Future Weekly

#442 - Tesla-Boykott, Spione & Airdrop

Daniel Cronin, Adrian Zettl Episode 442

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0:00 | 40:59

🇺🇸Trump Trump Trump
🚗 Tesla geht in die Knie
🕵️ Spione in Aktion
🍏 Airdrop

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Production: Christoph Nowotny
Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com


Production: Hanna Moser

Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com

Daniel:

Ich bin wieder mal am Start, denn Markus lernt noch immer das Windeln wechseln. Und mit mir ist wieder mal der Adrian.

SPEAKER_01:

Hi.

Daniel:

Sehr schön. Wir freuen uns heute gemeinsam mal wieder zu plaudern. Tatsächlich das erste Gespräch zwischen uns seit einer geraumen Zeit, und das gleich auch noch mit euch gemeinsam. Also genauso soll Podcast sein. Und das coolste ist, Adrian hat mir gerade erzählt, er hat so viel zu tun, dass er unter einem Stein gewohnt hat. Das heißt, wir packen richtig rudimentäre Themen aus, um Adrian wieder up to speed zu bringen. Wie zum Beispiel, dass Donald Trumps Vasallen das Internet scheinbar nicht ganz so beherrschen. Wir reden darüber, dass Tesla in die Knie geht. Wir reden über russische Spione, Airdrops und jede Menge andere Dinge. Habe ich noch was vergessen?

SPEAKER_01:

Gentechnik haben wir auch noch mit dem Gepäck.

Daniel:

Gentechnik haben wir auch noch und die irische Brigade, mit der Adrian möglicherweise zu tun hat. In dem Sinne, auf los geht's los. Los geht's mit den News und die aufmerksam unter euch werden schon gemerkt haben, heute ist wieder mal Adrian bei mir.

SPEAKER_01:

Hallo, hallo, hello.

Daniel:

Sehr schön, dich zu sehen. Wie ist das Werder wohlbefinden?

SPEAKER_01:

Alles soweit gut. Alles soweit gut. Ich finde es super spannend, dass ich heute im News-Segment sein darf, weil ich bin zurzeit ziemlich off-News. Ich war so vor zwei, drei Wochen irgendwie so ein bisschen overwhelmed with too much news input und Trump wie die Trump, Trump und so. Und seitdem bin ich ein bisschen weniger am News konsumieren. Also wird das heute interessant, was bei mir doch hängen geblieben ist und was nicht.

Daniel:

Wir könnten ein Spiel spielen. Du entscheidest, ist es Tagespresse oder ist es real-time? Ja, du, also. Spaß. Ich meine, es ist schon mal ganz schön wild, wenn man sich so die Überschriften anschaut. Erstmal ganz krass, hätte ich gedacht, ich habe so einen richtigen Flash von der Vergangenheit, wenn ich lese Buvok-Skandal. Oder?

SPEAKER_01:

Die Headline habe ich auch gelesen, aber ich habe mich nicht getraut, zu tief hineinzutauchen.

Daniel:

Hast du eine Ahnung, wie lange das Verfahren schon läuft? Gefühlt?

SPEAKER_01:

Also gefühlt 15 Jahre.

Daniel:

Richtig, es sind 15 Jahre. Nein, wirklich genau. Ah, geil. 15 Jahre. Das heißt, wir schreiben das Jahr 2010. Adrian, wo bist du 2010?

SPEAKER_01:

2010 bin ich gerade, da war ich gerade noch Student. Wow. Okay. Ja, da war ich gerade in Australien und habe meinen Master im Studieren zu studieren begonnen. Das war ja auch ganz weit weg.

Daniel:

2010 habe ich gerade auch noch studiert, habe meine Diplomarbeit gerade am Fertigschreiben, lerne in dem Jahr meine Frau kennen und pitch das Thema meiner Diplomarbeit dann bei i5 ⁇ West und geh dann in die Spengergasse. 2010, das ist das eine Weile her.

SPEAKER_01:

2010 sind paar Dinge passiert in der Zwischenzeit.

Daniel:

Ja, irgendwie schon, oder? Da war das iPhone gerade neu. Jeder hat sich darüber unterhalten, welche App man gerade runtergeladen hat. KI gab es nicht. Die Welt hat sich noch lieb gehabt und Grassa wurde gerade eben beschuldigt im Buwok-Skandal. 2025. Das ging ja auch schnell.

SPEAKER_01:

Krass, wie lang sich sowas ziehen kann, wenn da halt Einsprüche und Wiederaufnahmen und sonst was irgendwie passiert. Also echt krass, weil die Welt ist einfach eine komplett andere seitdem.

Daniel:

Schon, oder?

SPEAKER_01:

Und wie Dinge funktionieren und das Ding ist jetzt immer irgendwie noch da oder jetzt dann mal wirklich weg.

Daniel:

Ja, nee, nee, nee. Er möchte jetzt noch vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gehen.

SPEAKER_01:

Für Menschenrechte? Interessant.

Daniel:

Das ist so krass. Und ich habe da irgendwo gelesen, da kann er auch noch mal ein paar Jahre strecken. Ich glaube, der hofft einfach, dass alle irgendwann tot umfallen oder einfach sagen, Alter, ich hab keinen Bock mehr auf dich.

SPEAKER_01:

Was ist die Defense? Ich bin doch auch nur ein Mensch, oder?

Daniel:

Nein, zu reich, zu schön, zu klug oder irgendwie so. War das nicht damals das Zitat?

SPEAKER_01:

Ja, da gab es irgendwas. Ja, krass.

Daniel:

Ich bin zu reich, zu schön, zu.

SPEAKER_01:

Ja, was war denn das?

Daniel:

Irgendwie sowas war es. Aber ich meine, man muss ja sagen, das war ja damals noch eloquent. Da gab es ja einen anderen, der gesagt hat, nee, meine Frau geht regelmäßig mit dem Kinderwagen und einem Laptop spazieren, wo man sagt.

SPEAKER_01:

Gut, das ist nicht ganz so lange her, ja.

Daniel:

Nein, das sind irgendwie so die großen Zitate der österreichischen Politik.

SPEAKER_01:

Aber ich finde, wir haben schon sehr charmante Skandale bei uns.

