Future Weekly

#430 - Gregor Kury über innovative Kleidung, gute Vorbereitung & Inventory-Management

Daniel Cronin & Markus Raunig Episode 430

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Im Deep Dive hat Markus diese Woche Gregor Kury zu Gast. Als Co-Founder von mjuks.com revolutioniert er mit smarten und bequemen Praxisoutfits den medizinischen Bereich – nachhaltig und fair in Europa produziert. Geprägt durch seine Erfahrungen im Sport, setzt er auf Disziplin, gute Vorbereitung und effizientes Inventory-Management, um seine Vision in die Realität umzusetzen.

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Production: Christoph Nowotny
Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com

Production: Hanna Moser

Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com

Markus

Einen wunderschönen bei Future Markus und bei DeepDive Tag ist mit einem super spannenden Gast und das ist der Gregor Kuri. Hallo Gregor. Grüß dich mit Markus. Wir freuen uns sehr, dass du bei uns bist. Ein Blick auf LinkedIn verrät uns Co-Founder von mukes.com. Das macht bequeme Praxisoutfits. Du sagt ja schon sehr viel, aber erzähl einmal ein bisschen mehr zu euch. Wie groß seid ihr? Was macht ihr genau? Was treibt euch an?

SPEAKER_00

Ich kann ja vielleicht mal die erste Frage wahrscheinlich gleich beantworten. Ich habe es im Raum steht, Mukes, woher kommt das? Was bedeutet das eigentlich überhaupt? Also Muk ist Schwedisch und bedeutet weich und zart. Und ich sage immer, das ist so, wie sich unsere Outfits auch anfühlen sollen. Genau, wer sind wir? Ich bin einer der zwei Gründer, habe das mit Jakob, meinem Co-Gründer, genau vor dreieinhalb Jahren gegründet. Es sind mittlerweile zwölf Leute, haben das auch im letzten Jahr die nette Umsatzmillionen geknackt, sind 100% gewachsen. Und glaube ich, sind mal etwas anderes als die Gäste, die du sonst hier hast, vielleicht eher so ein bisschen die quasi das Startup in der langweilig alten Industrie und jetzt nicht so die Technologie durchstarter. Aber vielleicht kommen wir da später eher dazu, glaube ich. Sicher auch für alle, die da draußen uns gründen, denken, das ist ein spannender Aspekt, den man vielleicht mitdenken kann, wenn es einem darum geht, da ein neues Unternehmen in die Welt zu setzen.

Markus

Und das heißt ja, ihr verkauft Outfits an Praxis bedeutet explizit Ärzte oder bedeutet das grundsätzlich berufliche Outfits? Was ist da euer Scope?

SPEAKER_00

Genau, also bei uns geht es um Arbeitskleidung explizit, also es ist medizinische Arbeitskleidung. Wir produzieren quasi die Kleidung für alle, die im medizinischen Bereich arbeiten und auch täglich dabei, sag ich mal, Arbeitskleidung tragen. Es geht von Physiotherapeuten, es geht natürlich direkt in die Praxis, wo du gesprochen als Ärztinnen, Ärzte, Arzthelferinnen, Arzthelfer. Wir haben auch einiges an zum Beispiel Veterinärmedizin, an deinem Hautmedizin, whatever. Also wo immer du hingehst, damit es dir gesundheitlich besser geht, das sind unsere Kunden.

Markus

Makes sense. Du, wenn wir jetzt einen Sprung zurückmachen zum kleinen Gregor. Ich sage jetzt mal, als du in der Volksschule warst, gab es da eine Faszination schon für Arztkittel oder für Unternehmer?

SPEAKER_00

Die gab es überraschenderweise nicht. Also ich glaube, wenn man bei mir in den Freundeskreis fragen würde, hätte aufgrund meines Kleidungsstils keiner daran gedacht, dass nicht jemals in diese Branche überschlagen wird. Der kleine Gregor, glaube ich, war einfach immer nur ein Kind mit extrem viel Energie, das immer schon irgendwie so seinen eigenen Kopf gehabt hat und sich dann irgendwie Wege gesucht hat, diese Energie auch auszuleben. Also ich glaube, am Anfang meiner Jugendzeit war es sehr stark der Sport. Ich habe alles gemacht: Fußball, Eishockey etc. Und dort, glaube ich, habe ich zum ersten Mal dann auch, würde ich sagen, wahrscheinlich schon die ersten unternehmerischen auch Erfahrungen gemacht. Also man lernt dann vielleicht das erste Mal in so einer Organisation zu funktionieren. Man lernt auch zu funktionieren in einer leistungsgetriebenen Organisation, wo es vielleicht, man kann zwar Freunde sein, aber am Ende spielen am Ende diejenigen, die am besten sind. Und das, glaube ich, hat mich schon sehr früh auch geprägt, irgendwie auch zu sehen, was Leistung, also was man durch Leistung erreichen kann. Und auch was es heißt, sag ich mal, sich nicht auf sein Talent zu verlassen, sondern wirklich mit harter Arbeit sich Dinge zu erarbeiten, von denen man vielleicht nicht gedacht hat, dass sie möglich sind.

Markus

Okay, also das höre ich nicht zum ersten Mal, dass der Sport bei unternehmerisch aktiven Menschen da eine sehr zentrale Rolle auch in der Sozialisierung gespielt hat. Jetzt ist es ja beim Sport wirklich so, dass man durch hartes Training oft zumindest ein gewisses Leistungsniveau erreichen kann, was so schon sehr gut ist. Also dass Input versus Output schon eine sehr starke Korrelation ist. Spürst du das im Unternehmertum auch? Ist das auch ein Grund, warum es dich am Ende in diese Richtung getrieben hat?

SPEAKER_00

Ich glaube, ich spüre das auch und ich glaube, was das Sport und das Unternehmertum auch gemeinsam haben, ist, du kannst zwar, also den Input bestimmst du, aber den Output nicht immer. Also ich glaube, man kennt das beim Sport auch. Also, wenn wir jetzt vielleicht bei der Fußball-Anekdote bleiben, also du spielst zwei Spieler aus, quasi du schießt drauf, an dem einen Tag springt er von der Innenkante, latte rein, am nächsten Tag springt er von der quasi Außenkante raus. Und so ist das, glaube ich, auch im Unternehmertum. Also du kannst einfach eigentlich nur jeden Tag dein Bestes geben. Das heißt aber nicht, dass das dann immer auch zum besten Resultat führen wird. Aber ich finde das auch extrem bereichernd, eigentlich dieser Gedanke zu sagen, naja, ich muss mich einfach auf das konzentrieren, was ich beeinflussen kann. Und alles andere kann ich eigentlich außer vorlassen. Und ich muss damit leben, dass er eben manchmal reingeht, der Ball und manchmal auch wieder rausspringt.

