Future Weekly

#447 - Arnie, Drone Wars, Ende der Emails

Episode 447

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0:00 | 58:19

🌎 Arnie & das politische Schauspiel

🔥 Drone Wars

🔮 Das Ende der Emails?

🇦🇹 Österreichs Schlusslicht in eh allem

🦚 EU Startup & Scaleup Strategy

🎸 Rockstar: Philip Pauer & Team

Production: Hanna Moser

Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com

Daniel:

Einen wunderschönen guten Morgen, guten Mittag, guten Abend oder auch gute Nacht und herzlich willkommen zum Future Weekly, dem Podcast, den du einfach gerne hörst. Ich bin wieder mal Daniel und mit mir ist der Markus. Und es gibt viele Dinge, die wir besprechen müssen. Wir reden über Ani und die Öffis. Wir reden über Drohnen und die Russen. Wir reden über E-Mails und das Ende, wir reden über Österreich am Orange. Und wir reden darüber, dass es eine durchaus interessante EU-Startup- und Scale-Up-Strategie gibt. Und wie immer haben wir natürlich Rockstars. In dem Sinne, auf los geht's. Los. Ach Markus. Ach Markus, du fährst nicht so viel öffentlich, oder? Schon. Bist du gestern öffentlich gefahren? Nein. Und da ist plötzlich so eine mir sehr bekannte Stimme aufgetaucht. Und da war das der Arnold. Und der hat ja plötzlich. Ist er nicht öffentlich gefahren? Nein, natürlich nicht. Aber er hat irgendeine Ansage gemacht. Und das Spannende war, ich finde ja Arnold richtig geil. Aber als ich dann zum sechsten Mal diese Ansage gehört habe, ist er mir nur noch so richtig am Arsch gegangen. Und ich habe gedacht, das ist so schlimm. Also war die Ansage. Ja, Arnold hat gesagt, he's the Chief Climate Officer in seinem relativ ausbaufähigen Deutsch. Und wenn er halt in seinem richtig engen, stickigen Bus, der Verspätung hat, aufgrund von vielen Baustellen stehst, dann kommt so ein Typ, der dir irgendwie kurzfristig zwischen Tier und Angel beim Aussteigen aus seinem Privatchat erklärt, dass du das Klimaschütz, wenn du mit Öffis fährst, denkst du dann halt beim sechsten Mal, wenn du irgendjemanden quasi mit der Nase kurz vor der Achsel hängst, denkst dir irgendwann, ach, halt doch den Mund. Ach, halt doch den Mund. Und das Interessante war auch, es dürfte für mich Gehört zwischen Tür und Angel aufgenommen worden sein. Und dadurch klang es dann, und du hast es auch so in der Reaktion des Publikums gesehen, Publikums, der Audience in den Bussen gesehen, dass du nicht gedacht hast, ah, hier kommt eine Ansage von einem Prominenten, sondern ich hatte auch die ersten drei, vier Mal das Gefühl, ach Mist, das ist der Fahrer, der mir jetzt erklärt, der Bus hat was. Und du hast jedes Mal gesehen, dass die Leute geschaut haben und auch irritiert und was will, wer ist das? Was will der? Ach so, ist der Typ. Und ich gemacht, ah. Es war ja gestern irgendwie und diese Woche der Austrian World Summit. Oder?

Markus:

Ja, habe ich auch vernommen.

Daniel:

Hab ich auch vernommen. Der Arnold wird da und noch ein paar andere. Und haben irgendwas über das Klimaschützen erzählt. Ja. Hatte ich auch berührt, sehe ich.

Markus:

Für mich ist dieser World Summit ein bisschen komisch, muss ich sagen. Also grundsätzlich ist es gut, dass es das gibt und ich finde es auch gut, dass sich da der Arnie für diese Themen einsetzt, obwohl man ihm natürlich Vorweisungen werfen kann, dass er ein bisschen heulerisch ist, wenn er dann im Privatchat angereist kommt. Aber dann kann man, glaube ich, viele Dinge in dieser Welt hinterfragen. Also ich glaube, es ist trotzdem nicht positiv, dass er das macht, weil er ja schon die Möglichkeit hat, auch Leute zu inspirieren. Und ich fand da jetzt auch seine Ansagen, dass man weniger rumjammern soll und mehr halt einfach ins Tun kommen. Ich finde, das ist schon hilfreich, auch in unserer aktuellen Gesellschaft. Aber ich finde, wenn man sich dieses Event, das wirkt halt so ein bisschen wie ein Celebrity-Auflauf, wo halt dann alle Politiker hinkommen und Fotos mit ihm machen. Und ich weiß nicht, ich finde solche Events wahrscheinlich braucht es sowas, um halt auch wirklich breit zu erreichen, aber natürlich finde ich sowas immer auch ein bisschen Grinchworthy und ja, weiß nicht, dieses ganz klar, ich muss Hände schütteln mit dem Arnie und dem Tony Blair und es ist so toll, dass wir die jetzt daher bekommen. Und ja, not my cup of coffee.

Daniel:

Nee, hätte ich auch nicht so gesehen. Und ja, ich geb dir recht, es ist toll, dass Leute was machen. Es war für mich nur einfach so dieses lustige, weißt du, wenn du halt wirklich in diesem stickigen Bus stehst und da red da jemand irgendwas von Öffis fahren, Klimaschützen und die Öffis sind alle an dem Tag verspätet und du siehst auch die Zeit nicht, wann sie abfahren, weil permanent in dieser Claim steht und hörst du den Arnold den ganzen Tag rauf und runter, irgendwann bist du einfach echt gereizt. Und das ist so für mich dieses, diese alte Erinnerung. Es ist immer, immer wichtig, in welchem Kontext dich Content erreicht. Und den Content habe ich gestern einfach nicht mehr gebraucht. Und ich hatte das Event auch so gar nicht am Radar. Und es ist halt lustig, wie das halt, wie du sagst, inhalt so in so einer Bubble passiert. Und die Bubble bubbelt dann vor sich hin. Nico Rossberg war auch da. Und dann bobbeln sie alle zusammen und dann ist ausgebobbelt, um das so zu sagen. Ich denke, das ist auch einer der Sätze, die in die Annalen dieses Podcasts eingehen, oder? Hat sich ausgebobbelt.

Markus:

In der Bubble. Wobei ich das hier schon. Eins, das finde ich interessant, das ist quasi zwei World Summits in Österreich. Es gibt ja auch diese World Summit Awards. Und das ist nicht das Gleiche, es hat mich auch schon irgendwann mal irritiert. Und andererseits, das ist, ich finde schon, weil ich denke mir das oft auch mit unseren Themen. Also Startup-Welt und ich kann mich erinnern, dass einmal, der Oliver Holle hat mich mal gefragt beim Austrian Startup Summit, wieder ein Summit, ob wir Politiker eingeladen haben. Und ich habe gesagt, nein. Und ein bisschen aus Überzeugung auch, nein, weil ich gemeint habe, okay, das ist halt unser Klassentreffen und ich will nicht, dass da irgendwelche Leute daherkommen und diese Bühne nutzen dafür ihre politische Show. Und es gibt dem Ganzen den falschen Vibe, den falschen Spirit. Das soll Experience Sharing sein, das soll halt hands-on und nicht politisches Spiel. Und der Oliver hat damals gesagt, ja, aber es ist halt, das wäre schon eine vergebene Chance auch, weil genau da kann man halt auch politisch was bewegen und sie abholen und so weiter. Ich fand das schon, es hat mich zum Nachdenken damals gebracht, ob wir vielleicht zu viele Berührungsängste von solchen Inszenierungen haben. Weil es halt doch, vielleicht muss man dieses Spiel auch bis zu einer gewissen Weise spielen, um etwas zu bewegen.

Daniel:

Du weißt ja, du kennst ja meine Meinung, ich bin der Meinung schon, dass man das Spiel spielen sollte. Ich glaube, man muss es auch spielen, weil Reichweite ist alles und wenn du halt solche Typen kriegst, dann kriegst du halt Reichweite. Wobei ich noch immer meine größte Reichweite nicht mit Politikern, sondern mit Alpakas hatte. Das ist wieder eine andere Geschichte. Aber ich weiß nicht, ich habe damals einen Finanzminister getroffen, eine Woche später einen Alpaka getroffen, von beiden Fotos veröffentlicht. Alpaka, hey doppelt mehr so viel Reichweite.

Markus:

Das war ein besonders beliebter Finanzminister, schätze ich.

