Future Weekly
Die zwei Startup Veteranen Daniel Cronin und Markus Raunig sprechen mit jeder Menge Humor über Technologie, Unternehmertum und die Zukunft. Jeden Donnerstag analysieren sie die interessantesten News der Woche und küren Rockstars, die die Welt von morgen prägen. Jeden Sonntag begrüßen sie im Deep Dive visionäre Gäste für einen Blick hinter die Kulissen aktueller Trends und formulieren gemeinsam Moonshots & Predictions. Ein Podcast der verschiedene Welten verknüpft und mit mutigen Thesen inspiriert.
Future Weekly
#441 - Project Europe, Welt der Cäsars, Diversity-Washing
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🇪🇺 Project Europe
🦖 Welt der Cäsars
👻 Diversity-Washing
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Production: Christoph Nowotny
Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com
Production: Hanna Moser
Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com
Denn unser Markus is Papa geworden. Wir gratulieren dir, Markus. Das ist einfach so sensationell. Ich bin Daniel, wie immer der Co-Host und mit mir ist wieder mal die Hanna. Hannah! Denn Hanna ist wie schon so oft in die Bresche gesprungen, wenn Markus oder ich ja nicht konnten und Markus kann jetzt eine ganze Weile nicht, denn ja, wie gesagt, er wird sich jetzt ein bisschen Papa-Auszeit nehmen. Und es gibt Hannah und mir die Möglichkeit, über ganz viele Themen zu reden, wie unter anderem genau das, wie aufregend das ist, dass Markus Papa geworden ist. Wir reden aber auch gleichzeitig über die Herausforderungen, die Europa vor sich hat. Wir reden über Project Europe, wir reden darüber, dass Maga ja vielleicht die Möglichkeit gibt, Mega zu werden. Make Europe great again. Wir reden über Blue Sky, wir reden über Diversity, Elternschaft und Europas ganz große Möglichkeiten. In dem Sinne, auf los geht's los! Und los geht's mit den News. Ja, Hannah, wir haben schon sehr lange keinen Podcast mehr gemacht. Schön mal wieder mit dir zu plaudern.
SPEAKER_01Ja, stimmt.
DanielUnd wir haben eigentlich einen ziemlich schönen Anlass. Letzte Woche war Markus noch da und hat ein bisschen drüber gesprochen, wenn er mal Papa wird, dann würde er sich eine Papa-Auszeit nehmen. Ja, und sein Nachwuchs hat entschieden, ja gut, mach es doch jetzt. Und jetzt ist sein Nachwuchs da. Markus, wir gratulieren dir ganz herzlich an dieser Stelle. Das wird toll. Es wird sensationell und wir sind so gespannt zu hören, was du uns dann erzählst und gratulieren dir, dir, deiner Frau und deinem wunderbaren Nachwuchs. Und das ist cool. Freuen wir uns für ihn, oder?
SPEAKER_01Absolut. Gratuliere Markus. Wir freuen uns schon sehr, den Kleinen mal kennenzulernen.
DanielIch bin gespannt, wie Markus so.
SPEAKER_01Es ist eine spannende Generation, die da aufwächst.
DanielGlaube ich auch. Ja, ich meine, stimmt. Ich habe eine Tochter, die im Juli dazukommt. In meinem Kindergarten treffe ich immer wieder Leute. Lustigerweise, Matthias Reisinger ist mir unlängst über den Weg gelaufen, den kennst du auch noch. Der hat auch seine Philips in unserem Kindergarten, was unfassbar witzig ist. Und dann noch eine Reihe von anderen Leuten. Und da kommt wirklich eine Generation nach, wo ich mir denke, weißt du, ich kenne es aus dem Sport, dass es Leute gibt, die so in eine Sportfamilie hineingeboren werden. Man sagt, na logisch ist die richtig gut in dem Sport oder der in dem Sport. Aber ich denke mir, wenn man so eine Gruppe von Kindern mit so einer Gruppe von Unternehmerinnen und Unternehmern aufwachsen sieht, dann kommt da.
SPEAKER_01Vielleicht sollten wir eine Aus-Tein-Startup-Schule gründen, wo die dann alle, ab dem Sinne Volksschule sind, schon das Unternehmergehen noch von unterschiedlichsten Ebenen mit gestärkt wird.
DanielI shit you not, ich bin so dafür. Ich bin so dafür und sei es, dass man einmal im Monat so eine offene Gruppe macht, wo man einfach so ein paar Spiele spielt, die genau das fördern. Weißt du was, das machen wir jetzt einfach. Das überlegen wir uns. Das müssen wir dann in so, also aus meiner Perspektive, so in zwei, drei Jahren starten, gerne auch früher. Wenn du übrigens dazu hörst und Ideen dafür hast, her damit. Total Bock drauf. The more the merrier, weil so startet man eigentlich Veränderungen und Bewegung, dass man darüber plaudert hat und plötzlich sagt jemand, ich hätte da jetzt irgendwie eine Idee und los geht's.
SPEAKER_01Und ich glaube, es ist ja.com.
DanielGenau, genau das, was du sagst. Podcast at Austrian Startups.com, weil ich glaube, das ist die beste Antwort, die wir haben können. Und ich meine, wann hast du nur das erste Mal Zugang zu unternehmerischen Themen gehabt? Weißt du das eigentlich so bewusst, so richtig, so echte Entrepreneurship?
SPEAKER_01Ja, bewusst geworden ist es mir erst in meinem Auslandssemester in Australien. Da bin ich zum ersten Mal zufällig in eine Pitch-Competition hineingeputzelt, wurde mitgenommen von einer Freundin. Und da hat jemand gepitcht, der eine Social Entrepreneurship-Idee hatte. Ich weiß nicht mal mehr, was die Idee war, aber ich kann mich erinnern, ich war damals so Social Entrepreneurship. Also es gibt was anderes als Non-Profits und For-Profits. Es gibt Unternehmen, die impactvolle Dinge machen und trotzdem skalierbar sind und Geld verdienen. Das war für mich so voll der Mindblow.