Markus

Das kann ich bestätigen als alter Fußballer. Es ist schon eine gewisse mentale Resilienz da auch notwendig. Okay, aber jetzt schon erzählt, Sport in der Jugend, was hast du dann nach der Schule gemacht?

SPEAKER_00

Also ich glaube bei mir, wenn man dann so ein bisschen die unternehmerische, sag ich mal, Perspektive einnimmt, ging es bei mir, glaube ich, los, so im Alter 13, 14, dass ich mich dann zum ersten Mal begonnen habe. Ich kann gar nicht mehr sagen, wie dieses Heft in meine Hände gelangt ist, aber in so einem langweiligen Strang Urlaub mit meinen Eltern, wo ich gesagt habe, ständig aktiv sein, kam so ein, keine Ahnung, ob das der Gewinn war, also so ein Aktienmagazin in meine Hände. Und ich habe mir das durchgelesen und nach dem Urlaub war dann für nichts fix klar, ja, ich höre mit der Schule auf, ich mache Lehre mit Matura, ich muss Geld verdienen und ich muss in Aktien investieren. Ich hatte keine, eigentlich hatte ich keine Ahnung, wie das geht. Ich habe die Idee auf meine Eltern gepitcht. Ich habe mich dann nach dem Urlaub gesagt, hey, ich muss das machen. Die Idee gerade ist jetzt nicht auf offene Türen gestoßen, sondern relativ deutlich gesagt, okay, interessante Idee, mach noch ein Jahr in der Schule und dann reden wir nochmal. Natürlich habe ich das nach dem Jahr auch wieder vergessen gehabt. Aber nach dem Jahr habe ich meinen anderen Flow wieder ins Ohr gesetzt. Und ich war immer schon jemand, ich bin nicht besonders gut mit Regeln. Und ich glaube, da sind viele, sag ich mal, Gründer und Gründerinnen da draußen nicht, die irgendwo versuchen, sag ich jetzt mal, die Grenzen, die Graubereiche auszunutzen. Und mir war in der Schule relativ langweilig, nicht, weil ich besonders gut war, aber einfach, weil dieses Konzept Schule an der Art und Weise, wie man gelernt hat und was dort gefordert war, nicht wirklich meiner Art und Weise, also meiner Persönlichkeit entsprochen hat. Und kam dann beschlossen, naja, man könnte ja eigentlich auch schon als Schüler die Uni besuchen. Dann habe ich mich begonnen zu beschäftigen, wie funktioniert das. Gibt es eine österreichische Begabtenförderung, die das tatsächlich zulässt. Also ich bin bei Gott nicht begabt, meine Noten haben auch alles andere gesagt als das. Aber ich konnte auch da wieder meinen Direktor bei der Eitelkeit packen, der sagte, er wollte irgendwie den ersten Schüler, den wir aus unserem Schulbezirk hat haben, der an so einem Programm teilnimmt und hat mich da auch trotz mit mäßiger Noten hingepuxt auf die Uni. Es war einfach wieder für mich cool zu sein, okay, es gibt quasi die Möglichkeit, auch da wieder so auch Neues zu schaffen. Also das war jetzt nicht, das war jetzt irgendwie kein vorgegebener Weg, der schon fix fertig war, den man gehen konnte, sondern irgendwie eine Idee, die man selber hatte und man konnte oder man kann, in dem Fall durch eigenen Willen und dann auch gewissen Fleiß dahinter, das auch möglich machen. Long story short, ich war auf der Uni, ich habe zwei Prüfungen geschrieben, zwei Bombenfleck. Aber es hat mir einfach, glaube ich, da auch wieder zumindest eher geholfen, sich, also dieses Verständnis dafür zu haben, die Welt da draußen ist nicht fix und ich kann sie mitgestalten.

Markus

Okay. Nice. Und jetzt hast du gesagt, zwei Bomben Fleck, aber wenn ich jetzt auf LinkedIn stehe, da steht dann schon noch einiges an universitärer Laufbahn. Das war also nur der Beginn deiner Universbahn.

SPEAKER_00

Ja, also ich glaube, ich glaube, die Uni hat mir nochmal deutlich besser funktioniert als die Schule, weil es dann doch, glaube ich, auch Möglichkeiten gab, sich da auch, sag ich mal, auch auf Dinge zu spezialisieren oder in Richtungen zu gehen, die mir mehr gelegen haben als Chemie oder so. Wenn mich heute noch jemand nach drei Elementen des Baryons-Systems fragt, glaube ich, muss ich mich ganz schnell verziehen, weil dann hört es bei mir auch schon wieder auf. Aber das stimmt schon. Also danach kamen dann schon auch noch einige Stationen dazu. Aber ich glaube, die Uni war nie das, was mir wirklich so ganz Schwarz gemacht hat, sondern es waren immer diese kleinen Projekte, für die die Uni den Raum gegeben hat, die daneben zu tun.

Markus

Okay, aber das heißt, du hast dann Wirtschaft studiert.

SPEAKER_00

Bin ein langweiliger PWL.

Markus

Ja, ich auch. Wie so viele andere auch. Du hast aber auch mit international auch ein bisschen in Kopenhagen, hast du einen Master gemacht. Hat dir es geholfen, die internationale Erfahrung, oder hättest du eigentlich lieber gleich noch einen Bachelor gestartet?

SPEAKER_00

Ich glaube, ich hätte am liebsten nur die internationale Augen gefahren gemacht, dann hätte man den Bachelor gespart. Ich glaube, so hätte ich es hätte ich es ehrlich gesagt. Also das war schon enorm wertvoll und würde ich auch jeden ans Herz legen, der da draußen oder die da draußen gerade nachdenkt, sowas mal zu tun. Einfach mal weg von all dem, was man kennt, andere Sprache, andere Art zu leben. Da war jetzt eben quasi Kopenhagen schon noch mal ein Kontrastprogramm, jetzt sicher nicht eine ganz andere Welt. Aber es hat mir schon nochmal so ein bisschen die Türen geöffnet, gerade weil das Bildungssystem dort auch ganz anders funktioniert als bei uns. Also während ich auf der WU, wer dort war, der kennt es, also Multiple Choice rauf und runter angekreuzelt habe, war es in Kopenhagen immer so, dass wir eigentlich immer ein Projektarbeit hatten für jedes Fach, jedes Semester. Und das konnte man selber aussuchen. Also es musste in dem Feld sein, aber du konntest dir es frei gestalten, frei aussuchen. Hast einen Projektbericht darüber geschrieben. Und dann war es wieder nicht so, glaube ich, ganz österreichisches Bildungssystem, kann ich mich auf der Uni auch noch daran erinnern, dass dann irgendwie dein Professor, der drei Beistrichfehler, die du gemacht hast, wieder angestrichen hat. Sondern am Ende war eine Prüfung das, dass jemand dich gefragt hat, okay, und jetzt würdest du das gleiche nochmal machen? Was würdest du anders machen? Was würdest du diesmal besser machen? Wie hätte man es noch machen können? Und dieses Reflektierte an eine Problemstellung herangehen, dass klar ist, dass wenn ich es einmal mache, es ist nicht richtig. Dieses Denken mitzunehmen, das fand ich extrem spannend und hätte mir das auch, sage ich es mal, in meiner Ausbildung, jetzt auch in Österreich, in der Schule auch immer gewünscht. Da ist immer klar, es gibt ein richtig und ein falsch, das sagt der Lehrer. Aber nicht dieses, also dieses Andersdenken, Umdenken, Reflektieren ist eigentlich nichts, was belohnt wird, sondern da kriegt man eigentlich eher dann eine auf die Finger, weil man soll eigentlich nur das machen, was jetzt gelehrt wurde.

