Future Weekly
Die zwei Startup Veteranen Daniel Cronin und Markus Raunig sprechen mit jeder Menge Humor über Technologie, Unternehmertum und die Zukunft. Jeden Donnerstag analysieren sie die interessantesten News der Woche und küren Rockstars, die die Welt von morgen prägen. Jeden Sonntag begrüßen sie im Deep Dive visionäre Gäste für einen Blick hinter die Kulissen aktueller Trends und formulieren gemeinsam Moonshots & Predictions. Ein Podcast der verschiedene Welten verknüpft und mit mutigen Thesen inspiriert.
Future Weekly
#455 - Vibecoding Hype, Browser Wars, Kiss Cam Gate
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
🦄 Unicorn Lovable & der Vibecoding Hype
🏄♂️ ChatGPT Agent Mode
🍿 Neue Browser Wars?
🌀 Kiss Cam Gate
🎸 Rockstars der Woche: Roland Götz und Thomas Kohler
Production: Hanna Moser
Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com
Einen wunderschönen guten Morgen, guten Mittag, guten Abend, willkommen bei Future Weekly heute mit mir Markus und der großartigen Hannah. Hallo Hanna, hallo ihr da draußen. Wir haben super Themen im Gepäck. Wir reden über Unicorn und den Vibcoding Hype. Wir reden über ChatGPTs neuen Agent Modus, die dritte Edition der Browser Wars, über das Kiss Cam Gate und über großartige Rox das der Woche, Future Weekly. Here we go. Und wir starten mit den News. Und da war The Talk of Town die Series A von Lovable. Wahrscheinlich gerade dem europäischen Startup Darling. Schwedisches Unternehmen gibt es noch nicht lange. Ein Vibecoding-Unternehmen. Das bedeutet ein Unternehmen, bei dem Leute, die nicht programmieren können, relativ einfach trotzdem Webseiten, Apps etc. einfach durch sprachliche Anweisungen stellen können. Und die haben 200 Millionen aufgestellt mit einer 1,8 Milliarden Dollar Valuation. Und ja, hat natürlich dazu geführt, dass einige jubeln und quasi sagen, das ist genau das, was Europa braucht, jetzt einfach auch mal wieder ein paar echt große, fette Runden. Andere haben dann natürlich wieder angefangen, ein bisschen zu zerlegen, was steckt eigentlich dahinter. Dieser ganze Vibecoding-Trend ist nämlich schon etwas, das die gesamte Startup-Szene ein bisschen erschüttert, weil das oft war halt auch ein gutes Produkt, das, was da auch am Programmierkünsten dahinter steckt, war halt irgendwie auch ein Mode, also eine Art der Eintrittsbarriere für potenzielle Konkurrenten. Und wenn diese Eintrittsbarriere jetzt abgebaut wird, dann wird es schwieriger, auch sich zu verteidigen gegen potenzielle neue Konkurrenten. Das ist besonders eine Investorenperspektive, geht es immer sehr oft auch darum, wie kann man einen Marktanteil, den man hat, dann vielleicht auch verteidigen. Also es hat unterschiedliche Ebenen, aber jedenfalls einmal ein Statement da aus Schweden.
SPEAKER_00:Ja, ich finde es erstmal super spannend und das Gute bei Lavable ist, es ist einfach so easy zu nutzen. Also die User Experience ist wirklich gut. Für die Youth Entrepreneur to beat, unser Bildungsprojekt bei Austrian Startups, da haben wir Schülerinnen in ganz Österreich, die ihre eigenen Ideen dann innerhalb einer Woche auch zu einem Prototypen kommen. Und LavaBall wird tatsächlich in vielen Weeks genutzt, damit schon die Schülerinnen halt dann eine kleine App überwinden können und somit gleich einmal was Nutzbares in der Hand haben, schon am zweiten Tag von dieser Woche. Und da sieht man halt, wie userfriendlich es ist und wie einfach es zu handhaben, wenn es dann halt so 15, 16. Und natürlich hier aufgewachsen mit Zugang und den davor haben wir so No-Coding-Tools in einfach benutzt, aber das geht halt jetzt viel weiter. Und ich glaube, zu dem, was du sagst, das ist halt jetzt quasi nicht die Differentiator quasi ist. Vielleicht ist es nicht so, sondern das ist schon die Visibility. Gerade bei uns echt mehr ausprobiert und es gibt keine Produkte so einfach zu nutzen, dass wir die Schüler. Und dann hört die Marke und das Thema, dass es ein europäisches Produkt ist, das spielt auch mit. Also quasi gerade in den Schulen ist es positiver gesehen, wenn wir hier ein Produkt nutzen, wo wir wissen, was es aus Europa ist, es wird auch mit Datenschutz anders umgegangen als vielleicht mit einem Sportprodukt.
