Future Weekly

#516 - Jakobus Schuster über Notare, Expansion & Europas Potenzial

Hannah Wundsam & Jakobus Schuster Episode 516

Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.

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In diesem Deep Dive spricht Hannah mit Jakobus Schuster, Gründer und CEO von Notarity, einer Plattform für digitale Notartermine. Wer einen Notar oder eine Notarin braucht, kann das heute per Videocall erledigen und Dokumente digital beglaubigen oder beurkunden lassen.

Die Idee entstand während Jakobus' Referendariat in einer auf Venture Capital spezialisierten Kanzlei: Beglaubigte Vollmachten aus den USA dauerten regelmäßig acht bis zwanzig Wochen. Als COVID einen regulatorischen Wandel auslöste, der notarielle Akte auch digital ermöglichte, sah er die Chance und baute mit zwei Entwicklern los.

Im Gespräch geht es um seinen unternehmerischen Weg vom Jura-Studium in Hamburg zum Startup-Gründer in Wien, warum Notarity heute Kunden in über 100 Ländern hat und wie Spanien zum ersten aktiven Expansionsmarkt wurde. Außerdem: warum Deutschland für Notarity regulatorisch keine Option ist, was er vom EU Inc.-Vorschlag hält und warum er glaubt, dass AI mehr White-Collar-Jobs vernichten wird, als neue entstehen.

Production: Hanna Moser

Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com

SPEAKER_01

Einen wunderschönen guten Morgen, guten Mittag oder auch guten Abend und willkommen zu Future Weekly, dem Startup Podcast. Heute wieder mal mit der Hannah und weil Deep Dive Tag ist, mit einem großartigen Gast, nämlich dem Jakobus. Hallo Jakobus.

SPEAKER_00

Hallo liebe Hanna, ich freue mich hier zu sein.

SPEAKER_01

Wenn ich auf deinen LinkedIn, steht dort Jakobus Schuster, CEO Notarity, Making Notarizations Digitally Available. Vielleicht erzähl uns kurz, was steckt da dahinter? Wer bist du? Was machst du?

SPEAKER_00

Genau, ich bin Gründer und CEO von Notarity und Notarity ist eine Plattform für digitale Notartermine. Was bedeutet das? Triff einen Notar oder eine Notarin in einem Videocall und lass Dokumente digital beglaubigen oder beurkunden und das versuchen wir global zu machen.

SPEAKER_01

Und ich meine, das ist jetzt vielleicht kein Thema, das einen jetzt unbedingt bei einem Bier im Basel einfällt, dass man die Notare angeht und das digitaler gestaltet. Wann hast du zum ersten Mal darüber nachgedacht, in die Selbstständigkeit oder in eine Gründung zu gehen? Wann ist dein erster unternehmerischer Spark aufgekommen?

SPEAKER_00

Ja, ich war eigentlich, würde ich sagen, schon so seit Jugendtagen unternehmerisch interessiert oder habe es gern gemocht, Dinge und Projekte umzusetzen. So das erste, was ich gemacht habe, habe ich mit Schulkollegen, damals waren wir noch in der Schule, Partys veranstaltet, was sehr lustig war, aber ich würde sagen, auch unternehmerisch relativ erfolgreich für die damaligen Verhältnisse für uns. Und ich glaube, ich war dann auch lange in so einem Status, den viele haben, dass sie sich gern selbstständig machen würden. Sie brauchen nur eine zündende Idee und war damals auch der festen Überzeugung, sobald ich diese zündende Idee habe, wird alles ganz einfach funktionieren und habe nicht wirklich den Leuten geglaubt, die gesagt haben, ja, Ideas are commodities, execution is everything. Heute würde ich das viel mehr so sehen, dass es eigentlich bei der Idee losgeht, aber dann die Execution, die harte Arbeit ist und man auch aus schlechten Ideen sozusagen gute Unternehmen bauen kann, wenn man lang genug iteriert und wirklich einen Need eines Kunden oder einer Kundin versteht und sein Unternehmen darauf anpasst. Aber ich würde sagen, in diesem Status war ich auch lang irgendwo gefangen oder halt auch mit dem Studium beschäftigt und auch hatte auch eine gute Zeit. Und ich bin Jurist, also ich habe Jura studiert in Deutschland, deswegen sage ich auch Jura, obwohl ich eigentlich Österreicher bin. Und habe dann das Referendariat gemacht, das ist so eine Praxiszeit nach dem Studium, zwei Jahre, da hat man verschiedene Stationen bei Gericht, Staatsanwaltschaft, aber auch eben in Rechtsanwaltskanzlen. Und ich habe damals in einer Kanzle gearbeitet, die viel Venture Capital beraten hat, weil ich auch die Szene spannend fand und in dem Bereich auch was in der Kanzlei machen wollte. Und wir hatten da sehr internationale Mandantinnen und Mandanten, viele eben auch aus den USA, weil da einfach auch viel investiert wird. Und ja, wir haben da immer für jede Kapitalerhöhung, also für jede Investmentrunde, dann notoriell beglaubigte Vollmachten gebraucht von unseren Mandantinnen und Mandanten, damit wir dann in Deutschland zum Notar gehen oder zum Notarien gehen können und dort wir sie unterschreiben. Und in dem Zuge habe ich auch das erste Mal gelernt, was eigentlich eine Apostille ist. Also vielleicht ganz kurz, eine Apostille ist so eine Überbeglaubigung, sagt man. Man kann sich das wie so ein Stempel oder eine extra Seite vorstellen, die überall auf der Welt relativ ähnlich aussieht oder gleich aufgebaut ist und womit dann Dokumente international anerkannt werden. Und wenn wir das aus den USA gebraucht haben, so eine Vollmacht und Apostille, dann hat das manchmal gedauert acht Wochen, zwölf Wochen, 16 Wochen, 20 Wochen. Und ich so als Junior dort habe dann auch immer die nicht ganz lustige Aufgabe gehabt, vielen Leuten hinterherzulaufen, das zu bekommen. Und zu der Zeit hat auch Corona gewütet. Und damals gab es einen regulatorischen Wandel, der das erlaubt hat, dass man eben solche kulturellen Farmerfordernisse auch digital durchführen kann. Und das wollten wir mit unseren eigenen Mandantinnen und Mandanten machen. Haben aber gesagt, mit der Software, die es damals gab und den Prozessen, ist das eigentlich nicht zumutbar. Also das können wir nicht empfehlen. Und ich fand das aber eigentlich einen ganz guten Lösungsansatz für ein Problem, was ich dort fast jeden Tag gesehen habe. Also dass wir fast jeden Tag auf solche beglaubigten Dokumente gewartet haben. Und ja, dann habe ich mir zwei Entwickler gesucht und haben gesagt, bauen wir mal drauf los. Und das war dann am Anfang eine Nebentätigkeit und ist dann immer größer und größer geworden, sodass ich dann am Ende des Referendariats Vollzeit Notarity machen konnte.

