Future Weekly

#507 - Glasswing, Ungarns Wende, Drohnen-Revolution

Markus Raunig & Luisa Schiffke Episode 507

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🧠 Project Glasswing

🇭🇺 Ungarische Wende

🇺🇦 Ukraine als Europas Tech-Hochburg

👀 Anthropic plant Fonds für AI Rollups

🍡 Token Addiction

🤝 Pi wird Teil von Earendil

Production: Hanna Moser

Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com

Markus

Einen wunderschönen guten Morgen, guten Mittag, guten Abend, willkommen bei FutureWiki. Heute mit mir Markus und der großartigen Luisa. Hallo Luisa, hallo ihr da draußen. Ja, wir haben sehr spannende Themen im Gepäck diese Woche. Wir reden über Project Glasswing und Entropics neues Modell namens Mythos. Wir reden über die politische Wende in Ungarn und was das für Europa bedeutet. Wir reden über Ukraine, über die Ukraine, die sich mehr und mehr zu Europas Tech-Hochburg entwickelt, über Entropic, die jetzt auch darüber nachdenken, AI-Rollup Private Equity Fonds zu machen. Wir reden über die allgemeine Token Addiction und was das mit den Menschen macht. Und wir reden über Pi, das Teil von Arendale wird, eine österreichische Success Story, mal wieder im Bereich der künstlichen Intelligenz. In diesem Sinne, Future Weekly, here we go. Ja, und wir starten mit den News. Luisa, hast du schon von Project Glasswing gehört?

SPEAKER_04

Ja, habe ich gehört. Fand ich sehr spannend, weil das ja doch etwas ein Thema ist, wo man sich denkt, okay, da gibt es viele Fragezeichen. Und vor allen Dingen auch, weil es so ein erstes, oder ist es ein erstes oder ein weiterer Schritt zu dem, dass man sich denkt, wohin entwickelt sich das ganze AI-Thema und kann es irgendwann sein, dass uns das ein bisschen überholt? Genau. Kannst du da vielleicht nochmal ein bisschen einen Einblick geben, was sich da genau getan hat?

Markus

Jawohl. Entropic hat ein neues Modell angekündigt namens Mythos, also eine neue Modellgeneration eigentlich. Bis jetzt aktuell ist es ja die Modellgeneration Opus. Und mit diesem neuen Modell sind sie drauf gekommen, dass im Zuge des Testen des neuen Modells, diese Modelle werden ja dann quasi auch grundsätzlich getestet, was man damit alles anstellen kann, aber auch durchaus die Gefahren, die damit einhergehen. Also ganz wichtig, das Alignment-Team, das kümmert sich eben darum, dass das aligned ist mit den Interessen der Menschheit und dass das halt auch keine eigenen Interessen entwickelt im Zuge, dass das potenziell die Menschheit ausläuft. Aber was da auch getestet wird, ist, was man halt als Mensch alles für Schabernack anstellen kann mit solchen Modellen. Dabei hat sich herausgestellt, dass dieses neue Modell Mythos sehr effektiv dabei ist, Softwareschwachstellen zu erkennen, also dementsprechend von Hackern genutzt werden könnte, um allerlei Software zu knacken. Und das, was ein Chopic jetzt gemacht hat, ist, dass es anstatt dieses Modell zu veröffentlichen, für die breite Masse, sich erstmal zusammengetan hat mit einigen anderen großen Playern, besonders Player, die Software betreiben, die heikel ist. Also jetzt zum Beispiel die großen Betriebssystemanbieter, Google Apple, klar, eine Bank ist auch dabei, einige Cyber Security-Firmen, CrowdStrike und Palo Alto Networks, Amazon ist auch dabei, Microsoft ist dabei. Mit dem Ziel, dass man diesen Unternehmen einen Vorsprung gibt, ihnen die Möglichkeit gibt, sich vorzubereiten und ihnen auch die Möglichkeit gibt, dieses Modell zu nutzen, um diese Schwachstellen in ihrer Software auszubessern. Und ja, damit hoffentlich zumindest die großen, gefährlichsten Schnittstellen beseitigt, bevor das Modell rauskommt. Und ja, hast du dir schon Gedanken gemacht, was von deiner persönlichen, von deinem Software-Stack da potenziell Schwachstellen haben könnte?

SPEAKER_04

Ich habe, als ich mir die Artikel dazu durchgelesen habe, habe ich mir so ein bisschen gedacht, okay, schwierig. Ich glaube tatsächlich, dass ich mir mal ein bisschen bessere oder ein bisschen mehr Gedanken dazu machen muss, definitiv. Was einerseits so das Arbeitssetup bedeutet. Ich meine, das haben wir auch neulich allein schon gesagt, wenn man jetzt Claude Co-Pilot verwendet, alleine da, worauf hat Claude dann überall Zugriff drauf, was bedeutet das etc. Wir hatten da einen coolen Workshop mit einem unserer ELP-Fellows, der uns da ein bisschen im Team auch eingeführt hat, was damit alles möglich ist, wo er dann gemeint hat, es gibt super viele coole Tools, aber er persönlich ist zum Beispiel super vorsichtig und hat noch nicht mal seinen eigenen Namen, noch nicht mal den Vornamen verwendet. Und ich finde, das ist etwas, wo bis jetzt quasi mit gesunden Menschenverstand hat man schon viel machen können. Und mittlerweile braucht es aber ein bisschen mehr als gesunden Menschenverstand und man muss sich nochmal mehr damit auseinandersetzen. Und was ich schon auch nochmal sehe, ich differenziere nochmal stärker zwischen Privatleben und Berufsleben, was die Sicherheit angeht, weil ich sage, okay, im Beruflichen gehe ich teilweise ein gewisses Risiko ein, um auch gut mithalten zu können, im Sinne von, da verwende ich natürliche AI, weil ansonsten hinkt man da ganz schnell hinterher. Gleichzeitig im Persönlichen bin ich auch deutlich vorsichtiger und sage zu vielen Dingen auch ganz bewusst nein, weil ich mir denke, da ist mir das Risiko ein bisschen zu hoch, dass das zu viele Einblicke ins Privatheben hat.

