Future Weekly

#12 - Startups & Medien, Corona, Valuations @ 2 Minuten, 2 Millionen

Daniel Cronin & Markus Raunig von Austrian Startups Episode 12

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Markus Raunig und Daniel Cronin diskutieren diese Woche:

1. News der Woche: 

  • die Auswirkungen von Corona, 
  • das Ende von Seti@Home, 
  • 30 Millionen für Plan Radar, 
  • das Investment einer kanadischen Pensionskasse in Waymo, 
  • Startup Bewertungen in 2 Minuten 2 Millionen,  
  • die nächste und übernächste Startup Generation, 

2. Deep Dive: Startups & Medien,
3. Rockstar der Woche: Dominik Perlaki,
4. Moonshot & Prediction: Neue Startup TV Formate

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Weiterlesen:
Finale für Seti@Home: https://t1p.de/ulkl
Planradar Investment: https://t1p.de/fk7z
Waymo Investment: https://t1p.de/x5fv
Hansi zu 2 Minuten 2 Millionen: https://t1p.de/xu4m
Silicon Valley o'clock in the media: https://t1p.de/41pf
Dominik Perlaki zu Valuations in AT: https://t1p.de/m1m3

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Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com

Production: Hanna Moser

Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com

Daniel

E wunderschönen guten Morgen, guten Mittag und guten Abend zum Future Weekly und die News der Woche sind zunächst einmal, wir haben ein Intro. Das war aber sehr gut oral, Markus. Wir haben ein Intro. Wie ihr hört, wir haben ganz viel zum Teilen. Wir sind glücklich, weil wir endlich vor dem Startup-Beauftragten geschafft haben, unser Intro zu haben. Was auch, jetzt haben wir das Trinkspiel gewonnen gegen die. Ja, ja, es ist darauf trinken werden. Da müssen wir einen drauf trinken. An dieser Stelle, was erwartet euch diese Woche in der KW Nummer 10. Wir werden, wir bleiben beim Trinken, wir reden über eine Biermarke und was das mit viralem Marketing zu tun hat. Wir werden sehr bodenständig und reden über Baustellen und die Digitalisierung dahinter. Wir werden über das Thema Bewertung sprechen. Lasst uns über Bewertung sprechen. Die österreichische Methode, die internationale Methode, was richtig und was falsch ist. Zeitgleich werden wir über Networking sprechen. Wir werden natürlich auch darüber reden, dass es scheinbar doch keine Ausirdischen gibt oder zumindest jemand gesagt hat, wir haben genug Daten und alles ist gut. Wir werden wie gewohnt unseren Deep Dive machen und natürlich uns ein bisschen überlegen, wie gehen wir als Startups denn mit dem Thema Medien um. Selbstverständlich, Moonshots und Predictions gibt es wie jede Woche auch. Und?

Markus

Und jetzt wird sie auch gleich einen wunderbar produzierten Zwischenton hören. Auch das gibt es jetzt bei uns und ein Outdoor. Und das haben wir alles dem Sebastian Eger zu verdanken, der das großzügigerweise für uns produziert hat. Und wir hoffen, euch gefällt es. Wir sind ganz begeistert. Und ja, vielen Dank an dich, Sebastian. Ich bin mir sicher, du hörst zu. Und wir wünschen viel Spaß.

News der Woche (Corona, Seti@Home, Planradar, Waymo, 2M2M Bewertungen)

Daniel

Auf los geht's los. So und wir kommen jetzt zu unserer News und ja, es ist ganz schön viel passiert.

Markus

Wie jede Woche.

Daniel

Ja, wie jede Woche eigentlich. Und wir haben lange überlegt, reden wir über dieses eine Wort, das gerade jeder sagt oder auch nicht sagt, jeder aber zumindest denkt oder nicht denkt. Und vielleicht zur ersten Disclaimer, wir sind natürlich beide keine Ärzte. Aber.

Markus

Aber das Thema beschäftigt uns halt doch.

Daniel

Ja, und es geht um Heineken. Nein, Spaß, das war jetzt echt cheesy. Natürlich geht es um Corona. Ja, die Apokalypse droht oder eben auch nicht. Aber es ist natürlich etwas, was wir nicht aus medizinischer Seite beleuchten können und wollen und werden allerdings sehr wohl aus wirtschaftlicher Seite. Und da hat Corona schon einiges kurz und klein geschlagen. Auf jeden Fall, wen es richtig, richtig, richtig hart getroffen hat, ist der Namensvetter Corona selber. Anhäuser Bush hat vermeldet letzte Woche, dass sie 132 Millionen Dollar in Lost Profits zu verbuchen haben.

Markus

Ja, ist schon substanziell. Ich frage mich dann schon auch, woran das dann wirklich liegen kann, ob da Leute aber glaubisch sind oder einfach dumm oder keine Ahnung, sich nicht mehr trauen, das Wort in den Mund zu nehmen. Das ist dann so wie Voldemort oder so bei verwandten Buchserien. Ja, aber am Ende ist natürlich, sieht man, wie sehr halt ein Thema, das alle Menschen beschäftigt, am Ende auch auf alle Bereiche in irgendeiner Form Einfluss nimmt. Und ich glaube, das geht halt natürlich. Corona jetzt als Biomarke so, aber das geht in alle Industrien. Es sind ja etliche Konferenzen, Messen abgesagt worden, Sportevents, eigentlich viele, viele Elemente unseres Lebens sind mittlerweile davon berührt. Und ja, es ist halt schon gewaltige Einflüsse.

Daniel

Und du sagst, es ist auch gerade die Messen, die abgesagt werden, auch das ist natürlich eine Riesenindustrie. Der Mobile World Congress wurde vor einigen Wochen abgesagt. Ich meine, das war das Mobile-Thema schlechthin und plötzlich wird die Messe abgesagt. Die Basel World, wo sich die ganze Uhrenwelt trifft, ist auch abgesagt. Wie unzählige andere exemplarisch. Heißt aber auch, man stelle sich vor, man ist ein Startup, man bekommt einen begatten, äh, begatten, heiß ersehnten Slot bei so einer Messe, hofft natürlich, Zugang zu Industrien zu kriegen und plötzlich wird diese Drecksmesse abgesagt. Das ist schon hart. Das ist schon richtig hart.

Markus

Egal, also da bereitet man sich ja auch wirklich über Monate oft vor. Aber die Realität ist, dass wir halt auch alle irgendwie uns überlegen müssen, wie uns das betrifft, sowohl auf persönlicher Ebene, wo wahrscheinlich die meisten von uns so jung sind, dass es ja das persönliche Risiko da jetzt überschaubar ist. Natürlich, trotzdem sollte man aufpassen, aber trotzdem hat man natürlich oft auch Familie und Freunde, die vielleicht älter sind und in einem Alter sind, wo das wirklich nicht mehr zum Scherzen ist. Und dementsprechend ist, glaube ich, gut, dass sich wahrscheinlich so viele Menschen jetzt oft die Hände waschen wie nie zuvor. Ich bin auch gespannt, was für andere Krankheiten vielleicht dadurch sich ein bisschen weniger verbreiten und wie das auch positive Einflüsse auf die Menschheit langfristig haben kann. Aber ja, es ist definitiv ein Thema, das sich auch Unternehmen anschauen müssen. Was bedeutet das für Events, was bedeutet das für Reisetätigkeit, was bedeutet das auch für Produktion, wenn gewisse Lieferketten einfach nicht mehr funktionieren, was bedeutet das auch für den Absatz? Und da sind so viele Elemente auch, die betroffen sind.

Daniel

Ich meine, und du sagst es gerade, Lieferkettenproduktion, da gibt es einfach gesamte Industrien, die darunter massiv leiden und sei es im Technologiebereich, ich habe gehört, dass zum Beispiel die Verfügbarkeit von gewissen Smartphones kaum noch gegeben ist. Einfacher Grund, die Hütten stehen alle still und das ist gar nicht mal so cool für die Leute. Natürlich ist das Interessante immer, wenn es eine Welle gibt, die nach unten geht, gibt es auch eine Welle, die wieder raufgeht. Was mich an der Corona-Thematik halt so wahnsinnig stört, ist einfach wieder der Umgang mit Informationen, die Art, wie Informationen geteilt wird und wie sehr man dann wieder auch als Nicht-Experte oder Nicht-Expertin sich manchmal denkt, ja, was ist denn jetzt richtig oder nicht? Und das führt auch manchmal zu sehr komischen Sachen. Und ein Freund von mir hat gerade vor kurzem gepostet, dass scheinbar die Daily Mail, ich meine, das ist jetzt nicht die Quelle schlechthin, aber ich finde diesen Titel einfach so irre. Die Daily Mail hat einen Artikel, da steht drin, People buying up condoms to put them on fingers to avoid Corona. Und scheinbar hat irgendjemand behauptet, gut, wenn du keine Handschuhe mehr kriegst, weil die scheinbar alle ausverkauft sind, dann nimm doch Kondome und zieh sie da über. Das ist übel. Das ist richtig übel, dass Leute halt so irre sind, dass sie dann losgehen, Kondome kaufen und sich über die Finger ziehen. Vielleicht bunkern die sich auch alle ein mit ihren 50 Kilo Nudeln und.

Markus

Würdest du mir die Hand geben, wenn ich Kondome auf?

SPEAKER_02

Ich hätte einfach nur unfassbar Angst.

