Future Weekly
Die zwei Startup Veteranen Daniel Cronin und Markus Raunig sprechen mit jeder Menge Humor über Technologie, Unternehmertum und die Zukunft. Jeden Donnerstag analysieren sie die interessantesten News der Woche und küren Rockstars, die die Welt von morgen prägen. Jeden Sonntag begrüßen sie im Deep Dive visionäre Gäste für einen Blick hinter die Kulissen aktueller Trends und formulieren gemeinsam Moonshots & Predictions. Ein Podcast der verschiedene Welten verknüpft und mit mutigen Thesen inspiriert.
Future Weekly
#449 - Social Media Verbot, Kaufkraftparadies, Meta X Scale AI
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
🦚 Social Media Verbot für Kinder & Jugendliche?
🇦🇹 Österreich immer noch Kaufkraftparadies?
🦋 Facebook zahlt 15 Mrd für AI Datenlieferant
👏 Jetzt.at schafft 3.500 Gründungsmitglieder
🎸 Rockstar der Woche: Lisa Pallweber
Production: Hanna Moser
Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com
E wunderschönen guten Morgen, guten Mittag, guten Abend, gute Nacht oder auch wie auch immer und herzlich willkommen zu Future Weekly, dem Startup Podcast. Wie immer mit mir, Daniel und wie immer mit dem Markus. Tja. Und wir fangen an darüber, dass wir über Social Media Verbote reden und beide eigentlich eine klare Meinung haben. Skirt weg. So. Das kannst du auch schon wieder abschalten. Sorgt nur dafür, dass sich andere es auch anhören. Solltest du natürlich nicht machen, denn wir reden auch darüber, dass Österreich tatsächlich ein Kaufkraftparadies ist. Sagst du, ne, wenn ich mir mein Konto anschaue, ist es nicht so. Ja, ja, ja, ja, ja, aber hör zu. Facebook war im Übrigen auch einkaufen, hat 15 Milliarden ausgegeben für einen 24-Jährigen und jetzt AT scheitert an den 5000, schafft aber die 3.500 und das ist scheinbar auch gut. Müssen wir auch drüber reden. Und wir haben einen unglaublichen Rockstar der Woche, die es irgendwie schafft, die USA doch noch ein Quäntchen gut aussehen zu lassen. Aber auch nur ein Quäntchen. Das ist übrigens Disclaimer, wenn die irgendwie anfangen zu ballern oder so, dann müssen wir nochmal über die Aussage reden. Wir reden jetzt gerade zu einem Zeitpunkt, wo sie noch nicht geballert hat.
unknownSo.
DanielAuf los geht's los. Da lacht er schon. Gut. Und wir starten wie immer mit den News. Und ja, ist wieder so eine Woche vorbei und es ist wieder ganz schön viel passiert. Wir haben uns natürlich bestimmte Themen vorgenommen, über die wir reden wollen. Ich muss nur eine Sache ansprechen. Hast du dieses Video aus Beirut gesehen mit dem Saxophonspieler?
MarkusIch habe keine Ahnung, wovon du sprichst.
DanielOkay, also es gibt das Internet, da laden Leute Videos hoch und zeigen Dinge. Mal ging es um Katzenvideos und dann wurde es irgendwann immer unterhaltsamer. Und die sind so ein bisschen Ausdruck für mich der menschlichen Seele, was einen gerade so beschäftigt und nicht beschäftigt. Und hier gibt es ein Video, ich glaube es ist aus Beirut, im Libanon, wo es ist so eine sehr Porsche Lounge-Atmosphäre, ziemlich coole Lounge-Musik und dass so ein Typ, der noch live-Saxophon spielt und wirklich seine Seele aus dem Leib spielt. Und die Leute feiern so ein bisschen, also so die Nouveau-Risch, wenn man so möchte. Und im lauer Sommerabend und im Hintergrund gehen die Raketen aus dem Iran Richtung Israel und fliegen drüber hinweg wie ein pompöses Feuerwerk. Und die Leute filmen das. Und ich finde dieses Video einfach so krass, weil da sitzen halt die ein und lassen sich gut gehen. Wirklich, da essen da ihr teures Steak, haben einen Saxophonisten, der da wirklich für diesen Vibe sorgt, richtig hübsch, direkt am Meer. Und alle schauen sie in den Film, die Raketen, die da irgendwo hingehen, teilen das und es ist so das, was irgendwie auch alle sehen wollen. Es ist schon so ein komischer Ausdruck. Und auch so ein bisschen so, auch so ein Video, das sieht man das erste Mal, denkt sich, ja, ja, okay. Und dann sieht man es ein zweites Mal, dann denkt sich, okay, krass. Jetzt habe ich da schon zwei Tage drüber nachgedacht und es beschäftigt mich einfach, weil es, ähm, es ist, ich kann es gar nicht richtig in Worte packen, aber es zeigt halt die Art und Weise, wie auch mit Konflikt heutzutage umgegangen wird und auch dieses häppchenweise Konflikt. Und dann scrolle ich weiter und dann postet irgendeine Seite, ja, der Flight Tracker sagt, da sind 35 Tankerflugzeuge am Weg dorthin und sie tracken das. Und denkt sich, auch krass, okay, ja, auch krass. Und dann wird das da kommentiert. Und ich muss dann immer wieder an D-Day denken, die Landung der Alliierten in der Normandie. Wie das denn wäre mit moderner Social Media. Ganz merkwürdig.
MarkusJa, das ist leider halt wirklich der Effekt von Social Media schon, dass es auch die unschönen Seiten der Menschheit hervorbringt und halt auch einfach, weil es emotionalisiert, genau diese dann auch besonders vielen Menschen zugänglich macht. Was es macht, sowohl mit der Politik, aber halt auch mit Geopolitik und globalen Konflikten und globalen Beziehungen. Es ist eine Tribalisierung. Also es ist eigentlich das, was du halt aus dem Sport kennst, aus dem, wo Leute Fans von Mannschaften sind, wo diese die persönliche Identität dann halt auch irgendwie ein Teil dieses Gemeinsamen wird. Fanatismus, das hält, finde ich, Einzug in die zentralen Pfeiler auch in unserer Gesellschaft. Und das ist sehr gefährlich. Und das ist genau dieses Punkt, dass halt dann Leute jubeln und sich drüber freuen, wie halt, das ist genau die Entmenschlichung des Ganzen eigentlich, weil ein Krieg bedeutet halt immer, dass auch, oder fast immer, dass unschuldige Menschen auch sterben, die oftmals halt überhaupt nichts dafür können. Und am Ende gibt es andere, die dann jubeln, dass da Raketen geschossen werden oder eine Stadt brennt oder was auch immer. Also das ist etwas, wo Social Media uns, glaube ich, als Mensch halt nicht hilft gerade.
DanielJa, und ich glaube, es gibt da halt viel, was man verdauen muss. Die jubeln im Übrigen nicht, sondern es ist eher so ein, ach so, wie so ein pompöses Feuerwerk im Hintergrund. Weißt du, was ich meine bei so einer schönen Abendparty.
MarkusDie Sensationsgeilheit wahrscheinlich auch, oder? Aber es gibt sicher auch die Leute, die jubeln. Und die gibt es natürlich auch zu Hause auf Social Media auf beiden Seiten und auf allen Seiten. Es sind ja 10.000 Konflikte gleichzeitig. Es ist natürlich gleichzeitig auch mehr Transparenz im Sinne von, früher gab es halt dann Propaganda und es gab die Medien, die halt dann von den jeweiligen Kriegsparteien gesteuert wurden und man hat halt vieles auch nicht mitbekommen. Viele Gräueltaten auch nicht. Das ist aktuell sicher eher zugänglich, aber genau das schaukelt sich dann halt auch oft hoch. Und ja, also ich komme immer mehr grundsätzlich zur Erkenntnis. Oder zur Erkenntnis ist wahrscheinlich zu viel sagt, weil ich sehe sehr wohl auch die positiven Seiten von Social Media, aber es hat schon viel mit der Gesellschaft gemacht, dass es soziale Medien gibt und es hat auch viel Schlechtes mit der Gesellschaft getan.