Markus

Ja, kann ich gut nachvollziehen. Zwischen deinen beiden Studien hast du ein Gap ja gemacht, wo du bei Frauenhofer und bei SpeedInvest jeweils ein halbes Jahr gearbeitet hast. Warum diese beiden Organisationen und wie hat dich das auch geprägt?

SPEAKER_00

Genau, also ich war im Gap Y war ich nur bei SpeedInvest, aber da gibt es auch eine lustige Anekdote dazu. Also ich glaube, mir hat immer schon dieses, auch schon am Ende meines Bachelors habe ich gemerkt, okay, irgendwie so trägt mich so ein bisschen in die Startup-Welt. Ich habe irgendwie Lust, bei Leuten, die irgendwie neue Ideen verfolgen, die neue Produkte auf den Markt bringen, da irgendwie mitzuwirken. Hab das zwei Sommer davor schon erfolglos versucht, mich zum Beispiel bei Speedinvest zu bewerben, habe ich immer die nette Absage bekommen. Und im letzten Jahr meiner Uni habe ich dann die Entrepreneurship Avenue mitorganisiert, also für alle, die im Dienst sind, die kennen die auch ganz gut. Und war dort für die Investoren zuständig. Damals hatten wir noch dieses, auch so ein 2-Minuten, 2-Millionen-Format vor Ort. Und der Oliver Holle, Speedinvest. CEO, saß damals in der Jury. Und nach diesem, na, sag ich mal, nach diesem Tag bin ich einfach eiskalt zu ihm hin und habe gesagt, hey, ich möchte für dich und bei euch arbeiten. Und er hat gesagt, okay, gib mal deine E-Mail-Adresse. Und nächste Woche hatte ich dann eine Einladung zum Bewerbungsgespräch. Ich kann das auch nicht vergessen. Diese Person, die mit mir aus dem Bewerbungsgespräch hatte, saß mir dann gegenüber, hat mich angeschaut und hat gesagt, wen kennst du bei uns, dass du mit so einem Lebenslauf eingeladen wirst? Der war knallhart. Und ich habe gesagt, ich habe ihm auch die Geschichte erzählt, hab da ihm auch erzählt, hey, ich war schon, ich habe schon dreimal versucht, ich habe dreimal eine Absage bekommen. Personal danach schaut, das war auch die Person, die mir dreimal abgesagt hat. Aber ich glaube, einfach dieses, auch da wieder, dieses dranbleiben und nicht aufgeben und irgendwie alternative Wege suchen, hat dann so geführt, dass ich, dass ich dann genau einige Monate bei Speedinvest war auch ganz cool, dort quasi einen neuen Fonds mit aufbauen durfte, damals mit Matthias Ockenfels, den Plattformenfonds, den es eh heute auch noch gibt. Und das war dann auch irgendwie so meine erste Erfahrung mit, okay, geil, Gründer, Spirit, Gas geben. Aber danach hatte ich auch quasi das Konträreprogramm gemacht, danach ging es für mich mehrere Monate nach Kapstadt, um dort Paragleiten zu lernen, weil das auch noch was war, was ich unbedingt mal machen würde. Also quasi Kapstadt einmal so, quasi einmal so ein halbes Jahr für den Lebenslauf und ein halbes Jahr dann so für die Seele, bevor es dann mit der Uni auch wieder weitergegangen ist.

Markus

Okay. Also das heißt, du durftest ein bisschen Startup-Luft schnuppern, auch spannend, tatsächlich im Fonds was Neues aufgebaut. Dann warst du fertig mit der Uni. Was war dann klar, du möchtest eigentlich was gründen?

SPEAKER_00

Wie so oft ist, also wenn man jetzt auf LinkedIn schaut, schaut das so aus, als wäre das das erste, was ich gegründet habe. Stimmt nicht. Ich habe davor einiges schon gegründet gehabt, aber es war halt einfach nicht erfolgreich. Also es war einfach, ich habe, glaube ich, wie viele da draußen nach irgendwie etwas für mich gesucht. Ich habe zur Belustigung meiner Freunde mal gefunden, es ist eine extrem gute Idee, Klodeckeln mit so Motivationsprüchen, so Alawantatos zu bedrucken und die dann versuchen zu verkaufen. Es hat komischerweise überhaupt nicht funktioniert. Hab danach, weil ich selbst bei der Mythis habe, das ist so eine Hautkrankheit, wo du relativ trockene Haut hast, mir gedacht, okay, ich habe selber noch keine zufriedenstellende Creme gefunden, habe da einen entwickelt, auch mit Bomben und Granaten gescheitert, weil ich es niemandem gefunden habe, der sich darauf eingelassen hat, da irgendwie so einem 18-Jährigen irgendwie eine Creme herzustellen. Aber all das, glaube ich, hat so ein bisschen auf diesem Weg beigetragen, schon immer diese Augen auch offen zu halten nach, sagen wir mal, einfach Opportunitäten, also Dingen, die sich auftun, Chancen es gibt. Und am Ende meines Studiums war eben auch der Beginn der ersten Corona-Welle, hatte ich so ein digitales Feierabend-Bier, saßen wir dann einfach so quasi da auf Zoom, haben mit einem Kumpel gequatscht und der war damals hat damals ein Praktikum gemacht im Krankenhaus, war angehender Arzt und hat sich in diesem Gespräch wirklich eine halbe Stunde derartig über seine Kleidung echauffiert. Dass ich am Ende das Gespräch gedacht habe, habe ich gedacht, okay, ich will mir das einfach nicht noch ein weiteres Mal anhören. Ich gehe jetzt mal online und schaue einfach mal, ob ich für den irgendwas finde, damit wir das Thema beim nächsten Mal einfach erledigt haben. Ich habe mich durchgegoogelt, habe echt nichts gefunden, was ich selber freiwillig angezogen hätte. Also man kennt es vielleicht eh noch aus meinen Praxen, Krellefarben, so Kartoffelsäcke, die an den Leuten runterhängen. Nichts, was, muss man schon sagen, ist ein mode Behuster junger Kerlgesen, freiwillig angezogen hätte. Und ja, ich kam vielleicht wieder so ein bisschen Unternehmer raus. Ich hatte auch eine Freundin, die war Designerin und gesagt, naja, lass uns da mal probieren. Die anderen packen eh gerade Bananenbrot, wir haben eh nicht viel zu tun, lass uns mal probieren, wie man vielleicht so ein Oberteil, in dem Fall was dann nur, einfach hinkriegen könnte, so dass wir das cool finden und dann das vielleicht auch eher cool findet. Das haben wir dann auch gemacht. Das kam dann bei ihm und seinen Kolleginnen, der die gut an, die gesagt haben, wir wollen das auch kaufen. Und auch da wieder, also ich habe keinen Background in der Textilbranche, mein Co-Gründer, der Jakob auch nicht. Auch wieder einfach hingesetzt, Google aufgemacht, Textilien produzieren Europa und mal quer dort einfach mal durchgerufen. Also ich glaube, ich habe 100 Produzenten angerufen, drei haben sich zurückgemeldet, zwei haben dann für den dunzelnen Prototypen entworfen und einer ist es dann am Ende geworden. Also es war jetzt nicht klar, dass das in diese Richtung gehen wird und das hat sich alles so am Ende des Studiums irgendwie bewegt. Und dann, nachdem das irgendwie sich deutlich leichter angefühlt hat als alle anderen Unternehmen, die ich davor schon irgendwie versucht habe, es gab eine Resonanz, das gab es davor nicht. Da habe einfach ich mit einer Idee gestartet, ohne jemals irgendwie wen zu fragen, habe ich mir gedacht, na gut, da bleibe ich jetzt vielleicht einfach mal ein bisschen dran und aus diesem bisschen dranbleiben, sind jetzt ja knapp dreieinhalb Jahre geworden, die wir es machen. Und natürlich gibt es auch immer ein Jahr Vorlaufzeit davor, wo de facto du nichts verdienst, trotzdem viel hackelst, aber noch nicht irgendwie absehbar ist, ob das irgendwie auch dann am Ende wirklich was wird oder nicht.