SPEAKER_01

Okay, sehr cool. Das war jetzt irgendwie schon mal ein Schnelldurchlauf. Ich möchte einmal kurz nachhaken. Du hast gesagt, du hast gestartet, mit während der Schulzeit quasi Events zu organisieren. Warst schon auf einer Hack in der Schule oder was für eine Schule war das und was waren das für Events, die ihr da organisiert habt?

SPEAKER_00

Ich war auf der Heizingerklasse in Wien, das entschnitt nochmal als Gymnasium, also nichts mit Hack, sondern würde ich sagen, ganz durchschnittliches österreichisches Gymnasium. Und irgendwie war das damals so ein bisschen im Trend. Ich weiß nicht, ob es das noch immer gibt, dafür bin ich wahrscheinlich ein bisschen zu alt und die Szene nicht mehr zu kennen, aber einige Leute in unserem Alter haben das gemacht und es ist eigentlich so daraus entstanden, dass wir gesagt haben, hey, wir wollen eine Party organisieren, wo wir unsere Freundinnen und Freunde einladen. Und ja, haben das, ich würde sagen, wir haben damals, auch wenn es das Wort Influencer noch nicht gab, ganz gut verstanden, was Influencer an Schulen sind. Und die haben immer dann versucht, sozusagen von unseren Events zu begeistern, dass die auch ihre Freundinnen und die Cool Kids, dass die einladen und die haben dann immer irgendwie Gästeliste bekommen und vielleicht noch ein paar Drinks gratis. Und das war dann beim zweiten Mal, kann ich mich erinnern, das war so ein Club, wo so ein langer Gang hingeführt hat zum Eingang des Clubs und der war vielleicht so zwei, drei Meter breit. Und dieser ganze Gang war so voll und der Club war auch boomvoll, dass die Tür steht, dann die Polizei gerufen haben, um das in den Gang zu räumen. Und ja, da sind wir so reingeschlittert und haben das dann zwei, drei Jahre gemacht.

SPEAKER_01

Und hatte das irgendein spezifisches Konzept, die Events, oder war es einfach, ihr habt es in den Club gemietet und einfach geschaut, dass coole Leute zusammenkommen?

SPEAKER_00

Ja, wir haben einen Club gemietet, haben Teachers organisiert, aber ich muss sagen, es war echt relativ konzeptlos, außer dass wir versucht haben, sozusagen die Influencerinnen und Influencer anzusprechen und selbst irgendwie Partys zu veranstalten, auf die wir selbst gern gehen, gegangen wären oder auch gegangen sind. Und das hat gut funktioniert, ja.

SPEAKER_01

Da gab es echt irgendwie so eine Bewegung. Ich glaube, wir sind circa gleich alt, aber als ich in der Schule war, bei uns im 23. ist da gerade kein Sonntag ohne Techno entstanden. Und da hat er bei mir im Maurerwald die ersten Raves veranstaltet. Das waren damals auch noch so ein paar Cool Kids. Und dann mittlerweile.