DanielAlso ich, je mehr ich über dieses Thema diskutiere, je mehr ich auch bei Diskussionen dabei bin, ob als Speaker, ob Moderator oder auch nur Podcasts, die ich mir selber anhöre, ich finde ja, Social Media ist ja grundsätzlich was Feines, wenn es kuratiert ist und man auch ein bisschen alt genug ist, um das zu verstehen und vor allen Dingen auch zu verstehen, wie Bubbles entstehen, wie Echo Chambers entstehen und wer die Leute denn da sind, die da reden. Und das ist für mich halt, es führt zu einer ganz klaren Erkenntnis, dass du als Kind und als junger Mensch schlichtweg nicht dafür reif sein kannst. Und wenn wir zum Beispiel über den Iran reden und du siehst diese Radikalisierung, die man gerade ganz stark auch bei Jugendlichen sieht, das ist Social Media geschuldet. Das ist ein Riesenproblem in beide Richtungen. Und das ist etwas, wo man auch ganz klar sagen muss, da muss man einfach auch den Riegel vorsetzen und sagen, es gibt Dinge, die gehen und Dinge, die nicht gehen. Das ist bei jeder Innovation so. Und ich musste darüber nachdenken. Mein Großvater irischerseits hat mir erzählt, der ist Jahrgang, was ist denn der Jahrgang 31, glaube ich, als er seinen Führerschein gemacht hat in Irland, da gab es weder Geschwindigkeitsbegrenzung noch Alkoholbegrenzung. Du kannst einfach fahren, wie du wolltest. Und das ist auch absolut latten Stramm, weil das war halt so. Ich meine, Sicherheitsgurte gab es ja auch nicht. Und der Punkt ist der, das war halt dieser Umgang mit diesem neuen Thema und es haben noch wenige verwendet und dann sind die ersten Dinge passiert. Und dann muss man beginnen, das auch irgendwann einzuschränken. Weil das Thema ist, man stelle sich eine Welt vor, würde man noch immer keine Geschwindigkeitsbegrenzung haben und keine Alkoholbegrenzung, aber alle haben Autos, dann ist das natürlich, ja, ich sag mal, ein sehr anarchisches Umfeld. Wäre natürlich ein lustiges Video, wenn die alle rotzfett durch die Gegend fahren. Aber das ist nicht lange beibehaltbar. Und so ist das mit Social Media auch, dass man schlichtweg sagen muss, okay, da gibt es eine Altersgrenze und da gibt es auch Inhalte, die du schnell sehen und hören kannst, die vielleicht für das Bild, das du von der Menschheit hast, nicht richtig sind. Und das ist, glaube ich, auch die Art, wie du das andere Geschlecht wahrnimmst. Ich meine, gehen wir mal weg vom Regime im Iran. Tate-Brüder, schönes Beispiel. Stell dir vor, bis 13, 14, das erste Mal unglücklich verliebt. Sehr gut, das Beispiel. Und dann kommen da diese Vollhonks von den Tate-Brüdern und erklären dir ja da irgendein fürchterliches Weltbild von Frauen. Und dann kommt aber der Algorithmus, der sich denkt, boah, da schaut er sich lange an und geben dir, es gibt bestimmt einen Haufen andere Typen, die so ähnlich drauf sind und sagen, hier, Bruder, wenn du so bist, musst du so und so und so. Und dann glaubst du, diese Scheiße halt irgendwie wirklich. Same thing, 14-jähriges Mädel, zwölf-jähriges Mädel und du schaust irgendwelchen Influencerin zu, die 17 Filter drauf haben und du glaubst, du musst so aussehen und vergleichst dich mit einer KI, die eh nicht real ist. Holy F, natürlich ist da der Super-GAU vorprogrammiert und da ist Rotzbiss auf dem Autofahren eigentlich viel harmloser, weil das kannst du halt recht gut behandeln. Entweder du bist tot oder du hast halt schwere Knochenbrüche. Aber du kannst behandeln, aber diese emotionalen Schäden, die dort einfach systematisch entstehen, die musst du verbieten. Und das wird ein paar Leute geben, also ich glaube, ein paar sehr harte Monate geben, wo sie dann alle jaulen, alle jammern, alle absolut nichts zu tun haben. Aber anders. Es geht nicht anders. Zumindest meine Meinung.
MarkusAber was heißt, was würdest du machen? Du würdest Social Media grundsätzlich verbieten, oder?
DanielJa, stell dir vor, du machst es mit einer Altersfreigabe. Von mir aus, von mir aus ab 18, ich meine, ich würde es am liebsten, also zumindest für solche Plattformen betrifft, wäre eigentlich das Allergeilste, wenn du es verbieten könntest, kannst du natürlich nicht. Es ist ja zutiefst menschlich, sich zu vergleichen. Aber wenn du etwas schwerer zugänglich machst und wenn du etwas schwerer zugänglich machst, dann ist es ja auch okay. Und wenn du sagst, du hast es ab 18 oder du hast es, ich weiß nicht, was, 21 wäre natürlich noch schöner, dann ist natürlich schon viel Hirnentwicklung passiert. Schöner Vergleich ist, würde ich mal behaupten, nicht alles, wir wissen es. Mit 18 bist du eher Kind als, aber du kannst nicht sagen, es ist ab 30. Ich glaube, das wäre sehr, sehr schwierig darstellbar. Es sind immer so diese typischen Altersgrenzen. Aber schönes Beispiel ist ja auch mit Zigaretten. Weißt du, wenn man, wenn man, wenn, wenn, wenn, wenn zu meiner Zeit war in jeder Ec ein Zigarettenautomat, wo du einfach Zigaretten kaufen konntest und jetzt brauchst du zumindest diese Bankomatkarten und du brauchst, ich weiß gar nicht, das Ewige, dass ich die Dinger gekauft habe, die sind nicht überall zugänglich. Das macht schon ganz viel. Du siehst es halt kaum noch in den Filmen. Und so schnell kannst du was beeinflussen. Jetzt sagt man natürlich, welches, was ist Social Media. Heißt das für mich Spotify? Weiß ich nicht. Heißt das aber für mich TikTok, TikTok unbedingt verbieten, das ist für mich einfach, wie wenn du einen Volksempfänger irgendwo hinstellst und da irgendwie diesen Mist andrehen würdest, same thing. Und was natürlich wahnsinnig spannend wäre, ist, wenn es da Personen gäbe, die halt wirklich verstehen würden, wie diese Algorithmen auf der Jagd nach Dopamin agieren. Vielleicht gibt es da ja Übergrenzen, Obergrenzen. Ich habe keine Ahnung, dass man so ähnlich wie mit Alkohol sagt, okay, bis 40 Prozent und dann ist es das und Bier ist bis so und so viel Prozent und wie Tempolimits.
