Future Weekly
Die zwei Startup Veteranen Daniel Cronin und Markus Raunig sprechen mit jeder Menge Humor über Technologie, Unternehmertum und die Zukunft. Jeden Donnerstag analysieren sie die interessantesten News der Woche und küren Rockstars, die die Welt von morgen prägen. Jeden Sonntag begrüßen sie im Deep Dive visionäre Gäste für einen Blick hinter die Kulissen aktueller Trends und formulieren gemeinsam Moonshots & Predictions. Ein Podcast der verschiedene Welten verknüpft und mit mutigen Thesen inspiriert.
Future Weekly
#480 - Jahresrückblick 2025
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
💯 Das Future Weekly Jahr in Zahlen
🧠 AI wird vom Feature zum Machtinstrument
🌍 Europas Do-or-Die-Moment
👻 Social Media am gesellschaftlichen Abgrund
🧑🚀 Startup-Realismus & Kapitalmarkt-Kampf
💌 Unternehmertum als Schlüssel zur Zukunft
🎸 Rockstar des Jahres: Andreas Klinger
Production: Hanna Moser
Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com
Ein wunderschönen guten Morgen, guten Mittag, guten Abend und herzlich willkommen zu Future Weekly, dem weihnachtlichsten Starter-Podcast. Seitdem irgendwann mal jemand Ho, ho, ho gesagt hat. Ich bin wieder mal Daniel und mit mir ist wie immer der Markus. Und es wird ein weihnachtliches Jahr, denn wir blicken zurück in Future Weekly in Zahlen. Wir reden natürlich über so die Themen, die uns bewegt haben, die vielleicht dich bewegt haben. Und normalerweise würde ich dir sagen, was die Themen sind, aber das mache ich nicht, weil sonst würdest du nicht die alles anhören. Also hör einfach rein, werde weihnachtlich und auf los. Geht's los. Schöner Weg, nochmal die News zu starten. Ein letztes Mal dieses Jahr. Und ja, es weihnachtet sehr. Wie geht's dir denn so?
Markus:Mir geht's gut. Etwas müde im Weihnachts-Endspart, aber insgesamt geht's mir gut.
Daniel:Wie geht's dir? Du auch gut. Und ich bin neugierig, bevor ich dir erzähle, wie es mir geht, wie es denn dir geht, das erstmal Weihnachten in etwas neuer Rolle. Wie ist das erste Mal Weihnachten als Papa?
Markus:Also abgesehen davon, dass er halt aktuell jetzt nicht optimal schläft und dadurch mein Schlafdefizit etwas angewachsen ist in den letzten Tagen, ist es jetzt noch, finde ich, nicht der große Unterschied, weil er halt mit, was ist es jetzt, neun Monaten wahrscheinlich Weihnachten noch nicht so wahrnimmt, wie jetzt ein Drei- oder Vier-Jähriger, wo halt das Christkind kommt. Und also das ist, glaube ich, im ersten Jahr noch nicht ganz so die große Umstellung. Aber ja, zu dritt ist schon was anderes als zu zweit.
Daniel:Schon, oder? Schon. Ja, du hast natürlich recht, klar. Dann. Also bei unserem, der Vier ist, merkt man schon, der ist aufgeregt, jeden Morgen aufgeregt, was es da so gibt. Unsere kleinen Maus, na gut, ist halt das noch nicht so ganz wahr. Freut sich aber immer über alles. Aber ist schon anders. Du hast Schlafdefizit erwähnt. Was für ein Schlafdefizit hast denn du bei Aura?
Markus:Ja, ich weiß es jetzt nicht, tagesaktuell und habe auch mein Handy gerade nicht eingesteckt, dass ich anschauen kann, aber es wird so irgendwo zwischen sechs und neun Stunden sein. Okay, ich bin bei 16 Stunden 40 immer so.
Daniel:Ich bin immer so auf Anschlag, so quasi sage, du müsstest im Sitzen einschlafen. Und das tue ich. Das tue ich, wenn ich im Bus fahre irgendwie zum Kindergarten meines Sohnes, schlafe ich auch gelegentlich ein und dann wache ich auf und hoffe, dass ich nicht im Sitzen schnarch. Ich habe diese sehr unangenehme Angewohnheit, sagt meine Frau, wenn ich total müde bin. Jetzt nicht ein bisschen müde, sondern so ultra übermüdet, dass ich dann Schnarche scheinbar. Stark. Ja, aber wirklich nur, also wenn ich rotzbetrunken bin, aber ich trinke seit anderthalb Jahren nicht. Oder wenn ich halt wirklich also krank übermüdet bin. Ja. There you go. Aber gut. Was ist deine früheste Kindheitserinnerung an Weihnachten? Hast du da irgendwas oder was, was du damit verbindest?
Markus:Ich bin ganz schlecht. Bei so frühen Kindheitserinnerungen grundsätzlich nicht das allerbeste Gedächtnis, muss ich sagen. Und ich kann mich natürlich an den Moment, wo ich das erste Mal den Christbaum gesehen habe, kann ich mich diffus an viele Jahre erinnern. Aber jetzt das zu pinpointen auf ein Ja oder einen spezifischen Moment, das schaffe ich nicht.
Daniel:Ich habe immer so eine lustige Kindheitserinnerung, die immer wieder zurückkommt. Ich bin ja mit sechs Jahren nach Portugal gezogen. Das heißt, ich weiß, es war davor, weil es in einer bestimmten Wohnung war. Sonst könnte ich auch gar nicht differenzieren, wann, was, wann, wie, wo war, sondern nur anhand der Wohnung, der Häuser weiß ich. Und das hilft natürlich ein bisschen. Ja, ja. Das heißt, es war also vor sechs, wahrscheinlich mit vier oder fünf. Und dann habe ich irgendwann mitbekommen, dass es bei meinen Verwandten die Regel gab, die meine Eltern aufgestellt hatten, dass ich immer als letztes Bücher bekomme zu Weihnachten. Alle anderen Geschenke vorher, weil sie haben sehr schnell bemerkt, wenn ich Bücher als erstes bekomme, dass ich mir dann das Buch schnappe und mich in der Ecke setze und der Abend ist gelaufen, weil mich alles andere nicht mehr interessiert. Ja, ja, ist total lustig. Und ich weiß nicht warum, aber ich muss immer wieder daran denken. Das ist so eine Weihnachtserinnerung, so quasi, dass ich irgendwie so mitbekomme, dass sie sagen, bitte gebt ihm die Bücher immer als letztes, sonst interessiert ihn der Rest nicht. Und ich kann mich erinnern, wie ich irgendein Buch hatte, ich kann mich nicht mehr an das Buch erinnern, dass ich das aber mit größter Freude genommen habe und mich in irgendeine Ecke verzogen, um es war bestimmt so ein Was-Ist-Was-Buch oder so ein, ich habe immer, das Lustige ist bei mir, ich habe jahrelang ich habe es immer geliebt, mir die Bilder anzusehen, viel weniger zu lesen, auch später, als ich schon lesen konnte, als dass mich die Bilder fasziniert haben von den Geschichten, die da vielleicht in meinem Kopf vor sich gehen. Und das fand ich zutiefst faszinierend. Und mir das selber zu erklären. Und das ist so für mich so eine Kindheitserinnerung. Und ja, das ist es. Also, das war.
Markus:Ja, weil man ist ja gut, wenn es die Bücher waren, oder?
