Future Weekly

#519 - Uni Budget Kürzungen, John Ives Ferrari & Cerebras IPO

Daniel Cronin & Markus Raunig Episode 519

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🤦 Österreich kürzt Uni-Budgets drastisch

🏎️ John Ives Ferrari irritiert

🦄 Oura plant Börsengang

🏄‍♂️ Cerebras IPO mit Signalwirkung

🇦🇹 Ex-Gefängnis als Startup Zentrum?

🩺 Hans(wo)men Group X One100

🎸 Rockstars: Alfons Huber & Team


Production: Hanna Moser

Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com

Daniel

Einen wunderschönen guten Morgen, guten Mittag, guten Abend und auch gute Nacht und herzlich willkommen zum Future Weekly, dem Startup-Podcast, der die meisten Menschen beleidigt. So auch heute, oder Markus? Allerdings. Denn wir haben in Erfahrung gebracht, dass Budgets an Unis gekürzt werden. Ein neuer Ferrari ist herausgekommen, der Mittelcool ist. Wir freuen uns aber auch über Aura, Cerebra und wir reden über Gefängnisse und die Hansmann Group. Und noch ein Rockstar der Woche. In dem Sinne, auf los geht's. Los. Wir starten mit den News und wir starten mal mit etwas Lokalen. Österreich kürzt Uni-Budgets drastisch. Er ist so eine Überschrift gefühlt, die gibt es ja auch alle zwei, drei Jahre. Habe ich so immer den Eindruck, aber jetzt ist nochmal drastischer. Ja, Bildung ist ja auch nicht sonderlich wichtig.

Markus

Ja, also man muss schon sagen, wir haben ein massives Budgetproblem. Grundsätzlich ist es verständlich, dass die Regierung nach Wegen sucht, wie man sparen kann. Ja, genau. Es gäbe ja durchaus viele strukturelle Reformen, die grundsätzlich notwendig wären und die langfristig auch wirklich Geld freischaffen, wie zum Beispiel Pensionsantrittsalter und so weiter. Nein, aber. Natürlich, Föderalismusreform ist ein weiteres Thema, was man natürlich angehen könnte. Nee, don't touch that. Aber es ist natürlich wahrscheinlich einfacher, einfach den Unis zu sagen, dass sie eine Milliarde weniger haben. Also das ist tatsächlich, wo drinnen das jetzt mitgeteilt, dass die 22 öffentlichen Unis im Dreijahresbudget 2028 bis 2030 statt. Wie bisher 16,5 nur mehr 15,5 Milliarden haben, also ein Minus von 6%. Und dazu muss man sagen, dazu kommt ja auch noch sowas wie Inflation und Gehälter, die angepasst werden müssen. Und also eigentlich, wenn man sich die Kostenbasis anschaut, wächst die wahrscheinlich. Das heißt, das ist schon eine ziemlich drastische Kürzung. Ich glaube, die Unis haben schon eher konservativ mit 18 Milliarden budgetiert. Also gegen die quasi, versus the projection ist es ein Minus von 14%. Und das führt jetzt zu ziemlich viel Protest auch an den Unis. Und wie du richtig gesagt hast, es ist wahrscheinlich wirklich der eine Topf Bildung und Forschung, bei dem es wirklich nicht Sinn macht zu forschen und nicht Sinn macht zu kürzen, weil das ist unsere Zukunft. Bildung ist immer unsere Zukunft, das braucht man, glaube ich, gar nicht so viel weiter ausführen. Aber besonders auch bei der Forschung, das ist der einzige Weg, wie der Wirtschaftsstandort realistischerweise wettbewerbsfähig bleiben kann. Wir haben sehr hohe Personalkosten, wir haben sehr hohe Energiekosten. Der einzige Weg, wie wir schaffen, auch auf industrieller Basis irgendwie weiterhin eine Chance zu haben, ist durch Innovation. Dadurch, dass wir einfach produktiver, effizienter, besser sind als der Rest. Und da jetzt den Sparstift anzusetzen, ist, finde ich, eine Enttäuschung.

Daniel

Ja, ich meine ein bisschen Kontext für die, die mich nicht so gut kennen. Ich unterrichte ja seit über zehn Jahren an Unis. Und gefühlt ist es so, mit jedem, dem ich spreche, die in meinem Bereich, sprich, Innovation, Entrepreneurship, das ist so, wo ich immer jeweils aufgehängt bin an den verschiedenen Unis. Das sind Leute, die ohnehin, wie nennt man so schön auf Deutsch, above and beyond ihr Ding machen. Das sind Leute, die wirklich sowieso aus Leidenschaft dabei sind. Und viele, viele, die sich engagieren und auch Sachen machen pro Bono oder für ganz wenig. Das heißt, es funktioniert sowieso schon so sehr am Limit. Und da nochmal mehr zu kürzen, ist einfach absoluter Schwachsinn. So frei nach dem Motto, naja, das wird schon irgendwie klappen. Und das ist einfach nichts, nicht einfach in keinster Weise zielführend. Und es ist super, super, super, super kurzsichtig. Aber auch nicht überraschend, muss ich dazu sagen. Und das Interessante ist ja, die Uni auf einer größeren Ebene muss ja gerade sich viel Veränderung stellen, Stichwort KI. Da bräuchte man erst recht ein bisschen extra Budget, um das auch zu gewährleisten, dass universitäre Ausbildung auch relevant bleibt in der Form. Wahrscheinlich muss man viele Studien sich nochmal neu ansehen und neu beurteilen, ob sie in der Form auch zielführend sind, wie sie zielführender sein können. Und das ist einfach ein ganz, ganz, ganz, ganz, ganz falsches Zeichen. Eine Sache, die ich dann sehe, ich habe das gerade so nebenbei nochmal nachgeschaut und das erste, was ich sehe, ist, dass da natürlich dann auch von der ÖH irgendeine Demo geplant ist. Auch das finde ich natürlich komplett dämlich, weil da verstehe ich auch die Logik nicht. Ich finde, auch da könnte man ein bisschen moderner vorgehen, um seinen Punkt durchzusetzen und nicht mittwochs irgendwann arbeitende Leute zu stören. Ist so. Weißt du, ich finde ja auch diese Leute, die meistens dort demonstrieren gehen, sind ohnehin die, die nichts Besseres zu tun haben.

Markus

Und weder sind 25% unserer Fehler getriggert. Naja, heul doch.