MarkusVielleicht ist das ja auch. Wenn du da eine Benchmark machst, müsstest du wahrscheinlich den Algorithmus verbieten, der quasi einfach Click-through-Rates oder Engagement optimiert. Oder Dual Scrolling und so. Das sind ja mittlerweile in vielerlei Hinsicht keine sozialen Netzwerke mehr, weil sie nicht mehr auf deine sozialen Beziehungen auf dem Netzwerk basieren, sondern halt einfach, es zeigt dir, was besonders viele Leute anklicken, basierend auch auf deinen bisherigen Interessen. Also es ist da einfach ein großer Pattern Matcher. Und das ist genau das, was halt auch die falschen Incentive setzt auf der Plattform, wo der Beginn von Social Media, so wie ich sage jetzt mal Facebook als wahrscheinlich bekanntestes Beispiel am Anfang funktioniert hat, als tatsächlich soziales Netzwerk, wo man in erster Linie die Beiträge seiner Freunde gesehen hat. Das hat natürlich auch Filter Bubbles geschaffen, aber irgendwie natürliche Filterbubbles, die sowieso auch im echten Leben wahrscheinlich bestehen. Und was dann halt die Gruppen, glaube ich, für viele Leute sehr wertvoll waren. Eher Gruppen halt auch im Freundeskreis. Wir haben unseren Football-Verein damals eigentlich über Facebook gemanagt. Das hat super funktioniert. Und dann ist es halt bei Facebook losgegangen, dass mehr und mehr ein algorithmischer Feed geworden ist. Und dann irgendwann kam halt dieses, dass dieser algorithmischer Feed hauptsächlich auf Videos basiert sind. Das ist natürlich dann groß über TikTok, beziehungsweise halt dann mit, man hat Instagram und YouTube haben TikTok kopiert mit Reels und Shorts. Und Facebook hat das natürlich dann auch gemacht auf der Plattform. Und es ist halt jetzt halt eher für die ältere Generation das TikTok. Also am Ende, und alle sozialen Netzwerke sind am Ende bei diesen, die haben gesehen, the magic source für ich möchte möglichst viel Revenue schaffen, ist, ich habe Kurzvideos, mega algorithmisch. Also das ist ein klarer Blueprint und du siehst bei allen sozialen Medien mittlerweile, das heute auch Ex, die ganz woanders gestartet sind, sind mittlerweile dort. Das ist immer das gleiche Prinzip, weil sie wissen, dass da fangen Leute an zum Zyklen. Da kickt das Dopamin am härtesten rein und da kommst du als Mensch auch nochmal schwer davon los. Und ich bin bei dir, ich glaube auch, dass es einfach nicht jedenfalls negativ ist mittlerweile. Als Mensch, also dass das, was du aus Social Media rausbekommst, für dich mehr schädlich ist als positiv. Und dass dementsprechend schon zu diskutieren ist, ob wir das als Geschaft, wie wir das als Gesellschaft handeln, weil ich bin immer eher ein Fan von, helfen wir Leuten, besser zu verstehen, wie die Dinge funktionieren, wie schädlich sie auch sein können. Und eher kein Freund von Verboten. Gleichzeitig muss ich schon auch sagen, dass ich bei mir selbst sehe. Also ich habe mir jetzt schon länger ein Limit von einer halben Stunde pro Tag nur Social Media gesetzt. Und die Art und Weise, wie ich merke, dass mein Gehirn jedes Mal wieder ein Substitut sucht, wenn ich da ein. Also mittlerweile ist mein Substitut für das Durchklicken, weil es ist ja wirklich dieses Gefühl des Scrollens, das Gefühl des Drücken, des Weiterswipens, das ist definitiv ein Suchtverhalten. Und mittlerweile ist das für mich die Google Photos-App, weil die hat oben jetzt auch so Memories und Gott sei Dank begrenzt. Also da gibt es halt dann nur, ich weiß nicht, 10 Memories pro Tag. Und das zeigt ja halt Fotos von vor zehn Jahren oder so an. Das ist nett, es hat das Gefühl, dass es auf mich irgendwie einen negativen Einfluss hat. Und deswegen bin ich ja froh, dass das aktuelle Substitut ist. Aber allein, dass ich dieses Substitut brauche, zeigt mir einfach, dass auf jeden Fall eine Abhängigkeit in irgendeiner Form vorhanden ist. Einfach irgendwo tief im Gehirn schon verankert. Und das hat bei mir auch einfach mehr und mehr die Überzeugung geschaffen. Wahrscheinlich, selbst wenn wir Leute aufklären, bis zum Gate nicht mehr, ist es ein sehr schwerer Weg, dass man zu dem Punkt kommt, wo man dann auch wirklich das deutlich einschränkt, das Verhalten. Insofern, ja, also ich glaube, besonders bei Jugendlichen ist die Diskussion richtig, ob es nicht besser ist, das zu verbieten. Die Frage ist natürlich, was gibt es dann wiederum für neue Plattformen, die im Untergrund, weil das ist natürlich das Allercoolste für junge Leute, wenn das eigentlich verboten ist und dann gibt es aber diese neue Plattform und da sind alle coolen Leute schon drauf und das ist noch nicht verboten.
DanielAlso ja, aber du kannst halt auch, also ich drehe es mal um. Ich glaube, es gibt zu viele Inhalte, die zu komplex sind, als dass man sie häppchenweise verbieten kann. Ich glaube, du kannst es nur als Ganzes verbieten. Damit meine ich, ich glaube, es gibt so viele sehr negative Subkulturen, die aufgrund der Kommunikationsweise durch sämtliche Schutzmechanismen durchrutschen. Es gibt zum Beispiel einfache Verbote. Ich glaube, bei YouTube ist es so, YouTube Deutschland, du darfst, glaube ich, nicht mehr zeigen, wie du irgendwie Waffen zusammenbaust oder so. Okay, sei mal dahingestellt, aber das kann ein Algorithmus relativ einfach abgreifen. So, da werden Waffen montiert, ja oder nein. Wenn das Ding mal falsch ist, kannst du es beschweren. Aber jetzt stell dir mal vor, dass irgendeine Subgruppe, die in ihrer eigenen Sprache, vielleicht auch einer fremden Sprache, einer fremden Kultur, darüber reden, wie sie zum Beispiel so demokratische Grundprinzipien untermauern und das auch relativ geschickt ausdrücken, dann wird es natürlich ein bisschen schwieriger und dann vielleicht auch noch ein bisschen Code verwenden, den man kennt. Das heißt, irgendwann ist es relativ schwer, daran vorbeizukommen. Und das ist die eine Richtung, die ich sehe. Und die andere Richtung, der Schaden, der ganz schnell passieren kann. Zum Beispiel im Kontext von Mobbing, zum Beispiel im Kontext von Radikalisierung, besonders im Kontext von jungen Menschen, psychische Traumata, Körperwahrnehmungsstörung. Das kann so schnell passieren, so instant passieren. Da muss man einfach sagen, hey, ich glaube, du kannst es nur generisch verbieten. Und das geht. Es ist wie mit jedem Verbot. Dann jammern alle und dann geht es irgendwann. Die FPÖ wird sagen, sie waren ja eh schon immer dafür oder dagegen. Du weißt, wie es ist, die anderen werden dann irgendwie auf was sagen. Also die extremen Parteien werden sich da irgendwie probieren, politisch zu positionieren, aber man muss das einfach konsequent durchziehen.
MarkusDie FPÖ wird sicher dagegen sein, dass man ein Social Media Verbot macht, weil es von dem profitieren und halt auch, dass ein Easy Points in der besonders jüngeren und bildungsfernen Bevölkerung ist, dass da auch so.
DanielGenau, und die Grünen und die Linken genauso und dann hast du halt die beiden Extrematar, die jammern dann alle ein bisschen.
MarkusIch glaube, die Grünen waren sogar dafür. Die haben das als Erste vorgeschlagen. Die haben diesmal gesagt, das ist ja unsere Idee, die er jetzt umsetzt.
DanielAch so, okay. Ja gut, die sind ja sowieso. Aber anyway, ja, ich glaube, es geht nichts dran vorbei, weil sonst wirst du einfach immer wieder neue Erfindungen haben, neue Echo Chambers, neue Filter, neue Codewörter. Das muss passieren.
MarkusUnd wie würdest du das technisch umsetzen? Wenn du sagst, du würdest das nur für Jugendliche machen?
DanielJa, ich könnte mir vorstellen, machst du mit Altersfreigaben, zum Beispiel über die Payment-Systeme, die du im Handy hast. Ich meine, klar, wenn Mama und Papa das Handy rumliegen lassen und das entsperrt wird und dann schaust du was drauf. Aber okay, das ist genauso, wie man mit Mama und Papas Auto auch fährt. Da muss man halt auch sagen, es geht ein gewisses Level in Eigenverantwortung mit. Sollte man es komplett verbieten, ehrlich, ich glaube, das wäre auch nicht schlecht für unser eins, muss ich ganz wirklich sagen. Da machst du natürlich eine ganze Reihe von Geschäftsmodellen für irgendwelche Influencer kaputt. Aber ich glaube, dass die meisten Influencer tatsächlich auch nicht unbedingt einen großen Mehrwert in der Gesellschaft mitbringen. Das wäre dann halt so. Vielleicht muss man halt wirklich ganz kategorisch die Plattformen, die wirklich auf Dopaminjagd sind, verbieten. Und das wäre für mich das vielleicht ist das, wenn ich jetzt mal so denkend beantworte, der einzige Weg. Wie wenn du sagst, ja klar, du kannst gerne ein Bier freikaufen und Marijuana wird legalisiert, aber irgendwie Crack-Kokain, das braucht man jetzt nicht. Und ich hab den Eindruck, dass ein TikTok eher Crackkokain ist. Und dass vielleicht ein YouTube-Kids Zum Beispiel, there go my AirPods, dass zum Beispiel ein YouTube-Kinder oder eine Spotify vielleicht eher sozusagen Radler ist. Aber ich kenne den Algorithmus nicht und es wäre spannend, ob man nicht den offenlegen müsste und dann tatsächlich auch sieht, worauf der optimiert.