Daniel:Ja, das ist ja etwas, was sich Eltern oft wünschen. Aber du wirst lachen. Das Lustige ist, diese Buchfaszination, ich habe wahnsinnig spät gerne gelesen. Ich habe immer gehört, die anderen, die lesen alle so und du nicht. Aber ich habe eine tiefe Buchfaszination. Und ganz schräg ist, als ich nach Österreich gezogen bin mit 15, da war das dann alles so ein bisschen langweilig zu Hause und da war es an den Wochenenden. Und mein Hobby war, man muss ja sagen, das ist ja ein bisschen länger her, es in 1996, 97 reden wir, war es an den Wochenenden und ich bin in Mauer aufgewachsen bei Wien, also am Arsch der Welt, für die, die es nicht kennen, richtig weit weg vom Zentrum, war es in den ersten Bezirk zu fahren, ins Morrower Buchgeschäft. Und dort habe ich stundenlang verbracht, mir verschiedenste Bücher anzusehen, reinzulesen, die über Autos fahren, Technik, Geschichte, und zwar so lange oft, dass ich weiß, dass man dann richtig schlecht vor Hunger und Anstrengung war. Einfach, weil es war für mich so ein Ort, wo ich einfach diesen Wissensdurst stehlen konnte. Ich habe das immer geliebt. Das war aber, da war ich stundenlang. Ja, ja, Weltklasse. Natürlich habe ich auch gesoffen und Inlineskates und weiß der Teufel was, aber das war für mich so, und diesen Hunger, den kann ich heutzutage befriedigen durch diese typischen, weißt du, wenn du Wikipedia machst und so down the rabbit hole und dann dich völlig verlierst. Und willst du mal eben kurz nachschauen, was ist die Hauptstadt von beispielsweise Japan und dreieinhalb Stunden später bist du irgendwie beim Paarungsverhalten der Zwergpigmen in Unteruzbekistan und wie die das Rituell und bist so, wow, krasser Scheiß, aber man schläft halt nicht. Na war immerhin. Das war ein unserer Lexikon. Mit unnützen Wissen. Das ist immer mein absolutes Prädikat. Das war auch in der Schule immer so. Ich konnte mir den einfachsten Kram nicht merken, aber ein einziges Mal gelesen wird die Formel 1-Weltmeister waren und bis heute die Liste nicht vergessen. Ich habe sogar das Bild vor Augen. So wie Hans Boiler, oder? Ja, total, total. Trigger mich nicht. Aber ja, du kennst mich ja schon, dass ich da mich zutiefst für Sachen faszinieren kann und auch gröbstes Desinteresse entwickeln kann bei Sachen, die mich nicht interessieren. Aber ja, und so ähnlich ist es bei mir auch mit Zahlen und Statistiken. Das mochte ich immer, immer schon. Und da hast du ein bisschen was aufbereitet, habe ich gerade gesehen. Weil es ja auch halt so ein kleines Weihnachtsspecial zumindest. Was hast du denn du da erfasst?
Markus:Ja, es war nicht ich, muss ich dir tatsächlich sagen, sondern es war unser Freund ChatGPT. Ich habe unsere gesammelten Transkripte gefüttert. Also all das, was wir in diesem Jahr von uns gegeben haben. Und ja, das sind natürlich interessante Zahlen rausgekommen. Wir hatten dieses Jahr 57 Episoden. Das sind 2820 Minuten. Ein bisschen mehr als zwei Tage Redezeit, wenn man so will. Und was JetGPT auch besonders hervorgestrichen hat, 1736 Fragen haben wir gestellt. Das sind 31 Fragen pro Transcript-File. Das muss man sagen, Transcript-File ist nicht ganz gleiche Episode, aber manchmal hatten wir Verbindungs-Issues und deswegen mussten wir mehrere Transcript-Files pro Episode haben. Aber es ist schon eine recht hohe Dichte und Fragen. Und ChatGPT hat gemeint, wir sind sehr Socratic. Wow. Also sogar frei nach Sokrates in diesem Podcast.
Daniel:Das ist beeindruckend. Okay, das ist cool. Okay, okay, okay. Und dann sehe ich hast noch ein paar andere Sachen festgestellt. So ein bisschen so die Host-Statistiken. Magst du es ein bisschen erzählen?
Markus:Also wir haben uns auch angeschaut, wer wie viel spricht und wie oft auch Host war. Ich bin da der Spitzenreiter mit 55 Mal, also ich habe zwei Episoden nicht gemacht, das war wie der Olli unser Sohn gerade ganz frisch auf der Welt war. Du hast 31 Mal geco-hostet, die Hannah hat 15 Mal, der Adrian zweimal und die Luisa einmal. Und in diesen Hosting-Jobs habe ich 190.000 Wörter gesagt, du 145.000 und die Hannah hat 33.000. Also man sieht auch ein bisschen, wer für wie viel redet. Ich glaube, du hast deinen Schnitt pro Episode schon einmal ein bisschen besser als meiner.
Daniel:Den habe ich gerade hochgerechnet, natürlich selbstverständlich im Kopf. Rund 4.680 Worte pro Folge spreche ich. Damit dürfte ich der rätsamste Host von uns sein. Und demgegenübergestellt kommst du dann mit 3.460 Worten. Das ist gar nicht mal so schlecht. Luise hat dann 2000 Worte in einer Folge. Das ist aber, komm, und da kann man noch sehr viel ausbauen. Adrian 2.500. Ist auch okay. Und schauen wir mal, wo die Hannah liegt. Bei 33.000 Wörtern. Ja, gut, bei zwei. Ja, auch so, oder? Ja, da merkt man halt, dass wir beide eigentlich richtige Sabbelbacken sind. Wir kommen nicht zum Punkt. Könnte man auch sagen. Aber sie hat die Idee vom Podcast, oder? Podcast ist ja im Prinzip, weil Leute plaudern da einfach drauf los. Das ist ja auch oft das, was ich am meisten mag bei Podcasts, oder?
Markus:Ja, bitte, und ChatGPT hat uns auch ausgesucht, welche Wörter unsere Lieblingsworte waren, also am öftesten vorgekommen sind im Podcast. Bei dir sind das jetzt, jetzt halte ich fest, weißt. Ich glaube, weil du oft weiß. Dann bla bla.
Daniel:Mey, geil und Bock. Das merkt man sehr, sehr klar die deutsche Abstammung. Das finde ich gut. Und bei dir habe ich festgestellt, glaube, halt, natürlich, quasi und ehrlich gesagt. Das schön, ja. Und bei Hannah finde ich auch gut. Im Endeffekt quasi und spannend.
Markus:Quasi haben sowohl Hanna als auch ich mich ergänzt, dass man sich nicht von mir abgeschaut. Ja, also halt und quasi würde ich mir wünschen, dass man das vielleicht im nächsten Jahr nicht mehr drin sieht. Quasi halt halt. Quasi halt halt braucht man eigentlich nicht im schönen Deutsch. Aber gut, sowieso eigentlich ganz normal. Geil finde ich eigentlich ganz gut. Und bla bla, ja. Nein, so wie du sagst, das halt alles als Redewenderin. Und so bla bla. Ich liebe so Sachen wie Chat-GPT. Aber du hast noch ein paar andere schöne Sachen rausgefunden. Nein, Chatgefunden. ChatGPT hat das Ganze dann in vier Zitate gepackt. Und zwar, wir haben 2025 fast 1800 Fragen gestellt. Antworten liefern wir eher selten. Ein leichter Dick her, den ich bei JatGBT sehe.
Daniel:Nein, wir sind so kratisch. Wir sind so krasisch, ja, so kann man es auch nehmen. Aber du bist das anders hin. Was wir eigentlich machen, ist, dass wir Leute zum Nachdenken bringen. Okay. Weil Antworten liefern das. Da wären wir irgendwelche religiösen Führer, die würden sagen, so ist das und halt den Mund. Die sind keine Prediger, wobei Teilwelt schon. Ja, oder Verbrenner. Aber die übrigens jetzt wieder zurückkommen, was ich ziemlich stark bin. Told you. Told you. Told you. Told you. Audi hat schon geantwortet, der neue RS6 kommt wieder mit V8, ich bin eigentlich. Yes, die dunklen Jahre sind vorbei. Keiner möchte den Staubsauger mehr hören. Weg damit, zurück nach China. Schau mal, ob es auch jemand kauft. Das ist ja das Problem. Jetzt lenke mich wieder nicht ab, aber es ist ja das Problem mit den Neckfottingern, die will ja keiner. Die drei, die getriggert sind. Die sagen, ich fahre zwar mit meinem Fahrrad durch den Achten, aber wenn, dann würde ich mir bestimmt ein Elektroauto kaufen, wenn ich einen Führerschein hätte und Einkommen hätte und nicht beschäftigt wäre mit meiner Fahrraddemo. Anyway, okay. Interessant ist. Nein, mach du weiter.
Markus:Europa war öfter Thema als USA, obwohl die News meistens von dort kamen. Ja, okay, point hit. Daniel eröffnet. Ja, das ist unser Europabezug, der kommt sehr auf den Podcast tatsächlich. Daniel eröffnet mit Papa Stories und landet drei Minuten später bei Geopolitik. Jetzt bin ich saufen. Das klingt aber für mich sehr on point. Das klingt rally fan. Und Rockstars sind bei uns selten laut, aber fast immer relevant. Das finde ich hingegen ganz charmant von ChatGPT.