Markus

Wie ist es bei dir? Letzte Woche mein Handy geschrottet und habe jetzt einen Ersatz gerät. Nein, nicht absichtlich. Nein, nicht absichtlich, super anstrengend. Es hat auch weiter funktioniert, aber es ist halt gebrochen. Und musste jetzt quasi meine ganzen ganzen Daten auf dieses neue iPhone. Und was abgesehen davon, dass es ewig dauert und super anstrengend ist, was mir schon wieder bewusst geworden ist, wie mächtig dieses Telefon mittlerweile ist. Also wie viel Banking, wie viel staatliche Infrastruktur, also wie viel halt alles mittlerweile über diesen Face Can zum Beispiel läuft. Oder die Face Recognition. Das ist schon bemerkenswert. Und wenn man sich jetzt überlegt hätte, das könnte man knacken und jemand kann einfach quasi die Face Recognition vom iPhone aushebeln und so Zugriff auf all diese Sachen haben, von privat über beruflich, das ist schon scary. Und auf der anderen Seite, ja, was ich mir auch gedacht habe im Zuge dessen, ich bin ein großer Fan von Beleuchtungen, wo ich mit einem Knopf halt das Ganze zu Hause steuern kann. Also ich habe total viele Smart Lights von Philips Hue und Smart Speaker, und das ist schon auch alles Sensorik, die man natürlich hacken kann und wahrscheinlich weit schlechter geschützt sind als jetzt zum Beispiel das iPhone. Also durchaus etwas, was mich zum Nachdenken gebracht hat, wie man diese Schwachsteilen auch vielleicht schließen kann, was wirklich notwendig ist, wo es das Digitale wirklich braucht. Gleichzeitig, ja, es ist also der Nutzen für mich auch von künstlicher Intelligenz im Privaten. Das ist einfach auch so Parenting-Sachen. Oder gestern habe ich Pflanzen umgetopft. Dann schicke ich halt Claud ein Bild von der Pflanze und frage, ob ich beim Umtopfen irgendwas bedenken soll. Und Claud sagt mir, halt stopp. Da ist irgendeine, was weiß ich, Blattlaus oder so. Ich sehe eine Blattlaus, das muss auf jeden Fall, bevor du umtopfst, muss man das, muss man diesen Ast unten wegschneiden und uns folgendes Mittel verwenden, um diese Läuse loszuwerden. Und auf keinen Fall soll das in der Nähe von anderen Pflanzen kommen. So, okay. Also es ist schon unglaublich hilfreich, was da mittlerweile möglich ist. Gleichzeitig muss man jetzt halt auch bei dem ganzen Thema sagen. Außer jetzt diese ausgewählten Unternehmen weiß natürlich niemand, wie gut Mythos wirklich ist für einen Dropic. Die haben sich ja in der Vergangenheit schon immer wieder ausgezeichnet, dadurch, dass sie, sag ich mal, strecken Szenarien ganz gut auch dargestellt haben und damit aber auch die eigenen Capabilities natürlich gestärkt haben. Also jetzt ein Dropic, die bereiten sich ja auch auf den Börsengang vor und grundsätzlich verbrennen unfassbar viel Geld. Also die Finanzierungsmöglichkeit oder die Refinanzierung, die sie brauchen, ist wichtig. Viel wird passiert da aktuell über Secondaries. Und das ist für sie ein ganz entscheidender Faktor auch für den Erfolg. Also für sie macht es auch Sinn, diese neuen Modelle, die es noch nicht gibt, als sehr gut und sehr gefährlich darzustellen. Insofern, wie viel da jetzt da wirklich dahinter steckt, kann wahrscheinlich niemand sagen. Grundsätzlich, glaube ich, ist es sehr löblich, dass sie sollte diese Gefahr bestehen, dass sie das dann nicht gleich auf die Menschheit loslassen, sondern erst einmal die wichtigsten Sicherheitslücken schließen. Und es wird sich dann zeigen, sobald dieses Modell auf den Markt kommt, wie sehr da dann halt auch wirklich die Gefahr davon ausgeht, was wahrscheinlich auch aus ihrer Perspektive nicht zu unterschätzen ist. Ich könnte mir vorstellen, dass ein Tropic aktuell grundsätzlich mit Compute, also Rechenpower, struggelt, weil die haben ein unfassbares Wachstum in den letzten Monat hingelegt. Kam gerade raus, dass sie beim Umsatz scheinbar jetzt sogar quasi annualized, dass wenn man das nimmt, was sie jetzt im letzten Monat gemacht haben und das hochrechnen aufs ganze Jahr, haben sie OpenAI jetzt mittlerweile überholt. Also Wahnsinnswachstumstory. Und gleichzeitig, das muss man halt auch auf der Infrastrukturseite mal her hinbekommen. Es gab auch Beschwerden, dass jetzt die Modelle schlechter geworden sind in den letzten Wochen und dann viele Vermutungen, dass sie das runtergedrosselt haben, weil sie es halt sonst nicht darstellen können auf der Infrastrukturebene. Das heißt jetzt, dass dieses neue Modell nicht sofort in die Breite gekommen ist, glaube ich, ist auch aus der Perspektive für sie wahrscheinlich ganz sinnvoll, weil sie dann nur ein paar Companies haben, die das nutzen und nicht gleich die breite Masse.

SPEAKER_04

Ja. Auf jeden Fall super spannende Entwicklungen, die es in dem Bereich gibt. Und ihr redet im Podcast ja sehr, sehr häufig über AI, über die letzten Jahre schon. Und ich habe aber das Gefühl, aktuell tut sich tatsächlich auch so viel, wo man tatsächlich jede Woche irgendwie das Gefühl hat, okay, da hat sich jetzt gerade wieder was geändert. Also ja, sehr, sehr spannend.

Markus

Ich glaube, das ist, du hast recht, das ist von der, so wie man das jetzt als Endnutzer und jetzt sage ich jetzt mal auch als Non-Technical End-User wahrnehmend, glaube ich, ist es vergleichbar mit dieser ersten initialen Welle, die durch ChatGPT damals entstanden ist. Es ist jetzt schon dieses Agent-Systems, das tröpfelt jetzt mehr auch in die breite Mehrheit und das sind so die zwei großen Inflection Points, glaube ich, gewesen beim Thema AI. Die technische, die technische Revolution dahinter war ja immer ein bisschen vorher. Da war auch bei ChatGPT war ja schon im Sommer davor in den Tech, in der Tech Welt viel Hype um GPT damals und was damit möglich ist. Und da war jetzt eben auch schon im letzten Jahr Agents das große Thema bei den Leuten, die halt wirklich damit rumexperimentiert haben. Also der Peter Steinberger hat ja im Frühjahr letztes Jahr angefangen mit dem Thema zu experimentieren. Also es hinkt dann immer ein bisschen hinterher.

SPEAKER_04

Wobei ich finde, ein Jahr ist sogar ein Jahr ist gar nicht so eine große hinterherhin Zeit, wenn es um die breite Masse geht. Finde ich, geht eigentlich so.

Markus

Man muss auch sagen, also breite Masse wahrscheinlich in unsere Bubble. Ich weiß jetzt nicht, ob jetzt zum Beispiel unsere Eltern schon einen Cloudbot bedienen könnten. Ist glaube ich schon auch ein Weg oder Cloud Code. Aber es ist schon jetzt einfach in digital affinen People digital affin, in der digitalen Industrie, da ist es angekommen. Und das sorgt natürlich für große Verwerfungen. Ja, große Verwerfungen gab es auch in der europäischen Politik. Viel Spannung letztes Wochenende bei den Wahlen in Ungarn. Und da ist tatsächlich die Wende gelungen. Gab es ja, ich glaube, etwas 16 Jahre oder eine sehr lange Zeit Regime Orban mit der illiberalen Demokratie, wo also eigentlich alles gemacht wurde, um Macht einzuzementieren, wo alles gemacht wurde, um sehr schwierig zu machen, dass da jemand anderer an die Macht kommen könnte. Und tatsächlich hat es Peter Magier geschafft, diesen Wald zu durchbrechen und damit auch einen Blueprint abzuliefern, wie man eben so illiberale Herrschaften potenziell aufbrechen kann. Hast du das mitverfolgt?

