Future Weekly
Die zwei Startup Veteranen Daniel Cronin und Markus Raunig sprechen mit jeder Menge Humor über Technologie, Unternehmertum und die Zukunft. Jeden Donnerstag analysieren sie die interessantesten News der Woche und küren Rockstars, die die Welt von morgen prägen. Jeden Sonntag begrüßen sie im Deep Dive visionäre Gäste für einen Blick hinter die Kulissen aktueller Trends und formulieren gemeinsam Moonshots & Predictions. Ein Podcast der verschiedene Welten verknüpft und mit mutigen Thesen inspiriert.
Future Weekly
#499 - EU Inc Leak, Hormuz Effekt & Openclaw Hype in China
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🇪🇺EU Inc Leak
🌍 Hormuz Effekt & Spritpreisbremse
🇨🇳 OpenClaw Hype in China
🧠Marc Andreessen & die Introspection
👁️Überwachungsindustrie boomt
🏛️Gerüchteküche: ÖBAG plant Bad Industry Fonds?
Production: Hanna Moser
Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com
Einen wunderschönen guten Morgen, guten Mittag, guten Abend oder auch gute Nacht und herzlich willkommen zum Future Weekly Dem Starter Podcast Folge 499. Wir reden über ein Leak zur EU Inc., könnte ich vielleicht betreffen, über die Straße von Homos. Wir reden über Open Claw und China, über Marc Andresens unfassbaren Eierschädel, über den Überwachungsstaat und ein Gerücht aus dem Hause Öberg. In dem Sinne, auf los geht's los. Und los geht's mit den News wie immer. Und ja, witzig, wir haben uns ja, ich bin ja, ich bin ja durcheinander, wir haben uns ja, also heute ist Mittwoch und wir nehmen ja gerade Folge 499 auf. Und wir haben uns aber gestern Abend auf der TU gesehen, im Festsaal, und haben dort Folge 500 gemeinsam aufgenommen, live mit wie viel waren denn da vor Ort? Eine ganze Menge. Ja, wahrscheinlich um die 200 Leute. Hätte ich auch angenommen. Also mit so 200 von euch und haben da unsere Jubiläumsfolge aufgenommen, die wir am Sonntag ausstrahlen. So ist es. Das ist dann die 500ste. Das ist krass. Also erstmal bringt mich das an meine intellektuellen Kapazitäten mit dieser Rouschade der Episoden, aber es macht total Sinn. Und es war aber halt auch einfach sehr, sehr lustig, dass wir zwar uns mal wieder so live und in Farbe sehen, weil man hat ja schon das Gefühl, man sieht sich regelmäßig, aber sich dann doch zu sehen, ist schon mal cool. Und dann auf einer Bühne ist es halt schon mal was anderes, wenn man so ein bisschen auch die Energie spürt und auch die Resonanz. Wie hast denn du das gestern empfunden?
MarkusIch fand es sehr schön tatsächlich. Es waren viele alte Freunde im Publikum, viele Hörerinnen, die schon sehr lange dabei sind. Und dementsprechend auch der Vibe. Wir haben ja mit Slido gearbeitet, sodass das Publikum jederzeit Fragen stellen kann. Und da finde ich, hat man schon auch gemerkt, dass da viele dabei waren, die uns schon lange kennen.
DanielUnd unseren Humor schon eine Weile kennen. Nee, das war, das war, das hat einfach richtig Spaß gemacht. Und was mir halt immer so gefällt auf einer Bühne, du spürst halt Energie und du spürst halt Resonanz. Und mit Resonanz meine ich jetzt tatsächlich irgendwie nichts Okkultes oder so etwas, sondern einfach, du sagst was und dann spürst du, ja, kommt das an oder wird das vielleicht auch kritisch gesehen. Und das macht mir einfach die größte Freude. Und ist natürlich auch wild, wenn man denkt, dass man da hätte 500 Folgen aufgenommen hat, das ist schon okay.
MarkusJa, ich finde, es war ein würdiger Rahmen für die 500. Episode und für all die, die nicht dabei waren. Ja, am Sonntag könnt ihr euch das dann auch zur Gemüte führen.
DanielGenau, da ist genau das. Aber technisch gesehen ist ja Folge 500 noch nicht passiert, also tun wir so, als wäre das nicht gewesen. Wir sind bei Folge 499 und da haben wir natürlich noch ein paar Themen, über die wir reden wollen. Es gibt ein Leak, diesmal nicht irgendein drittklassiger Promi, der irgendwie seine Klöten hat herzeigen lassen, sondern es gibt so einen waschechten Leak bei der EU-Inc. Vielleicht erklärst du, ich weiß, es ist jetzt dir unangenehm, aber erklär mal in einem halben Satz, was es ist und erklär mal auch vielleicht, warum du sehr prädestiniert bist, darüber zu reden, weil du bist ja nicht nur bloßer Zuschauer dabei. Jetzt erzähl doch mal.
MarkusAlso die EU-Inc ist eine europäische Rechtsform, die von der EU-Kommission gepusht wird, um eine stärkere Vereinheitlichung auf europäischer Ebene zu erreichen, weil das ist eines der vergrößten Nachteile von europäischen Startups, europäischen Unternehmen insgesamt gegenüber amerikanischen ist, dass die dort halt wirklich einen gemeinsamen Binnenmarkt von 300 Millionen Konsumenten haben, versus in Europa ist es halt 27 unterschiedliche Märkte und da ist besonders auch, sage ich einmal, der rechtliche Rahmen dafür ein großes Hindernis, warum es kompliziert ist zu skalieren in Europa. Und das soll eben jetzt durch eine einheitliche Rechtsform gelöst werden. Das ist entstanden auch aus einer Community-Initiative, wo der Andi Klinger einer der führenden Köpfe ist, also auch ein Österreicher quasi involviert. Und wir bringen uns natürlich auch über unsere europäischen Dachverbände, das European Startup Network und Alight for Startups, haben wir uns da auch sehr stark eingebracht und waren involviert in viele Gespräche. Und ja, es gibt einen Leak, weil tatsächlich, wenn ihr das hört am Donnerstag, dann sollte schon die offizielle Version auch präsentiert werden. Also es ist jetzt heute, zu Mittag, also Mittwoch zu Mittag, wird das präsentiert, aber der Leak ist eben schon fast eine Woche vorher rausgekommen, wo man halt mal schon einen ersten Blick drauf bekommen hat, was die Kommission jetzt konkret plant.
DanielUnd jetzt erzähl doch mal, was die konkret planen. Ich hätte ja gesagt, nichts wie immer, aber ich bin sicherlich positivster Erwartung, dass da richtig solides, Angriffslustiges, Mutiges etwas rausgekommen ist.
