Future Weekly

#452 - Jaguar Absturz, Grammarly kauft Superhuman, Entrep Week goes Europe

Daniel Cronin & Markus Raunig Episode 452

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🎈 Von Elon zum Kindergeburtstag

🇪🇺 Entrepreneurship Week goes Europe

🚗 Jaguar Absturz & E-Autos als fahrende Netz-Batterien

🦚 Grammarly kauft Superhuman und greift Notion an

👻 32% weniger Einsteiger Jobs seit ChatGPT


Production: Hanna Moser

Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com

Daniel

Einen wunderschönen guten Morgen, guten Mittag, guten Abend oder auch gute Nacht und herzlich willkommen zum Future Weekly, dem zukunftssichersten Podcast seit jetzt. Ich bin Daniel und mit mir ist wie immer der Markus. So, Markus, wir haben viel zu besprechen. Mir es heißt, das heißt wir werden sehr viel plaudern. Wir werden aber auch über das Oktopus-Auto-Abo reden und warum der Automobilmarkt unfassbare Veränderungen hat. Grammarly war einkaufen und wir reden darüber, dass KI wahrscheinlich mehr verändert als wir glauben, schneller als wir glauben. Und dass das aber vielleicht genau der Katalyst ist, der festgefahrene Strukturen endlich beendet. Ich stotte, mir ist heiß. Auf los. Geht's los? Los geht's mit den News. Markus, ich hab dich richtig lieb. Aber ich würde dich auch gern mal wieder deportieren. Möchte ich mal so an der Stelle erwähnt haben. Jetzt besser komm, vergleich uns nicht mit Elon und Donald. Nein, aber als ich das gestern gelesen habe, dieses Jahr unter Umständen könnte ich mir vorstellen, vielleicht müsste ich ihn auch mal deportieren. Und man ist so, Alter, wo bist denn du schon wieder gegengelaufen? Das sind, was man halt so macht unter Freunden, oder?

Markus

Ja, besonders wenn man vielleicht noch im jüngeren Alter ist. Das ist schon sehr kindisch, wie sich die beiden anstellen.

Daniel

Also ich wollte sagen, mein Vierjähriger hat da auch irgendwie schon eine reifere Art, Konflikte irgendwie zu regeln. Die machen das ganz gut, die beschmeißen sich da mit Sand, dann schreien sie einander an und dann ist es aber auch wieder gut, relativ schnell. Und mein Sohn hatte vor kurzem Geburtstag und die letzten Wochen war dann immer seine Drohung, wenn ihm was nicht gefallen hat, war, du kommst nicht zu meinem Gurtstag. Und ja, es war okay, aber es wurde dann aber auch schnell wieder verziehen und dann gab es eine Eskalationsstufe. Du kriegst keinen Kuchen. Ja, ja. Das hat er mir auch ein paar Mal angedroht. Und als ich dann gehört habe, dass ich keinen Kuchen bekomme, trage ich mir, ach, das wird ernst. Das Gute ist, das ist aber dann geendet damit, dass er dann Geburtstag hatte. Wir haben dann auch Geburtstag gefeiert. Dann haben wir auch Kuchen gegessen und als ich das letzte Stück Kuchen gegessen habe, wusste ich, dass diese Drohung auch abgefeuert ist.

Markus

Kein Druckmittel mehr. Da war kein Druckmittel mehr.

Daniel

Boah, das war so krass. Ich hatte so Stress deswegen. Weil er hatte, er hatte am 22. Geburtstag, klassisch, das ist ein Sonntag, das ist nicht so ideal. Das heißt, wir haben es am Freitag darauf angesetzt. Und das plant man ja dann auch mit den Eltern. Und du weißt, wie das ist mit Eltern, gerade so im fortgeschritteneren Alter, so wie ich es bin. Ich bin ja bald 44. Da ist es auch gar nicht mehr so einfach, wann man dann genau Zeit hat und Ferien beginnen, einige haben ältere Kinder, jada jada. Dann hatten wir aber so einen Termin und dann schaut man aufs Wetter, weil wir haben auch gelernt, der beste Ort, um Geburtstag zu feiern, ist unserer Meinung nach tatsächlich ein Kinderspielplatz. Das ist einfach das Beste, was du für die Kinder tun kannst, weil die haben da einfach Bock drauf, die eskalieren mit ihren Bodys. Und dann haben wir gesehen, Regenwarnung. Und dann jeden Tag das Wetter gecheckt, wie bei unserer Hochzeit. Und dann stand dann plötzlich Regen ab 17 Uhr. Und wir haben aber begonnen um 14.30 Uhr und ich habe am Tag die ganze Zeit das Wetter gecheckt. Das war wirklich schaffen wir das den Kuchen, die Pinata und die Geschenke zu schaffen, bevor der Regen kommt. Und es hat funktioniert und das war Goldwert. Und um 17.15 Uhr kam da Starkregen. Aber es war so Stress Uhr. Weil ich hab mir gedacht, mit der Torte, mit den Geschenken, mit dem frischen Essen und dann Starkregen, das wäre einfach Mist. Aber ja, es hat gut. Das Wetter hatte erbarmen. Das Wetter hatte erbarmen. Das war ja das war dann gut. Und dann war aber auch alles packen und loslaufen, machen und tun. Aber ja, und Kindergeburtstag ist halt auch was Cooles. Das ist halt echt aufregend. Hat mir gefallen und du wirst das dann auch in einen, wahrscheinlich in so zwei Jahren, könnte ich mir vorstellen. Ab dann geht das auch so richtig los, glaube ich. Bin ich gespannt, wie du das findest, so vom Aufregungslevel und Stresslevel. So deine Erwartungshaltung?