Daniel

Aber der Punkt ist, auch da finde ich, eine sehr antiquierte Reaktion auf ein antiquiertes Problem. Weil man kann auch anders zeigen, dass da etwas nicht passt. Und das wäre cool. Und das wäre klug.

Markus

Ich finde das ja eine spannende Diskussion, weil grundsätzlich verstehe ich den Punkt, dass Demonstrationen ja oft eher einen negativen, quasi ein negativ wahrgenommen werden. Beispiele jetzt halt auch letzte Generation, wo eigentlich dadurch mehr Backlash als Support entstanden ist. Gleichzeitig gibt es natürlich über Historie viele, viele Beispiele, wo aus Demonstrationen so ein öffentlicher Druck auch entstanden ist, dass dadurch tatsächlich Veränderung auch passiert ist. Ja, selbstverständlich.

Daniel

Musste aber im Kontext der Zeit sehen.

Markus

Glaubst du echt, dass es die Zeit ist? Ich glaube, dass es eher ein Faktor, wie breitenwirksam, wie realitätsnah ist das Thema. Weil was wäre das aktuelle Gegenstück?

Daniel

Schau, ich glaube, wenn du zum Beispiel als, ich lehne mich mal ganz weit aus dem Fenster, dafür haben wir ja den Podcast. Angenommen, du hast eine korrupte Regierung, die man stürzen sollte, finde ich, sollte man demonstrieren. Und wenn ein gesamtes Volk sich dazu sozusagen aufwiegeln will, dann ist es, finde ich, das aprobate Mittel. Wenn ein Großteil der Bevölkerung das möchte, go for it, das ist der beste Weg. Wenn ein Segment einer Gesellschaft mehr Verständnis möchte für das, wofür sie sind, dann sollten sie es nicht tun, indem sie allen anderen am Sack gehen, sondern dann sollten sie etwas tun, wo sie genau diesen Wert zeigen und unterstützen und Verständnis aufbauen für ihre Sache. Und das ist so ein bisschen so die Art und Weise, wie ich sehe. Ich habe auch das Gefühl, dass gerade im universitären Bereich, gerade auch im Umfeld der Hauptuniversität, kann natürlich das Demonstrieren auch so ein gewisser Volkssport ist. Da sind die, die demonstrieren, die auch mal einfach auf die Demo gehen, weil es eine Demo ist. Ich glaube, man muss immer sagen, was ist die Intention? Ja, du möchtest auf etwas aufmerksam machen. Ja, warum wäre es denn nicht klüger, mit den entsprechenden Ministerien los zu machen, ja, setz dich doch vor die Tür vom Ministerium, aber blockier nicht den Ring oder sowas. Weißt du, was ich meine? Oder zeig Personen, mit denen du arbeitest, warum das, was du tust, so viel besser ist, weil du eine akademische Bildung genossen hast und zeig ihnen, wie deine Arbeit wäre, wenn du sie nicht gehabt hättest. Also weißt du, was ich meine, so wenn das Leute sagen, ach, deswegen ist das so wichtig, das verstehe ich. Dass du halt da irgendwo zu einer bestimmten Uhrzeit, wo Leute arbeiten sollten, dann irgendwo alle anderen blockierst, während du da rumläufst und hast noch ein paar andere Leute, die einfach aus der Sache dabei sind. Ja, weiß ich nicht, ob du da. Also ich finde, jeder hat das Recht, seine Meinung kundzutun, das ist auch grunddemokratisch. Ich glaube aber nicht, dass es das zielführende Mittel ist, um Verständnis und Unterstützung auf einer breiten Ebene zu bekommen. Das ist, was ich sagen würde.

Markus

Ja, also ich glaube, ich ist ein valider Punkt und wie gesagt, ich glaube, man muss sich immer dran meisten, gelingt es sein, um dadurch Veränderungen zu erzielen. Und das ist bei vielen Demos nicht der Fall. Ich glaube, es gibt eben die Beispiele, wo es sehr wohl der Fall ist, aber du hast schon recht, es wird wahrscheinlich zu oft verwendet als Tool, wo es eigentlich keinen Sinn macht.

Daniel

Zwei Sachen für Kontext. Wenn du mit dem Arbeitgeber unzufrieden bist und du demonstrierst dann vor der Fabrik und die Fabrik ist für den Tag dicht, finde ich das super. Das ist die Art, wie es sein sollte, die Grundintention. Nein, aber es ist die Grundintention. Du zeigst dir einem Arbeitgeber, wir, die für dich arbeiten, machen da jetzt mal nicht mit. Schau doch, wie du bleibst. Wenn das aber zum Beispiel bedeutet, dass dein Job bedeutet, dass zum Beispiel Menschen, die jetzt gerade fünf Tage Urlaub haben und ein Flugzeug irgendwo hinfliegen wollen mit kleinen Kindern oder vielleicht zu einer Beerdigung müssen oder wo auch immer, dann zum Beispiel nicht reisen können, dann ist das auch nicht so zielführend. Das heißt, ich sollte immer überlegen, wen trifft es denn? Weißt du, was ich meine? Von der Fabrik, go for it. Wenn du irgendeinen Flughafen lahmlegst, ja, weiß ich nicht. Und eigentlich ist ja dieses Demonstrieren aus einer Zeit, wo du wahrscheinlich nicht mehr Reichweite und mehr Aufmerksamkeit haben konntest für deine Sache. Ich glaube, das geht jetzt einfach viel smarter. Viel, viel, viel, viel, viel, viel, viel smarter. Muss es ja. Wenn du akademisch, gerade Akademiker bist du bist ja die Speerspitze der Innovation. Solltest du sein. Ein spannendes Thema. Fun Fact übrigens, ihr habt einen Preis bekommen. Habe ich ja schon erzählt. Nein.

Markus

Also doch, den Teaching-Preis.

Daniel

Oder auf der WU, ja, doch, das hast du erzählt, ja. Ja, ja. Fällt mir gerade ein. Das heißt also, mir ist ja das Thema ja grundsätzlich total am Herzen und ich finde das absolut abstrus. Aber eben, ja, siehst du, würdest du irgendwelche WULA sehen, die demonstrieren? Nee, oder? Die haben was Besseres zu tun.

Markus

Nein. Die sind am Spritzerstand. Genau.

Daniel

Aber ernsthaft. Die einen sind am Spritzerstand, die anderen sind auf Papasland, die nächsten sind am Golfplatz und ein paar arbeiten. Das ist so ungefähr die Arbeitsverteilung. Und die anderen sind irgendwo beim Family Office tätig. Okay.