DanielWeißt du noch, wie alt du da warst?
SPEAKER_0121.
DanielKrass. Ich habe, glaube ich, das erstmal so richtig so mit Startup-Kultur, was ich glaube, ich weiß, ich mit 29 Berührungspunkten gehabt. Also davor kannte ich das auch nicht. Ich kannte Leute mit Ideen und alle, die erklärt haben, wie unglaublich schwierig das ist, bis ich dann durch meine Diplomarbeit dazugekommen ist. Und worauf ich daran herausfälle? Jetzt stell dir vor, wir waren beide Sportler und wir würden, egal wie talentiert wir sind, erst mit 21 respektive 29 mit dem Sport beginnen. Vergiss es, keine Chance. Und das natürlich auf Kindergemünzt, wenn man sich überlegt, da würde man jetzt mit vier, fünf, sechs, sieben, acht, sei es zehn, ist ja egal, einfach spielerisch auch beginnen in einer Gruppe von anderen, so quasi in den Kaufmannsladen so ein bisschen durchdachter und so solche Dinge, das ist schon, also das wäre cool. Und genau so muss man es, glaube ich, auch sehen, dass man da den Grundstein legen kann für vieles. Und wenn man das, ja, aber ich meine, wenn man jetzt im Einfall mit 29 das erste Mal in Berührungspunkte kommt, dann ist das zwar auch noch ganz cool, aber so ein bisschen früher wäre nett gewesen.
SPEAKER_01Was du alle schon für Impact haben hättest können, in den Jahren davor.
DanielSiehst du? Ja, oder du auch. Ich meine, das ist ja das Lustige. Und ich glaube aber daran, dass genauso Ökosysteme funktionieren, dass man eben ein paar Leute hat, die etwas machen, dann gibt es mehr und dann gibt es mehr und dann gibt es mehr und dann gibt es mehr und dann, die irgendwann Kinder und deren Kinder haben und dann und dann ist es irgendwann das Normalste der Welt. Und das ist ja auch schön. Und ich meine, wir sehen es ja auch bei Youth Entrepreneurship Week, da gibt es viele, die da rangeführt werden, schon also deutlich früher als wir beide. Und ich denke mir immer, wenn da eine oder ein Nerr sozusagen rausgeht und dann selber so ein bisschen sich Sachen anfängt reinzuziehen, ja, dann haben wir das schon gemacht.
SPEAKER_01Wir sehen es jetzt schon mit Alumni. Also wir hatten vor ein paar Monaten eine Session, wo wir Alumni eingeladen haben von der Entrepreneursproche, die halt dann dran geblieben sind. Und natürlich, viele machen nicht an der Idee weiter, die sie jetzt vor einer Woche kreiert haben, aber sie haben da die Tools bekommen, um über Probleme richtig nachdenken zu können und eigene Lösungen zu bauen. Und da gibt es jetzt wirklich schon ein paar, die erfolgreiche Unternehmen am Markt haben. Wir haben eine Person, die hat zwar nicht nur die Entrepreneursprache gemacht, die war in einer ganzen quasi Hack für Entrepreneurship, wo das gefördert wird, die Maigasse, aber der hat jetzt schon sein zweites Unternehmen gegründet und mittlerweile verkauft. Also da gibt es schon ganz, ganz viel. Und diejenigen, die es nicht weitermachen als Entrepreneur, gehen aber dann vielleicht eben, eine hat angefangen zu moderieren, die andere ist mittlerweile leitet eine Gruppe an der WU bei dem Entrepreneurship und Innovationszweig, wo sie mitarbeitet. Also da gibt es dann einfach diesen Funken schon früh zu setzen, das kann einen riesen Impact auf die Karriereoptionen der Schülerinnen setzen.
DanielMega. Mega könnte man ja übrigens auch nehmen für Make Europe Great Again, um das so ein bisschen so anzusprechen, weil das ist eigentlich das, was wir brauchen. Weil wir brauchen Antworten und wir brauchen Lösungen und wir brauchen smarte Antworten und Lösungen. Am besten von Menschen, die Dinge lösen, anders als wir es vorher gemacht haben und wilder und radikaler und mutiger, aber in dem europäischen Spirit. Denn es gibt ja die Magerspinne, wenn ich das mal so sagen darf. Donald Trump und Co., die uns Woche für Woche tatsächlich in Europa immer mehr zusammenführen. Und das ist ja das Witzige und das Tragische, so sehr wir die, glaube ich, alle verachten, diese Typen. Ich meine, man muss echt sagen, wie sage ich das? Vor ein paar Tagen war St. Patrick's Day. Und ich bin ja dann doch irgendwie auch stolzer irre. Und dann aber zu sehen, dass Conor McGregor, ein verurteilter Sexualstraftäter, auf Donald Trump ein verurteilter Sexualstraftäter, treffen und die beiden mit lauter anderen Hillbillies da sozusagen in so einem Office sitzen und du denkst dir nur, welche Reality-Show ist das? Und denkst dir, nein, das ist das Weiße Haus, das ist der, na gut, das ist wahrscheinlich jetzt Putin mittlerweile, aber der vermeintlich mächtigste Mensch der Welt. Und die sitzen da zusammen und denkst dir, was sind denn das für Honks? Ja, Europa. Da muss was passieren. Und da ist auch was passiert, oder?