Markus

Tiefen entspannt wie immer deine.

Daniel

Hast du ja eh recht.

Markus

Ich meine, hast du ja eh recht. Wir werden sehen. Ja, nein. Bis der starke Regen kommt. Manchmal ist diese Tiefenentspannung schon auch negativ. Manchmal wäre es gut, ein bisschen angespannter zu sein.

Daniel

Ja. Du, nein, ich war. Ich war grundsätzlich ja auch entspannt, aber es war eine angespannte Situation, weil man sich ja dann doch denkt, schau, wenn du dann da zehn Kinder hast, plus Eltern, plus Spielplatz in the Middle of Nowhere und wir hatten halt sehr frisches Obst, frische Torte, also wirklich alles aufgebaut und da war ein Ort, wo es so fast gar keine Parkplätze gab. Das heißt, viele waren mit Fahrrädern dort oder mit Uber. Und es war nichts, wo man so ganz schnell abreißen kann, sondern und ja, wie das halt so ist. Aber mal schauen. Und ansonsten haben wir noch zwei Wochen, dann kommt ja Nummer zwei, unsere Tochter. Und da bin ich ja, da bin ich ja mal sowieso gespannt, wie das wird dann mit zwei Kindern.

Markus

Man sagt ja, das zweite ist das härteste, ja. Und da hat man immer noch den Anspruch, dass alles super ist. Und gleichzeitig ist es halt absolute Überforderung. Ab dem dritten ist dann eh schon wurscht.

Daniel

Ich habe mal gehört, beim dritten ist es so, dass man erst nach sechs Monaten Namen gibt. Man sagt, du, wenn du die ersten sechs Monate überstehst, kriegst du einen Namen. Nee, ich bin gespannt. Ich meine, ich glaube, bei uns ist es so mittelmäßig, weil unser Großer ist ja schon vier. Das heißt, der kann auch schon mitmachen und anpacken. Ich glaube, das ist das Schlimme, sind quasi diese berühmten zwei unter zwei, wie man so schön sagt. Und da habe ich einen Bekannten getroffen vor ein paar Wochen. Der hat gerade zwei unter zwei. Alter, sah der fertig aus. Er sah einfach nur fertig aus. Und ich meine, es sind so gestandene Unternehmer, die ich seit zehn Jahren kenne, die man halt sieht in ärgsten Pivot-Situationen und wenn irgendwas nicht klappt oder in Bühnensituationen, wie sie tiefenentspannt sind. Und dann siehst die Leute halt richtig fertig und denkst dir, ja. Challenge. Ja, eh. Aber ich meine, ich bin gespannt. Also ich glaube, das wird cool. Und ich glaube, so ein Mädchen wird auch cool. Und meine Frau ist ja Latina und hat sowieso sehr viel Temperament. Und ich bin gespannt, so eine zweite, zumindest Halblatina mit viel Temperament zu Hause zu haben, weil unser Sohn hat auch Temperament hat. Ja, ich hab's die. Ja, ja, ich hab's die eh vergessen. Wahnsinn. Ja, wir haben alle Energien. Also bei uns gibt es, es ist, glaube ich, sehr viel Emotionen in beide Richtungen, was ja auch cool ist, es ist halt, es sind halt ehrliche Emotionen. Fahrt wird nix. Na. Und ja, am Wochenende war geil, weil unser Sohn hat, wie das halt so ist, ein neues Fahrrad unter anderem bekommen. Das ist jetzt das vierte WUM-Fahrrad, das er bekommt. Also das ist 1, 1 plus, 2 und jetzt Nummer 3. Und er wollte dann mit mir laufen gehen und Fahrrad fahren. Und der junge Mann hat wirklich 10 Kilometer mitgemacht und er war nicht fertig zu kriegen. Und nach 10 Kilometern war er so langsam kaputt. Ich auch, aber ich habe mir gedacht, ich gebe nicht auf. Ich zeige ihm, dass Daddy auch noch fit ist. Das war ein Stück Arbeit. Das war ein Stück Arbeit. Und das nächste Boomrad hat ja dann Gänge und dann ist glaube ich vorbei. Also dann kann Eliot Kipschoge noch mithalten, aber dann mit Gangschaltung ist ja echt schon gemein. Weißt du will?

Markus

Naja, ist ja ein Anspruch oder ein Ansporn für dich, dass du dann auch dementsprechend schneller mit ihm mitlaufen kannst, auch wenn er Gangschaltung hat.

Daniel

Ich habe mich ja für ein Marathon nächstes Jahr angemeldet. Also insofern ist es. Es kommt auf früher als ich will. Du wirst heute Morgen ausprobiert, dann ist er halt sechs Minuten im Kilometer gefahren, was gar nicht mal so schlecht ist. Ich laufe normal meine 5, 5, 25, aber in der Früh mit Gepäck reicht das eigentlich auch schon. Aber ja, nee. Was hat sich sonst so bei dir getan, seitdem wir uns das letzte Mal gehört haben?

Markus

Boah, letzte Woche war ich in Prag, da hat man ja die YouTube-Zuseher haben so einen Background gesehen, dass ich da aus einem Hotelzimmer aufgenommen habe.

Daniel

Ja.

Markus

Da haben wir auf europäischer Ebene, ich bin ja in einem Advisory Report auch für die EU-Kommission und da haben wir über europäisches oder unternehmerisches Mindset in Europa gesprochen und was man da tun könnte, um das zu verbessern.

Daniel

Und? Was kann man tun?