Daniel:Ja, finde ich gut. Schön, ich finde das übrigens schön mit den Papa-Stories und der Geopolitik. Das gefällt mir. Man merkt ja, was einem beschäftigt. Die Kinder und dann die Welt. Oder? Ja. Es hängt zusammen. Ja, und ich meine, das mit Europa war öfter Thema als die USA, klar, aber ich meine, in Amerika passiert der irre Kram. Und dann müssen wir den Bezug herstellen auf das, was uns wirklich auch interessiert. Das ist ja völlig nachvollziehbar, finde ich. Und Amerika kannst du ja nicht erfinden. Hast du schon gehört, was Donald Trump gestern announced hat?
Markus:Was war Grönland? Nee, nee, ja, nee, hast du schon länger nicht. Ich bringe nicht auf Ideen. Grönland hat er jetzt gerade einen Sonderbeauftragten, den Gouverneur von, ich weiß nicht, irgendeinem Staat, der eigentlich einmal im Nordosten ist. Der wird jetzt Beauftragter für Grönland und der hat gleich in seiner ersten Rede gesagt, er freut sich auf seine Aufgabe, dass Grönland Teil der USA wird. Fuck this.
Daniel:Das habe ich noch nicht gehört. Dafür habe ich gehört, dass er jetzt ein neues Schlachtschiff announced hat. Und zwar nennt sich das die Trump-Klasse. Und es wird das größte Schlachtschiff aller Zeiten, das tollste, aber auch das Beste. Aber es kommt, halte ich fest, mit Lasern, den besten Lasern und den herausragendsten Lasern, die man sich kaum vorstellen kann, weil sie die besten Laser haben. Und die größten. No shit. Und das Krasseste ist, hast du es mit dem John F. Kennedy Center mitbekommen?
Markus:Ja, doch, das habe ich mitbekommen.
Daniel:Mit dem Memorial Center, dass er es jetzt einfach in das vom JFK Memorial Center ins Donald Trump an JFK Memorial Center, womit sagen muss, Alter, Memorial ist, wenn du tot bist.
Markus:Aber. Ja, ja. Du hast aber immerhin hat er Ant gemacht, der hätte ja auch einfach den JFK streichen können.
Daniel:Aber es ist manchmal ist es schon wirklich schon, also manchmal habe ich das Gefühl, es ist einfach jemand von Saturday Night Live, der da im Hintergrund sich denkt, ey, wie weit kann ich das pushen? Genau. Wie weit kann ich das pushen, bis irgendjemand, jetzt haben wir Aufstand, Check, hat nicht geklappt. Pornostars hat auch nicht geklappt. Schlachtschiffe und Laserkanonen, schreit jetzt auch keiner. Memorial Center umbenennen. Was müsste passieren, dass die unglücklich sind? Ich hätte eine These. Du?
Markus:Ja, ich glaube schon halt. Naja, halt wirtschaftlich zu viel Druck. Also wenn die Mehrheit das Gefühl haben, dass sie ökonomisch brutal abrutschen, dann glaube ich, führt das schon dazu, dass dann auch jetzt gar nicht auf spezifisch, aber dann steigt der Druck auf ihn und das heißt, die Leute stürzen sich auf alles.
Daniel:Glaube ich nicht. Ich glaube, da wird immer China dran schuld sein. Oder Venezuela oder die Mexikaner oder irgendjemand anderer, den er jetzt nicht kennt. Andere These, ich glaube, in dem Moment, wo der Saturday Nair Live-Skripten-Schreiber sagt, ich nehme euch die Waffen. Da ist dann, glaube ich, vorbei. Das ist das eine, was du den Amis nicht nehmen darfst, die Waffen.
Markus:Ja, fair. Das glaube ich auch, dass das nicht funktionieren wird. Aber das macht der nicht. Warum sollte er das machen?
Daniel:Genau, ich meine, also ich glaube, wenn das so wäre, das ist das eine. Wenn der das machen würde und das würde klappen, dann würde ich mir denken, okay, der bleibt, der bleibt für immer ein ewig. Ich glaube, das ist so die Trump-Karte. Haha, hätten wir das auch gemacht. Ja, gut. Hätten wir das auch festgestellt, vielleicht ist das ja auch irgendwo irgendwo so wie so eine Art Prognose. Wenn du dann Jahr Revue passieren lässt, abgesehen davon, dass du Papa geworden bist und ich zum zweiten Mal Papa geworden bin. Was ist so, was ist so für dich, das eine Thema, das bleibt?
Markus:Ja, ich glaube, für mich gibt es zwei Themen, die wirklich präsent sind. Einerseits eh das, was wir jetzt angesprochen haben, also die geopolitische Lage, die sich eh in den letzten Jahren natürlich abgezeichnet hat, aber das ist jetzt schon alles sehr greifbar, sehr reell geworden, wie sehr man halt einfach den Bruch der Weltordnung in diesen Momenten jetzt auch feststellen kann, wie sehr einfach all viele, viele Grundsätze, auf die wir uns verlassen konnten in den letzten Jahren, beziehungsweise Jahrzehnten, nicht mehr stimmen. Und was das für Europa bedeutet. Und andererseits künstliche Intelligenz als nicht nur ein nettes Gimmick, ein nettes Feature, ein Produktivitätstreiber, sondern einfach auch wiederum ein ganz essentielles Machtinstrument und ein neues Space Race, das hier ansteht und wo einfach ein technologischer Wandel passiert, der auch eben für diese geopolitischen Machtstrukturen sehr essentiell ist.
Daniel:Definitiv. Ist eigentlich für dich, wenn du über KI redest, ist für dich eigentlich ChatGPT das Einzige, was du verwendest, oder verwendest du da auch mal über die europäischen Sachen?
Markus:Also ich verwende total viele Tools, die AI inkludiert haben. Wenn wir jetzt von den LLMs sprechen, dann nutze ich nicht Mistral, was wahrscheinlich das einzige relevante europäische Tool in dem Bereich ist. Muss ich aber auch sagen, müsste ich immer wieder probieren, wo sie jetzt stehen. Das habe ich einmal probiert, da war es halt damals nicht so gut. Aber das Gefühl, das ist generell in dem Bereich, nehmen die sich jetzt auch nicht mehr so viel, das ist eher einfach, wo hast du schon, woran bist du gewöhnt, was kennt dich gut genug, dass es dir auch relevante Antworten geben kann, ohne dass du unglaublich viel Kontext mitgeben musst. Bei den Tools ist es schon eher so, dass das auch, also zum Beispiel Lovable ist ja etwas, was schon für mich, ich habe das, wie ich die Stiftungswebsite gebaut habe, habe ich mir die ganzen Wipecoding-Tools angeschaut. Die nähern sich alle recht wenig. Ich bin dann bei einem anderen europäischen Tool gelandet, bei Framer, das weniger Wipecoding ist, sondern mehr Visual Website-Building, aber Holländisch. Glaube ich. Aber ja, also da gibt es auf der Tooling-Seite, auf der Anwendungsseite, da gibt es schon auch europäische Lösungen, die ich tagtäglich nutze.
Daniel:Finde ich spannend. Lovable, es ist so lustig, obwohl Lovable so das Vorzeigeding ist, habe ich so gar nicht am Radar, dass es eigentlich die europäische KI-Lösung ist. Also eigentlich so eine der globalen Champions. Dann habe ich lustigerweise vor ein, zwei Tagen gelesen, dass Lovable jetzt auch in ChatGPT integriert ist, was ich noch nicht ausprobiert habe. Das finde ich natürlich nochmal richtig geil. Und ja, spielst du dich mit Agentic AI? Hast du das eigentlich schon in deinem?
Markus:Nicht wirklich. Also, dass ich jetzt Agents habe, die gewisse Teile meines Jobs übernehmen und das wirklich skalierend. Ich habe vor ein paar Monaten mal ein bisschen probiert, Dinge zu automatisieren, aber da noch nicht so wirklich zu einem großen Produktivitätssprung gekommen. Aber ja, das wird sicher kommen. Also da gibt es halt einige Plattformen auch, die sich gut entwickeln, wo eben die genau darauf aufgebaut sind, dass du halt Stück für Stück Teile deines Jobs automatisierst. Also that's happening.