Markus

Jetzt hätte ich noch eine Frage zu, wie diese Idee entstanden ist. Du hast gemeint, okay, das hat dir halt jemand erzählt, von seinen täglichen Problemen, das übliche Ranzen, ja, die Kleidung ist scheiße oder was auch immer. Und ich glaube, viele von uns erleben das und denken sich, ja gut, schade, was soll's. Was hat dich dann bei dir ausgelöst, diesen Schritt, diesen nächsten Schritt zu sagen? Da ist ein Problem, das nervt offensichtlicherweise zumindest diese eine Person, womöglich auch mehr Leute. Was könnte ich tun, um das zu ändern? Was hat bei dir diesen Auslöser gegeben, dass du dir gedacht hast, ich bin jetzt der, der dieses Problem lösen wird?

SPEAKER_00

Ich glaube, ich habe gar nicht so groß gedacht, dass ich mal gedacht habe, dass ich dieses Problem generell lösen werde. Aber in dem Moment hatte ich einfach den Ansporn, das Problem für diese eine Person zu lösen. Also es hat sich erst, nachdem diese Resonanz kam, dass sie das gut fanden, in meinem Kopf überhaupt das erste Mal dieses Szenario abgespielt, okay, das könnte ein Produkt sein. Davor war das einfach tatsächlich ein Freundschaftsdienst. Aber das war, wie ich schon vorher gesagt habe, das war immer schon dieses, ich glaube auch meine Persönlichkeitstyp, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Dann erkennt man immer wieder eben diese Möglichkeiten und Dinge, wo man finde, man kann da irgendwie mitgestalten, man findet, dass die derzeitige Realität nicht das widerspielt, was den eigenen Vorstellungen entspricht. Und dann habe ich immer schon begonnen, damit irgendwie herumzuspielen. Und da ist es dann, sage ich mal, eher doch Zufall dazu gekommen, dass das am Ende dann auch ein Unternehmen wird. Das war am Anfang nicht die Idee.

Markus

Ich glaube, dieses Herumspielen ist schon etwas, was ich immer wieder sehe. Das Spielerische einmal rumprobieren, glaube ich, etwas, was bei vielen ein entscheidender Faktor ist.

SPEAKER_00

Und ist auch, glaube ich, Entschuldigung, vielleicht nur zu dem Rumspielen, ist glaube ich auch etwas, was ich bis heute durchziehe. Also ich glaube, was viele Unternehmer ausmachen, ist Spaß am Spielen und das Spiel ist das Unternehmertum. Also ich bin kein Freund von Videospielen, aber ich sage immer wieder wieder auch zu mir selbst und merke mir, ich bin süchtig nach diesem Spiel. Also mir macht das Spaß. Ich setze mich, während sich am anderen am Abend hinsetzen und irgendwie, weiß ich nicht, den Fernseher einschalten, setze ich mich noch hin und durchklicke mich durch irgendwelche Websites, um mir anzuschauen, gibt es da vielleicht nicht irgendein cooles UX-Feature, das wir auch haben können. Das ist das, sagen wir mal, das ist meine Art zu spielen und das habe ich auch schon bei anderen gemerkt, das ist ihre Art zu spielen. Also ich glaube auch, das Spielerische leider wird aus dem Spielerischen Bald dann auch mit Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen und Kunden deutlich mehr Verantwortung, aber ich glaube, das Spielerische ist was, was viele mitbringen. Und wenn ich, damals war das Fußball, gerade mal, wenn wir zum Anfang zuspringen, damals war der Fußball das oder der Sport das, was mich, was quasi dieses spielerische Bedürfnisse mir befriedigt hat, heute ist es das Unternehmertum.

Markus

Jetzt hast du gesagt, ihr habt dann angefangen, Produzentenanzwurf und mit vielen, vielen gesprochen, einer ist es dann geworden. Es ist aber jetzt schon ein physisches Produkt. Das heißt, das ist jetzt nicht einfach zu iterieren, es ist jetzt nicht das klassische Rapid Prototyping. Wie seid ihr da reingegangen, auch in Quality Assurance? Wie habt ihr ja festgestellt, das ist jetzt auch der, der, mit dem wir happy sind, mit dem wir auch das Produkt so gestalten können, wie das in unserer Vorstellung, in unserer Vision auch ausgeschaut hat?