Daniel:

Ja, das war, das war, der hatte eine ähnliche Frisur wie das Alpaka.

Markus:

Wie ein Alpaka.

Daniel:

Das war der mit dem Schnauzbart, weißt du noch, der Nutztyp. Dankeschön. Dankeschön, der Schelling. Man vergisst das bei dieser Anzahl der Finanzminister. Du so, Finanzminister seit wann? Gestern bis wann? Morgen. Aber natürlich, klar, Reichweite ist ein Thema und das gekonnt zu spielen auch. Ich glaube aber auch, dass das Authentische wichtig ist und dass man dann nicht einfach nur die hat zum Berieseln. Und ich finde auch, dass die Spokespeople, die man dort hat, auch sehr wichtig sind. Und es gibt, da finde ich, einfach authentische Personen und nicht authentische Personen. Nico Rossberg finde ich hochgreifend.

Markus:

Wenn beim nächsten Summit der Bundeskanzler daherkommt, dann wissen unsere Hörer jetzt, was der Gedankenprozess dahinter war.

Daniel:

Aber auch da ist es lustigerweise, also zum Beispiel so, es gibt solche und solche. Und ich fand zum Beispiel damals beim Christian Kern hast du gespürt, dass ein authentischer Bundeskanzler, der auch zu dem Innovationsthema steht. Oder Sebastian Kurz war damals ein authentischer Außenminister zu seiner Zeit, der zu dem Thema stand. Während es natürlich auch andere Politiker und Politikerinnen gibt, wo du das Gefühl hast, die lesen das jetzt von der Karte ab und dem glaubst du das jetzt nicht so unbedingt. Und das ist für mich immer so das Thema. Ich habe vor zehn Tagen den neuen deutschen Digitalminister auf der Bühne gehabt. Der war on fire. Und du hast aber gemerkt, der hat gesprochen direkt aus einer Perspektive heraus, der versteht, um was es geht. Ich sage nicht, dass jetzt irgendwas kommt, aber ich sage nur, die Rede war gesprochen in einer Sprache von jemandem, der selber die ganzen Herausforderungen kennengelernt hat und das Publikum, das es gehört hat, auch korrekt adressiert. Und das ist, glaube ich, immer so dieser schmale Grad. Und so ist es auch mit Politikern und Politikerinnen. Und wie gesagt, bei Arnold war das so ein bisschen schon so, ich will Arnold nicht in Öffentlichen hören. Das ist mir einfach, ich wäre neugierig, wenn der das letzte Mal in einem öffentlichen Verkehrsmittel war. Da brauche ich den Typen nicht, dass er mir erklärt, dass ich da jetzt Klimaschütze, während ich jemanden in die Achsel starre. Muss ich mal losgeworden werden. Aber wenn wir bei Technologie sind, ist immer ganz interessant, welche Technologien wie Veränderung vorantreiben. Und was ich sehr, sehr, sehr krass finde, ist im Defense-Tech-Bereich. Und vor allen Dingen aber, und dass etwas die findigen Zuhörer und Zuhörerinnen werden merken, dass ich ja immer so ein gewisses Fable für asymmetrische Kriegsführung habe. Das ist für mich etwas, was zutiefst auch Startup-Kultur auf eine gewisse Art und Weise ist. Was ist asymmetrische Kriegsführung? Das ist nicht quasi klassisches Heer gegen klassisches Heer, gleiche Kräfte, die mit gleichen Mitteln nach gleichen Regeln gegeneinander kämpfen, wie man das so oft früher gehabt hätte, sondern asymmetrische Kriegsführung ist, du hast meistens sehr limitierte Mittel, du hast dann möglicherweise übermächtigen Gegner, du musst sehr kreativ sein und du musst Wege finden, damit umzugehen. Das ist auch für mich Startup-typisch. Du hast fast kein Budget und hast einen riesigen Platzhirsch. Du musst halt irgendwie bekämpfen. Also asymmetrische Kriegsführung nennt man das militärisch. Kann man sehr viel draus ziehen, auch aus Startup-Kultur. Und da ist der Ukraine gerade jetzt vor ein paar Tagen, also wirklich ein Husarenstreich gelungen, Paar Excellence mit Drohnen und einem Lieferwagen. Und das muss ich echt sagen, das war schon wirklich spektakulär. Weil wenn man sich das mal ansieht, ich weiß jetzt nicht, was der tatsächliche wirtschaftliche Schaden ist oder Materialschaden, aber der ist in den Millionen. Es sind Dutzende oder Milliarden, genau, genau, nein, Milliarden, Dutzende Flugzeuge zerstört worden auf russischem Boden und gemacht wurde es wie ein trojanisches Pferd mit 1, 2, 3 Lkw, die mit Drohnen beladen sind. Und das Interessante ist, die Drohnen sind Dinger, die man bis jetzt, bis vor ein paar Jahren eigentlich nur für Influencer benutzt hat oder irgendwelche Filmaufnahmen. Und plötzlich kommt man drauf, man hänge eine Granate dran, steuere das Ganze mit herkömmlichen Mitteln und plötzlich kannst du gegen eine übermächtige Armee Krieg führen. Das war schon ziemlich beeindruckend. Das dürfte auch ordentlich wehgetan haben, oder?

Markus:

Ohne Frage. Also ich glaube, es tut natürlich auch der russischen R weh und es finde ich manchmal so bezeichnend, wie simpel solche Dinge funktionieren, oder? Zu sagen, okay, ja. Das Problem, was wir haben, ist, dass halt unsere Drohnen nicht zu tief genug ins russische Territorium eindrehen können, aufgrund der Reichweite und aufgrund der Flugabwehr, die dann halt dann doch in besonders den Grenzregionen natürlich aufgestellt ist. Wie können wir das lösen? Wir fahren einfach die Drohnen mit einem quasi Flugzeugträger, was halt einen Lastwagen darstellt, fahren wir halt einfach so nah hin, dass die halt einfach nur 300 Meter oder 1 Kilometer fliegen müssen. Und so können wir unglaublichen Schaden anrichten. Es ist jetzt schon interessant, welche Wege dann funktionieren können und wie out of the box wahrscheinlich man da auch denken muss, weil du wahrscheinlich grundsätzlich halt in ganz anderen Dimensionen denkst, aber halt einfach dieses Runterbrechen Back to First Principle, Basic Principles, da kann man kann man sich sicher einiges abschauen davon. Gleichzeitig haben sie natürlich ein Erdbeben global ausgelöst mit dieser Attacke, weil ich bin mir sicher, dass alle Flugbasen der Welt jetzt gerade anfangen, sich zu überlegen, okay, wie kann man diese Very Near Distance Flugabwehr aufbauen, die scheinbar eben in der Form nur bedingt funktioniert. Vielleicht war es jetzt auch nur bei den Russen, aber ich kann mir schon vorstellen, dass die Amerikaner jetzt bei ihren B2-Bomberbasen da gerade auch sehr genau prüfen, was rundherum passiert.

Daniel:

Ja, und ich meine, ohne zu sehr den Verschwörer raushängen zu lassen, an der amerikanischen Ostküste gab es die letzten Monate permanente Probleme mit Drohnen. Und da hat man gemunkelt, dass es Chinesen seien, die da irgendwelche Tests machen. Und es gibt ja, es gibt ja Penetrationstests, wie im Hacking gibt es da auch Kräfte, die genau darauf spezialisiert sind, zu sehen, wie weit kommt man denn. Es gibt ja die berühmten Red Cells bei den Amerikanern, das sind Spezialverbände, deren einzige Aufgabe es ist, bei den eigenen Truppen probieren einzudringen. Ja, und wenn man halt früher unterm Stacheldrahtzaun durchgekrochen ist, jetzt sind es halt die Drohnen. Und das Krass ist mit den Drohnen, das ist eine Technologie, die kann jeder von uns bei Amazon eigentlich bestellen. Und das sind dann irgendwelche Kids, die das nutzen mit einer VR-Brille. Das hast du halt nicht am Radar. Aber das ist tatsächlich Kriegsführung, wie es halt immer so war. Und das ist das Interessante. Es gibt dann die Regeln, an die man sich hält und dann macht das halt jemand anders. Und das ist das schöne Beispiel oder wildes Beispiel ist ja auch beim Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, wo die englischen Verbände sozusagen die Offiziere hoch zu Ross und die amerikanischen Revolutionäre fanden es halt relativ lustig, aus dem Gebüsch auf die Offiziere zu schießen, die auf dem Pferd waren. Und dann kam das Feedback, naja, das ist doch gegen die Regeln, das macht man doch nicht. Man schießt doch nicht auf die Offiziere auf dem Pferd. Und die Antwort war, doch, doch, machen wir ganz gerne. Ja, natürlich kann man immer die Regeln verändern und das mit den Drohnen ist hart. Das Krasse ist aber an den Drohnen, wenn man es auf einer anderen Ebene sieht, du siehst es halt auch im infanteristischen Kampf. Ich habe irgendwo eine Zahl gesehen, dass 70, 80 Prozent der Verluste in der Infanterie zurzeit auf Drohnen zurückgehen. Und das ist hart. Und wenn du dann Jagddrohnen hast, die mittels AI Jagd auf Personen machen, ist das natürlich schon auf einem Level, wo man sagen muss, wie lange da? Das auch nicht gegen die klassischen, ob das die Hager Landkriegsverordnung ist, die Genfer Konvention, wo man sagen muss, da muss man vielleicht auch einmal anpassen. Da ist man, glaube ich, schon an einem Punkt, wo man das längst überschritten hat, ähnlich wie dem Gaskrieg im Ersten Weltkrieg, weil das einfach so tödlich ist und so gar keine Chance lässt, schon hart.