Daniel:Worauf ich halt echt gespannt bin, ist so, wenn man so das richtige Handwerk und das smarte Denken nicht mehr so ganz drauf hat. Weil es ist schon lustig, wie man so bestimmte Arbeitsprozesse merke ich bei mir, wie stark ich die mit KI aufbau. Und wie man aber oft bestimmte Gedankenmustern überspringt, weil es halt so angenehm ist und man so herumrattert und rumtüdelt. Ja. Ja, und es gibt so diese interessante Black Mirror-Folge. Hast du Black Mirror gesehen? Nicht alle Episoden, aber schon einige, ja. Okay, okay. Und da gibt es eine. Da ist es so, dass ich weiß nicht mehr, was es ist. Ich müsste es falsch hergeben, aber ich glaube, eine Frau stirbt oder wie auch immer und bekommt ein Hirnimplantat und das hilft dir dann doch am Leben zu bleiben. Ich glaube, so ungefähr ist es. Der Teil ist aber gar nicht so wichtig, wie das dann irgendwann nach einem Jahr wird gesagt, es kostet jetzt ein bisschen etwas. Sonst kann sie einen bestimmten Radius nicht verlassen. Und dann wird alle paar Monate das Geschäftsmodell nochmal nachgezwungen, die Pro und die Profi-Version. Und damit kann sie dies und das alles gar nicht wahrnehmen. Und am Ende bringt es sie um Haus und Hof, aber sie ist so tief abhängig von dem Ganzen. Ich glaube, sie ist im Koma und das bringt sie wieder zurück. Und das ist natürlich schon wild, wenn man sagen würde, würde jetzt ChatGPT sagen, ich habe die Pro-Version, ich weiß eigentlich gar nicht, was ich bezahle. Wahrscheinlich, keine Ahnung, 10 Euro im Monat. I have no idea. 20 Danken, siehst du, aber es ist das Lustige. Würden die sagen, sie kosten 100? Ich würde das ohne mit der Wimper zu zucken bezahlen, weil es so einen riesen Mehrwert bringt. Und das Krasse ist natürlich, das wissen die alle auch, weil wir jetzt alle quasi for free oder für vom Mehrwert, den es liefert, in Relation so gut wie nichts für Peanuts das haben. Und irgendwann wird jemand den Schalter umlegen und sagen, jetzt haben wir aber 48.000 Trilliarden da investiert, jetzt müssen das wieder zurückkriegen in den nächsten paar Jahren, dass die VCs alle glücklich werden. Und das wird natürlich ziemlich, schnell ziemlich hässlich werden, wenn der Return kommt. Und sind wir uns ehrlich, es gibt ja all diese Prognosen, wie lange das, wie lange es dauern würde bei herkömmlichen Geschäftsmodellen. Und dann merkt man, im Moment, so wie das jetzt machen, kann das nie niemals aufgehen.
Markus:Ja, ein doof ist. Ja, man hängt schon davon ab, wie die Effizienzsprünge halt auch im Compute. Das ist etwas, was einfach eine Blackbox ist. Sowohl Energie als auch dann tatsächlich Compute, wie schnell das skalieren kann, wie viel effizienter auch die Modelle werden. Da muss man schon sagen, war dieses Jahr ein sehr guter Sprung nach vorne. Und wenn du dadurch die Kostenbasis reduzierst, dann kann das natürlich schon auch recht schnell sich drehen. Aber natürlich, du hast vollkommen recht, die Abhängigkeit wächst. Die kognitive Abhängigkeit, das ist etwas, was auf jeden Fall auch zu einer gewissen Verdummung führt. Das muss man einfach sagen. In dem Moment, wo ich Dinge nicht mehr selber mache, übe ich sie nicht mehr. Mein Gehirn, zumindest unterbewusst stempelt sie ab als etwas, das nicht mehr relevant ist, nicht mehr so präsent, nicht mehr so abrufbar. Das heißt, wenn du dann den Schalter drückst und das funktioniert halt nicht mehr, dann ist man eher aufgeschmissen. Und dementsprechend zeigt auch oder steigt dadurch auch die Zahlungsbereitschaft. Und natürlich ist das auch ein bewusster Schritt in diese Richtung. Aber es ist einfach das große Thema in der Tech-Welt aktuell und eben darüber hinaus ein Thema, was die Politik übernimmt. Und es war ja de facto in jeder Episode, die wir besprochen haben, dieses Jahr 626 Mal AI oder KI gesagt in unseren 57-Episoden.
Daniel:626 Mal. Das ist eigentlich gar nicht so wenig, muss man so sagen. Aber der Punkt ist, wie sollten wir denn diesen Podcast machen, ohne das zu erwähnen? Weil es natürlich komplett Game Changing ist. Aber ich habe immer wieder aufs Neue das Gefühl, dass wir da halt in einer krassen Bubble sind und mich interessiert aber dieses so, was übersehen wir, was sehen wir nicht an Mustern, die kommen werden. Und worauf ich hinaus will, ist, du weißt, wir haben vor ein paar Wochen herüber gesprochen, dass es die Annahme gibt, dass die jüngste Generation am meisten Tech-Affin ist. Erkenntnis ist, nein, sind sie nicht, weil sie quasi auf dem Bildschirm tapsen und dann funktioniert es oder nicht und können aber das Ding nicht aufmachen. Lustig, es ist ähnlich, wie man es mit alten Autos hat, mit alten Autos. Man muss sich nur anschauen, wie in dritte Weltländern, wenn ich mal den Begriff nehme, was da für Autos rumfahren, das sind die Autos, wo jede Person mit grundlegendem technischen Verständnis ein Hammer, Salatöl und einem Schraubschlüssel das Ding zum Laufen bringt. Das sind alles Autos aus den 80ern oder davor. Da kann jeder alles machen. Und bei den modernen Autos kannst du gar nichts machen. Und man erkennt das Muster. Und mit KIs ist natürlich dieses strukturiert in die Tiefe denken und nach einem bestimmten System zu einer Erkenntnis kommen, ist natürlich genau das, was wir abgeben. Und das ist aber eigentlich, wenn du es so übergreifend siehst, ist das ja eigentlich das, was genau die Speerspitze der Bildung ist. Wenn du so denkst, du gehst in die Schule, lernst sozusagen die absoluten trotzdem Basics, dann gehst du irgendwie in die Uni, machst einen Bachelor, dann machst du halt einen Master. Und wenn man so möchte, ist die Speerspitze dessen, ist meines Erachtens eine Professur. Und das sind genau die, die wirklich messerscharf mit bestehenden Wissen umgehen können, es in Kontext setzen können, neues Wissen schaffen. Und das ist eigentlich genau dieses sukzessive Aufbauen von Gedankenmustern. Das geben wir komplett ab. Und das ist natürlich etwas, wenn man das jetzt zehn Jahre nach vorne denken würde und sagen würde, wie würden smarte Menschen aussehen, wenn sie nur damit ihrer Meinung bilden, könnte man auf der einen Seite sagen, wir würden die Art, wie wir wissen, erkennen und hinkriegen, ums X-Fache beschleunigen. Stimmt. Aber wie substanziell und wie tief das ist, weiß ich nicht. Und ich sage es immer wieder und auch sehr gerne bei meinen Keynotes und diskutiere das Thema auch wahnsinnig gerne. Ich glaube ja bis heute, dass KI, wenn man es abstrahiert, nur inkrementelle Innovation schaffen kann und nicht radikale. Was meine ich damit? Oder? Und du nickst und für die, die halt nicht regelmäßig zuhören, was meine ich damit? KI ist im Prinzip nichts anderes als man füttert bestehende Daten, also bestehendes Wissen, in etwas hinein, das darauf basierend nach Mustern sucht und das wahrscheinlichste Muster ausspuckt. So, das heißt natürlich, wenn ich sage, ich habe ein Handy wie in den 2000ern die Nokia, die mit Generation zu Generation immer kleiner werden und der Akku wird immer besser, dann wäre immer die logische Erkenntnis, das nächste Handy wird kleiner und der Akku noch besser. Es würde niemals ein iPhone bauen, wo der Akku Schrott ist und das Ding ist riesengroß, sondern es würde immer sagen, nein, das wollen die Konsumenten nicht. Und diese Erkenntnis und diese Denkweise, die könnte wahnsinnig schnell verloren gehen für die Breite der Masse. Das sage ich ganz bewusst. Und das ist eigentlich, worauf es hinausläuft, dass wir da noch mehr uns ins uniforme Denken reinpressen und noch weniger Thought Leadership haben.