SPEAKER_04

Super spannende Entwicklung auch da. Ich finde, das sind mit den positivsten Neuigkeiten, die ich bisher mitbekommen habe in dieser Woche. Ich finde es vor allen Dingen so spannend. Für mich hat das sehr lange so gewirkt, als wäre da jetzt eigentlich auch keine großartige Möglichkeit, das irgendwie aufzubrechen. Und dass man jetzt aber sieht, okay, es haben Wahlen stattgefunden und die Wahlen waren anscheinend auch zumindest so aufgesetzt, dass jemand anderes irgendwie eine Chance haben konnte. Und das ist sicherlich auch dieser Person zu verdanken oder der Partei dahinter zu verdanken, dass es möglich war. Also ich gehe mal davon aus, das war sicher nicht einfach. Und dass dann aber die Gesellschaft auch so stark dahinter steht. Ich meine, es wären 70 Prozent gewesen, die für ihn gewotet haben, oder?

Markus

Nein, es waren tatsächlich nur etwas über 50 Prozent, aber das ist dann noch das Eigentor gewesen von Viktor Orban. Der hat das Wahlsystem so aufgestellt, dass man mit, ja, jetzt zum Beispiel etwas über 50% vom Popular Vote dann trotzdem, definitiv mehr als eine Zweidrittelmehrheit der Parlamentssitze kommen kann. Und das war eben tatsächlich durch eine Wahlrechtsreform möglich, die Viktor Orban schon vor, ich glaube, Hausnummer zehn Jahren oder so umgesetzt hat, um eben mehr Macht zu bekommen, um eben auch verfassungsrechtliche Änderungen vorzunehmen. Das ist ihm jetzt am Ende auf den Kopf gefallen, weil diese Zweidrittelmehrheit war auch wichtig, damit Peter Magier jetzt die staatlichen Institutionen wieder liberal gestalten kann. Und das hat er auch angeknügt, dass er das machen wird. Das muss man natürlich jetzt schauen, was tatsächlich passiert. Man muss sagen, dass jetzt von der tatsächlichen politischen Ideologie ist es immer noch ein konservativ und immer noch, soll ich jetzt mal sehr restriktiv bei der Immigration. Also es ist bei den politischen Kernfragen oft durchaus ähnlich Orban, aber halt mit ein paar sehr zentralen anderen Perspektiven. Einerseits eben Rechtsstaat, die klare Trennung, die liberale Demokratie wieder einzuführen und andererseits die Haltung zu Russland und zu Europa. Also da war ja Orban so, dass er durchaus sehr offen war, was die russische Freundschaft eingegangen ist und gleichzeitig der große Blockierer in der Europäischen Union war. Also immer wieder Initiativen gab es der Europäischen Union, wo dann eben Orban ein Veto eingelegt hat und das blockiert hat, sei es jetzt zum Beispiel Sanktionen für gewisse russische Akteure, sei es Hilfe für die Ukraine. Aber ich habe das auch mal mitbekommen, ich glaube, wenn ich mich recht erinnern kann, da ging es um die European Startup Nation Alliance, also ein Advisory Body, der dafür sorgen soll, dass Mitgliedstaaten in Europa Startup-freundlicher werden, wo ich auch im Advisory Board sitze. Wenn ich mich recht erinnere, ich hoffe, ich hatte jetzt keinen Blödsinn, aber ich glaube, es war definitiv bei einer politischen Initiative auf EU-Ebene war es so, dass Ungarn das einzige Land war, das das nicht mitgetragen hat. Und es war jetzt nicht so, weil sie Startups grundsätzlich schlecht fanden, sondern weil ich glaube, als ein Teil von den Maßnahmenbündler irgendwie, es ging halt auch darum, mehr Female Entrepreneurship zu fördern. Und das hat die Ungarn so gespürt, dass sie dann tatsächlich einfach das nicht mitgetragen haben als einziges Land. Und das war schon sehr bezeichnend und typisch. Und da ist jetzt natürlich, glaube ich, ein, es weht jetzt definitiv ein anderer Wind. Das ist eine Chance für Europa, für die EU, dass man wieder mehr Alignment hinbekommt. Es gibt leider immer noch mit der Slowakei einen Akteur, der immer noch russische Interessen vertritt, beziehungsweise besonders eben bei den außenpolitischen Fragen nicht mit den anderen Staaten aligned ist. Es gibt die Initiative auf europäischer Ebene jetzt, dass man bei gewissen Themen diese Einstimmigkeit aushebeln will. Also dass man gemeinsam entscheidet, dass das nicht mehr notwendig ist und dass jetzt zum Beispiel Hausnummer eine Zweidrittelmehrheit oder eine einfache Mehrheit reicht, um gemeinsame Initiativen umzusetzen. Muss man schauen, was da jetzt zum Beispiel eine Slowakei dazu sagt. Aber das ist jetzt schon ein Window of Opportunity, weil gleichzeitig, ja, jetzt in Ungarn ist gerade das Pendel zurückgewandert. In anderen Ländern sind die Rechtspopulisten gerade stark entkommen und haben sich sicher das System, so wie sie aber es aufgebaut haben, auch durchaus als Beispiel genommen. Und die würden dann sicher, sind ja auch teilweise russlandnah, sind teilweise auch nicht gerade liberal, was ihr Rechtsverständnis angeht. Das heißt, vielleicht ist sie jetzt gerade die Chance, Dinge umzusetzen. We'll see. Es wäre, glaube ich, unglaublich wichtig für Europa, sich stärker zu positionieren, weil wir leben in einer Welt, wo wir starke Machtblöcke haben, in Amerika, China, Russland, die jetzt einfach auch Machtpolitik machen. Das heißt, wenn Europa nicht allein ist, dann wird man da auch sicher innerhalb von Europa gegeneinander ausgespielt. Das wurde jetzt zum Beispiel schon bei den Zöllen von den Amerikanern probiert, dass man da nicht mit der EU verhandelt, sondern mit den Mitgliedstaaten. Und als kleine Mitgliedstaaten ist man da am Ende überhaupt keine Verhandlungspower, man hat auch überhaupt keine geopolitische Macht. Das heißt, wenn man es dann nicht schafft, mehr Alignment herzustellen und halt auch mehr Entscheidungsfähigkeit, trotz vielleicht individuellen Gegenstimmen von einzelnen Ländern, dann wird man nicht bestehen können, wird man auch die eigenen Werte nicht verteidigen können. Und dementsprechend wäre das wirklich, wirklich wichtig.

SPEAKER_04

Ja, absolut. Das heißt, wir hoffen, dass das quasi eine Chance für Europa ist und als solche genutzt wird, um sich da quasi nochmal stärker aufzustellen.