MarkusJa, und ich glaube tatsächlich kann man das ihnen auch nicht absprechen, dass es grundsätzlich schon mutig ist, was sie machen. Es ist halt leider noch nicht der richtig große Wurf, weil ich sehe, das wäre jetzt schon eine Chance gewesen, einfach mal einen Schritt zu machen, komplett europäisch zu denken. Tatsächlich einen Schritt zu machen in Richtung Vereinigte Staaten von Europa. Und da muss man halt sagen, dafür geht es nicht weit genug, was es jetzt ist. Es ist ein europäischer Rechtsrahmen, wo man ein Interface hat auf europäischer Ebene. Also man kann aus ganz Europa über eine digitale Schnittstelle eine Firma binnen 48 Stunden, komplett digital, mit sehr geringen Kosten. Also sicher unter 1000 Euro, wahrscheinlich sogar in Richtung 100 Euro oder so eine Firma gründen. So weit, so gut. Also jetzt rein einmal auf die Gründung besprochen, ist das definitiv ein großer Wurf. Gleichzeitig im tatsächlichen Handling der Unternehmen wird dann doch relativ oft auf nationales Recht zurückverwiesen. Also es ist, wo es zum Beispiel gibt zum Beispiel klare Ansage, es soll eine Mitarbeiterbeteiligung standardisiert möglich sein, bei der auch die Besteuerung erst im Falle vom Exit tatsächlich anfällt. Also auch hier gibt es gewisse Standards, die Anteilsübertragung soll ohne Notariatsakt möglich sein. Also es sind viele Verbesserungen. Aber am Ende steht dann quasi so dabei und falls für alles andere, was jetzt nicht klar definiert ist, soll quasi der jeweils nationale Rechtsrahmen gelten. Und zusätzlich gibt es kein echtes europäisches Firmenregister. Es gibt eine Schnittstelle, mit der man quasi in die nationalen Register rein, also in Österreich ins Firmenbuch, zurückspielt. Und vom Firmenbuch geht es dann wieder zurück in eine europäische Dachdatenbank. Aber diese Schnittstelle auf die nationale Ebene ist natürlich das, wo dann auch sowas wie das KYC, also wie formalisiert man halt Personen, genau, neuer Customer, also wer zahlt da zum Beispiel, wer ist der Investor, wie stellt man das fest. Das ist einer der Punkte, die zum Beispiel in Österreich sehr kompliziert sind. Es passiert wieder auf nationaler Ebene. Das heißt, du hast eigentlich keine echte Vereinheitlichung. Und du hast kein europäisches Gericht für diese Themen. Das heißt, es wird erst direkt wieder auf der nationalen Gerichtsbarkeit basiert, dass auch hier kann es dann wieder unterschiedliche Interpretationen auf nationaler Ebene geben. Das heißt, sicher eine Verbesserung zum Status quo, muss man ganz klar sagen. Also wenn das durchgesetzt wird, dann stehen wir auch aus Österreich heraus deutlich besser da als der Jetzt-Zustand. Aber es ist nicht der große Schritt, dass jetzt plötzlich alles nur mehr auf europäischer Ebene passiert. Und das wäre eigentlich der Wunsch und die Chance gewesen.
DanielUnd jetzt die Frage aller Fragen: Muss ich zum Notar?
MarkusAlso so wie das jetzt im Proposal steht, nein. Meine Sau und das ist tatsächlich ein, wäre ein großer Gewinn. Jetzt muss man erst einmal sagen, es ist ja erst der Beginn, es ist der Vorschlag der Kommission, das muss jetzt noch durch, muss erstens von einer gewissen Anzahl an Mitgliedstaaten akzeptiert werden, es muss vom Parlament abgesegnet werden, also da wird sicher noch viel Verhandlungen geben. Aber ja, zum Beispiel bei der Gründung steht explizit drin, dass es da keine Notreatzakt geben soll.
DanielIch bin neugierig, weil angenommen, ich baue eine Firma, die ich in den nächsten drei Monaten gründen möchte, das ist noch viel zu früh, oder?
MarkusJa. Das ist nämlich auch ein Nachteil, muss man sagen, wenn es jetzt diese Lösung gewesen wäre, wo man sagt, das ist alles auf europäischer Ebene, komplett neuer Rechtsrahmen, dann hättest du wahrscheinlich eine schnellere Timeline. Auch da wäre es nicht schnell gegangen, weil auch hierher müssten sich jetzt eben noch sich erst einmal alle einigen in den unterschiedlichen europäischen Gremien. Es müssten in dem Fall dann sogar alle Mitgliedstaaten zustimmen. Also da wäre ein langer politischer Prozess, aber dann, wenn es umgesetzt ist, muss man sagen, jetzt auch einen Europäischen Gerichtshof aufbauen und so weiter, ist jetzt auch nicht schnell, aber da hättest du zumindest, sage ich einmal, nicht dieses Level mit Back and forth mit den Mitgliedstaaten, weil das, was jetzt passieren müsste, ist, dass die ganzen Mitgliedstaaten ihre nationalen Rechtsformen auch dahingehend anpassen, was eben in dieser Verordnung drinsteht. Das heißt, ich fürchte, selbst wenn du im nächsten Jahr startest, wird das noch nicht gehen.
DanielDas heißt, wann glaubst du, hat mir die erste waschechte, aus Österreich herausgegründete EU-Inc? Ja, sie meine Fürstung.
MarkusDie Fürchtung ist tatsächlich 2028.
DanielDas ist natürlich schon brutal, wenn du denkst, wenn du jetzt sagst, jetzt haben wir März 2026, it's urgent as fuck, wie man so schnell auf Englisch sagt.
MarkusDas ist jetzt das Window of Opportunity, auch weil halt in Amerika gerade so viel Chaos ist und man eigentlich den Leuten die Hand reichen könnte.
DanielRichtig. Und 2028 ist ja eh im November dann, glaube ich, wieder die nächste Präsidentschaftswahl, oder? Und wenn dann sich wieder jemand irgendwo in Europa querstellt, dann geht das wieder hin und dann wieder und dann, ach, und das ist so. Und meine größte Sorge ist, also ich weiß, dass sowas einfach dauert. Und ich weiß, stetiger Tropfen höhlt den Stein. Aber meine ganz große Sorge ist, dass die, die gerade mit richtig viel Power dahinter sind, dann irgendwann sagen, okay, ich hab jetzt da schon so und so viel Zeit und Energie reingesteckt, jetzt, wenn es jetzt so zart weitergeht, freut es mich auch nicht mehr. Und das ist natürlich dann irgendwo ein Risiko, wenn du natürlich so Heavy Hitter dahinter hast, die halt das jetzt mal so machen, intrinsisch motiviert, dass dann irgendwann ist das eine Gefahr oder hast du das Gefühl, nein.