Markus:Ja. Du hast, glaube ich, was Gutes angesprochen, nämlich dieses, am Ende ist die Frage, wie sehr die Technologie noch der entscheidende Faktor ist. Man muss halt andererseits auch sagen, es gibt schon einige, die quasi es geschafft haben, Lovable innerhalb von ein, zwei Tagen eigentlich nachzubauen. Also auch Lovable selbst ist, wenn man es genau nimmt, eigentlich nur einer von diesen GPT-Wrappern. Also das ist eigentlich aufgebaut auf den Foundational Models von jemand anderen. Haben aber es geschafft, durch ihre User Experience, die eben besonders simpel, die einfach das accessible macht, haben es geschafft, hier sich so zu positionieren, dass sie halt auch ordentliches Wachstum herzeigen konnten. Weil halt auch nicht jeder sich mit diesen Themen beschäftigen will. Also ja, du könntest wahrscheinlich, wenn du dir einen Pro-Account von ChatGPT nimmst oder halt von einem Tropic und dann halt darauf aufbauen, kannst du dir wahrscheinlich schnell etwas bauen, was vielleicht sogar superior ist von der Experience, also von dem, was tatsächlich dann auch das Outcome ist. Aber es ist halt für viele Menschen nicht wert, sich dann da reinzufuchsen. Und das ist ja genau eigentlich die Essenz von Lovable, dass sie es more accessible machen, dass sie eigentlich programmieren, das Schaffen von digitalen Produkten mehr Menschen zugänglich machen. Und insofern ist das auch so ein bisschen ein Counter-Trend. Ich glaube, wir haben vor eine, eineinhalb Jahren, da war halt totaler Hype, allerlei Produkte, die eigentlich nur ChatGPT-Wrapper waren, also keine Technologie, aber Frontend halt optimiert und haben alle gesagt, naja, das hatte überhaupt keinen Bestand und es kann nicht funktionieren. Das ist ja alles nur eine Blase. Und jetzt kommt eineinhalb Jahre später Lovable mit einer 1,8 Milliarden Dollar Bewertung daher. Heißt natürlich noch nichts. Wir wissen alle, es kann auch sehr schnell sich wieder verflüchtigen, so eine Bewertung. Aber die haben schon sehr coole Zahlen hingelegt und zeigen, dass ja am Ende auch ein ordentlicher Market Share, eine starke Brand, das sind schon auch Perspektiven und das sind schon auch Barrieren für Eintritts, für neue Konkurrenten am Markt, die nicht so einfach wegzulächeln sind. Und das führt bei vielen gerade schon so zu ein bisschen einem Aha-Moment auch.
SPEAKER_00:Also schon altes Innerhalb von weniger als zwei Stunden dieses Produkt nachbau konnten und halt das kostet eine Subscription schon so 200 Euro im Monat und dann sagen sie halt zwei Euro im Monat stattdessen für quasi Infrastruktur. Aber die Sache ist halt, der tut sich das dann an, das muss ich selber, beziehungsweise wie stark ist das Vertrauen dann in einem neuen Produkt, wenn sie sagen, wir haben das nachgebaut und das jetzt stattdessen zehn Euro, wie einfach man da auch tatsächlich switcht und nicht quasi einfach dieses Vertrauen in die Marke nimmt, in die Community, die das schon nutzt, wer darüber schreibt, ob das nicht quasi dann der Marke dann nicht im Endeffekt entscheidet darüber, wo du was für ein Produkt nutzt.