MarkusIch glaube auch, dass das für mich die naheliegendste Variante, dass man das gar nicht so stark auf Alter hinbe. Es ist natürlich sicher für Kinder am gefährlichsten und ohne Frage dort auch am dringlichsten das Problem. Aber ich weiß nicht, ob wir als Erwachsene diese Dopaminlöcher brauchen, die einfach uns verblöden. So, ja, aber es ist ja wirklich so. Und am Ende könnte man sicher sagen, welche Art der sozialen Netzwerke erlaubt sind und welche wir als Gesellschaft beschließen, uns mehr Schaden als helfen und deshalb wir verbieten. Das ist schon radikal gedacht, aber ich sehe das schon als wirklich großes Problem auch an.
DanielIch habe ja diese optimistische Hoffnung. Mein großer ist jetzt vier. Das, sagen wir mal, wenn er ins Gymnasium kommt, dass es bis dahin hoffentlich geklärt ist. Das ist das, was ich wirklich hoffe. Weil im Umkehrschluss, ich fahre ja sehr viel öffentlich, wenn ich da diese 10-, 12-, 14-jährigen Kids sehe, die alle in den Handys sind, und wenn man dann einfach mal zufällig diese Screens anschaut, hey komm, das ist ja der dümmste Content ever. Und das ist ja das ist ja die Tragödie. Und dann noch so ein bisschen was Politisches dazu mischen, so ein paar Tatebrüder oder so ein paar religiöse Spinner. Und dann hast du es. Und mehr brauchst du nicht. Für den Super GAU. Ja. Haben wir es entschieden, oder? Machen wir das so.
MarkusIch meine, es wird dir gerade auch politisch diskutiert. Ich glaube, es wird hier explizit ein Verbot für Kinder und Jugendliche diskutiert, was vielleicht ein erster Schritt sein kann. Ich glaube immer noch, dass das Internet per se und eben auch tatsächlich soziale Netzwerke schon etwas sind, was auch nicht positiv sein kann. Aber ja, vielleicht bringt man ja auch das politische Verständnis, also das technologische Verständnis in der Politik mit, dass man hier unterscheidet und nicht alles in den gleichen Korb schmeißt. Das wäre wünschenswert.
DanielJa, definitiv. Ach ja, man sagt immer, tu Felix Austria, aber jetzt sind wir ja nicht mehr ganz so Felix. Wir sind tatsächlich, ist Wien jetzt mittlerweile von Platz 1 der lebenswertesten Stadt der Welt, seit eh schon immer um drei Tage verdrängt worden. Und nur noch auf Platz zwei. Und ich würde mal behaupten, dass Social Media durchaus auch eine Rolle mitspielen könnte, weil einer der Begründungen ist ja auch nicht mehr ganz so sicher. Zumindest empfindet man das so. Es gibt Drohungssituationen. Die sagen, da ist ein Thema und ich würde mich wettendrauen, dass das Social Media durchaus den einen oder anderen Spinner in der letzten jüngeren Vergangenheit auch beeinflusst hat bei etwaigen Drohungsaussprachen. Ja. Fühlst du dich eigentlich noch genauso sicher in Wien wie vor 10, 15 Jahren?
MarkusIch finde es ein sehr schwieriges Thema, weil ich da irgendwie auch, also grundsätzlich ja, bei mir auch wirklich noch nichts passiert ist. Aber ich klopfe da jetzt sehr laut auf Holz, weil ich glaube, da jetzt kostet zu sagen, es hat sich nichts verändert und es ist alles super. Okay, und dann passiert mir was in zwei Tagen oder meiner Familie oder was auch immer. Und dann fühle ich mich sehr schlecht, dass ich das öffentlich gesagt habe, dass eher alles super ist. Aber in meiner persönlichen Wahrnehmung, ich glaube, ich bin halt auch ein Mensch, der grundsätzlich besonders im öffentlichen Raum jetzt sehr defensiv agiert. Also ich glaube, ich bin immer deeskalierend und gehe auch auf problematischen Situationen, glaube ich, präventiv schon immer aus dem Weg. Und ja, habe sicher natürlich auch einen Bias über die Gegenden und die Menschen, mit denen ich was zu tun habe. Aber ja, also mir ist mir in den letzten Monaten nicht eher unsichere Situationen passiert als in den Jahren davor. Wie ist das bei dir?
DanielNein, ich habe definitiv das Gefühl, dass es da eine Verschlechterung gab. Einfach anhand der Gruppierungen, die man sieht, Personen, Verhalten, brenzligere Situationen, die man wahrnimmt, das ist etwas, das hätte ich vor 10, 20 Jahren in der Form nicht wahrgenommen. Und das ist auch etwas, was man. Ich weiß, da sagt man wieder, oh, jetzt geht wieder das Thema. Nein, ja, das muss man aber auch frei von Ideologie sagen können. Und da fällt es einfach mir auf, dass es da bestimmte Gruppierungen gibt, die sich da auch aufhalten, die selten gutes Zeichen sind. Und das ist unschön. Und auch wenn man da in Interaktionen geht, die dann selten reagieren. Schönes Beispiel war beim Kindergeburtstag vor einer Woche, da waren dann so Jugendliche, die der Meinung waren, man müsste direkt Fußball spielen, genau dort, wo die kleinen Kinder laufen. Und dann habe ich denen gesagt, es wäre doch wahnsinnig nett, wenn sie einfach ein bisschen weitergehen können, anstatt zu sagen, ja klar, kein Thema. Oder gleich gegenandiskutiert und dann ist das gleich eine unangenehme Situation geworden. Und es ist schade, sowas sowas wahrzunehmen. Nur als Beispiel, ist dann alles wieder gut ausgegangen, aber du spürst dann schon, es kann dann so eine Kleinigkeit, die eigentlich so selbstverständlich sein müsste, Nummer eins, dass man doch bitte nicht so hirnamputiert ist, wenn da kleine Kinder rumlaufen, dass man sich links und rechts davon aufstellt und sehr scharfe Fußbälle drüber feuert, also im scharfen Schuss, wenn man selber zwölf, dreizehn ist. Ich meine, da muss man Intellekte haben, größer als eine, weiß ich nicht, als eine Bettwanze, um das nicht zu machen. Und wenn dann aber Erwachsene kommen und einen darauf aufmerksam machen.
MarkusDas ist, glaube ich, eher. Also weil diese Situation als Fußballer, sage ich dir, gab es auch schon in der Vergangenheit zuhauft. Ich glaube, das ist den 12-, 13-Jährigen oft einfach nicht bewusst, aber dann eben das nicht den Respekt haben.
DanielUnd die sind zweimal wiedergekommen und mussten zweimal verjagt werden.
MarkusDas glaube ich ist vielleicht schon etwas, was halt auch.
DanielJa, ja. Aber ich meine jetzt gesellschaftlich. Jetzt hört bestimmt irgendwann auf so ein Fixie-Fahrrad zu und denkt sich, ja, aber hier, das kannst du doch nicht. Ja, aber das sind einfach so bestimmte Beispiele und auch eine Tonalität, wenn man einfach so Situationen und Gesprächsfetzen im öffentlichen Raum wahrnimmt, die sind einfach sehr viel aggressiver und sehr viel unguter, als sie so waren. Und wenn man dann mit Leuten, die vielleicht in der Polizei Dienst tun, und da kenne ich eine Reihe von Leuten, die können das dann einfach ganz empirisch und objektiv auch darlegen, dass es da zu einer Verschärfung gekommen ist. Ist das nicht schön? Trotzdem ist wie noch immer schön. Aber es ist immer so, wenn du immer auf Platz 1 bist, irgendwann wirst du wieder vom Thron gestoßen werden. Jetzt ist es natürlich das Thema. Sind wir nächstes Jahr auf Platz 10 oder wieder auf Platz 1 zurück? Das muss sich dann zeigen. Und das ist, glaube ich, so die Frage, wie man mit so einer Situation umgeht, ob man da was verbessert oder nicht.