Markus:Ja, ist auf jeden Fall ein Problem. Ist natürlich auch etwas, was jetzt ganz spezifisch die aktuelle Generation der KI-Modelle, die wirklich breit angewendet werden, betrifft, also die Sprachmodelle, weil das sind halt Pattern Recognition Machines in erster Linie durch Sprache. Sprache ist unglaublich mächtig. Das ist zum Beispiel etwas, wenn du mich vor fünf Jahren gefragt hättest, was kann ein Tool schaffen, was eigentlich in erster Linie auf Sprache und ein bisschen visuellen Pattern Recognition basiert. Wie sehr kommt das der menschlichen Intelligenz, einer menschlich sehr guten Intelligenz sogar nahe? Wie sehr kann das das replizieren? Und ich hätte nicht gedacht, dass das schon so stark ist. Aber es ist scheinbar halt schon unser Gehirn extrem sprachorientiert sprachbasiert. Aber gleichzeitig gibt es da Limits. Und das ist natürlich auch die große Diskussion, die wir aktuell haben. Ist das, was OpenAI, was Google mit Gemini, was die Enthropics dieser Welt machen, den Sprachmodellen, ist das etwas, was du skalieren kannst, bis zur Superintelligenz, die halt dann ganz andere Erkenntnisse nochmal schafft als die Menschheit? Oder braucht es dafür eigentlich andere Approaches, Worldbuilding Approaches oder etwas, was nicht auf Sprache passiert, nicht ein LML, LMM ist. Das ist die große philosophische Diskussion in der KI-Forschung. Also wird sich zeigen. Wenn es bei den Sprachmodellen bleibt, dann ist es natürlich, zumindest in meiner aktuellen Wahrnehmung, in meinem aktuellen Verständnis als großer Pattern-Recognition Maschine wird die große neue Art zu denken, die nicht darauf basiert, mit bestehenden Mustern zu arbeiten, wird überschaubar sein. Und das ganz klar ist etwas, was eine Challenge ist für die Menschheit auch.
Daniel:Gebe ich dir absolut recht. Was ich so spannend finde, ist, wenn wir die Diskussion, weil eigentlich ist 2025 für mich auch so ein bisschen so noch das Thema, dass man beginnt, Social Media nicht nur kritisch zu sehen, sondern Social Media ja auch zu verbieten. Australien, schönes Beispiel. Was mich interessiert, ist, wann man beginnt, in KI Sachen zu verbieten und was die Auswirkungen sind. Und dann interessiert mich aber auch, wie kann man es anwendbar machen. Und ich bin lustigerweise am Sonntag das erste Mal seit August eine längere Strecke gelaufen, weil ich hatte in so einem super fiesen Hexenschuss, der ist zwei Monate lang nicht weggegangen durch die Kinder, bla bla bla, immer eher kürzere Strecken. Das erste Mal ein bisschen länger. Lange Läufe bedeuten für mich, dass man irgendwann so in so eine Art Autopilot schaltet. Was ich liebe. Das brauche ich immer so fünf, sechs Kilometer, dann kommt der Autopilot. Und ich bin 15 Kilometer knapp gelaufen. Das heißt, ich hatte 10 Kilometer Autopilot laufen. Und meine Erkenntnis war, eigentlich brauchst du ja Social Media nicht verbieten. Eigentlich müsste man ja nur den Algorithmus dahinter, der die Dinge empfiehlt, verbieten. Eigentlich. Worauf will ich hinaus? Weil eigentlich geht es ja darum, dass das Problem ist, es ist total lustig. Ich mag Tätowierung gerne. So. Und jetzt aus irgendeinem Grund hat Instagram angefangen, mir irgendwelche Leute zu pushen, die sich angefangen, das Gesicht zu tätowieren. Was ich bei Maori, also den neuseeländischen Ureinwohnern, total faszinierend finde. Finde ich aber nicht total faszinierend bei irgendwelchen Leuten, die sich so eine Maschine bei Amazon kaufen und einfach drauf losschmieren. Da gibt es aber scheinbar solche Leute, die das machen. Ich habe dann mal begonnen, einfach immer auf diese Videos zu klicken. Mit dem Ergebnis, dass mich der Instagram-Algorithmus füttert damit. Und es wirkt auf mich so, als wäre das das Normalste der Welt, könnte man behaupten. Das Lustige ist, das sind Leute, die teilweise nur ein paar tausend Follower haben. Das heißt, das Ding bemüht sich, richtig Leute da zu finden, die da überhaupt reinpassen. Worauf ich aber hinaus will, ist das so ein typisches Rabbit Hole-Thema, nur bin ich 44 und ich mache das gerade sehr bewusst mit einem sehr nischigen Thema, das ich sehr stark differenzieren kann. Das Lustige wäre ja eigentlich ist das alles ja gar kein Problem, wenn man nicht diesen bestätigenden Algorithmus hätte. Oder? Und ich wäre halt neugierig, wie man dann auch zum Beispiel bei einer KI frühzeitig sagen könnte, hey, das ist das, was die Abhängigkeit darstellt bei Social Media. Was kann man bei einer KI frühzeitig mit reinziehen, dass man das eben nicht so zerstörerisch darstellt?
Markus:Also das, was du zu Social Media sagst, ist genau der Punkt. Meines Erachtens, Social Media, wenn du das dir anschaust, wie sich Social Media entwickelt, in den ersten Jahren war das ja soziale Medien. Da ging es darum, mit seinen Kontakten einen digitalen Weg der Vernetzung zu verfinden, zu haben.
Daniel:Entschuldigung, wenn ich dich unterbreche, das Lustige ist ja, die frühe Facebook-Nutzung war zu meiner Zeit. Man ist auf der Wirtschaftsuni als Student und sagt, ich bin heute Nachmittag beim Cocktailstand-Erklärung, wo man als Student nach der Uni ein paar Drinks getrunken hätte. Wer ist denn noch da? Leute geschrieben, ich, ich auch, super. Das war Social Media sozusagen in der Reihenform. So Erklärung für die Jüngeren.
Markus:Und das ist wunderbar. Wie du richtig sagst, die zunehmende Algorithmusierung, beziehungsweise die reine algorithmischen Social Networks, die haben halt dazu geführt, dass, wie du gesagt hast, dir dann halt immer mehr Content gefüttert wird, der sehr spezifisch dich in ein Rabbit Hole reinbringt und andererseits aber auch dadurch mit dem Ultimate Scroll einfach an Instant Gratification auslöst und dadurch ein Suchtverhalten auslöst. Spricht halt einfach das Zuchteil des Gehirns an. Und das ist einfach schädlich. Es ist sowohl gesellschaftlich-demokratiepolitisch schädlich, weil dadurch eben man wegkommt von der gemeinsamen Realität da draußen, die man halt wahrnimmt, hin in sein persönliches eigenes Rabbit Hole. Und dadurch ist es unglaublich schwieriger, gemeinsame Entscheidungen auch als Gesellschaft zu treffen. Aber andererseits halt auch ganz persönlich, wenn du den ganzen Tag nur vor diesem Ultimate Scroll sitzt, ist das nichts, was dich nachhaltig glücklich macht. Und bei AI, glaube ich, ist es ein bisschen eine andere Challenge von Suchtverhalten oder von Abhängigkeit. Ich glaube nämlich, bei AI ist es weniger ein Suchtverhalten. Ich sehe mich jetzt nicht, zumindest schauen wir mal, aber aktuell nicht, dass ich ewig lang vor AI sitze und da Dinge mache und davon nicht loskomme. Gleichzeitig, was es aber schon ist, was wir vorher besprochen haben, es ist einfach etwas, was du auslagerst an Fähigkeiten, die du jetzt vielleicht hast, wo du selbstständig agieren kannst, die du auslagerst an AI. Und dadurch verlierst du diese Fähigkeiten. Also es ist keine Sucht, aber es ist Abhängigkeit. Und man muss sagen, das zu schmälern, zu regulieren, ist halt auch nicht einfach.
Daniel:Jetzt stell dir mal vor, du bist Sam Altman oder wer auch immer, es merkt sich egal, aber einer von denen. Sag ich mal, Sam Altman. Du sagst, okay, wir müssen jetzt Return kriegen. Was kann man machen, dass Leute so intensiv wie möglich mit unserem Produkt Zeit verbringen?