Markus

Ja, und ich hoffe, es ist auch abschreckend ist für ähnliche illiberale Regimes, dass halt so etwas irgendwann dann doch halt auch nicht aufgeht, besonders wenn halt viel Korruption auch dabei ist. Also das ist sicher halt in der ungarischen Regierung bzw. im Orban auf den Kopf gefallen, dass da halt schon viel Freunde der Wirtschaft und Korruption und das war so lange okay, solange es der Wirtschaft halbwegs gut gegangen ist, aber die sind halt massiv zurückgefallen in den letzten Jahren. Ist auf der wirtschaftlichen Ebene, zum Beispiel hinter Rumänien zurückgefallen. Und wenn es der Wirtschaft nicht gut geht, dann machen das die Leute auch nicht mehr mit. Und das Zweite ist schon, diese Skepsis, die sich jetzt mittlerweile in der europäischen Gesellschaft bildet gegenüber USA und sowieso Russland, die ist mehr und mehr sichtbar geworden. Und da ist halt auch, dass jetzt zum Beispiel der Vizepräsident aus Amerika, der der Vans besucht hat. Also meine Überzeugung ist, das hat dem Orban eher geschadet, als dass es ihm geholfen hat. Weil das, was der Trump gerade auf geopolitischer Ebene macht, ist in Europa sehr unpopulär. Da hat sich jetzt auch die Meloni von ihm distanziert. Also da erwacht, glaube ich, gerade schon so ein europäischer Gedanke, den man nutzen muss.

SPEAKER_04

Ja, ich finde das insgesamt für mich gerade super spannend, das Ganze, die ganzen politischen Entwicklungen mitzuverfolgen, gerade wenn es eben. Eben auch darum geht, wie wird die USA wahrgenommen, wie wird China wahrgenommen, wie wird Russland wahrgenommen, etc. Weil ich das Gefühl habe, dadurch, dass ich noch ein bisschen jünger bin, ist das das erste Mal, dass man diese Entwicklung quasi miterlebt. Weil ich habe immer in den Geschichtsbüser-Übüchern gelesen, ja, okay, und dann gab es den Kalten Krieg und den Zweiten Weltkrieg und so weiter. Und dass es da ganz unterschiedliche Dynamiken eben gab. Und jetzt mitzuerleben, ich bin quasi so aufgewachsen, okay, USA und Europa sind eigentlich schon Freunde. Und dass es das erste Mal mitzuerleben, na, ganz so ist es nicht, ist, finde ich super spannend. Ich hoffe, dass es gut ausgeht. Aber es ist einfach etwas, das kann man sich, finde ich, wenn man 18 ist beispielsweise überhaupt nicht vorstellen. Also ich habe es mir damals nicht vorstellen können, dass es überhaupt jemals irgendwie anders sein könnte. Weil das war so oder ist so, wie es immer schon war und das wird wohl auch so bleiben. Same here.

Markus

Also ich glaube, wenn du mich vor 20 Jahren gefragt hättest, ob Österreich ein Bundesheer braucht, dann hätte ich gemeint, ja, für Katastrophenschutz, aber sonst sind wir ja mittlerweile in einem anderen Zeitalter, wo wir sowieso über Diplomatie alles lösen können. Das war natürlich im Nachhinein unglaublich naiv. Aber es ist halt ein Bias, den man hat, wenn man Dinge nicht selbst miterlebt hat und du hast recht. Ich glaube, man muss immer aufpassen, die Bevölkerung ist ja das eine. Ich glaube, dass in Amerika ist immer noch der Großteil der Menschen von den Werten immer noch sehr aligned ist mit dem Großteil der Menschen in Europa. Es ist halt besonders die Regierung, die amerikanische, die ist wahrscheinlich nicht mehr aligned mit dem, was europäische Werte angeht. Und das merkt man dann halt auch tatsächlich, ich habe letztens, es war keine repräsentative Umfrage, aber schon so irgendwann ein Stimmungsstärk gesehen, wo Deutschland Leute gefragt wurden, ob sie sich eher eher aligned sind mit China oder USA. Und da war tatsächlich ein leichter Überhang mittlerweile sogar China. Weil China ist berechenbar, China ist zumindest kontrolliert. Es gibt tausend Gründe, warum China überhaupt nicht aligned ist mit europäischen Werten, Überwachungsstaat und die haben sehr wohl auch imperialistische, also besonders mit Taiwan-Fragen und so weiter. Das ist ein Verständnis auch vom eigenen Machteinfluss auch global Abhängigkeiten aufzubauen. Also da steckt sehr viel Strategie dahinter, halt viel mehr, viel weniger Brechstange, viel weniger Vorschlag haben wir als aktuell in Amerika. Und mal schauen, wie sich das jetzt auch in den nächsten Monaten und Jahren entwickelt. In jedem Fall braucht es ein starkes Europa, um da zu bestehen. Und das bringt uns zu unserem nächsten Thema, weil etwas, was mir auch aufgefallen ist in den letzten Wochen, dass sich das Narrativ rund um die Ukraine wieder etwas geändert hat. Und zwar mehr und mehr sich herausgestellt hat, dass die Ukraine eigentlich gerade zur mehr und mehr klar ersichtlichen Tech-Hochburg Europas entwickelt. In erster Linie über Drohnentechnologie. Also das ist einfach so, dass die Ukraine mittlerweile ganz klar weltführend ist bei Drohnentechnologie, Drohnenabwehrtechnologie. Und die Krise im Nahen Osten hat gezeigt, dass das einfach ein ganz essentieller Bestandteil mittlerweile auch ist, wenn man eine Sicherheitsdoktrin, wenn man einen militärischen Konflikt hat, dass es ohne diese Technologie nicht mehr geht. Also dass das einfach, du kannst nicht konventionelle Waffen einsetzen, um Drohnentechnologie zu bekämpfen, weil es von der Kostenstruktur so unterschiedlich ist. Also so eine Raketenabwehrgeschoss kostet halt dann mehrere Millionen, ich glaube mehrere zig Millionen. Und diese Drohne kostet vielleicht, weiß nicht, ein paar hundert Euro oder ein paar tausend Euro, aber es steht überhaupt nicht in Relation und dadurch kannst du eigentlich so einen Krieg auch nicht bewältigen. Und dass da jetzt zum Beispiel auch die Golfstaaten, die Ukraine, das ukrainische Knoha einsetzen, da halt jetzt auch die, die abgeschlossen werden, das zeigt sehr stark, wie die Ukraine sich mittlerweile auch da entwickelt hat und welchen Wert die Ukraine auch hat. Und ich glaube, dass das auch in Europa nochmal gerade für ein Umdenken sorgt. Also wie Menschen auch die Ukraine wahrnehmen. Das ist natürlich viel Solidarität gewesen am Anfang, aber dann ist es, glaube ich, schon eine gewisse Kriegsmüdigkeit, Einheit, das ist reingekommen und viele Menschen waren jetzt halt auch irgendwie so, ja, wir würden eh gerne helfen, aber uns geht es gerade selbst nicht gut genug. Aber ich glaube, es kommt jetzt gerade zu dieser Schalterinrichtung. Eigentlich ist die Ukraine für Europa unglaublich wertvoll und wichtig, weil die haben das Know-how, wie man auch verteidigen kann, ein Territorium, und ist eigentlich besonders auch an dieser Flanke ganz essentiell als Schutzwall und kann eben auch ein ganz zentraler Bestandteil einer technologischen Souveränität sein, wenn Europa selbstständig werden will.