Daniel

Übrigens habe auch gelernt, wenn ich sage, sie verbunkern sich mit ihren 50 Kilogramm Nudeln und benutzen Kondome in einem Satz, ist ein ziemlich blöder Satz, aber 50 Kilo an Pasta, nicht das, was ihr denkt, ihr schmutzigen Menschen dort draußen. Also wenn Sie sich mit 50 Kilogramm an Pasta einbunkern und einen Haufen Kondome kaufen, vielleicht, vielleicht ist das ja auch eine ganz schöne Zeit, die Sie haben. Ein bisschen romantische Musik. Vieh Pasta. Vieh Kondome. Ich bin auch gespannt, was sich das vielleicht auf den Geburtenzensus auswirkt. Vielleicht gibt es ja von jetzt an in neun Monaten.

Markus

Ein Babyboom-Boomer-Generation.

Daniel

Ja, ja, ja, das wäre ja auch nichts Schlechtes. Also jede dunkle Seite hat auch was Gutes. Also in Corona nochmal zurück, ist es natürlich schon einfach manchmal sehr schwierig, wie mit Themen umgegangen wird und wie man dann tatsächlich auch einfach keinen differenzierten Umgang erlebt. Ich glaube, ich sage das jede Woche, mich nervt es aber zusehends.

Markus

Nämlich auch beide Seiten. Also einerseits komplett verantwortungslose Panikmache, gleichzeitig aber dann auch eine Berichterstattung, die vielleicht wiederum nicht wiedergibt, was da doch für ein Risiko auch damit einhergeht und dadurch wieder Verschwörungstheoretiker etc. befeuert, weil die halt das Gefühl haben, sie kriegen nicht alle Informationen.

Daniel

Und das ist natürlich dann gefährlich, weil wenn dann wirklich in einem Artikel steht, zieh die Kondome über die Finger, vielleicht ist das ja genau die Lösung und wir glauben es schlichtweg nicht, weil wir es gewohnt sind, dass es mittlerweile auch viele komische Informationen gibt. Ja, meine große Hoffnung ist bei Corona, wir haben es vorhin diskutiert, wie gesagt, wir sind keine Ärzte, aber ich habe irgendwann eine ganz wunderbare Quelle gelesen, die gesagt hat, eigentlich, wenn es warm wird, das Wetter besser wird, dann sollte auch Corona. Hoffnung. Richtig, das ist richtig. Das heißt, während wir jetzt gerade reden, lächelt mir die Sonne mitten ins Gesicht. Ich bin sowieso immer der Meinung, wenn es warm wird, wird die Welt ein bisschen besser. Dann wird sie 2020 einfach nochmal ein Stückchen besser, wenn die Sonne aufgeht. Man darf gespannt sein, Trinkspiel. Mal schauen, wie voll ihr heute seid am Ende des Tages. An der Stelle möchte ich sagen, vielleicht können wir gemeinsam Anhäuser Busch und Corona auf die Beine helfen, indem wir einfach Corona als Trinkspiel benutzen. Nicht Corona, das ist die Krankheit, sondern das Bier. Aber nein, das dürfen wir nicht, sonst ist das wieder Werbung, oder? Vorsicht, ja. Außerdem, ich bin dann eher so für Whisky. Aber wenn wir mit so viel Whisky, dann. Na, egal. Nein, tun wir so, als hätte ich das gerade nicht gesagt. Aber wir haben mittlerweile unseren ersten Live-Termin fixiert. Das wird im April sein, richtig?

Markus

Jawohl.

Daniel

Wir werden das nächste oder übernächste Mal announcen, wo wir, wo, wann genau. Aber da freuen wir uns beide schon drauf, dass wir mal live unseren Podcast auf einer Bühne haben können. Und dann kriegt dieses vermeintliche Trinkspiel auch eine andere Dynamik, obwohl wir uns darauf nicht reduzieren wollen. Wenn man natürlich jetzt denkt, ja, dieser kleine blaue Ball ist vielleicht auch ein bisschen eng, wenn wir alle vor Corona fliehen sollten, dann habe ich ganz schlimme Nachrichten, denn scheinbar, scheinbar, scheinbar gibt es da draußen niemanden. Was ich damit meine, ist Seti at Home, die Älteren von euch werden wissen, was das ist, hat heute announced, dass sie ihr Projekt einstellen. See at Home.

Markus

Kennst du das? Kanntest du das? Ich kannte das tatsächlich nicht. Ich habe jetzt einen Artikel gelesen und finde es ein super cooles Projekt. Aber vielleicht erzählst du mal aus.

Daniel

Ja, Seti at Home war etwas von der von der University of Berkeley, die 1999 gesagt haben, wir wollen Signale aus dem All analysieren, uns fehlt aber die Rechenleistung und haben dann gesagt, okay, wer möchte, kann sich einfach ein kleines Programmchen runterladen, das tatsächlich dazu hilft, dass Personen zu Hause geholfen haben, diese Daten zu analysieren. Also quasi so eine Crowd-Geschichte, wenn man so möchte. Ich habe gelesen, irgendwo in 226 Ländern hat das Ganze Verbreitung gefunden. Und jetzt nach 20 Jahren, ich fand das immer super cool. Ich habe es nie verwendet, weil mein Internet zu langsam war. Freunde von mir hatten es. Und auf der City at Home-Seite steht, we're stopping, we're doing this for two reasons. Sie sagen nicht stopping, but we're going into hibernation. First, scientifically, we are at the point of diminishing returns. Basically, we've analyzed all the data we need for now. Steht da wortwörtlich so? Auf gut Deutsch, Sie haben alles analysiert, was es da so gibt. Und noch gab es keine große Announcation.

Markus

Also scheinbar sprechen zumindest die Außerirdischen nicht unsere Sprache, so dass es uns sofort auffällt, wenn sie mit uns kommunizieren. Aber sie sagen ja auch, dass sie jetzt noch einmal tiefer gehende Analysen machen wollen und da auch ein Forschungsprojekt daraus machen wollen. Also vielleicht müssen wir erst den Code der Kommunikation der Außerirdischen knacken, bevor wir da antworten können. Ich bin ja, glaubst du eigentlich an Außerirdisch? Boah, das ist eine schwierige Frage. Ich meine, das Ding da draußen ist so groß, dass es irgendein Leben wird es wahrscheinlich schon geben, schätze ich.

Daniel

Ich denke mir auch. Ich meine, muss es sich ja geben, oder? Ich meine, da lebst so viel. Es gibt ja Leute, die glauben bis heute, dass Mark Zuckerberg ein böser Echsenmensch ist. Echsenmensch. Bitte frag mich nicht. Das Internet ist groß und da hat jemand gesagt, das ist ja ein außerirdischer. Genauer ein Echsenmensch. Was für irre Menschen es da draußen gibt? Andere glauben, Michael Jackson ist außerirdischer. Und wie gesagt, ja, angeblich ist der Oktopus außerirdisch.

Markus

Oh well.

Daniel

Ja, ja. Und was mich seitdem immer beschäftigt, ist, was ist der Plural von Oktopus? Ist es Oktopie?

Markus

Oktopie, wenn wir dem Latein folgen, dann vermutlich schon. Ich habe das in der Schule mal gelernt. Hast du großes oder kleines Latin? Ich habe sogar. Nein, ich habe kleines Latin. Ah, ich habe ein großes. Plus Nachprüfung.

Daniel

Nein, weil ich sogar eine Nachprüfung in Latein hatte. Beim ersten Jahr in Österreich habe ich gleich kennengelernt, was eine Nachprüfung ist. Das war scheiße, aber entschuldige.

Markus

Ich habe großes Französisch. Aber ist nicht mehr viel großes übrigens.

SPEAKER_02

Was ist das denn, Chamin? Ein großes Französisch. Also ich habe die fünf Jahre Französisch. Ich bin so infantil dafür.

Markus

Fünf Jahre Französisch, glaube ich, und drei Jahre Latein.

SPEAKER_02

Und was ist das große Französisch?

Markus

Bin mir nicht sicher, ob sie jemals groß war.

SPEAKER_02

Markus, du solltest mich kennen, ich bin zu infantil für sowas. Also heißt es, du hast den großen Wortschatz im Französischen. Nein, aber ich habe große Zeiten gelernt. Nee, ist gut. Ist gut, finde ich geil. If it rocks your boat, I'm good. Spaß. Aber ich meine, ich weiß noch immer nicht, was Oktopus der Plural ist. Was war denn das für ein Satz? Das war so direkt RTL 2 Deutsch, oder?

Daniel

Ich weiß nicht, was dem sein Plural ist. Aber egal. Nicht, dass wir jetzt RTL 2 bashen wollen. Das machen wir später. Aber RTL 2 ist auch so bildungsferner geht es eigentlich nicht.

Markus

Boah, ich schau keinen Fern mehr. Also ich kann es ehrlicherweise objektiv jetzt gar nicht beurteilen.

Daniel

Ich schaue es ab und zu. Manchmal schalte ich ganz gern durch. Ich finde es auch spannend. Ich finde es spannend, wie die Formate aufgebaut sind, was die Themen sind, die die Leute beschäftigen, wie es kommuniziert wird und wer die neuen Helden sind. Ja, ich bin gespannt, wann der Typ, der für einen Teenager werden Müttertyp, dann mal irgendwann als Investor auftritt. Der wird doch sicher auch nochmal Investor. Hier, ich habe noch ein paar Kinder übrig. Work for Equity. Nee, Spaß. Das habe ich jetzt nicht laut gesagt. Anyway. Ach, meine Güte, ich land da immer wieder in schlimm, schlimmen, schlimmen Sphären. Deswegen lass uns bodenständig werden. Zurück zu unseren News. Planradar hat announced, dass sie ein Investment bekommen haben. Wie viel war das?