Markus:Aber das ist für OpenAI gar nicht so wichtig, dass die Leute Zeit verbringen. Das ist nämlich schon das, was besser ist. Es ist eigentlich ein Geschäftsmodell, wo du dafür ist, ein Abo-Modell. Du zahlst dafür, dass du es nutzen kannst. Deswegen ist halt auch der Anreiz für OpenAI, dass es so nützlich ist. Nicht, dass du möglichst viel Zeit damit verbringst. Bei Social Media Werbung, Eyeballs, Zeit, die du vor dem Ding verbringst. Das ist das Incentive, was anders gesetzt ist.
Daniel:Ja, ja, klar. Aber hier ist das Thema, okay, okay, wir sagen Recurring Revenue. Okay, was musst du denn tun, damit du es den Wert steigerst? Und jetzt könnte man sagen, dass es natürlich immer dein perfekter Begleiter ist. Für so ziemlich alles, was du tun musst. Jetzt stell dir mal vor, dass du eine Meta-AI-Brille und du bist 15, bist total unversichert, total verunsichert und gehst auf dein erstes Date und das Ding hört alles mit und gibt dir wirklich geile Empfehlungen, was du sagen musst, worauf du eingehen musst, liest die Körpersprache von deinem Gegenüber auch noch und sagt, hey, schau mal, da ist die Reaktion, mach das so, sag das und bist du, yes, geil. Und dann fängst du aber an beim Weggehen, hilft es dir auch noch bei bestimmten Sachen, bla bla bla bla bla. Und irgendwann ist es dein ständiger Begleiter für so ziemlich alles. Das kann relativ schnell passieren. Und dann ist es aber plötzlich so, dass du innerhalb von Monaten eigentlich eine komplette Generation oder die halbe Menschheit in ein uniformes Verhalten pressen kannst, die alle sich nach einem bestimmten Regelwerk verhalten, weil das würde ja basierend auf, wir haben es ja vorhin schon gemacht, Mustern. Das ist jetzt die Frage, wer würde die Muster erkennen und wer würde die Muster deuten. Und plötzlich hat das gegenüber auch dasselbe Tool, das sagt, jetzt macht er gerade das, jetzt musst du aber das und dann und dann und dann. Und dann wird es richtig, richtig, richtig, richtig übel.
Markus:Nein, du hast schon recht. Das ist natürlich die Problematik, also das ist ein schönes Beispiel, was du gebracht hast. Natürlich, dass auch genau dieser Lernerfolg, diese Dinge, die vielleicht beim ersten Mal nicht funktionieren, dass einmal auf die Schnauze fliegen, einmal halt auch die harten Erfahrungen im Leben, das ist ja auch etwas, was dich als Persönlichkeit wachsen lässt. Und nicht immer geht das gut aus und manchmal schafft man auch das Wachstum nicht und manchmal stürzt dann das auch in eine negative Spirale. Aber nur positive Erfahrungen zu machen, ist, glaube ich, auch das falsch, weil genau dadurch entsteht kein Wachstum. Es entsteht, es ist nur Komfortzone. Es ist nicht das, was dich wirklich weiterbringt. Und da gebe ich dir recht, da hat er einen natürlichen Anreiz, dass sie immer perfekte Lösungen schaffen wollen, das so einfach wie möglich zu machen für den Nutzer. Und das kann schon, wenn man sich anschaut, was das mit dem Mensch als Individuen macht, kann das sehr negative Auswirkungen haben. Und also wenn ich sehr im Altmann war und jetzt ein Philanthrop bin oder quasi, sage ich mal, das Wohl der Gesellschaft im Sinne, dann würde ich wahrscheinlich probieren, dass OpenAI oder dass meine Large Language Models dieses persönliche Wachstum mitdenken und nicht immer den perfekten Lösungsweg vorgeben, sondern Leute dazu anregen, dass sie halt auch mal Fehler machen, idealerweise in einem Rahmen, der sie nicht umbringt.
Daniel:Und das müsste man genauso reinbauen. Weil ich meine, stelle dir vor, du bist 15 und dann sagt ein Mädels erstmal, was gefällt dir am besten bei mir? Ist wahrscheinlich die erste Antwort, die gegeben wird, nicht ideal. Und das muss man dann irgendwann lernen, wie man, wie man das balanciert. Da lacht er. Und ja, das ist genau dieser Prozess, den man braucht. Und ja, I like. Also ich schau, ich glaube, man muss sich das selber einfach vor Augen führen, was es kann, was es nicht kann, was die Limitationen sind und immer wieder gegenchecken. Und dann kann man damit gut umgehen. Man darf aber nicht sagen, hier feuer frei, machet alles. Da kommt eine Menge, Menge, Menge Müll raus. Und interessant ist, das kann ich dir schon erzählen. Ich habe ja meine wunderbare KI-Vorlesung und dass wir eben auch ein eigenes Tool bauen. Und wir haben von einer Reihe von Leuten, mit denen wir gehört haben, die so potenzielle Kunden sind, Entwicklungsbunden, die sagen, sie haben plötzlich ganz viele Leute, die gründen wollen, die mit einer ganzen Shitton von Businessplänen kommen, alle von ChatGPT erstellen. Und die klingen alle fantastisch. Und dann kriegen sie als Feedback, ja, das passt nicht in unseren Scope oder das können wir nicht fördern. Und sagen sie, oh, kein Thema, ich habe ja noch zehn andere Businesspläne. Wie wäre es denn damit? Und Chat-GPT sagt natürlich dir bei jedem Businessplan, dass es Bombe ist und dass es super läuft und ist natürlich auch so programmiert, dass es dich bekräftigt und bestätigt in dem, was du tust. Und das ist natürlich das riesengroße Thema, das gerade ganz, ganz, ganz, ganz, ganz schnell kommt, wenn man so möchte, ist eine Generation von Puschern, die es in Wahrheit nicht können. Aber irgendein Tool sagt, nee, du bist voll super. Das ist voll super. Und wo substanzielles Know-how fehlt, das kann man aber auch konstruieren. Das ist für uns so wichtig, in dem, was wir tun, dass am Ende des Tages was rauskommt, wo jemand auch abliefern kann und jemand so früh wie möglich vor Augen geführt bekommt. Dass es nicht klappt, ist natürlich nicht sehr satisfying, aber es bringt ja auch nichts, wenn du da einen super tollen beispielsweise Businessplan entwickelst. Und du kannst es aber nicht umsetzen. Ja. Let's see, let's see what's going to happen there. Was ist eigentlich für mich, für mich ist es auch so, wenn ich über das Jahr reflektiere, weil ich so ein bisschen so diese wunderbaren Begriffe sehe, die wir verwendet haben und nicht verwendet haben, da sehe ich, dass wir Europa 358 Mal verwendet haben, EU 128 Mal und EU-Inc. 22 Mal. Und das ist ja für mich so zurückblickend auch so ein mit viel Hoffnung gestartet und viel Ernüchterung geendet, hätte ich jetzt mal gesagt. Was ist da dein Takeaway?