SPEAKER_00

Ich glaube, long story short, kann man schon sagen, viel hinfallen und wieder aufstehen ist, glaube ich, das gewesen. Wir sind ja tatsächlich völlig blauäugig da reingegangen und dadurch, dass es ein physisches Produkt wird, hat es auch den Vorteil, dass wenn du eine Version davon hast und die hatten wir ja, einfach zu jemandem gehen kannst und sagst, mach das. Und das gibt es mit Software zum Beispiel nicht, das ist deutlich schwieriger. Aber genau das war glaube ich unser Vorteil, weil wir nachdurch, dass wir keine Ahnung hatten, haben wir auch gar nicht versucht, irgendjemandem zu erklären, was wir wollen, sondern wir haben mit dieser einen Designerin dann dieses Produkt entworfen und dann sind dann einfach nur hingegangen und sagt, macht's das. Und dann kann man das Resultat dann schon relativ gut beurteilen. Er sagt, passt das vom Schnitt her, kann man die Nähte und so. Also das muss man auch sagen, es ist keine Raketenwissenschaften. Kleidung in erster Linie. Heute weiß ich, is es vielleicht im Detail dann schon. Aber wir sind da einfach reingegangen und wirklich mit Trial and Error, haben viel probiert, haben auch merken dürfen, die Zyklen, die Mühlen deutlich langsamer als ich. Also habe dazwischen auch mal bei einem Software-Startup gearbeitet. Da hast du heute die Idee, dann setzt dich am Abend hin und am Morgen ist das Feature draußen. Ja, das geht bei Textilien einfach nicht. Da ist eine Idee, dann geht das in die Näheabteilung, dann wird das genäht, dann wird das kontrolliert und dann hast du es vielleicht, wenn es gut geht, zwei bis vier Wochen danach. Und wenn du dann aber wieder eine Anpassung machst, das wieder zwei bis vier Wochen und wieder zwei bis vier und wieder zwei bis vier Wochen. Aber das damals am Anfang hatten wir Zeit. Also am Anfang hatten wir Gott sei Dank die Zeit, weil da gab es noch keine Kunden, die gesagt haben, hey, wie schaut es denn aus? Wir brauchen, sondern wir hatten eh einfach quasi de facto nur uns und wir waren die einzigen, denen daran was gelegen ist, das möglichst schnell über die Bühne zu bringen. Unsere Produzenten hatten Zeit und sonst gab es da eh niemanden, der uns irgendwie auf der Schulter gesessen.

Markus

Okay, also das heißt schon iterativer Prozess auf der Produktionsseite. Und auf der Kundenseite hast du gemerkt, in dieser einen Praxis, da gab es jedenfalls Interesse. Wie habt ihr das dann weiter validiert? Wie habt ihr auch zu den Rest des Markts auch angegangen?

SPEAKER_00

Also ich glaube, wir haben genau das gemacht, was die einfachste und die naheliegendste Aktion war, klinken geputzt. Und zwar haben wir damals, also wir lachen immer wieder noch mit dem Jakob drüber, wenn wir dran denken, Google Maps gegangen, haben uns alle unsere Ärzte damals, wurden beide in Wien aus unserem Bezirk rausgesucht, sind zu jedem hingefahren. Wir hatten ja dann, in dem Fall hatten wir am Ende dann so drei von diesen Prototypen. Und die haben uns immer zwischen uns zwei aufgeteilt, wer braucht die gerade und sind dann in die Praxen gefahren, haben denen das hingelegt und gesagt, wir entwickeln da gerade was, könnt ihr es mal anprobieren, was würdet es denn ihr dazu sagen? Das hat uns dann geholfen, am Anfang schon extrem viel Feedback zu bekommen. Was will der Markt überhaupt? Weil hat sich herausgestellt, vielleicht die Sachen, die wir uns am Anfang rausgedacht haben, waren doch nicht ganz so. Und hat dann auch dazu geführt, natürlich war das auch eine sehr subtile Art und Weise, dann auch Vertrieb zu machen. Das haben wir am Anfang auch noch gar nicht gecheckt. Weil die Leute dann auch denen jetzt gefallen haben und gesagt haben, ja gut, das finde ich eigentlich cool. Also wenn ihr meine Änderungen umgesetzt habt, meldet es euch, weil so ein Produkt hätte ich gern. Und das ist auch heute, glaube ich, so ein bisschen, wir haben heute auch noch unser stärkster Vertriebskanal, ist unsere sogenannte Samplebox, das ist quasi ein Probierpaket, das wir an Praxen verschicken, ist genau aus dieser Zeit eigentlich entstanden, weil wir gemerkt haben, wo, also wie funktioniert das bei Textilien, dass du wirklich dich davon überzeugen kannst, ob das was ist oder nicht. Textilien sind extrem was subjektives, ist was extrem Emotionales. Du schlüpfst rein, fühlst dich wohl oder fühlst du dich nicht wohl. Also wir kennen das alle, wenn du da in das Geschäft gehen und du ziehst das an, dieses T-Shirt, and da kann die Verkäuferin vor dir stehen und hoch und runter beten. Schaut super on the aus. Fühlst du nicht wohl drin, kaufst das nicht. Und das haben wir dann auch, sagen wir mal, lernen dürfen, aber auch eins dieser Lektionen als Unternehmer Vertrieb lernen. Also es war harteste, härteste Schule, weil wenn du am Tag da bei 100 Leuten anklopfst, naja, mindestens 80 schlagen eigentlich direkt wieder die Tür vor der Nase zu. Wenn sie merken, also das war bei uns immer der Vorteil, kommst du kommst da mal zu der Rezeption hin und dann fragst du dich, Name und ICAT, und dann sagst du, naja, aber ich bin eigentlich dafür. Bumm. Okay, du bist kein Patient, dann bitte verlasse sofort die Praxis. War schon harte Schule, aber hat, glaube ich, auch diese, davon profitieren wir bis heute sehr, weil ich glaube, als wenn ich einem, jedem, also etwas jedem Gründer ans Herz legen würde, sei am Anfang so nah wie möglich an deiner Zielgruppe dann, wie du nur kannst. Am besten, also ich hätte am liebsten, wir haben das sagen heute noch, am liebsten hätte ich mich selber in diese Probierboxen mit reingelegt, um einfach dann auch zu erleben, was auf der anderen Seite passiert, wenn die ausgepackt werden, was sind die Gesprächsthemen, wer greift es als erster an, wer zieht es an, wer sagt gleich ja, wer sagt nein. Und ich glaube, dieses Mäuschen spielen, das ist was, das kann jeder Unternehmer, jeder Unternehmerin, ja, einfach je näher du dran bist, je wahrscheinlicher ist es, dass du was baust, das am Ende auch jemand haben will.

Markus

Du, und wie habt ihr euch selbst, aber dann natürlich auch das Wachstum, was dann gekommen ist, finanziert? Habt ihr da von Ersparnissen gelebt? Habt ihr dann irgendwann ein Investment aufgenommen oder war das komplett bootstrapped?