Markus

Ja, natürlich der Anspruch, dass man so Projekte wie die Entrepreneurship-Woche auf europäischer Ebene umsetzt. Es ist schon in Prag oder in Tschechien ist es schon passiert. Die machen jetzt das Gleiche in Tschechien. Gibt es dann in den Call auch mit einem deutschen Kollegen, der daran interessiert ist, das dort umzusetzen. Aber am einfachsten wäre es natürlich, wenn da von der EU-Ebene eine Initiative kommt, wo das vielleicht auch gefördert wird oder in irgendeiner Form halt ein Blueprint ausgegeben wird, um das dann wirklich zu skalieren. Gar nicht mal so schlecht, oder? Nein, schauen wir mal. Aktuell nur eine Idee. Also außer in Tschechien wird es tatsächlich schon umgesetzt. Geil. Das ist doch was. Da kann man ja ein bisschen stolz drauf sein, oder? Genau, auf jeden Fall. Also ich glaube, es ist schon cool, dass da jetzt auch tausende von Kinder, jetzt müssen wir mal in Österreich und Tschechien, einmal ausprobieren können, was eigenes umzusetzen, ein eigenes Projekt zu starten. Ich glaube, das ist eine, kann wirklich eine lebensverändernde Erfahrung sein, wenn man irgendwie das Gefühl hat, man wird zum Passagier, zum Piloten und im eigenen Leben. Und da sind wir natürlich sehr stolz drauf.

Daniel

Das hätte ich gerne mal in der Schule gehabt. Bist du wahnsinnig. Das wäre.

Markus

Ja, ich auch.

Daniel

Weil das Lustige ist manchmal, wenn ich mich an die Schulzeit zurückerinnere und ich hatte ja unbedingt mein 25-Jähriger Maturo-Jubiläum, da hatte ich das Gefühl, dass die Dinge, die mich interessieren, so unerreichbar weit weg sind und die Inhalte so nicht meins sind und irgendwie alles, was mich interessiert hat, hatte nichts mit dem zu tun, was wir gemacht haben. Und ich denke mir manchmal, viele der Interessen, die ich damals hatte, waren einfach unbewusst vorgelagert zu unternehmerischen Denken und diesem Pioniergeist. Schlichtweg, weil ich einfach nicht gewusst habe, was das so ist. Weißt du, wie ich das meine? Und also so eine Entrepreneurship-Woche gehabt zu haben damals, das wäre schon echt ein krasser Game Changer. Und das ist, das ist schon. Das ist schon richtig gut, das muss ich sagen. Also das ist. Ja, ja, I like. Hast du eigentlich auch die News gesehen von den ganzen deutschen Automobilherstellern letzte Woche?

Markus

Nein, oder um welche News geht's?

Daniel

Die alle irgendwie so jetzt ganz, ganz klein laut sagen, dass das Thema Elektro vielleicht doch nicht geklappt hat und dass sie das jetzt ad acta legen. Vor mir ist so, nein, wirklich. Wollen die Konsumenten das doch nicht? Habt ihr das doch nicht so ganz ausgereift, ihr Honks? Ferrari kommt drauf, dass das neue Modell, das neue Elektroauto, das sie 2028 geplant haben, hat eine Nachfrage von null von den Kunden. Tatsächlich null. Und dann haben sie entschieden, vielleicht brauchen wir es doch nicht. AMG von Mercedes ist drauf gekommen, dass man kauft AMGs, weil sie halt knallen, ballern und quer gehen und nicht, weil sie den Spirit of Movement verkörpern. Ja, und auch nicht Vierzylinder, sondern sie bauen wieder Achtzylinder. Jaguar, das ja gewokt wurde auf letztes Jahr, du erinnerst dich an das lustige Ding. Weißt du, wie viele Autos Jaguar seit letztem Jahr verkauft hat? Global. Mit diesem neuen Woke-Ding. Nein. Ja, richtig. 87. Global, scheinbar irgendwie ist die Zahl so. 87 oder 93, glaube ich, im zweistelligen Bereich. Bestimmt das wirklich oder ist das wohl?

Markus

Da würde ich einen Sanity-Check machen bei der Zahl. Ja, ja, ja. Weil die werden ja schon längst kaputt. Also das gibt es ja nicht mehr, wenn das wirklich die Anzahl der verkauften Autos wäre.

Daniel

Sind nicht finanzierbar. Das ist Jaguar Sales Callab 97%.

Markus

Okay.

Daniel

Ist trotzdem. Und die Zahl ist im Zweistelligen. Ja, ja, ja. Also es ist wirklich, wirklich krass.

Markus

Ja, und dann gleichzeitig Counterpoint in China. Die chinesischen Autohersteller räumen alles gerade global weg.

Daniel

Aber hier ist the point, genau, sie machen das und sie machen das aber auch auf einer Kostenebene. Sie bieten voll ausgestattete Autos an, komplett subventioniert und aber auch das, und das ist das Hauptthema, die chinesische Wirtschaft ist perfekt auch vorbereitet auf die Elektrifizierung. Und ich bin ja nicht per se gegen Elektro an sich, sondern ich bin dagegen, dass man das macht, wenn man halt nicht den Strom hat, den man dafür braucht. Und wenn man sich anschaut, same thing with AI, China produziert Strom ohne Ende, China investiert in Strom ohne Ende. Und wenn wir Europa elektrifizieren wollen und zum AI-Champion bauen wollen, was ich ja beides richtig geil finde, brauchst du halt Strom. So wie wenn du den Haufen Gewehre kaufst und sagst, super, wir bauen die Superarmee, aber halt keine Munition kaufst.