Markus

30 Millionen, das ist eine ziemliche hartnummer.

Daniel

Richtig gut. 30 Millionen ist mal eine anständige Baustelle. Ja, wer sind denn Planradar?

Markus

Ja, es hat was mit Baustellen zu tun. Magst du da vielleicht ein bisschen tiefer gehen?

Daniel

Was für eine Anmoderation, oder? Das ist auch mal eine Baustelle. Ja, ich meine, Planradar ist spannend. Ich freue mich natürlich immer für jeden, der da etwas bekommt, aber Planradar, das sind eigentlich ein Team, die schon zu frühesten Sektor 5 und Stammtischzeiten immer da waren und immer gemacht haben und diese Idee hatten, Baustellen oder spezifisch auch die Dokumentation auf Baustellen zu digitalisieren. Und im Prinzip ist es so, wenn man da einen, ich werde es falsch sagen, aber um grob zu umreißen, normalerweise wäre es dann so, da wird ein bestimmter Bauschritt gemacht, dann kommt der Polier, der hat einen Haufen Zettel unterm Arm, hat eine Kamera und sagt, aha, hier, das ist gut, aha, das ist schlecht, dokumentiert das, schreibt es auf und irgendwann geht er nach Hause, schreibt das nochmal runter, lädt das hoch, bla bla bla. Und die Jungs und Mädels von Planratter haben gesagt, das kann doch nicht sein und haben die digitale Dokumentation und Kommunikation in Bau- und Immobilienprojekten nachhaltig verändert. Und mittlerweile sagen sie selber, steht zum Beispiel auf ihrer Homepage, dass sie mehr als 25.000 Projekte jede Woche mit Planratter abwickeln. Das ist schon stark.

Markus

So eine, das ist wirklich 25.000 pro Woche ist schon so ein Business echt stark.

Daniel

Das muss man mal hinkriegen, das kriegen die hin und 30 Millionen, das ist auch kein Kindergarten. Das ist. Was macht man dann mit 30 Millionen?

Markus

Ja, ich glaube, die werden das ins Wachstum stecken. Das heißt wahrscheinlich Internationalisierung. Ich meine, da müsste man sich natürlich direkt fragen, was jetzt der konkrete Plan ist, aber das ist naheliegend, ich schätze. Und das ist auch ein schönes Beispiel, wo, glaube ich, jemand über Jahre hinweg es geschafft hat, einen gewissen Product Market Fit herzustellen. Das ist wirklich ein Produkt, was die Nutzer sehr, sehr gerne anwenden und viel nutzen. Und es auch eine gewisse Zahlungsbereitschaft gibt und wo es jetzt einfach an der Zeit ist, dieses funktionierende Modell auf der ganzen Welt zu etablieren. Und der Lead Venture Capitalist, der Lead Investor, er kommt ja auch aus Amerika. Das heißt, ich glaube, das wird dann eine Rolle dabei spielen. Und bin ich schon gespannt. Ist natürlich gut, auch wenn sich die Innovationen aus Österreich in der Welt verbreiten und ausbewirken.

Daniel

Dann ist mir noch was aufgefallen, was ich ganz spannend finde, ist, es gibt ein Startup namens Waymo, Waymo, Waymo. Sie haben auch immer so eine Herausforderung, wie heißen die Dinger denn jetzt wirklich? Wie nennst du sie? Waimo? Waymo? Waymo? Waymo. Waymo. Einigen wir uns auf Waymo, das ist übrigens Top-Hörgenuss gerade, wenn wir da so gegen Waymo, Waymo, Waymo, Waimo. Anyway, Waymo ist scheinbar ein ehemaliges Google-Projekt und mittlerweile sind sie sehr stark auf selbstfahrende Autos fokussiert. Das Spannende ist allerdings, ist eine Tochter von Alphabet. Die haben eine Runde gemacht. 2,25 Milliarden Dollar haben sie eingesammelt, unter anderem hat Magna investiert, Magna International, Andresen Horribles, die Rockstars per se, ein gewisser Autohändler namens Auto Nation, aber auch ein VC namens Silver Lake. Was ich aber so wahnsinnig spannend finde, ist auch die kanadische Pensionskasse. Das ist nicht ohne.

Markus

Nämlich ein direktes Investment in der Startup. Die haben jetzt nicht in einen VC investiert und der hat dann weiter investiert und das ist ungewöhnlich, aber cool. Spricht auch dafür, dass sie sehr viel Vertrauen haben schon in dieses Projekt. Und das ist natürlich, wenn Google dahinter steht, wird das jetzt nicht von heute auf morgen scheitern. Aber definitiv etwas, wo man sich auch etwas abschauen könnte in Österreich. Ich glaube, das wird sowohl dem österreichischen Start-up-Ökosystem sehr gut tun, wenn da ein bisschen mehr Geld auch ins Spiel kommen würde, weil selbst wenn Pensionskasten nur ein Prozent von ihrem ganzen Portfolio da investieren würden, dann wäre das eine unfassbare Menge an Kapital, die das in Start-up fließen würde und das wäre sicher gut. Andererseits ist es aber auch spannend für die kanadischen Bürger, die jetzt halt auch quasi Teilhaber von Weimar sind über ihre Pensionskassen. Und das ist, glaube ich, ein Aspekt, der oftmals auch übersehen wird, dass halt dadurch Menschen, die vielleicht bisher nicht so stark an der Digitalisierung und der technologischen Transformation verdient haben, auch irgendwie mitpartizipieren können. Und das ist, glaube ich, sehr wichtig, weil derzeit sind das nur die sehr wenigen stark kapitalhaltenden Menschen, die durch ihre Investments da auch irgendwie einen direkten finanziellen Benefit bekommen.

Daniel

Vollkommen richtig. Und man muss ja immer sagen, dass wir Startups oft sagen, okay, es ist schwierig, Anschlussfinanzierung zu finden. Tatsächlich, also sprich die erste Runde, Business Angels oder Friends, Fools, Family, das gibt es immer und viele Förderung und bla bla bla. Dann wird es schwierig, aber in Wahrheit schlummern wir auf so viel Kohle, die in verschiedensten Stiftungen und Kassen dort steckt. Und man könnte so viel damit bewirken. Und zwar nicht nur das Jetzt verteidigen, sondern auch das Morgen, das Zukünftige, auch so aufstellen, dass es auch noch da ist und funktioniert. Und ein Prozent, das wäre schon ganz, ganz schön cool. Und ja gut, ich denke auch unsere Pensionssysteme hätten auch nichts dagegen, weil die werden natürlich auch nicht leichter. Druck und so, hier Überalterung und so. Und vielleicht Option 1, dass wir arbeiten bis 83, 8, 3 Viertel. Oder Nummer zwei, dass man vielleicht ein bisschen auch breiter investieren darf.

Markus

Ein bisschen in die Zukunft wird nicht schaden.

Daniel

Das soll ja angeblich ganz gut sein. Ja, und dann gab es noch etwas. Letzte Woche hat es eigentlich schon begonnen, die Diskussion über zwei Minuten zwei Millionen, dass das mit den Bewertungen immer so eine Sache ist. Und dann hat sich ein gewisser Hansi. Das ist eigentlich auch ganz cool, wenn man einfach nur den Vornamen sagen muss, der Hansi und unser Ökosystem weiß es. Aber für die drei, die unterm Stein wohnen und nicht wissen, wer ist, Hansi Hansmann ist.

Markus

Investment Quarifäer, würde ich sagen.

Daniel

Ja, wo der Hansi investiert, das wird meistens ganz gut. Und das ist eine Untertreibung an der Stelle. Also hat in Rontastic und Spock und MaisSugar und noch ein paar andere schwere Kaliber investiert. Richtig? Davon gehe ich aus, ja. Und wie gesagt, wenn man der Hansi ist und mehr nicht als Erklärung braucht, dann ist das auch alles ganz cool. Der Hansi hatte tatsächlich was gesagt.

Markus

Naja, er hat eigentlich das, was wir schon letzte Woche im Podcast auch aufgegriffen haben, nämlich nach dem Artikel, den es da im Podcasten gab, hat er diese Woche noch einmal zwei Minuten, zwei Millionen geschaut. Und da war ein Startup, das ein klassischer digitaler Wachstums-Case ist und mit einer 1,3 Millionen-Bewertung als Ziel hineingegangen ist und dann quasi von den Investoren, ich will nicht sagen, ausgelacht wurde, aber schon ja, es wurde so getan, als wäre das komplett unrealistisch. Und darauf hat der Hansi gemeint, wenn man ein digitales Wachstumsstartup ist, dann ist das aber absolut richtig, das als Mindestbewertung auch zu sehen, weil da ist es notwendig, dass man noch etliche weitere Kapitalrunden macht, um zu wachsen. Und wenn man da zu früh zu viele Anteile hergibt, und das passiert, wenn man nicht eine gewisse Bewertung hat, wenn man einen gewissen Kapitalbedarf hat, dann erschwert das ungemein das weitere Wachstum und das killt dann oft ein Startup, bevor er überhaupt auch begonnen hat.