Markus:Ja, ich glaube das, was dann halt jetzt kommt, weil ja, du hast das Produkt ist nicht mehr so der Mode, aber es ist am Ende musst du halt auffindbar sein, wenn jemand, und das kann durch die Marke sein, es kann sich halt durchsetzen, das ist so der logische Weg, wenn ich jetzt eine Website oder eine App baue, dann gehe ich zu Lovable. Wenn sie das schaffen, dann haben sie natürlich gewonnen. Aber das ist schon noch ein weiter Weg dahin. Und da kann natürlich auch das, was so in der letzten Startup-Generation war immer das Damokless-Schword, naja, es könnte ja Google machen, es könnte ja einer von den großen Playern oder Facebook sich diesem Thema annehmen und dann hast du halt den Schirm auf. Und das ist sicher aktuell, schwimmt er auch mit, naja, es könnte ja ChatGPT oder es könnte ja Anthropic könnte ja selbst sowas machen, selbst anbieten und wäre natürlich dann wahrscheinlich überlegen. Und da muss man sich das dann halt schon auch überlegen, wie schnell schaffst du so einen Markenwert, dass eigentlich der Default ist, ja lovable is the place to be, wenn du was Neues bauen willst. Und das ist dann bei Trennen gegen die Zeit sicher auch. Aber jedenfalls gut für Europa, dass wir da mitspielen in diesem Bereich. Sind schon einige auch. Also es gibt da eben auch Replit, die schon lange in dem Bereich unterwegs sind. Es gibt Bold, es gibt aus Österreich auch Instance von Mimo. Also da tut sich schon einiges. Ich glaube, das so zwei Aspekte. Einer, was schon entscheidend sein wird für die Leute, die sich das wirklich ernst anschauen, die werden sich schon auch die Qualität der Endprodukte anschauen und dann kommt es halt dann doch irgendwie wieder halt auch auf die Technologie dahinter. Oder besseres Prompting wahrscheinlich, weil sie sind wahrscheinlich sowieso alle abhängig von irgendwelchen Foundational Models, aber irgendwie wäre das dann halt dann besser verpackt. Und andererseits ist es halt schon auch, wenn man vielleicht jetzt nicht so sehr halt nur schnell irgendwas Webcoden ist, dann ist es wahrscheinlich die Usability. Und da wird es spannend, wie sich Lovable gegen die Konkurrenz da auch durchsetzen kann.
SPEAKER_00:Naja, aber auch jetzt mit dieser Runde haben sie halt eine extrem Vorteil und Weise investieren können in Marketing, die haben sie. Ich kann mir schon vorstellen, wo das Investment jetzt hauptsächlich in diesem geht.
Markus:Was ich ganz spannend fand, ich baue auch gerade eine Website und habe ChatGBT gefragt, was er mir da empfehlen würde. Wir haben ihn eigentlich nach Vibecoding-Plattformen gefragt und es kam zurück. Er würde keine Wipecoding-Plattformen empfehlen, weil die gibt es noch nicht so lange und die sind noch nicht so von der Infrastruktur dahinter, das ist noch nicht so gut aufgestellt und er würde halt eher sowas wie Wix oder so. Also ein quasi etablierter Website-Bilder würde er eher vorschlagen. Was schon interessant ist, ob das jetzt quasi ein woher diese Meinung kommt. Ob das halt, ja, hat er das irgendwo recherchiert und es gibt halt Artikel, die dann eher solche Player empfehlen oder ob da vielleicht halt auch irgendwie ein interner Bias ist, dass da jetzt andere Produkte den eigenen Algorithmus nutzen und damit erfolgreich werden, finde ich spannend. Ich muss tatsächlich sagen, für die Website, die ich jetzt baue, hat Repliti die besten Ergebnisse geliefert. Also leider wieder US.
SPEAKER_00:Okay. Woran hast du das festgelegt? Oder in welchem Aspekt waren Sie besser?