SPEAKER_04

Ja, ich muss sagen, als ich mir da so ein bisschen durchgelesen habe, wo die Ukraine gerade steht und was sich da in der Entwicklung getan hat und so weiter, ich finde es ein unglaublich trauriges Thema. Also dass man sagt, die Ukraine entwickelt sich zu, die Ukraine wird gerade wertvoll so in die Richtung. Wo man sich denkt, ja, okay, das kann ja jetzt nicht nur daran liegen, dass sie in der Abwehr oder in eben sowohl Angriff als auch Abwehr stärker wird. Aber das ist, wie es im Moment doch von vielen Seiten gesehen wird, weil man eben einfach so diesen Druck von allen Seiten spürt, es an allen möglichen Stellen Kriege gibt. Finde ich es eine komische Realität. Gleichzeitig fand ich es eben auch super spannend zu sehen, wie die Perspektive da drauf ist und wie es trotz alledem eben als Chance genutzt werden kann und wie schnell sich da Dinge auch entwickeln, wenn so richtig im schlimmsten Setup-Druck da ist und man einfach funktionieren muss und man Wege finden muss, wie man sich verteidigen kann und nicht nur verteidigen, sondern ja, für das eigene Land einstehen kann und wie dann verschiedenste Kräfte quasi auch aktiviert werden, dass da ein unglaubliches Wachstum und eben eine unglaubliche Entwicklung stattfindet. Es gab eben Zahlen zu, wie viele Techunternehmen es gibt und wie viele Drohnen, Drohnenproduzenten etc. Und die Zahl hat sich einfach verhundertfacht in kürzester Zeit. Und das ist, ich finde es einfach super spannend. Also in dem Fall ein bisschen negativ spannend. Aber es ist eine, ich finde, wenn man das liest und sich damit beschäftigt, es zieht einen in einem gewissen Bann. Wenn man sich so denkt, interessant, dass das so funktioniert. Und gleichzeitig, was da eben auch zeigt, dieser Druck löste gerade aus, dass eben viele Regulierungen nicht mehr abgewartet werden, ob das tatsächlich der Regulierung standhält und so weiter, ob das, dass verschiedenste Tests und so weiter erst durchgeführt werden, bis eine Drohne beispielsweise oder ein Abwehrsystem eingesetzt wird. Und da dann quasi zu sehen, okay, sobald die ganze Regulierung wegfällt, findet Entwicklung super schnell statt. Und dann kann sich eben ein Land auch super schnell zu dem Player schlichthin entwickeln. Ist einfach sehr, sehr spannend zu sehen. Wo ich mir denke, okay, einerseits super wichtig, dass wir viele Regulierungs-, Regulationsthemen haben und andererseits, vielleicht stehen wir uns teilweise schon auch selbst im Weg, wo man sich einfach, wo man sagen könnte, okay, der Nutzen wäre deutlich größer, in gewissen Themen mal schneller voranzukommen, als die Gefahr, die daraus resultiert, wenn man Fehler dabei hat und gewisse Dinge übersieht, weil man nicht drei Jahre lang geprüft hat, ob das wirklich passt.

Markus

Ja, ja, absolut. Da ist die. Nein, also ich glaube auf jeden Fall, dass wir in Europa zu viel Regulierung haben. Du hast recht, Regulierung hat in bestimmten Branchen, in bestimmten Bereichen immer dort, wo es um das Leben von Menschen geht, macht es auf jeden Fall Sinn, dass es Regulierung gibt, aber wir haben halt, haben übertrieben in Europa bei dem Thema. Und natürlich das, was die ukrainische Realität, wo es einfach eine Notwendigkeit gibt, um zu überleben, muss man innovativ sein, muss man technologischen Fortschritt nutzen, weil das ist der einzige Weg, wie man gegen diese Übermacht Russland bestehen kann. Das schafft Realitäten und es schafft pragmatische Ansätze. Und der Chef von Rheinmetall, also dem großen deutschen Rüstungskonzern, der hat irgendwie so, ich weiß nicht, es kam ein bisschen abfällig rüber, aber die ukrainische Drohnenindustrie, das sind die Hausfrauen, die zu Hause an diesen Drohnen bauen. Und das ist halt eine Gesamtbevölkerung, die da arbeitet. Und wurde dafür heftigst kritisiert, weil es ein bisschen abfällig rübergekommen ist und gleichzeitig aber die Realität ist, dass die Ukraine durch diese Technologie Bestand haben kann und aktuell es eben auch schafft, dass Russland in den letzten Wochen und Monaten keine Territorialgewinner mehr machen konnte.

SPEAKER_04

Ich finde, was man da ja eben auch sieht, ist, wenn die Situation richtig brenzlig wird und wenn man eben merkt, okay, der Staat allein schafft es eben nicht mehr. Und es gibt jetzt aber auch die Möglichkeit, dass jeder mit anpacken kann, dass so viel mit angepackt wird. Und wie gesagt, ich finde diese Situation absolut grauenvoll. Aber zu sehen, dass wie viel Potenzial und wie viel Energie da eben auch in Individuen steckt, ist, finde ich, beachtlich.

Markus

Absolut. Und das ist, ich finde, bei Corona war das auch ein bisschen sichtbar. Wenn wir es schaffen würden, die kollektive Innovationskraft, die kollektive Intelligenz, den kollektiven Unternehmergeist in der Bevölkerung wirklich mal anzuweisen zu werfen und dieses Potenzial auszuschöpfen, da wäre Unfassbares möglich. Es ist halt, wir sind halt Gefangenen unserer, es ist wahrscheinlich eine Mischung aus Bequemlichkeit, Angst vor dem Verlust von Sachen. Also das ist halt kulturell, das ist genau das, was wir mit der Stiftung auch probieren zu ändern. Und ich finde, die Ukraine kann durchaus so etwas, weil natürlich das internationale Beispiel ist Israel, die auch einfach in einer Situation sind, wo rundherum lauter Staaten sind, die eigentlich glauben, es sollte kein Israel geben. Und genau dadurch ist Israel auch so innovativ geworden, weil halt auch hier die Notwendigkeit war, zu überleben. Was die dann damit machen, das ist, glaube ich, wieder eine andere politische Frage, auf die wir jetzt nicht eingehen werden. Aber grundsätzlich, dass Israel als Staat unfassbar innovativ ist, dass die eine Wahnsinns-Start-up-Szene haben, das steht jedenfalls außer Frage. Und genau das zeichnet sich gerade auch in der Ukraine ab. Und ja, ich gebe dir recht, es ist eigentlich traurig, dass es das braucht, um den Rückhalt auch in der europäischen Bevölkerung zu bekommen. Aber ich glaube schon, dass es aktuell sehr hilft, auch Politikern hilft, hier Narrative zu bauen, die nicht nur sind, ja, Mitleid und sie brauchen unsere Hilfe, sondern wir brauchen die Ukraine. Und da glaube ich, liegt jetzt gerade eben weh der Winter ganz gut. Ich hoffe, dass das hat auch Bestand. Man kann nicht nur mit Drohnentechnologie natürlich auf einen Krieg führen. Also da muss schon auch die europäische Industrie dann mitspielen. Aber insgesamt in einer sehr schwierigen Zeit, glaube ich, durchaus positive Aspekte, die man da mitnehmen kann. Wir reden noch einmal über einen Topic.