Daniel

Und das Thema ist, es geht ja darum, auch für spätere Runden substanzielle Anteile zu haben. Wir wissen, dass ein VC wie zum Beispiel ein Speedinvest, die schauen sich diese Anteile an, diesen Captable. Und wenn da eben nicht substanziell viel bei den Gründern und Gründerinnen ist, bei dem Moment, dann ist das Ding eigentlich auch schon tot. Sprich auf gut Deutsch, wenn man 25,1 für 50.000 macht und nur nochmal ein, zwei solche Runden, dann ist nicht mehr viel übrig. Und dann ist die Motivation auch irgendwann weg und das hinterfragt. Und das hinterfragt er sehr direkt und das ist auch ein Thema, das wir selber so ein bisschen als schwierig sehen. Der Hauptknackpunkt ist in Wahrheit, dass die Investorinnen und Investoren dieses Formats, man muss ja auch dazu sagen, Hansi war natürlich auch in der ersten Staffel einer der Investoren. Das heißt, da hat sich ja auch viel getan seitdem. Hatten ja damals auch einen recht unbärtigen Moderator, aber es ist wieder ein anderes Thema. Aber man muss ja offen mit den Dingen umgehen. Das ist jetzt nicht so, dass ich übrigens den Bart habe, weil ich mich seitdem verstecke, aber man ändert sich und verändert sich und auch dieses Format ändert und verändert sich. Aber das große Problem ist tatsächlich, dass Ist- und Soll manchmal verwechselt wird, dass der Ist-Zustand des Startups bewertet wird, anstatt der Soll-Zustand. Und da sehen wir tatsächlich auch die Diskrepanz. Und das ist, glaube ich, das, wo wir jetzt gerade auch sehen, dass unser Ökosystem sehr, sehr, sehr leidenschaftlich darüber diskutiert. Jetzt, wo während wir drüber reden. Und das ist verdammt gut so. Und wir wollen das ein bisschen als Deep Dive verwenden.

Markus

Ja, auch ein bisschen beleuchten, was da die Rolle der Medien ist, weil am Ende natürlich kann jeder Investor selbst entscheiden, was er tut und jede Startup sollte auch sich gut genug auskennen, um zu beurteilen, ist das ein Angebot, das Sinn macht oder nicht. Gleichzeitig ist, wenn halt etwas im Fernsehen passiert, wenn das vor etlichen hunderttausend Menschen passiert, wenn das auch von vielen irgendwie als Referenz herangenommen wird, dann auch mal ein anderes Element dabei, was viel auch prägt. Und ich glaube, diese Signalwirkung ist wichtig und das, glaube ich, können wir zum Anlass nehmen, dass wir einfach mal generell über Medienstartups und die Connection sprechen.

Daniel

Unbedingt. Und man muss auch dazu sagen, es ist natürlich ein rollendes Thema. Es ist nicht so, dass wir einmalig die Wahrheit verankern werden, sondern einen jetzigen Zustand beleuchten werden und darüber diskutieren. Anyway, das haben wir. Es sind aber noch ein paar andere Themen passiert, die wir noch kurz besprechen wollen. Wenn wir quasi den Ist-Zustand besprechen wollen, können wir uns auch mal den Soll-Zustand unseres Ökosystems anschauen. Letzte Woche hat die nächste und auch die übernächste Generation unseres Ökosystems sich ein bisschen gezeigt. Vielleicht fangen wir mal mit der übernächsten Generation an, dass man sofort weiß, was wir damit meinen. Wer ist die übernächste Generation unseres kleinen Ökosystems?

Markus

Naja, unser Wunsch ist, dass wir haben ja letzte Woche das Entrepreneurial Leadership-Programm gestartet, beziehungsweise da war die Bewerbungsdeadline. Wir haben jetzt wirklich sensationell viele sehr, sehr coole Bewerbungen bekommen, werden diese Woche die 20 wahrscheinlich einladen, dass sie eben das nächste Jahr mit uns gemeinsam verbringen und da einerseits vielleicht Skills, Tools mitnehmen können, die sich darauf vorbereiten, was zu gründen, gleichzeitig aber auch eine kritische Reflexion auf das Thema Technologie und Entrepreneurship mitnehmen und ein Netzwerk sich aufbauen können, praktische Erfahrung sammeln, ist das Ziel. Und ja, die Hoffnung ist definitiv, dass wir dieses große Potenzial, was es da gibt, vollnutzen. Und das ist jetzt sicher auch ein gewisser Druck, der natürlich auf uns lastet. Die Johanna und die Hannah aus unserem Team, die das Programm leiten, sind, fühlen, glaube ich, jetzt auch schon, dass da sehr spannende Kandidaten natürlich auch bedeutet, dass das Programm Hand und Fuß haben muss, aber da mache ich mir keine Sorgen und ich bin schon sehr gespannt, was wir da auf die Beine stellen.

Daniel

Johanna und Hanna, no pressure. Ihr macht das schon. Wir glauben an euch, aber. Ihr wisst schon hier. Spaß. Nein, aber wir wissen, dass das passiert. Das muss passieren. Das finden wir extrem spannend. Das ist die übernächste Generation. Die nächste Generation ist auch ein bisschen ja auch die nächste Generation von Austrian Startups, muss man so an der Stelle sagen. Johanna und Hanna sind Teil von vielen, vielen, vielen anderen, die einfach sehr stark auch das Jetzt von Austrian Startups prägen und auch die Zukunft von Austrian Startups sicherlich mitprägen werden. Einfach tolle Personen, tolles Team, was wir da mittlerweile haben. An dieser Stelle nochmal ein Riesendankeschön an euch da draußen. Richtig, die nächste Generation unseres Ökosystems hat einerseits am Networking Friday und letzte Woche auch an Circle 17 gezeigt, wer sie so sehen. Ich erzähle mal, was der Networking Friday war, war, war, war und du erzählst, was Circle 17 ist. Der Networking Friday, ich bin jetzt zwischen meinen beiden Sprachen gefangen, der Networking Friday, der TU Wien bzw. des Innovation Incubation Centers, auch genannt I2C von der großartigen Birgit Hofreiter, ins Leben gerufen und seitdem laut am Leben gelassen. Was für ein komischer Satz. Hat wieder mal gezeigt, was für unfassbare Innovationen in der TU Wien schlummert. Da wurde letzte Woche eine ganze Woche dran rumgebastelt und entwickelt mit Mentoren und Mentorinnen von und bis. Und letzten Freitag wurde eigentlich gezeigt, was das so waren. Das ist wie so eine Art Leistungsschau, wenn man so möchte. Und das Spannende ist für mich immer, ist, dass das für mich eigentlich so die Rohddiamanten unseres Ökosystems sind. Das sind technisch unglaublich ausgereifte Dinge, brillante Köpfe, die aber tatsächlich auch mal schauen, was man damit dann wirtschaftlich machen kann. Was mir so gefällt, ist, dass es nicht dieses, ja, wir suchen jetzt eine Opportunity und machen nachher etwas, sondern Leute, die tief aus sich heraus an etwas forschen, von etwas begeistert sind und dann nie die Intention hatten oder viele nie die Intention hatten, das zu kommerzialisieren. Und dann kommt mal dieser Gedanke dazu, hey, mach doch was. Aber es hat einfach Hand und Fuß. Und ich darf das seit Jahren, die Programme auch ein bisschen begleiten und es ist einfach jedes Jahr, sind da ein, zwei Themen dabei, wo ich mir denke, wow, die sind, that's gonna be big. Das ist richtig, richtig, richtig stark. Und dann, das war letzten Freitag und letzten Donnerstag, ein Tag vorher gab es den wunderbaren Circle 17. Was war das?

Markus

Matchmaking. Circle 17 ist ja wahrscheinlich schon bekannt. Da geht es eben darum, dass wir irgendwie nachhaltig Geschäftsmodelle der Zukunft entwickeln wollen. Und be Matchmaking ging es eigentlich darum, dass man jetzt diese Projekte, die sich über die letzten Monate entwickelt haben, auch mit spannenden Partnern vernetzt, die ihnen dabei helfen können, auch irgendwie aufs nächste Level zu kommen. Und war eigentlich echt super. Also trotz Corona viele, viele Leute, eine super Energie im Raum. Ich glaube, da konnte man echt einiges auch mitnehmen und viele, viele, viele Termine wurden da abgehalten und viele Leute, neue Leute kennengelernt. Und ja, jetzt sind wir natürlich gespannt, was dann auch wirklich daraus entsteht. Jetzt hast du es auch gesagt, oder? Du hast gesagt, wir sind gespannt. Man darf gespannt sein. Jawohl, Entschuldigung, Entschuldigung. Und das werden wir uns natürlich jetzt auch anschauen. Wir hoffen, viele spannende Projekte, die hier nochmal ganz andere Dimensionen zu erreichen können.

Daniel

Was mir so an Circle 17 persönlich gefällt, ist eigentlich auch, wie diese zwei Welten, diese Start-up-Welt und die Sustainability-Welt dann immer stärker verschmelzen und zwei verschiedene Communities sich beschnuppern und merken, Moment, eigentlich sind wir sehr ähnlich, sehr anders, sehr ähnlich. Lass uns gemeinsam was tun. Ein Kulturthema gefällt mir richtig gut. Und wie du sagst, unglaubliche Energie und auch viele neue Leute, die wir so nicht kannten. Man darf gespannt sein. Ja, ich glaube, das waren ganz schön viele News, oder? Das war lange News. Lange, lange, lange News, aber ja, das ist ja unser Podcast. Wir sind noch nicht explicit, oder?