SPEAKER_01Ja, also ich glaube, dieses Gefühl, das du da beschreibst, das haben viele im Moment. Und auch dieses Narrativ steht vielen bis zum Kopf, dass quasi die großartigen Unternehmen nicht aus Europa kommen. Und wenn man in die Vergangenheit schaut, wir haben schon einige großartige Unternehmen, die auch immer noch an weltweiter Spitze sind. Spotify, auch wenn man noch ein bisschen weiter zurückschaut, SAP, Ferrari, etc. Es gibt großartige Unternehmen, die aus Europa heraus entstanden sind. Und es gibt ein Projekt that this mindset, that's mostly, wieder stärker aufleben lassen möchte. And this is einfach called Project Europe. And it's in effect a art accelerator. It's funding in the Höhe von insgesamt pro Startup, that was then 200,000 Euro or pro person. The person must under 25 Jahre alt sein, ein Problem, ein echtes Problem mit einer technischen Lösung lösen. Und muss schon eine ganz klare Idee haben davon und natürlich auch das Unternehmen Europa gründen wollen. Und dann kann man Unterstützung bekommen von wirklich den erfolgreichsten Gründern Europas. Also unter anderem den Gründern von Spotify, aber auch einem österreichischen Startup Tractive zum Beispiel.
DanielGenau. Und es ist richtig cool, die 125 scheinbar bekanntesten, erfolgreichsten Unternehmern und Unternehmerinnen haben sich da vereint. Und das ist schon ziemlich geil. Und wenn man sich das anschaut, dann anschaut, was da Andi Klinger und Co. alle gemeinsam machen, was eigentlich jeder Einzelne von uns da gerade vorantreibt, dann ist es eigentlich auch perspektivisch schön. Und deswegen denke ich mir, wenn man das sozusagen auf, ich sag mal, unsere Kinder, damit man nicht sozusagen die Kinder dieser jetzigen Generation, die Generation, die quasi nach mir kommt, weil du bist ja doch auch deutlich jünger als ich. Mein Gott, ich werde ja 44 im Juli. Also ich bin langsam schon wirklich, ja, nicht mehr der Allerjüngste, geistig schon, aber das ist halt schon spannend, wenn man da plötzlich Kinder hätte, die vielleicht in einem aufblühenden Europa, das aber auch in einem Europa ist, wo man auch machen muss, wo man sozusagen nicht sagt, naja, bei uns geht es ja echt gut, ist alles gemütlich und ich suche mir dann meinen Job, wo alles easy cheesy ist, weil uns betrifft das ja nicht. Nee, nee, uns betrifft das richtig ordentlich gerade. Und da müssen schnelle Lösungen her. Und das ist das, wo man Entrepreneurship braucht. Und das ist cool. Und was mich aber noch so stört, und ich glaube, das ist ein schöner Ansatz, ist, dass man ein Narrativ hat, den man einfach so simpel erzählen muss, dass es auch wirklich jeder weitererzählen kann. Und da ist ein Narrativ, den ich zum Beispiel zutiefst liebe, könnt ihr auch mal ausprobieren, kannst du jetzt auch mal ausprobieren. Wenn du dich mal umschaust, alles, was du jetzt gerade siehst und auch an dir selber runterschaust und alles, was du trägst, hat oder wäre nicht da, voraussichtlich, ohne die TU Wien. Weil an der TU Wien gab es zum Beispiel zwei herausragende Erfindungen. Das eine war die Nähmaschine. So einfach das klingt. Also ich gehe mal davon aus, alles, was du trägst, ist jetzt wahrscheinlich nicht mit Klettverschlüssen geschlossen, sondern wurde in irgendeiner Form genäht. Nähmaschine. TU Wien. Und Nummer zwei, die meisten Sachen, die du trägst, sind wahrscheinlich in irgendeiner Form irgendwo hingebracht worden mit einem Schiff. Schiffsschraube wurde auch an der TU Wien erfunden. Und das ist das Spannende, das wissen wir halt schlichtweg nicht, dass zum Beispiel die Schiffsschraube und die Nähmaschine, die in Wahrheit so einen fundamentalen Impact in unser tägliches Leben haben, an der TU Wien erfunden wurden. Das ist so wild. Oder es ist für mich die coolste Frau der Welt neben meiner Frau. No offense. Zum Beispiel die unglaubliche Hedi Lamar, dass die aus Wien kommt, dass das eine Europäerin ist. Ich verstehe nicht, warum wir nicht jeder im Kind von dieser Frau erzählen, von dieser Europäerin. Falls ihr die nicht kennt, googelt die. Aber die Frau war ja irgendwann, weil, ich meine, die Nazis hatten dann die tolle Idee, dass sie Leute wie Hedi nicht mögen, also ist Hedi nach Amerika gegangen, hat eine Hollywood-Karriere gemacht, wurde als schönste Frau der Welt gewählt, wo man sich denkt, okay, gut, aber hat ein ganz anderes Hobby, hat nämlich unter anderem den Gefechtskopf für einen Torpedo entwickelt, der stark gegen die Nazis entwickelt wurde und noch die Technologie für Bluetooth. Wow, das kann man mal machen, oder? Wo man sagt, und du so? Ja. Hollywood, schönste Frau der Welt, Torpedo erfunden und Bluetooth.
SPEAKER_01Das ist echt genial.
DanielKomm, das müssten wir doch an jeder Ecke erzählen, oder? Oder? Ja, das ist so, das sind so einfache Geschichten. Ich verstehe nicht, warum wir das nicht in der Schule hören, sondern wir hören all diese ganzen anderen Geschichten. Oder Bambi, wurde im 18. Bezirk geschrieben. Unfassbar cool. Kennst du die Geschichte nicht? Oh, die muss ich ja noch erzählen. Jetzt bin ich in Fahrt. Da gibt es ein Haus, das ist im wunderbaren Cottage Viertel. Da bin ich früher mit meinem Sohn, als er noch im Kinderwagen war und oft meiner Frau, einfach jeden Tag durchgegangen. Und da ist ein Haus, das hat so wunderschöne, so weiß-blaue Holzvertefelung vor den Fenstern. Und da ist eine ganz kleine Plakette. Ganz kleine Plakette und ein ganz kleines Bambi. Und da steht auf dieser kleinen, kleinen Plakette, steht, in diesem Haus hat 1923 Felix Seiten Bambi geschrieben. Das weiß keiner, weil alle glauben, Bambi hat man irgendwo in Amerika geschrieben. Nein, das hat dieser Mann 1923 im 18. Bezirk in Wien geschrieben. Und das ist es, wir haben die smartesten Köpfe, aber wir erzählen, oder? Aber wir erzählen die Geschichten so saumäßig schlecht. So saumäßig schlecht. Und ich verstehe es nicht.