SPEAKER_04

Yes, ich wollte gerade sagen, es war nicht sehr politisch und waren teilweise ging jetzt gerade ganz schön tief. Jetzt kommen wir wieder zu ein bisschen etwas spaßigeren Topic.

SPEAKER_01

Wenn man so will.

Markus

Schauen wir mal, dass alle Leute so spaßig sehen, die davon betroffen sind auch, aber du hast recht grundsätzlich vom Setup eine sehr spannende Headline, die wir gelesen haben. Entropic ist gerade in Gesprächen, dass sie sich in einer Reihe von Private Equity Fonds involvieren, die sich auf AI-Rollups fokussieren. Das heißt, diese Fonds sind darauf spezialisiert, dass sie Firmen kaufen, denen quasi eine ordentliche Dosis AI verschreiben und das dann auch implementieren und dann mit einem dadurch gesteigerten Wert wieder verkauft werden. Sei es durch einen IPO oder sei es halt durch einen anderen Deal. Aber einfach, dass man die Effizienz der Firmen steigert durch den Einsatz von AI.

SPEAKER_01

Glaubst du, wird das funktionieren?

SPEAKER_04

Ich glaube, es kommt auf die Firmen an, die sie kaufen. Aber grundsätzlich, grundsätzlich denke ich mir, ja, da ist sicherlich einiges an Potenzial da und kann sicherlich gut funktionieren. Ich habe mir neulich auch gedacht, als Privatperson könnte man aktuell einen unglaublichen Mordsreibach machen, um es auf gut Deutsch zu sagen. Einfach indem man Firmen konsultiert, wie man AI implementieren kann. Ich habe mir das angeschaut eben, als ich mich bei Claude eingearbeitet habe, mir gedacht habe, wäre schon cool, wenn das jetzt einfach mal kurz jemand aufsetzt, mir erklärt, wie es geht und dann funktioniert alles. Und jeder, der sich da auskennt, kann da sicherlich sehr viel Mehrwert für dazu auch die KMUs generieren. Von dem her, ich glaube, es gibt genügend Firmen, wo AI noch gar nicht genutzt wird und gleichzeitig so viele Arbeitsprozesse dabei sind, die man eben super automatisieren könnte. Von dem her, ich glaube, ja, hat definitiv Potenzial. Weißt du, auf welche, ob sie sich hier auf irgendeine bestimmte Branche spezialisieren?

SPEAKER_01

Ja, habe ich jetzt nicht daraus gelesen.

Markus

Ich glaube, ich kann mir schon vorstellen, dass es eine gute Frage, ob es Unternehmen sind, die sowieso schon recht nahe an der Technologie dran ist, weil da ist natürlich aktuell der größte Boom. Also alles, was mit Software Development zu tun hat, da ist AI gerade vom Wirkungsgrad sicher am größten. Gleichzeitig sind natürlich die Firmen, die auch am ehesten selbst imstande sind, solche Dinge auch mal auszuprobieren. Oder ob man eher in die Richtung geht, halt Branchen, die noch sehr wenig digitalisiert sind und dass man dadurch vielleicht halt auch den Sprung der klassischen Software überspringt und gleich in Richtung AI geht, ob das ein Weg ist. Gleichzeitig muss man halt sagen, ich könnte mir eher vorstellen, dass sie doch Technologie nahe bleiben, weil damit einfach die kulturellen Herausforderungen, die damit einhergehen, etwas geringer sind wahrscheinlich und etwas leichter zu managen sind. Du hast vollkommen recht, das ist aktuell sicher ein Goldrausch und in einem Goldrausch verkauft man ja bekanntlich am besten Schaufeln. Und da bist du als AI-Consultant gerade sicher in einer sehr spannenden Position. Besonders auch weil ja Consultancy oder Agency Business itself gerade disrupted werden kann durch AI. Also es ist vieles, was sehr personalintensiv war. Da kann man jetzt mit deutlich weniger Personalaufwand machen, was ja irgendwie so immer das Harte am Agency Business ist, ist, dass du halt schon sehr viel Headcount brauchst und gleichzeitig sehr wenig Sicherheit hast. Also du brauchst das Projektgeschäft, um diesen großen Headcount zu erhalten. Und wenn du das halt ein bisschen flexibler machst, dann hast du da halt einen viel besseren Hebel. Wird viel attraktiver als Businessmodell.

SPEAKER_04

Und was mir gerade einfällt, wenn es darum geht, gewisse Dinge eben zu automatisieren, etc. Ich habe gestern mit ziemlich vielen Personen telefoniert und habe sicherlich 30 Leute oder sowas versucht zu erreichen. Und es war super spannend. Bei den meisten ganz normal entweder es wurde abgehoben oder ich bin in die Mailbox gekommen. Und bei drei, vier Leuten oder sowas gab es dann aber, dass mich entweder eine KI-Assistenz entgegengenommen hat und dann gesagt hat, wie viel möchten Sie reden und wer ist denn da und um welches Thema geht es? Und erst dann wurde ich weitergeleitet. Oder dass ich nicht durchgekommen bin und es dann hieß: Hallo, hier ist die KI-Assistenz von so und so, bitte hinterlasse eine Nachricht und sag mir, um welches Thema es geht, dann werde ich eine Notiz für Herrn So und so hinterlassen. Und das finde ich super spannend. Am Anfang war ich irritiert und dann beim dritten Mal habe ich mir gedacht, ah ja, kenne ich schon. Aber das ist spannend zu sehen, wie das eben immer mehr auch im Leben von im Day-to-Day-Life ankommt.