Markus

Also wir haben jetzt auch noch die BU-Studenten beleidigt. Die Juristen. Die sind eh alle in Kitzbühel, die haben keine Zeit. Mit dem Juristen müssen wir aufpassen, Daniel. Du bringst dich auf den Schwierigkeiten. Sie können dich trotzdem verklagen. So, Spaß, die sind eh lustig, die haben eh Humor. Oder gerade noch die Kuppel bekommen. Vielleicht noch zum Abschluss dieses Themas einen Konterpunkt, weil ich habe schon mehrfach die These aufgestellt, dass einfach in Europa einfach der Groschen gefallen ist, dass unsere Zukunft hier einfach ganz klar Forschung und Innovation ist. Also das ist durch den Draghi Report auf ganz oberster Ebene, es ist überall reingedreht. Und dort redet man gerade darüber, die Forschungsbudgets von knapp 100 auf 175 Milliarden zu erhöhen. Also fast eine Verdopplung. Muss man schauen, ich meine, EU-Budget ist eine andere Frage und es ist alles noch nicht durch. Aber einfach, man sieht, was für ein ganz anderes Zukunftsbild mittlerweile ein ganz anderes politisches Verständnis auch mittlerweile auf europäischer Ebene auf Österreich. Ich fühle mich in Österreich teilweise so, als würden wir die Augen verschließen und einfach nur warten, dass wir langsam jetzt gegen die Wand fahren. Und ja, noch irgendwie halt das retten, was zu retten ist, aber es ist wirklich traurig.

Daniel

Ja, es ist dämlich. Man muss es einfach so nennen. Es ist wirklich dämlich, weil der Schuss geht ja wirklich nach hinten los, oder? Und ich glaube, das kann dir auch jeder andere sagen, aber Hauptsache man hat Gelder für allen anderen Blödsinn. Muss man einfach so sagen. Ja, Föderalismus muss man natürlich hochheben lassen. Aber egal. Du hast ja alle möglichen anderen schönen Themen kuratiert, wo man sich aufregen kann.

Markus

Ja gut, ich glaube, wenn er dieses Thema in dieser Woche nicht ansprechen will, wäre es auch komisch. Also sag, was hältst du vom neuen Ferrari? Das kann ich mir nicht vorstellen, dass du den gut findest, oder?

Daniel

Vom Ferrari Luce. Ja. Ich meine, man muss ja sagen, ich bin ja großer Fan von Johnny Ive.

Markus

Du warst großer Fan von Johnny Luce.

Daniel

Habe ich recht. Nee, nee, nee. Ich bin nach wie vor großer Fan von Johnny Ive. Ich liebe Ferraris und Porsche, seitdem ich denken kann, seitdem ich ein kleines Kind bin. Ja, und manchmal sind aber so zwei Ikonen, wenn sie dann sich hinsetzen und ein Baby machen, vielleicht auch nicht immer perfekt. Und das Auto ist ja, ich habe keine Ahnung, 47 verschiedene Automobilinfluencern. Das Ding ist ja gar nicht mal so uninteressant. Also erstmal würde ich das jetzt, wenn ich 10 oder 12 wäre, als Poster an meine Wand aufhängen. Nee. Ich glaube nicht. Und das Lustige ist, letzte Woche hat ja Mercedes ein AMG präsentiert. Der hat ja auch schon alle Automobilisti kotzen lassen. Weil da haben sie, also AMG ist quasi die Tuning-Schmiede von Mercedes. Wir sind berühmt dadurch, dass sie eigentlich immer bollernde Motoren hatten und einfach lächerlich viel PS. Und die haben letzte Woche ein Auto rausgebracht. Das hat einfach so Lautsprecher drin, die dieses Geräusch simulieren und Vibratoren im Sitz, die die Vibrationen vom Motor simulieren. Und das Ding ist auch ziemlich hässlich. Der Ferrari ist nun mal eine ganz andere Baustelle, ist ja nochmal wirklich abstrus hässlich. Aber, also das Cockpit ist wunderschön. Aber es ist eine Sache, die ich sehr, sehr, sehr interessant finde. Es gibt da ein, zwei Leute, die sagen, aber die Leute, die Ferrari jetzt lieben, die sollen gar nicht die Zielgruppe sein. Und dass es vielleicht ganz doof gewesen wäre, ein super wunderschönes, sportives Auto mit windschnittiger Form, das aber einfach einen Elektromotor hat zu bauen. Und dass sie deswegen etwas haben, was nicht vergleichbar ist mit den anderen Modellen. Und ich meine, das Ding ist einfach fürchterlich hässlich, muss man so sagen, und es emotionalisiert null, selbstverständlich. Es kostet irgendwie 600.000 Euro und bla. Aber der Move ist gar nicht mal so doof, dass man es bewusst nicht in irgendeiner Form vergleichbar macht mit allem anderen, was da draußen ist. That being said, ich glaube, Europäer können einfach keine Elektroautos bauen. Und wenn man sich alle Absatzzahlen anschaut, dann ist das einfach ein absolutes Desaster, was durch alle Marken hindurch passiert ist. Und es zeigt weiterhin, dass eigentlich die Elektrifizierung ein riesiger Fehler ist aus europäischer Sicht, meiner Meinung. Wie siehst du das kennen? Also wenn du China bist und halt da Energie zum Abwinken hast und dir auch Batterien Latte sind, go for it. Ich denke, der Ferrari ist für den chinesischen Markt wahrscheinlich gebaut worden, nehme ich an.

Markus

Aber ja, also der chinesische Markt, glaube ich, wir haben ja damals schon auch bei Jaguar ein bisschen darüber gesprochen. Ja. Der chinesische Markt ist ein Riesenthema für europäische Autobauer. Und dort haben sie ein massives Problem, weil einfach die chinesischen Hersteller technologisch besonders eben in der E-Mobilität meilenweit voran sind. Das ist eine Herausforderung, mit der man irgendwie umgehen muss, weil der chinesische Markt ist wichtig für die europäischen Autobahn. Ich glaube, jetzt verrate ich vielleicht gar nicht so sehr. Da glaube ich, hast du richtig angesprochen, da geht es eher darum, wie kann man vielleicht neue Zielgruppen ansprechen. Vielleicht ist das eben der chinesische Markt, vielleicht ist es auch der amerikanische Markt. Also es haben schon so ein paar Tech-CEOs, haben gesagt, sie finden das eigentlich schon ganz schön. Das ist halt der amerikanische Geschmack und wahrscheinlich auch auf eine andere Baseline. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass sich das Auto trotzdem gut verkauft, weil sie mir halt zumindest unique. Und John Ivesticker und Ferrari. Aber gleichzeitig finde ich, schaut es halt irgendwie relativ generisch dann doch wieder aus. Also es schaut aus wie viele andere Elektroautos, finde ich. Kannst du den Honda E?