Markus:Also ich finde, das ist eine ganz interessante Situation gerade in Europa, weil das Problembewusstsein ist absolut da. Das Problembewusstsein ist sowohl in Europa da als auch in den lokalen Mitgliedstaaten. Also ich habe natürlich jetzt in erster Linie den Blick auf Österreich, weil man hört schon Ähnliches aus anderen Ländern. Gleichzeitig ist gefühlt die Schmerzgrenze noch nicht erreicht, wo die wirklich harten Reformen angegangen werden. Weil du hast halt immer noch, du hörst immer noch die gleichen Geschichten, welche Berufsgruppen wir retten müssen und erhalten müssen. Und also dieses immer noch, wir müssen irgendwie das bestehende System erhalten, wir müssen das drüberbringen, wir müssen schauen, dass die bestehenden Wirtschaftstreibenden, die Struktur der Wirtschaft, so wie sie aktuell gestellt ist, das ist auch die Zukunft. Und wir müssen halt da ein paar Stellschrauben machen. Wir hören viel, ja, Bürokratie gearbeitet werden, das ist alles richtig. Aber so dieses, es tut noch nicht genug weh. Es ist noch nicht hart genug, dass Leute auf politischer Ebene, auf persönlicher Ebene bereit sind, die richtig harten Cuts zu machen, die wehtun, die aber langfristig Sinn machen. Und da ist auch wirklich tatsächlich ein Schritt, wird sein, und ich bin überzeugt, am Ende wäre das der richtige Weg zu sagen, in einer Welt, die mehr und mehr einem Haifischbecken gleicht, wo du Akteure hast, die überhaupt nicht mehr an Kooperationen interessiert sind, wo es in erster Linie um die Durchsetzung der eigenen Interessen zur Not auch mit Waffengewalt geht, kannst du als ein Europa der 27 Mitgliedstaaten, die alle in eine eigene Richtung denken, die alle ihre eigenen Gesetze haben, kannst du nicht bestehen. Es geht einfach nicht. Und aktuell ist die Hoffnung, dass wir irgendwie durchwurschteln werden da. Aber das wird nicht funktionieren. Das wird nur gehen, wenn wir sagen, es gibt ein gemeinsames Europa. Und das ist schon auch das, was natürlich mit der EU-Inc. Wäre ein wichtiger Schritt in diese Richtung, ist ein Projekt, was sehr, sehr gut aufgesetzt ist. Also wirklich von Anfang an sowohl starkes Community-Packing hatte, aber halt auch auf EU-Kommissionsebene gut positioniert wurde, wo natürlich viele Akteure jetzt, die eher, sage ich einmal, an Bremsen interessiert sind, probieren das zu verhindern, probieren das in andere Bahnen zu lenken. Es wird sehr spannend, im ersten Quartal 2026 sollten wir jetzt wissen, in welche Richtung dieser Zug fährt. Ob sie probieren, das wirklich als vollständige Lösung umzusetzen und dann wird man sehen, wie es in den Mitgliedstaaten umgesetzt wird die Mitgliedstaaten da wieder umgehen, ob es da blockiert wird oder ob schon von Anfang an eine Kompromisslösung probiert wird, die am Ende wahrscheinlich uns nicht viel weiterbringen würde. Und dann glaube ich, kann man auch mehr sagen. Das, was man schon gesehen hat, jetzt zum Beispiel bei der WKO-Thematik, die ja in Österreich ausgeschlagen ist, wo es dann auch schon richtig public outcry gegeben hat, was die Gehälter von Spitzenfunktionären angegangen ist und wo ich sage einmal, dieser Schmerzpunkt kurz erreicht war, wie sehr das jetzt dann zu strukturellen Reformen führt, wie sehr das dann halt auch zu einer kompletten Neudenke der Interessensvertretung, der Sozialpartnerschaft führt, da bin ich eher skeptisch.
Daniel:Ich glaube halt, wir sind in vielen Fällen, also es gibt bei mir den Optimist und den Realist. Und ich bin ja beruflich ein Optimist. Ich glaube ja immer daran. Ich muss aber sagen, dass ich bei vielen Themen mittlerweile schon so bin. Es ist ja immer so, man sagt, der Schmerz muss halt so hoch sein. Stimmt. Aber es gibt eine Reihe von Patienten, die den Schmerz so lange ignorieren, bis es eben zu spät ist. Und manchmal habe ich so ein bisschen die Sorge, du kennst doch, wenn du diesen alten Raucher hast, dem irgendwie schon ein Bein fehlt und einen Haufen Finger und kotzt sich halt die Lunge aus vom Krankenhaus und raucht dabei aber noch weiter. Und du hast so das Gefühl, du kannst dem sagen, was du willst. Du kannst sagen, Alter, das tötet dich. Und der so, leck mich am Arsch, das ist meine Freiheit. Und das andere Bein ist schon quasi schon fast weg. Und manchmal wäre ich das Gefühl nicht los, dass es sehr stark daran liegt, dass die, die die Entscheidung treffen sollten, nicht die sind, die die Weitsicht haben und die intrinsische Motivation, um die Entscheidung zu treffen, die notwendig wären, weil du natürlich so viele dabei hast, die einfach solche, ich sage mal, Berufspolitiker sind. Da hat der Erik Demuth in seinem Podcast vor ein paar Tagen was Interessantes gesagt. Er hat gesagt, eigentlich sind sehr viele EU-Politiker, die, so die zweite Klasse, die abgeschoben wurden aus ihren Ländern dorthin ins EU-Parlament und hocken sie dort. Ich habe die Aussage jetzt nicht bewertet, so stark. Tatsächlich gibt es da ein paar, glaube ich, die recht fähig sind und ein paar, die wirklich dort aufs Abstellgleis hingeschickt wurden. Aber wenn man das so beurteilt, muss man sagen, da sind natürlich eine ganze Menge Leute, denen ich nicht unterstelle, dass sie jetzt mutige, weitsichtige Entscheidungen zu einem Konsens bringen können. Nennen wir es mal so. Und das ist natürlich so ein bisschen so das Thema, dass man irgendwann den Moment hat, wo man sagt, jetzt machen wir so oder so. Und ich hoffe ja noch immer daran, dass man dann irgendwann eine Konstruktion findet, dass man eben ein vereinigtes Europa schnell vorantreibt, weil das ist die Lösung, das wissen wir alle, so wie es ist, wie der alte Raucher der eigentlich noch aufhören müsste, ein paar Jahre vorher, aber es geht schon. Und das ist so ein bisschen die Hoffnung. Das ist aber auch so ein bisschen das Bild, das mich beschäftigt. Weißt du, was ich meine? Weil der Patient ist jetzt nicht jung und gesund und 28 und hat dreimal geraucht, sondern der Patient ist, du weißt, was ich meine, 69, schaut aber aus wie 80 und es fehlt ein Bein. Und das andere Bein ist schon richtig angesperzelt. Das ist jetzt nicht so, dass man da einfach die Packung Zigaretten wegnimmt und ein Marathon läuft, sondern da ist einiges, was zu tun gilt. Ja, kann ich dir nicht widersprechen. Du sagst was anderes.
Markus:Nein, das ist ein valides Bild. Ich glaube, es gibt Bereiche, in denen es uns immer noch sehr gut geht. Das ist eben auch das Problem, dass da beleidet er noch schmerzhaft. Wir hören sehr gut und insgesamt auch. Es gibt immer noch Bereiche, die in Europa weitaus besser funktionieren als in Amerika. Also einfach die Art und Weise, wie Dinge organisiert sind. Halt in Pockets. Und das, was wir halt einfach überhaupt nicht können, ist aktuell uns in diesem Haifischbecken bewegen, was passiert. Wo eigentlich der Liberalismus, die Demokratie aktuell oft global zurückgefahren werden. Ich bin gespannt, was in Amerika nach 2028 passiert. Ob es eine dritte Amtszeit für Trump gibt oder ob dann, so wie halt Medvedev damals den Putin als Präsident eine Zeit lang einmal abgelöst hat. Aber er dann wieder zurückgekommen ist, auch aufs Alter schauen. Der Donald ist schon recht alt. Aber also JD ist dafür sehr jung. Absolut. Gefühlt geht vieles in Richtung weniger Liberalismus in Amerika. Russ ist bekannt, China ist bekannt. Die großen strategischen Akteure auf der weltpolitischen Ebene haben kein Interesse, dass ein demokratisches, liberales Europa funktioniert. Weil das wollen sie nicht als Erfolgsbeispiel für die Demokratie haben. Die wollen ihren Leuten nicht erklären müssen, warum das dort alles möglich ist mit Freiheit und Meinungs und schönes Leben bei ihnen nicht. Also das, glaube ich, darf man nicht unterschätzen, wie sehr wir uns auf der Ebene jetzt einfach überhaupt nicht verteidigen können. Das ist ein Riesenproblem. Und dass wir halt wirtschaftlich nicht fähig sind, mehr mitzuhalten, weil wir technologisch den Anschluss verpasst haben. Das ist ein Problem, was uns auch nach und nach auf den Kopf fällt. Warum? Weil der wirtschaftliche Druck auf der Gesellschaft lastet, weil dadurch Populismus befeuert wird, weil dadurch von innen die Demokratie ausgehöhlt wird. Und das führt dann nach und nach auch zum Systemabbau, zum Verlust der systemischen Vorteile, die wir davor über Jahrzehnte aufgebaut haben.
Daniel:Okay, und wir wollen natürlich den Podcast positiv beenden. Wie machen wir das?