Markus:

Nein, nein, ohne Frage, es macht auch Angst, was zivile Infrastruktur angeht, weil du halt ja also das ist gleichzeitig immer gut, wenn eine asymmetrische Kriegsführung auch funktioniert, einfach um diese Macht über Gewichte nicht zu stark ausgeprägt sein zu lassen, aber andererseits ist Drohnen selbst, wenn man sich überlegt, was man damit machen kann, schon auch sehr grässlich.

Daniel:

Ja, super spooky. Also steht aus der Frage und da gibt es genug eklige Videos auf YouTube, die man dazu finden kann. That being said, manchmal ist es vielleicht auch genau das, womit man einen scheinbar übermächtigen Feind in die Knie zwingen kann und auch an den Verhandlungstisch bringen. Und das ist ja das Thema, darum geht es ja am Ende des Tages. Und auch zu zeigen, so nicht mit uns. Und da muss man immer wieder sagen, bei den Ukrainern ist beeindruckend mit wie wenig Mitteln, die es eigentlich geschafft haben, diesen übermächtigen Feind aufzuhalten. Man hat ja mal gesagt, man ist an drei Tagen in Kiew und das hat ja nicht ganz so geklappt. Die drei Tage sind jetzt schon ein bisschen länger. Ich glaube, es war drei Tage, oder? War damals die Ansage. Spezialoperation, naja klar. Das war's. Ja, ja, danke schön. Militärische Spezialoperation. Sind wir froh. Findige Leute geht es immer. Und wenn man sagt, nee, Gegner ist zu übermächtig nein, dann fehlt dir einfach die Kreativität. David gegen Goliath, man muss nun die Schwachstellen kennen und sie auch kreativ ausnutzen. Und unter wird es bleiben. Aktio et Reactio. Am Ende des Tages geht man mittlerweile mit Schrotflinden auf Drohnen los und Netze. Und das ist dann halt auch wieder merkwürdig. Am Ende des Tages geht es immer auf sowas weiter. Aber ja, komische Dinge, über die wir mal hier im Podcast reden, über die man sprechen muss, wo uns zur Technologie hinführt. Was haben wir denn noch so am Kasten? Worüber wollen wir dann noch so reden, was uns so beschäftigt hat? Wir haben beide vorhin entschieden, auf Elon haben wir die Woche keinen Bock mehr, oder? Keine Elon-Themen.

Markus:

Dann nimmt zu viele Drogen, ja.

Daniel:

Das muss man ganz kurz erwähnen, oder? Also mit dem Kitaminen und so weiter, hast du so öffentlich gesagt, ja, der hat da sich ordentlich was reingepfiffen und man schaut die Videos und denkt sich, oh, fuck. Das ist ganz schön wild, muss man einfach so sagen. Aber gut, so ein österreichischer Politiker sagt, das wird mir nie passieren, dass ich da unter dem Einfluss von irgendwas irgendwas machen würde. Dass ich da Lattenstramm irgendwie.

Markus:

Außer in Ibiza.

Daniel:

Außer Ibiza, da. Das wird uns ja nie passieren. Das ist auch so einer der Videos, die kann man sich auch immer mal wieder regelmäßig ansehen, wenn man sich zulustig über die Amis macht. Und sagen, ja, dieses erstaunlich, dass der Strache da auch immer wieder kommt und sein Ding versucht. Muss man auch mal wieder an der Stelle sagen.

Markus:

Es ist halt seine Identität, oder? Wenn du Politiker bist, dann bist du dein Leben lang, glaube ich, Politiker.

Daniel:

Sehr beharrlich, der Mann. Sehr beharrlich. Oder er hat halt wenig Freunde, die sagen, HC, es ist vorbei.

Markus:

Ich glaube, dass wir da nicht hören wollen.

Daniel:

Nein, oder? Aber das ist halt so, wie es ist. Aber gut, der hängt ja auch da an Dingen, die schon länger nicht mehr optimal sind. Wollen wir über E-Mails reden? Ja. Magst du E-Mails? Ich liebe sie, heiß und ihn nicht ignorieren. Ich habe tatsächlich mittlerweile für mich diesen Zugang, ich glaube, ich mache ein, zweimal die Woche E-Mails, außer es ist sowas, also ich scanne sie, wenn es ultra wichtig ist vielleicht, aber sonst mache ich es so einmal die Woche und ich, mein altes Learning, 90% der E-Mails sind dann auch wieder erledigt. Wie ist mit dir?

Markus:

Für mich ist es schon eine To-Do-Liste. Also ich probiere keine, also außer jetzt ganz klassisch Spammi, Sales Mails. Probiere ich auf alle E-Mails, die explizit eine Antwort erwarten lassen, dass ich auf die auf Antworte oft antworte ich, aber auch einfach mit Sorry, keine Zeit oder kein Interesse. Und habe da ein Input, was ich auch nutze.

Daniel:

Ich rufe dann aber die Leute lieber an. Göt auch. Okay, okay. Und auch wenn es so Salesy-Dinger sind?

Markus:

Nein, wenn es ein klassisches Call Sales ist, wo ich die Person nicht kenne, dann ignoriere ich es meistens. Oder drücke auf Unsubscribe, falls es so einen Unsubscribe-Button gibt.

Daniel:

Penisverlängerungen und so. Heiß Gespräch gekillt. Okay, okay, aber zurück zu dem Thema. Wir wollten nochmal über E-Mails reden, so ganz smart und konstruktiv.

Markus:

Naja, weil was gerade passiert, ist, dass künstliche Intelligenz sehr stark auch in die E-Mail-Programme sich mittlerweile einbaut, das Ganze einfacher macht. Also man kriegt jetzt bei vielen Programmen Autodrafts, wo quasi schon eine potenzielle Antwort vorgeschrieben wird. Man bekommt eine automatische Kategorisierung, es gibt allerlei Programme, die dir statt die einzelnen Mails einen Daily Brief zeigen und quasi einfacher wird, sie durchzugehen. Es gibt AI-Summaries, es gibt AI-Suchen. Also E-Mail wird AI fiziert. Und wenn man das jetzt eigentlich weiterdenkt, ich habe es einen ganz interessanten Artikel jetzt, dann kommen wir vielleicht zu dem Punkt, wo E-Mails, wie wir sie bisher kennen, keinen Sinn mehr machen. Vielleicht sind E-Mails in Zukunft komplett AI gesteuert. Das heißt, vielleicht sagst du halt zu deinem E-Mail-Programm oder deiner Officient, hey, ich möchte mit Person XY einen Termin machen oder ich würde gern denen was verkaufen oder ich würde gern denen erklären, warum wir X und Y machen sollten. Und das E-Mail-Programm macht dann alles im Hintergrund, ohne dass man diese ganze Prosa, die aktuell als Frontend da ist, dass man die überhaupt wahrnimmt. Das heißt, im E-Mail-Programm wird einerseits auf beiden Seiten definiert, welche Personen are worthy to actually interact with undelegend sind interessant und wie spreche ich und dass de facto am Ende vielleicht nur To-Do-Lists und Kalender übrig bleiben und alles andere, was aktuell als Kommunikation, wo Friction natürlich auch entsteht, passiert, vielleicht ist das auch irgendwann mal weg.