Markus

Noch nicht. Es kommt erst. Man darf gespannt sein.

Daniel

Ja, mir hat letzte Woche jemand gesagt, letzte Woche wart ihr nicht explicit.

SPEAKER_02

War das denn okay?

Daniel

Soll ich?

Markus

Nein. Okay.

Deep Dive: Startups & Medien

Daniel

Spaß, Spaß, aber es kommt sicher irgendwann nochmal von Herzen. Wenn du an dieser Stelle einfach mal aufs Logo schaust, wenn da explicit steht, dann kam das von Herzen. Wenn nicht, irgendwas kommt sicher noch. Wenn nicht, dann war ich wieder sehr beherrscht. Sehr brav. Anyway, das war das, die News. Machen wir gleich weiter mit dem Deep Dive. Ja, der Deep Dive. Willkommen zu unserem Deep Dive. Und ja, wir haben dem Ganzen diesen Namen gegeben, Startup und die Medien. Darüber wollen wir ein bisschen diskutieren. Und wir haben es ja schon bei den News ein bisschen durchklingen lassen. Das ist jetzt etwas, da müssen wir reden. Einiges ist gut, einiges ist okay, einiges ist mittel okay und einiges ist einfach echt scheiße.

Markus

Richtig? Naja, also wie bei allen Dingen, die es da draußen wahrscheinlich gibt, hat alle seine Vor- und Nachteile und so wie unsere Welt halt funktioniert, kann man Dinge positiv und negativ sehen und auch nutzen. Aber ja, der Aufhänger ist klar, es ist natürlich jetzt auch die Frage, okay, wie sehr, welche Rolle spielt zwei Minuten, zwei Millionen für Österreich-Startups. Jetzt haben wir einerseits über die Bewertung geredet, andererseits kann man durchaus drüber reden, was ist generell die Leistung und der Wert von dieser Fernsehshow für Startups in Österreich. Weil ohne Frage, bevor es diese Fernsehshow gab, hatten halt viel weniger Menschen überhaupt einen Bezug dazu. Da waren, glaube ich, viel weniger Menschen da draußen, die prinzipiell mal überhaupt darüber nachgedacht haben, was es für Business-Ideen gibt. Für die war das sowieso ein Fremdwort, für die war das Thema, was zu gründen, einfach komplett fernab von Schuss. Und ich glaube, diese generelle Aufmerksamkeit für das Thema ist schon etwas, was man zwei Minuten, zwei Millionen zugutehalten muss.

Daniel

Man muss an der Stelle natürlich auch sagen, ich muss vielleicht noch ganz kurz erklärend etwas sagen. Das Format per se und die Idee per se liebe ich. Und ich muss ja auch an der Stelle sagen, ich habe bis dato ja nie öffentlich über das Thema gesprochen und wir haben uns ja auch sehr zurückgehalten und du weißt, ich bin eigentlich eher zögerlich, was das Thema betrifft. Schlichtweg, weil ich die erste Staffel moderiert habe und auch inhaltlich in der ersten Staffel sehr involviert war. Man muss es einfach mal googeln, da waren auch eben ein Hansi Hansmann und ein Oliver Holle mit an Bord, was ein ganz interessantes Setting war. Daniel Mattes, Selma Prodanovic und Michael Altrichter. Da so ein bisschen so auch so ein bisschen der harte Kern, eigentlich primär Startup-Investorinnen und Investoren. Und diese Sendung hat, glaube ich, viel, viel Gutes getan und sicherlich sehr viel auch Aufmerksamkeit erzeugt, bis wir jetzt zum jetzigen Zeitpunkt gekommen sind, wo man natürlich über diese Sendung diskutiert. Und vielleicht muss man natürlich auch erkennen, es ist Unterhaltung. Und Unterhaltung ist gut, weil man darüber spricht. Unterhaltung ist aber auch so, dass man gewisse Dinge verkürzt darstellen muss. Und wir haben auch damals sehr früh erkannt, und das ist auch so, wenn man dieses Format sieht, gewisse Themen funktionieren besser und gewisse Themen funktionieren schlechter im Fernsehen. Und natürlich, wenn man irgendein absolutes Killer-Sass-Tool hätte, wahrscheinlich, wenn man es auch so nennen würde, würde der durchschnittliche Zuseher, die durchschnittliche Zuseherin gar nicht genau wissen, was das jetzt so ist.

Markus

Die Komplexität ist herausfordernd.

Daniel

Das heißt, man muss natürlich die Inhalte und vor allen Dingen die Produkte, ich sage sehr bewusst, die Produkte, die dort vorgestellt werden, auch an ein Publikum anpassen, dass das Publikum sagt, nö, finde ich gut. Wir hätten damals auch über Condor gab es die Möglichkeit, in einer Live-Sendung quasi auch das Publikum selber investiert. Und da gab es auch zwei Produkte. Eins davon war die Nixe, ein Bier, das, glaube ich, weniger Kohlenhydrate hatte. Also natürlich ein sehr dankbares Produkt für eine Öffentlichkeit. Heißt aber natürlich, wenn man ein Format hat, das eigentlich auch suggeriert, sich mit Startups zu beschäftigen und man sich immer mehr sich eigentlich mit klassischen Gadgets und Produkten beschäftigt, ja, dass dann irgendwann ein neues Normal geschaffen wird und das natürlich auch der Begriff Startup verwaschen wird.

Markus

Ja, noch ein bisschen wahrscheinlich es verzerrt wahrscheinlich die Realität ein bisschen und es schafft dann ein Bild, das wahrscheinlich nicht der ursprünglichen Startup-Realität und der tatsächlichen Startup-Realität entspricht. Ich meine, wenn Menschen mit dem Thema davor wenig zu tun haben, ist das einzige, was sie sehen, dass da jemand mit einer Idee reinkommt, zwei Minuten pitcht und dann potenziell ein paar Millionen abkassiert. Und das lockt wahrscheinlich auch halt die Leute aus den falschen Motiven an, die da glauben, mit wenig Arbeit viel Geld lurieren zu können. Da gibt es dann durchaus auch so Missverständnisse, dass sie verstehen, dass wenn sie da eine Idee haben, dass sie dann quasi diese Idee verkaufen und sich für das Geld dann eben einen Ferrari kaufen könnten oder so. Und das ist natürlich nicht unbedingt förderlich und bringt auch einige Trittbrettfahrer in die Startup-Szene, mit denen man halt jetzt auch umgehen muss.

Daniel

Und du sagst es, und das ist so ein bisschen immer das, was mir persönlich immer, wenn ich verfolge das Format nicht mehr sonderlich intensiv, aber was mir generell in einem Startup-Ökosystem, in der Startup-Kommunikation manchmal fehlt in Medien. Ich weiß nicht, ob es unser Fehler ist oder der der Medien oder in der Kommunikation dazwischen, dass manchmal dann suggeriert wird, es geht nur um die Idee und dass die Idee sehr viel Geld wert ist. Und dass dann Leute kommen mit Ideen und sagen, hier ist meine Idee, wo ist mein Sack voll Kohle? Der Lambo ist schon bestellt. Das ist natürlich nicht ganz cool. Und was mir fehlt, ist diese Übersetzungsleistung, zu sagen, ja, Ideen haben wir alle, aber bringst du mir die Umsetzung? Kannst du beweisen, dass es funktioniert? Je mehr du es mir beweisen kannst, desto mehr ist das Ganze wert. Und zweitens, wenn du zum Beispiel 300.000 Euro bekommst, was das heißt. Und angenommen, du hast Sexangestellte und du hast ein Hardware-Produkt zu entwickeln, mir fehlt die Übersetzungsleistung, dass das eigentlich nur Zeit ist, die man bekommt. Richtig. Und nicht, und verstehe mich nicht falsch, 300.000 Euro ist als Privatmensch, holy shit, ist das viel Geld. Jetzt habe ich es gesagt, jetzt ist das richtig viel Geld. Aber für sechs, sieben, acht Mann, die bei mir angestellt sind, die was entwickeln müssen und ich bin noch irgendwo in einem Umfeld, wo alles ein bisschen teurer ist, das ist nix. Aber die Übersetzungsleistung fehlt und das verzerrt.

Markus

Ja, es ist halt auch nichts von der harten Arbeit, die da im Hintergrund passiert zu sehen. Und das ist schon etwas, was, glaube ich, wichtig wäre, dass man halt versteht, was heißt es wirklich zu gründen. Gleichzeitig, andererseits muss man natürlich sagen, neben der breiten Aufmerksamkeit, die dadurch auf das Thema gebracht wird, ist es natürlich auch für die Startups selbst definitiv eine Chance. Die kriegen dort super Sichtbarkeit bei hunderttausenden von Menschen. Also da ist durchaus so, dass man oft, wenn man in der Show gefeatured wird, mehrere 10.000 Klicks auf die Website, App-Downloads etc. bekommt und man hat die Möglichkeit, einen persönlichen Bezug herzustellen. Das ist was anderes, als wenn man einfach eine Werbung irgendwo schaltet. Das ist einfach, die Leute lernen, auch die Menschen hinter den Unternehmen kennen und steigern natürlich dadurch auch ein gewissermaßen ihre Seriosität, ihre Reputation und können so durchaus auch im B2B-Bereich erfolgreicher sein. Also da gibt es, glaube ich, schon verschiedenste Elemente, die Startups auch nützen können.