Markus

Ja, klar. Also wenn du, besonders wenn du halt zu Ende denkst, was künstliche Intelligenz und Roboter einfach durch Automatisierung machen mit der Welt. Also wenn man wirklich sagt, okay, es werden alle klassischen Jobs, die es aktuell gibt, von künstlicher Intelligenz von Robotern übernommen werden, dann zählt für ein Land eigentlich nur mal zwei Dinge. Das sind Energie und gewisse Rohstoffe. Das sollten Erden und so weiter. Und das ist natürlich etwas, wo Europa sich ein bisschen anschnallen muss oder ein bisschen viel anschnallen muss, weil wir jetzt eigentlich zwei oder mehrere Akteure rund um uns herum haben. Amerika, in Richtung Grönland und so weiter. Wir haben Russland, wir haben China, die alle auch noch wieder schon in einer sehr starken Position sind, aber gerade probieren noch mehr, sich zu sichern an billiger Energie, an Landmasse, die Rohstoffe hergibt. China ist ja viel auch in Afrika da quasi mit Kooperationen unterwegs. Und das haben wir, glaube ich, noch nicht so richtig realisiert. Ich muss kurz schon recht. Also es ist natürlich auch ein Grund, warum die Elektromobilität bei den klassisch deutschen Herstellern nicht funktioniert, ist einerseits, dass halt wie immer eine bestehende Organisation zu drehen von einer Kerntechnologie zu einer anderen ist hood ab, wenn man das schafft, aber es ist unglaublich schwierig, jetzt einfach auch, weil die Egos in der Organisation, das ganze Fachwissen, das ist halt alles auf klassisch Engineering Talent, was eher auf Verbrennermotoren, da ist auch technologisch, waren wir halt wirklich führend. Und da jetzt quasi so eine Organisation umzudrehen, zu sagen, okay, wir müssen jetzt führend werden in der Elektromobilität, ist super schwierig. Was haben wir eh schon oft diskutiert, was wir halt nicht geschafft haben in Europa, ist, dass da neue Player entstehen, die halt mit einer anderen DNA reinkommen.

Daniel

RIMAC. RIMAC darfst du nicht vergessen, RIMACs, die haben das halt alles richtig gemacht, die sind auch ein globaler Führer geworden, aber im Hyper-Speccar-Bereich, die natürlich dann auch Bugatti übernommen haben. Das ist herausragend. Der baut das Ding aber top-down und baut Technologien dann, die in zig verschiedenen Herstellern inkludiert werden. Der Mann ist aber auch smart, der ist ja irgendwie Anfang 30 und einer der herausragendsten Unternehmer unserer Zeit und für mich einer der großartigsten Europäer unserer Zeit. Aber die anderen, die machen das halt. Ich glaube, das wird so in die Annalen sozusagen der Entrepreneurship-Annalen eingehen, wie man eben nicht ein Unternehmen pivotiert und wie man nicht an Unternehmen kulturell verändert.

Markus

Und das ist realistisch, jetzt einen VW-Konzern auf Elektromobilität zu drehen. Nein, weißt du was. Natürlich ist ja auch die Vision dahinter von dies damals und so, das fand ich ja alles löblich, aber es ist trotzdem von Anfang an unfassbar schwierig, so einen riesen Tanker zu drehen. Deswegen, ich brauche es halt Startups.

Daniel

Ich habe eine ganz, ganz, ganz, ich nehme mich mal ganz weit aus dem Fenster mit einer Theorie. Ich bin neugierig, was du davon hältst. Ein kurzer Nachsatz, ich habe jetzt nebenbei so ein bisschen gegoogelt. Also Jaguar hat zum Beispiel im April in ganz Europa 49 Autos verkauft. Im Gegensatz zu 1961, die sie im April des Vorjahres verkauft haben.

Markus

Also meine Zahl war. Was meines Erachtens beides nicht, also keine der beiden Zahlen ist in irgendeiner Form überlebensfähig für einen Autobower.

Daniel

Ich meine 1961 Jaguar ist natürlich ein Premium-Hersteller, kann man darüber diskutieren, denen ging es aber auch nicht super. Aber innerhalb von einem Jahr von knapp 2000 Autos auf 50 runterzugehen. Und das ist so ein bisschen das Gefühl, das ich habe. Und ich lehne mich mal mit einer These aus dem Fenster und ich meine sie vollkommen nicht wert. Ich bin gespannt, was du davon hältst. Und ich bin auch gespannt, falls irgendjemand von euch, die da hören, eine Meinung dazu haben. Aber ich finde, man muss auch immer gewagte Thesen machen. Ich habe nämlich das Gefühl, dass die Transition dieser Unternehmen keine technologische Transition war, sondern in vielen Fällen eine ideologische Transition. Und diese ideologische Transition wurde von den wenigsten getragen, aber von den meisten irgendwo so zähneknirschend mitgenommen. Jaguar ist da so ein schönes Beispiel. Diese Transition ist für mich so, wenn du ein Unternehmen technologisch transformierst oder sagen wir mal, kulturell transformierst mit einem Sinn dahinter, dann funktioniert das, wenn du es ideologisch transformierst und viele technische Fragen dann aber übergehst, dann werden sehr viele von denen, die es mittragen müssen, sich denken, ja, eh, aber noch. Und dann werden aber auch viele Dinge nicht zu Ende gedacht. Und es fehlt einfach den Produkten an am Ende des Tages an dem größten Kern. Und das ist Leidenschaft. Und das spürst du, das spürst du so fundamental bei den Produkten. Das ist so ein bisschen so mein Gefühl, wenn ich mir das so anschaue.