Daniel:

Ich probiere mir gerade vorzustellen, was das heißt. Also was das so in der Konsequenz heißt. Also auch so in der Kommunikation. Aber ich meine, was heißt das, wenn du sagst, alles was Friction ist, ist weg. Das heißt, ich sage, Markus, lass uns treffen. Und dann kommt zurück, geil. 27. März 2028, 11.23 Uhr. Haben wir wieder kein. Weil ich meine, wenn es so. Eigentlich ist das lustiger, ja, klar, wenn du das alles gesinkt hast und die Friction weg ist, dann müsste das Ding ja eigentlich checken, okay, wann ist das nächste Mal, dass es klappt? Aber in Wahrheit werden ja ganz viele Sachen wie Umschauffeln oder andere Prioritäten setzen, dann eigentlich gar nicht mehr gehen. Und dann wäre es wieder so ein LDS-Forabiche.

Markus:

Weil das AI gut genug ist, um solche Priors auch zu erfassen. Das meine ich ja genau. Der Computer sagt nein. This is very important und alles andere depriorisieren.

Daniel:

Weil das Lustige ist, entschuldige, wenn ich dir ins Wort fall, ich habe tatsächlich mal vor zwei Jahren oder sowas ein E-Mail bekommen von einem Ministerium und das war, ich sage nicht, wer es war, aber das war nicht so gut geschrieben. Und ich glaube, es hatte auch tatsächlich kein Betreff. Müsste ich wirklich lügen. Es war irgendwie so etwas, was ich dreimal lesen musste, um zu checken, a, dass das ernst gemeint war und B, dass das tatsächlich sehr relativ persönlich war. Und C, dass es, also es war unsolicited, wenn man so möchte. Es war relativ nicht gut geschrieben. Es hatte, glaube ich, sogar Vorname, Nachname drin, was nur für mich normalerweise ist, wenn jemand schreibt, lieber Daniel Cronen, ist so für mich Ende, weil ich weiß, das ist nicht ernst gemeint. Und es war dann aber plötzlich, weil ich es ein paar Mal gelesen habe, habe gecheckt, Moment, es ist total ernst gemeint. Das wurde aber von jemandem schnell gemacht, weil es relativ urgent war. Das wäre durch jedes AI-Programm durchgerutscht.

Markus:

Ja, das ist natürlich die Frage, auf welcher Basis die wenn beide AI nutzen, dann wiederum cancelt sich das aus. Du hast natürlich recht, das, was du jetzt da beschrieben hast, ist das gewisse Signaling. Durch gute Sprache, durch die richtige Adressierung. Es waren alles Filter, wo du sagst, okay, dadurch gibt es dir ein Signal, das ist eine seriöse, wichtige Mail. Was jetzt passiert, ist, dass anders als damals, wo das auch so ein bisschen ein Intelligenz-Check war, mit den AI-Drafts und so weiter, kann ja jeder gut schreiben. Kann ja jeder eine Mail so draften, dass sie auf der Gegenseite professionell wirkt. Also genau der Filter fällt weg. Und wenn jetzt wirklich quasi zwei Agenten miteinander sprechen, also mein AI-Agent spricht mit deinem AI-Agent, dann ist für uns eigentlich nur das, was zählt, okay, treffen wir uns jetzt oder machen wir jetzt ein Podcast-Recording oder was auch immer. Also ich glaube, es wird sicher trotzdem noch Kommunikationskanäle geben, die persönlich sind und sei das dann WhatsApp oder sei es eben anrufen. Aber ich könnte mir gut vorstellen, dass E-Mail als Main-Kunikationstool zwischen Menschen, dass das wegfällt.

Daniel:

Das glaube ich auch. Ich probiere nur sozusagen diesen Schritt nach vorne noch zu denken, wie das halt wirklich aussieht, weil es ist super, aber andererseits wird es, glaube ich, wahnsinnig viel auch einfach kletten und wegletten und es glaube ich wird dann wieder diese Ausreißer wegletten. Lustig, ich habe am Freitag mein 25-jähriges Matora-Jubiläum und da kriege ich halt eine E-Mail von jemandem, der mir seit Jahren nicht geschrieben hat, eine E-Mail-Adresse, die eigentlich inaktiv ist. Und eine echte AI wird das. Du, wer weiß, I mean, I'm all for it, weißt du, nicht falsch verstehen. All for it. Aber ich bin halt einfach gespannt, was das tatsächlich in der Konsequenz heißt. Aber wahrscheinlich habe ich bis dahin irgendwas super Geiles von Johnny Ive. Irgendwie ein Septum-Piercing oder sowas, was dann irgendwie mir das in die Iris einbrendet und es ist mir absolut. Es misst meine Gehirnströme, wenn es das subtil mir sozusagen ins Unterbewusstsein, genau. Und der Aura-Ring-Version 11 sagt, er finde das interessant.

Markus:

Basiert auf deinen Gedanken, die die AI lesen kann, wird es schon wissen, welche Meetings für dich relevant sind. Dahin werden wir kommen.

Daniel:

Und die Dauer der Meetings und in der Art und Weise, wie du staffelst, dass du mit der positivsten Energie rausgehst.

unknown:

Ja.

Markus:

Ja, also ich glaube, zuerst wird es so sein, wie halt jetzt Assistenten im Job agieren. Also manchmal ist ja auch so, dass man sich dann jeweils mit den Sekretären oder Sekretärinnen dann Dinge ausmacht und manchmal sprechen auch die Sekretariate miteinander. Ja, ja. Und ich glaube, das wird der erste Punkt sein, wobei ich das auch immer sehr komisch finde, wenn dann plötzlich von der tatsächlichen E-Mail-Adresse dann ein Sekretariat zurückschreibt, wo man nicht wirklich weiß, wen man jetzt adressieren soll. Also mal schauen, ob es die gleiche Friction auch bei den Bots gibt. Das, was halt wirklich zählen wird, ist Trust. Also wein kommt der Punkt, wo du das Vertrauen hast, dass du so einem Agenten, einem Bot, deine Lebensorganisation überlässt. Und da sind wir schon auch weit entfernt.

Daniel:

Das glaube ich nämlich auch. Das glaube ich auch, weil wenn du sagst, ein richtig guter richtig guter Personal Assistant ist vor jemand, die halt auch spüren, was du magst und was du nicht magst und wissen, was dir eine Prio ist und was dir keine Prio ist und auf wen du Bock hast und wenn du keinen Bock hast. Aber ChatGPT ist also beeindruckend gut.

Markus:

Könnt ihr mir schon vorstellen, dass die recht viele über dich wissen und was du magst und wer dir wichtig ist, oder?

Daniel:

Ja, auf jeden Fall. Ich meine, ich finde das hier so wahnsinnig spannend, dieses Jahr, du kannst mit mir mitlernen. Das habe ich schon seit geraumer Zeit eingeschaltet. Und da sage ich das immer sehr gerne. So basierend auf allem, was du von mir weißt, bitte mach bla bla bla. Und da kommt, da kommen dann immer durchaus interessante Sachen bei raus, auch mal totaler Müll, kann man auch drüber diskutieren. Aber ja, ich denke, da bräuchtest du halt Monate, um da jemanden in irgendeiner Form einzulernen und um es nur diesen Schritt weiterzubringen. Generell finde ich das ja total geil. Weil ich meine, es ist so, während wir gerade zum Beispiel reden, nicht während wir reden, aber ich hab's dir von erzählt, ich habe ein neues Video für YouTube gemacht, dass das jetzt irgendwann heute releasen werde und ich weiß ganz genau, wie ich den Thumbnail haben will, nur ich kriege den noch nicht so hin, wie ich will. Und die Vorstellung, dass es vielleicht noch ein paar Monate weg ist, dass ich einfach ein Snapshot von meinem Hirn sagen kann, sagen, so will ich das, und noch ein bisschen so, noch ein bisschen so, das finde ich schon ziemlich, ziemlich cool. Und da sind wir schon nah dran. Vor allen Dingen auch dieses, ich merke es jetzt bei ChatGPT, dass ich sage, hey, gib mir Thumbnail-Vorschläge und die sagen, sollen wir dir einen Moc-Up schon mal bauen? Ja, bitte mach das. Und das ist schon so nah dran an dem, was mir gefällt. Und dass ich dann über Voice auch noch dem Ding gewisse Sachen mitteilen kann. Das ist schon I like, ich finde das gut. Und ich habe es auch bei anderen gesehen, die dann auch bei Krankheiten und so weiter sagen, hey, schau mal, so schaut das aus. Was hältst du denn du davon? Und dann kommt da durchaus das Brauchbare aus. Und wir haben es ja letzte, vorletzte Woche gehabt, dass es ja natürlich auch gerade bei psychologischen Themen super ist. Dass das mal ein perfekter Assistent wird cool. Hast du Black Mirror eigentlich hier gesehen? Ja, einige Folgen. Nicht alle, aber. Hast du die neueren gesehen, die ganz neuen? Nein. Habt ihr ein, zwei Folgen gesehen, die waren tatsächlich auch alle nicht so gut, aber da war eine Geschichte, ohne jetzt ein Spoiler zu sein, da geht es um eine Technologie, jemand, ich glaube ich mal, stirbt und wird dann wieder ans Leben zurückgerufen durch irgendeine Technologie. Und es läuft super, aber die Person kann nur in einer bestimmten Region sich aufhalten, geil. Es kostet ein bisschen Geld. Und dann irgendwann fängt das Ding Probleme zu machen und sagen, ja, die Funktion, die du jetzt hattest, da brauchst du aber ein Pro-Account, kostet aber so viel. Und das sind alle paar Monate so, dass es dann noch ein Ultra-Profi-Blablabla-Account gibt. Und am Ende kostet das so wahnsinnig viel, nur dass sie lebensfähig ist, dass es dann gar nicht mehr geht. Und das Witzige ist natürlich mit Chat-GPT, es ist so, wir sind da alle schon so tief drin, würde da jetzt jemand sagen, hey, das koste ich jetzt aber 200 Euro im Monat. Ganz ehrlich, ich glaube, da würden die meisten von uns Zähneknirschen mitziehen, weil der Nachteil, den man jetzt schon hat, hätte im professionellen Leben, wäre so groß. Das ist natürlich ziemlich fies. Wenn man immer sagt, nicht vergessen, das ist hier die alte Silicon Valley-Schule. Die machen das nicht, weil sie dir dein Leben erleichtern wollen. Da ist ein Business Model dahinter und da sind schon Milliarden versenkt worden.

Markus:

Ich glaube, ein gewisser Wunsch, das Leben zu erleichtern, ist schon noch da.

Daniel:

Ja, aber ich glaube aber auch so Profitabilität ist natürlich auch ein ganz großer Wunsch und Shareholder Value. Natürlich. Wenn die Hand idealerweise. Aber wenn du dann auch so heavy geonboardet wurdest, dass du sagst, ich kann es mir gar nicht mehr vorstellen ohne. Weil ganz ehrlich, von all den Sachen, du hast einen Pro-Account? Ich habe einen Pro-Account, ja. Was würdest du dir eher aufgeben, ChatGPT oder Netflix? Ich schau überhaupt nicht Netflix, das ist sehr einfach. Okay, ChatGPT oder Champions League? Schwieriger.

Markus:

Also dass ich keine Champions League mehr schauen könnte? Ja, live. Es hängt davon ab, wie erfolgreich Liverpool ist. Also ein Finale mit Liverpool zu verpassen oder ein Halbfinale, das würde glaube ich schon noch vorgehen. In die Gruppenphase nicht schauen zu können, der wäre dann ChatGPT wahrscheinlich schon wichtiger.

Daniel:

Siehst du ein ChatGPT in Spotify?

Markus:

Ja, jetzt auch nicht so der große Spotify-Nerd, sondern wahrscheinlich schon ChatGPT.

Daniel:

ChatGPT und hast du einen YouTube Pro-Account?

Markus:

Nein. Ich konsumiere grundsätzlich ganz wenig Content. Zeitung. Ja, Online-Zeitung, das mache ich schon viel.

Daniel:

Warte, hast du deine letzte Zeitung gekauft?

Markus:

Eine physische Zeitung?

Daniel:

Ja, ja, ja.

Markus:

Gekauft, glaube ich, habe ich das letzte Mal eine Zeitung, als wir mit Ostchen Startups ein großes Feature hatten, oder es wurde ein großes Interview. Im Flugzeug nehme ich mir immer wieder eine Zeitung ein bisschen gratis.

Daniel:

Ich habe meine letzte Zeitung tatsächlich so vor zwei Wochen gekauft, aber auch nur, weil ich eben eine Moderation vom Handelsblatt hatte und da war ich einfach neugierig, das Handelsblatt mir anzuschauen. Das Lustige, weil ich glaube, das letzte Mal, als ich eine Zeitung auch gekauft habe, wirklich gekauft habe, muss auch 15, 20 Jahre her sein. Da war aber das Witzige, nur ein bisschen abzuschweifen, dafür hat man ja auch im Podcast, war der Moment, wo man wieder mal eine Zeitung anfasst und einfach dieses haptische, kennst du dieses komische Gefühl, das du auf den Fingern hast, wenn du eine Zeitung und dann du stegst es auf und hast diesen Geruch, diesen Zeitungsgeruch, und man ist so automatisch wieder zurück und hat dann auch diese Herausforderungen, wo man auch eine Zeitung auch lesen kann. Gut, weil du musst ja schon dich sehr breit machen, irgendwo in Sitzflächen und dann hast du das und dann dieses. Erinnert sich, wie es ist, wenn man die Rückseiten von Zeitungen liest, dieses Umfalten, dieses sperrige Manöver, wenn du quasi Seite 1 hast, dann machst du auf, das ist Seite 2, 3 und dann müsstest du aber die Rückseite lesen, Seite 4, 5. Dann musst du es quasi rausnehmen und so umfalten.

Markus:

Nein.

Daniel:

Du hast ja nur lustige Taschenbücher gelesen, oder was?

Markus:

Ich wollte gerade, also so eine gefaltete Zeitung, oder? Genau, so eine echte Standard oder was so.

Daniel:

Wie ein Standard, genau. Und jetzt nehme ich dich mal mit auf eine Reise. Du hast den Standard, du nimmst ihn und hältst ihn vor dir. Und dann blättterst du es auf wie ein Buch. Und dann möchtest du aber quasi die Rückseite sehen davon. Das heißt, du musst es ja eigentlich dann falten. Das heißt, du faltest es nach vorne. Schau mal auf meinem Screen. Du faltest es auf, hast du Seite 2 und Seite 3. Aber du willst quasi die Rückseite sehen. Das heißt, du musst es dann quasi so umfalten. Und hast da diese akrobatischen Manöver, um auf die Rückseite zu kommen, dieses Umschlagen.

Markus:

Wir machen das mal gemeinsam vor der Kamera deine und dann schauen wir, ob das wirklich so kompliziert ist. Hätte ich jetzt irgendwo eine Zeit.

Daniel:

Nein, du musst einfach.

Markus:

Also was ich mache mit solchen Zeitungen ist, ich nehme sie auseinander. Ich habe jeden Teil extra, weil das ist ja dann immer so. Du bügelst die Zeit um. Und dann, aber glaube ich, falte ich auf und dann ist es halt groß, aber dann blätter ich, oder?

unknown:

Ja, aber.

Markus:

Dann machst du nur die Hälfte.

unknown:

Nein.

Daniel:

Lässt du es gefaltet und deswegen musst du es drehen. Es kommt ja auf die Situation an. So quasi, nehmen wir mal sowas wie die, die, ah, die Welt. FAZ. FAZ, so ein richtig fettes Trump. Sonntags-FAZ, so ein richtiger Prügel. Und da ist ja halt oft so, dass du dann quasi richtig so umblättern musst und dann dem Typen, der neben dir in der Economy sitzt, dann quasi auch schon mit der Faust in der Nase bist, weil du halt so umblättern musst. Und dann willst du aber was lesen, was unten steht. Da musst du halt nicht.

Markus:

Der kann einer mitlesen, ist ja nett von dir, wenn du.

Daniel:

Ja, aber es ist irgend so ein Teenie, der irgendwie TikTok-Probleme hat. Ist ja gut für ihn. Also ich sehe das nächste Mal, wenn wir uns dann quasi persönlich sehen, sollten wir irgendwo eine Zeitung nehmen und dann falten wir um die Wette und sehen, was wir meinen. Und dann haben wir Druckerschwärze an den Händen und dann jaulen wir. Und dann schneiden wir uns noch am Papier. Das ist das, was die Generation von heute nicht kennt, die sind viel zu verweichlicht.

Markus:

Sehr gut.