Markus

Ja. Da gibt es gerade viel Opportunities, da hast du sicher recht. Und deswegen werden da natürlich auch solche Rollup-Fonts kommen. Ich bin spannend, dass Enthropic sich involviert, im Sinne von, ob sie, die haben gerade sowieso so viel Wachstum und so viel andere Sorgen, dass sie sich jetzt da in irgendwelche Fonds reinwerfen. I don't know. Es ist jetzt auch noch nichts, es ist sein Wall Street Journal-Artikel, wo geschrieben wird, dass sie in Gesprächen sind. Heißt nicht, dass sie es wirklich machen. Aber ich glaube, Jeff Bezos hat gerade auch einen Venture aufgesetzt, das in diese Richtung geht. Gemeinsam mit einem Co-Founder von Elon Musk bei XAI, also auch recht hochkritik. In dem Bereich passiert sicher einiges. So viel sei gesagt und es ist sicher auch eine spannende finanzielle Opportunity, wenn man in so einen Fonds einsteigen kann. Auf der anderen Seite bist du halt dann schon highly dependent, dass die Musik weiterspielt. Weil wenn du in so einem Fonds drin bist und dann kaufst du Unternehmen auf, mit dem Ziel, dass du sie durch AI effizienter machst und dann gibt es halt den großen Crash und plötzlich müssen die ganzen AI-Modelle, weiß nicht, tausend einmal fünfmal so viel oder zehnmal so viel kosten. Ob dann die Economics in so einem Fonds auch aufgehen, das ist, glaube ich, eine spannende Frage. Und das Risiko kauft man natürlich bei so einem Fonds mit ein. Aber es gehört halt auch dazu.

SPEAKER_01

Es gibt keinen Return ohne Risiko.

SPEAKER_04

Gleichzeitig muss ich sagen, ich glaube mehr und mehr nicht mehr an den großen AI-Crash. Also ich denke mir so, dass das komplett zusammencrasht, stelle ich mir sehr, sehr schwierig vor. Also einfach so von dem her, es wäre schon ein so großer Painpoint für so viele Unternehmen, Organisationen, Individuen, dass ich mir das eigentlich nicht vorstellen kann, dass es so verschwindet. Weil zum Beispiel Bitcoin oder sowas, Kryptowährung generell, gab es ja früher einen deutlich größeren Hype, als es mittlerweile ist. Und da habe ich aber das Gefühl, es waren bei weitem nicht so viele Personen betroffen. Beim AI-Thema habe ich das Gefühl, okay, das zieht sich irgendwie schon durch alle möglichen Lebensbereiche durch. Und wenn das jetzt komplett crashen würde, ja, fehlt mir die Vorstellungskraft, sagen wir mal so. Aber man weiß ja nie.

Markus

Also ich glaube auch nicht, dass AI verschwinden wird. Bin ich voll bei dir dafür. Gibt es einfach schon zu viel Talk Addiction. Also es sind zu viele Leute massiv abhängig von AI, dass sie so einfach davon raus oder da. davon runterkommen können. Es ist ja auch, unsere Gehirne werden nach und nach sich daran anpassen, dass die Aufgaben von die jetzt AI übernommen, die werden sie nicht mehr machen und da werden wir schlechter werden in dem Bereich. Und das ist natürlich blöd, aber das passiert 100%. Und wenn man mit, also wenn wir jetzt zum Beispiel mit Software Developers sprechen, die sprechen tatsächlich, das Wort token addiction, that is a geflügelt das Wort, that is einfach part of the game. And I'm sorry that this needs to be potential a crash in that passieren kann is that the infrastructure, also not Rechenpower vorhanden is, um diese Nachfrage, immer steigende Nachfrage, immer bessere Modelle, immer stärkere Modelle brauchen mehr Energie, brauchen mehr Rechenpower, dass wir das auf der Infrastrukturebene vielleicht so nicht abliefern können oder auch so nicht bezahlen können. Das heißt, das, was jetzt an Fundraising da betrieben wird, jetzt kommt das nächste, der IPO von den großen Hyperscalern, da wird nochmal viel Geld reingespült werden, müssen sie, weil es gibt keinen anderen Weg mehr, solche Summen aufzustellen. Die haben jetzt alles durch. Die haben natürlich Manchetle da durch, die haben die großen Firmen durch, sie haben Staaten jetzt durch, der einzige Geldtopf, der noch braucht, ist die breite Masse und das ist der Person. Wenn der aber dann auch mal ausgeschöpft ist, dann wird es glaube ich irgendwann mal der Punkt kommen, wo dieses, weil aktuell ist halt, wenn du zum Beispiel einen Claude Max-Plan hast und da 200 Dollar im Monat zahlst, dann gibt es manche Leute, die dafür 20.000 Euro an Rechenleistung verbrauchen. Das ist für ein Jobic ein Riesenverlustgeschäft. Natürlich gibt es andere, die zahlen 200 Euro im Monat und verbrauchen nur 30 Euro, es geht nach oben und unten. Aber aktuell, glaube ich, ist das schon ein bisschen auch ein Schuldengeschäft, was sie da machen. Und irgendwann geht ihnen wahrscheinlich die Finanzierung dafür aus. Und was dann kommen wird, bin ich hundertprozentig überzeugt, das wird einfach teurer werden. Es kann sein, dass halt einfach bestehende Modelle gleich teuer werden, also gleich teuer bleiben und dann halt die nächstbessere Generation dann immer teurer wird. Also zumindest dass die gleiche Rechenleistung noch immer gleich viel kostet. Aber dieses Prinzip, dass wir glauben, mit meinem 20-Euro-Plan oder mit meinem 200-Euro-Plan kriege ich immer das neueste Modell. Ich glaube, das wird irgendwann brechen. Und das ist natürlich, wenn man dann abhängig ist von so einer Technologie, kann das dann schon auch sehr, sehr wehtun. Aber ich gebe dir recht, es wird natürlich ihr ein Thema bleiben und diese Companys werden das halt, glaube ich, halt, die werden diese Preisschraube durchsetzen können.

SPEAKER_04

Das heißt, die werden keinen Crash erleben in dem Sinne, sondern eher so etwas wie eine Energiekrise. Es wird Zeiten geben, da wird es teuer und es könnte Zeiten geben, da wird es günstiger. Ja.

Markus

Ja, weil was sie mittlerweile auch schon machen, ist, dass es gewisse Zeiten gibt, wo du weniger Token brauchst, um Dinge umzusetzen. Ich glaube, in das amerikanische Business aber es ist besonders teuer AI und in der Nacht ist es billiger, wenn ich mich jetzt recht erinnern kann oder so. Was für uns Europäer natürlich ganz nice ist. Weil das dementsprechend verschoben ist. Aber ja, ich, das ist ein Thema, was kommen wird.

SPEAKER_04

Ja, ich glaube, was auch eine große Rolle spielen wird, ist, dass du so promptest, dass du möglichst effizient mit AI arbeitest. Weil da habe ich schon im Moment das Gefühl, dass sehr viele Cardwands eben, wenn du noch nicht so firm bist mit AI bist, dass du unglaublich viele Tokens quasi aus dem Fenster schmeißt, wo du merkst, ah, eigentlich wäre es viel sinnvoller gewesen, das so und so zu machen und da eine Abkürzung zu nehmen und zu sagen, das bitte nicht. Ich habe es neulich zum Beispiel ausprobiert, ich habe mit der Chrome-Extension von Claude gearbeitet und hatte mir verschiedene. Ja, aber es ging eigentlich. Also es gab zwei Sachen, die ich gemacht habe. Die eine Website, da wollte ich die ganzen Daten von dieser einen Page als Exotabelle haben und bei der anderen Website das gleiche. Und die eine Website, die war sehr angenehm aufgebaut. Da gab es tatsächlich alle Daten auf einer Seite und die andere musste quasi die ganze Zeit neu geladen werden und dass man so auf eine Unterpage geht. Und die, wo man die ganze Zeit neu laden musste, die hat keine Ahnung, wie lange es gedauert hätte, bis es fertig gewesen wäre, weil irgendwann waren meine Tokens aufgebraucht. Bei der anderen Page hat fünf Minuten gedauert, hat, keine Ahnung, wenig Tokens gebraucht und ich hatte meine super Liste, mit der ich prima arbeiten konnte. Und ich glaube, da geht es auch einfach darum, ein Gefühl dafür zu bekommen, was frisst wie viel und welche Schritte kann ich mir vielleicht auch sparen, um da einfach möglichst effizient prompten zu können.