Markus:Also ich habe Ihnen allen einen relativ ausführlichen Prompt gegeben, was ich will. Und da war einfach die Website, die dann rausgekommen ist, sowohl von der Struktur als auch vom Design, war bei RapLit am besten. Du kannst natürlich dann auch, es musst eigentlich Verbesserungsvorschläge machen. Und auch da hat Rapplit, ich konnte bei Rapplit, konnte ich quasi aus PowerPoint ein Moc-Up. Dann habe ich einen Screenshot reingeschickt und das hat das sehr gut übernommen. Während Lovable hat dann halt einfach den Screenshot als Bild genommen und daneben dann noch Text. Also das war nicht besonders klug. Und was bei Reply auch einfacher ist, du kannst PDFs zum Beispiel auch reinladen. Es liest dann die PDFs, während die anderen Tools eigentlich alle nur Screenshots nehmen. Das heißt, wenn man eigentlich, und halt natürlich Text. Also da sehe ich schon noch ein bisschen Aufholbedarf bei LoveGuel. Jetzt haben wir schon ein bisschen darüber gesprochen, das Damoclass-Schwert OpenAI. Was ist, wenn dann der Rapper auf einmal direkt in OpenAI eingebunden wird? Und tatsächlich hat OpenAI jetzt den Agent Mode eingeführt. Das ist ein Modus, wo OpenAI quasi Kontrolle über den Computer bekommt und man dann halt allerlei Tasks ausgeführt bekommt. Man kann dann auch teilweise zuschauen, wie diese Tasks ausgeführt werden. Natürlich aus einer Privacy-Perspektive interessant. Das ist natürlich etwas, wo man sich gut überlegen muss, was will man eigentlich dann auch, dass OpenAI Zugriff hat. Aber es ist schon ziemlich Wahnsinn, was mittlerweile möglich ist.
SPEAKER_00:Ja, ist schon spannend, vor allem auch jetzt aus einer Perspektive eines kleines Unternehmens. Du kannst halt all deine Infos aus der G-Suite etc. mit ChatGPT verbinden und dann hast du deinen eigenen AI-Agenten, der dir eigentlich in deinen Data Data digital hilft und du brauchst nicht mehr aus diesem ChatGPT-Universum aussteigen. Was natürlich für alle die neuen kleinen Businesses, die sich da drauf setzen, AI-Agents zu bauen, tough ist, aber für die Convenience des End-Users schon sehr praktisch.
Markus:Ja, na absolut. Ich glaube da. Es ist halt dann schon wirklich am Ende, wenn wir über Automatisierung sprechen und Arbeitsplätze und so weiter, wenn du halt Aufträge geben kannst und das führt das aus, du kannst dann sogar zuschauen und schauen, ob das das richtig macht. Das gibt dann bei gewissen Aktionen, also wenn es dann zum Beispiel zu einer Zahlung oder so kommen würde, dann gibt es natürlich nochmal so eine Bestätigung per Knopfdruck. Aber das ist schon ziemlich mächtig. Gleichzeitig, ich habe es eh schon angesprochen, die Privacy-Perspektive des Ganzen ist schon scary auch. Also was, ob man ja dann alles über einen weiß, es gibt viele Leute, die das fast psychotherapeutisch nutzen, wo über allerlei Probleme besprochen wird. Dann gibst du alle deine persönlichen Daten da rein. Schon sehr viel Vertrauen, was wir da auch Sam Altman und Team entgegenbringen, wenn man solche Tools nutzt. Zumal ja auch da, sage ich jetzt einmal aus der Non-Profit-Vergangenheit und all diesen Konflikten, die es da gegeben hat. Jetzt weiß nicht, ob ein solcher Vertrauensvorschuss da immer gerechtfertigt ist. Es hat halt die Historie auch gezeigt, dass wenn der Nutzen groß genug ist, dass dann Leute halt auch bei der Privatsphäre bereit sind, auch einmal wegzuschauen oder auch einmal sich nicht so sehr damit zu beschäftigen. Aber ja, das Thema wird uns, glaube ich, begleiten.
SPEAKER_00:Ja, jedenfalls. Und ich glaube, wie du sagst, wenn es so convenient ist, dann vertrauen wir halt auch der Company wahrscheinlich mehr als einigen anderen Institutionen. Wie zum Beispiel in Regionen unsere Staaten an, weil im Grunde nicht egal ist oder quasi aus dem Anwesen sind dafür so. Was ich spannend fand bei diesem Announcement ist ja, das ist jetzt nicht eine große neue Innovation von Open und wir warten ja schon alle irgendwie länger auf ChatGPT 5. Ich habe das Gefühl, dass die Ding so ein bisschen okay, sie gehen jetzt mal diesen Schritt, damit die Textszene wieder ein bisschen was zum Plaudern hat und man wieder neue Sachen ausprobieren kann. Und das ist jetzt gleich einmal sehr user-friendly. Aber auf ChatGPT 5 wird, glaube ich, noch länger gewartet werden.