SPEAKER_01Das finde ich echt spannend. Ich war jetzt gerade in New York für eine Woche und was ich mir echt gedacht habe, ist, das sind einfach Entertainer.
DanielJa.
SPEAKER_01Also in Amerika wissen sie, Geschichten zu erzählen und Leute zu entertainen. Egal ob es ist, du gehst mein erster Tag, ich gehe in die U-Bahn und gleich einmal ein Tänzer, der dort breakdanzt in der U-Bahn und halt dann ein paar Euro oder Dollar einsammelt. Und jeden Abend kannst du Broadway oder irgendeine Comedy-Show und du lernst dort einfach schon von klein an, einerseits deine Talente nach außen zu zeigen und auf der anderen Seite eben Geschichten zu erzählen. Und ich glaube, das ist etwas, was auch dann ganz, ganz viel Selbstbewusstsein gibt, wenn du lernst, wie andere oder siehst, dass andere positiv auf deine Talente oder auch deine Geschichten reagieren. Und ich glaube, das ist etwas, wir haben vorhin über Education gesprochen, was wir noch viel stärker integrieren müssen und damit auch dieses Selbstbewusstsein einfach jedem mitgeben können. Das ist auch was, was wir bei der Entrepreneursprache sehen, wenn die da stehen auf der Bühne und ihre Ideen pitchen und Feedback bekommen und Applaus bekommen, was das mit den Schülern macht.
DanielJa, und ich meine, für mich ist so mein täglich Brot in meinen Pitch-Trains, die ich gebe, dass ich einfach den smartesten Menschen in einfachster Sprache vermitteln muss, warum sie ihre Geschichte erzählen müssen. Und die Leute sagen, ja, aber es ist doch nicht wichtig. Ja, ich will doch bei den Zahlen, Daten und Fakten, weil man sagt, nein, bitte erzähl deine Geschichte, erzähl es mit Emotionen. Und die sagen, nee, das ist ja, da verkaufe ich mich ja und aber eigentlich, und das ist so ein Thema, das müssten eigentlich viel. Eigentlich müssten wir neben Entrepreneurship-Kursen eigentlich Storytelling-Kurse an den Schulen schon haben. Das wäre cool. Weißt du, was mein bester Storytelling-Workshop war übrigens, wie ich das Storytelling gelernt habe, an der Schule. Und zwar, weil ich so saumäßig schlecht in der Schule war, dass ich meinen Eltern regelmäßig erklären musste, warum dieser Fünfer jetzt bestimmt großartig war, dass ich jetzt auch die Kurve kratzen werde. Nee, Spaß, aber das ist so etwas, wo ich denke, das ist eine der wichtigsten Waffen, die man haben kann, ist, die Geschichte zu erzählen, in einer Art, dass die anderen auch emotional darauf reagieren. Und da ist es wirklich bei aller Liebe für Europa etwas, was wir wirklich nicht so gut beherrschen. Und wir haben jede Geschichte, die wir erzählen können. Weißt du, ich denke es mir immer, wenn du Amerika ansprichst, ich habe es auch schon so oft im Podcast erzählt, aber jedes Mal, wenn ich in Amerika bin, besonders in San Francisco, und man sieht einfach diese bitterböse Armut, die Menschen, die mit den schlimmsten Verletzungen auf der Straße hocken und sich das nicht leisten kann. Oder du hast es vielleicht auch auf deinen Social Medias, wenn Leute dann irgendwelche GoFundMe starten, weil irgendjemand irgendwie eine unerwartete Krankheit hatte und da müssen sie ein fucking GoFundMe machen. Und in Europa ist es so, ja, das ist Healthcare. Das haben wir. Und ja, da kriegt jeder Zugang dazu. Du bist obdauchlos. Aber ein MAT haben wir trotzdem für dich. Kein Thema. Und wir haben eine Basic-Versorgung für dich. Und dass das, also dass wir das auch nicht gut erzählen, das finde ich halt. Ja, da müssen wir nochmal ein bisschen nachbessern.
SPEAKER_01Absolut. Ich finde, wer eine gute Story erzählt hat, ohne etwas zu sagen, war die Blue Sky CEO Jay Graber. Ich habe dir das Bild auf Social Media gesehen. Die hat bei einer Keynote ein T-Shirt getragen. Da stand drauf Mundus Cine Caesaribus. A world without Caesars. Also eine Welt ohne Cesaren auf Latein. Und damit hat sie einen ziemlichen Diss gegenüber quasi Mark Zuckerberg, der ja bei einer Metaconnect-Konferenz ein T-Shirt getragen hat. Out, zack, out nihil. Sack oder gar nichts quasi auf Deutsch. Und das fand ich ganz witzig. Fand ich einen ziemlich guten Move.