SPEAKER_00

Ich habe dir vorstellen, dass die ganze Eck cooler waren als wir noch, ja. Und das auch sicher mit ein bisschen mehr Konzept noch aufgezogen haben. Deswegen gibt es das auch noch. Ich muss sagen, also ich war dann auch gar nicht so unglücklich irgendwann, dass wir auch wieder sozusagen den Exit aus dem Nachtleben geschafft haben. Weil auch so, also bei manchen Leuten, die dann da hängen bleiben, ist das dann, glaube ich, auch nicht nur gesund, wenn man sich dann da wöchentlich die Nächte um die Ohren schlägt. Und zumindest bei uns war es so, dass wir dann auch immer auf den eigenen Party es auch gut getrunken haben und so und das jetzt nicht so als reines Arbeitsevent gesehen haben. Also war gut zu der Zeit, aber war auch gut, dass es dann irgendwann wieder vorbei war.

SPEAKER_01

Was war so das größte Learning, das du aus dieser Zeit damals für dich gezogen hast, das dir später geholfen hat?

SPEAKER_00

Ja, ich glaube, nicht so viel Angst zu haben, Dinge auszuprobieren. Und natürlich hatten wir damals auch irgendwie Sorgen, was ist, wenn da niemand kommt, bleiben wir auf den Kosten sitzen und so weiter. Was war so, wie sagen, die ersten Schritte, dass man sich einfach traut, auch Sachen umzusetzen und so ja auch Selbstvertrauen findet, dass man selbst auch coole Sachen auf die Beine stellen kann. Ich glaube auch, also es ist sicher jetzt auch nicht weg bei mir so. Also ich zweifle auch viel an mir und habe auch sozusagen Angst vor manchen Sachen, aber das war auf jeden Fall ein Learning, das ich gezwungen habe, dass ich auch was erreichen kann, sozusagen, wenn ich selbst was auf die Beine stelle.

SPEAKER_01

Voll schön. Und cool, wenn man das schon eben während der Schulzeit machen kann. Du hast dann gesagt, du bist nach Deutschland gegangen, um Jura zu studieren. Ich meine, gerade beim Rechtsstudium ist man ja dann eigentlich relativ gebunden an das Land. Wenn du jetzt in Deutschland Jura studierst, dann ist man ja eher im deutschen Recht versiert. War dein Ziel eigentlich aus Österreich auszubrechen? Wolltest du, warum hast du nicht in Wien Jus studiert?

SPEAKER_00

Ja, aber gar nicht so eine geplante Entscheidung. Also mal ganz grundsätzlich, zum Glück sind wir in der EU, wo es auch sowas wie Freedom of Services gibt. Und das gibt einem dann schon auch die Möglichkeiten, dass man mit einem Abschluss aus Deutschen oder einer Zulassung in Deutschland auch in Österreich praktizieren könnte und das auch nicht wahnsinnig kompliziert. Aber das war jetzt auch kein großer Gedanke, den ich damals hatte. Ich würde auch sagen, dass Jura eher ein Verlegenheitsstudium war, weil ich gar nicht so genau wusste, was ich sonst machen soll. Und das waren einfach damals private Gründe. Mein Onkel hat in Hamburg gelebt, ich war da eine Zeit lang, habe dort gearbeitet, habe dann dort meine Ex-Freundin kennengelernt und ja, so habe ich dann wohlgefühlt in Hamburg und gar nicht so viel drüber nachgedacht oder mir gar nicht, ja auch in dem vielleicht Bereich, gar nicht so viel Sorgen auch um die Zukunft gemacht, sondern gewusst, irgendwie, ich bin hier gerade glücklich, das fühlt sich gerade gut an und ich werde meinen Weg schon finden in der Zukunft. Also da hatte ich dann offenbar genug Selbstvertrauen in mich selbst, um zu sagen, ja, es wird sich schon was, wird sich schon was Gutes ergeben und ich muss jetzt nicht irgendwie, also ich muss nicht jeden Schritt in 15 Jahren planen, weil das wird eh irgendwie anders kommen wahrscheinlich, ja.

SPEAKER_01

Ja, ja. Und dann hat sich quasi wieder nach Österreich zurück verschlagen. Ich sehe da auf LinkedIn, du hast bei Herbst Kinski gearbeitet. Das war wahrscheinlich die Organisation, wo du dann auch in die Startup-Szene mehr hineingekommen bist. War das während deiner Herbst-Kinski-Zeit, dass du an Notarity gestartet hast zu arbeiten?