Markus:Ja, ist ja auch viel Fluktuation im Thema aktuell. Teilweise auch verständlich, was da für Angebote dann auch reingekommen sind von Meta Co. Aber ja, also der große Durchbruch auf der Foundational Model Ebene, der lässt jetzt schon länger auf sich warten. Das sind andere Modelle, haben diese Lücke, die OpenAI aufgerissen hat, ganz gut geschlossen. Die sind jetzt da alle auf Augenhöhe. Es ist die Frage, ob, weil das in der Vergangenheit war immer so, dass dann, genau wenn das passiert ist, dann kam OpenAI mit dem nächsten großen Quantensprung. Und jetzt ist man schon eher auf der Application-Ebene unterwegs. Das zeugt schon davon, dass man sich halt jetzt vielleicht auch einfach von der welchen Power schwerer macht, den nächsten Schritt zu tun. Es ist am Ende, wie ist schon oft besprochen, auch ein Spiel da, wer hat die richtigen Prozessoren und genügend Energie. Und da wird jeder Sprung dann auch noch einmal schwieriger. Aber mal schauen. In jedem Fall etwas, was sicher, gut ausprobiert werden wird. Der Agent Mode, der halluziniert immer noch ein bisschen. Das heißt, auch hier mit Vorsicht genießen, aber kann man schon mal ein paar Tasks outsourcen. Was auch passiert auf der Application-Ebene. Vor Application-Ebene ist jetzt vielleicht ein bisschen abstrakt, aber wo OpenAir auch hin will, sagt man zumindest, sie wollen einen eigenen Browser launchen. Das ist ja das Google Game quasi, die sie mit Chrome in den Browser Wars damals den Internet Explorer abgelöst haben und dadurch eine auch sehr dominante Position im Suchgeschäft einzementiert haben, weil das dann halt einfach die Suche in der Adressleiste war dann ganz natürlich über Chrome. Und war natürlich auch eine bessere Performance des Browsers, aber ja, es kündigt sich jetzt an, dass diese Vormachtstellung von Chrome gerade wieder so ein bisschen hinterfragt wird, ein bisschen dran gerüttelt wird. Da gibt es die unterschiedlichsten Anwärter. Einer ist jedenfalls OpenAI. Aber sie sind nicht die einzigen. Perplexity arbeitet auch in diese Richtung. Microsoft will ja natürlich schon länger in der Richtung. Sich positionieren, aber könnte auch sein, dass jetzt mit EAI da sich ein Window of Opportunity ergibt und dann gibt es auch noch den Brave Browser, der eher die Privacy-Perspektive in den Vordergrund stellt. Und was glaubst du? Browsen wir in einem Jahr mit OpenAI Browser?
SPEAKER_00:Finde ich spannend. Also ich finde, dass ja Google das auch schon gar nicht so schlecht macht. Also ich einfach dadurch, dass es so eine Gewohnheit ist, dass ich Sachen auf Google erstmal eingebe, suche ich immer noch dort und finde es aber sehr angenehm, dass ich da halt auch jetzt schon viel mehr gleich einmal Antworten bekomme oder quasi da auch Gemini mir dabei hilft, Sachen schneller zu finden und auch einzuordnen und mir eigentlich auch gleich Antworten schreibt auf meine Fragen, anstatt mir nur Suchvorschläge zu geben. Also ich glaube, dass da Google schon auch sehr stark weiter investieren wird und dass das noch besser wird. Und auf der anderen Seite, wenn ich dann wirklich eine tiefergehende Frage habe, dann würde ich die nicht auf Google eingeben, sondern auf ChatGPT. Und wenn da Open My quasi einen Browser hat, der mir sowohl am Anfang eine sehr gute Antwort geben kann, als auch dann gleich die besten Seiten quasi zu listen, ohne dass ich dir angeben muss, bitte gib mir jetzt die Sources oder schick mir die Links und er dann auch noch vielleicht selezioniert und mir irgendwelche Links schickt, wo ich dann auf eine Fehlermeldung komme. Also ja, das ist halt die Frage. Was ist einfacher quasi nachzubauen? Ist es einfacher für Google quasi, mit Gemini hier was zu implementieren, das mir dann intensivere und genauere Antworten gibt, bevor es mich weiterleitet auf die Links, die ich haben möchte? Oder ist es einfacher, quasi wirklich dem Browser nachzubauen und halt, dass die User Experience getrieben wird durch ChatGPT, das halt dann im Browser implementiert ist?