Daniel:

Oder? Die heulen dann wieder, wenn sie TikTok nicht haben. Wollte ich noch sagen.

Markus:

Das ist der Grund, warum Österreich Schlusslicht in E-Alm ist.

Daniel:

Haben wir gewartet, oder? Weil das war eigentlich das Ursprüngliche. Ich hab gesagt, nein, Markus, bitte, bitte fang wir nicht an damit. Ich bin eh schon viel zu getriggert. Und ich bin ja eigentlich jetzt echt guter Laune und jetzt habe ich Bock drauf. Das hast du sehr elegant gemacht. Also Österreich ist eh schlusstig in E-Alm. Das ist so, das ist eigentlich auch österreichische Seele, oder? Wie geht's dir eh-Orsch? Und wie Arsch ist es denn?

Markus:

Ja, das ist schon ziemlich Arsch, weil ich weiß nicht, ob es dir auch so geht, aber es ist so gefühlt, jede zwei Wochen kommt eine neue Statistik raus, wo Österreich einfach alle allerletzte sind, wo Österreich ferner liefen ist.

Daniel:

Wir sind ganz vorne mit dabei, wenn es um die Steuern und Abgaben geht.

Markus:

Okay, also das würde ich aber auch als Schlusslicht bezeichnen. Natürlich.

Daniel:

Ich könnte so im Kreis kotzen, was ich an Steuern zahle. Dann gehst du raus und denkst dir, Krankenhäuser klappen nicht, öffentliche Schulen klappen nicht, Integration klappt nicht, Bildung klappt nicht, öffentliche Verkehrsmittel klappt nicht. Ich weiß, jetzt irgend so einer von euch Bobos da aus dem Achten, die sagen, nein, das ist total schön bei mir. Ja, ja, ja. Heul doch. Nee, aber jetzt schauen wir uns das doch mal so ganz pragmatisch an.

Markus:

Also ich glaube, das, was noch am ehesten ein mediales Echo bekommen hat und ich finde auch das wieder interessant, dass diese Dinge eigentlich relativ wenig mediales Echo bekommen. Aber es kam eine Statistik, die doch eine gewisse Reichweite erzählt hat, war, dass Österreich das einzige Industrieland weltweit ist, was aktuell in diesem Jahr eine Rezession quasi veranschlagt, beziehungsweise wo die Wirtschaftsforscher sagen, dass das passieren wird. Es ist einfach was Positives. Das Einzige ist halt schon ziemlich heftig. Deutschland geht es auch nicht gut. Das ist natürlich auch mit ein Grund, warum es Österreich nicht gut geht, weil unsere Wirtschaft da recht abhängig ist. Aber dass wir halt dann trotzdem nochmal schlechter sind, nicht gut. Es ist auch, wenn man sich anschaut, wie sich das rein in den letzten zwölf Monaten sind wir Schlusslicht, wenn es um die relative Veränderung geht. Wenn wir uns über die Arbeitskosten unterhalten, spielen wir ganz vorne mit. Wenn wir über die geleistete Wochen Arbeitszeit unterhalten, dann spielen wir ganz am Ende mit, weil wir sehr wenig arbeiten nur. Wenn wir uns die Pensionskosten anschauen, dann spielen wir sehr weit oben mit. Also es ist egal, wo man hinschaut, es ist wieder Österreich und Österreich fahren mit dabei, im negativen Sinne. Das ist schon besorgniserregend, weil es ist nicht genau all diese Dinge, es sind ein viche Circle. Also es befeuert sich ja gegenseitig. Und da auszubrechen, wird immer schwieriger, wenn man es nicht jetzt gefährliches Wort, aber einfach jetzt mal mit einem klaren Schnitt einmal rangeht und wirkliche Reformen macht. Und das ist, leider habe ich gerade wieder das Gefühl, dass das nicht passiert.

Daniel:

Ja, ich meine das Lustige ist, ich sehe hier durchschnittlich tatsächlich geleistete Wochenarbeitsstunden in Haupttätigkeit der Erwerbstätigen im Alter zwischen 20 und 64 Jahren. 33,9 Stunden. Jetzt kann man sagen, ja, hier Work-Life Balance, bla bla bla. Fucking earn it. Das ist so mein einziger Zugang, den ich dazu sagen kann. Wenn du 25 bist und redest von Work-Befehl, Life-Balance, fucking earn it. Und du kannst nur von sowas reden, wenn du überhaupt was geleistet hast. Weißt du, bis wann ich heute Morgen gearbeitet habe? Bis 3 Uhr morgens. Warum? Weil ich an was gearbeitet habe, was richtig wichtig ist und es muss passieren. Und ich hab dieses. Es ist halt einfach mittlerweile einfach so eine Kultur, wo Leute der Meinung sind, ihnen stehen Dinge zu aufgrund von irgendwelchen Sachen. Ja, aber nur, weil alle anderen das für dich verdient haben, dass du das haben kannst. Und ganz ehrlich, wie es außerhalb von Europa und außerhalb von Österreich gerade so abgeht, wie die anderen Gas geben, das ist da müssen wir uns mehr als warm anziehen und dass unser Vorsprung sowas von dermaßen dahingeschmolzen und überholt wurde, das ist spektakulär tragisch. Und ich sage jetzt nicht, dass man zum Beispiel Qualität in Arbeitsstunden per se messen muss. Aber wenn man merkt, dass diese Arbeitszeiten so dermaßen runtergehen und Leute nicht bereit sind, etwas zu leisten und es auch eine Kultur gibt, die nicht von Leistung redet, kann ich gar nichts mit anfangen. Null.

Markus:

Das, was glaube ich, das so schwierig macht, ist, dass, glaube ich, für viele Leute, das Gefühl ist, dass es sich an und für sich für sie hat sich, also mit ihrem Input, mit ihrem Einsatz, mit dem, was man halt kollektiv auch tut, hat sich wenig geändert in den letzten zwei, drei Jahrzehnten. Im Sinne von, wir hatten immer den Freitag in Österreich, die Leute sind nach Mittagessen nach Hause gegangen. Also ich wurscht, ob das öffentlicher Dienst ist oder große Firmen. Bei den meisten gab es immer eine Kultur, dass Freitagnachmittag Freizeit ist. Und es hat, und das ist wahrscheinlich auch das Problem, es hat lange sehr gut funktioniert, Österreich. Wirtschaftlich waren wir stark beisammen. Und ich glaube, der Grund, warum das funktioniert hat, war halt etwas, wo wir wahrscheinlich nicht wirklich selbst so viel dazu getan haben. Wir haben halt sehr profitiert von dem geopolitischen Umfeld, in dem wir unterwegs waren, wo wir in einer sehr komfortablen Position haben, wo wir uns auch einen gewissen Komfort leisten konnten, eine gewisse Faulheit vielleicht leisten konnten, wo es nicht notwendig war, innovativ zu sein, was nicht notwendig war, ordentliche Produktivitätsgewinne zu machen, wo wir halt durch billige russische Energie, gepaart mit einer engen Kopplung, mit dem deutschen Wirtschaftsmotor, gepaart mit Osteuropa, weiter und es waren total viele makroökonomische Faktoren, die es uns sehr leicht gemacht haben, erfolgreich zu sein als Volkswirtschaft. Und das führt halt dazu, dass wir uns an diesen Komfort, an diese, ich nenne es jetzt mal Faulheit gewohnt haben. Und zwar in allen, also es ist wurscht, ob das jetzt gewisse Verwaltungsebenen sind, es ist wurscht, ob das viele große Firmen sind. Der Motor, der Drive, der ist halt verloren gegangen. Und jetzt ändert sich das geändert, das geopolitische Umfeld, genau diese Faktoren, die es für uns so leicht gemacht haben, fallen weg. Und das ist natürlich sauhart, weil wir das auch, glaube ich, oft aus der Internalisierung nicht wirklich zuordnen können. Wir haben ja nichts verändert. Wieso sind wir jetzt plötzlich so schlecht? Und ich glaube, das ist jetzt halt der Moment, wo man aufwachen muss und sagt, so wie bisher geht es nicht weiter. Es muss ein ganz anderes Wirtschaftsverständnis her. Es muss ein, so wie unsere Volkswirtschaft funktioniert, wird es nicht funktionieren in den nächsten Jahren. Wir müssen neu anfangen.