SPEAKER_00

Genau, ich habe das eigentlich schon davor gemacht. Ich habe damals die Kanzlei, wo ich gearbeitet habe, hieß WiPOC. Damals ist sie noch im S ⁇ P. WiPOC, das ist eine, würde ich sagen, coole deutsche Kanzlei, weil die sehr modern denken, also flache Hierarchien, das auch wirklich Leben, gute Te-Ausstattung, viel auch auf Tech setzen, haben jetzt auch ein großes Team, was wirklich nur AI-Themen vorantreibt dort, intern und eben viel im WC-Bereich macht. Und eben im Referendariat hat man so unterschiedliche Stationen und mir war damals eigentlich schon sehr klar, dass ich nach Wien wieder will. Und ich habe auch schon, war viel in Wien, auch während Covid, und habe Homeoffice gemacht. Und da gab es eine Wahlstation und ich habe dann damals meinen Chef gefragt, hey, was empfiehlst du in Wien, wo soll ich hingehen? Und dann hat er mir Herbskinski empfohlen und dort habe ich dann die Wahlstation noch drei Monate bei Herpskinski gemacht, aber war eben nur so eine dreimonatige Station im Referendariat, aber natürlich auch viel gelernt und auch einige Insights in die österreichische Saddle-Szene bekommen. Aber so die Notarity ist in den Kinderschuhen gesteckt, schon damals so. Sehr cool. Also es ist nicht dort, dann bestanden, sondern ein bisschen davor.

SPEAKER_01

Verstehe. Und du hast es ja nicht alleine gestartet, du hast ja Co-Founder. Wie habt ihr euch kennengelernt? War das über die Kanzlei, war das über Freundeskreis? Wie ist euer Co-Founding-Team zusammengekommen?

SPEAKER_00

Mit dem Alex war ich gemeinsam in der Klasse. Und mit dem Alex habe ich auch damals diese Events veranstaltet. Gemeinsam schon. Also den kenne ich schon sehr lange.

SPEAKER_01

I wusstet, sie können es gut zusammenarbeiten und gut zusammen feiern. Das ist ein guter Startpunkt.

SPEAKER_00

Und Alex hat auch einen teils juristischen, teils wirtschaftlichen Hintergrund und wir haben aber natürlich auch Entwickler gebraucht. Und mein kleiner Bruder hat Informatik studiert und ich war auch eine Zeit lang in Informatik inskripiert und war dann auch immer wieder so ein bisschen in einem Freundeskreis von meinem Bruder unterwegs. Und einen, den Sebastian, den kenne ich auch schon lange. Also weil der auch mit meinem kleinen Bruder in der Klasse war und dort in diesem Freundeskreis war eben auch noch der Max. Und ja, dort habe ich gefragt, wer Lust hätte, da mitzumachen. Und so haben wir die kleinen gefunden. Aber es ist sozusagen alles persönliches Netzwerk gewesen. Und ich muss sagen, dass ich auch da wirklich großes Glück habe mit meinen Co-Foundern oder auch, glaube ich, dass wir das ganz gut machen, weil wir Themen sehr hart diskutieren in der Sache und Meinungsverschiedenheiten wirklich sehr, sehr offen austragen können und auch oft sehr unterschiedlicher an sich sind, aber noch nie wirklich einen gröberen Konflikt hatten oder einen gröberen Streit, der sich jetzt dann über länger hingezogen hat.

SPEAKER_01

Sehr stark. Das heißt, waren alle von Anfang an dabei oder habt ihr mal gestartet und dann die Tagis dazu geholt oder wie war das damals?

SPEAKER_00

Ja, die ersten Zeilen-Code sozusagen, haben noch zwei andere Devs geschrieben. Der Marlon, mit dem habe ich auch Partys gemacht, das waren Alex Marlon und ich und noch ein Vierter, der Dev ist. Und damals hat der Marlon, also der war sozusagen, hat auch seinen Hauptjob sozusagen gekündigt, wollte ich selbstständig machen und hat so an Projekten gearbeitet. Das war ein Projekt, an dem er gearbeitet hat. Er hat sich dann entschieden, um zwei anderen eine Software Agency zu gründen. Und die sind auch sehr, also die sind wirklich sehr, sehr, nicht auf, sondern sie sind sehr, sehr erfolgreich. Also glaube ich war eine sehr gute Entscheidung für die. Und er hat dann das Übergeben sozusagen an Max und Bastel. Das war aber ziemlich am Anfang.

SPEAKER_01

Okay, spannend. Und du hast jetzt gesagt, am Anfang war das quasi noch nebenbei. Dann, wie hast du das einerseits auch dir eingeteilt, weil ich meine, die Anwalterei, das ist jetzt nicht unbedingt ein Beruf, wo du einen 9-to-5-Job hast und dann vielleicht auch schon mal um vier nach Hause gehst, um dann nebenbei noch was zu programmieren und was zu bauen. Wie war da der Anfang und ab wann war für dich klar, okay, wenn da muss ich jetzt Vollzeit reingehen, damit da was weitergeht?