Markus:Ja, das ist eine sehr gute Frage. Ich meine, ich fand ja schon damals überraschend, dass es Chrome geschafft hat, den Internet Explorer zu ersetzen, weil in meiner Wahrnehmung die meisten Leute sich nicht kostrum scheren und diese einfach dann einen neuen Browser downzuloaden und zu nutzen. Ich glaube, da waren dann schon ein paar Innovationen dabei, mit der Lesezeichenleiste und den Plugins und so weiter. Also da gab es dann schon konkrete Gründe, warum man das machen sollte. Ich bin mir nicht sicher, ob dieser konkrete Grund stark genug sein wird, wenn Google, wie du richtig sagst, eh schon AI auch in den Browser einbaut. Da bräuchte es, glaube ich, schon ein richtiges Killer-Feature, damit die Leute bereit sind, sich dann auch einfach diese Gewohnheit. Diese Gewohnheit ist schon immer sehr, sehr stark. So etwas zu durchbrechen. Man sagt ja oft, du brauchst quasi 10 times die Performance oder 10 times the solution, damit jemand bereit ist, etwas anders zu machen, Veränderung einzugehen. Das heißt, Google ist da schon, denke ich, immer noch in der Pole Position und die sitzen auch auf den Daten, dass sie super AI-Antworten geben können. Also das muss man echt sagen. Vielleicht Privacy aus europäischer Perspektive, vielleicht liegt da schon irgendwie der Schlüssel, wenn es den Leuten zu scary wird, aber auch hier die Historie zeigt eher, dass das den meisten Leuten dann doch nicht egal ist, weil Facebook hat es nicht umgebracht oder Facebook ist nicht in die Irrelevanz abgeglitten, weil es große Datenschutzverletzungen gab und all diese Skandale, die sie in den 10er Jahr gegeben hat, sondern das war dann halt irgendwann, als die coolen Kids auf andere Plattformen gegangen sind und als ja to be fair dann halt auch irgendwann die Zitrone einfach so stark mit Marketing ausgepresst wurde, dass der Content nicht mehr relevant war. Aber ich glaube, die gewonnen.
SPEAKER_00:Ein Element kann schon noch die Hardware sein, ist quasi auf den MacBox dann vielleicht irgendwann ein anderer Browser mal vorinstalliert, als Safari. Oder kann Safari irgendwie noch hier aufholen? Weil für neuen User auf Microsoft hat ja einen riesen, finde ich. Das sind den ganzen Schulen genutzt. Das sind in allen österreichischen Schulen, das genutzt wird auf den Laptops und schon vorhin. Also ich glaube, solche Partnerschaft kann man eben diese Gewohnheit schaffen, dass es automatisch auf den eigenen Browser gehen. Vielleicht ist das eine Welt.
Markus:Ja. Das ist eine interessante Frage, weil es ist ja auch bis jetzt schon so, dass eigentlich auf Microsoft-Computern der Microsoft Browser installiert ist und auf Apple Computern Safari und trotzdem laden sich die Leute Chrome runter. Ist das schon Gewohnheit oder hat er das irgendwelche Plugins als Hintergrund? Also da die Motivlage zu verstehen, finde ich sehr interessant. Und das wird wahrscheinlich auch der entscheidende Faktor sein. Let's see. Weil dann hast du natürlich auch über Schulen etc. mit den Hardware-Geräten einen ganz guten Zugang. Ja, und dann gab es auch noch eine Story dieser Woche, über die ich ja eigentlich nicht gerne sprechen würde, weil ich mir irgendwie zwiegespalten bin, ob man dem noch mehr Bühne bieten sollte. Aber es ist halt schon eine Tech Company, um die es hier geht. Und es ist etwas, was ausgeschlachtet wurde bis zum Gate nicht mehr in allen sozialen Medien. Es geht um die Kiss Cam-Affäre, der CEO von Astronomer, einem recht großen Tech-Unternehmen schon. Der hat bei einem Coldplay-Konzert sich sehr innig gezeigt mit seiner CHRO. Und ja, dieses Malur hat auf Video dann aufgenommen und wurde quasi ans ganze Stadion über die Kiss Cam ausgestrahlt, hat dann dazu geführt, dass er zurückgetreten ist, dass es einen riesen Shitstorm gab. Und dieses Unternehmen wahrscheinlich so bekannt geworden ist wie nie zuvor, das muss man ja auch sagen, aus einer Marketingperspektive, war das wahrscheinlich sehr effektiv, dass Leute jetzt anfangen, Astronomer zu kennen. Aber gleichzeitig zeigt es halt, finde ich, schon auch die Schattenseiten unserer sozialen Medien, weil niemand weiß, wie es bei denen im Leben zugeht und die haben Familie und so weiter und dass da jetzt alle draufträschen und sich drüber lustig machen. Es hat irgendwie so einen ein bisschen einen Brot- und Spiele-Charakter, der die niederen Instinkte der Menschheit ganz gut greifbar macht. Deswegen finde ich das irgendwie so ein bisschen nicht so fein.