DanielAlso ich fand den Move gut. Und was mich aber fast noch ein bisschen mehr irritiert hat, ist, warum Zuckerberg gerade überhaupt so ein Shirt trägt, warum der glaubt, das ist cool und warum er sich so quasi sich von seinen ganzen Magabros scheinbar anstecken lässt, dass er jetzt auch so rüberkommt wie irgend so ein absolutistischer Herrscher. Ich hab das Gefühl, dass denen wirklich al ein paar Platinen darüber durchgeschmiert sind, schmiert sind, dass die da alle jetzt quasi so zu Größenwahnsinnig so abgehoben rüberkommen. Coole Antwort. Aber wie gesagt, ich finde es fast noch tragisch, dass der Typ sowas trägt. Absolut. Das ist, ich meine, dass der da auch nicht irgendjemand hat, der sagt, ernsthaft, du willst dieses T-Shirt jetzt tragen? Ja. Und schon mal drüber nachgedacht, was das aussagt. Ja, und ich finde das gut so. Hast du eigentlich schon die Saturday Night Live-Parodien auf Elon Noss gesehen von Mike Myers? Ich glaube nicht so. Oh mein Gott, den musst du dir ansehen. Der parodiert den auf eine Art und Weise. Das ist also erschreckend gut. Und das ist ja das wilde, dass wir da gerade in so einer Parodie leben irgendwie. Und ich habe halt das Gefühl, wir leben gerade in einer Zeit, wo all dieser Social Media Wahn so in den letzten 10, 15 Jahre sozusagen bis zur Perversion überspitzt ist. Und dass wir jetzt an so einem Punkt sind, wo, glaube ich, entweder es pufft macht und Leute sagen, wirklich, wirklich, diesen Irren geben wir unsere Daten, wirklich, wir wollen uns so zuspitzen lassen, dass solche Spinner irgendwie über uns regieren. Oder man aber auch plötzlich sagt, so, nee, das ist genau meine Abteilung. Ich habe es übrigens vorhin angesprochen, Conor McGregor war im Weißen Haus und hat plötzlich gedacht in seinem Wahnsinn, dass er für Irland spricht. Und dann hat der irische T-Shirt, also der irische Premierminister gesagt, nee, der Typ spricht nicht für uns. Aber es gibt sicherlich einen harten Kern von Leuten, die glauben, jetzt sagt er endlich mal, was wir wollen, das ist unser Mann. Nee, ist er nicht. Wie glaubst du, geht das jetzt die nächsten ein, zwei Jahre weiter? Glaubst du, ist es so ein Tipping Point oder ist es überhaupt erst der Anfang vom. Richtig hässlichen.
SPEAKER_01Ich bin gespannt. Also ich habe vorhin einen Artikel gesprochen, äh, gelesen, der auch über quasi den Impact vom Doge-Ministerium oder ja, den Aktivitäten auch von Elon Musk in Amerika spricht und dass wir halt da noch erst den Anfang gesehen haben, was das auch für negative Konsequenzen haben kann, wenn einer halt so komplett versucht, von innen aufzuräumen ohne Rücksicht auf Verluste. Auch wenn ich viele der Ansätze gar nicht so schlecht finde und auch für Österreich, glaube ich, ein Anstoß sein kann, sich zu überdenken, wie gewisse Sachen aufgesetzt sind und Bürokratie zu kürzen. Aber was mir Sorge bereitet, ist, als ich in Amerika war, war ich in einigen Comedy-Shows. Und selbst dort hatte ich das Gefühl, ja, Trump wurde schon auch parodiert, aber ich fand es sehr zurückhaltend.
DanielWirklich.
SPEAKER_01Ja. Also es wurde viel mehr, über alles andere wurde viel mehr diskutiert als Trump. Das Einzige, was schon ein Thema war, war die, das war kurz auch nach dem Besuch des ukrainischen Premiers im Weißen Haus. Und das wurde schon auch quasi diskutiert auf den Bühnen, aber abgesehen davon fand ich es relativ harmlos. Und da dachten wir schon, wenn das dort, wo quasi ein geschützter Rahmen ist, in diesem Comedy Seller darfst du ja nicht mal Videos machen, da musst du dein Handy in so ein weißes Backer geben und das wird zugeklebt, damit niemand irgendwie dort anfängt zu filmen. Recht witzig. Aber selbst dort ist es dann nicht eine harte Kritik in dem liberalen New York. Also da habe ich mir schon gedacht, das hat schon sehr autoritäre Auswirkungen, die und das wirkt so als gäbe es da eine Angst, auch wirklich gegenzusprechen.