SPEAKER_00

Also ich würde sagen, das Referendariat ist nicht so fordernd von der Arbeitsbelastung wie jetzt zum Beispiel Konzipiienz. Also dadurch, dass man kürzer bei den Stationen ist, vor allem, also vor allem in den Anwaltskanzleien ist es weniger fordernd als die anderen Stationen bei Gerichts- oder Staatsanwaltschaft, zumindest glaube ich, wenn man da, oder bei den Behörden, wenn man da einen pragmatischen Ansatz wählt, frisst das auch nicht extrem viel Zeit, ist in meiner Erfahrung. Und das Dritte war bei mir, dass das so die Anfangszeiten auch von Covid waren und man da gerade so in Behörden und bei Gerichten eigentlich noch überhaupt nicht wusste, wie man tut und dass das dann jetzt auch nicht so extrem gut organisiert war, dass da Remote Work, sag ich mal, auslastend für alle war, gerade wenn man da nur kurz war. Also da hatte ich auf jeden Fall auch Zeit und viel Zeit zu Hause, in der ich mir so überlegen konnte, was ich mache. Und ich habe dann auch zuerst begonnen, an anderen Projekten sozusagen zu arbeiten. Also wollten zuerst sowas im Bereich Mietrecht machen, aber haben das schnell verworfen. Und dann wollten wir sowas im Bereich, also damals war auch Brexit ein Thema, dann wollten wir so einen Service bauen, der, ja, wo man Limiteds in GmbHs überführen kann und dann ist es, ist es zu dem Thema gekommen. Aber ich würde sagen, so Mix aus Anfangszeit Covid, was man auch fairerweise sagen muss im Referendariat, hat man am Ende eine sehr große Prüfung, das sogenannte zweite Staatsexamen, und da wird einem auch immer ein bisschen Zeit reserviert zum Lernen.

SPEAKER_01

Und ich würde auch sagen, abgelegt?

SPEAKER_00

Ich habe die Prüfung abgelegt, ja.

SPEAKER_01

Okay.

SPEAKER_00

Ich habe dann da dann irgendwann, also es stand dann schon auch irgendwann auf der Kippe, wo ich gesagt habe, hey, ich hätte jetzt eh keinen volljuristischen Job machen, aber es war dann doch irgendwie so, mein Ego hat dann schon gesagt, hey, mach das noch fertig. Und auch so meine Familie zum Beispiel, die sich ja sicher da ein bisschen vorsichtiger denkt, war auch, ja, mach das unbedingt noch fertig. Und ich habe mich damals das Glück, dass ich einen Kollegen im Studium hatte, der sich sehr viel mit Lernpsychologie auseinandergesetzt hat. Und von dem habe ich einfach, sage ich mal, so Wissen angezapft, wie man sich sehr effizient auf so eine Prüfung vorbereiten kann, dass man mit möglichst wenig Zeiteinsatzrohe Ergebnisse erzielt. Und was war das? Ja, im Youth-Studium, was total viele Leute machen, ist Skripten lesen und mit Highlighter markieren und dann vielleicht noch Zusammenfassen schreiben. Aber da gibt es auch viel Research dazu, dass es eine extrem ineffiziente Lernmethode ist. Weil das sozusagen passives Lernen ist. Also ich lese was und dann fasse ich das vielleicht zusammen, aber es ist relativ passiv. Und warum machen das viele Leute? Weil es das Hirn nicht so sehr fordert wie aktives Lernen. Und unser Hirn ist so bipolt, dass es halt möglichst wenig Energie verbrauchen will, weil wir überleben wollen und nicht immer so viel zu essen hatten. Und deswegen sozusagen vermeidet das Hirno kognitive Anstrengung. Deswegen ist es irgendwie eine Lernmethode, die sich für viele angenehm anfühlt. Und was viel wirksamer ist, ist sozusagen aktives Lernen. Also dass man zum Beispiel, dass man in anderen Bereichen gut nutzen, dass man etwas liest und dann wirklich Fragen dazu bekommt. Also ich kann mich jetzt zum Beispiel, weiß ich nicht, zum Beispiel mit AI sich stellen lassen und dann die versucht sozusagen selbst zu beantworten, also selbst irgendwie eine Antwort runterzuschreiben auf diese Frage. Und dann gab es noch eine Metapher, die ich sehr schön fand, von meinem Kommilitonen damals, der gesagt hat, hey, wenn sozusagen ein Schwimmer oder eine Schwimmerin sich auf einen Wettkampf vorbereitet, dann ist die Hauptaktivität, die er oder sie macht, ist schwimmen und nicht irgendwie Krafttraining. Und im Staatsexamen schreibt man am Ende acht Klausuren, die recht fordernd sind. Und das wird aber viel zu wenig trainiert, sozusagen, dieses Klausuren schreiben. Und eigentlich das Einzige, was ich dann gemacht habe, ist, dass ich so, also es gibt so wahnsinnige Fallen von so wahnsinnige Sammlungen von so Altklausuren, dass ich so Altklausuren, alte Examensklausuren genommen habe und dass ich die Fälle sozusagen gelöst habe und Teile davon geschrieben habe. Also ich habe keine einzige Seite Skripts oder Lehrbuch gelesen, sondern habe nur das gemacht und habe dann es auch geschafft mit, ich sag mal, ich habe noch immer viel gelernt, aber mit sehr moderatem Lerneinsatz für diese Prüfung eigentlich eine ganz gute Note zu schreiben.