Daniel:

Also hier gibt es eine Menge gute Skandale. Das sind wirklich so die feinen Klingen. Ich finde ja auch immer die rechten Skandale immer ganz fein. Nein, nein, das braune Buch, das haben wir nicht gelesen. Das meinten wir gar nicht. Wir haben nicht von Siegen gesprochen, sondern von Biegen, Ziegen, Ziegenwagen gemeint. Wir wollten, dass es den Ziegen gut geht. Dass die alle heil ankommen, die Ziegen. Es ist halt manchmal so richtig schlimm. Und ich glaube, manchmal einfach, stell dir vor, du bist Richter und hörst dir diesen Scheiß an. Und kennst du Little Britain?

SPEAKER_01:

Nö. Nein. Ach so.

Daniel:

Die Comedy-Sendung.

SPEAKER_01:

Ich glaube schon, da gibt es so diesen ganz ganz kalgeschoren, ganz. Ding ist es.

Daniel:

Es gibt ja so zwei Comedians und Little Britton ist einfach für mich so nach Monty Python, so die ganz große, große, große Schule. Und da gibt es einen Sketch, den sie spielen, ich kenne vielleicht der eine oder andere von euch, da spielen sie so einen Kommunalpolitiker, also einer von den beiden, der quasi mit seiner Familie vor seinem Haus steht und gerade quasi, er hat gerade in irgendeinem Sexskandal verwickelt und sagt, nein, nein, er hat das nicht mit Absicht gemacht, er war joggen, ist ausgerutscht, beim Fallen hat sich seine Kleidung gelöst und er ist neunmal hintereinander mit seinem Gesäß auf dem jungen Mann gelandet, der zufällig sich gesonnt hat. Und die Familie sitzt betroffen daneben. Und es ist einfach so super awkward, aber das könnte auch hier sein, das könnte auch so sein. Ja, also Grasser ist verurteilt worden, er zieht aber noch, es ist gegen die Menschenrechte. Das kann man auch nicht so erfunden. Also das hast du quasi verpasst, also jetzt so die Zuspitzung. Dann hast du aber noch was Interessantes verpasst, wenn du unterm Stein gewohnt hast. Auch das ist wirklich wild. Da gibt es den charmanten jungen Mann, der für Donald Trump arbeitet. Das ist Pete Hexes. Hexeth. Hexes, dass ich richtig rausspreche. Hexeth, keine Ahnung. Der ist Secretary of Defense, quasi Verteidigungsminister der Amerikaner. Und das heißt, er ist eigentlich Ex-Militär, ist natürlich mit höchsten und wichtigsten Staatsgeheimnissen betraut und möchte sich mit seinen anderen Bodies wie J.D. Vance und diesen anderen Schmuckstücken darüber austauschen, wie sie die Hootie so richtig verprügelt haben und machen da deswegen eine Telegram-Gruppe. Und du weißt ja selber, die Grundregel von kommunizieren ist ja einfach mal nachschauen, wen habe ich denn da eingeladen? Es hat Peter halt nicht so ganz hinbekommen. Und während sie über Europa hergezogen sind, wie doof die Europäer sind, wie sie sich den Hootie gezeigt haben, ist keinem aufgefallen, dass der Chefredakteur von The Atlantic quasi einer großen, großen Medienplattform, Tageszeitung, dabei war und der sämtliche Staatsgeheimnisse quasi mitlesen konnte.

SPEAKER_01:

Fantastisch, fantastisch. Aber, also, jetzt mal noch einen Schritt zurück. Wieso kommunizieren die überhaupt über eine Telegram-Gruppe, über wie sie die Hutis verprügeln? What the fuck?

Daniel:

Ich habe keine Ahnung. Also ernsthaft, es sind so viele Sachen dabei und da gibt es eben Screenshots genau von diesen Protokollen, wie die auch miteinander schreiben. Und es ist einfach, also es ist einfach ganz schön viel 2025, die da so kommen. Ich verstehe, dass du einfach sagst, nee, das brauche ich jetzt nicht so.

SPEAKER_01:

Ja, also es finden mich dann natürlich doch ein paar Dinge. Ist ja klar, also ich bin jetzt auch nicht ganz oft, ganz strikt oder so. Also ich hätte nur meine übliche Routine von Newsconsum ein bisschen eingeschränkt, ein bisschen zurückgeschalten. Und tut ganz gut. Ein paar Sachen kriege ich natürlich trotzdem mit, ein paar Sachen muss ich mitkriegen. Es ist irgendwie Teil meines Jobs auch, also das ist schon alles gut. Aber ja, ich kriege nicht mehr alles mit, vor allem ich gehe nicht mehr, ich habe aufgehört, mich in den totalen Details und Rumors zu verlieren. Das habe ich gerade so ein bisschen, schiebe ich mal ein bisschen, mache ich mal eine Pause von.

Daniel:

Ja, ich meine, ich schaue dann doch halt jeden Tag drauf. Und es ist immer ganz interessant, wenn ich so auf die Krypto-Kurse schaue, mir dann denke ich, je nachdem, was es gerade ist, denke ich mir, was hat er jetzt wieder gesagt, der wütende orangermann? Und dann ist er Bitcoin is amazing. Also geht's rauf und dann sagt er, I did not sleep with that Bitcoin. Denkst du, nee, das wieder. Es ist halt schon ziemlich wild. Und ich meine, du weißt, ich bin ein großer Kennedy-Fan und da gibt es viele Zitate, die ich gerne, also die mich inspiriert haben von ihnen. Und ab und zu höre ich mal eine Rede und denke mir, mein Gott, wie eloquent oder ein Obama oder sowas, wie eloquent und dann sieht man wieder diese Jungs. No, no, it's China. Und denkst du, na. Aber ich hab so eine Grundthese.

SPEAKER_01:

Simple Kommunikation. Es gibt auch dieses geile Gegenüberstellungsvideo irgendwie von Obama und Trump, wie sie irgendwie beschreiben, die Sammeln. She died like a dog.

Daniel:

They went in shooting, bang, bang, bang.

unknown:

Boah.