DanielIch habe mir mit meinen jetzt fast 44 Jahren, weil ich es von angesprochen habe, so, da gab es ja schon ein paar Sachen, die man so erlebt hat. Na gut, wo auch natürlich die letzten Jahre waren recht wilde. Ich habe so für mich so zwei Grundregeln festgelegt, für mich, die so ein bisschen so meine intellektuellen und emotionalen Nordsterne sind, wenn ich sozusagen so zwei habe. Und das eine ist, dass ich Nummer eins immer fundamental an die Wissenschaft glaube. Das heißt, immer wenn sich eine Ideologie, egal wie gut oder schlecht sie zu sein scheint, probiert über Wissenschaft zu stellen, werde ich skeptisch. Das ist etwas, was man historisch immer gesehen hat. Und das zweite ist, immer dann, wenn man anfängt, Comedy in irgendeiner Form zu zensieren, ist das auch etwas, was historisch nie richtig war. Und da kann man natürlich sagen, ja, schau, es gibt Themen, die man nicht parodieren sollte. Ja, kann man natürlich immer darüber diskutieren, dass irgendwo gewisse Grenzen sind. Aber eigentlich sollte das Publikum ja die Grenzen vorgeben und sagen, ja, puh, was bist du für ein unlustiger Mensch, verschwinde. Aber in dem Moment, wo man das beginnt, plötzlich einzuschränken und sagt, ja, das darfst du, das auch nicht, und mach bloß keine Witze über, das sind auch immer Momente, wo man einfach merkt, das ist eine Entwicklung, die nicht ganz richtig ist. Und das meine ich jetzt nicht, das darf man jetzt nicht sozusagen mit der Lupe betrachten, wie ich das meine, sondern das muss man über die letzten tausenden von Jahren der Menschheitsgeschichte sehen, dass man sehr oft historische Entwicklungen sieht. In dem Moment, wo Personen begonnen haben, das in der einen oder anderen Form einzuschränken, ob das wie gesagt Wissenschaft oder Humor ist, war das, was danach gekommen ist, nie gut. Und das sind das muss man vollkommen frei von Ideologie sein. Und da gibt es bestimmt Ideologien, wo man sagt, ja, aber die haben das eigentlich ganz gut gemeint, muss man immer sagen, aber trotz, also für mich ist das einfach ein sehr einfacher Indikator. Und das darf man nicht machen. Und das sehen wir gerade ganz extrem. Und wie gesagt, gerade im Comedy-Bereich. Weil das Interessante ist auch, es schlägt ja dann auch oft aus. Wenn man es dann in die eine Richtung einschränkt, dann geht es in die andere Richtung. Und ja, deswegen große Empfehlung an euch. Schaut euch mal und die sind Gott sei Dank noch sehr freischnauze, Saturday Night Live an, wie sie Trump und Zelensky mit Elon Musk gemeinsam setzen. Das Schlimme ist, es wirkt sehr authentisch, aber es ist gut. Und wir müssen halt schauen, wie es unseren amerikanischen Freunden die nächsten Jahre geht. Und was ich halt so krass finde, ist, dass man eigentlich sieht, und darauf komme ich, dass wir, als wir den Podcast gestartet haben, 2019, da waren die Startup- und Tech-Themen noch sehr Randthemen, wenn man so möchte. Es waren einfach Nischenthemen. Und jetzt sind das aber Themen, die immer mit der Weltgeschichte zu tun haben, weil diese Tech-Themen so schnell so zentral geworden sind. Weil wenn man sich anschaut, die Inauguration von Trump, dann saßen die alle da, die großen Tech-Milliardäre. Und man hat auch das Gefühl, die haben sich alle ordentlich dort eingekauft in dem, was passiert. Und wenn man sich so Peter Thiel zum Beispiel anschaut, dann ist seine Reihultur in sein Buch, ich habe es eh dort stehen, Zero to one. Wie baut man ein Monopol auf? Koste es, was es wolle. Und ich habe so diesen ekligen Beigeschmack, die ganze Zeit, diese Techis, Tech Bros da im Hintergrund genau das probieren gerade zu tun. Koste es, was es wolle. Monopol.
SPEAKER_01Weil du Tech Bros erwähnt hast, mir ist noch eine wichtige Studie untergekommen dieses Jahr, diese Woche. Es wurde nämlich der EY Female Startup Funding Index für 2024 publiziert. Und was ich schon eine sehr negative Entwicklung generell getrieben durch die USA finde, ist, dass die ganzen Diversity, Equity und Inclusion-Programme halt extrem zurückgefahren werden und viel weniger investiert wird in Diversity, aber auch dadurch wiederum in Female Tech. Und wir sehen, es gibt zwar trotzdem einen leichten Anstieg quasi der Finanzierungsrunden, wo eine Frau dabei. Aber das ist noch, also die Funding-Gap ist noch immer so groß. Nur vier von 134 Startups mit einer Finanzierungsrunde in 2024 hatten ein rein weibliches Founding-Team. Und generell ist die Zahl der Finanzierungsrunden rückgängig geworden. Aber ja, auch der Frauenanteil ist eher von Foundern in Österreich generell sehr stagnierend.
DanielWoran liegt das, glaubst du?
SPEAKER_01Ich glaube, es ist etwas, was du nicht rein aussatz-Ökosystem unterbrechen kannst, sondern dass es eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung ist. Wir haben auch gesehen, dass nach Corona tatsächlich der Anteil an Frauen generell, die Vollzeitarbeiten zurückgegangen ist, die in Führungspersonenrollen sind, zurückgegangen ist. Also wir sehen generell einen Trend zu konservativeren Rollenbildern, das ist auch auf Social Media ein großer Trend, das ist die ganzen schon Stay-at-Home Girlfriends, habe ich mittlerweile schon gesehen auf Social Media irgendwelche komischen Reels, wo ich mir denke, dass es jetzt das Bild, das porträtiert wird. Dann auch einiges und Bises auch bei den Investoren selber. Es gibt auch zu wenig weibliche Investoren einfach. Und auf der anderen Seite finde ich es immer schwierig, das nur negativ hier zu besprechen, weil es gab auch nie eine Zeit, in der es besser war für eine Frau in Österreich, generell zu gründen. Es gab noch nie so viel Awareness gegenüber dem Thema. Es gab noch nie so viele Möglichkeiten für uns, auch an zusätzlichen Unterstützungsleistungen und Mentoring. Also es soll jetzt überhaupt nicht abschreckend sein für irgendjemanden, der zuhört. Aber es ist trotzdem gerade an die Politik und an die Entscheidungsträger ein großer Appell, dass wir mehr machen müssen. Vor allem im Regierungsprogramm steht ja das Ziel ist, dass Österreich Vorreiter and Role Model wird for female entrepreneurship in Europa. Was da die Initiativen sind, die hierfür gestartet werden, wird nicht im Detail gesagt, aber das ist anscheinend ein Ziel.