MarkusJa, das ist, finde ich, grundsätzlich gerade so ein bisschen das politische Dilemma oder das, wo ich auch ein bisschen Sorge habe, dass nicht genug Urgency da ist in Österreich.
DanielDas kann ich dir unterschreiben.
MarkusAber ich auch interessant finde, dass jetzt schon zum Beispiel der Bundeskanzlerat sehr gute Umfragewerte ist, diese ersten Monate werden eher positiv bewertet. Ich glaube, jetzt einfach, wenn man halt seriös irgendwie zumindest mal ein Budget erstellt hat. Aber gleichzeitig habe ich, und es ist jetzt wirklich ein spezifisch, ein sehr gutes Fenster. Es ist jetzt mehr als zwei Jahre sind keine Wahlen im ganzen Land. Das heißt, du könntest jetzt wirklich die Punkte angehen, die vielleicht auch mal unpopulär sind, die vielleicht jetzt nicht tausend Stimmen bringen, sondern die vielleicht ja auch ein bisschen wehtun. Und da sehe ich wenig Urgency. Vielleicht kommt das jetzt, weil jetzt haben sie halt irgendwie mal das Feuer gelöscht und jetzt ist der nächste Schritt im Sommer auszuarbeiten, wo man halt jetzt wirklich an die Substanz geht. Aber was ich so wahrnehme aus Gesprächen, ich habe gestern ein Gespräch mit einem führenden Wirtschaftsforscher gehabt, der auch gesagt hat, ja, legt der Regierung gerade das und das und das vor, aber irgendwie so kommt weniger Resonanz und weniger Urgency. Und das ist etwas, was uns auch unterscheidet von der europäischen Perspektive tatsächlich. Also auf EU-Ebene gibt es gerade viel Urgency, da gibt es gerade dieses Verständnis, hey, es ist einerseits brennt der Hut, aber andererseits Window of Opportunity, mit dem, was die Amerikaner gerade sich auch selbst zerfleischen als Standort, da müssen wir als Europa jetzt diese Chance nutzen. Und in Österreich, obwohl dieses Damoklet-Schwert, hey, jetzt haben wir fast einen Kanzlerkickel gehabt, der natürlich wahrscheinlich an den Grundfesten der Demokratie auch angefangen hätte zu sägen, passiert da viel zu wenig, glaube ich, um sich so aufzustellen und auch wirtschaftlich wieder in die Gänge zu kommen, dass da wieder entgegentrend entsteht. Und warum das finde ich auch so interessant ist, es gab jetzt, wurden Daten veröffentlicht, über ökonomische Situation nicht der Länder, wo ja Österreich tatsächlich Schlusslicht innerhalb der EU ist aktuell. Wir sind das einzige Land mit negativem Wachstum aktuell, muss man schon wirklich hervorstreichen. Und gleichzeitig gibt es andererseits Daten, dass 2024er Daten, aber trotzdem ist es jetzt ein halbes Jahr her, dass Österreich insgesamt, wenn man sich anschaut, die Kaufkraft, also wie viel man sich für sein Gehalt leisten kann, wie viel man sich generell leisten kann, also Kaufkraft bereinigtes Netto-Mediane-Einkommen. Median bedeutet, das ist jetzt nicht durch die Outlier groß beeinflusst, sondern es ist halt so wirklich die Mitte der Gesellschaft, die Mittelschicht, dass Österreich da ganz, ganz vorne dabei ist. Also gemeinsam mit Norwegen eigentlich Nummer eins, noch vor der Schweiz sogar, was ich nicht gedacht hätte. Die Schweiz muss ein bisschen auch aufpassen mit den Daten, weil es halt dazugenommen wurde jetzt, also nicht die gleiche Datenbasis wie die anderen Länder, aber das zeigt eigentlich, dass es uns trotzdem als Gesellschaft im Vergleich zu den anderen EU-Ländern immer noch sehr gut geht. Also dass auch der Raum für Reformen, wenn man jetzt brutal ehrlich ist, eigentlich schon vorhanden wäre.
DanielAber verstehst du dann die Situation? Das macht doch keinen Sinn.
MarkusDu meinst die politische Situation, oder?
DanielAlso ich meine, wenn du sagst, du hast es ja gerade so klar erörtert und gesagt, ja, eigentlich würde das total Sinn machen, eigentlich wäre das okay, noch geht es uns gut, aber der Handlungsdruck ist da, bla bla bla, zwei Jahre keine Wahl, also all diese Faktoren. What the fuck?
MarkusJa. Meine Befürchtung ist, dass, und auch du hast jetzt aus dem Gespräch mit diesem Wirtschaftsforscher, der sehr bekannt ist. Er hat auch gemeint, es ist halt in Österreich einfach die Realität, dass hier Interessensvertretungen, besonders auch die Sozialpartnerschaft, also Arbeitnehmervertretung, Arbeitgebervertretung, dass die eine sehr tragende Rolle spielen, auch jetzt gerade wieder in der aktuellen Region, und dass das einfach durch, so wie die aufgesetzt sind, sind das in erster Linie Vertreter des Establishments bzw. halt der bestehenden Situation. Also es sind Bewahrer, ganz einfach durch die, so wie die Organisationen aufgesetzt sind, als stark interessensvertreterisch mit Fachgruppen, etc. Also da geht es darum, halt die eigenen, ich nenne es jetzt mal, ein bisschen schnippisch gesagt, Pünde zu beschützen. Wir kennen alle das Thema mit den Notaren, die halt probieren, ihre Privilegien und halt auch ihre Revenue Streams und mit allem, was sie haben, zu beschützen. Und genau diese Realität spielt sich einer Politik ab, dass die einfach so stark involviert sind und so viel Macht auch haben, dass sich da auch ein Politiker, glaube ich, selten rauslehnt und mutig sein kann. Und ich glaube, das ist halt wirklich gefährlich, weil das nachhaltig wird das dazu führen, dass wir nicht aus diesem wirtschaftlichen Sumpf rauskommen. Die Realität ist, unser bestehendes Wirtschafts-Geschäftsmodell als Volkswirtschaft, das wird aktuell nicht funktionieren. Das war lange billige russische Energie, zunehmende Globalisierung, ein starkes Deutschland und gutes Engineering natürlich auch, aber genau das, das funktioniert einfach nicht mehr. Da können wir noch so viel probieren, irgendwo ein kleines Rädchen zu drehen. Es wird uns nicht mehr den gleichen Wohlstand ermöglichen wie in der Vergangenheit. Das heißt, wir müssen uns eigentlich anschauen, wie kann eine österreichische Wirtschaft in der Zukunft realistisch ausschauen. Was sind Zukunftsbranchen, die wir massiv fördern müssen? Wie schaffen wir es, dass wir die Forschung, die wir haben, viel mehr in Unternehmen einsetzen. Und das ist ein Randthema. Es geht vielmehr darum, wie können wir halt irgendwie das, was wir haben, retten. Und dann wird diese Statistik in fünf Jahren nicht mehr so ausschauen. Dann sind wir sicher, kaufbaubereinigt, nimmer im Spitzenfeld.
DanielAlso Social Media abdrehen. Die Interessensvertretungen nicht mal miteinander kommunizieren, wie unglaublich geil sie sind und welche Zukunftsreisen sie machen und wie stabil alles ist.
MarkusIch glaube nicht, dass die Interessensvertretungen jetzt groß die Social Media, das sind, glaube ich, zwei unterschiedliche Probleme.
DanielJa, ja, schon. Du hast ja jetzt überspitzt formuliert.
MarkusDie Interessensvertretungen stehen für den Stillstand und dieser Stillstand sorgt für wirtschaftlichen Abschwung und dieser wirtschaftliche Abschwung, gepaart mit Social Media, sorgt dann für Populismus auf allen Seiten und Ebenen und sorgt dafür, dass wir halt leider früher oder später, wenn sich nichts ändert, sicher illiberal und zunehmend auch wahrscheinlich weniger demokratisch werden.