SPEAKER_00

Wir haben das am Anfang die ersten zwei Jahre komplett bootstrapped. Also wir haben beide, wir hatten beide nebenbei noch Jobs, haben dort auf Teilzeit runtergeschraubt und haben dort wirklich so wenig wie möglich gearbeitet. Deswegen steht dieser Arbeitgeber auch zum Beispiel auch nicht in LinkedIn, bei dem ich dann während dieser Zeit gearbeitet habe, weil da wirklich das absolute Minimum währenddessen passiert ist. Und wir hatten dann auch schon unsere ersten zwei Mitarbeiterinnen, die wir eingestellt haben, auch damals noch mit beiden, wir machen Teilzeit, einfach noch, um uns Gründern möglichst lang einfach nicht auf die Payroll zu nehmen. Weil was diese Startup halt am Anfang, kein Startup am Anfang der Welt hat, ist Kohle. Und wir haben auch sehr lang kein Geld verdient. Und wir haben dann echt lang, lang, lang gebraucht, bis du auch, bis die Umsätze sind so langsam vor sich hingewachsen, dann kommen die ersten 100 Euro rein, haben uns schon gefreut wie die Weltmeister. Dann kommst du irgendwie darauf, dass du in einer Woche mal 1000 Euro machst. Denkst du, wow, mega cool, dann überlegst du, dann schaust du aber auch zum ersten Mal nach, was es kosten würde, wenn du dir jetzt selbst ein Gehalt pro Monat auszahlen würdest mit Low Nebenkosten etc. Und denkst du, uh, da muss ich aber noch deutlich mehr verkaufen, damit sich das ausgeht. Und es hat bei uns am Ende eigentlich so zweieinhalb Jahre gedauert. Wir hatten dann auch, das Glück ist dann auch ein Business Angel bei uns eingestiegen. Und ab diesem Zeitpunkt konnten wir dann zum ersten Mal auch großzügiger sein mit Geld, wobei ich da ja auch, also ich würde sagen, wir sind eigentlich Bootstrapped by heart, bis auf diesen Business Investment. We leben schon auf dieses Bootstrap-Gedanken mit, wir können nur das Geld ausgeben, was wir verdienen. Das ist bei uns, hat das geholfen, damals ist es Business Angel Investment. Bei uns gibt es viel um Warenvorfinanzierung. Das hat ja, haben die meisten Software-Startups da draußen nicht. Wenn ich Ware einkaufe, muss ich meinen Produzenten quasi abzahlen, bevor ich sie meinen Kunden verkauft habe. Aber dieser Gedanke, und da kommt es glaube ich schon noch in meiner Erfahrung bei SpeedInvest auch, man muss sich schon zweimal überlegen, ob man diesen Weg, dieses Venture-Pact gehen möchte oder nicht. Wir haben uns dagegen entschieden. Es gibt viele Cases, da geht es nicht anders. Also wenn du einen Softwarecase baust, kannst du es deutlich schwieriger so lange warten. Auch wenn du vielleicht gerade am Anfang schon relativ viel dann auch an Entwicklungskraft oder Entwicklungsressourcen da reinstecken musst. Aber ich glaube, ich würde es auch jedem Startup da am Anfang empfehlen. Keine Kohle nehmen, schau mal, wie weit du kommst. Und wenn es gar nicht mehr geht, kannst du dich dann eh damit auseinandersetzen. Es gibt eigentlich keinen Grund, es am Anfang nicht auch ohne Finanzierung zu probieren.

Markus

Und mit dem Business Angel, den ihr dann an Bord geholt habt, wie seid ihr da reingegangen? War das, habt ihr darüber gesprochen, was da auch Exit-Szenarien sein können, beziehungsweise eben, dass ihr eigentlich potenziell auch langfristig drin bleiben wollt. War das für ein Okay? Und wie habt ihr den auch ausgewählt?

SPEAKER_00

Also auch da wieder, da kommen wir wieder vorbei. Das war ein Tag, wo der Schuss quasi von der Latte reingesprungen ist. Ich kann mich noch genau erinnern, es war so ein Sommerabend, wir waren gerade dabei, irgendwie die Laptops zuzuklappen, habe ich noch die letzte E-Mail bekommen. Mach die auf ohne Betreff. Stand ein Name von der Person, Business Angel, würde gerne mal mit uns sprechen. Und ich habe mir gedacht, okay, das ist so dieser typische Prinz aus Trans-Tanubien, der irgendwie jetzt gerade geerbt hat und mir irgendwie meine Millionen schenken möchte. Und dann hat das überhaupt nicht ernst genommen am Anfang. Aber tatsächlich hat sie herausgeschickt, das war tatsächlich ein ernsthaftes Interesse. Also wir haben überhaupt nicht nach jemandem gesucht. Und diese Person hatte sich den Markt angeschaut und hatte überlegt, selber zu gründen. Und hat an uns gesehen und gesagt, okay, das sind aber jetzt schon de facto schon eineinhalb, zwei Jahre weiter. Was ist, wenn ich bei denen einfach investiere? Und deswegen war es ein bisschen ein No-Brainer, also dem mussten wir den Markt nicht erklären. Diese Person hat auch an das Unternehmen an die Idee geglaubt. Und da sind wir uns relativ schnell einig geworden. Sonst hätten wir auch, glaube ich, bis heute keinen Business Angel mit reingenommen oder überhaupt kein Investment. Und jetzt haben wir da einfach einen Partner an unserer Seite, der de facto Geld zur Verfügung gestellt hat, der sich natürlich auch irgendwann einen finanziellen Return daraus erwartet. Aber das ist auch besprochen, ein finanzieller Return kann auch, muss kein Verkauf sein, sondern kann auch Dividenden sein, die dann zum Beispiel ausgezahlten Gewinnersschüttungen. Das sind, glaube ich, alle Szenarien, die da drin sind. Weil das ist, wie du schon richtig gesagt hast, wenn du den Menschweg auch nicht willst, dann ist auch irgendwie klar, dass du dann vielleicht weniger Exit-Szenarien hast.

Markus

Du, und bevor wir zur Speedrun kommen, wie schaut es mit eurem geografischen Scope aus? Also seid ihr hauptsächlich in Österreich? Ist Internationalisierung ein Thema? Was ist da eure Perspektive?