SPEAKER_00:Ja, also ich bin auch gerade auch, wie über die Frau geschrieben wurde, wo schon viel Sadschäming dann aufgetrieben wurde. Und ja, dass du irgendwie so diese Dynamik der Zeit gerade merkst, dass eben wenig darüber nachgedacht wird, was sagt man noch, also was darf man noch sagen, sondern alles quasi gleich auch die eigene Stimme genutzt wird. Also waren noch ein paar smarte Unternehmer da dabei. Ein Stadtergründer, der zum Beispiel einen LinkedIn-Post gemacht hat, der ist gerade gegangen, wo er gemeint hat, er wäre der Mitarbeiter gewesen, der in dem, der quasi die Codeplay-Konzertkarten für den CEO gekauft hätte. Und dann wurde er gefeuert, aber innerhalb von 24 Stunden hat er über diese Jobplattform einen neuen Job gefunden. Und dann hat er halt diese Jobplattform gepostet. Und im Endeffekt war er der Gründer von der Jobplattform nie miteinander bei diesem Codeplay. Bei diesem Unternehmen. Aber ja, hat halt damit gleich mal sehr viel Abwärtschaften. Und das Ganze wird halt auf dem Rücken von im Endeffekt zwei Menschen, die ja keine schöne Sache da gemacht haben. Aber trotzdem ist es ihr privates Geschäft.
Markus:Ja, ich meine, es ist natürlich auch aus einer Unternehmensperspektive. Findet die HR wahrscheinlich grundsätzlich nicht so gut, wenn sowas passiert. Und kann man, muss man jetzt auch nicht weiter diskutieren, aber am Ende, ja, es wird halt die nächste Kuh durchs Dorf getrieben und alle stoßen sich drauf. Es ist eine relativ filterlose Welt, in der wir mittlerweile leben. Ja, dementsprechend lasst uns auch gar nicht zu tief da reingehen. Ich glaube, reden wir besser über etwas Erfreuliches. Und das sind natürlich unsere Rockstars der Woche, die es auch diesmal wieder gibt. Und das sind zwei Gründer und ihr Team, und zwar der Roland Götz und der Thomas Kohler von Remove Tech. Warum sind das unsere Rockstars?
SPEAKER_00:Also die zwei Gründer haben announced, dass sie mittlerweile mehr als eine Million Euro Annual Recurring Revenue erwirtschaften und das Ganze gebootstrappt. Also haben keine externe Finanzierungsrunde bisher aufgenommen wollen, das auch weiterhin so machen wollen, quasi aus dem Umsatz heraus weiter wachsen, haben große Pläne und es zeigt, finde ich, gerade sehr spannend die Marktdynamik. Wir haben gesehen, es war vor kurzem der EY-Startup-Barometer, der gezeigt hat, dass sich die Investments in Österreich im ersten Halbjahr 2025 negativ entwickeln im Vergleich mit 2024, dass weniger Investmentrunden gemacht werden bzw. kleinere. Aber wir sehen, dass viele neue Startups trotzdem gegründet werden, vor allem AI-Focused, auch in ihrer Entwicklung und wie sie aufgesetzt sind, sehr stark AI-First und sehr effizient und oft gebootstapt. Von dem her werden wir weiter beobachten, wie sich das Startup entwickelt, Remote Tech. Und ja, gratulieren.
Markus:Absolut. Naja, sehr cool. Weiter so und das bringt uns zum Ende der heutigen Episode. Liebe Hannah, vielen Dank fürs Co-hosten. Vielen Dank auch an euch da draußen fürs Mit dabeisein. Und wir hören und sehen uns wieder nächste Woche.