Daniel:

Ja, aber das ist perfekt, wie man es genauso sehen kann. Also das Video kenne ich, das ist gut, das ist wie Obama quasi darüber erzählt, wie sie bin Laden erwischt haben versus Trump, wie sie al-Bagdadi. Und mehr muss man auch nicht wissen, auch von der Wortschatzanalyse. Aber der Punkt ist, es ist halt immer wieder ein bisschen traurig und es zeigt uns aber auch, wie wahnsinnig wichtig es ist, aus europäischer Sicht zu handeln. Und wie schnell die Dinge aber gehen müssen. Weil das Interessante ist ja, das habe ich eingangs zu dir gesagt, wenn man so auf diesen Podcast zurückdenkt, 2019, haben wir halt über Tech-Themen gesprochen, die Tech-Themen beschäftigt haben und Tech Nerds eigentlich interessiert haben. Also ich sehe mich als totaler Tech-Nerd und ich weiß viele von euch auch. Und da waren halt auch, sagen wir, Elon News, irgendwas mit Starlink und so, das war halt cool, das war nice to have. Heutzutage sind es aber dieselben Gesichter, die quasi das Weltgeschehen mitlenken. Und das ist halt auch.

SPEAKER_01:

Auf einmal ist irgendwie, was irgendwie so ein tech-spezifisches, nerdy-Gadget-Ding war, ist auf einmal geopolitisch super relevant und globales Ding, wo es auch tatsächlich mehr um was macht das jetzt mit uns als Gesellschaft und so weiter geht. Und spannend, also gefühlt auch, ich glaube, das erste Mal, wie ich irgendwie im Podcast vor ein paar Jahren hier mit dabei sein durfte, da waren wir sehr tief in den Tech-Details drinnen. Und gefühlt die letzten Mal, immer wenn ich da bin, ist es mehr so ein gesellschaftspolitischer Interpretation von IT geworden. Aber weil es so ist, ist krass.

Daniel:

Und das ist halt so ein bisschen die Schwierigkeit und das Interessante ist, wenn du dir einfach anschaust bei der Inauguration, so ein schwieriges Wort, da waren sie halt auch alle da, die Tech-Magnaten. Und sie zeigen halt auch tatsächlich, dass sie meines Erachtens diese Wahl auch ganz bewusst gekauft haben. Und das ist halt alles gerade so ein bisschen wild. Spannend ist, ich habe letzte Woche eine Keynote gehalten in einer sehr, sehr kleinen, sehr geschlossenen Gesellschaft, wo eigentlich viele, viele Juristen und so Steuerfachleute waren, da waren auch zwei Uni-Professuren. Einer ein Experte für amerikanische Geschichte und einer sozusagen ein sehr bekannter Wirtschaftsprofessor, die beide vor mir die Keynotes gehalten haben. Danach haben wir auch viel diskutiert. Und das Interessante waren aber so zwei Dinge. Das eine war, ich habe den Amerika-Experten gefragt und gesagt, sag ich mal, was ist denn jetzt eigentlich der Ausweg? Also wie kommen wir wieder aus diesem Mist raus? Und da war die Antwort, weiß ich auch nicht. Und das ist halt das Krasse. Und dann habe ich ihn aber gefragt und gesagt, es muss doch bei den Demokraten ja irgendwo, es muss doch da irgendwo so ein Obama, so ein Kennedy, so ein was weiß ich, so eine was auch immer geben. Und dann hat gesagt, nee, weil die Ocasio-Cortez ist den Amerikanern, also zu viel Frau, das verkraften die noch nicht, ist auch noch zu links. Und dann kam halt zu der Konsequenz, eigentlich bräuchte man einen jungen Latino, das krasse war, wie er gesagt hat, einen jungen Latino, also jung, also Mitte 40, der aber nicht zu dunkel sein darf, das macht den Amis dann wieder Angst, am besten aus dem mittleren Westen und idealerweise mit Militärvergangenheit, der wäre okay, aber den gibt es nicht. Aber das bräuchte man. Und es war auch krass, wie er so segmentieren konnte.

SPEAKER_01:

So heftig, welche Labels es braucht, um sich denn da überhaupt durchzuhalten. Also verrückt.

Daniel:

Ja, und das war eine wilde Einschätzung. Und während der andere Professor gesagt hat, ja, wir als Europa müssen ganz stark gegenhalten, so richtig stark gegenhalten, fand ich auch sehr spannend. Und dass wir eigentlich auch auf die Sprache von Donald runter müssen.

SPEAKER_01:

Das macht es uns sicher schwer und also gefühlt so von zu demselben Zeitpunkt, wo ich ein bisschen aufgehört habe, so tief in die News unterwegs zu sein, hatte ich aber auch dieses Gespür von, oder das Gefühl, jetzt wirklich ist Europa ein bisschen mehr aufgewacht und es gibt irgendwie alle Reden zumindest, dass es bald was gibt und dass wir Action machen. Jetzt bin ich gespannt, ob wir auch wirklich in die Action kommen. Aber vom Gefühle ist die Dynamik diesmal ein bisschen ernsthafter, ein bisschen wirklich, wir tun, wir machen, wir bewegen uns. Fühlt sich gut an, aber jetzt müssen wir es halt auch, und das ist jetzt vielleicht nicht unsere Stärke, schnell auf die Straße bringen. Aber so, das Gefühl war irgendwie richtig.

Daniel:

Ja, also ich glaube es auch notwendig. Ich meine, erstmal so eine Sache, die mir ein bisschen Sorgen macht. Ich meine, wir beide kennen uns schon sehr lange, du weißt, ich habe auch gewisses Interesse an Militärgeschichte und bla bla bla, wenn auch immer jemand, der in Meetings immer gern früher gesagt, ach komm, legen wir uns doch mit denen an. Finde ich ja ganz gut. Tatsächlich macht mir die Rhetorik, die jetzt gerade kommt, fast ein bisschen Angst, weil die Rhetorik ist mir fast ein bisschen zu schnell umgeschwenkt. Von nee, nee, nee, bloß nicht, bloß nicht, bloß nicht auf, ja, Maximum Attack. Und die Schwierigkeit ist aber, dass wir eigentlich, also das war nicht vollkommen wertfrei, aber dass wir Europa zu Recht eigentlich Jahrzehnte auf Frieden getrimmt haben und auch ideologisch auf Frieden. Und jetzt probieren wir umzuschwenken, aufzurüsten. Und ich weiß aber nicht, ob jemand dran denkt, dass das auch einer von uns tun müsste. Und dass da die Ideologie sein müsste, weil der Punkt ist, das eine ist sozusagen distanziert, zu sagen, wir haben 80 Milliarden in Rüstung und wir müssen stark sein. Das andere ist, und das sage ich mal in aller Brutalität, würde es zu einem Konflikt kommen, müsste es Leute geben, die bei anderen die Tür eintreten und ihnen harte Dinge antun. Und das ist etwas, ich habe das Gefühl, das hat noch nicht jeder zu Ende gedacht, was das wirklich heißen könnte.