SPEAKER_00

Genau, wir sind in Österreich und Deutschland unterwegs. Also mittlerweile kommt schon 90% des Umsatzes aus Deutschland. Es ist gerade, wenn man sich den medizinischen Bereich anschaut, mit Abstand der größte Markt in Europa. Wir haben auch schon unsere ersten Versuche in der Schweiz gemacht, haben auch schon ersten Kunden da. Jetzt schillen wir gerade nach Italien. Auch sehr interessant. Und also wenn es da draußen, sage ich jetzt mal, fähige Vertriebler und Vertrieblerinnen gibt, wir sind da immer fleißig auf der Suche da draußen. Menschen, die auch wirklich Lust haben, den Hörer in die Hand zu nehmen und nicht irgendwie nur E-Mails zu schreiben. Meldet euch gerne bei mir, einfach Gregor Kurry auf LinkedIn hinzufügen. Weil, also das ist, glaube ich, das Nummer eins Ding, was wir es von vielen schon hier gehört haben, die richtigen Leute zu finden, die Lust haben, diesen Weg mitzugehen, die nämlich nicht nur Lust haben, dabei zu sein, sondern den Weg halt auch selbst zu gehen. Also du brauchst Leute, die anpacken. Es ist immer cool am Ende zu sagen, dass man dabei gewesen ist, aber die wenigsten haben wirklich Lust, dann auch, sag ich mal, die Hürden mit auf sich zu nehmen und vielleicht dann das weniger Gehalt, die längeren Arbeitszeiten, sag ich mal, auch das Chaos, in dem man sich teilweise bewegt im Studierbereich, alles mit auf sich zu nehmen. Deswegen glaube ich, Mitarbeiterinnen ist ein extrem wichtiger ist, also auch für uns extrem wichtiger Punkt. Und weil wir uns auch geografisch weiter ausbreiten, gibt es dann auch immer noch das Bedürfnis, da auch die Manpower oder die Woman-Power, wie wir es auch gerne mal sagen, weiter zu verstärken.

Markus

Okay, das heißt, Focus auf geografischer Expansion ist quasi den Produktscope zu erweitern, ist das auch etwas, was dabei nachdenkt. Also, sag ich mal, jetzt medizinischer Bereich, sondern weiter.

SPEAKER_00

Ist auch was, was wir stetig machen. Also im medizinischen Bereich wird das Scope auf jeden Fall bleiben, aber ich glaube, wir sind dort noch mit unserem Produktportfolio sehr lean aufgestellt. Das ist auch bewusst so gemacht, weil jeder, der physische Produkte herstellt, kennt das Inventory-Problem. Das kann man auch dann mal relativ schnell mal killen. Dann hast du zwar de facto auf deiner Bilanz schaut es super aus, aber de facto steckt dein ganzes Geld in Ware und du kannst dann vielleicht deinen ganzen Verbindlichkeiten nicht mehr nachkommen. Deswegen, Inventory ist irgendwie auch ein scheues Reh, du brauchst genug, aber nicht so viel. Und deswegen sind wir da auch sehr vorsichtig noch in der Vergangenheit gewesen, auch mit neuen Produkten. Testen immer wieder auch kleinere Dinge an. Gibt es glaube ich noch sehr viel, wo wir uns da auch noch weiterentwickeln können, aber am Anfang bleibt es auf jeden Fall jetzt nochmal dieser medizinische Bereich, weil auch etwas, was man allen da draußen mitgeben kann. Fokus, Fokus, Fokus. Man kann so vieles machen, das ist ja auch ein Problem von Menschen wie mir mit diesem Persönlichkeitstyp, die überall Möglichkeiten sehen. Naja, wenn du überall Möglichkeiten siehst, hast du irgendwie Lust, überall deine Nase reinzustecken. Und sind wir uns ehrlich, die ersten Prozent deines Projekts macht immer am meisten Spaß, wenn man darüber nachdenkt, was könnte dies sein, wie könnte das funktionieren, was dann weniger am meisten Spaß macht, sind die letzten 20%, wo es dann ums Optimieren geht, etc., wo es dann wirklich darum geht, den Feinschliff zu machen. Und da muss ich mich dann wohl schon auch immer wieder selber bei der Nase geben nehmen, dass ich dann nicht irgendwie links und rechts den Fokus verliere und das wegen auch da ganz klar, wir bleiben bei dieser Zielgruppe und fürs Erste gibt es von Nukes nichts anderes.

Markus

So, und letzte Frage, bevor wir zu unserer Speedrun kommen, jetzt hast du schon dieses Inventarthema angesprochen. Das hat ja auch schon einige Startups tatsächlich umgebracht. Gab es da Momente, wo, sag ich einmal, Learnings bei euch dabei waren, wo ihr gemeint, das war jetzt knapp. Das kann schon sehr schnell gehen.

SPEAKER_00

Wir haben es glaube ich eher in die andere Richtung gemerkt mit dem Inventar. Wir hatten eher das Problem, dass wir meistens zu wenig hatten. Und das hat uns schon mal sehr in die Enge getrieben, weil man kann sich für alle, die vielleicht nicht aus der Textilwelt kommen, man hat schon so Liedzeiten, drei Monate, dreieinhalb Monate von Bestellung bis Lieferung, ist normal. Ohne Problem. Wenn dann aber vielleicht auch Probleme auftreten, dann wären das drei Monate auf einmal fünf. Und ein Kunde, bei der heute bei dir bestellt und der dann erst in vielleicht fünf bis sechs Monaten seine Ware bekommt, ist oft kein glücklicher Kunde. Und damit haben wir am Anfang schon sehr gekämpft. Also uns ist dieses Wachstum, wir sind jedes Jahr 100% gewachsen, auch schon ganz schön zu Kopf gestiegen. Weil das halt auch immer heißt, naja, keine Ahnung, wie viel wir nächstes Jahr verkaufen werden. Dann geht man halt immer davon aus, dass man heute verkauft. Wenn du dann aber irgendwie immer quasi stetig von Monat zu Monat wachst, lässt sich das schwer so vorhersagen. Und jetzt sind wir wieder bei diesem Inventory-Thema. Im letzten Monat war quasi das rote Oberteil der Bestseller und da denkst du, jawohl, jetzt machen wir nur noch Rot. Und im nächsten Monat ist er einmal blau und dann sitzt du auf deinem ganzen roten Fest und brauchst auf einmal schon wieder was anderes. Haben wir mittlerweile Gott sei Dank relativ gut im Griff, aber generell, also Produktion, Lieferzeiten, das ist mit Abstand das Herausforderndste an diesem Projekt.

Markus

Cool. Bringt uns unser Speedrun. Wenn du da jetzt zurückblickst auf die letzten Jahre, was ist dein größtes Learning?

SPEAKER_00

Mein größtes Learning. Ich glaube, was ich lernen durfte, ist, sei nicht die schlaueste Person im Raum, sondern die bestvorbereiteste. Also ich glaube, das ist schon was, das zieht sich bei mir auch irgendwie durch. Ich war selten die Person, die in diesen Raum gekommen ist und irgendwie die aufgrund meiner, sag ich jetzt mal, geistigen Fähigkeiten die Chance hatte, Dinge extrem schnell. Zu verarbeiten, aber ich bin, glaube ich, ein extrem harter Arbeiter und man kann da mit Vorbereitung extrem viel wegmachen. Und meistens schlägt eben quasi meiner Erfahrung nach Erfahrung quasi einfach nur Intelligenz.

Markus

Und dein bester Life weg.