Daniel

Nein. Such mal, Honda und dann NE. Schaust du mal an. Das Ding ist super ähnlich von der Formsprache. Siehst du das?

Markus

Ja, wobei ich lustigerweise von hinten noch am ehest was abgewinnen kann. Aber ja, es ist am Ende wirklich eine Frage, ob jetzt ein bestehender Autobauer, der bekannt ist für Verbrennungsmotoren, da halt auch die technologische Expertise mitbringt, wie einfach es ist, so ein großes funktionierendes Ding jetzt auf E-Mobilität umzustellen. Also ich habe schon länger gesagt, ich glaube, was uns da eher gefehlt hat, sind halt neue Autobauer, die in Europa entstehen, mit einem Fokus auf E-Mobilität. Ich glaube, wenn es das gegeben hätte, dann hätten wir auch eine Chance gehabt, dass wir mit den Chinesen tatsächlich im Wettbewerben können. Das kann man natürlich entgegenhalten, ja, mittlerweile zumindest auf die Baseline-Faktoren sind die Premium, deutschen Premium-Hersteller immobilitätstechnisch schon ganz gut unterwegs, was Reichweite etc. angeht. Aber sie sind preislich halt nicht wettbewerbsfähig. Also es ist schon sehr klar Premium.

Daniel

Ja, ja, ja. Ich meine, drei Gedanken dazu. Ich meine nochmal eins noch ganz kurz zum Ferrari, der wird sich verkaufen. Warum? Weil wenn du natürlich einer dieser Ferrari-Premium-Kunden bist, dann musst du ohnehin jeden Wagen kaufen, um weiterhin Premium-Kunde zu bleiben, dass du die exklusiven Modelle kriegst. Das machen die schon richtig geschickt. Also wenn du immer diese Top-Dinger haben möchtest, musst du alles kaufen, was dir so entgegengeschmissen wird. Und die schauen auch drauf, wie du als Markenbotschafter agierst, also als Botschafter ihrer Marke agierst. Und wenn du dann das nicht so schätzt, das Ding, dann kann es auch mal sein, dass du dann nicht mehr eins dieser exklusiven Autos kriegst, die dann alle wollen. Gar nicht doof gemacht. Ich glaube, das Interessante ist, man muss ehrlich sein, die E-Autos emotionalisieren nicht. Die sprechen nicht die Leute an, die Autos mögen. Und entsprechend funktioniert das auch nicht. Also es ist, du kannst mir nicht erklären, dass irgendjemand sich so ein Auto anschaut und sagt, das ist geil, das macht mich an, das hänge ich mir als Poster über das Bett. Und das ist das Problem, dass die Marken, die wir alle kennen, aber davon leben. Weißt du, ich meine, die leben davon, dass du Emotionen kaufst, dass du Leidenschaft, dass du irgendwo diesen Spirit kaufst, den die Dinger nicht haben. Und schau, für mich ist, wenn du mich wirklich fragst, was sind so die Top 5 Autos, würde ich sagen, keine Ahnung, Porsche 9,11, irgendeinen geilen Ferrari, einen schönen BMW X5, ich würde dir sagen, Tesla. Und weißt du, warum ich ein Tesla gut finde? Das habe ich, glaube ich, schon öfter im Podcast gesagt. Weil so ein Tesla, dass ich jetzt Müll rede, der macht mich emotional nicht an. Absolut nicht. Aber wenn du ein vernünftiges Auto kaufen möchtest, das einfach funktioniert, kauf dir ein Model 3. Dann kannst du nichts falsch machen. Absolut nichts falsch machen. Und das Witzige ist, wenn du dir irgendeinen deutschen Hersteller kaufst, der zahlst halt deine 70, 80k für ein mittelmäßiges Auto, das ohnehin schon veraltet ist in dem Moment, wo du es bekommst. Aber so ein Tesla Model 3, was zahlst du da? 40 oder sowas? Und dann hast du was, was alles kann, was alles perfekt kann, komm schon. Also würde ich mir morgen ein neues Auto kaufen, würde ich mir auf jeden Fall ein Tesla Model 3 kaufen. Aber nicht, weil es geil ist, sondern weil es einfach funktioniert. Ganz einfach.

Markus

Ja. Ich weiß halt nicht, wie groß, weil du sagst jetzt schon, dass die Emotion vom Sound kommt, oder? Weil alles andere könntest du ja eigentlich zu Elektro. Ja, nein, nein, nein. Aber glaubst du, dass das wirklich eine wirklich kleine Nische? Ist nicht schon der große.

Daniel

Also wenn ich dir ins Wort fall. Ich sag dir deswegen, geh mal aufs Dorf. Schau dir an die ganzen Jungs, die ihre Autos alle tiefer legen und ein riesiges, riesigen Auspuff dran schrauben und dann irgendwo tiefer legen. Und die sind dann die größten Honks, weil sie den absoluten Ameisen enthaupt haben, weil das Ding so niedrig ist. Die sind wir. Selbst wenn sie es Moped haben, wenn sie fünf.

Markus

Ich gebe dir vollkommen recht, aber so groß ist die Zielgruppe nicht, oder? Ich glaube, der Großteil, der Großteil der verkauften Autos ist wahrscheinlich Firmenautos. Und Flotte und.