MarkusAlso die Gefahr ergibt sicher auch mit dem anderen, die persönlich spricht, merkt man schon eine gewisse Frustration mit dem politischen Entscheidungsträger nicht. Gleichzeitig muss man jetzt sagen, aus einer rein strategischen Perspektive ist das auch etwas, wo ja, ich glaube alle Beteiligten auch in Europa noch einmal, ich glaube, sie haben einen riesen Respekt dafür verdient, dass sie sich da auch so reingehau haben. Und gleichzeitig versteht jeder, dass das halt kein Wunschkonzert ist. Also ich könnte mir schon vorstellen, dass es für sie auch jetzt eher Vorteile bringt, wenn sie das weiter begleiten und auch wenn sie dranbleiben, wenn es nicht perfekt ist. Also ja, der emotionale Aspekt dabei, dass man vielleicht irgendwann zu frustriert ist, um das noch zu machen, den halte ich für reell. Aber gleichzeitig gibt es schon noch klare Incentives, da jetzt dran zu bleiben, weil das hat man angestoßen und dann glaube ich, hat man auch ein Interesse, dass das halt möglichst gut zu Ende gebracht wird, auch wenn es jetzt nicht die Maximalforderung ist.
DanielIch bin gespannt. Machen wir es mal so, ich bin gespannt. Ich bin nach wie vor glühender Europäer. Man muss natürlich sagen, nach 15 Jahren sich mit diesen Themen beschäftigen oder 16 ist man irgendwann so, ja, ein bisschen schneller wäre ganz geil, dass man irgendwann einfach. Irgendwann ist man so ein bisschen schon so, ja, ich weiß eh, ich weiß eh.
MarkusJa, ich glaube, ein Riesenproblem ist natürlich wieder dieser Spagat, den wir schaffen müssen, und den kenne ich allzu gut von Austrian Startups. Du willst einerseits nicht diese ganzen Narrative und Memes befüttern, wo Europa halt als so lächerlich dargestellt wird, oft auch ganz bewusst von Amerikanern so inszeniert, damit sie halt das beste Talent aus Europa abziehen können. Gleichzeitig musst du aber halt auch ganz offen Kritikpunkte ansprechen und halt auch klar sagen, warum gewisse Aspekte dieses Proposals noch nicht dort sind, wo sie sein sollten. Und das in der öffentlichen Kommunikation zu machen, ist halt genau der Balanceakt. Aber das wissen eh alle Beteiligten. Und das werden wir hoffentlich gemeinsam auch hinkriegen.
DanielJa, und ich glaube, man muss es halt einfach nicht schönreden, man muss es sehen für das, was es ist. Und ich glaube, der Punkt ist, die Frustration ist ja zum Beispiel auch bei mir da, weil ich halt so sehr an Europa als das, was es ist, glaube und an die Werte und die, ich sag mal, Union auf der Ebene, dass ich sage, es ist für mich eine Werteunion nach wie vor. Und da ist einfach sehr viel, was man verlieren kann. Und für mich wäre das Schlimmste, dass das, was halt immer wieder passiert, dass die Talente halt abwandern und dass das Invest einfach hier nicht passieren kann. Man muss ganz ehrlich sagen, in der Zeit, wo sich Amerika auffrisst, wo es Krieg im ganzen Nahen Osten und Mittleren Osten gibt, wäre dann natürlich etwas, wo man sehr leicht Geld und Talent hinbringen könnte, wäre das natürlich eine schöne Möglichkeit. Aber dieser Konjunktiv, den würde man im Podcast nachsuchen, wie oft wir im Konjunktiv im Kontext von A, Österreich und B Europa gesprochen haben. Ja, das ist recht häufig. Trotzdem wäre es wahnsinnig wünschenswert. Denn wir sehen ja auch gerade ganz aktuell, es ist ja nicht so, dass die Welt einfacher wird. Es ist krass, es ist krass. Straße von Hormus ist geschlossen. Ich meine, natürlich sagt Pete Hagisett, sie ist ja nicht geschlossen. Man wird halt beschossen, wenn man durchfährt, aber sie ist offen, also man kann durchfahren. Was bist du für eine Lappen-Comedy? Was bist denn du für einen Lappen? Ich meine, ich meine, na gut, man muss natürlich sagen, auf einer rein technischen Ebene hat er ja recht. Das Ding ist ja jetzt nicht, dass da jetzt ein Schloss und Riegel davor ist, aber also würdest du mir sagen, du kannst schon durchfahren. Wir werden halt alle auf dich ballern. Und man muss ja auch eins sagen, das vergisst man so sehr. Die armen Säure, die da gerade auf dem Tanker sind und da durch müssen. Ich glaube, das Schlimmste muss sein, wenn du auf einem Schiff bist, dass ein Tanker ist. Außer Munitionsfrachter wurde, das ist, glaube ich, schneller, aber so ein Tanker und du wirst beschossen und das Ding ist ein riesiger, brennender Feuerball. Und da gibt es ganz, ganz, ganz fürchterliche Augenzeugen berichten aus dem Zweiten Weltkrieg, wenn Tanker torpediert wurden, das Wasser brennt, die Menschen schwimmen im brennenden öligem Wasser, haben Verätzung, Verbrennung, glaube ich. Das ist nicht schön. Das ist wirklich nicht schön. Deswegen, die meisten halten sich da ganz, ganz, ganz, ganz, ganz weit ab davon. Heißt aber, das Öl läuft nicht. Und das heißt aber, dass plötzlich an der Zapfsäule da die Rechnung präsentiert wird.
MarkusJa, das ist blöd. Ja, das ist insofern auch blöd, weil ich meine, das ist das eine natürlich die Zapfsäule, aber die Realität ist halt immer noch, dass unsere Wirtschaft zu einem großen Teil vom Öl lebt. Also jetzt nicht nur tatsächlich Benzin, sondern viele andere industrielle Zweige, da auch dran hängen. Und die Preise, die wir gewohnt sind, in der Form nicht haltbar sind. Das heißt, ja, wir bekommen gerade in Echtzeit wieder ein Problem mit der Inflation. Und diesmal anders als beim letzten Mal, nicht unbedingt auf Basis von zu hohen staatlichen Subventionen, wie es halt in der Corona-Krise gewesen ist, sondern einfach ein externer Schock, weil das Angebot sinkt an einem ganz essentiellen Rohstoff. Und da kann man dann auch als Staat nur bedingt gegenlenken. Weil, wenn das Angebot nicht da ist und gleichzeitig die Nachfrage ähnlich bleibt, dann hast du automatisch ein Problem. Und ich glaube, da würde ich mir eigentlich auch etwas mehr Ehrlichkeit wünschen von der Politik, anstatt dass wir jetzt wieder dahergehen mit Spritpreisbremse und so weiter, wo ja de facto halt wieder verhindert wird, dass der Markt sich findet, weil was man ja eigentlich erreichen müsste, ist, dass weniger Leute dann quasi Benzin zum Beispiel in dem Fall nachfragen, weil es teuer ist, weil sie sich eher überlegen, naja, vielleicht fahre ich vielleicht diesmal mit dem Zug oder dann gehe ich lieber zu Fuß oder was auch immer. Das heißt zumindest, wenn man schon einen Markteingriff macht, dass man den fokussiert, nur auf die Personen, die wirklich angewiesen sind aufs Auto. Aber es ist halt wieder dann die Reaktion ist, die Gießkanne, jetzt machen wir für alle senken wir die Steuern auf Mineralöl und Cappen auch, glaube ich, irgendwie halt jetzt die Marge, was wieder ein total komplizierter Marktangriff ist. Also es ist viel Show und am Ende meines Erachtens wird nicht viel übrig bleiben, weil es ist halt Angebot und Nachfrage und wenn du es nicht schaffst, die Nachfrage zu reduzieren, dann wird die Preise wieder aufgehen. Das ist irgendwie so very simple und trotzdem sind wir irgendwie in einer politischen Realität gefangen, wo wir irgendwie den Leuten die Wahrheit nicht zumuten.