SPEAKER_00

Ich würde es mal so formulieren. Ich glaube, schlau ist, wer vor den Besten stillt. Und das klingt jetzt vielleicht dramatischer zu Beginn, aber da kommen wir wieder dorthin. Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, wird sehen, so viele Probleme, die du hast, hat schon mal jemand gelöst. Vielleicht nicht in deiner Branche. Vielleicht nicht mit deinem Produkt. Aber sich da immer wieder rauszupicken und sagen, oh, das ist eine coole Logistiklösung, das ist eine coole Möglichkeit für die Website, das ist ein cooles Produktfeature. Also dieses mit offenen Augen durch die Welt gehen und dann findet man eigentlich fast für all seine Dinge Lösungsinspiration, nenne ich es jetzt einfach mal. Ich glaube, ich bin kein Fan vom stumpfen Kopieren, aber es gibt so oft die Möglichkeit, einfach aus diesen bestehenden Dingen schon selbst dann wieder Lehren oder Inspiration zu ziehen und sich sehr viel Mühen und Arbeit damit zu ersparen, wenn man de facto einfach von den Besten stirbt.

Markus

Hast du eine Buchempfehlung für uns?

SPEAKER_00

Ich hätte zwei. Ich glaube, ein Buch, was jeder mal gelesen hätte, also sollte, was jeder mal lesen sollte, ist Ray Daylio Principles. Nämlich gerade auch, weil es sich nicht nur um Unternehmertum dreht, sondern weil es dort auch darum geht, also er hat auch seine Life-Principles, einfach zu sagen, wie viel Leben ein Leben ist, indem du mal festgelegt hast, was deine Prinzipien sind, weil es dir dann so viel einfacher fällt, im Alltag einfach die richtigen Entscheidungen zu treffen und nicht dich jedes Mal wieder über zu überlegen, mache ich jetzt links, mache ich jetzt rechts. Ich glaube, das würde ich jeden ans Herz legen. Und zweites, das würde ich eigentlich auch allen Unternehmerinnen und Unternehmern draußen ans Herz legen. Matthew Walker While We Sleep. Auch das ist, glaube ich, eine typische Unternehmerkrankheit am Anfang. Ich habe auch mein Schlaf quasi, glaube ich, das, was ich versucht habe, am meisten zu optimieren. Macht es es nicht, lasst es sein, schlaft eure acht Stunden, schlaft, solange ihr könnt, wacht es ohne Wecker auf. Das ist der richtige Lifehack.

Markus

Und hast du ein Lieblingsprodukt?

SPEAKER_00

Auch da fallen wir wieder zwei ein. Mein Fahrrad. Würde ich auch sagen, Wien. Jeder, der in Wien wohnt, setzt euch auf euer Fahrrad und fahrt damit zur Arbeit der größte Luxus, den es gibt. Zweiter ist eigentlich ein ganz praktischer, ist mein Duschback-Rucksack. Es ist ein Rucksack, der hat 30 Liter und ich kann mit dem alles machen. Das Wochenende wegfahren, die Gymsachen reinmachen, den bis oben hin mit meinen Einkaufen vollstopfen nach am Abend, ist ein absoluter Lifesaber für mich.

Markus

So, jetzt stell dir vor, du kommst, stellst du eine Früh auf, möchtest in die Arbeit fahren und kommst drauf. Da hat jemand dein Fahrrad gestohlen. Was ist dein Lieblings-Schipfahrt? Drecksau. Dreckssau, jawohl. Schön, das hatten wir glaube ich noch nicht. Eine Innovation in Futuristic auf der Schimpfwortfront, aber doch irgendwie ein Klassiker. Das heißt, mit einem herzlichen Drecksau kommen wir zu unserer finalen Rubrik und das sind natürlich Moonshots und Predictions. Wir brauchen von dir einen Moonshot Freihanacht JFK, eine große Vision für die Zukunft, die dadurch, dass du sie aussprichst, ein bisschen realer wird. Und einem Prediction, eine Vorhersage für die nächsten Jahre.

SPEAKER_00

Habe ich natürlich auch schon ein bisschen Gedanken gemacht als Podcast-Hörer. Ich glaube, mein Moonshot wäre, ich kann mich erinnern, als ich jung war, hat Mama immer erklärt, wenn du, wenn du dir im Leben sicher sein möchtest und einen sicheren Job machst, ist Arzt, ist Anwalt und dann später hat es jemand geheißen, ist Programmierer. Und ich glaube, in zehn Jahren und vielleicht immer sogar vielleicht schon in fünf, wird es dann eher heißen, wer kein Arzt, werde kein Programmierer, wer Handwerker, wenn du Millionen verdienen möchtest oder wenn du einen sicheren Job haben möchtest. Weil das sind die Jobs, die AI nicht weg frisst. Es wird immer jemanden brauchen, der deine Küche montiert, der deine Kommode jetzt perfekt in deiner Altbauwohnung in die Ecke zimmert, der deinen Automotor repariert. Ich glaube, das wäre so ein bisschen mein Moonshot. Und ich glaube, Prediction, ich hatte ja in der letzten Folge ging es, glaube ich, vor ein paar Folgen ging es mal hier drum um Europa irgendwie das Museum der Welt. Jetzt irgendwie so als auch Zukunfts-Prediction. Und ich glaube, meine Prediction wäre so ein bisschen, wir werden in Europa aus der Not eine Tugend machen. Und Europa wird das Altersheim der Welt werden. Klingt am Anfang extrem negativ, aber ich glaube, während andere Länder sich dann so diese Tech-Schlacht liefern werden, wer hat die beste, wer hat jetzt quasi das fortschrifte AI-Modell, etc., könnte Europa sich auf dieses Premiums-Lebensmodell konzentrieren für die zweite Lebenshälfte. Zu sagen, hey, wer was an seiner Gesundheit liegt, wer lang leben möchte, wer quasi auf Sicherheit schätzt, wer das beste Gesundheitssystem möchte, der kommt zu uns, vergesst Silicon Valley, Europa ist das vielleicht Happy Valley, und finanzieren tun wir das Ganze einfach ganz klassisch. Alle Leute, die hier zu uns kommen, um dann ihre zweite Lebenshälfte zu genießen, zahlen in einen europäischen Solidarisierungsfonds ein, ganz so in ganz so ein bisschen nach dem Modell norwegischer Nationalfonds. Und mit den Renditen können wir dann weiter unser Sozialsystem finanzieren. Und quasi haben, glaube ich, ein ganz eigenes Geschäftsmodell für uns entwickelt, was glaube ich heute in dieser Art und Weise noch kein Amscher hat.

Markus

Bitte. Also das ist ja mal eine sehr konträre Meinung, finde ich immer gut. Und mit dieser Prediction kommen wir zum Ende. Lieber Gregor, vielen Dank fürs Mitdabeisein, fürs gemeinsame Denken. Vielen Dank auch euch da draußen fürs Dabei bleiben und wir wünschen euch einen guten Start hier.