Daniel

Aber trotzdem ist da Emotion dahinter. Aber trotzdem ist oder war dort Emotion dahinter. Und die, die die Dinger kaufen, ist die Generation, für die Auto noch Emotion ist und auch Statussymbol. Und die jetzige Generation, den ist Auto irgendwo ziemlich wurscht mittlerweile, was ja auch völlig in Ordnung ist. Aber trotzdem lebt die Marke noch immer davon, dass das so ein Statussymbol war oder ist. Und jetzt haben die Deutschen aber als bestes Beispiel irgendwelche E-Autos, die irgendwie 100.000 Euro kosten. Und die sagt, was ist das denn? Was mache ich mit dem Ding? I don't know. Ich glaube, das ist ein schönes Beispiel, du hast nämlich nämlich auch was gebracht. Stell dir vor, bleiben wir bei Patek Philipp oder sagen wir Rolex, um breiteren Markenappeal zu haben. Stell dir vor, Rolex hätte entschieden, als Casio groß geworden ist, sie bauen jetzt plötzlich Digitaluhren. Das hat, du musst dich dran denken, als du es von so angesprochen hast. Haben sie aber nicht. Stell dir vor, sie wären umgeschwenkt und hätten plötzlich angefangen, Digitaluhren zu bauen. Hätten sie ihren Markenkern, das, was sie sind, komplett zerstört und das, was sie können, weil die haben ja jetzt, keine Ahnung, 100 Jahre oder was auch immer, Erfahrung im Bauen von Schweizer Uhrwerken, besser als jeder andere. Kann man auch darüber diskutieren, ist mir bewusst. Anstatt jetzt über Nacht plötzlich Digitaluhren zu bauen. Und das ist aber, was die ganzen Hersteller machen. Und du musst dir aber auch vorstellen, ein Hersteller, ein Automobilhersteller, der groß geworden ist, der lebt ja an der Ingenieurskultur, die sind ja 20, 30, technischen Unis, die Leute, die Entscheidungsträger sind, waren 30 Jahren, die Schrauber, die dann irgendwann und plötzlich sollen die alle was anderes machen, was sie alle irgendwie ein bisschen scheiße finden.

Markus

Was auch eine technologisch andere Dimension ist, muss man ganz klar sagen. Mechanical Engineering ist was anderes als Electrical Engineering.

Daniel

Es ist wie wenn du einen Fußballverein hast, wovon du ja was weißt. Und jemand sagt, wisst was, jetzt, ab morgen machen wir einen Kegelverein. Und er hat, ja, okay, okay, Verein können wir, das ist kein Thema. Und allen sechs, ab jetzt mach mal Kegel. Mach du mal die Trikots fürs Kegel. Was braucht man denn für Trikots? Ja, so Kegelding halt, mach mal. Ja, ich finde Kegeln scheiße. Ja, mach doch trotzdem. Und dann die Fans, ja, hier Kegelbahn, pass ich doch nicht rein. Ja, ist egal, mach mal ab jetzt. Und du siehst, all die Fans, die entstanden sind, sind plötzlich alle so, ja, was mache ich denn jetzt mit Kegeln? Ich finde die Marke cool, wofür ihr steht, aber ja, mit den Kegeln finde ich das doof. Und das ist es, und während ich das so erzählt, ein Tesla Model 3, so in der Basisversion, kostet 37.000 Euro. Kaufst du. Fertig. Das Ding ist da. Fährst du halt und in 10 Jahren weiß kein Mensch, was du damst, schmeißt er weg. Aber weißt du, was ich meine? Das sind 3.000 Euro pro Jahr. Das sind im Monat irgendwo, keine Ahnung, 280 Euro, die das Ding dich kosten würde, wenn du es zehn Jahre fährst. Ich weiß, immer alle sagen, hier Batterie in sieben Jahren erfrischen. Batterie kostet 20.000 Euro. Das heißt, wenn, es ist wie mit dem Handy, wenn du eine neue Batterie brauchst, ist das Ding kaputt. Musst du einfach so sagen, das ist ein Wegwerf-Tool. Auch da kotzen jetzt.

Markus

Hat aber höhere Lebensdauer, als man gedacht hat, gell? Ich habe jetzt schon von ein paar Startups gehört, die sich auf quasi Batterie-Recycling, Refurbishment und so weiter spezialisiert haben und die haben ein Probleme, weil die Batterien viel zu lange halten.

Daniel

Ja, ja, aber trotzdem, Batterien tun, was Batterien tun. Weißt du, was ich meine? Es ist jetzt nicht wie, weißt du, es ist jetzt nicht wie wenn du, keine Ahnung, einen alten Zweiergolf hast und wenn du irgendwie ein bisschen dran rumschraubst und Salatöl reinkippst, funktioniert das Ding halt irgendwie, sondern wie ein Handy. Wenn du jetzt ein 20-Jahr altes Handy auspackst, ist der Akku tot. Ist einfach so. Und ja, das ist eine Challenge. Und also ich glaube, du musst eine komplett andere Marke drumherum bauen, mit einem anderen Versprechen. Und für mich ist, wie gesagt, Tesla ist für mich wie eine Casio-Uhr, oder? Also Tesla ist für mich wie eine Casio-Uhr, wie eine G-Shock. Kaufst du, funktioniert, aber wenn es kaputt ist, schmeißt es weg. Alle anderen sind halt irgendwo Schweizer Uhren, die du aber eben auch nicht kaufst, weil du die Uhrzeit wissen willst, sondern weil du viel mehr kaufst. Und das Ding, das wissen wir beide, solche Uhren, die halten 100 Jahre und du kannst alles damit machen. Ja. Hat aber auch seine anderen Anforderungen.

Markus

Ich glaube, das, was halt man auf einer europäischen Ebene verstehen muss, jetzt aus einer Policymaker-Perspektive, de facto, wenn man Innovation will und wenn man technologischen Fortschritt will und wenn man auch eine Dekarbonisierung will, dann muss man Unternehmertum ermöglichen. Dann muss man es ermöglichen, dass Menschen mit neuen Technologien, mit neuen Ideen hier erfolgreich sein können, auch gegen große bestehende Player. Und das hat man eben über Jahrzehnte versäumt. Also wir haben eigentlich einzementiert unsere Industrie. Und gleichzeitig haben wir uns vorgestellt, dass die sich verändern können und dass die sich anpassen an ein neues Umfeld. Und da zeigt einfach die Realität, dass es unglaublich schwierig ist. Es gibt diese Beispiele, die erfolgreichen, aber die sind sehr rar und normalerweise ist das nicht möglich. Und da, wie gesagt, man muss es halt, man muss mehr Durchlässigkeit in der Wirtschaft schaffen, man muss eine dynamischere Wirtschaft, man muss mehr schöpferische Zerstörung erlauben. Das ist der Weg, wie es am Ende auch Tesla geschafft hat in dem Bereich und wie es natürlich auch die chinesischen Player geschafft haben. Es sind nicht die alten Benzinerautomarken dahergekommen haben, Elektromotoren gebaut, sondern es kamen neue Hersteller, die darauf spezialisiert sind.

