. Das meine ich so, das ist jetzt nicht übertrieben. Und ja, dementsprechend haben wir da recht wenig Sorgen und es bringt einfach KI bringt einfach verdammt viel Wert, muss man sagen. Und wenn etwas Wert stiftet, ist es keine Bubble. Das ist der große Unterschied zur Dotcom-Blase.
MarkusCool. Das bringt uns zu unserer Speedrun. Wenn du jetzt da zurückblickst auf schon etliche Jahre jetzt auch Unternehmertum und natürlich auch die Learnings as Phonio, was ist dein allergrößtes Learning?
SPEAKER_00Zwei. Das eine ist, das hört man so oft, aber ich kann es wirklich nur jedem mitgeben. Sprich als erstes immer mit deinen Kunden, egal was du machst. Sprich immer mit deinen Kunden. Das ist das Einzige, was zählt. Wenn du dich mit deinen Kunden sprichst, dann hast du versagt als Unternehmer. Also das ist wirklich, also und ich habe diesen Fehler wirklich, ich habe Jahre meines Lebens dadurch verschwendet oder nicht das Potenzial daraus geholt, weil ich es nicht genug gemacht habe. So erstes. Und das zweite ist, denke richtig verrückt. Also ich finde dieses Mantra von, dass man probiert, man setzt sich irgendein verrücktes Ziel und dann reicht es, wenn man das so 50%, 70% erreicht und dann ist man noch immer eine außergewöhnliche Firma. Und wichtig, nicht nur in Österreich, weil das wäre zu klein. Ich liebe Österreich als Land, ich möchte jetzt gar nicht schlecht reden, aber es ist, wenn du eine Firma baust, zu klein, du wirst sonst international verlieren, weil wenn man von Hause aus für Deutschland oder die USA oder was auch immer baut, hat das so viele größere Skaleneffekte, dass nach ein paar Jahren die Firma dich kaufen kann. Und deswegen, so denk richtig groß und verrückt. Und das Spannende ist, es ist so ein simpler Grund, warum wir auch so schnell wachsen, weil der Matthias und ich, dass wir eine Religion sehen, dass wir sagen, wir müssen im Monat 30% wachsen. Das gibt uns niemand vor. Das ist einfach nur so, wir müssen, und wir treffen so verrückte Entscheidungen die ganze Zeit deswegen. Und würden wir uns das nicht vorgeben, diese 30% im Monat, dann wird die Firma anders ausschauen. Dann wären wir jetzt wahrscheinlich viel kleiner und viel weniger aggressiv, aber das ist so, so wichtig. Und ich glaube, würde ich mir allein nur 20% geben, wären wir auch viel kleiner. So, und das würde ich auch jeden Gründer mitgeben. Du kannst dir überleg dir, wenn du richtig verrückte Goals setzt, so, das hätte sich alles jetzt so ein bisschen esoterisch an, aber da kannst du dir, du kannst wirklich viel erreichen und wirklich viel Energie freisetzen, wenn du echt überlegst, so, ja, okay, was müsste ich jetzt machen, was wirklich crazy wäre, damit ich das schaffe. Und oft funktioniert es dann.
MarkusNein, also kann ich nur unterschreiben. Ich habe auch jetzt mit vielen, vielen Gründern hier gesprochen und das Mindset, genau bei solchen Themen, das wirklich große Denken, ist entscheidend. Es ist wirklich ein Game Changer. Gut, hast du einen Lifehack für uns?
SPEAKER_00Ich bin kein großer Fan von Lifehacks. Ich würde sagen, Sport. Ich glaube, das Wettgründen ist kein Sprint, es ist ein Marathon. Und es ist wichtig als Gründer, dass man brutal viel arbeitet. Es ist kein 9-5. Ich sage wahrscheinlich, wenn du bei Matthias und mir ist meistens eine 60- bis 80-Stunden-Woche im Moment. Trotzdem ist es wichtig, dass man im Zuge dessen als Mensch glücklich bleibt. Sport ist einer der wichtigsten Dinge, noch immer Freunde zu sehen, noch immer Schlaf zu optimieren oder einfach zu genießen, muss ich damals optimiert sein. Das ist wahrscheinlich mein Lifehack, einfach als Mensch happy bleiben. Das ist hilft schon sehr.
MarkusHast du eine Buchempfehlung für uns?
SPEAKER_00The Alchemist von Paolo Coelho. Bin ein großer Fan, das ist ein easy Read, der aber auch viel Selbstreflektierung mitgibt. Was ist dein Lieblingsprodukt? Lockenwickler. Das weiß ich aber für alle, die das jetzt hören. Ich habe quasi eine Glatze. Mein Lieblingsprodukt. Ich sage jetzt meine AirPods. Ich glaube, die habe ich den ganzen Tag drinnen.
MarkusJa, und jetzt stell dir vor, du wachst auf und hast einen Tag voller Calls und deine Airpods sind AirPods sind tot. Was ist dein Lieblingsschimpfwort? Echt die. Schade, das ist auch charmant österreichisch. Und da sieht man dann doch die DNA der Company. Perfekt. Und das bringt uns zu unserer letzten Rubrik und das sind Moonshots und Production. Das heißt, wir brauchen von dir einen Moonshot. Das ist eine große Vision für die Zukunft, so wie damals JFK gesagt hat, wir bringen in der nächsten Dekade jemanden auf den Mond. Und dadurch, dass es ausgesprochen hat, ist es gleich ein bisschen realer geworden und wie du vorher schon ausgeführt hast, auch der erste Schritt, um sowas umzusetzen. Also das erstens und dann zweitens eine Prediction. Das ist etwas, von dem, eine Vorhersage, von der du wirklich felsenfest überzeugt bist, dass es in den nächsten Jahren passiert wird.
SPEAKER_00Ich kombiniere beides. Sehr gut. Und ich glaube, dass die Kombination aus Robotik und KI alles verändern wird. Ich glaube, dass wir in den nächsten fünf Jahren Roboter haben, die komplett menschliche Arbeit übernehmen und dass unser gesellschaftlich so durchwirbeln wird, dass wir uns noch gar nicht vorstellen können.
MarkusOkay, das sind ja großartige Schlussworte. Lieber Daniel, vielen Dank für die Insights, sowohl in eure bemerkenswerte Erfolgsgeschichte bis jetzt und aber auch einen spannenden Blick in die Zukunft. Vielen Dank auch euch da draußen fürs Mit dabei sein. Wir wünschen euch einen guten Start in die Woche und hören uns wieder am Donnerstag bei den News.
SPEAKER_00Und schönen Start. Ciao, ciao.