DanielJa, ich meine, weil wer auch immer die Wahrheit überbringt, wird ja dann meistens dafür torpediert. Und das ist am Ende des Tages das Problem. Aber es ist halt, es ist halt sehr forciert und es wird halt auch so einen typischen Trickle-Down-Effekt haben, so einen Ripple-Effekt, jetzt habe ich das richtige Wort. Weil klar, du hast es gerade angesprochen, es ist eine Menge Industrien, die daran hängen, eine Menge Zulieferer, die daran auch noch hängen, jada, jada, jada, das ist einfach Mist und man kann nicht ganz absehen, wie lange das Ganze hält. Krass ist, dass Donald ja auch irgendwann angekündigt hat, dass man zumindest das Öl auf russischen Tankern, die gerade schon sich auf hoher See befinden, doch einkaufen könne. Ich meine, Alter, was machst denn du jetzt schon wieder? Ja.
MarkusDurchaus wählt. Das ist tatsächlich, wenn du mich fragst, ist das halt strategisch wirklich ziemlich blöde, dass jetzt der eigentlich einzige geopolitische Gewinner von dieser Krise ist wahrscheinlich Russland. Weil die waren jetzt echt, die haben echt in Probleme gelaufen und jetzt kriegen sie halt wieder mehr Geld für ihr Öl.
DanielUnd es gibt eine interessante Entwicklung. Wenn ich dem Internet glauben darf, was ich nicht tue, aber trotzdem ist es ganz interessant, hat sich JD Vance in den letzten Tagen ja sehr, sehr, sehr, sehr, sehr bedeckt gehalten, was seine Meinung zum Iran betrifft. Und ein paar High-Profile-Leute, allen voran der Director of Counterintelligence, wenn ich es richtig im Kopf habe, Joe Kent, ist zurückgetreten, der wiederum einen militärischen Hintergrund hat, ex CIA, bla bla bla. Eigentlich ein Trump-Hardliner und hat gesagt, basierend auf dem Krieg, tritt er zurück. Und das sind eigentlich so diese typischen Mager-Typen. Und wenn Magerleute auch schon sagen, weiß ich nicht, JD Vance hält sich zurück, man spricht dann darüber, dass es vielleicht auch wegen der Kandidatur 2028 ist, dass er sich da nicht in die Schusslinie begeben möchte.
MarkusJa, sicher.
DanielDa ist Trump ja schon in unangenehmem Gewässer für ihn.
MarkusJa, weil er halt auch ganz klar eigentlich gesagt hat, seine Präsidentschaft ist die. Genau, also da natürlich zerbricht jetzt Wager auch daran. Frage ist halt, wie schnell oder wann überhaupt schafft er, dass er halt das wieder in den Griff bekommt. Es ist offensichtlich gerade nicht so gelaufen, wie er das geplant hat. Die Folgen spüren jetzt alle, nicht nur Amerika, aber Amerika sehr wohl auch. Und ja, es ist leider bezeichnend für die letzten Jahre, dass es halt immer wieder diese Entscheidungen gibt von völlig aus der Hüfte. Völlig aus der Hüfte und die, wo dann viele Leute darunter leiden.
DanielUnd was ich halt wirklich, wirklich spektakulär finde, ist, dass die USA allen voran Trump tatsächlich in der Ukraine anfragen für Drohnenabwehrmaßnahmen, worum sich denkt, das ist schon fast eine Ironie des Schicksals nach diesem fürchterlichen. Debakel damals im Weißen Haus, wie Zelensky dort von Trump und Vance niedergemacht wurde und jetzt sagen sie, brauchen jetzt da was gegen Drohnen. Das ist eigentlich schon wild, dass ein Trump mit seinem riesigen Militär in einen Krieg zieht, ohne tatsächlich auf den Drohnenkrieg vorbereitet zu sein, obwohl der Ukraine-Krieg eigentlich seit Jahren zeigt, da geht es um Drohnen, Drohnen und nochmals Drohnen. Ja, ist.
MarkusNein, es ist auch das wieder bezeichnend halt für die Vorbereitung. Aber ich glaube, das, was man jetzt jetzt wieder, jetzt kommen wir zurück zur Start-up-Szene, zur Tech-Welt, das, was man halt jetzt wieder sagen muss, wozu führt das? Wieder Marktunsicherheit, wieder Krise, wieder Inflation, potenziell dadurch wieder steigende Zinsen, die sich ankündigen. Das ist natürlich gegenläufig, oder einerseits Wirtschaftskrise, andererseits steigende Inflation, also das ist auch für die Zentralbanken nicht einfach. Aber jetzt hat sich eigentlich angebahnt, hey, jetzt kommt da unser IPO-Window endlich. Haben einige dieses Jahr, glaube ich, geplant von den großen Hyperscalern auch, wissen ja, auch in Österreich ein, zwei Kandidaten. Ich bin mir sicher, dass da jetzt halt auch aktuell man gerade überlegt, wie geht man jetzt damit um? Was ist ein Window of Opportunity? Ich schätze jetzt, bis Ostern ist sicher mal geschlossen. Und da wird jetzt nichts passieren. Dann gibt es noch irgendwo dann, ja, zwischen, ich schätze, Mai, Juni wird es nochmal ein Fenster geben vor dem Sommer. Dafür muss aber wahrscheinlich eine gewisse Stabilität wieder eingekehrt sein, nehmen wir an. Und sonst sprengt es in den Herbst. Und wer weiß, was da sonst noch irgendwann platzt vielleicht die AI-Bubble. Also es ist schon echt aus einer Business-Realität. Wenn man auf Exit angewiesen ist, wenn man probiert, dass diese Szene wieder Liquidität bekommt, darf man die Auswirkungen auch nicht unterschätzen, die da entstehen.