Markus:Ja, wir haben noch ein paar andere Themen besprochen. Wir haben über Social Media gesprochen, das haben wir schon erwähnt. Das ist kein positives Thema. Er ist mehr und mehr bewusst geworden, wie negativ die Folgen auf die Gesellschaft sind. Wir haben ja über die Startup-Welt gesprochen, wie, glaube ich, ein neuer Realismus da eingekehrt ist, wie sein Kampf ist, dass man den Kapitalmarkt irgendwie wieder in Gang bringt. Ich habe das Gefühl, du hast schon vorher angesprochen. Das ist tatsächlich, ich glaube, die Lust am Gründen ist wieder ein bisschen gestiegen. Das ist ein ganz leading Indicators. Dort, wo man halt irgendwie so spürt, da sind jetzt noch keine Zahlen, auf die ich mich berufe. Aber ich habe das Gefühl, dass da schon jetzt vor zwei, drei Jahren war ein Tiefpunkt erreicht, wo einfach niemand, der auf der Uni war, gefühlt Lust hat, ein Unternehmen zu gründen. Und das hat sich gerade wieder ein bisschen gedreht. Muss man schauen, wie nachhaltig es ist, aber da tut sich wieder ein bisschen mehr. Es ist immer noch unklar, wie sich die WC-Welt befreit aus der strategisch schwierigen Lage, dass halt schon das Geld, was in Richtung Technologie fließt, aktuell sehr stark in die großen Player fließt, da sehr gute Renditen erzielt werden. Dadurch man sich fragt, warum soll man sich das Risiko in der Frühphase antun, was halt ein VC darstellt. Da gibt es immer noch nicht so richtig das klare Narrativ, wie funktioniert VC in der aktuellen Lage als Assets-Klasse. Mal schauen, was 2026 da bringt. Nach und nach kommen jetzt ein bisschen mehr Exits wieder, das ist gut. Dadurch gibt es Liquidität, dadurch fangt der Kreislauf sich wieder an zu drehen. Das Thema wird uns sicher auch nächstes Jahr beschäftigen. Aber ja, persönlich glaube ich, für uns war 2025 auch das Jahr, wo wir diese Überzeugung, die wir schon lange hegen und die, glaube ich, nochmal bestärkt wurde durch all die Themen, die wir gerade besprochen haben. Unternehmertum ist der Schlüssel für eine positive Zukunft. Unternehmertum ist das, was uns hier in Europa leider strukturell fehlt. Es fehlt uns einem Founder-Mindset, es fehlt uns an Entrepreneurship Education, es fehlt uns an der gesellschaftlichen Haltung zum Thema Unternehmertum. Und da gab es natürlich eine Stiftungsgründung, um genau diese Themen anzugehen als Foundational Piece, also etwas, das uns alle überdauert, wo wir in den letzten Monaten jetzt auch schon einiges vorangebracht haben, wo wir, glaube ich, besonders in Österreich jetzt einmal ganz guten Support auch aufstellen konnten. Das ist ein Anfang. Also da etwas, was uns sicher auch im nächsten Jahr begleiten wird und ein wichtiger Milestone war. Und das ist auch das, was mir Hoffnung gibt. Es gibt Menschen, die etwas bewegen können, die dieses Problem sehen, die an diesem Problem arbeiten. Und am Ende, wenn man sich die Resilienz der Menschheit anschaut, dann solange du es schaffst, kluge Köpfe für ein Thema zu gewinnen, so wie das halt dann bei Corona war, wo man halt relativ schnell dann trotzdem geschafft hat, Impfungen für das Thema zu entwickeln, obwohl alle gesagt haben, nein, Impfung, das braucht fünf Jahre, bis da irgendwie mal was steht. Und ja, seit zwei Jahren war es geschafft, weil halt wirklich alle klugen Köpfe gemeinsam daran gearbeitet haben. Und dass, ich glaube, wenn man das schafft, dann kommen wir schon wohin.
Daniel:Das ist ein sehr, sehr, sehr schönes Beispiel. Und schau, für mich ist es ja noch immer, wir haben so viel, wofür man sich einsetzen kann. So viele Werte, so viel Kultur und so viel miteinander und so viel Geschichte. Und wenn man so möchte, ist das ja eigentlich auch perfekt für eine KI, wenn man sagen würde, je mehr Daten man hat, desto besser ist die KI und je weitreichender die Datenmodelle sind. Und so haben die Amerikaner seit 1776 so ein paar mickrige Daten. Und die Chinesen haben eh alles an Wissen, was es gab vor immer Mauge kommen, was mal so kurz eliminiert und nochmal neu begonnen, wenn man es so ganz gemein formulieren möchte. Ja, und wir haben eigentlich seit, ja, ich hätte mal gesagt, seit dem Mittelalter eine Menge Daten. Davor haben wir auch alles vernichtet, was es so gibt. Und das ist doch eigentlich eine ganz gute, langfristige Perspektive, wie man sehen kann. Und ich gebe dir recht, man braucht eigentlich nur das eine Ding, was alles entschlüsseln kann und was alles aufdröseln kann. Und eigentlich die eine Person, die sagt, fuck das, wir machen es trotzdem. Und ich bin gespannt, wer dieser eine Rulebreaker ist oder Rulebreakerin, die sich genau, weil alle sagen, es geht nicht drüber hinwegsetzen, zeigt, wie es geht und dann geht es plötzlich. Und das ist eigentlich das, was noch ein bisschen fehlt. Es gibt da aber eine Person, die uns allen, glaube ich, ein bisschen aufgefallen ist, die da zumindest einen ersten Schritt gemacht hat, um zu zeigen, wie das gehen kann. Und das ist jetzt nicht der Rockstar der Woche oder Rockstar des Monats, sondern ein Rockstar des Jahres. Wer ist denn das?
Markus:Unser Rockstar des Jahres ist der Andreas Klinger, der sich ja wir haben vorher über das Thema EU-Inc gesprochen, dass sich jetzt wirklich seit Monaten dafür einsetzt, dass Europa mehr zusammenwächst politisch in Brüssel und diversen Mitgliedstaaten dafür läuft, dass wirklich aus mit Authentizität und mit sehr viel Überzeugung macht. Also aus wirklich mit der Energie, die er mitbringt, mit der absoluten Überzeugung, die er hat, dass das der einzige Weg ist, für Europa zu überleben, da auch sehr überzeugend ist und damit auch die Startup-Welt gut abgeholt hat. Das ist, glaube ich, das erste Mal, dass es gelungen ist, für eine politische Kampagne zigtausende Menschen aus der Startup-Welt zu mobilisieren, die sich wirklich dafür reinhängen, die dadurch wirklich auch das Gefühl haben, vielleicht geht da was. Und das sehr professionell auch gemacht hat. Das ist ein österreichischer Kopf, das freut uns natürlich sehr, aber der einfach europäisch denkt, der international denkt, der die Zusammenhänge auf der Ebene auch versteht. Und nebenbei auch ein sehr erfolgreicher Investor ist in eben genau diese Technologien, die wirklich cutting-edged sind und aus Europa kommen. Und ich glaube, er ist ein wunderschönes Beispiel, was es braucht in Europa, um zu bestehen. Er ist ein wunderbares Beispiel, wie man auch einfach anpacken kann und sich nicht vom System unterkriegen lässt. Genau das.
Daniel:In dem Sinne, es könnte jeder von euch sein. Ganz einfach. Es muss immer nur eine Person sein, die macht und dann funktioniert alles andere. Das heißt, in dem Sinne, es war schön, mit euch das Jahr verbracht zu haben. Und wenn ihr euch überlegt, machen oder nicht machen, ist die Antwort immer machen. Außer bei richtig blöden Sachen da zweimal nachdenken und dann machen. Oder auch nicht. Also bitte nicht betrunken vom Hausdach springen oder sowas. Aber die richtig coolen Dinge, die sollte man einfach machen. Wie zum Beispiel auch uns nächstes Jahr wieder hören. In dem Sinne, take care, stay safe und wir sehen und hören uns nächstes Jahr. Ja, Markus, erhobener Zeigefinger.
Markus:Ja, wir machen eine Woche Pause. Es gibt eine Weihnachtspause und sind dann zurück quasi in zwei Wochen und freuen uns sehr darauf. So ist es.
Daniel:Bis dann, take care und bye bye.