Daniel:

Ja, das ist auch so, aber es ist auch ein riesiges kulturelles Thema. Weil ich meine, wenn du selbst den Kindern sagst, du brauchst dies nicht, du brauchst das nicht, jeder, der mitmacht, ist super. Nein, nein, nein. So geht das nicht. Wenn du mitmachen willst, hab Spaß, go for it. Aber denk auch dran, gewinnen fühlt sich ziemlich geil an. Sei competitive, hab Bock drauf, der Beste zu sein. Heul nicht deswegen, sondern weißt du, mach was und finde Leidenschaft für etwas. Und wenn du Leidenschaft hast, dann willst du auch von automatisch der Beste sein. Und das ist etwas. Es gibt glaube ich nichts, was man im Leben kann, gut kann, für das man nicht richtig beißen musste. Und das musste aber Leuten vorleben. Und du musst Leuten zeigen, alles, was man da hat, hat man durchs Beißen, durchs Bitter, bös, hart dafür arbeiten. Und dieser Kontext fehlt und dieses Beharrlichsein fehlt. Und da sind einfach so viele, so viele Narrative, die die letzten Jahre entstanden sind, die uns einfach so viel Fight nehmen, so viel Kampfeslaune nehmen, das finde ich beschissen. Und schönes Beispiel ist aus dem Sport. Ich meine, ich, ich, du weißt, ich und Fußball nicht groß. Aber es gibt ein schöner, ich hab vor Jahren, und du wirst die Geschichte besser kennen als ich, eine Geschichte über David Beckham gelesen. Warum war der Typ so gut? Weil der, wenn alle anderen nach Hause gegangen sind, ist er am Fußballplatz gestanden und hat weiter seine Freistöße geübt. Einen nach dem anderen. Warum ist Lewis Hamilton so gut? Weil er mit schlechtem Material gefahren ist und sein Papa hat am besten Bremspunkt vom schnellsten Fahrer eine Pylone hingestellt und sagt, hier, probier. Und als das konnte, das immer ein bisschen mehr. Das ist etwas, das musst du Leuten mitgeben und sagen schon mal, wenn du, wenn du, wenn du das willst, nur so. Nur so, nur so und nicht anders.

Markus:

Bei David Becker muss man sagen, der hat dann auch noch eineinhalb Stunden gefunden, um vorm Spiegel zu stehen. Also im grundsätzlichen Zeitbudget. Aber on a more serious note. Ich glaube, nämlich das, was du jetzt angesprochen hast, das ist ja auch mittlerweile ein sehr starker Narrativ da draußen, dass wir halt alle nicht mehr hart arbeiten. Ich glaube nur, das ist auch wiederum gefährlich, das nur auf das zu reduzieren. Ich glaube, dass diese only, wenn du hart genug arbeitest, dann wird es funktionieren. Ich glaube, dass das auch nicht der Schlüssel ist. Ich glaube, es braucht diese Kombination. Also harte Arbeit braucht es, ohne Frage. Also ohne harte Arbeit geht es nicht. Aber nur harte Arbeit ist auch nicht der Schlüssel. Es braucht dieses Verständnis für, wie man auch smart arbeitet und wie man in die richtige Richtung arbeitet. Und dann da glaube ich das mitzugeben. Es braucht die richtige Kombination. Du musst in die richtige Richtung arbeiten mit den richtigen Werkzeugen. Aber natürlich auch hart arbeiten und bereit sein, Dinge dafür zu opfern.

Daniel:

Aber weißt du, was du dafür brauchst? Ich muss dir da ganz kurz ins Wort fallen. Das ist auch genau, ich sehe es auch so, du musst smart arbeiten und du musst aber auch ein Umfeld haben, das versteht, dass du dafür sehr viel niederreißen musst und nicht ein Umfeld, das bewahrt und klammert. Wir haben es vorhin ganz kurz bei unserem Warm-Up, das im Übrigen meistens drei Minuten ist oder fünf Minuten, wo wir uns über unsere Söhne unterhalten und über Kinderthemen. Was mir auch gar keine Ruhe lässt, ist das Bildungsthema und zum Beispiel das Studienthema und dieses, macht es Sinn, für immer an Studien festzuhalten, nur weil man das immer so gemacht hat oder macht es zum Beispiel Sinn, wenn du mit 20 bist, sagst, weißt du, anstatt dass du studieren gehst, die nächsten fünf Jahre und vorgefertigte Curricula nimmst, ballerst du einfach rein mit AI-Themen und wirst damit top. Ich glaube, man muss Menschen einfach vorleben und sagen, schau mal, jetzt ist wieder die Zeit fürs Unorthodoxe, jetzt ist die Zeit fürs Gasgeben, jetzt ist aber die Zeit auch nicht einfach vorgefertigten Wegen zu folgen, sondern sich zu trauen und zu machen. Und aber auch zu sagen, ganz ehrlich, dieser geebnete Weg, der wird vielleicht gar nicht mehr so funktionieren. Schönste Beispiel sind die Drohnen, über die wir vorhin gesprochen haben. Ich stelle vor, die Ukraine hätte, ohne mich jetzt zu sehr militärisch auszukennen, jetzt sind wir nach Covid-Experten alle Militärexperten, aber trotzdem, man stelle sich vor, sie hätten einen klassischen Luftangriff durchgeführt, tief im russischen Gebiet, ohne irgendwas über die ukrainische Luftwaffe zu kennen, aber es hätte wahrscheinlich nicht ganz so funktioniert. Dass man Lastwagen im Drohnen drauf tut und plötzlich so einen Wahnsinnsimpact hat, das ist spektakulär. Das ist genauso wie OpenAI versus Deep Seek. Da gibt es einfach bestimmte Methoden, wie man hochgestochene Ziele erreichen kann mit geringen Mitteln, wenn man einfach nur probiert und macht und tut und dieses Mindset hat und nicht sich aufgrund der Ressourcen einschränkt. Und das ist vielleicht dieser Narrativ, den man braucht. Nur weil du eben nicht. Vielleicht ist das wirklich die Aussage, die man einfach nicht stark genug unterstreichen kann und gerade heutzutage verlieben ist. Nur weil du XYZ hast als das, was dir gegeben wird am Anfang, gibt es keine Ausreden. Wenn du etwas willst, go for it. Earn it. Mach es und tu es. Und lass dich da aber auch nicht von den gegebenen Mitteln einschränken. Und das ist das. Und wie gesagt, falls irgendjemand das mit einem halben Ohr gehört hat, ich bin kein Fan von Arbeitszeitmaximierung. Um Gottes Willen nicht falsch verstehen. Ich bin aber auch ein Riesen-Fan davon, absolut Gas zu geben. Das heißt aber auch, dass ich oft genug, wenn man mich mal beobachtet, bin ich oft genug an einem Montag um 10 Uhr bis 12 Uhr laufen. Warum? Ja, weil ich das Glück habe, in so einer Position zu sein. Das heißt aber auch, dass ich wahrscheinlich das Wochenende davor gearbeitet habe wie ein Irrer. Ich finde es aber einfach doof, dass man an gewissen Regelmäßigkeiten festhält und sagt, weil das schon immer so war, müssen wir die schützen und bla. Da hat man vom Jahr eine Veranstaltung moderiert, da waren Gewerkschafter in Deutschland dabei. Ganz ehrlich, der Typ war so dermaßen weltfremd, das war unfassbar gesehen, wie der nur verhindert hat auf Teufelkommen raus, an irgendwelchen Regeln, um die Gewerkschaft zu stärken, aber nicht notgedrungen, die zu schützen, die er schützen sollte, sondern einfach nur an Arbeitszeiten festhalten. Und da waren dann die Arbeitgeber, die gesagt haben, verdammt, wir haben aber Leute, die wollen in der Zeit arbeiten, wir haben Leute, die sind Single, wir haben Leute, die sind keine Christen, die sagen, ganz ehrlich, der Sonntag ist mir jetzt nicht so wichtig. Nein, der Sonntag ist ein heiliger Tag und gehört der Familie. Ja, aber so wenn du dann kein Christ bist und irgendwie auch einfach Bock hast, Sonntag zu arbeiten. Und ganz ehrlich, für mich als Profi-Speaker und Moderator, wie oft ich sonntags arbeite und ich habe eine Familie, schon okay für uns. Wir schnapsen uns da schon aus.