DanielTricky Times muss man mal so sagen. Zeigt gleich eine riesige Opportunity natürlich für alle neue Dinge zu tun. Wenn alle unsicher sind, dann mach was Neues. Und ich glaube, das ist der Moment, wo wir vielleicht ein bisschen über Open Claw sprechen, weil Open Claw, es fallen mir unglaublich viele schlechte Witze ein, aber ich lasse es einfach. Ist tatsächlich wahnsinnig populär in China. Es boomt wie Sau in China. Übrigens, ich habe gestern eine Sache, das muss ich noch zum Thema Open Claw sagen. Scheinbar gibt es Services mittlerweile, die dir anbieten, dass sie dir Open Claw am Mac Mini installieren. Und wenn du es on site machst, scheinbar 6000 Dollar, dass dir jemand Open Claw installiert. Boah, das ist krass. Goldgräberstimmung. Wahnsinn. Ich meine, super smart. Super smart. Und ganz ehrlich.
MarkusNa, aber weißt du, warum es nicht smart ist? Weil das Problem ist, damit du verstehst, was auch die Risiken von OpenClaw sind, musst du es ja eigentlich, dir das alles ordentlich durchlesen, musst du dich selbst damit beschäftigen. Wenn du da irgendeinen Externen hast, der herkommt, der das installiert und dann sagt, ja, so.
DanielAber Paul, ehrlich. Nein, mein Kommentar war auf die, die das anbieten, nicht die, die das nachfragen. Also mein Learning is Open Claw, ist 17 Level über dem, was ich drauf habe. Und so gerne ich es machen würde, das letzte, was ich tun würde, ist mir einen Mac Mini bestellen und drauf lospushen. Because I have no fucking clue. Und das ist das wirklich, da musst du wirklich wissen, was du tust. Und Video sagst, wenn du jemanden einlädst, hier für 6000 Dollar das für dich installieren, wahrscheinlich auch noch schnell machen, weil sie noch 10 andere haben, die warten. Sie wissen, es geht noch drei Wochen gut und dann ist vorbei. No, no, no, no, no, no, no, no, no, no, no, no, no, no, no. Und mein Feed ist übrigens voll von Leuten, die sagen, hier ist mein Open Claw, der gemeinsam mit, äh, wie heißt dieser Webseite, fällt mir gerade nicht ein, blaues Logo? Polymarket. Dankeschön, die auf Polymarket über Nacht so und so viel 100.000 gemacht haben und alle sind so, yes, das will ich auch. Oh dude.
MarkusIch glaube grundsätzlich wäre Open Claw schon noch für Menschen wie uns accessible und machbar, wir bräuchten dann, glaube ich, recht viel Zeit, uns damit zu beschäftigen. Mehr als du und ich aktuell wahrscheinlich haben, dass man sich wirklich reinfuchst.
DanielUnd das Problem ist, finde ich, aber Open Cloud spielt ja auch wirklich mit echtem Geld und echtem Content und echtem.
MarkusWenn du es dafür freigibst. Also du kannst ja Open Cloud auch ohne deine Kreditkarte losschicken. Ja.
DanielJa, nein, aber trotzdem, ich meine, ich glaube, es ist ein Tool, wo du einfach wissen solltest, was du machst. Und es gibt genug technische Lösungen, wo man sieht, was passiert, wenn Leute nicht wissen, was sie machen. Und da habe ich einfach zu viel Respekt davor. Viel zu viel, viel zu viel. Und ja, nein, ich finde es trotzdem cool. Wir haben eh schon darüber gesprochen, wir spielen beide mit Claude. Das macht auch eine Menge Spaß. Auch das ist schon mal ziemlich aufregend, was das Ding alles kann. Das ist unfassbar. Und ja, aber in China, nochmal darauf zurück, ist das Ding einfach wahnsinnig populär.
MarkusJa, und es ist kein Zufall, weil dort ist ganz klar auch die Regierungslinie, dass man Menschen AI literate machen muss. Und das wird so auch ganz klar weitergegeben an die lokalen Regierungen und die stehen tatsächlich in Competition. Das heißt, die competen darum, dass sie dann halt zeigen können, bei ihnen sind die Bürger schon so weit in diesem Bereich. Also da ist dann ein Wettrennen, wer besser dasteht. Und deswegen wird ursprünglich natürlich mit DeepSeek, aber jetzt eben auch OpenCloud ganz stark auch auf der öffentlichen Ebene gepusht. Auch hier gibt es viele Plattformen, die One-Click-Versions anbieten. Aber wenn man sich jetzt die Userbase von OpenCloud anschaut, dann ist es mittlerweile fast 40% der öffentlich sichtbaren Open Cloud-Agents sind aus China. Und was man auch ganz spannend sieht, ist, dass das Bild von AI in der breiten Bevölkerung viel besser in China ist als in der westlichen Welt. Also wenn du dort fragst, was die Chinesen halten von AI-Produkten und Services, ob die mehr Nutzen als Schaden anrichten, also genau that they were more beneficial than harmful, dann sind das 83 Prozent. Und in der westlichen Welt sind wir da irgendwo unter 50 Prozent in den meisten Fällen. Also jetzt zum Beispiel in Amerika sind es 39%. Und das schon, muss ich überlegt, auch wenn es darum geht, Arbeitsmarkt der Zukunft. Ich glaube, AI-Literacy ist ein wichtiger Punkt. Ich glaube nicht, dass es der Weisheit letzter Schluss ist. Ich glaube, wir müssen jetzt nicht Menschen zu AI-Controllern machen. Ich glaube, es ist gut, dass wir eine breit angelegte Bildung haben und Bildung nicht nur als Ausbildung sehen, aber trotzdem, diese AI-Skepsis, die man bei uns mittlerweile halt schon spürt, die kann schon auch von der Wettbewerbsfähigkeit ein Problem werden, glaube ich.
DanielJa, und ich meine, am Ende des Tages geht das wieder aufs Mindset zurück. Und das ist halt das Arge, wenn du halt ein offenes Mindset hast, das glaubt, das ist was sehr Positives, dann setzt du dich auch ran damit. Und wenn du, wenn du, wenn, wenn, wenn knapp die Hälfte oder über die Hälfte der Meinung sagen, das weiß ich nicht so, ist tricky. Und ich glaube halt, Adoption wird bei KI noch, nein, nicht bei KI, bei Dingen wie diesen ganzen Claude, nein Claude, bei Open Claw on Co. noch kritischer sein, weil du einfach innerhalb von Minuten, von Stunden unfassbare Dinge anreißen kannst. Ich meine, ich sehe es gerade bei mir selber, da geht es um eine Go-to-Market-Strategie und anstatt zu sagen, oh, ich suche mir jetzt alle händisch raus und dann bist du da in Kontakt, bla bla bla, du kannst ja, du kannst ja über einer der Plugins einfach sagen, hier bau mir das, feuer frei und dann steckst du dein Google-Account dazu und noch dein Browser. Und dann kannst du dir über LinkedIn deine Kontakte raussuchen lassen, über Gmail durch Connecten und sagen, such mir die besten Kontakte raus, die für das hier funktionieren und mach das einfach mal. Das geht. Das ist unfassbar, unfassbar schnell, wie du da deployen kannst. Die, die das halt am schnellsten machen, werden den Vorteil haben und die, die da zögerlich sind. I don't know. Wir hatten ja auch gestern unseren Stammtisch und wir haben auch durchs Handhochheben mal gemessen, wer denn da so Sachen nutzt, auch in unserer Bubble, waren weniger, als ich angenommen hätte. Das war wirklich ganz interessant. Open Claw waren ungefähr so viele, wie ich angenommen hätte. Also von 200 waren das in meiner Wahrnehmung so sechs, sieben hätte ich jetzt gezählt. Ich hatte eher so zehn bis 20 gezählt, glaube ich. Einigen wir uns auf mittlerer Weg, sagen wir mal 14, okay, oder zwölf. ChatGPT Pro haben wir noch abgefragt. Das waren so gefühlte 40, hätte ich gesagt. Wie siehst du?