SPEAKER_01:

Gab es nämlich auch irgendwie so eine krasse Umfrage irgendwann mal vor ein paar Monaten mit?

Daniel:

Ich glaube, 14% der Österreicher wären bereit, Österreich zu verteidigen oder irgendwie sowas.

SPEAKER_01:

Genau, und alle anderen nichts.

Daniel:

Und das ist aber das Problem. Und wenn man natürlich, wenn ich jetzt ein Ami oder ein Chinese wäre, sagen wir mal so, die beiden oder ein Putin, da hätte ich genau diese Zahl im Hinterkopf und wir denken, ja, dann rüstet doch mal auf. Ich mach Bu. Und nicht falsch verstehen, um Gottes Willen habe ich da keine Lust drauf, mich mit solchen Sachen zu beschäftigen. Aber es ist halt einfach ein Thema. Und ich bin nicht neugierig positiv gemeint. Ich bin neugierig ängstlich, wann man beginnt, das zu begreifen und in der Rhetorik es zu ändern.

SPEAKER_01:

Ich meine, auch diesen Schwenk zu machen, ist ja gar nicht so einfach, weil Europa, also EU war von Anfang an ein gebrandet auch als Friedensprojekt.

Daniel:

Ja, nie wieder Krieg.

SPEAKER_01:

Darum ging es irgendwie immer. Also ja, es war natürlich ein Wirtschaftsraum und es ging darum, näher zusammenzuwachsen, aber es war vor allem auch ein Friedensprojekt. Und das soll es aus meiner Sicht auch weiterhin bleiben. Und es ist auch ganz, ganz wichtig, dass das für uns ist. Aber es geht darüber hinaus. Und wie wir das machen, ganz ehrlich, ist gar nicht so einfach, das vom Narrativ zu machen. Und auch wollen wir ja auch nicht komplett. Wir wollen ja jetzt nicht die Bullies werden. Aber ja.

Daniel:

Nein, wollen wir nicht. Und das Interessante ist aber, es passiert halt alles gerade relativ schnell. Ich meine, es gibt diesen alten Spruch, CVs, Parsem, Parabellum, wenn du den Frieden willst, bereite den Krieg vor. Aber das sind alles so Sachen, weißt du, eigentlich rede ich eigentlich viel lieber so über Tech-Themen und jetzt sind wir da so mittendrin bei Elon und Starlink und Bla und hier und da und so, das ist mir echt ein bisschen viel krasser Scheiß. Ich habe das lieber so mit Schwarz-Weiß-Bildern von früher, die ganz weit weg sind. Jetzt ist das da irgendwie so.

SPEAKER_01:

Vielleicht schaffen wir da einen Schwenk ein bisschen hinein.

Daniel:

Habe ich auch schon.

SPEAKER_01:

Achso.

Daniel:

Hier kommt der nächste Schwenk, nämlich. Pass auf, pass auf. Während du unter deinem Stein gewohnt hast, Spaß, gab es noch eine Headline, die relativ interessant ist. Und zwar, dass BYD, dieser Autohersteller, den viele noch gar nicht am Radar haben, tatsächlich einfach mal so eben Tesla überholt hat. Und zwar nicht nur, was Stückzahlen betrifft, sondern auch Umsatz. Während Tesla sozusagen einen Skandal nach dem anderen hat sie jetzt gerade zum achten Mal alle Cybertrucks zurückrufen müssen, währenddessen aufgefallen. Zum achten Mal, genau. Der Klebstoff passt nicht, da fallen da einfach Teile ab.

SPEAKER_01:

Ah ja, das habe ich sogar mitgekriegt.

Daniel:

Ich meine, erst auf Stelle vor, du fährst mit diesem Ding, ich habe keine Ahnung, was das kostet. Ich glaube irgendwie 100, 120. 140.000 Dollar ist nicht ganz günstig, der Cybertruck. Der ist ja auch ein Statement. Den kaufst du ja auch, weil du dann lösen sich einfach irgendwelche Teile, weil der Klebstoff nicht passt. I mean, who could have known?

SPEAKER_01:

Ja, ich finde, das Ding war doch von Anfang an irgendwie so eine lustige Geschichte. Von der Vorstellung und das Panzerglas funktioniert nicht. Also ja.

Daniel:

Und das Interessante ist ja, Elon hat das wahnsinnig geschickt gemacht. Man konnte damals, ich finde es immer so, man sagt Elon, als würden wir den kennen und mögen. Den mögen wir nicht, den kennen wir auch nicht, den wollen wir auch nicht kennen, der Typ. Trump. Nein, wie heißt er? Nein, der andere. Musk. Musk. Jetzt nenne ich ihn Musk. Nicht mehr Elon, sondern Musk. Ich mag ihn nicht. Musk. Das klingt so wie Moschus, oder? Musk. Musk. Auf jeden Fall, auf jeden Fall. Der irre. Der Irre hat da irgendwie ja gesagt, du kannst zwischen 100 Dollar und 250 Dollar anzahlen, wenn du so einen Cybertruck haben möchtest. Und ich habe da heute Morgen ohne in die Tiefe gegangen zu sein, gesehen, da gab es unfassbare Vorbestellungszahlen. Aber scheinbar haben nur 4 bis 5 Prozent tatsächlich auch das Ding am Ende des Tages gekauft. Und das Spannende ist, sie haben jetzt 46.000 Cybertrucks zurückgerufen. Also alle. Das wären dann alle. Aber er hat aber irgendwie gesprochen von einer Million Vorbestellungen. Und das ist eben das Interessante. Wo man sieht das bei Tesla, die Zahlen nicht immer ganz so schlimm. Und wenn du dann sagst, das Ding wurde, wann wurde denn das vorgestellt? 2020, 2021.

SPEAKER_01:

Ja, ist ganz schön lang her mittlerweile.