Markus

Es ist auch nahelegend einfach, wie gesagt, wenn du dir die großen europäischen Autobauer anschaust, ist die halt erfolgreich geworden durch Engineering Talent, weil sie die besten Verbrennermotoren gebaut haben und da auch einfach bis zum letzten technologischen Spitzel das ausgepresst haben, was möglich ist. Und das ging ja dann bis zu dem Abgasskandal und so weiter, wo das halt dann schon einfach zu weit gegangen ist, mit die halt, weil der Druck da war, es muss noch besser werden und das ging halt nicht mehr. Und jetzt sind wir halt einfach technologisch an einen Punkt angekommen, wo meines Erachtens in der Masse halt eigentlich der Sprung auf die nächste Technologie kommt. Und das ist die Elektromobilität. Und wir haben es halt nicht geschafft, dass da neue Unternehmen nachkommen, die, wie du richtig sagst, mit der notwendigen Leidenschaft, mit den notwendigen strategischen Denken, auch im Hinblick, was braucht es da für eine Infrastruktur, was braucht es als Kernelemente, um Stichwort Energie, um so ein Ökosystem auch zum Funktionieren zu bringen. Und stattdessen haben die Bestehenden halt auch durch ideologischen Druck probiert sich zu drehen, haben aber da überhaupt auch intern nicht das Becken dafür bekommen. Und die Realität ist halt, dass deshalb jetzt ein Grundpfeiler der europäischen Wirtschaft, weil die Autoindustrie war das halt nun mal, einfach am Abgrund steht. Und ja, wir ständig aus China halt hören, was da für neue technologische Sprünge gemacht worden sind, wo jetzt dann bald über 1000 Kilometer Reichweite erreicht werden soll. Mal schauen, ob es tatsächlich kommt, aber wo halt einfach, das sieht man halt auch, wenn man sich Gebrauchtwagenpreise anschaut, das ist ja vielleicht auch ein Schwachpunkt aktuell noch der Elektroautos, dass die technologischen Sprünge so groß sind, dass die Autos von vor fünf Jahren noch ganz schwer zu verkaufen sind, weil halt mittlerweile schon so viel weiter ist. Es ist noch in einer viel dynamischeren Phase. Und das haben wir halt leider verpasst. Was wir auch verpasst haben, ist zu überlegen, was wie kann man dieses Energieproblem auch neuartig lösen. Auch da wieder effektiv sind es die Chinesen, die da mit neuen Modellen herkommen. Da gibt es jetzt, wo der letzte, also ist in Großbritannien, aber halt von BYT sehr stark mitgetragen, gibt es ein Unternehmen, das jetzt ein Auto-Abo quasi anbietet für 300 Pfund im Monat und wo du eigentlich gratis die Energie bekommst, weil, warum? Weil das Auto hier als Batterie auch für das Stromnetz agiert. Das heißt, du kannst in gewissen Zeiten, wo Strom billig verfügbar ist, kannst du gratis laden. Und dafür ist halt die Idee, dass dann, wenn gerade Energie gebraucht wird, das Auto aber halt auch wieder entladen wird. Und so kannst du halt einige hundert bis einige tausend Pfund im Jahr sparen an Energiekosten, weil das Auto nicht nur als Fortbewegungsmittel genutzt wird, sondern als Batterie, um halt grundsätzlich die Challenges der Energiewende zu schaffen. Und genau solches Denken, systemisch, unternehmerisch, es hat auch bisher gefehlt.

Daniel

Sehr spannend, sehr spannend. Noch ein Gedanke, den ich habe, ist natürlich, Thema Elektro, Thema seltene Erden, was China natürlich dort macht auf dem afrikanischen Kontinent, ist so dermaßen rücksichtslos und so dermaßen menschenverachtend, was ihnen aber auch einen enormen Vorsprung liefert und natürlich auch enorme, enorme, enorme enorm großen Prozentsatz des Kuchens gibt, was seltene Erden betrifft. Was wir natürlich aus Europa zum Glück so nicht machen, aber was ein essentieller Teil ist, wenn es um Batterien und Co. geht. Und ja, klar, sind sie so gut positioniert.

Markus

Ich meine, es ist natürlich auch ein anderes Wirtschaftssystem. Es gibt dort eine Industriestrategie, die zentral geplant ist und man muss es auch einfach sagen, halt ist strategisch gut durchdacht, rücksichtslos, imperialistisch teilweise. Man sieht jetzt aus Amerika ähnliche Tendenzen kommend, wo auch einige Unternehmergrößen sich halt hinter einen diktatorisch geprägten Präsidenten stellen, sicher auch mit der Überzeugung, dass es wahrscheinlich laut ihnen es aktuell sowas braucht, um mit China mithalten zu können. Ich glaube trotzdem in meiner persönlichen Wahrnehmung, dass so etwas schon auch in einem demokratischen Umfeld passieren kann und funktionieren kann. Es bräuchte daher halt, wie gesagt, mehr unternehmerische Vision, mehr Leute, mehr kluge Leute, die das auch als ihre Verantwortung sehen, sowas zu treiben. Und natürlich muss man die Politik dann mitnehmen, aber die Politik, besonders in Europa, ist halt, sind keine Leader, das sind Follower. Und es braucht das Leadership von der unternehmerischen Seite. Und das gibt es leider zu wenig. Und da sitzen wir halt auf den Lorbeeren der letzten Jahrzehnte. Die Leute, die halt in den großen Unternehmen in den Vorständen sitzen, das sind Manager, keine Unternehmer. Und genau das merkst du einfach.