MarkusAch, da habe ich wieder ein bisschen mehr gesehen, aber. Ich hätte wahrscheinlich ja 50 bis 60 getippt.
DanielJa, aber dann sind wir nah beieinander, oder?
MarkusIch meine, nah beieinander. Also das war schon klar an das meiste auch.
DanielDeswegen habe ich das ja auch so abgefragt. Und Cloud Pro war dann auch irgendwo, hätte ich so gesagt, 30, 40. Aber was mich halt, also Cloud hat mich, äh, äh, Open Cloud hat mich nicht überrascht. Das war genau, wie ich es angenommen habe. Cloud hat mich auch nicht so überrascht. ChatGPT Pro hat mich sehr überrascht. Ich hätte angenommen, dass wir bei diesem Tool eine höhere Abdeckung haben. Weil für mich ist, also der Nutzen so hoch bei diesen Plattformen, dass es mich erstaunt, dass Leute, die unternehmerisch denken oder denken wollen, nicht diesen riesigen Hebel schon nutzen.
MarkusJa, fair enough. Wenn man sich die Audience eigentlich anschaut, aber man muss auch sagen, ich finde bei OpenAI war nie so ein starker Monetarisierungsdruck da, oder? Also ich finde, OpenAI hat eigentlich immer auch in der Gratis-Version relativ gut performt. Versus bei Cloud habe ich das Gefühl, dass du halt die wirklich coolen Features ganz klar nur mit in den bezahlten Plänen bekommst. Ja, ja, stimmt.
DanielWobei bei ChatGPT Pro hast du natürlich auch die mächtigeren Tools gleich zur Seite bekommen.
MarkusJa, aber ich finde jetzt, da gab es ja auch viel hin und her, ob überhaupt jetzt das Latest Tool da überhaupt das Beste ist. Da gab es ja auch Leute, die lange Legacy-Tools oder Legacy-Modelle verwendet haben. Also ja, ich hatte, also ich habe zum Beispiel damals ChatGPT Pro, glaube ich, abgeschlossen, nicht unbedingt, weil es ein konkretes Feature gab, sondern halt einfach, weil ich viel damit arbeite und mir dann gedacht habe, okay, wahrscheinlich kriege ich irgendwie schneller, bessere Modelle und solches Zeug. Und bei Claude jetzt explizit war klar, wenn, dann mache ich das mit Bezahlprogramm, weil dann gibt es Cowork zum Beispiel. Und das ist ja genau der Hebel, der das ja dann besonders spannend macht.
DanielNein, nein, ich bin schon bei dir, aber anyway, ich war, ich bin halt überrascht, wie wenig Leute das tatsächlich noch nutzen und wie eklatant der Nachteil ist, wenn man es nicht nutzt. Das ist das, worauf ich hinausfühle, weil der Vorteil ist einfach gigantisch. Gigantisch. Aufregend. Also, natürlich ist es ein Kostenfaktor, aber ganz ehrlich, ich glaube, man kann sich in anderen Bereichen viel mehr Geld einsparen, wenn man sagt, die meisten sind wahrscheinlich jung und die gehen auch immer ganz gern saufen und sagt man halt dann, dann gehst du halt zweimal nicht saufen und dann hast du das. Ja. Apropos saufen, was haben wir denn noch am Menü?
MarkusSagt der Mann, der trocken ist seit zwei Jahren. Schau, ich sage dir, was auch in der letzten Woche für viel. Ja, wahrscheinlich schon ziemlich. Vielleicht ein, zwei Hochzeiten dazwischen. Okay, ich habe schon meine Ausreiße, aber sehr selten. Marc Andresen, unser alter Freund, der Andresen-Horowitz-Gründer, der irgendwann einmal ganz spannend abgebogen ist auf der mentalen Ebene, hat mal wieder für viele Diskussionen gesagt, weil er sich hinreißen hat lassen zu dem Statement, dass viele große Männer in der Geschichte sehr wenig oder wenig bis gar keine Introspection hatten. Also, ich weiß nicht, wie ich das richtig übersetze, so dieses Reflexion, Selbstreflexion. Dass man auch darüber nachdenkt, warum man Dinge tut, wie man Dunge tut. Und er hat halt quasi gemeint, dass die größten Gestalten der Geschichte, das waren alles einfach Leute, die nie reflektiert haben. Und dass das eigentlich the way to go ist, wenn man Greatness erreichen will. Und wie man sich vorstellen kann, hat das natürlich für viel Backlash gesorgt, weil es natürlich sehr gute Beispiele gibt von sehr erfolgreichen Menschen, die sehr viel Reflexion hatten und weiß nicht, Tagebuch geschrieben haben und man das sehr gut so auch abbilden kann. Ich glaube, woher vielleicht ein bisschen diese Erkenntnis kommt und worüber wir ja auch schon ein paar Mal im Podcast gesprochen haben, ich glaube, man kann das natürlich auch übertreiben. Ich glaube, man kann sich auch verlieren in der Reflexion, man kann sich auch verlieren in man muss alles durchdenken und kommt nie ins Tun. Also auch diese These, dass man sagt, man ist klug genug, um eine Industrie zu verstehen, aber dumm genug, um tatsächlich dann auch ein Startup zu starten. Das geht wahrscheinlich so ein bisschen in eine ähnliche Richtung. Aber ja, man sieht halt schon, Marc Andresen ist schon intellektuell irgendwo wirklich abgebogen.
DanielIch finde, er hat einen beeindruckenden Kopf. Ich muss sagen, jedes Mal, wenn ich, ich bin immer nicht sicher, welcher Ben Horowitz und Marc Andresen ist, aber der Mann hat einfach den perfekten Eierschädel. Also wirklich perfekt, perfekt geformt. Das ist unglaublich. Und ich hatte das vor zwei, drei, vier Jahren, als er abgebogen ist, gar nicht so am Radar und habe ich irgendeinen Podcast gehört und plötzlich ist er sehr, sehr weit abgebogen. Ich wusste es nicht. Ich weiß noch, wie ich dich dann angerufen und gesagt habe, sag ich mal, was ist eigentlich mit dem und du, ja, der ist total abgebogen. Und ich weiß noch, wie ich im Podcast das einfach nicht erwartet habe, dass der so abgebogen ist. Schräge Aussage. Schräge Aussage. Es macht aber irgendwo Sinn, dass bestimmte Persönlichkeiten halt nicht so viel selbst reflektieren. Also ich glaube, ein Donald Trump wird jetzt nicht großartig selbstreflektiert.