Daniel

Ja, ja. Und das Lustige ist aber, warum setzt sich da keiner durch, weil scheinbar ein anderer Demarn da ist. Also musst du, wie gesagt, solche Wegwerfplastikuhren bauen. Und da glaube ich, sind wir nicht in Europa für gemacht. Das können die Chinesen gut. Und ich bin halt gespannt, wie das ganze E-Mobilitätsthema aussieht, in fünf, sechs, sieben, acht Jahren und wirklich die ganzen Akkus ramponiert sind. Das ist so ein emotionales Thema. Ich weiß, da schreit ja wieder irgendjemand hier Studie von bla bla bla und Second Life. Klar, alles klar. Interessant halt, dass die ganzen europäischen Hersteller wieder auf Verbrenner zurückgehen und halt merken, das war ein sehr harter Exkurs.

Markus

Ja, die Frage ist, was passiert mit den europäischen Herstellern, die auf Verbrenner zurückgehen? Ob das dann noch einen Markt hat in fünf bis zehn Jahren ist wieder eine andere Frage.

Daniel

Ich glaube, es ist halt das Infrastrukturthema auch. Weißt du, was ich meine? Es ist halt die alte Diskussion. Es ist halt wirklich die alte Diskussion. Let's see, wir werden es rausfinden. Es ist halt ein sehr emotionales Thema. Aber ja, zurück zu Ferrari. Ja. Also würdest du mir jetzt ein Budget von 650.000 Euro geben, um ein Auto zu kaufen, wäre das Ding wahrscheinlich nicht meine erste Wahl. Sagen wir es mal so. Also da würde mir eine Menge mehr einfallen. Da haben wir ja lange drüber gesprochen. Lass uns nun mal ganz kurz bei einem kleinen Thema springen. Wir wollten kurz über Aura reden. Da ist ja was Interessantes passiert. Ich bin ja ein riesengroßer Aura-Fan. Du trägst dann auch noch? Ja, ja. Und also wir tragen die seit Jahren, haben wir immer wieder drüber gesprochen. Ich habe noch nie ein Unternehmen kennengelernt, das so einen exzellenten Kundenservice hat. Also mein Ring hat dann irgendwann Akku eingegangen, wie das halt so passiert bei batteriebetriebenen Dingen, deswegen die Überleitung. Und ich habe über die App den Kundenservice kontaktiert und die haben gesagt, cool, tauschen wieder aus. Habe ich dann bekommen. Von einer Woche kostenfrei einen nagelneuen Ersatzring von meiner Generation. Und bei meiner Frau ist dasselbe Problem aufgetreten. Acht, neun Wochen später. Und da gab es aber diesen Ring nicht mehr als Austauschring. Und ja, dann hat sie einfach ein Upgrade bekommen von Generation auf 3 auf Generation 4, auch komplett kostenfrei. Wahnsinn. Was für ein Service. Stell dir vor, dein iPhone geht ein und du sagst, hey, ich brauche ein neues, dann cool, schick mir ein neues zu. Wahnsinn. Also ich bin ein Riesenfan von Unternehmen. Und es war auch über den Chat und das war auch irgendwann um Mitternacht und das hat funktioniert. Das war beeindruckend. Also es ist ein Unternehmen, von dem ich sehr viel halte. Und die planen jetzt gerade den nächsten Schritt.

Markus

Ja, der nächste Schritt ist ein IPO. Nebenbei gibt es auch Gerüchte, dass noch diese Woche der nächste Ring vielleicht kommt. Also der fünfte Ring. Mal schauen, ob sich diese Gerüchte bewahrheiten oder ob es doch erst September oder nächstes Jahr ist, we'll see. Aber ja, IPO steht an, wurde auch schon bei der SEC eingereicht. Das ist ein europäisches Unternehmen eigentlich, aber was in Amerika an die Börse gehen will. Wurde in Finnland gegründet, 2013. Und eigentlich ein sehr schönes Beispiel für ein europäisches Unternehmen, was wirklich Category Leader geworden ist. Also in dem Bereich Health Tracker gibt es eigentlich so die zwei Glaubensrichtungen. Einerseits ist es Whoop. Whoop ist vielleicht für die eher Performance-Orientierten, also die sehr stark optimieren, auch in Richtung sportliche Leistungen. Er ist ein Armband, viel auch in Richtung fitnessorientiert. Aura ist sicher breiter von der Zielgruppe, ein bisschen mehr der Hellfokus, aber wird auch von vielen Spitzensportlern getragen, auch als Testimonial. Und wie du schon richtig gesagt hast, sehr guter Kundenservice, sehr loyale Fanbase, wenn man so will, oder Userbase. Also ich habe, ich glaube 2020 oder so hatte ich meinen ersten Ring und habe da jetzt auch schon zweimal upgradet zur nächsten Generation und hatte auch die Geschichte mit dem Akku. Also sehr schönes Unternehmen. IPO-Fenster ist aktuell offen. Wir sprechen gleich noch über Cerebras, die letzte Woche in die Börse gegangen ist und klar gezeigt haben, mit der richtigen Storyline, mit dem richtigen Fokus kann man gerade einen sehr guten IPO machen. Das heißt, da heißt es durchaus auch dieses Fenster nutzen. Gleichzeitig muss man ganz klar sagen, wie sehr das auch funktioniert, wenn man kein AI-Infrastrukturplayer ist, ist eine andere Frage. Aura hat AI, hat auch ein eigenes Large Language Model vorgestellt, spielt jetzt auch gerade eben, ich habe eine Beta, glaube ich, von einem AI-Assistant jetzt auch in meinem Aura-Tool. Also sie positionieren sich, glaube ich, sehr proaktiv jetzt auch im AI-Bereich, damit der Narrativ in diese Richtung auch passt für den IPO. Aber ja, cool, dass sie den Schritt machen. Wäre eine schöne Erfolgsstory auch aus europäischer Sicht, wenn auch immer mit dem Asterix, da ist jetzt mittlerweile schon sehr viel amerikanisches Geld drin und es wäre auch ein amerikanischer IPO. Das heißt, da ist dann auch am Ende vielleicht gar nicht mehr so viel Europa drin, aber es gibt immer noch ein EU-High-Quarter in Olu in Finnland.

Daniel

Hast du was schön gesagt? Olu. Cool, cool. Wobei wollen wir denn noch reden?