Daniel

Naja, und dass man es probiert, jedem recht zu machen und irgendwo anzuecken. Weißt du, und ich glaube, das ist auch so ein Thema. Du kannst halt auch nur solche Sachen machen, wenn du auch bereit bist, ein bisschen anzuecken und den einen oder anderen mal ein bisschen zu ärgern. Und wir sind natürlich auch in einer Kultur, wenn man probiert, es jedem irgendwie recht zu machen und auch nicht anzuecken und auch nicht ans auf die Nase zu kriegen. Und das ist wir brauchen wieder ein bisschen mehr Ecken und Kanten. Das ist das, was mir so ein bisschen fehlt. Und das ist das, was glaube ich auch viele Innovatoren immer so ausgemacht hat, dass man auch Lust hatte, ein bisschen anzuecken und auch Lust hatte, ein bisschen den Konflikt zu suchen. Und da gibt es welche, aber die gibt es nicht genug. Hast du den Flix-Zug eigentlich mitbekommen? Dass da die Flixbus-Jungs da ordentlich investiert haben. Finde ich überaus spannend. Überaus spannend.

Markus

Die Deutsche Bahn hat mittlerweile einen Abschlusskatastrophal.

Daniel

Ja, ja, ja.

Markus

Super. Da private Konkurrenz ist, schadet sich ja nicht.

Daniel

Das meine ich nur, weil sowas braucht man und man braucht auch Leute, die wirklich Bock haben, auf die Platzhirsche loszugehen, die auch kapitalschwere Dinge nehmen und die aber auch einfach auch einfach Ecken und Kanten haben und wollen.

Markus

Ja, gebe ich dir vollkommen recht. Und das Problem ist, dass unser System grundlegend schon im Bildungssystem, aber auch im, dann wie halt unser Wirtschaftssystem gestrickt ist, so etwas in keinster Weise fördert. Also wir haben in Europa eine grundlegende Wirtschaftsstruktur, die enorm darauf ausgelegt ist, bestehende Marktteilnehmer zu schützen, es so schwierig wie möglich zu machen, Unternehmerisch stetig zu werden. Also das ist ganz stark protektionistisch, auch innen, also quasi nicht nur nach außen protektionistisch, sondern auch innerhalb des Wirtschaftsraums protektionistisch getrieben. Und genau dieses Mindset, das ist der große politische Fehler, dass man sich darauf einlassen hat. Unter dem Deckmantel von Schutz der Arbeitnehmer und so weiter ist dann halt in der Interessensvertretung, im Interessenausgleich zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern am Ende unglaubliche Barrieren aufgebaut worden für echten Wettbewerb und echte Disruption aus den eigenen Reihen auch.

Daniel

Und da bin ich sehr, man sollte in der Schule auch nicht jedem lappen eine Medaille kriegen, nur weil sie 13. werden im Hürdenlauf.

Markus

Das ist dein Lieblingsdemann.

Daniel

Ja, nein, hast du halt versagt, bis 13. Holl doch, holl doch, holl doch leise. Weißt du, ich meine, man muss den Kids das auch mitgeben, dass sie Bock haben zu gewinnen und dass man gewinnt, wenn man sich anstrengt. Und das finde ich etwas, das kannst die Kids nicht früh genug mitgeben. Ich meine, du kennst es doch auch vom Fußball, oder? Ich meine, es gibt halt die, die Tore schießen und es gibt halt die Digital.

Markus

Es gibt schon auch ein gesundes Mittel, finde ich. Also ich finde, das ist immer so ein, es gibt halt die, die hyper ehrgeizig und wo die Eltern am Spielfeld dran stehen und den Kindern gegenseitig sagen, sie sollen sich die Beine brechen. Nein, so meine ich das nicht. Aber ich meine, es gibt das Gegenteil, wo ich dir recht gebe, wo halt nur rumgewurschtelt wird dann überhaupt kein Ehrgeiz und überhaupt keine Zielstrebigste heißt und ich glaube, es braucht halt, wie so oft bei fast allen Dingen, die gesunde Balance. Und da wirst du beide Extreme finden. Und ich gebe dir schon recht, es gab in den letzten Jahren, Jahrzehnten sicher eine Tendenz zu, Leistung zählt gar nichts mehr.

Daniel

Aber weißt du, genau das meine ich, ich meine jetzt nicht so diese Schlittschuheltern, die sagen, die Kinder weinen und wollen nicht. Man sagt, doch, mach weiter und du musst und sonst gibt es kein Abendessen, nicht sowas, um Gottes Willen. Aber dass man einfach diesen inhärenten Leistungswillen, den Kinder ja haben, fördert und fordert. Und dass man aber auch ganz klar sagt, schau mal, das kommt aber auch nur, wenn du Gas gibst. Und zum Beispiel, mein Sohn liebt es, um die Wette zu laufen mit anderen und er will da schnell zu sein. Und das finde ich ja auch geil. Und dann aber auch zu sagen, klar, super, mach das und go for it. Ja, das muss sein. Willst du über was anderes reden? Ich sehe schon, wie du deine nervös durch die Themen wusst.

Markus

Man muss jetzt sagen, ich habe hier zwei, vier, sechs, sieben Themen vorbereitet. Wir haben bei einem dieser Themen jetzt einmal leicht eingekratzt. Wir stehen bei 27 Minuten.