Markus:

Jetzt hast du mich aber getriggert. Nein, aber das ist ein ganz wichtiger Punkt, weil das ist genau das Problem, was wir auch haben. Wenn du jetzt dich umhörst mit den industriellen Größen dieses Landes, sprich, die sagen, alle ne, wir müssen wieder mehr arbeiten, wir müssen dürfen nicht zu faul sein. Und da ist natürlich ein Stückchen Wahrheit dabei. Ich glaube, das ist eingerissen, aber gleichzeitig wird es nicht helfen, wenn man nur das ändert. Das reicht ja nicht. Und das ist das Problem. Wir spielen aktuell, oder wir managen dieses Land, als würden wir Champions League spielen, weil wir haben Champions League gespielt vor 20 Jahren. Aber es ist nicht mehr so. Wir spielen mittlerweile eigentlich Regionalliga und trotzdem managen wir das wieder Champions League, nur das funktioniert vorne und hinten nicht. Du brauchst genau dieses Underdog-Mindset, du brauchst genau dieses Mindset. Wir sind aktuell Schlusslicht unter den Industrienationen, wir sind ganz schlecht unterwegs. Was können wir tun, um trotz dieser Ausgangssituation, um trotz der mittlerweile wahrscheinlich begrenzten Ressourcen, der wahrscheinlich eher unvorteilhaften Ausgangssituation, wie können wir trotzdem bestehen? Und da ist genau das Mindset, was du angesprochen hast. Dieses Asymmetrische auch relevant. Und da müsste man halt auch politisch angehen und sagen, sorry Leute, wir müssen jetzt mal Dinge ganz neu denken. Und das passiert zu wenig. Sowohl in der Politik als auch in der Privatwelt.

Daniel:

Und die Frustration wird größer und größer und größer und größer und Frustration ist immer brandgefährlich. Ich glaube, in der Zeit passiert auch ganz viel, das ist super. Aber ich meine, ich sage es oft genug, ich merke es halt auch bei mir höchstpersönlich, wie bei mir auch einfach meine Laune immer mehr und immer mehr umschwappt. Und ich kann es nicht sagen, als ich vor zehn Jahren meine Steuern gezahlt habe, habe ich die Steuern mit einem enormen Stolz gezahlt. Einfach dieses, ja, das sind zwar viele Steuern, aber ich freue mich, meinen Beitrag zu leisten und ich weiß, wofür ich es tue. Und mittlerweile überweise ich es und denke mir nur einfach, nee, nee, nee, nee, will ich nicht mehr. Freut mich nicht. Und das ist aber ein Kippen. Einfach nur aufgrund von der Art und Weise, wie ich Dinge sehe und wahrnehme. Das mag ich nicht. Und das macht man sich glücklich.

Markus:

Und da muss man jetzt auch sagen, es ist ja letzte Woche diese EU-Startup und Scale-Up-Strategy publiziert worden, die natürlich grundsätzlich wieder halt ein neues Strategiepapier ist. Ich glaube das sechste oder siebte in den letzten Jahren der EU-Kommission, die man halt zum Startup-Kontinent werden kann. Also kann man natürlich wieder sagen, na super, wieder ein neues Papier, aber gleichzeitig gibt es da drin schon ein bisschen wording, was genau die richtige Richtung vorgibt. Da steht drin, this strategy seeks to shift the European Economy towards a more innovative model. Wir müssen uns verändern. Es muss sich drehen. Und das ist auf EU-Ebene mittlerweile angekommen, auf Nationalstaaten-Ebene leider in den meisten Ländern noch nicht. Und das ist genau der Unterschied, wo jetzt natürlich auch die Befürchtung ist, dass dieses Momentum, das es da gibt mit der EU-Inc. Das dann wieder die Nationalstaaten sagen, nein, nein, bei uns sicher nicht, wir brauchen den Notariatsakt, weil das ist 180 Jahre Vertragssicherheit.

Daniel:

Ich glaube, du musst halt einfach langsam drüber fahren. Und der Punkt ist, der in aller Härte gesagt, einfach nur, wenn man es probiert, jedem recht zu machen, damit kommt man nicht klar. Und ich glaube, man muss auch einfach, ich habe Joschka Fischer, erinnerst du dich, den ehemaligen deutschen Außenminister und Vizekanzler auch auf einer Bühne gesehen vor zwei Wochen. Und da ging es um ein vereinigtes Europa. Und der hat einfach nur vehement gesagt, nee, will er gar nicht mehr drüber reden. Das ist einfach, da hat er gar keine Lust mehr drüber zu reden. Und ich habe mir gedacht, einfach dieser alte Typ, der mit seinem alten Denken neues Denken einfach verhindert und einfach so, und aber weil er als diese große moralische Instanz da angesehen wird, wird gesagt, ja gut, dann machen wir das halt nicht. Und was mir aber so fehlt in genau diesen Dialogen, ist, dass dort, wo diese Diskussionen dann oft stattfinden, da sind sie halt alle, ich meine, ich werde 44 heute, es sind also die 40 plus, die alle ganz gut drauf sind und sagen, okay, dann halt nicht. Aber es sind nicht die 20, die sagen, ja, dann hau ab, mach Platz. Wir müssen aber, weil du verbaust uns unsere Zukunft, weil klar geht das noch fünf Jahre gut, aber es geht nicht mehr 15 Jahre gut. Weißt du, was ich meine? Und das ist so, da sind halt eine Menge Verhinderer dabei und da muss man einfach sagen, nee. Nee. Und ja, man sieht es. Interessant, Österreich schrumpft. Letzter Platz, erster Platz Malta, dann Dänemark und dann Irland, was das Bruttoinlandsprodukt betrifft. Dann Polen, Kroatien, Zypern, Litauen und Spanien. Und es ist interessant natürlich, da sind einige Namen dabei. Da hat man noch vor ein paar Jahren relativ bedächtig drauf geschaut und gesagt, ob die jetzt so wirklich eine gute Idee sind. Und auf den Schlusslichtern sind dann Deutschland, Frankreich, Italien. Wo ist denn? Weißt du, was ich gerade gesucht habe? Da merkt man, dass man halt irgendwie so ein bisschen kurz noch England gesucht ist, ist mir eingefallen, ah ja, da war doch was. Ja, aber schauen wir mal, ich bin ich bleibe ja Optimist. Ich bleibe ja Optimist, weil es ist ja wie ein Damm. In dem Moment, wo der Dam Risse kriegt und der Damm einreißt, dann geht es plötzlich wieder ganz schnell nach vorne und muss es ja irgendwie, oder?

Markus:

So es ist immer die Hoffnung, die wir schon lange beschwören. Jede Krise ist eine Chance. Man muss die Chance halt auch nützen.

Daniel:

Schon. Schon. Ja, und da kommen wir jetzt eigentlich dazu, an dieser Stelle von Rockstars zu sprechen. Was meinst du? Die, die trotz all dieser Herausforderungen es schaffen, ihre Chancen zu nutzen. Und da haben wir auch diese Woche einen Rockstar. Rockstars. Erzähl doch mal.

Markus:

Ja, wir sind ja schon länger in einer Phase, wo es sehr wenig Börsengänge gibt, wo besonders aus der Tech-Welt dadurch auch wenig Liquidität entsteht und das bremst den ganzen Markt ein. Und es gibt jetzt ein österreichisches Startup namens Reploid, die tatsächlich im Sommer ein Listing planen, keine klassischen NPO, aber mal ein Listing. Und das tut man nur, wenn man halt auch ordentlich mal was bewegt. Also da geht es jetzt schon noch um ordentliche Umsätze und ein coole Success-Story, wo auch einfach genau der Drive ist. Und dieses, wir spielen jetzt offensive und nicht defensive, obwohl Krise ist. Ich glaube, das ist genau das, was man braucht. Da ist immer ein gewisses Risiko dabei, diese Direct Listings, es sind nicht einfach da zu bestehen. Aber ich glaube, es braucht genau diesen Drive, auch mal zu sagen, wir gehen dieses Risiko ein, wir können uns das auch leisten. Und hood up, Erfolg. Auch da an den Philipp Power, den CEO und sein Team. Ich halte ganz fest die Daumen, dass das erfolgreich ist, weil das wäre ein super Signal an alle, dass sich das auszahlt, dass man halt auch diesen Schritt geht. Und ja, let's go.

Daniel:

Den mutigen gehört die Welt. Direct Market Plus an der Wiener Börse. Ja, Augen auf. Augen auf bei der Zukunftsplanung. Vielleicht ist das genau die Möglichkeit. Geil. Das ist doch ein schönes Ende. Fine? In dem Sinne, wir hören uns auch nächste Woche. Take care, stay safe. Bis zum nächsten Mal.

unknown:

Bye bye.