DanielAber was würde das heißen? Also wenn man ja so würde das bedeuten, eine komplette Handlungsunfähigkeit eigentlich aufgrund dieser Interessensvereinigung, weil die ja, das kennen wir ja, das haben wir auch schon alle miterlebt und das sieht man ja. Und ich meine, das ist ja nicht nur in Österreich so, das ist ja auch in Deutschland genauso. Also da erinnere ich mich, wie ich mal eine Veranstaltung moderiert habe, da war einer von der Gewerkschaft. Das war, das war, das war, das war schon fast schmerzhaft, dem zuzuhören, wo einfach alle sagen, es ging um Arbeitszeitverlängerung und wo jeder sagt, wir wollen gerne und unsere Mitarbeiter wollen und die Kunden wollen und alle wollen. Er sagt, nein, die müssen wir beschützen, ja, aber die wollen nicht von dir beschützt werden. Doch, nein, hau ab, du. Das war so ein Typ, der glaube ich noch nie gearbeitet hat. Und höchst unangenehme Persönlichkeit, der aber da ganz oben ist und an dem führte nichts, nichts vorbei. Und die werden ihre Position verteidigen bis zum letzten Tropfen Blut. Dann ist halt alles ramponiert. Und dann ist auch. Und das kann aber auch nicht der Weisheit letzter Schluss sein, oder? Dass man einfach sagt, naja, die sind so verfestigt in den Gesellschaften, nehmen wir es mal als Plural, weil in Deutschland ist es ganz ähnlich mit zu erleben und bestimmt auch in vielen anderen Ländern, wo Gewerkschaften als Beispiel stark sind.
MarkusIch habe das in Österreich schon spezifisch und weiß nicht, ob Deutschland. Kann ich zu wenig, aber genau, das halt hier einfach, weil ja, das Thema Gewerkschaften hast du natürlich weiterverbreitet, aber dass hier über jahrzehntelang eigentlich Politik durch die beiden Kammern gesteuert wurde, also dass das halt ein Interessensausgleich als gestaltendes Element der Politik gilt. Weil Interessenausgleich ist ja immer nur, wie kann ich möglichst probieren, mein Stück von Kuchen fair zu verteilen. Es geht nur darum, wie schütze ich die bestehenden Interessen, die ich habe. Und leider kann man natürlich sagen, muss nicht so sein. Es könnte ja auch eine Sozialpartnerschaft geben, die mehr visionär denkt, die mehr auch, sag ich mal, wie können wir den Kuchen für alle größer machen und erst dann beschäftigen wir uns mit der Größe des eigenen Stücks. Aber die Realität zeigt, dass das halt vom Scope her an, wie diese Organisationen funktionieren, sehr schwierig ist. Also das ist ja auch immer die Frage, okay, als bestehender Teilnehmer, als bestehender, bestehendes Unternehmen, hast du ja kein Interesse, dass sich was verändert. Da möchtest du ja möglichst hohe Eintrittsbarrieren, möglichst viel bürokratischen Aufwand für alles, was da neu kommt, weil das ist ja alles Konkurrenz für mich. Also dieses Bewahren des aktuellen Status quo, das ist in Österreich, glaube ich, besonders stark. Muss auch sagen, die Art und Weise, wie das funktioniert, hat in den letzten Jahrzehnten hat auch Stabilität gebracht, hat durchaus auch für wirtschaftliches Wachstum gesorgt, meines Erachtens, aber halt in einem Umfeld, das uns extrem zugute gekommen ist. Als neutraler Staat, der deshalb, sage ich einmal, auch so ein bisschen diese zwei Welten gespielt hat, mit eben billiger russischer Energie, aber gleichzeitig starker Globalisierung. Insgesamt aber auch die Europäische Union und das Tor zum Osten der Europäischen Union. Also da ist so viel makroökonomisch Rückenwind gekommen, dass man fast gar nichts falsch machen hätte können, sage ich jetzt einmal ein bisschen frech. Also vielleicht sollte man sich da auch ein bisschen weniger auf den Rücken klopfen und halt sagen, ja, es ist halt gut gelaufen, aber die nächsten zukünftigen Jahre schauen nicht so gut aus, makroökonomisch.
DanielWeil das ist ja das Lustige eigentlich, wenn man sich das überlegt. Die meisten Dinge, warum es uns heutzutage gut geht, ist einfach ein Ausruhen auf Ressourcen und Überschuss der letzten 20, 30 Jahre, Reserven, die da sind. Vielleicht auch emotionale Reserven, andere Generationen, die auch gewisse Reserven mitteilen. Aber für die nächste Generation schaut das dann alles relativ wenig rosig aus, muss man einfach mal so sagen.
MarkusJa, wir müssten als Land viel unternehmerischer werden, als Gesellschaft. Jetzt sind wir einfach ganz weit weg davon, was eigentlich notwendig wäre, um in dem neuen Umfeld, das uns jetzt bevorstellt, da irgendwie bestehen zu können. Und das ist ein langer Weg.
DanielRustrian Startups gibt es ja auch erst seit 2013. Seitdem singen wir diesen Sermon. Muss man ja einfach mal so sagen. Ich meine, es sind so zwölf Jahre, wo man sagt, ja, ist auch so das eine oder andere weitergegangen und auch das eine oder andere nicht weitergegangen. Und irgendwann ist dann auch mal gut. Aber ja. Da schau ich her, wie Kinger Grab aus dem 10. Jahrhundert entdeckt, sehe ich gerade als Überschrift. Siehst du? Wo siehst du das? Das sehe ich auf science.orf.at. Ich schaue da immer mal nach, was man weiß ja immer nie genau, was passiert ist, so gerade in der Welt. Und ich habe dann nebenbei immer so einfach so, dass ich irgendwie die News sehe. Und es war möglicherweise die letzte Ruhestätte einer adligen Familie, die im Dienst des legendären Wikinger Königs Harald Blauzahn stand. Du weißt der Harald Blauzahn. Ja, musst du aufpassen, der dich jetzt nicht im Schlaf jagt, weil der war sicher. Und wo bist du? Ich bin der Harald Blauzahn. Und du? Ich glaube, der war wirklich relativ bekannt. Das finde ich immer wieder krass, wie sowas auftaucht und so. Und so über die Vergangenheit dann immer wieder irgendwie auftaucht und plötzlich so ein Abdruck ist. Und ich wäre immer neugierig, was die vielleicht für Themen hatten, womit die sich beschäftigt hatten, was vielleicht für die scheinbar unüberwindbare Hindernisse waren, die niemals lösbar sein. Sollten. Im Übrigen, ich habe noch ein kleines Snippet entdeckt. Ich bin drauf gekommen, der Mossad hat einen unglaublich witzigen Humor. Hätte ich auch nie gedacht, diesen Satz. Hier ist ein Posting. Iran claims that they hit a Mossad base in Israel. That's okay. All of us are in Iran, anyway. Na, leck mich am Arsch. Das ist ein ziemlich witziges Posting aus der Ecke. Findest du nicht komisch?
MarkusJa, du merkst fährt, du schmeißen. Oder? Den Humor nicht verliert.
DanielFände ich auch. Aber eigentlich wollte ich ein anderes Zitat finden. Da hat Chris Williamson, du weißt dieser Podcaster und YouTuber, einen schönen Spruch gesagt. Fällt mir nur gerade ein bei den Wikingern. Somewhere in the future your older self is watching you through memories. Whether it's with regret or nostalgia, depends on what you do now. Das hat mir irgendwie gar nicht mal so schlecht gefallen, dass irgendwann sozusagen das zukünftige Ich uns durch die Erinnerungen beobachtet. Und das ist die Frage, ob wir das gut fanden oder nicht. Und ich denke mir, wenn man in so schwierigen Zeiten ist, kann man handeln oder auch nicht handeln. Und ich glaube, über handeln wird man sich selten ärgern. Aber das ist ja so eine Sache. Zweitlebenswerteste Stadt. Da kann man auch mal rangehen. Und ich glaube, man muss sich einfach lösen vom Bewahren. Sonst bewahrt man einfach nur den Untergang. Ja. Aber du magst ja über Facebook reden, oder? Und hier. Mr. Wang.
MarkusJa, eigentlich heißt es ja Meta. Ich schreibe immer noch Facebook, aber irgendwie ist es für mich immer noch Facebook, aber.