Markus

Ja, jetzt haben wir Cerebrus schon angesprochen. Die haben letzte Woche ihren IPO gemacht. Das ist eben AI-Infrastruktur, also ganz entscheidender Player bei dieser ganzen Blase, die sich gerade aufbaut zum Thema AI-Chips, haben da einen sehr klaren Marktvorteil, einen technologischen Vorteil, der in sehr erfolgreiche Jahre beschert, haben schon vor ein paar Jahren das probiert, ich glaube vor ein oder zwei Jahren. Der IBO wurde damals abgeblasen, weil da zu viel Backlash kam wegen einem Klumpenrisiko, das es gegeben hat. Ich glaube, Klumpenrisiko in Richtung arabischer Raum, das ist natürlich aktuell besonders interessant, das haben sie geschafft, ein bisschen zu diversifizieren, aber eigentlich wieder mit Klumpen zu diversifizieren, weil jetzt ist ein riesiger OpenAI-Deal eigentlich so die Basis für das aktuelle Wachstum. Da haben sie 20 Milliarden Dollar abgeschlossen für 750 Megawatt Rechenleistung. Und dieser IPO ist unfassbar erfolgreich gewesen. Haben 30 Millionen Aktien verkauft für 5,55 Milliarden Dollar. Ist der größte US-Tech-IPO seit Uber 2019. Ursprüngliche Spanne war 115 bis 125, ist dann bei 185 reingekommen und hat bei 350 bis 385 eröffnet. Also brutal alle Erwartungen gesprengt. Wie sehr das nachhaltig ist, werden wir jetzt dann sehen. Das hängt natürlich von den weiteren Entwicklungen im AI-Bereich ab. Aber aktuell haben sie einen klaren technologischen Vorteil bei der Inferenz als GPU-Cluster. Und ich bin gespannt, es ist etwas, was Signalwirklung hat für den Rest der Text-Szenen. Also wenn man was mit AI macht, dann ist jetzt der Moment, an die Börse zu gehen. Und das ist besonders in Richtung OpenAI, besonders in Richtung Enthropic, hat das sicher nochmal die Pläne befeuert, dass man jetzt möglichst schnell diesen Schritt wagt.

Daniel

Aufregend. Würdest du no financial advice and so, aber ist das etwas, was du dir das eine oder andere ins Portfolio holen würdest oder sagst du, nein, das weiß ich jetzt nicht so.

Markus

Habe ich mich zu wenig damit beschäftigt, wie die Businesslage ausschaut, wenn jetzt AI, diese ganze Blase, die aktuell definitiv am Wachsen ist, wenn die platzt, ob da genug Substanz ist, dass sie das gut durchtauchen, dann glaube ich, ist es schon ein spannender Punkt. Wenn nicht, dann glaube ich, wäre ich eher vorsichtig und würde eher, weil grundsätzlich hast du ja schon viel AI-Exposure, wenn du einfach Big Tech im Portfolio hast. Also zum Beispiel Google ist ja auch ein Riesenshareholder in einem Shopic und hat eigentlich auch diese Infrastrukturebene. Also wenn du Nvidia und Google und Cool im Portfolio hast, hast du eigentlich da ein ganz gutes Exposure schon. Aber macht schon Sinn, sich da mal einzulesen und durchzuspielen, die Szenarien, grundsätzlich der technologische Vorteil ist real, den sie aktuell haben. Ja, mal schauen. Mal schauen auch, was es für andere IPOs heißt. Ich glaube schon, dass wenn du aktuell nicht AI-First bist, dass dann wahrscheinlich das IPO-Fenster gerade nicht so attraktiv ist, weil alle wollen in diese Richtung investieren und wenn du dann daherkommst mit was anderem, dann weiß ich nicht, ob da gerade so ein Rückenwind vorhanden ist. Das ist bezeichnend für generell die aktuelle Lage auch in der Startup-Szene. Das ist ganz heterogen, wie Startups aktuell geht.

Daniel

Zumindest ganz witzig, was du mit der AI-Bubble meintest. Ich habe heute eine Aussage vom COO von Uber gesehen. Ja. Hast du auch gesehen, oder?

Markus

Habe ich gesehen und ist eigentlich das, was wir schon, glaube ich, vor zwei Wochen oder so besprochen haben. De facto siehst du aktuell zu wenig tatsächlichen Produktivitätsgewinn in der Bottomline, du siehst zu wenig Umsatzgewinn, um eigentlich diese horrenden mittlerweile Kosten für die AI-Tokens zu rechtfertigen. Und das ist auch ein Grund für diese ganzen Firings, die es aktuell gibt, für die ganzen Layoffs, ist, dass du irgendwie, du musst Geld sparen, damit du dir diese Tokens aktuell leisten kannst. Und das wird jetzt schon mehr hinterfragt, wieso gelingt es uns nicht, trotz der Produktivitätsgewinne durch AI, das in höhere Umsätze bessere Profitabilität umzulegen. Und again, mal schauen, wie sich das weiterentwickelt.

Daniel

Ja, nee, also das ist aufregend, relativ einfach gesagt. Einfach aufregend und bin gespannt, wie wir zwei, drei Jahre nach vorne drehen könnten, wie dann das ganze Thema ausgeht. Ich bleib halt dabei, ich bin ein riesen KI-Fan grundsätzlich, aber KI ist für mich nichts anderes als Mustererkennung. Und ja, die Muster müssen aus bestehenden Daten erkannt werden. Und das kann ganz sinnvoll sein, wird aber auch nie riesige Quantensprünge erlauben, sondern einfach immer nur das, was da ist, verbessern. Aber da sehe ich Limitation. Und deswegen, ich finde KI toll. Aber KI ist keine eierlegende Wollmilch-Sau. Das ist, was ich sagen will. Und ich glaube, das ist das, was immer mal wieder erwartet wurde. Ja, und KI kann auch nur die Daten, die sichtbar sind, beurteilen. Wenn du zu Sachen keine Daten hast, kannst du das auch nicht beurteilen.

Markus

Ja, Counter-These ist natürlich auch, der Mensch ist am Ende ein riesiges Musterwesen. Und viel von dem, was wir tun, ist eigentlich auch nur Rekombination von bestehenden Mustern. Und er kann natürlich viel größere Datenmengen verarbeiten und dementsprechend auch neue Muster erkennen. Also ich glaube, da ist schon auch viel Neuartiges möglich, auch in der medizinischen Forschung. Aber du hast schon recht, es gibt gewisse Dinge, die sind einfach ganz, ganz grundlegend menschlich. Und alles wird eher ein nicht übernehmen.