MarkusJa, das ist ja genau der Punkt. Also ich weiß auch, Donald oder ob da ihnen jetzt viel selbst reflektiert, nehme ich auch nicht sich.
DanielWeil das Krasse ist, wenn du es, wenn du es weiter, weil wenn du selbst reflektierst, wirst du ja kritisch. Und wenn du kritisch wirst, sagst du ja, vielleicht war die Entscheidung nicht so gut und vielleicht mache ich das doch nicht. Und dann nimmst du dir aber auch Zeit zu entscheiden. Während wenn du einfach permanent mit dem Kopf durch die Wand, fuck it, wird schon richtig sein, weil ich bin brillant, ich bin super, dann kommen halt genau solche Persönlichkeitsstrukturen draus. Man macht natürlich auch Sinn, dass sie entstehen, weil wenn du natürlich immer wieder den Erfolg hast, der dir recht gibt, in Anführungszeichen, dann glaubst du irgendwann, dass du unfehlbar bist. Und wenn du unfehlbar bist, machst du wirklich gestörte Dinge. Ja.
MarkusDie Hand ist unbedingt. Ich finde, das ist ein wunderschönes Beispiel, weil genau das, was passiert, das ist halt der Sonnenkönig. Und irgendwann, also das funktioniert, glaube ich, auch bis zu einem gewissen, ja klar bis zu einem gewissen Punkt funktioniert das wirklich gut. Aber irgendwann kommt dann halt der Punkt, wo zu viel Ballast aufkommt, wo du zu nahe an der Sonne fliegst und dann bricht alles in sich zusammen. Und das ist ja auch bei den ganzen Diktatoren der Vergangenheit, die auf ähnlichen Persönlichkeitsstrukturen aufgebaut haben, irgendwann kommt es dann ans Ende. Und dann gibt es die große Implosion. Und das, ja, also ich bin dann immer wieder überrascht, dass jemand so gescheit reden kann und aber dann diesen Teil der Equation nicht sieht.
DanielIch meine, natürlich ist das Problem, wenn du jemand wie er bist, bist du auch sicherlich umgeben von vielen Günstlingen, die auch keine Lust haben, dir zu widersprechen, weil du eben so mächtig und beeindruckend bist für sie und dann irgendwann bist du halt in deiner eigenen Echo Chamber. Weißt du? Und das ist, glaube ich, so eins dieser Themen und dann natürlich diese Persönlichkeitsstruktur. Was soll's? Du, wir müssen uns so langsam dem Ende nähern. Aber es gibt, glaube ich, noch so ein, zwei Themen, über die wir reden wollen. Und das ist natürlich auch die Überwachungsindustrie. Die boomt gerade ganz extrem. Und man sagt das ja immer so mit so einem Augenzwinkern, aber man würde mal zu irgendeinem Stasi-Offizier in den 70ern, 80ern gehen und sagen, mein Freund, du hast keine Ahnung, was mal möglich sein wird, was die Menschen auf freiwilliger Basis ohnehin machen. Aber dass jeder Mensch auch mit einer Kamera rumläuft, die auch noch mit dem Internet verbunden ist, wo du alles hochschicken kannst und dann hast du noch eine KI, die alles, was da drauf ist, analysieren kann und es wird sowieso alles mitgeschnitten und bla bla bla bla bla bla bla. Das ist schon richtig krass. Und dass da natürlich on top eine Überwachungsindustrie ist, die da, die da richtig durch die Decke geht. Ja. Und allen voran gibt es da eine Behörde, die richtig Bock drauf hat. Wo musst du jetzt sagen, wer die sind? Expertinnen und Experten für alles.
MarkusEis, oder? Wahnsinn. Ja. Also das ist jetzt auch wenig überraschend mit all den Storys, die man gehört haben, dass es diese Behörde, die grundsätzlich jetzt mit dem Rechtsstaat wahrscheinlich nicht ganz so genau hält, dass die dann halt auch die sind, die jegliche Überwachungsstool der Welt einkaufen, um irgendwie Leute zu identifizieren, die sie dann aus dem Land befördern können in Amerika. No brainer. Macht es nicht besser, auch wie halt eben die Rechtsstaatlichkeit und die individuellen Rechte, die Menschen auch haben auf Privacy, dort ausgehöhlt werden. Und man muss halt auch sagen, was das für Europa auch wieder bedeutet. Das muss man schon nochmal unterstreichen. Sind auch Tools dabei, die von europäischen Behörden genutzt werden, oft nicht ganz offiziell, weil man das halt auch nicht publishen muss. Aber ja, auch da ist dann die Frage natürlich, wie sehr dient das der Allgemeinheit und wie sehr werden dadurch Tor und Tür geöffnet, falls irgendwann einmal absolutistische Menschen an die Macht kommen, dass sie das dann halt ausweiten und nutzen und damit ihre Interessen durchsetzen. Aber was man auch nicht unterschätzen darf, ist, dass halt diese Unternehmen selten aus Europa kommen. Das kann man jetzt positiv sehen, aber da gibt es auch einen Aspekt, der nicht zu unterschätzen ist. Wenn da jetzt eine europäische Polizei ein amerikanisches Tool einsetzt, bin ich gespannt, ob nicht dieses amerikanische Tool dann auch der amerikanischen Regierung Zugriff auf die Daten, die sie in Europa sammeln, geben und uns das vielleicht eines Tages auch wirklich noch auf den Kopf fällt.
DanielNein, ist naheliegend, dass das passiert. Muss man einfach so sagen. Es war einfacher denn je, auch irgendwo gefühlt notwendiger denn je. Das lasse ich mal so in dem Raum stehen, aber es sind alle möglichen sehr skurrilen Dinge, die passieren. Ja. Und trotzdem App Stein-Akten nicht, oder?