Daniel

Glaubst du, gibt es Startups, die in dieses Format gehen, ohne die Intention zu haben, ein Investment zu bekommen? Ja, ja, natürlich. Ganz da.

Markus

Ja, klar. Ich glaube, es gibt einige, die sind wirklich nicht einmal in einer Fundraising-Phase und sagen einfach, ja, okay, wir hören uns einmal an und sagen am Ende nein, aber es bringt uns natürlich trotzdem gratis Präsenz.

Daniel

Und auch das ist, glaube ich, eine Schwierigkeit. Und wir sehen aber, dass die Deals, die viele dieser Investorinnen und Investoren probieren zu machen, sind eigentlich sehr häufig auf sehr frühphasige Startups. Die, die aber kommen und diese Reichweite wollen, sind eigentlich schon in einer ganz anderen Phase. Und die sind natürlich auch für, wie soll ich sagen, für einen Konsumenten, einen TV-Konsumenten greifbarer und da ist so eine Riesengrätsche dazwischen.

Markus

Das ist aber auch ein sehr spannender Punkt, den du da ansprichst mit der Frühphase. Weil ich glaube, das ist auch ein Punkt, der jetzt vielleicht nicht so offensichtlich wirkt. Aber ich glaube, ein Element, was auch noch eine Rolle spielt, ist, dass viele frühphasige Startups dorthin und eigentlich jetzt noch nicht so weit sind, dass sie ein Produkt haben, das der Markt wirklich lebt. Und dann belächelt werden. Und einerseits, ja, das ist ein Element, das halt man dann durchaus eins auf die Mütze bekommt und sich vielleicht demotivieren lässt. Weil jemand sagt, was hast du? Du hast ja noch keinen Umsatz, mein Freund. Wenn man ein Startup. Aber andererseits auch, und das ist jetzt ein ganz anderer Winkel, Blickwinkel, mit dem man da drauf schauen kann, Startups kriegen dadurch einen Boost an Nutzerzahlen, der nicht wirklich organisch ist. Der ist künstlich herbeigeführt und da wirkt teilweise, glaube ich, auch so, als wäre etwas erfolgreich, also wäre etwas wirklich gut am Markt auch angenommen. Oft zeigt sich dann aber halt später, ja gut, diese Nutzer, die fanden das zwar cool im Fernsehen, aber tatsächlich sind die jetzt nicht die, die bleiben. Und da muss man auch aufpassen, dass das halt nicht ablenkt von dem, was in der Frühphase wirklich wichtig ist, nämlich sehr eng am Kunden zu sein und zu schauen, okay, was sind die Features, die man wirklich liebt, was sind die Features, für die man auch zahlen will.

Daniel

Und was, und ich möchte da niemandem zu nahe treten. Aber ich bin ja auch ein Fan der originalen Formate, der amerikanischen und der englischen Formate. Und da habe ich oft das Gefühl, dass die verschiedenen Investoren und Investoren sich probieren zu überbieten und teilweise sehr kompetitiv miteinander sind und sage, ja, geh nicht zu dem und mein Deal ist viel besser, höre nicht auf dem wirklich, da ist Wettbewerb, sehr starker Wettbewerb. Und ich habe manchmal das Gefühl, dass sich die hier doch das ein oder andere Mal ganz gern sind. Und das finde ich dann manchmal auch so ein bisschen schwierig.

Markus

Das ist der österreichische Weg.

Daniel

Das hast du jetzt gesagt. Ich bin ja nur Gast in diesem Land.

Markus

Du bist nur Gast in dem Land.

Daniel

Ja, schon recht lange, aber. Seit 1996. 26. Juli 1996 übrigens. Das weiß ich genau. Ja, das war das erste freie Training in Hockenheim. Der erste Tag, an dem ich Heinz Brüllers wunderbare Stimme hörte und lernte, was Überleitungen sein können. Heinz Brüller hat ich nach Österreich gebrannt. Nein, aber es war ein Freitag, ich liebe Formel 1. Und ich habe so gezittert, dass man endlich diesen blöden Fernseher auspackt, dass ich sehen kann, RTL ging nicht. Es gab eine ORF und da war der dieser Kommentator, der redete und redete völlig an dem vorbei, was es gab. Relativ sehr, sehr viel. Relativ sehr, sehr viel. Und Überleitung, wie der Mann Überleitung gebaut hat, ich war fasziniert. Und habe mehrere Bücher von dem gelesen. Anyway, ich lenke mich selber gerade ab. Aber der Punkt ist ja, die Syndizieren und dieses Gemeinsam tun ist dann auch immer sehr schwierig für ein Startup, denke ich mir, wenn die da stehen. Und dann immer diese 25,1 Prozent. Kannst du vielleicht mal erläutern, was ist das Besondere an 25,1 Prozent?

Markus

Ja, damit gehen Kontrollrechte einher, dass man halt viel mehr auch Entscheidungen mit, ja, viel mehr Mitspracherecht hat bei diversen Entscheidungen und damit vielleicht auch mal etwas blockieren kann. Oder viel einfacher etwas blockieren kann, was vielleicht im Interesse des Startups wäre, aber nicht im Interesse des Investors ist.

Daniel

Ja, und das ist natürlich auch gerade bei einer ersten Runde vielleicht nicht immer der netteste Weg, den man gehen muss. Muss man einfach mal so sagen. Wie gesagt, für mich, ich, ich finde, diese Sendung hat absolut ihre Berechtigung und es ist auch gut. Ich finde es aber sehr, sehr interessant, dass jetzt diese Diskussion kommt und dass wir jetzt diese Diskussion führen, nicht nur wir heute im Podcast, sondern auch tatsächlich, dass sie an Hansi Hansmann führt, dass da an Michael Eisler mitredet und dass all die anderen Leute dazu eigentlich Stellung beziehen. Weil es gab eine lustige Sache, die mir zwei Minuten zwei Millionen gebracht hat und uns als Ökosystem in einer dieser frühen Formate ging es dann darum, dass ich gewisse Basics definiere. Und da war unter anderem die Frage, was ist ein Startup? Und ich weiß, das werde ich meinen Lebtag nicht vergessen. Ich habe dann damals erklärt, was ein Startup ist. Aber in einer Sprache, dass der TV-Konsument damit auch gut umgehen kann. Und welches Wort ich nicht verwendet habe, ist Skalierbarkeit. Ich möchte niemandem zu nahe rücken, aber der durchschnittliche TV-Konsument, der noch nicht einmal zwei Minuten, zwei Millionen gesehen hat, vielleicht kennt Erde sie das Wort nicht. Also habe ich das verwendet. Und daraufhin ist so ein Mini-Shitstorm entstanden, wie Leute gesagt haben, wie kannst du das so vereinfacht sagen, um Gottes Willen? Und dann kamen andere zu meiner Rettung und haben gesagt, nein, nein, nein, das macht er genau richtig. Und das Interessante ist, so hat unser Ökosystem zum ersten Mal eine Diskussion geführt, was heißt denn Startup? Und ich weiß nur, ich möchte keine Namen nennen an dieser Stelle, aber ich habe einen sehr lieben Freund von mir damals angerufen. Es war ein komisches Gefühl, wenn online über dich diskutiert wird und auch teilweise Leute dir sehr unangenehme Dinge vorwerfen und alles, was du in Anführungszeichen getan hast, ist mehr öffentlichkeitswirksam zu reden. Ein sehr lieber Freund von mir, der damals sehr öffentlichkeitswirksam das Thema Startup vorangetrieben hat. Ich habe ihn gefragt, sag mal, wie definierst du Startup genau? Und seine Antwort war, ja, so ganz genau weiß ich es auch nicht. Und ich weiß noch, wie wir die Diskussion hatten und gesagt haben, was ist denn jetzt eigentlich die Startup? Wir wissen es nicht. Und das war das Ergebnis. Und vielleicht ist jetzt auch gerade, wie wir damals über den Begriff des Startups gesprochen haben, was ist es denn jetzt genau? Weil was es war, wussten wir eh alle, aber so kann es genau auch nicht. Und was ich so mochte für meine Lieblingsdefinition, wird man die von Dave McClure, der gesagt hat, it's a group of people that have no idea what their market is, no idea what their business is and no idea how to make money. It's a phase, actually. As soon as they figure out these three things, they stop being a startup and start being a real company. Although that never really happens. Ich fand die jetzt ganz cool. Vielleicht ist genau jetzt gerade so ein reinigender Moment, wo unser Ökosystem mal über das Thema Bewertung spricht und mal drüber spricht, wie das so gemacht wird. Und das ist ja nur exemplarisch für diese Sendung. Ist wahrscheinlich auch in vielen anderen Bereichen auch so zu sehen. Es gibt am Emach auch sehr unangenehme andere Deals, die da so mitschwabbern. Es ist eine Reinigung.