SPEAKER_01

Voll gut. Ja. Darüber spricht man auch in der Schule und im Studium viel zu wenig. Wie macht man es eigentlich smart, sodass man sich dann auch langfristig die Sachen merkt? Weil es ja nicht nur, dass es quasi nicht effizient ist, sondern auch die Frage, wie nachhaltig bleibt das Wissen. Ich habe das Gefühl, wenn man eben auch etwas erklären muss. Oder also ich merke das immer bei den Podcast-Vorbereitungen, eben die Sachen, über die ich im News-Podcast zum Beispiel spreche, die bleiben mir so viel mehr in Erinnerung wie andere Artikel, die ich auch lese, aber halt dann nur über Flick und nichts mehr weiter damit mache.

SPEAKER_00

Ja, absolut. Man sagt ja auch, wenn man einfach was erklären kann, dann hat man es richtig verstanden und so. Also wenn man ein komplexes Thema einfach erklären kann, sorry.

SPEAKER_01

Toll. Ja, gehen wir wieder zurück von der Lernpsychologie zu deinem unternehmerischen Weg. Wann war dann der Zeitpunkt, wo du gesagt hast, okay, jetzt gehst du all in? War da, ist da irgendwas Unternehmerisches auch passiert? War da irgendein Feedback, das sie bekommen hat oder hat sich da was eingebahnt an einer ersten Kundenbeziehung. Wie war das?

SPEAKER_00

Genau, Kundenbeziehungen gab es damals nicht. Das war sozusagen Pre-Revenue, Pre-Launch und wir haben aber eine Förderung bekommen, die wir sozusagen auch mit Eigenkapital hedgen mussten oder wo wir einen Eigenkapitalanteil auch haben mussten. Und wir hatten aber alle kein Geld dafür, um diesen eigenen Kapitalanteil zu stellen. Und dann haben wir gesagt, okay, jetzt müssen wir uns irgendwie einen Investor suchen oder Investoren suchen oder Angels suchen. Und das haben wir gemacht, das hat auch ganz gut geklappt. Und ja, dann war aber auch die Bedingung, okay, wenn wir da investieren, dann müsste das schon auch Vollzeit machen.

SPEAKER_01

Und hat für mich auch gut gepasst.

SPEAKER_00

Ich habe das auch gern gemacht, ja.

SPEAKER_01

Ja. Wie habt ihr euren ersten Angel gefunden? Das ist ja, wenn man am Anfang auch nicht immer so leicht.

SPEAKER_00

Vielleicht auch dazu etwas für uns was gar nicht so schwierig. Und das hat auch wieder, also ich habe da auch wieder, weiß ich nicht, ob das jetzt eine narrative Verzerrung von mir ist, aber ich habe da auch wieder so einen psychologischen Ansatz, den ich erklären kann, oder den ich habe, warum ich glaube, dass das so war. Und zwar, wenn wir Wahrscheinlichkeiten einschätzen als Mensch, dann gehen wir zumindest nach einem Modell von Kahnemann danach, dass wir mit sogenannten Verfügbarkeitsheuristiken arbeiten. Also wenn wir zum Beispiel einschätzen müssen, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass heute irgendwo ein Terroranschlag ist, dann würde ich jetzt das so assessen, dass ich mir denke, okay, welche Berichte, welche Zeitungsberichte habe ich zum Beispiel gelesen über Terroranschläge in Madrid, was habe ich verfügbar sozusagen. Und danach schätze ich dann die Wahrscheinlichkeit ein und weil viel berichtet wird über Terroranschläge, tendieren wir immer dazu, die Wahrscheinlichkeit Terroranschläge höher einzuschätzen, als er eigentlich ist. Und ich glaube, dass es ähnlich war bei diesem Investment, weil Notartermine und das für Probleme das erzeugen kann, das ist etwas einfach, was Investoren überdurchschnittlich häufig spüren. Also ich würde sagen, die meisten Menschen gehen vielleicht ein einziges Mal in ihrem Leben zum Notar oder zweimal, vielleicht wenn man was erbt oder wenn man einmal in seinem Leben eine Wohnung kauft oder so und haben das dann nicht so verfügbar. Aber wenn Investorinnen und Investoren sehr oft sind, dann habe ich, ja, schätzen sie dieses Problem auch besonders hoch ein. Und was wir dann aber effektiv gemacht haben, wir haben einfach in Startup-Medien geschaut, Podcasten zum Beispiel, wer sind so Leute, die investieren oder auch im Firmen ABC geschaut, wer sind die Leute, die bei anderen Startups investiert sind, und haben die dann einfach auf LinkedIn angeschrieben.

SPEAKER_01

Cool. Auch bold quasi ohne Warm Intro einfach eingeschrieben. Und ich meine, das ist tatsächlich eine Problemstellung, die Investoren natürlich, wo sie alle einen persönlichen Bezug haben, weil sie alle immer wieder vor Notan sitzen und den Pain kennen, dass wenn man das auch noch physisch machen muss, ist ja generell schon mal ein mühsamer Prozess, gerade bei einem Investment, sich die sehr langen Verträge anzuschauen. Ihr seid ihr mittlerweile nicht nur in Österreich tätig. Wie hat sich das entwickelt und wo seid ihr mittlerweile überall tätig?