DanielIch glaube, das ist für jeden so. Das ist so einer der weniger erfolgreichen Umbrandings. Kennst du noch Twix und Raider? Hast du das mal mitbekommen? Twix und Raider, das Rebranding.
MarkusIch kannte nur Twix.
DanielJa, deswegen hat es ja auch so gut funktioniert. Aber das mit Facebook hat echt nicht. Nutzt du eigentlich noch Facebook? Nein. Echt auch gar nicht. Null.
MarkusAber ich habe schon das Gefühl, dass es eben eine Generation weiter nutzt das sehr wohl. Doch durchaus noch immer ähnlich intensiver. Jetzt auch eben halt mit den Reels und so weiter. Also die gleichen Tricks funktionieren auch bei älteren Menschen. Aber ja, es ist jetzt echt eine Generationenschwage. Ich glaube, da geht es von, was ist es, Facebook für Boomer Generation. Und dann ist die Millennial wahrscheinlich mit Instagram. Und ja, sicher auch LinkedIn, aber LinkedIn ist eigentlich so ein bisschen generationenlos wahrscheinlich. Und dann drunter kommt halt dann irgendwann TikTok und Snapchat. Und wahrscheinlich irgendwas, was ich nicht kenne.
DanielWahrscheinlich auch gar nicht kennen willst.
MarkusJa, ich müsste man schon kennen. Das ist schon wichtig zu verstehen wie.
DanielOh. Höre ich da jemanden?
MarkusJa, da hörst du jemanden.
DanielDas ist der erste Auftritt im Podcast, oder? Weiß ich nicht. Ich glaube schon. Aber ich habe immer mal wieder von Leuten gehört, dass man so John über die Jahre immer mal wieder in verschiedenster Form im Hintergrund gehört hat. Und das ist der erste Auftritt da. Schaffen. Schön. Finde ich toll.
MarkusHallo, Lee.
DanielAch, das ist ja fein. Das ist ja fein. So, jetzt, jetzt, jetzt, jetzt, jetzt. Also, zurück zu Veta, wollte ich sagen. Das wäre auch lustig, wenn die so wären. Veta. Face Meta. Gut, ich übernehme hier. Bitte. Weiter geht's mit Veta. Das ist gerade im Angebot und Gang 9.
MarkusMeta hat mit einer Acquisition für Aufsehen gesorgt, eine relativ teuren Acquisition, zahlen knapp 15 Milliarden Dollar für eine AI-Datenplattform, die quasi dafür zuständig ist, dass sie Daten aufbereitet, manuell namens Scale AI. Da geht es wirklich darum, dass man halt allerlei Datenmasse wirklich so kategorisiert, dass Large Language Models sie besser verwenden können. Eine ziemliche Drecksarbeit. Effektiv tausende an Tausenden Menschen, die für ja wahrscheinlich nicht besonders attraktive Löhne da den ganzen Tag vom Computer sitzen und das machen. Und daran bedienen sich oder haben sich bisher eigentlich alle großen AI-Konzerne bedient an diesem Tool. Also die haben sehr gut natürlich auch damit verdient. Hatten nämlich natürlich den Vorteil, dass sie da einen gewissen Margeneffekt haben. Also einen Askalierungseffekt, dass wenn sie das für einen Player machen, dann kann man das natürlich auch ohne zusätzlichen Aufwand den anderen verkaufen. Und das ist insofern spannend, weil natürlich dieser Effekt wegfallen wird, weil das haben jetzt alle anderen Player, haben gleich einmal gesagt, naja, wenn das Facebook kauft, dann sind wir nicht mehr Kunden von diesem Tool. Weil bei einem großen Konkurrenten werden wir jetzt nicht einkaufen. Frage ist, wie einfach ist das jetzt zu ersetzen? Manchmal selber, ich glaube, eher nicht, weil ich nenne es jetzt mal die Drecksarbeit. Das wird dann oft gerne auch ausgelagert an andere Firmen. Also vielleicht tut sich da gerade auch ein Window of Opportunity auf für Konkurrenten. Aber ja, ist natürlich für die Revenue dieser Firma sichert ziemlich hart. Also das ist jetzt halt, glaube ich, eine sehr schnelle Eingliederung in Meta. Frage ist, wie sehr ist das jetzt potenziell auch kurzfristig ein Wettbewerbsvorteil für Meta? Die haben in den letzten Monaten eher ein bisschen an Boden verloren im Rennen der AI-Tools. Lama, das er am Anfang für Aufsehen gesorgt hat, mit sehr guten Resultaten auch mit dem Open Source Tool, ist da eben so ein bisschen zurückgefallen. Und da ist sich jetzt die Hoffnung, dass man mit diesem Schritt ein bisschen aufholen kann, weil man halt einen relevanten Aspekt den anderen vielleicht jetzt auch wegnimmt und gleichzeitig man vielleicht darauf aufbauen kann. Schauen wir mal.
DanielIch bin sehr neugierig. Spannend finde ich den Gründer per se auch, ich meine, dass der gute Mann 24 ist und so ein Ding aufbaut. Ich glaube, der chinesisch-mexikanische Wurzeln, wenn ich das richtig gesehen habe. Ich glaube chinesische Wurzeln, oder? Ja, irgendwo war so ein Mexiko-Bezug auch.
MarkusIch glaube New Mexico.
DanielDankeschön. Ach, siehst du nur oberflächlich gelesen. Aber chinesische Wurzeln, das zu machen, mit 24 so eine Company aufbauen, wird sich wahrscheinlich mit Mark Zuckerberg aber auch gut verstanden haben. Der mit 23 ja auch schon da im Milliardenumfeld war.
MarkusAber auch wieder ein schönes Beispiel. Ja, Sohn von chinesischen Immigranten. In 10 Jahren gibt es vielleicht genau diese Unternehmen in den USA nicht mehr, weil halt jetzt genau diese Immigranten dann halt auch oft nicht mehr erwünscht sind, weil auf den Unis die interessanten Leute sich nicht mehr frei äußern können. Also die zerstören hier wirklich genau die Grundfesten ihres wirtschaftlichen Erfolgs der letzten 20 Jahre, die sägen da gerade so man sich dann. Und wenn man sich nämlich auch einfach statistisch anschaut, die Hälfte der Startups, Venturebacked in Amerika sind, haben Immigrant-Background. Das heißt, wenn du da einfach die Hälfte wegnimmst.
DanielAlso wir leben gerade in so einer verrückten Zeit. Ich muss auch sagen, dass ich jeden Tag, ich habe es eh schon öfter erzählt, ist so mein Ritual, wenn ich nachts aufwache, ich schaue mir kurz die Börsenkurse an, weil die Börsenkurse und die Kryptokurse sind immer so ein schöner Indikator, ist denn etwas passiert. Wir leben in einer Zeit, wo echt der globaler Konflikt wirklich nur Millimeter von uns entfernt ist. Wenn man so möchte, wird das gerade diese Tage diskutiert, ob das passiert. Zur selben Zeit ist Amerika für mich auch immer nur ein Husten, ein Huster, ein nieser Entfernt vom Bürgerkrieg. Das ist schon alles so dermaßen instabil. Und ich erwähne das nur, weil du die zehn Jahre erwähnt hast. Ich denke mir immer, was kommt eigentlich denn nach einem Trump? Und was kann denn danach passieren? Weil entweder kann da nur passieren, so etwas wie eine komplette Diktatur, wo wirklich alles gleichgeschaltet und kontrolliert ist und die Leute genau das aber wollen, weil da jemand dir diese Sicherheit gibt und diese Ansage, so machen wir es und dir auch das freie Denken nimmt. Das heißt gleich, das wird erstickt. Oder es kommt jemand, der es halt genau aufbricht und aufreißt und verändert. Und da sind, glaube ich, auch nicht so viele wirklich, die sich da gerade abzeichnen. Also Amerika ist schon in einer überaus speziellen Situation, muss man sagen mittlerweile. Und durch Amerika auch irgendwie die Welt. Hast du gestern einen Post von Trump mitbekommen über den Iran? Wo er sagt, Surrender, den einen mit Surrender und wir wissen, wo du, wo du bist. Für jemand, der einen Tag vorher noch sagt, wir wollen uns raushalten und dann solche Aussagen tätigt. Ich meine, das ist schon. Das ist ja auch kein Zündeln mehr. Das ist kein Zündeln, das ist mit einem Flammenwerfer irgendwie auf eine Baumwollfabrik losgehen, weißt du was ich meine? Das ist. Ja, komische Zeiten. Gute Zeiten für Unternehmer und Unternehmerinnen, weil da einfach viel Potenzial ist natürlich und viel Veränderung notwendig sein muss, aber auch harte Zeiten. Aber gut, Amerika schießt sich gerade jeden Tag dreimal ins Knie, was die Stellung betrifft.