Markus

Da spielt natürlich auch quasi das breite Medienformat eine wichtige Rolle und ich glaube, es ist ein guter Ansatzpunkt. Und ich glaube, wenn man sich anschaut, wie generell Medien eine. eine ganz interessante Symbiose auch und eine Win-Win-Situation mit Startups probieren zu kreieren, dann sieht man genau das immer wieder, dass sie auch in irgendeiner Form Diskussionen prägen und irgendwie auch anstiften. Aber es ist natürlich auch dadurch bedingt, also dieses Grundinteresse von Medien und Startups, glaube ich, dass durch die Dynamik, die zur Startup-Szene hat, da einfach viel passiert. Und dieser Newswert ist für die Medien interessant, da bewegt sich was, da kann man immer wieder was berichten. Und ja, natürlich von der anderen Seite haben wir eh schon besprochen, es ist dann oft Free Visibility und auch gut, um vielleicht Mitarbeiter zu finden und die aufeinander aufmerksam werden. Also da gibt es verschiedenste Benefits, die beide Seiten auch davon haben. Und deswegen, glaube ich, war das schon immer eine sehr enge Beziehung, die natürlich auch ihre Tücken hat und die man nicht immer steuern kann und wahrscheinlich auch nicht immer steuern sollte, weil Medien sind ja, sollten ja auch nicht einfach nur eine Pressestelle sein, sondern durchaus auch mal kritisch reflektiert auf Dinge blicken.

Daniel

Was ich wichtig finde, ist auch, sorry, wenn ich dir so ins Wort fall, ich finde es auch wichtig, dass man auch überlegt, wie eigentlich in den letzten Jahren so Startups dargestellt wurden und dass man irgendwann mal beginnt, es einfach sehr nüchtern zu betrachten. Jetzt gibt es das Wort Startup seit warst zehn Jahren, so circa in unserer Wahrnehmung, würde ich sagen, in der breiteren Presse. Und wenn man sich das überlegt, was ist es, es ist eigentlich immer eine Gruppe von Jungs, man muss es so überspitzt formulieren, eine Gruppe von Jungs, die mal eben über Nacht einen Haufen Millionen verdient mit irgendeiner App oder was auch immer. Und dass es eben nicht so ist, sondern dass es in Wahrheit verschiedene Personen sind, die an was unfassbar glauben, wie die Verrückten für etwas für sehr wenig Arbeit mit unfassbar viel Risiko und etwas tun, was noch keiner gemacht hat, das ist, finde ich, für mich ein anderer Narrativ. Und was finde ich so wichtig ist, ist natürlich auch eine breite Unterstützung für das, was Startups so machen. Weil für mich ist ein Startup und es ist so wichtig, eine Phase, in der man validiert. Und sobald man es validiert hat, dann kommt der Moment, wo es skaliert oder zumindest im besten Fall, ich denke, viele unserer Startups werden vielleicht nicht irgendwelche hochskalierenden, was auch immer. Vielleicht werden das einfach die KMUs von morgen. Aber Startup ist einfach eine Phase, in der schnell überprüft wird, klappt es oder nicht. Und wie soll ich sagen, manchmal ist klar, dass dann für gewisse Themen keine große Unterstützung da ist, wenn wir alles die Internetmillionäre sind, die über Nacht reich werden. Und wenn man beginnen würde, noch mehr zu erzählen, was ist es, was ist es nicht, was ist es wirklich, könnte ich mir viel mehr Unterstützung auch vorstellen. Aber da haben wir auch eine Bringschuld. Ich glaube, die Bringschuld kommt von uns, weil logisch ist es toll zu berichten von Exits und Investments, aber all die anderen Dinge, über die muss man ein bisschen näher.

Markus

Ja, das liegt, wie du richtig sagst, auch in der Verantwortung der Startups. Denn ich glaube am Ende, Medien müssen Storys schreiben und Medien müssen Storys schreiben, die gelesen werden, die interessant sind und interessant klingen. Und da gibt es natürlich auch Ansatzpunkte, wie man als Startup den Medien dabei helfen kann, solche Storys zu finden. Also es ist, wie du richtig sagst, natürlich sind Investments immer toll zu berichten und keine Ahnung, aber es ist vielleicht auch gut, wenn man da immer wieder mal auf gewisse Milestones, die man erreicht, reflektiert, dass man vielleicht auch mal wirklich Storys erzählt, die den Hintergrund zeigen, die spannend sind, wo man sich öffnet, wo man vielleicht nicht nur eine schöne Welt zeigt, sondern auch die Challenges dahinter bringt. Also da muss man sich halt auch ein bisschen in die Medien hineinversetzen, was die brauchen. Und ich glaube, dafür braucht es eine gute Vertrauensbasis auch mit Journalisten. Ich glaube, Vertrauen ist in jeder Welt ein ganz wichtiger Faktor und ich glaube, um sich zu öffnen, braucht man Journalisten, denen man vertraut, dass die das auch nicht missbrauchen, dieses Vertrauen und diese Informationen, aber durchaus auch die verstehen, was da auf dem Spiel steht, aber gleichzeitig auch was damit anfangen können.

Daniel

Sind wir schlechte Geschichtenerzähler?

Markus

Wir kann man nie, glaube ich, so ganz über einen Kamm scheren, aber es gibt natürlich einige, die sind bessere Geschichtenerzähler, die dementsprechend auch mehr in den Medien vorkommen. Und andere, die sich lieber auf andere Dinge fokussieren und dementsprechend vielleicht weniger vorkommen. Vielleicht ist das für sie auch jetzt für einen unternehmerischen Erfolg nicht so wichtig. Gleichzeitig schafft es aber einen Bias natürlich in der medialen Wahrnehmung.

Daniel

Es gibt eine Analogie, die ich immer sehr mag, ist immer die Frage, was möchtest du, wenn ich manchmal mit jüngeren Leuten sprechen kann, ist immer die Frage, warum willst du gründen? Willst du gründen, weil du den Lifestyle willst oder willst du gründen, weil du was verändern willst? Und das Bild, das mir immer so gefällt, ist, jetzt fange ich schon wieder mit Motorsport an, aber es ist dieses, wenn du Monte Carlo dir anschaust mit all dem Glitz und Glamour und wenn jedes Jahr das Formel 1-Rennen dort ist, und da sind die Rockstars und die VIPs und die Yachten und Champagner und weiß der Teufel. Und man möchte, weil man das will, Formel 1 fahren, glaube ich, wird man es nie schaffen, wenn man Formel 1 fährt, weil man es liebt, Auto zu fahren und sich nichts Besseres vorstellen kann, als im Regen bei drei Grad auf einer Strecke alleine Goka zu fahren und jedes Mal das Limit ein bisschen weiter zu pushen und noch immer glücklich ist, dann glaube ich, kommt man auch dorthin. Und es ist immer die Frage, was will ich. Und vielleicht müssen wir auch weniger die Highlights per se berichten, die Investments und die großen Pitching-Events und auch vielmehr die anderen Dinge und schauen, wer mir damit anlocken. Weil eins ist klar, wenn wir nur diese Highlights zeigen, dann ist es das, was Leute sehen und sagen, das will ich auch. Ich will auch in sehr kurzer Zeit sehr viel Geld haben. Wenn man aber noch stärker vermittelt und sagt, Unternehmertum, Entrepreneurship, ist etwas, womit ich selber Dinge umsetzen kann, an die ich glaube. Ich kann mein eigener Kapitän durchwerden, ich kann mein eigenes Leben so gestalten, wie ich daran glaube. Ich kann selber am Ruder meines Lebens sein, dann ist das für mich ein anderer Narrativ und wird andere anlocken, versus willst du schnell Millionär werden? Ich meine, da habe ich auch nichts gegen.

Markus

Aber der Punkt ist, das stoßt, glaube ich, auch gewisse Menschen, die eigentlich prädestiniert werden, dann sehr stark.

Daniel

Richtig, richtig. Es gibt ja auch eine kleine Subset von unserer Szene, Shoi, wenn ich dir da ins Wort fall, die kein Geld verdienen wollen. Die sagen, das ist schlecht, das möchte ich nicht. Kann man auch lange darüber diskutieren, vielleicht nicht jetzt, aber ja, ich glaube, wir als Ökosystem senden außerhalb von unserer Bubble die falschen Signale.

Markus

Wir, glaube ich. Ja, das stimmt sicher. Also die Wahrnehmung der Startup-Szene in der breiten Masse ist sicher nicht realistisch.

Daniel

Das heißt, wir haben aber auch die Schwäche, dass wir schlecht außerhalb von unserer kleinen Welt kommunizieren.

Markus

Ja, wir kommunizieren. Es ist schon auch ein Geben und Nehmen und ich glaube auch, dass man jetzt die Medien hier nicht komplett aus der Verantwortung nehmen kann. Auch die verfolgen gewisse Narrative. Es gibt da einen großartigen Artikel, den wir gerne auch sharen in den Comments. Der heißt What's the Hour in Silicon Valley Time, wo sie halt so analysieren, wie halt gewisse klassische Tech-Medien im Valley Startups halt zuerst hoch loben und das ist the new kid on the block, und dann ist es einmal the greatest company in the world. Und dann irgendwann kommt halt der Narrativ-Switch, wo das dann halt mit einem Fragezeichen versehen wird und nach und nach poppen halt mit größerem Wachstum auch mehr und mehr Challenges auf und irgendwann hauen dann alle Nummer auf die Company drauf, bis es dann nächste Narrativ-Switch halt wieder einen Rebirth gibt. Und ein bisschen so wie das beim Wrestling ist, dass halt gewisse Storys sich auch so daran anpassen, was Journalisten halt auch gerne als Dramaturgie. Beim Wrestling? Ja, Wrestling. Verfolgst du das? Nein, nicht wirklich, aber ich hab's. Hast du geheult, als du gehört hast, es war nicht echt? Nein, ich habe das erst viel später erkannt, aber hatte daran eigentlich ein total spannendes Feld in der Stadt. Also bitte. Wen fandst du gut? Ich bin wirklich kein Wrestling-Fan. Das glaubst du jetzt natürlich nicht. Ich finde das eher aus einer Marketingperspektive, aus einer eben Narrativperspektive total spannend. Nee, nee, nee, ich glaube dir das jetzt mal. Ich glaub dir das jetzt mal. Ich sehe, du bist ein Wrestling-Fan, oder? Wenn du da mit Namen schon rumschmeißt.