Daniel:

Genau, und es war so dieser Superhype und jeder konnte es vorbestellen. Und das Witzige ist aber, der Cybertruck hat plötzlich auch bei den etwas konservativen Amis gefallen, weil es war ja schusssicher angeblich, du kannst, äh, wie heißt es, kannst campen und weiß der Geier was. Haben sie wohl scheinbar nicht so ganz gekauft. Aber das Interessante ist, dass durch Musks Verhalten ja die Tesla-Zahlen brutal einbrechen. Und ich glaube, Musk begreift nicht, dass der dann Tesla kauft, jemanden ist, der eben nicht diese Rhetorik mag.

SPEAKER_01:

Echt, also das ist spannend zu beobachten, weil Musk war ja auch der, der irgendwie vor ein paar Jahren so hat jegliches Marketing und PR immer auf sich gezogen. Also er ist die Brand und verkörpert die und er hat ja irgendwie mal sogar ein ganzes PR-Team gefeuert, weil er kann das alleine und so. Das funktioniert Funktioniert natürlich gut, wenn du gute Headlines hast und überall bist und super bist, aber wenn du mal schlechte hast, funktioniert das halt dann nicht mehr so gut. Oder geht halt ins Extreme, ins andere. Und das spürt man halt jetzt. Und natürlich, er hat sich auch so krass verändert, wie er kommuniziert und was er kommuniziert. Und Gefühl ist ihm auch ja, also er sagt es ja auch öffentlich, wie egal ihm das alles ist und Geld ist ihm ja wurscht und dann stürzt halt was ab. Meint er dann einmal doch nicht, vielleicht ganz so, und rudert wieder zurück. Aber ich bin gespannt, ob er durch das, was sein politisches Engagement und sein Involvement, ob er sich da jetzt mehr und mehr zurückzieht, weil es einfach schlecht für seine Firmen ist. Ich glaube ja, oder ob das wirklich ideologisch getrieben ist oder ob es reine Businessinteressen sind. Das ist schwer zu durchschauen.

Daniel:

Ja, ja, ja. Ich meine, es gibt ein Video, wo er quasi auch seinen Shareholdern sagt, dass sie bitte nicht verkaufen sollen, weil die scheinbar schon so verkaufen und Notverkäufern, bla. Ich glaube, so langsam merkt er, dass es vielleicht doch nicht ganz so aufgeht. Und ich glaube, das finde ich so interessant, dass er ganz konsequent dieser alten Peter Thiel-Logik folgt. Du weißt ja, PayPal-Mafia, Elon ist ja Paypal-Mafia, Peter Thiel ist, also zur Erklärung Paypal natürlich Peter Thiel, Elon Musk und noch einige andere, von der sozusagen der Gründerriege nennt man die Paypal-Mafia, die danach quasi alle mit viel Geld, viel Netzwerk ausgestattet, losgegangen sind, unglaubliche Dinge gegründet haben. Und Peter Thiel ist ja sozusagen auch einer der Begründer der, ich nenne es mal Silicon Valley-Ideologie von 0 auf 1, 0 to 1, sein berühmtes Buch. Und wenn man das Buch sich ansieht, dann ist im Prinzip die Essenz des Buches, also zumindest für mich, ich weiß nicht, wie du das siehst, das ist bestimmt auch, haben wir alle gelesen, ist Monopol bauen, koste es, was ist voller. Und wenn man das so beobachtet, dann ist es eigentlich das, was Elon probiert, gerade zu tun. Monopol bauen koste es, was es voll, amerikanischen Präsidenten kaufen, Tesla rausrollen, Starlink, Ukrainern Starlink abdrehen, um zu zeigen, wie toll, bla bla bla. Und das wirkt halt wie diese total rücksichtslose Ideologie, die er da einfach auf die nächste Ebene gehoben hat. Das ist mein Gefühl, was wir dort sehen.

SPEAKER_01:

Klingt für mich nicht so weit an der Wahrheit vorbei. Also es ist eine total valide Analyse. Es kann genauso sein. Was wirklich dahinter steckt, was der Gedankengang ist, wie sich der entwickelt hat, we will never know. Aber das Lustige ist, Monopol bauen ist schon in mehreren Bereichen gleichzeitig. Und gleichzeitig aber sagen, ach, es geht mir ja nur darum, die Elektromobilität insgesamt voranzubringen.

Daniel:

Ach, keine Mann. Und das Interessante ist aber, wenn du überlegst, wo hat er ursprünglich kommuniziert, früher war der Gast bei Saturday Night Live, wo sozusagen, ich sag mal, die gebildeten Demokraten wahrscheinlich dieses Format lieben und schätzen. Da kommt Elon noch sozusagen als der moderne Einstein, der moderne Nikola Tesla, der Alleskönner, der moderne Aristoteles. Und plötzlich ist er so mager und bla, und da gibt es ja ganz wilde Verschwörungstheorien. Es gibt die Theorie Black Mager, die quasi auf dieser Peter Thiel-Theorie aufbauen, Elon trägt immer eine schwarze Magermütze. Und du hast den Mist wahrscheinlich auch schon gelesen.

SPEAKER_01:

Also ich versuche es nicht zu tun, aber ja.

Daniel:

Ja, da ist manchmal so, das ist mir jetzt wieder ein bisschen viel Internet für heute. Aber ja, da muss man sich auch so ein bisschen mit beschäftigen. Aber gut, ich meine, soll Schlimmeres passieren. Wie zum Beispiel, stell dir vor, du sagst dir, ich bin mal gespannt, wo ich denn jetzt so wirklich herkomme. So wirklich, wirklich herkommen. Und da gibt es ja auch eine Menge Produkte und da hat man auch austesten können und die Produkte haben gesagt, schau, was auch immer passiert, mach dir keine Sorgen. Deine DNA ist bei uns aber sowas von sicher. Bis forever, ever, ever. Und forever, ever, ever ist jetzt quasi jetzt blöderweise vorbei, weil sie sind in den Konkurs gegangen und aus der Konkursmaster kannst du jetzt eine ganze Menge DNA rauskaufen. Ja, wie heißen die?