DanielDa sind so ein paar Themen, die ich gerne angehen würde. Da würde ich gerne mal eine Stunde auf einer Bühne drüber reden und am liebsten ein Slido dazu, dass es anonym ist, hätte ich total Bock mal drauf. Das ist auch so ein oft sehr ideologisches Thema getrieben, das ich aber extrem gerne frei von Ideologie besprechen wollen würde. Und was ich so arg finde, ist die ganzen, ich fange mal von vorne an, die ganzen CEOs, die in den letzten Jahren alle gesagt haben, Diversity ist unser Fundament. Bub, Regierung springt um und sie knattern einfach alle Diversity-Programme weg, wo man sagt, ja, dann ist es wohl doch nicht dein Fundament-Schnuckelchen, wenn du das jetzt über Nacht sofort absegst. Zweitens, glaube ich, haben die Amis das auch so ein bisschen übertrieben, dass sie auch echt, muss man so sagen, auch ein paar Sachen gemacht haben, die vielleicht zu stark, zu extrem waren. Was dann wiederum das Pendel in die andere Richtung ausschlägt, was halt auch negativ ist. Was ich aber hauptsächlich auch finde, wenn man das Regierungsprogramm anschaut, das klingt halt genau wie jemand, die sich da hinstellt und sagen, das ist uns total wichtig. Ja, wie wichtig? Nee, total wichtig. Wie macht ihr das? Weiß ich nicht. Aber wir haben das jetzt mal gesagt, weil das wichtig klingen soll. Und warum ich aber auch, was ich auch so spannend finde, ist, was du mit dem Corona-Thema gerade angesprochen hast, ist, dann habe ich gesagt, klar, warum? Weil es ist natürlich extrem schwierig, speziell auch für Frauen, wenn sie Kinder haben, dann wieder in ihren normalen Vollzeitjob zurückzugeben, weil, und das ist jetzt ich als reine Privatperson, ich habe das Gefühl, dass unserer Gesellschaft einfach so oft Kinder noch so als Störfaktor gesehen werden, was Beruf betrifft und alles andere. Und da musste halt irgendwie, irgendwo bla bla bla. Und es geht halt fast nicht. Und das ist so ein, das ist so ein extrem falsches, eine extrem falsche Entwicklung in der Gesellschaft, dass man da eigentlich sagt, schau, Kinder kannst du nur haben in der Partnerschaft. Da muss dann einer, also wirklich auf alles verzichten, idealerweise, dass dann meistens die Frau im Grunde kann man jetzt in alle Richtungen diskutieren. Ob das richtig oder falsch ist, muss man auch auf jeden Fall diskutieren. Es gibt übrigens immer im Kindergarten ein paar Beispiele, wo es umgekehrt ist, was ich halt auch super cool finde, wo der Mann dann zu Hause bleibt und die Frau arbeitet. Finde ich auch geil. Aber der Punkt ist, das ist immer ein Thema, das ich immer sehe, man sagt immer, it takes a village to raise children or a child, oder das village haben wir nicht mehr. Und wir haben auch oft nicht mehr die Eltern und wir haben oft nicht mehr die Großeltern, sondern es sind einfach nur Mama, Papa und Kind. Und das ist so ein gesamtgesellschaftliches Problem. Und dann haben die ganzen coolen Offices dann alle ihre 48 tollen, was weiß ich, Amenzas und weiß der Teufel oder die Unis, aber Platz für Kinder, null. Und ein Kind schreit, Störfaktor. Und das ist einfach so ein. Und das, das ist etwas, was mir extrem fehlt, dass man da bei all dem ganzen Gerede einfach mal so ganz, ganz, ganz, ganz runterdekliniert und sagt, okay, aber warum nicht da ansetzen? Das wäre jetzt ein Rat.
SPEAKER_01Ich habe für den Podcast einen Artikel dazu mal vor ein paar Wochen geschrieben. Kann ich sehr empfehlen, da einfach mal ein bisschen hineinzutauchen. Wie heißt der? Also ich glaube, du hast da einige, ich glaube, mangel Podcasten googelt und Gender Investment Gap oder Gender Gap im Startup-Ökosystem findet man ihn. Im Endeffekt, glaube ich, hat es viele Ebenen. Es ist einerseits der gesellschaftliche Umgang mit, wie wird mit Kindern umgegangen. Gibt es genug Plätze, wo man auch Unterstützung bekommt, genug Kindergartenplätze schon frühphasig, schon in den ersten Jahren? Gibt es genug Investoren, die auch aware sind gegenüber Bises und ihrer Vorurteile, beziehungsweise genug weibliche Investoren und was für ein Bild geben wir in der Gesellschaft auch ab? Unterstützen wir Personen, die sagen, sie gründen oder haben wir generell geben wir eben Frauen eher das Gefühl, nein, es ist eh so schwierig für euch. Ihr braucht es, dass sie das Gefühl haben, da brauche ich ja gar nicht erst starten. Also mein größter Appell ist, davon nicht abhalten lassen. Es gibt ganz, ganz viel Unterstützung. Es gibt mittlerweile auch immer mehr Awareness und sich mit Frauen verbünden, die es auch machen.