Daniel

Ja, wir sind ja aber auch nicht die Nachrichten, wir sind ein Podcast. Ja, ich weiß. Also wer will, kann hier auch Zeit im Bild sehen. Das schaut ja keiner mehr, aber trotzdem. Luiz hat im Bild hat gar nicht so schlechte Seherzahlen.

Markus

Aber das sind die ältere andere Thema. Komm schon. Eine Schlagzeile, die mich wirklich sehr überrascht hat, ist, dass Grammarly Super Superhuman gekauft hat. Wenn sich eine Ding, was sagt mir beides nichts? Grammarly ist dieser Schreibgehilfe, den man installieren kann, wo der halt dann Rechtschreibprüfung macht und Vorschläge gibt, wie man etwas besser formuliert. Geht schon ziemlich lang. Für mich irgendwie so ein Ding, gefühlt habe ich das vor acht Jahren mal genutzt und seitdem nicht mehr wirklich, aber bei einem geht es, wird man scheinbar doch recht gut. Und Superhuman ist so der Premium-E-Mail-Anbieter, den halt die ganzen Silicon Valley Insider zahlen 40 Dollar pro Monat, damit sie halt dieses superschnelle AI-gestützte E-Mail-Programm haben. Viele auch Startups, VCs und sehr gehyptes Unternehmen. Also in meiner Wahrnehmung war jetzt zum Beispiel Superhuman aktuell viel heißer unterwegs als Grammarly. Aber Grammary hat schon davor Coda gekauft. Coda ist ein wahrscheinlich der bekannteste Konkurrent für Notion. Also ein Suite, Office-Suite quasi für Unternehmen, wo sie halt irgendwie von Tabellen über Textdokumente alles auf einer Plattform haben können. Also auch eine Konkurrent zu Google Docs, wenn man so will. Und die bauen jetzt halt scheinbar irgendwie so als Gruppe gemeinsam eine Office-Suite AI First. Und das ist nämlich auch der spannende Punkt mit Grammarly. Grammary ist halt AI native. Es war von Anfang an AI getrieben auch mit den Ideen, wie man besser schreiben kann. Und die bauen halt jetzt sich ein Ökosystem rum, um diese Office-Suite zu bauen, weil das haben wir schon, als Notion das E-Mail gelauncht hat vor ein paar Monaten und war schon so klar. Was jetzt alle kapieren, es wird halt, wie wir zusammenarbeiten, wird sich komplett verändern dadurch, wie gut AI mittlerweile ist. Und das muss halt ganz zentral in deiner Office-Suite sitzen. Und aus Notion Perspektive hat es vollkommen Sinn gemacht. Aus Grammarly-Perspektive finde ich es bemerkenswert, wie die aus einem sehr nischischen Produkt jetzt durch ME-Aktivitäten, sehr ambitionierte M ⁇ A-Aktivitäten, also das geht schon um Milliarden-Einkäufe auch, probieren auch in diesem Space zu competen und da auch durchaus das eigene Ego vielleicht hinten ran stehen. Also zum Beispiel nach dem Coda-Verkauf oder Coda-Kauf ist der CEO von Kodak, CEO von Grammarly geworden. Also da tut sich gerade sehr viel und auch spannend zu sehen, wer dann halt wirklich eine dominante Position einnimmt. Google ist natürlich sowieso in der Pole Position. Notion macht große Schritte in die Richtung. Jetzt haben wir noch einen dritten Player, der da unterwegs ist. Ich bin gespannt, was mit Airtable passiert, ob Airtable da auch irgendwo verkauft oder andockt. Es ist jetzt einfach das Zeitalter für AI First. Und da bin ich gespannt, wer am schnellsten ist. Was glaubst du denn, du ist das Endgame von diesen Dingen? Das Endgame ist einfach, dieses Tool weiß halt dann alles, was in deiner Firma abgeht. Und er kennt auch die ganzen Zusammenhänge, das weiß, was du in deiner Inbox passiert, das weiß, was in deinen Dokumenten passiert. Das heißt, du hast dann einfach ein kollektives Brain der Company. Und das kannst du einfach fragen. Also wenn du irgendetwas brauchst, dann dort, dass du ewig lang suchen musst oder wahrscheinlich bevor du irgendetwas, eine Präsentation baust oder irgendeinen Text aufsetzt, das macht alles DEI für dich. Das ist, glaube ich, ist das Endgame. Also es ist so der ultimative Assistent für alle. Und wenn du das mit den richtigen Daten anreichest, dann ist das auch nicht mehr so weit entfernt, glaube ich.