MarkusJa. Ist doch wild. Ich glaube, es hat offensichtliche Gründe, warum da die Leute, die aktuell an der Macht sind, kein Interesse haben, dass man da weitergräbt. Aber was man schon auch sagen muss, jetzt zum Beispiel Iran-Krieg, dass diese Schule da bombardiert wurde, war wohl auch auf Basis von falschen Informationen, die irgendwo in so einer Software hinterlegt waren, mit katastrophalen Folgen. Und das muss man halt auch am Ende sagen. Ja, also das sind auch die Grenzen der Technologie und wenn wir da nicht aufpassen, dann eingangs erwähnt, es ist halt einfach die Methoden, die halt von Stasi und Gestapo und so weiter genutzt wurden. Damals waren primitiv gegenüber dem, was aktuell möglich ist, aber gleichzeitig ist es nicht gesagt, dass nicht wieder solche Behörden in europäischen Ländern entstehen. Und da muss man sich halt echt überlegen, wie kann man möglichst verhindern, jetzt, solange es noch möglich ist, dass das sollte man technisch tun, nicht legistisch, weil logistisch interessiert es dann keiner mehr. Wie kann man eine Infrastruktur hier aufbauen, wo diese Backdoors einfach nicht möglich sind?
DanielDas Witzige ist etwas, was wir ja wahrscheinlich in Europa machen würden, was ich auch sehr begrüßen würde, ist etwas, was die Amis vielleicht machen würden, weiß ich aber nicht. Es ist etwas, wo man in China sagt, nein, wieso? Und das ist ja das Perverse. Man darf ja nie vergessen, dass es da bestimmt auch Länder gibt, wo das komplett normal wäre. Und wo man so eine Gleichschaltung der Massen auch begrüßt und einfach darauf aufpasst, dass dann jemand aus der Reihe tanzt. Und wie will man sagen, KI ist Mustererkennung und du kannst wunderbar im digitalen Zeitalter sehen, wenn da jemand von diesen Mustern abweicht, während man früher, und das muss man ja so sagen, früher hat man im Zweiten Weltkrieg hat man die BBC mitgehört und das hat man halt auf dem Radiosender gemacht, also wenn man in Deutschland gewohnt hat, mal hören wollte, was die andere Seite so sagt und man hat am Radio hören können. Ja, es ging. Und du musstest nur aufpassen, dass die Nachbarn das nicht hören. Fair enough. Und wenn du aufgehört hast, dann gab es auch keine Evidence, dass du es gehört hast. Jetzt kannst du natürlich jeden Millimeter. Den du im Internet begangen hast, auf ewig Tracen. Und das macht es natürlich schon wirklich saugefährlich, um dort zu sein, mir ist ganz klar, dass es Tor und wie sie nicht alle heißen gibt. Aber trotzdem, es ist schon schon nah dran am Verschwörungstheoretiker, wenn man sich mit diesen Themen beschäftigt, weil es einfach da ist und das ist schon.
MarkusNa, und da muss man auch sagen, da hat da unser Staatssekretär für Digitalisierung, den ich eigentlich sehr schätze, weil er Herr Pröll, Alexander Pröll, und den schätze ich eigentlich, weil er einer der Personen in Österreich ist, die verstehen, dass wir uns wirtschaftlich neu aufstellen müssen und dass Technologie eine sehr wichtige Rolle dabei spielt. Aber der hat etwas gesagt, was ich nicht unterschreibe, nämlich der hat gesagt, es braucht mehr Peter Steinberger als und weniger Max Schrems in Europa. Und ich gebe ihm vollkommen recht mit der Peter Steinberger Aussage, aber ich glaube, es braucht von beiden mehr. Es ist klar. Beide kennen sich wirklich gut technologisch aus. Beide haben, glaube ich, gute und richtige Interessen und Anliegen. Und es braucht die, die bauen und es braucht die, die verstehen, wie können wir verhindern, dass das auch ausgenutzt wird, dass das, was gebaut wird, der Menschheit nicht dient am Ende.
DanielUnd am besten, wenn die beiden Freunde sind und miteinander immer mal wieder sich austauschen. Ich glaube, das ist das Geilste, wenn man quasi nicht sagt, der eine baut und der andere schränkt das dann ein, in Anführungszeichen, sondern wenn der eine baut und der andere sagt, du, wenn du es baust, im Übrigen macht es doch so, weil da bist du dann schon irgendwo, wo du es nicht haben willst. Und das wäre eigentlich der beste Zugang, dass man es gleich konstruktiv so macht, dass man sich nicht verletzt, wie man es wo bei ganz vielen Anwendungen auch macht. Mit Hirn und Herz. So, langsam müssen wir zum Ende kommen. Wirst du noch irgendwas ansprechen?
MarkusJa. Ich habe noch ein Gerücht gehört, was wir vielleicht hier noch teilen können, weil es so wunderbar beschreibt, was in Österreich falsch läuft. Ich habe gehört, dass gerade darüber diskutiert wird, ob die ÖPAG, also es ist wirklich nur ein Gerücht, ich habe keine Ahnung, ob das wirklich stimmt, aber es womöglich denkt die ÖPAG, das ist die österreichische Beteiligungsholding, also die, wo die staatlichen Beteiligungen aufgesetzt sind, dass sie einen Bad Industry Fonds aufsetzt, in Milliardenvolumen, um die Krise in der Industrie hier aufzufangen und zu verhindern, dass da jetzt viele Arbeitsplätze wegfallen, wenn unsere energieintensive Industrie in der Zukunft nicht mehr wirklich wettbewerbsfähig ist. Und ich finde, das ist so wunderbar bezeichnen, weil die OBAG ist die einzige, es ist auch die Institution, wo es super lange Diskussionen gab oder gibt, ob die vielleicht irgendwie 20 oder 30 Millionen aufstellen können für den Dachfonds. Wenn jetzt die ÖBAG einen Milliardenfonds aufsetzt, um Industrien zu retten, die wahrscheinlich im aktuellen geopolitischen Umfeld einfach keine Zukunft mehr haben, dann frage ich mich schon, wie dieses Land irgendwie in Zukunft wettbewerbfähig sein will, wie wir in irgendeiner Form auch einen Staatshaushalt haben wollen, der ausgeglichen ist. Also das wäre so am so absurd österreichisch. Also ich hoffe, es ist tatsächlich nicht richtig und ich hoffe, dass das irgendjemand erfunden hat, um eine Anekdote rund um Österreich zu bauen. Ja, I really hope not.
DanielDennoch wäre es etwas, wo man sagen könnte, ja, could totally be true. Ja, hoffen wir fürs Beste und Verschwörungshut ab. Aber ja. Ja, eh. Naja, wie auch immer. Haben wir wieder gelacht. Hoffentlich ist es einmal.
MarkusHoffentlich ist es ein guter Joke.
DanielHaben wir alle nochmal schön am Ende deprimiert und gesagt, ja, ja, totale Überwachung und dann noch so ein Ding am Ende und davor noch so ein bisschen hier und da. Ja, nee. Ja, wenn man was zum Lachen haben will, muss man einfach Folge 500 hören, oder? So ist es. Das finde ich auch. Gute Unterhaltung. Dann würde ich sagen, machen wir jetzt den Kasten dicht. Ich weiß nicht, ob man das jetzt so sagt, aber warum denn auch nicht? It was a pleasure. Und dann sehen und hören wir uns bei Folge 500. Dankeschön allerdings. Bye-bye.