DanielJa, und das Coole ist, auch wenn ich es so ein bisschen noch weiter schwinge, wenn man sagt, auch Gründen als Eltern, finde ich das Coole ist, wenn du gründest als Eltern, ob Mann oder Frau, ist, du hast aber auch niemanden, der dich fremd steuert. Sondern wenn du sagst, hey, ich möchte heute zu Hause bleiben, weil mein Kind krank ist, dann ist das so und Punkt. Und ich dann arbeite ich halt in der Nacht durch, um das hinzukriegen oder wie auch immer. Aber ich muss nicht morgen um neun im Anzug irgendwo sein, weil irgendjemand mir das vorschreibt. Und das ist natürlich auch eine sehr schöne Art, wie man das Ganze machen kann. Ich kenne eine Gründerin, die hat tatsächlich neben ihr Büro ein kleines Zimmerchen gebaut für ihre Tochter, die dann da war. Und dann kann man ja auch machen. Jetzt sagt man natürlich, ja, aber da muss man ja auch schon sehr erfolgreich sein und viel Geld haben. Natürlich. Aber der Punkt ist, du kannst natürlich, und das muss man auch immer in Erwägung ziehen, du bist eben nicht fremdgesteuert, wo dir jemand sagt, so und so muss es sein. Und da gibt es teilweise Sachen, die man erst erfährt, wenn man Eltern sind. Zum Beispiel, du kriegst in Österreich, glaube ich, eine Woche Pflegeurlaub im Jahr. Die Zeit, das wird falsch sein. Das heißt, wenn dein Kind krank ist und du musst zu Hause bleiben, steht dir eine Woche zu, für ein gesamtes Jahr. Und wenn man sagt, gerade im ersten Kindergartenjahr haben deine Kinder einfach alle zwei Wochen irgendeine Seuche, das heißt, damit kommst du eh nie durch. Und das ist ein wahnsinnig guter Faktor. Und ich glaube, da muss noch unglaublich viel passieren. Und ja, vielleicht, wenn wir so eine so eine Art Playgroup for Entrepreneurs to be gründen, dann können wir da vielleicht einen Grundstein legen für ganz radikale Veränderungen. Wenn nun sozusagen die Kids unserer Gesellschaft das so früh lernen und so viel mitnehmen. Weil für mich ist immer so ein schönes Beispiel, ob das nun Gender ist oder Eltern oder you name it. In dem Moment, wo man es nicht mehr erwähnen muss, ist es auch schon erledigt. So wie Farbfernsehen sagt ja kein Mensch mehr, weil logisch ist Fernsehen Farbe. Und so sehe ich das halt auch bei ganz vielen dieser Themen. Ich hoffe, dass wir es einfach nicht mehr erwähnen müssen, weil es halt das Normalste und ja zielführendste der Welt ist. Schön. Boah, da haben wir schön mal wieder mit dir zu plaudern, fällt mir ein. Da haben wir uns wieder ein bisschen Luft machen müssen und und ich bin gespannt, was Markus da eigentlich von seinem Problem berichtet. Ich sehe schon, wenn ich auf die Uhr schaue, weil das war ja, das war jetzt alles relativ spontan zusammengeschustert, dass wir jetzt eigentlich schon fast wieder am Ende sind für unseren Markus wird Papa Podcast und lass uns ganz schnell genau das aber auch einbauen und einplanen, weil wir natürlich daran glauben, dass er sich da alle Zeit der Welt nehmen sollte und kann, wann immer er das braucht. Siehst du, wenn er jetzt für irgendeinen seelenlosen Corporate arbeiten würde, würden die ihm sagen, nee, morgen bist du da, halt den Mund. Und ja, das ist. Da habe ich übrigens noch ein Thema, das muss ich nur ganz kurz ansprechen, ich sehe die Uhr macht TikTok, aber ich habe da auch ein Thema gesehen von einer Gründerin vor ein paar Tagen auf LinkedIn, die ihr Kind in der Schwangerschaft verloren hat. Und da gibt es ganz, ganz, ganz harte Regeln. Ich glaube in Amerika sowieso nicht, aber in Europa, dass man da teilweise einen Tag, teilweise ein paar Tage nach dem Verlust des Kindes sofort wieder arbeiten muss. Dass alles da gestrichen wird, so nach dem Motto, ja, das ist halt weg, kannst du wieder arbeiten. Und das sind auch Themen, die muss man normalisieren, darüber muss man sprechen, weil es gibt leider auch immer wieder Schwangerschaften, die nicht so verlaufen, wie man sich das wünscht. Da kann man gar nichts dafür. Und es ist, ich glaube, etwas zutiefst Traumatisierendes. Und auch da muss man A drüber reden und B, den Betroffenen alle Zeit der Welt geben, bis sie von sich alleine sagen, so, okay, ich habe die Zeit gehabt, die ich brauche. Und das wusste ich nicht, um da zu lesen und da zu hören, nee, es ist so, das passiert Bob und morgen in einigen Ländern morgen, in anderen Ländern hat man, glaube ich, eine Woche, muss man wieder Gewerbe auf Fuß stehen. Das geht gar nicht. Das muss hart sein. Das kann ich mir nicht vorstellen. Das kann ich mir nicht vorstellen. Weil ich wüsste, also ich, mein Gott, also ich habe keine Ahnung, kann ich gar nicht kommentieren, wie sich das anfühlen müsste. Da haben wir noch viel zu tun. Und das, das ist Europas Chance. Weil das können wir historisch viel besser als die anderen, die sagen, nein, morgen stehst du da wieder und ackerst. Das können wir und das müssen wir tun.
SPEAKER_01Damit werden wir der Pool, der quasi die Top-Talente auch anzieht.
DanielJa, aber wenn man das noch, oh, wie ich hätte gerne noch eine halbe Stunde jetzt mit dir, egal. Weil wenn man das weiter abstrahiert, also ich kann meine Leistung am besten abrufen, wenn es mir gut geht. So einfach ist das. Wenn ich glücklich bin, kann ich alles und jeden niederreißen. Und wenn man ein Umfeld schafft, wo Menschen glücklich sind, weil es ihnen gut geht, das ist doch fast. So einfach ist das. In dem Sinne.
SPEAKER_01Ich habe noch eine Empfehlung. Wenn ein Umfeld, wo meistens alle glücklich sind, am 1. April ist der Austrian Startup Summit. Man kann sich noch ein Ticket checken. Am besten, wenn man sich eine Austrian Startups Mitgliedschaft macht, dann kostet es nur 120 statt 145 Euro. Und man supportet Austrian Startups generell und ist Teil der Community. Also würde mich voll freuen, euch da zu sehen. Wir haben ganz, ganz spannende Keynotes, Panels etc. Große Empfehlung. Fragen schon.
DanielIch mich auch. Dankeschön, take care. Bye bye und bis nächste Woche. Bye bye.