Daniel

Ja, in ganz frühen Tagen, bis ich festgestellt habe, ist es nicht echt, weil ich aber 10.

Markus

Also du warst ein Fan, bis du festgestellt hast, dass es nicht echt war. Und ich bin ein Fan geworden, als ich festgestellt habe, dass es nicht echt ist, weil ich das dann wieder spannend fand.

Daniel

Da haben wir aber sehr andere Zugänge. Ich finde MMA mittlerweile ganz cool. Ich bin großer Conor McGregor-Fan.

Markus

Ich finde es super, wenn er eben zerlegt. Der sollte sein Bart und nach dem Schwab oder echt? Ich hatte es vorher andersrum.

Rockstar der Woche: Dominik Perlaki

Daniel

Aber ich würde das ungern ihm gegenüber behaupten. Weil der ist ziemlich klein und ziemlich füster Typ. Richtig böser Typ. Aber hat seinen eigenen Whisky, sehr sympathisch, sehr gut aussehender junger Mann, finde ich einfach beeindruckend, den Bart. Ja, daran liegt's. Anyway, wir haben jetzt so ein bisschen drüber diskutiert. Ich finde, wir haben gesehen, es ist ein riesen Kommunikationsthema. Ja, wer weiß. Müssen wir mal bei Seti anklopfen. Die haben jetzt viel Zeit. Ihr habt ja nicht Bock, uns bei der Kommunikation zu helfen. Wir suchen nach Signalen von draußen. Mit The Crowd ist alles möglich. Mit der Power of the Crowd müssen wir auch mal drüber sprechen, zu einem anderen Zeitpunkt, über Crowdinvesting, Crowdfunding und Kickstarter on Co. Haben wir das letzte Mal ausgelassen. Müssen wir auch mal machen. Man darf gespannt sein. Prost. So und wir kommen jetzt nach dem Deep Dive zu unserem nächsten Thema und das ist unser Rockstar der Woche. Wir bleiben in der Medienwelt. Rockstar der Woche KW10. Das habe ich noch gar nicht erwähnt diese Woche. Wissen das?

Markus

Ja, also wir haben uns eigentlich gedacht, nachdem diese ganze Diskussion zum Thema Bewertungen und so eigentlich von einem sehr pointiert geschriebenen Artikel ausgegangen ist, der meines Erachtens auch durchaus Mut gezeigt hat, wollen wir den Autor dieses Artikels zum Rockstar der Woche kühren, passend eben zu unserem Medienschwerpunkt auch, und zwar ist es der Dominik Perlacci, der das Thema eben proaktiv letzte Woche aufgegriffen hat und damit, glaube ich, diese ganze Diskussion erstmal losgetreten hat.

Daniel

Richtig, und genau das finden wir absolut großartig, weil manchmal muss man den Finger auch auf die Wunde drücken und zeigen. Und sich trauen zu sagen, hey, findet man nicht gut, weil auf der einen Seite sind wir ein kleines Ökosystem, wo wir uns alle lieb haben und uns alle gern haben und closely knit sind. Auf der anderen Seite auch mal einen Schritt zur Seite zu treten und zu sagen, hey, da ist was, finde ich nicht so gut, erfordert viel Mut und wir sehen die Diskussion, die immer noch am Laufen ist, rund eine Woche später, das war ein richtig wichtiger Schritt. Es hat viel Mut gekostet und es war auch sehr sauber, sehr sauber und sehr nüchtern recherchiert, denken wir, oder? Da war jetzt nichts Polemisches da drin.

Markus

Nein, das war ein Kommentar. Ein Kommentar hat immer Meinungen, ein Kommentar wird auch Kritik hervorrufen. Ich bin mir sicher, nicht jeder ist 100% d'accord, aber allein das als Anstoß zu nehmen, um eine wirklich wichtige Diskussion anzustoßen, glaube ich, verdient Respekt und Würdigung. Und das ist ja auch das, was wir mit dem Rockstar der Woche bewirken wollen.

Moonshots & Predictions: Neue Startup Formate im TV

Daniel

Rockstar der Woche, Dominik Pellacchi. Cool. Ja, und unser Moonshot diese Woche ist fast ein bisschen aufgelegt. Es ist auch für mich, für uns so ein Herzensthema, aber ich möchte auch nicht immer für uns beide reden, aber für mich ist es ein Herzensthema.

Markus

In dem Fall ist das unser Angeblich.

Daniel

Es ist unser, aber ich frage ja vorher nach, ich möchte nicht von mich auf dir schließen. Auf dich. Gott, heute verliere ich meine sämtliche Staatsbürgerschaft. Ich habe zwei. Also geht es noch Irisch und Deutsch. Nee, aber anyway, Verlust der Muttersprache ist auch immer Kunststück. Und jetzt wird es schon ein bisschen wackelig. Der Moonshot der Woche ist für mich, dass es ein Format gibt, ein Video-TV-Format, das einfach sehr authentisch abbildet, was es heißt, ein Startup zu gründen, ein Startup zu führen, ein Startup aufzubauen, wie unser Ökosystem funktioniert und uns hilft, das, was uns allen so klar ist, so zu kommunizieren, dass andere, die noch nicht mit uns in Kontakt treten, aber ähnliche Wünsche und Bedürfnisse haben, sehen, das ist vielleicht die Antwort auf das, was ich möchte. Und das würde mir sehr gut gefallen, weil es wird viele dort draußen geben, die eben nicht wissen, das Unternehmertum oder Startup, das ist, was das, was sie suchen, aber sehr spüren, was es sein könnte. Ich sage nicht, dass es die anderen Formate jetzt sehr schlecht machen, aber ich würde mir uns wünschen, dass es vom Spirit und vom Geist absolut richtig macht. Die Zeit ist reif dafür und den Impact, den wir generieren könnten, nicht für die nächste und auch nicht für die übernächste, aber die überübernächste Generation, die wäre wirklich stark. Da können wir als Ökosystem viel von lernen und auch viel bieten. Und das muss kommen.

Markus

Also das finde ich sehr unterstützenswert. Sehe ich ganz genauso. Ich glaube, das wäre ein ganz, ganz wichtiger Faktor. Prediction, ich glaube, irgendwer wird sich diesem Thema annehmen und wird das umsetzen. Und ich glaube aber, dass dabei eine Sache ganz essentiell sein wird. Dass man es schafft, diesen Bogen zu spannen von einer Sendung, die einem Format, das die Realität tatsächlich abbildet, das diese harte Unternehmerrealität zeigt, aber auch die positiven Seiten davon, dass man eben da sich selbst auch verwirklichen kann, dass man etwas bewegen kann, dass man etwas umsetzen kann und dass das sehr erfüllend sein kann. Und aber gleichzeitig nicht ein Dokumentationsformat wird, das keinen Spannungsbogen und keinen Unterhaltungswert hat, sondern in irgendeiner Form diese Brücke schafft zwischen etwas, das Leute bewegt, Leute anspricht, Leute emotionalisiert, Leute abholt und trotzdem real bleibt und nicht zu fernab dieser Realität kommt. Und ich glaube, das ist meine Prediction, das wird klappen, aber das wird eine echte Herausforderung auch sein.

Daniel

Und um es absolut deutlich zu sagen, nein, wir haben nichts mit Netflix unterschrieben und dann sind es nächste Woche, dass wir einen großen Achteiler haben.

Markus

Aber es wäre ganz geil.

Daniel

Aber das wäre jetzt ganz stilvoll gewesen, wenn wir nächste Woche rauskommen würden. Das war so sauber aufgeregt, das müsste es mal geben und nächste Woche, es gibt Netflix zwölf Folgen live von ungeschnitten. Also ich würde es geil finden. Also wenn jemand von Netflix zuhört, wir hätten da was. Call us. Das wäre cool. Aber das Formel-1-Format ist schon ganz gut geworden. Just saying. Just saying. Just saying. Daniel kann sich auch in ein Formel 1-Auto setzen, wenn du seht. Ich bin sauschnell. In dem Sinne hätten wir auch das festgestellt. Auf der Ducati war ich schon aus dem Fallschirm, also das Flugzeug bin ich auch schon abgesprungen. Wenn es deine Versicherung hört. Ja, aber ich habe mir den Punkt freigelassen und du wirst lachen, aber auf meiner To-Do-Liste steht mal Formel 1 fahren. Das muss ich mal gemacht haben. So schwer kann das ja wohl nicht sein. Spaß, sauschwer. Trotzdem muss ich das mal tun. In dem Sinne, es hat uns Spaß gemacht. Viel Freude, wenn du noch zuhörst und ein bisschen Liebe zum Teilen hast. Wir freuen uns über Kommentare und mindestens fünf Sterne. Empfehlt uns, schickt uns unsere eure Liebe, unsere Liebe haben wir ohnehin. Und wir freuen uns nächste Woche auf Podcast Nummer 13. Jawoll. In dem Sinne, alles wird gut. Tschüss, ihr Lieben.