Daniel

Ich bin halt, ich kann das halt immer noch nicht so ganz greifen, das Endgame. Weißt du, was ich meine? Also ich, ja, das verstehe ich alles. Ich habe da irgendwo eine Zahl gesehen, ich muss mal schauen, wo die ist, genau. The Salesforce CEO, Mark Bennyoff, sagt, AI is doing 30 to 50% of the work at Salesforce now. So, now. Zitat wird jetzt zeigen wir mal einen Monat alt sein. Das heißt, wenn du das Ganze natürlich nur nochmal sagen, wir zwei Jahre nach vorne schraubst, muss das ja eigentlich bedeuten, weil wenn du da alles, alles in deine AI wirfst, dann stelle ich mir das so ein bisschen vor wie das wird jetzt falsch sein. Aber du kennst doch diese riesigen Supertanker und diese riesigen, riesigen, riesigen, riesigen Frachtschiffe. They have teilweise eine Besatzung von 10, 12 Leuten. Und das war's. Und früher war da irgendwie das 15-fache drauf oder 20-fache drauf. Worauf ich aber is, was das mit Workforce machen wird in den nächsten zwei, drei, vier Jahren, aber auch mit Downstream dir anschaust, das bedeutet, was es mit den Universitäten machen wird, was es mit den Schulsystemen machen wird. Natürlich kann man sagen, das wird viel tun, aber wenn du mal wirklich überlegst, was wird das mit unserer Gesellschaft machen, wir sagen wir fünf Jahre nach vorne oder zehn Jahre nach vorne, boah, dann ist das schon spannend. Es ist natürlich auch die Zeit, wo man jetzt die geilen Companies bauen kann, die in fünf Jahren dann am Start sind, aber so auf einer großen Skala. Zu sagen, wenn du sagst zum Beispiel, nehmen wir mal Salesforce zum Beispiel. Da werden so viele Leute sein, die klassische BWLer sind, die MBAs gemacht haben, die gut in den Schulen waren, aber auch die Bachelors werden dort sein und nur noch, na Blue Collar, nicht so viel bei Salesforce, aber typisch BWL-Absolventen. Und wenn du dann sagen wirst, ja gut, wahrscheinlich in drei, vier Jahren braucht man diese ganzen Kohorten eigentlich gar nicht mehr, die dorthin gegangen wären. Und die ganzen McKinseys und die ganzen Big Fours brauchen das auch alle nicht mehr. Und die ganzen großen Corporates, wo die alle hingegangen wären, eigentlich auch nicht mehr. Ja, was machen wir denn da?

Markus

Ja, das Problem kommt hundertprozentig. Es ist jetzt schon, es gibt gerade eine Studie, dass 32% weniger Jobs für Einsteiger sind als noch vor dem Launch von ChatGPT. Also das passiert aktuell schon insbesondere in den Einsteiger-Korten, einfach total totaler Unbruch ist. Wie du richtig sagst, das ganze Bildungssystem müsste man eigentlich ganz anders auslegen. Wir sind immer noch getrieben von einem System, wo Menschen als bürokratische Tools genutzt worden sind. Man nennt das Fall-Issed Economy, was eigentlich das alte Ford-Modell ist, wo halt man den ganzen Prozess, die ganzen Prozesse in Unternehmen möglichst kleine Arbeitsschritte aufteilt und Menschen dann halt gewisse Arbeitsschritte übernehmen und gewisse Rollen einnehmen. Und das ist am Ende. Diese Ökonomie ist am Ende. Und es gibt jetzt eine neue Ökonomie, wo andere Fähigkeiten gefragt werden sind, andere Persönlichkeiten gefragt werden. Und ich glaube, gewisse Punkte werden weiter. Es wird weiter auch, wenn du machst eine Universität ja nicht nur für die tatsächlichen Skills, die du dort lernst, das sind ja auch das Netzwerk, es ist das Credential, was damit kommt. Das wird bleiben. Aber ja, Menschen werden ganz andere Rollen in Unternehmen einnehmen und meines Erachtens eben deutlich unternehmerische Rollen als davor.

Daniel

Ja, ich bin gespannt, was unsere Söhne und Töchter dann machen werden, aber ich habe da so eine These. Wir diskutieren seit Jahren darüber, wie viele Sachen so unendlich festgefahren sind, die wir auch gar nicht loswerden und Systeme und Strukturen und was man alles umbauen müsste und den Staatsapparat und Beamtentum, bla bla bla. Wenn das alles sich so dramatisch verändert in so kurzer Zeit, dann wird es auch genau das die Veränderung bringen, die notwendig sind. Und das ist es. Das ist genau das, was man braucht. Das ist vielleicht auch dieser externe, vielleicht dieser Black Swan ist der falsche Ausdruck, aber du wirst nicht mehr einen Staatsapparatus in der Größe brauchen. Du wirst nicht mehr diese festgefahrenen Strukturen haben. Du brauchst wahrscheinlich auch nicht einmal mehr eine Armee von Notaren haben, äh, Notaren haben, benötigen werden, wenn so viel verändert wird. Und es wird ein paar unangenehme Jahre geben und da vielleicht danach ein paar gute Jahre des Wachstums. Könnte ich mir vorstellen.

Markus

Ja, die Phase der Veränderung wird halt brutal hart und nicht schön und ja, davor habe ich gehörigen Respekt. Und das ist auch der Grund, warum jetzt alle gerade so aufgekratzt und panisch sind, glaube ich. Jetzt nämlich auch zum Beispiel, warum ein Mark Zuckerberg 100 Millionen Dollar-Pony zahlt, um gewisse Open AI-Mitarbeiter wegzuholen in Richtung Meta. Also da haben schon, glaube ich, alle das Gefühl, jetzt zählt es, jetzt passiert es, jetzt. Mal schauen, ob das dann auch tatsächlich so eintritt, aber du hast vollkommen recht, irgendwann wird halt das System so zusammenbrechen, wie es aktuell ist. Und dann ist es halt deutlich schmerzhafter, als wenn man es probiert hätte, zumindest früh genug zu adaptieren. Aber ja, it will hurt.

Daniel

Aber wenn wir es darauf vorbereiten, ist es vielleicht für einige von uns okay. Na, das waren ja schöne Aussichten. Nächste Woche haben wir sicher wieder bessere News, aber es ist ja auch ein spannendes Thema, es frühzeitig zu diskutieren. Weil wenn man den Eisberg früh sieht, dann kann man den auch noch früh umsteuern. Man darf sich halt nur nicht für unsinkbar halten, weil dann passieren komische Dinge. In dem Sinne, wir wünschen euch eine schöne Woche. Take care, stay safe und bis zum nächsten Mal.

unknown

Bye bye.