SPEAKER_00

Grundsätzlich ist der Traum natürlich irgendwie immer gewesen, dass wir es international machen, aber da haben wir Kunden in über 100 Staaten auf der ganzen Welt. Wow. Und ja, aktiv, wirklich, also wir sind da, würde ich sagen, auch sehr opportunistisch, einfach auch mit Google Ads, die wir weltweit schalten zum Beispiel. Aber also wirklich aktiv Sales on the Ground machen wir jetzt noch in Spanien nebenbei. Und das ist auch mit Österreich ungefähr gleich stark derzeit wie Österreich, aber es wird es jetzt auch demnächst stark überholen.

SPEAKER_01

Spannend, warum Spanien?

SPEAKER_00

Ich würde sagen, weil die sehr ähnlich wie Österreich auch sehr strenge neutrale Formerverhältnisse haben. Und dann würde man eigentlich direkt an Deutschland denken als erstes. Aber im Unterschied zu Deutschland, Deutschland hat wirklich die innovationsfeindlichsten rechtlichen Rahmenbedingungen auf der ganzen Welt. Und in dem Bereich, und das ist auch Konsequenz dort der Lobby der Bundesnatarkammer, die das, würde ich sagen, einfach sehr, sehr professionell und geschickt gemacht hat, dass da ein Player wie wir keine Chance hat und das ist auch tatsächlich so. Und dann ist Spanien vielleicht eh schon eins der nächstgrößten, vielleicht sogar das nächstgrößte Land in der EU, bin ich mir gerade nicht ganz sicher. Und hat sehr strenge neutrelle Formerfordernisse. Plus irgendwie würde ich sagen, ein Mindset bei den P-Leuten, das auch, ich sage ein bisschen technologieoptimistischer ist als vielleicht in Österreich und in Deutschland und ein bisschen offener auch mit einem jungen, unbekannten Startup zusammen zu arbeiten.

SPEAKER_01

Spannend, ja. Ich hatte das eine Zeit lang oder anfangs nicht zu am Schirm, aber in Spanien tut sich recht viel. Der Hansi schwärmt immer wieder, wenn ich ihn sehe. Und hat er auch da lange gelebt. Von dem her sehr spannend. Du hast dich auch in der EU-Inc-Debatte immer wieder auch auf LinkedIn und Co. dazu geäußert. Was denkst du, wenn du dir generell Europa anschaust und wo sich die Startup-Szene hinentwickelt, was sind noch so die größten Stellschrauben, an denen wir drehen müssten, damit wir ein stärkeres Ökosystem haben?

SPEAKER_00

Ich glaube tatsächlich, das wirklich größte Thema ist schon auch ein Mindset-Thema, dass wir viel kleiner denken als oft in den USA und uns da einfach sehr zurückhalten, insgesamt in Europa. So sage ich jetzt mal die institutionellen Themen, warum jetzt weniger investiert wird, zum Beispiel in Europa, traue ich mich gar nicht so ganz genau zu beurteilen, was da die Hintergründe sind. Was ich auf jeden Fall merke, auch wenn ich jetzt sozusagen über Landesgrenzen hier operate, ist, dass es schon einfach nicht wirklich diesen versprochenen Single Market gibt. Und nach meiner Erfahrung sind die größten Stellschrauben, die leider die EU nicht adressiert, weil ich glaube, wenn man da von vornherein gesagt habe, es ist sehr schwierig, eine Einigung zu erzielen. Employment, also es ist wahnsinnig schwierig, Leute über Landesgrenzen in der EU to employent und einen richtigen Spießrouten Steuern, also zum Beispiel so Mehrwertsteuer innerhalb der EU. Also das ist schon schwierig, da grenzüberschreitend zu arbeiten. Zu EU Inc. an und für sich, ob das jetzt in der Sache, also nicht genau, wie das jetzt ausgehen wird, ob das jetzt ein riesen Impact hat, keine Ahnung. Das traue ich mir einfach nicht zuzuordnen. Ich glaube es ist einfach auch von der Signalwirkung total wichtig, dass wir sagen, hey, we wollen ein starkes Europa haben mit einem Single Market. Und ja, also zum Beispiel, also was ich sagen kann aus meiner Erfahrung, ist, was sicherlich nicht gut ist, ist wenn es 27 unterschiedliche Register gibt, die Rechtsvorschriften unterschiedlich interpretieren, weil ich das auch jetzt einfach sehe, weil wir sehr viel grenzüberschreitend mit Registern in Europa unterwegs sind. Also dass das also dazu habe ich tatsächlich Praxiserfahrung, dass das schon, glaube ich, ein großer Blocker sein wird und könnte und dass das schon gut wäre, wenn es da ein zentrales Register gibt mit einem EU-Cord oder wie auch immer, das dann dafür zuständig ist, ja, für die Eingaben, weil sonst am Ende des Tages wieder 27 zersplitterte Regime entstehen.

SPEAKER_01

Ist ja tatsächlich auch in dem Vorschlag der Kommission drinnen quasi, dass ein EU-weites Firmenbuchregister kommen soll. Also schauen wir mal, ob wir das tatsächlich schaffen, dann auch durchs Parlament und durch den Rat zu bringen. Damit würden wir schon langsam zu unserer Speedrun kommen. Und da wüsste ich gerne von dir, was ist denn dein größtes Learning?