SPEAKER_01:

23 Me. Bei mir nicht vorbeigelaufen, ja. 23and Me, dieser Selbsttest, du spückst ein Röhrchen, schickst das ein und kriegst halt eine Analyse von deiner DNA. Also nicht voll, aber ein recht breites Bild von, steckt ein bisschen drin, wo du herkommst. Also was ist deine Ur-Urfahren, Vorfahren, wie sich das zusammenschlägt. Du kriegst ein bisschen Wahrscheinlichkeiten, wie sehr du allergisch auf Sachen sein kannst, was deine Disposition für alle möglichen Krankheiten ist. Lauter so Info, was man halt außer DNA so ablesen kann. Cooles Ding, ich habe auch sowas gemacht, jetzt nicht 23 vor ein paar Jahren. Ich hatte rausgekommen. Kriegst du hier nicht, sondern irgendein anderes. Also rausgekommen. Ja, das Interessante ist, dass die schicken mir alle paar Monate mal ein Update, weil die Datenbank besser geworden ist und dann verändert sich das ein bisschen. Also sehr interesting. Also meine ersten Ergebnisse, da waren ein paar total random Sachen drin. Also ich bin, ich bin schon irgendwie Mitteleuropäer, so vom Background meiner Vorfahren, aber ein bisschen Balkan ist irgendwie drinnen. Und in meinem ersten und ein bisschen ganz wenig Irisch.

Daniel:

Das schaue ja. Hätte ich eine Erklärung für. Also nicht ich, aber.

SPEAKER_01:

Und beim ersten Mal kam irgendwie raus, dass irgendwas noch aus Nordindien-Nepal irgendwo auch in meiner DNA versteckt wäre. Das ist mittlerweile doch nicht mehr so. Aber es gibt ein paar, es ist cool, da mal ein bisschen tiefer reinzutauchen, weil es hat mir so ein bisschen ein Bild gegeben, was sind so Veranlagungen oder Wahrscheinlichkeiten für Veranlagungen, die ich vielleicht habe. Spannend sich damit mal auseinanderzusetzen. Und ich sage jetzt mal, meine persönliche Entscheidung war, ist mir wurscht, wenn irgendwer diese Daten hat. Aber in diesem Fall schon nicht cool, wenn, also ja.

Daniel:

Weißt du, warum Irisch? Ich wette mit dir, ich habe dir die Erklärung dafür. Das ist spannend, weil du bist ja eigentlich ursprünglich so aus dieser Ecke, wo wir sind.

SPEAKER_01:

Ja, ja, also. Genau, genau.

Daniel:

Und da gab es 1690 eine irische Brigade. Also es gab quasi immer in Irland alle möglichen Unruhen. Da gab es in Irland die Jakobita-Armee. Die wurden verfolgt. 1690 mussten die sich auflösen und haben sich in alle Himmelsrichtungen verteilt. Das waren aber alles natürlich Kämpfer. Und die haben unter anderem in Spanien, in Frankreich, in Italien und auch in Österreich angeheuert, um hier sozusagen zu kämpfen. Einer von denen ist Peter Lacey, ganz bekannt. Sein Grab ist in Neustift, laufe ich regelmäßig dran vorbei. Und da haben die einfach sozusagen mit größter Leidenschaft in jeder österreichischen Armee mitgekämpft, die es seitdem gab, bis zum Ersten Weltkrieg hin. Und ich glaube, von den vier erfolgreichsten Kampffliegern Österreichs waren drei mit irischen Wurzeln. Und da gibt es einfach so lustige lustige österreichische Nachnamen, die total irisch sind, aber seit 300 Jahren Österreichisch ausgesprochen werden. Ich glaube, die Kelly Chips sind zum Beispiel zum Beispiel. Zum Beispiel, zum Beispiel. Und noch einige andere. Musst dir mal anschauen. Und also wenn du irisches Blut irgendwo hast, würde ich mich nicht wettentrauen, aber vielleicht waren das auch Austauschstudenten vor 100 Jahren, keine Ahnung, aber.

SPEAKER_01:

Ich habe einen irischen Kämpfer in mir.

Daniel:

Ja, es kann durchaus sein. Also musst dir mal anschauen. Man nennt das The Flight of the Wild Geese. Ich schick dir das mal auf Wikipedia durch. Und ja, da gibt es eine ganze Menge aus der Geschichte, die sich ja überall verteilt haben. Iron sind grundsätzlich ja überall zu finden auf der Welt und in jeder Armee, auch gegeneinander. Das ist vollkommen wurscht. Hauptsache kämpfen. Immer sehr populär.

SPEAKER_01:

Aber hast du auch mal so einen DNA-Test gemacht?

Daniel:

Nee. Sollte ich mal machen.

SPEAKER_01:

Aus Prinzip nichts, hast du einen Grund oder einfach mal hat sich noch nicht ergeben?

Daniel:

Einfach hat sich noch nicht ergeben. Sagen wir mal so, wäre ich jetzt irgendwo bei einer Veranstaltung, jemand sagt, hast du Bock, will ich sagen, ja, natürlich, her damit. Gefühlt weiß ich eh von überall her, sozusagen. Also ich weiß, bei mir habe ich auch dänische Wurzeln drin, die irischen, die deutschen Wurzeln und weiß der Teufel was noch. Es wäre spannend bei meinem Sohn, wo er dann auch nach Kolumbien dazukommt. Also ich glaube, bei dem ist so einmal alle dabei. Ja, ja. Und das finde ich aber super geil. Aber nochmal zu dem anderen Thema zurück, was ich halt so wild finde, ist, da zahlst du halt Geld, um das auszukundschaften, rauszufinden für dich und dann wird das später verkauft und das ist natürlich ein bisschen unangenehm.

SPEAKER_01:

Auch tatsächlich krass, dass das Ding insolvent ist, weil also schon, also ich dachte zumindest, es ist der größte Player und da kann man sicher auch was damit machen. Und bevor ich jetzt da in den Konkurs gehe, dass man da dann vielleicht doch einen Twist macht vom Businessmodell her, schon krass für den Space eigentlich auch.

Daniel:

Ja, total. Aber ich glaube, solche Sachen wie 23andMe, ohne irgendwas über die zu wissen, also ohne sie über zu wissen, aber immer mal wieder so ein bisschen aufgeschlagen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass es solche Sachen sind, die nice to have sind und in der Zeit Leute immer enger schnallen müssen, vielleicht gar nicht mehr so etwas sind, wo Leute da Geld hinterher schmeißen.