Daniel

Nee, aber ich meine, es entdeckt halt Muster, weil medizinisch ist fantastisch, weil es Muster erkennt. Weil du einfach sagen kannst, hier sind eine Million Scans. Schau doch mal. Und das Ding sieht Sachen, die man sonst nicht sehen würde. Mega. Aber mir geht es darum, dass es halt gerade im Innovationsbereich viele Dinge gibt, die eben nicht aus Mustern entstehen. Oder Dinge gibt, die in dem Moment, wo sie entstehen, sinnlos wären. Und wo man sagen wird, das ist ein Fehler oder das kann nicht funktionieren. Und das ist natürlich genau dann Limitation. Ich bringe es so oft über das Nokia-Beispiel, wenn du die Nokia-Handys anschaust, immer kleiner, immer leichter, immer bessere Akku. Hätte man damals in 2010 oder wann auch immer das 2008 einer KI das iPhone präsentiert, hätte die KI gesagt, nee, Schwachsinn will keiner. Und das ist aber auch völlig in Ordnung, diese Entscheidung. Und so muss man es auch immer sehen, wenn du sehr viele Daten hast und diese Daten noch nicht so bewertet hast. Also das ist meine These. Inkrementelle Innovation, ja, radikale Innovation, nein.

Markus

Ja, ich würde es ein bisschen challengen, weil ich glaube schon, dass er halt auch das Metamuster erkennen kann und sagt, wie, welche Produkte waren in der Vergangenheit grundsätzlich über alle Industrien hinweg erfolgreich, wie entstand radikale Innovation und dieses Muster dann anwenden. Aber es gibt gewisse Vorteile von Limitationen, die ein Mensch mitbringt. Also Knappheit, Schmerz, der einhergeht. Dadurch kannst du auch Dinge hervorbringen, die vielleicht besser sind als andersrum. Und es geht halt auch oft darum, eine gewisse Agency, also Dinge nachhaltig zu tun, aus Überzeugung. Da glaube ich, gibt es auch etwas Menschliches, was schon viel Wert hat.

Daniel

Das stimmt. Du, apropos menschlich. Die Zeit ist sehr fortgeschritten. Müssten langsam mal die Hütte dicht machen.

Markus

Passt das? Ja, wir haben noch ein paar Themen, die wir jetzt im Schnelldurchgang machen. Vielleicht nehmen wir zwei Themen mit zu nächsten Wochen. Ein kurzer Blick nach Krems. Dort wird nämlich jetzt ein Gefängnis zu einem Startup-Zentrum. Auch keine schlechte Headline auf ORFAT. Und so ist das der Chris Müller, der ja schon hinter der Tabakfabrik unter anderem war. Und auch hinter in Wien gibt es auch das Projekt da, mir fällt jetzt gerade der Name nicht ein, Steinhofgründer, glaube ich. Oder ist es nicht? Jemand, der also viel Erfahrung hat mit Projekten, wo man alte Gebäude repurposed und daraus so das Erfolgreiche, also die Tabackfabrik ist ja wirklich ein sehr schönes Beispiel. Und hier ein altes Gefängnis, das davor, glaube ich, aber auch noch ein Kloster, oder habe ich mir nicht sicher? Irgendwas anderes davor auch noch war. Wird jetzt zu einem Startup-Zentrum, was glaube ich grundsätzlich cool hat, weil es Charakter ist, weil es hat Charakter hat und das ist, glaube ich, wichtig für ein Startup-Zentrum. Aber was man natürlich schauen muss, ist die kritische Masse. Also das ist, glaube ich, da, wo man halt einfach Linz ist schon größer als Steyr. Ich habe über Krems geredet, es geht eigentlich um Steyr. Also Korrektur, Startup-Zentrum im Ex-Gefängnis steht in Steyr. Aber auch Steyr ist natürlich nicht so groß wie Linz. Das heißt, da muss man sich erstmal beweisen, dass so viele Leute dort ein Startup-Zentrum brauchen. Aber eigentlich eine coole Geschichte.

Daniel

Tja, nee, also ich finde es ja generell gut, einfach große Gebäude so freizugeben. Das funktioniert immer gut. Ja, ein Gefängnis ist auch sicher solider. Insofern, ja, auch so schöne viele kleine Räume, so für EPUs. Sehr gut. Bringt auch sicher viel Schutz mit. Viel Schutz. Ah nee, also ich glaube, da bricht keiner so schnell ein. Denke ich mir. Also I like.

Markus

Fine. Gut, dann kurz, Hans Woman Group steigt bei One 100 ein. Auch das ist eine nette Story, weil kurzer Hintergrund. Hansi hat schon einmal erzählt, dass er sehr gerne damals in Hockeyfire investiert hätte, aber nicht durfte, weil er ein anderes Portfoliounternehmen im gleichen Bereich hatte. Und Hokefier dann erfolgreicher Exit und die drei Jungs haben jetzt was Neues gemacht, wir haben darüber berichtet. AI für Ärzte und Paxen. Und jetzt ist der Hansi dort als erster Investor eingestiegen. Also der Kreis schließt sich nach, ich glaube, elf Jahren oder so auch eine schöne Story und passt eigentlich sehr gut. Und zum Abschluss haben wir noch einen Rockstar der Woche. Und zwar ist, dass der Alfons Huber, das ist der Gründer von Reps, ist ein Tiroler-Startup, das ist sehr spannend. Deeptag macht. Und zwar entwickeln die ein System, mit dem man das Bremsen von in erster Linie LKWs nutzen kann, um Energie zu produzieren. Spezifisch relevant für Orte, wo viel gebremst wird im Schwerverkehr, also zum Beispiel Häfen. Dort ist auch, ich glaube, im Hafen Hamburg, ich hoffe, ich habe jetzt keinen Blödsinn, steht schon dieses erste Tool und das Startup hat jetzt 23,6 Millionen Dollar in einer Equity-Runde aufgenommen. Also ziemlich coole Geschichte, ist ein patentiertes System und zeigt durchaus dieser Proof of Market, den sie erbracht haben mit eben dem ersten Hafen, dass der auch von den Investoren geschätzt wird. Cool, dass sowas aus Tirol kommt.

Daniel

Stark. Ich mag immer solche, es ist keine Nische, um Gottes Willen, es ist ein sehr breiter, also tolles Produkt für einen riesigen Markt, aber ich liebe solche Dinge. Also so diese spezielle Lösung, über die man die so in der Form nachgedacht hat, die total Sinn machen. Cool, gratuliere ich. Fein. Markus, das hat Spaß gemacht. Ich fand es auch gut, wie die letzten Themen noch durchgedrückt hast. Obwohl ich meinte, ich muss jetzt langsam. Also in dem Sinne, jetzt muss ich aber wirklich. It was a pleasure. Vielen, vielen Dank. Take care, stay safe. Und bis zum nächsten Mal. Dankeschön und bye bye.