SPEAKER_00

Mein größtes Learning, oder ich so zu sagen, was mir am besten hilft, sane zu bleiben, ist ich habe mal gesagt bekommen, hey, du bist jetzt Unternehmer, dein Job ist es, Probleme zu lösen und verliebt dich darin. Und ja, das habe ich glaube ich sehr verinnerlicht. Das ist einfach, ja, ich Spaß daran finden muss, Probleme zu lösen und wenn ich den nicht habe, dann werde ich meinen Job hassen und ich mache das mittlerweile wirklich gerne, wenn ich ein Problem bekomme und sehe das eher wie so ein Rätsel. Und ich glaube, das hilft mir sehr auf meiner unternehmerischen Reise, ja.

SPEAKER_01

Auf jeden Fall. Hast du einen Lifehack für uns?

SPEAKER_00

Was mir auch total geholfen hat, ist, extrem konsequente To-Do-Listen zu führen. Also wirklich jedes To-Dool, das mir einfällt, an einem Ort niederzulegen, wo ich weiß, dass ich da jeden Tag wieder drauf zurückkommen werde und nicht die ganze Zeit über Dinge nachdenken muss, die mir irgendwie im Kopf rumschwören. Sehr simpel und total effektiv. Ich nutze das Notion, Notion nutze ich dafür, aber es kann alles sein. Also es ist eigentlich das Tool völlig wurscht.

SPEAKER_01

Hast du eine Buchempfehlung?

SPEAKER_00

Ja, ich habe da vorhin auch schon kurz was gesagt dazu, Thinking Fast and Slow von Daniel Kahnemann.

SPEAKER_01

Tolles Buch. Ein Lieblingsprodukt.

SPEAKER_00

Ja, Notion. Finde ich ein total geiles Produkt. Also sie nutzen es nicht nur für To-Do-Listen, sondern für extrem viel. Und wenn man da mal ein bisschen reinkommt und die Power entdeckt, echt cool.

SPEAKER_01

Und was bei FutureWiki auch nicht fehlen darf, hast du ein Lieblingsschimpfwort für uns.

SPEAKER_00

Je bemt die Sunze. Bitte was? Das ist Serbisch. Je bemt die Sunze.

SPEAKER_01

Okay.

SPEAKER_00

Ja, gibt es ein bisschen einen Hintergrund dazu. Ja. Also kurzform, der Alex, mein Mitgründer, hat gesagt, wenn wir den Rechtsstreit gewinnen und er hat das als nach erster Instanz considered gewonnen und dann tätowiert er sich das und er seit groß am Oberschenkel mit einer Sonne und war damals, weil wir einer unserer ersten Mitarbeiter ein Serbe war, der das ist viel gewartet vor allem im Büro.

SPEAKER_01

Herrlich. Finde ich gut. Das ist definitiv ein First bei FutureWiki. Hast du einen Moonshot für uns nach JF Kennedy?

SPEAKER_00

Ja, es knüpft auch ein bisschen daran an, was wir jetzt gesprochen haben zu EU-Ink. Ich habe glaubt, dass Europa und ich wünsche mir es auch sehr total gute Chancen hat, so das nächste Silicon Valley zu werden oder absolute Innovation zu haben. Und ich glaube einfach, dass es nirgends mehr so auf der Welt Werte wie Demokratie, Rechtszeitigkeit, Menschenrechte so hochgehalten werden wie in Europa. Und ich glaube, dass das auch gerade viel Talent derzeit anzieht. Und wenn wir es noch schaffen, sozusagen ein bisschen aus diesem bürokratischen Fesseln in Europa zu betreiben, glaube ich, wird Europa in 20, 30 Jahren der absolute Technologiehub weltweit werden und Innovationshub.

SPEAKER_01

Das ist ein Moonshot, den ich unterschreiben kann. Und dann noch eine Prediction, etwas, wo du dir sicher bist, dass das eintreten wird.

SPEAKER_00

Die ist ein bisschen pessimistischer. Ich glaube, dass AI total viele White-Collar-Jobs vernichten wird oder schon dabei ist, die zu vernichten. Und ich glaube auch nicht, dass es so ist, dass dann viele sagen, jede technologische Entwicklung vernichtet Jobs, es entstehen neue. Ich glaube schon, dass neue entstehen, aber nicht in der Menge, wie es ist beim vernichtet. Und ich bin der Meinung, dass das eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen werden wird, die auf uns in den nächsten Jahren zukommt und dass wir uns da eigentlich überhaupt keinen Plan haben, wie wir damit umgehen werden.

SPEAKER_01

Ja, da braucht es noch viele gute Konzepte. Vielen Dank, Jakobus. Sehr schön, dass du da warst und von deiner Geschichte erzählt hast. Geh noch einen schönen Tag da draußen, wir hören uns das nächste Mal dann bei den News am Donnerstag. Tschüss!