SPEAKER_01:

Also für mich war das mal ein Weihnachtsgeschenk so. Aber es ist jetzt nicht wirklich kein Must-Have, es ist eine Spielerei. Und dafür eine Spielerei ist es recht teuer wieder.

Daniel:

Ja, ja, ja. Also ich sehe, da ging es eigentlich darum, das um 50 Millionen zu verkaufen. Das wurde dann alles ein bisschen tricky. Ja, schauen wir, was dabei rauskommt. Ich habe da noch eine interessante Headline gesehen, sozusagen noch zum Abrunden, die auch tatsächlich in keinster Weise überraschend war, aber wo ich mir auch gedacht habe: ach, Internet, tu schon wieder. Lass ich mal schauen, jetzt ist sie mir natürlich wirklich entflattert. Warte, ich habe sie gleich. Und zwar war das, dass Russland tatsächlich durchaus den Wahlkampf in Österreich proaktiv. So, russische Spionen sollen politische Meinungen in Österreich manipuliert haben.

SPEAKER_01:

Ja.

Daniel:

Das wurde berichtet, auch immer für Kontext wichtig. Natürlich nicht auf irgendein so einer Schwurblerseite, sondern von der Zeit im Bild. Wo man auch ist so, ja, das ist ja so ein Ongoing-Gerücht, auch die amerikanischen Wahlen und, und, und. Aber man sieht tatsächlich, wie stark und wie tief eigentlich Russland eigentlich, wenn man so möchte, psychologische Kriegsführung proaktiv betreibt und auch in ein, das meine ich jetzt nicht wertend, aber geopolitisch betrachtet ist Österreich vielleicht nicht das allerwichtigste Land auf der Welt. Es ist ein kleines, neutrales Land mit vielen Vorzügen. Aber es ist auch interessant, dass auch dort Russland überführt wird, proaktiv in die politische Meinung einzugreifen. Was heißt das im Umkehrschluss? Ich könnte mir vorstellen, dass es auch andere Länder gibt, in denen sie wesentlich stärker wahrscheinlich eingreifen. Und das ist schlimm. Und Teile davon waren tatsächlich sozusagen False Flag-Operationen, dass ukrainische Neonazis Sachen gemalt hätten und vor anderen, vor bestimmten Gebäuden in Wien. Es konnte nachgewiesen werden, das war nicht der Fall, sondern es waren einfach Jean Provokateurs, wie man sie so schön nennt. Das hat jetzt nichts mit Unterwäsche zu tun. Und leider nicht, das wäre einfach viel lustiger.

SPEAKER_01:

Aber Standard ist das nicht. Aber, also eigentlich kein Aber, nicht aber. Das ist krass, kann man so stehen lassen und wir sollten das alles ein bisschen im Hinterkopf haben, dass wir von allen möglichen Seiten manipuliert werden und wie dann Dinge passieren und wann Dinge passieren sehr spannend oft sind. Und man sich immer fragen kann, wo kommt das denn wirklich her? Was ich hinzufügen möchte ist, machen andere auch überall. Also wir können uns jetzt, also die amerikanische, ich nenne es jetzt mal Propaganda, weil es ist im Endeffekt nichts anderes, ist ja auch gigantisches Ding überall, das irgendwie passiert, das vielleicht nicht solche Gestalt annimmt, aber halt andere über Medien gespielt wird, über Social Media und so weiter. Und das auf der ganzen Welt. Und ich fände es mal richtig spannend, das echt zu verstehen. Welches Land macht da wie viel wo? Was passiert da eigentlich wirklich im Hintergrund? Weil natürlich, die alle haben Nachrichtendienste, auch europäische Länder tun das, auch wir machen das in anderen Ländern, wollen Wahlen in, weiß ich nicht, Mittleren Osten beeinflussen, tun wir aktiv. Die Frage ist, wie genau und wie viel machen wir da. Das ist schon super interesting. Aber ja, ist natürlich scary, wenn es vor deiner Haustier passiert.

Daniel:

Das Interessante ist aber auch, wie es passiert. Und ich glaube, dass halt der Einfluss von TikTok und Instagram und Influencern und all solchen Hupfdulen halt schon sehr ausgeprägt, die natürlich sehr einfach das Dopamin von den Kids auch befeuern können. Und da sehen wir, wie sämtliche Ideologien das so machen. Und als ich dann letzte Woche mein Gespräch mit den beiden Professoren hatte, das war so tatsächlich so ein Essen, wo man verschiedenste Gänge hatte und jeder dann sozusagen mal so eine halbe Stunde Keynote gehabt. Und da war so, aber wie kommen wir aus dem raus? Was tun wir? Und da war eine Antwort, die ich zu 100%, der ich zu 100% zustimme, einfach Social Media abdrehen. Und das fand ich ganz interessant, weil das sehe ich tatsächlich mittlerweile auch so. Du kannst halt durch Social Media so wahnsinnig viel Informationen streuen, so zielgerichtet, so Oftopamien aus, so tracken, wie sie ankommt, auf was reagiert wird. Irgendwelche Personen, die wirklich wenig Hintergrund haben, schaffen es aber die Informationen auch sehr, sehr gut zu verteilen. Ich wäre mal neugierig, wie die Welt aussehen würde, wenn man das zehn Jahre abdreht. Und ob man dann nicht, um zu zingen, den Bogen zu unserem Erstgespräch, ob da nicht junge Kennedys und junge Obamas sozusagen wieder das Land regieren würden oder die Lendare. Weil für mich ist zum Beispiel Trump und Co., wenn wir da nochmal drauf Bezug nehmen wollen, das ultimative Ergebnis von Social Media, dass solche Leute sich halten können mit seinem Kabinett, die alle bestenfalls mittelmäßig sind, die aber begnadet sind im Kommunizieren zu ihrer Zielgruppe und das ist das eine, was sie wirklich gut können, dann zeigt es eigentlich sozusagen die Zuspitzung der Social Media These.