MarkusDas ist auch kein gutes Zeitalter für, also kein gutes Umfeld für Unternehmertum in Amerika, weil politische Stabilität und ein gewisses verlässliches Rahmenwerk, das sich nicht ständig ändert, das ist die Baseline für langfristiges wirtschaftliches Denken und Startups sind per se, zwar sehr schnell, aber funktionieren nur in einem langfristigen Environment, weil es braucht Zeit, bis das Ding funktioniert. Wenn sich da alle drei Monate die Rahmenbedingungen ändern, dann führt das nicht zu einem Erfolg. Und das, ja, wenn du dann halt irgendwie nephistisch ein Freund von Trump bist und der schanz dir irgendwelche Government Contracts zu, ja, dann bist du wahrscheinlich wirtschaftlich erfolgreich. Aber das sorgt nicht für die schöpferische Zerstörung, den kreativen Spark, der so wichtig ist, wenn man die wirklich guten Innovationen schaffen will.
DanielDas stimmt. Hast du noch was auf deiner Liste?
MarkusJa, zwei kurze Themen, die wir vielleicht noch anschneiden können. Einerseits gibt es auf der positiven Seite ja vielleicht ein Gegenstück zu Social Media. Es gibt ein neues Medium, was sich in Österreich gebildet hat, namens jetzt.at. Die sind mit dem Modell gestartet, weil sie halt eben nicht den klassischen Dilemma vieler Medien unterlegen wollen, dass sie halt von ihren Werbekunden abhängig sind, dass sie algorithmischen Clickbait-Content machen müssen, weil sie von Klicks abhängig sind. Wollen sich mitgliedschaftsbasiert finanzieren. Das heißt, sie sind mit dem Ziel angetreten, dass sie 5000 Gründungsmitglieder finden, die eben dann halt ein Abo abschließen und so starten können. War eigentlich bis jetzt Mitte Juni war eben quasi so die Deadline, die sie sich gesetzt haben. Sie haben knapp 3500 Mitglieder geschafft, was, glaube ich, schon ein sehr respektables Ergebnis in Österreich ist, wend, wie schwierig es ist, in Österreich im Medienumfeld etwas zu bewegen. Und Gott sei Dank wollen sie weitermachen. Also es ist jetzt nicht ein Grund, dass sie noch 1500 fehlen, dass sie das nicht trotzdem umsetzen. Das ist auch vielleicht ein Shoutout an die Leute da draußen, die das noch nicht kennen. Vielleicht schaut es euch mal an. Vielleicht ist es etwas, was euch gefällt und ihr unterstützenswert auch findet. Weil es braucht gescheite Medien und nicht nur soziale Medien. Und dann haben wir natürlich einen Lockstar der Woche aus Österreich heraus. Eine natürlich auch schon alte Bekannte, die Lisa Pallweber, die Menschenpartner ist bei der Hans Woman Group, die ist jetzt zu einem oder eine Kaufmann Fellow geworden. Kaufmann Fellowship ist in Amerika ein Fellowship für Emerging VC bzw. Investor-Investoren und super hochkarätig. Also ein sensationelles Netzwerk, was da mitkommt. Sehr, sehr hardcoreatiert, sage ich jetzt mal. Das ist ein echt ein sehr cooles Zeichen, dass die Lisa da reingekommen ist und natürlich auch etwas, worauf man dann aufbauen kann. Und wir hoffen, dass sie das natürlich dann auch nutzt, um die österreichische Szene mit, den Kontakten mit dem Know-how, was sie da mitnimmt, dann halt auch weiter zum Wachsen zu bringen. Also sehr cool, Hut up. Ein sehr würdiger Rockstar.
DanielStark, das ist ja cool. Das ist ja wirklich cool. Da wird doch Amerika glatt nochmal ein Stückchen cool. Hoffentlich. So im letzten Moment. No Pressure, Digga. No Pressure. Macht da was Gutes draus. Ja. Und ihr, macht ihr was Gutes draus aus den nächsten Tagen. Und auf jeden Fall könnt ihr uns was Gutes tun, indem ihr einfach nächste Woche nochmal einen Podcast runterladet. Was ihr auch mal machen könnt, ist, wenn ihr einfach der Meinung seid, euch gefällt das, ihr hört an dieser Stelle übrigens noch zu, erzählt auch mal jemand anderen davon. Oder wenn ihr mal am Feiertag da seid und Tante Hildegard hat ihr Handy einfach rumliegen, einfach mal alle Folgen runterladen. Weil das irritiert den Algorithmus und spült uns immer nach vorne und das ist auch toll, Tante Hildegaard merkt das ohnehin nicht, weil die hat irgendein neues iPhone, das hat eine Menge Speicherplatz und die merkt das auch gar nicht. Das ist super. Und wenn der Onkel Hubert wieder knapp knackevoll ist vom Grillen, könnt ihr dasselbe bei ihm auch machen. Hätte ich jetzt so gesagt. Findest du das okay, Markus?
MarkusIch finde immer besser, vielen Freunden davon erzählen und abonnieren.
DanielDas kann man natürlich auch so machen. Aber ich finde das eigentlich auch ziemlich lustig mit Tante Hildegard und Onkel Hubert.
MarkusAlso ich finde es ja eigentlich schlecht. Man muss aber natürlich sagen, dass das wahrscheinlich eben in einer algorithmischen Welt ist sowas wahrscheinlich tatsächlich hilft uns das, weil es wahrscheinlich dann die Visibilität ein bisschen erhöht. Aber eigentlich will ich mehr echte Hörer, nicht irgendwelche Downloads auf Phones, wo dann die Episoden nicht gehört werden.
DanielWir können das ja AB testen. Ich habe jetzt aufgerufen dazu, bei der Oma und dem Onkel, der quasi einfach seinen Rausch ausschläft nach dem Grillen, einfach mal illegal runterzuladen. Und Markus ruft auf, einfach Freunden unseren Kanal, unseren Kanal, hätte ich jetzt gesagt, unseren unseren Podcast zu empfehlen. In jedem Fall macht das mal beide, das wäre ganz toll. Und das sind die kleinen Dinge, die zählen, aber uns einfach richtig glücklich machen. In dem Sinne, wünschen wir euch alles Gute. Und ja, lasst auch die Fotos von den Leuten weg. Nie fremde Fotos schauen. Da sieht man dann immer Dinge, die man nicht sehen möchte. Ja?
MarkusOkay. Story gibt es dann nächste Woche.
DanielJa, nee, das ist so. Nein, nein, das ist, finde ich, einfach so eine Sache, wenn man Leuten das Handy gibt. Ich glaube, es gibt nichts, was mich mehr anpissen würde, als wenn ich Leute mein Handy gebe. Sag hier, kannst du mal nachschauen und dann landen die plötzlich in der Foto-App. Das ist so ein großes No-No, das macht man nicht. Nicht, dass der jetzt irgendwas Schlimmes wäre, aber es sind ja dann doch irgendwie Fotos von Kindern drauf und irgendwelche Urlaubsfotos. Und gerade bei Onkel Hubert weiß man auch nicht, was der für einen Fetisch hat. Das willst du auch gar nicht sehen, wie er irgendwie Kopfüber irgendwo baumelt. Ja. Du weißt, was ich meine. Das kann deine Meinung zu deiner Verwandtschaft für immer verändern.
unknownOkay.
MarkusDas nehme ich jetzt schon mal so mit, Daniel.
DanielLassen wir das mal so stehen, wünschen euch eine schöne Restwoche, schönen Feiertag. Take care, stay safe und bis zum nächsten Mal. Danke und bye bye.