Markus

Das ist ein super Punkt. Das wird natürlich auch, wenn Preisdruck kommt, dann wird das vielmehr auch noch in der Wahrnehmung der Menschen wichtiger werden. Also es ist ja jetzt schon so, dass Token oft ausgehen. Aber das glaube ich, wird nochmal mit höheren Kosten wird das sicher nochmal präsenter werden. Gut, dann machen wir noch zum Abschluss einen Sprung nach Österreich. Da gibt es nämlich sehr spannende News. Wer sich erinnern kann, ich glaube vor so circa zehn Episoden hatten wir einen sehr spannenden Deep Dive mit dem Mario Zechner und einem Armin Ronacher. Damals, das sind so zwei der zentralen Weggefährten von Peter Steinberger gewesen bei der Entstehung von Open Claw und eben der Mario Zechner hat Pi kreiert, aufgebaut. Das ist quasi so ein bisschen das technologische Fundament von OpenClaw und ist dadurch natürlich auch zu weltweiter Bekanntheit gekommen. Hat, glaube ich, viel auch, also jeder, der den Peter nicht erreichen konnte, hat den Mario probiert zu erreichen und so an ihn ranzukommen. Und gleichzeitig ist eben dieses Pi ist schon, also viele, hat sehr viele Fans weltweit, viele Leute, die das nutzen, viele Leute, die, weil es ist eine Infrastruktur, die sehr simpel aufgebaut ist und dadurch aber sehr viele Möglichkeiten gibt und ist Open Source. Und ich glaube, der Mario hat in den letzten Monaten sehr, sehr viele Angebote bekommen, ähnlich wie der Peter von Companies, dass sie quasi einen Aqui Hire machen oder von VCs etc. Also der hatte, glaube ich, sehr viele Türen offen gehabt und er hat sich jetzt aber entschieden, dass er mit Pi Teil von Arendal wird. Und Aerendal ist passenderweise das Unternehmen von Armin. Rona hat ja damals eben gemeinsam mit ihm den Podcast war. Also man kann vielleicht auch in den Podcast jetzt noch einmal reinhauen hören, um sich anzuhören, wie die zwei auch gemeinsam quasi gewirkt haben. Vielleicht hat ja auch der Podcast dazu beigetragen, dass ein Stückchen auf diesem Weg gegangen wurde. Die Episode ist 492.

SPEAKER_04

Kann man das bedeutet das jetzt? Verlinken. Gibt es bei euch Shownotes? Perfekt.

Markus

Ja, bei uns gibt es Shownotes. Das schaffen wir. Aber die Leute schaffen auch 492, da ein bisschen runter zu scrollen. Das traue ich ihnen auch zu. Ja, aber jetzt hat eben der Mario angekündigt mit dem Titel I've Sold Out. Das darf man mit einem Zwinkern verstehen, dass eben Teil von Aaron Deal bleibt weiter in Open Source, aber es wird eben auch Aspekte geben, mit denen Sie dann als Teil von Aerendil Geld verdienen werden. Ich glaube, das ist notwendig, damit ein Projekt weitergeführt werden kann. Dann muss man irgendwie Geld verdienen, das ist ja ein ganz, ganz wichtiger Teil. Dass es bei Aerendil ist, ist, glaube ich, aus zwei Perspektiven sehr sinnvoll. Einerseits Aaron Dill, glaube ich, ist von den Werten aligned, also ist auch Leute aus der Open Source Community, denen in erster Linie am Herzen liegt, dass AI im Sinne der Menschheit eingesetzt wird. Und andererseits sitzt Aaron Dill oder sitzt das Team von Aaron Dill auch in Wien. Das heißt, dieses österreichische Wiener AI-Ökosystem wird dadurch, glaube ich, noch einmal so ein bisschen gestärkt, durch diese, ich nenne es jetzt mal Fusion von zwei sehr interessanten Playern in dem Bereich. Und das finden wir natürlich sehr cool. Also dass die Wiener AI Kollektiv, was es da gibt, das ist, hat sich dann noch einmal stärker jetzt verwurzelt. Und ist hoffentlich eine große Inspiration für viele andere.

SPEAKER_04

Yes. Ich finde es cool, dass gerade wenn er so viele Angebote hatte, er sich für dieses entschieden hat, weil das eben doch auch zeigt, dass er versucht bei seinen Werten zu bleiben, etc. Und dass wir sie in Österreich und sogar in Wien haben, zumindest mit dem Hauptsitz, finde ich persönlich auch sehr, sehr gutes Zeichen und motiviert, dass man sagt, passt, dranbleiben lohnt sich und es geht schon in die richtige Richtung, wenn auch langsam zumindest halbwegs stetig.

Markus

Allerdings. Und da vielleicht auch ganz spannend als Wink in Richtung EOIN. Arendil sitzt eben das Team in Wien, ist aber eine amerikanische Company, also Incorporated in America. For obvious reasons, wie wir schon oft gesagt haben, es ist halt dort alles deutlich einfacher. Es wäre doch schön, wenn wir bald diese AOI hätten, damit Companies wie Arendil nicht mehr in Amerika incorporaten müssen und so Wien auch Papier mehr zu dem Hotspot wird, der es eigentlich ist. Also das AI-Talent in Wien ist wirklich outstanding. Es ist jetzt auch so einer, ich glaube, der Lead von Codex, also OpenAI, das Coding-Modell, der hat jetzt angekündigt, dass sie gerade Meetups bzw. Coffeehouse Sessions planen in Europa an drei Standorten. München, Zürich und Wien. Und das finde ich schon durchaus bemerkenswert, weil München, Zürich, wissen wir, sind absolute Hotspots und dass dabei zu Wien in dem gleichen Atemzug genannt wird. Ein gutes Zeichen. Und ja, glaube ich, auch schöne Schlussworte für den Podcast. Luisa, vielen Dank fürs Co-Hosten, für die spannende Diskussion.

SPEAKER_04

Danke dir.

Markus

Vielen Dank auch euch da draußen fürs Mit dabeisein. Wir wünschen euch noch eine schöne Woche. Und am Sonntag gibt es einen Deep Dive mit Hannah. Und wir hören uns wieder nächste Woche.

SPEAKER_04

Bis dann.