SPEAKER_01:

Und ich weiß nicht, ob ich ein Fan bin von der Idee, es abzudrehen. Ich verstehe den Gedankengang und es würde teilweise vielleicht eine Lösung bringen, aber es lässt halt auch alle möglichen Vorteile aus, die das bringt. Dass man da restriktiver wird, finde ich vielleicht wahrscheinlich richtig und gut. Aber also jetzt einmal einfach abdrehen, I don't know, ist vielleicht für mich nicht die liebste Lösung, weil das Zeug hat ja auch Vorteile.

Daniel:

Welche?

SPEAKER_01:

Tatsächlich Sachen zu finden und zu entdecken, die sonst nicht zu mir kommen würden. Und ich, also ich verwende Social Media sehr oft explorativ und in Communities zu entdecken und Dinge, die ich noch nicht kannte und nicht weiß. Und dafür ist es super, und auch tatsächlich einfach Content zu finden. Zu Themen, wo ich sonst keinen Zugang habe. Es gibt mir Zugang zu ganz vielen Dingen und auch zu Menschen. Und das ist schon nicht schlecht. Das hat auch, und das war ja auch immer dieses ursprüngliche, das ursprüngliche Argument von Social Media, es ist ein demokratieförderndes Tool, weil du hast gleichen Zugang für alle zu allen möglichen Dingen. Und das ist in der Theorie zumindest super und manchmal praktisch auch erlebe ich das, dass das für mich Zugang schafft zu Dingen, die sonst viel komplizierter sind für mich. Also das hat auch gute Sachen. Aber was es tut und es filtert für wer kommuniziert am besten. Oder nicht am besten, sondern am effektivsten und effizientesten. Dieses, okay, wer schafft es einfach Nagel auf den Kopf, ganz genau die Zielgruppe möglichst einfach anzuvisieren und mit der zu kommunizieren. Und das ist halt der falsche Filter eigentlich. Sondern muss ja eigentlich auf, ist dieser Inhalt relevant für mich gefiltert sein.

Daniel:

Schau, ich profitiere enorm von Social Media. Also ich profitiere enorm von Social Media. Ich habe halt den Vorteil, ich bin 43, das heißt, ich liebe es, dass ich meine Interessen noch mehr finden kann. Also Fun Fact. Es gibt einen so geilen Channel auf YouTube. Das ist der, ich wünschte, ich hätte mehr Zeit, aber nicht nachts lange arbeitest, der SWR Handwerkskunst YouTube-Kanal. Da ist zum Beispiel, wie man ein Rasiermesser macht. Wie man ein Oldtimer-E-Mobil macht, wie die Kelten eine Sense gemacht haben. Wie geil ist das? Das können wir stundenlang anschauen. Wie man Böden aus Epoxid-Harz macht. Keine Ahnung, will ich wissen. Give it to me. Geil. Zweitens, ich finde für jemanden, der seit 20 Jahren mit Anxiety zu tun hat und Angstzuständen, ich weiß, wenn ich für das erste Mal mit Ärzten drüber gesprochen habe, da kam gar nichts zurück. Und willst du dich umbringen? Nee. Ja gut, da kann ich auch nichts machen. Das war das Originalgespräch, das erste Mal, als ich mich einem Arzt geöffnet habe, das ich so ein bisschen Themen habe. Auf YouTube und Co., was ich da gefunden habe an Techniken und Sichtweisen, spektakulär. Aber wenn ich jetzt 10, 12, 14 wäre und sehr leicht beeinflussbar wäre, uff, I don't know. Das heißt, ich glaube, man muss es zumindest stark regulieren und zumindest für sehr viele, glaube ich, wirklich überlegen, ob das sinnvoll ist zu einer Zeit, wo die Frontal Lobe und solche Dinge vielleicht noch nicht ganz so ausgeprägt ist. Und das ist das Thema. Oder zumindest es mit Regeln ausstatten. Und ich glaube, ein Podcast ist das Bill Gates. Es gibt einen coolen Podcast, ich glaube, Bill Gates und Sam Altman, die über Dopaminausschüttung sprechen. Sehr geil an Social Media, wenn man das für Podcasts sehen möchte. Cool. Und sie sagen, dass das Problem ist, dass die Algorithmen den Kampf um Dopamin unreguliert führen. Und das finde ich hart. Und haben sie die Analogie, glaube ich, ich glaube, das haben sie genommen, wie quasi zwei Drogenkartelle, die ihre Droge immer noch süchtiger und noch aggressiver machen, auf Lasten der Konsumentinnen und Konsumenten. Und das ist gerade das, was passiert. Und das ist vielleicht das, was man abdrehen müsste. Also die Algorithmen killen. Also nicht Algorithmen killen. You know what I mean. Da haben wir uns aber ganz schön festgeredet und haben eigentlich so Podcasts in Reinkultur gemacht. Das finde ich gut. Ja, ist doch schön.

SPEAKER_01:

Ja, ich news, die ich vorhin gerade gesehen habe, obwohl ich ziemlich off News bin, ist, was mich persönlich super freut, Apple wird jetzt gezwungen, doch Airdrop und diese Sachen zu öffnen von der EU oder zumindest in der EU. Ja. Was für mich persönlich super ist, weil ich bin, ich bin ein Android-User mit einem MacBook und ich freue mich jetzt schon drauf.

Daniel:

Das ist geil. Das ist geil. Hab ich noch nie darüber nachgedacht, dass es ein Problem ist, weil Apple Apple User. Aber ja.

SPEAKER_01:

Kleine News eingestreut, aber ansonsten hat es mich sehr gefreut mit. ein paar Sachen wieder einzutauchen und einfach auch mal wieder mit dir zu plaudern. Ja, likewise. Wir haben ja viel zu selten die Gelegenheit. Ja, ich darf jetzt auch wieder rein in den, wir haben nämlich nächste Woche den Austrian Startups Summit 2025 am Dienstag. Und das wird richtig geil, wir haben ein richtig cooles Line-Up, aber es gibt noch super viel zu organisieren und zu machen und zu tun. Ich freue mich natürlich, wenn ihr alle kommt. Ganz viele Leute da. Es ist wirklich so das Klassentreffen, wie wir es liebevoll nennen, der gesamten Startup-Community. Es kommen aus allen Ecken, kommen Leute daher. Richtig cooles Line-Up. Schaut es euch an. Und ich muss jetzt ganz viel vorbereiten. Pleasure Adrian.

Daniel:

Es war mir eine riesengroße Freude. Dankeschön, take care.

unknown:

Bye bye.