Future Weekly
Die zwei Startup Veteranen Daniel Cronin und Markus Raunig sprechen mit jeder Menge Humor über Technologie, Unternehmertum und die Zukunft. Jeden Donnerstag analysieren sie die interessantesten News der Woche und küren Rockstars, die die Welt von morgen prägen. Jeden Sonntag begrüßen sie im Deep Dive visionäre Gäste für einen Blick hinter die Kulissen aktueller Trends und formulieren gemeinsam Moonshots & Predictions. Ein Podcast der verschiedene Welten verknüpft und mit mutigen Thesen inspiriert.
Future Weekly
#8 - User Interface der Zukunft, Brexit & United Tech of Europe, Digitalsteuer
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Markus Raunig und Daniel Cronin diskutieren diese Woche:
- Die Chancen und Herausforderungen des Brexit,
- Die kürzlich eingeführte österreichische Digitalsteuer,
- Die Pläne für einen europäischen Cloud Giganten,
- Deep Dive: Was wird das nächste dominante User Interface?
- Rockstar der Woche: Fredrik Debong,
- Moonshot: The United Tech of Europe,
- Prediction: Paradigmenwechsel in den 20ern?
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Weiterlesen:
Brexit & the United Tech of Europe: https://t1p.de/ld8c
Digitalsteuer in AT: https://t1p.de/f138
Europas Plan für einen Cloud Giganten: https://t1p.de/20kn
The next big thing von Benedict Evans: https://t1p.de/27zb
Fredrik Debongs neues Startup hi.health: https://t1p.de/ig2o
Feedback oder Ideen? Schreib uns an md(at)austrianstartups.com!
Production: Hanna Moser
Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com
Einen wunderschönen guten Morgen, guten Mittag oder guten Abend und herzlich willkommen zu unserem Podcast, dem Morning Moonshots, dem Startup Podcast. Ich bin Daniel und wie immer auf der anderen Seite ist der Markus. Hallo lieber Markus. Es hat sich richtig viel getan. Und analog zur letzter Woche werden wir natürlich wieder unsere Themen nach Themengebieten angehen. Und wir starten wie immer mittlerweile mit den News. Wie immer. Du weißt, was ich meine. Zum zweiten Mal. Ist das schon wie immer?
MarkusDas wird jetzt langsam wie immer, aber wir sind ja noch immer nicht so richtig eingespielt auf diese Themen. Also ich glaube, da kann es auch noch Veränderungen geben. Aber es wird. Es wird, Daniel.
News der Woche: Brexit, Digitalsteuer, EU Cloud Gigant
DanielDas ist jetzt der achte Podcast, das ist alles in Stein gegossen. Für immer. Für immer. Jetzt haben wir das Innovators Dilemma. Wir haben was gefunden, was funktioniert. Jetzt werden das perfektionieren und nie wieder anderieren. In dem Sinne finde ich es jetzt ein guter Zeitpunkt. Um mit den News zu starten. Ja gut. Hat sich ja das eine oder andere getan. Ich dachte, es wird nie passieren. Es ist irgendwie das Wort des Jahres, das Unwort des Jahres, das überhaupt Brexit. The Brexit. Ja, jetzt sind wir sie los. Noch immer nicht ganz, oder? Spaß. Ich habe ja tatsächlich gedacht, es wird nie passieren. Jetzt ist es passiert. Und was heißt das denn? Ich glaube, es ist immer die Frage, ist das gut, ist das schlecht? Ich habe auf meinem Instagram gefragt, ist das gut, ist das schlecht? Sehr unterschiedliche Meinung, weil wie immer, es ist nicht schwarz, nicht weiß, es ist eine Perspektivenfrage. Und wir wollen jetzt ein bisschen so die Starter-Perspektive einnehmen. Was heißt das unserer Meinung nach aus Starter-Perspektive?
MarkusIch glaube, prinzipiell muss man sich mal damit beschäftigen, dass das definitiv eine Herausforderung ist, also für beide Seiten. Ein kleinerer gemeinsamer Wirtschaftsraum ist in erster Linie mal sicher nicht gut. Und das schadet sicher beiden Seiten, zumindest in den ersten Monaten massiv. Besonders für Großbritannien ist das eine Riesenherausforderung wirtschaftlich. Gleichzeitig wissen wir halt auch aus der Vergangenheit, dass jede Krise auch eine echte Chance sein kann. Und da ist sicher nochmal für Großbritannien dieser Hebel größer, weil da wird es jetzt sicher mal zugehen. Aber genau solche Krisen sind halt auch eine echte Chance, als Motor der Veränderung in Erinnerung zu bleiben. Weil das, was wir in Österreich halt schon sehr stark sehen, ist dadurch, dass es hier schon den meisten Leuten noch relativ gut geht und dass eigentlich wir definitiv keine Krise derzeit haben, ist Veränderung schwierig. Weil, und da muss man auch sagen, wir sind, glaube ich, Weltmeister der Interessensvertretungen. Es gibt sehr viele Privilegien, die in Österreich geschützt werden wollen. Es gibt viele Organisationen, die sehr viel Geld und Zeit darauf aufwenden, diese Privilegien für gewisse Interessensgruppen zu schützen. Und genau das macht jegliche disruptive Veränderung wirklich schwer.
DanielJa, es ist eine spannende Perspektive, das so zu sehen. Ich meine, wie gesagt, das ist immer eine Perspektivenfrage. Ich bin ja Halb ihre. Als Halbire ist man so, ja gut, ja, da ist ja auch in Irland einiges, was sich verändern könnte in die Richtung. Ich glaube, auch die Schotten sind jetzt auch nicht mal ganz so sicher, ob sie jetzt noch zum United Kingdom gehören wollen oder nicht. Auch da ist, glaube ich, viel Raum für Veränderung. Und ja, mit der österreichischen Perspektive gebe ich dir auch recht. Man darf sehr gespannt sein. Und ich mag deine Perspektive, dass du sagst, ja, es ist Veränderung und Disruption und da gibt es auch viel. Ich wäre ein internationales FinTech, das vor ein paar Jahren entschieden hat, nach London zu gehen, weil London ein FinTech-Hotspot ist. Was heißt das für die?
MarkusJa, ist natürlich eine Herausforderung, weil das bedeutet, dass ihre EU-Geschäfte nicht ganz so einfach mehr sind. Also das muss erst geregelt werden, wie das weitergeht. Da geht es auch speziell jetzt um das ganze Datenthema, also Free Flow of Data. Wird das weiterbestehen? Wird es da ein generelles Agreement geben zwischen Großbritannien und der EU? Wird das auf Case-by-Case-Basis gemacht werden müssen? Also diese ganze Beziehung zwischen Großbritannien und den Nutzern in Europa zum Beispiel, also einem großbritannischen Startup und Nutzern in Europa, muss redefiniert werden. Und das ist eine echte Herausforderung. Oft wird es wahrscheinlich so sein, dass dann großbritannische Startups auch eine Niederlassung in Europa sich irgendwo suchen werden. Wenn man sich das jetzt anschaut, so die letzten Monate, es gab ja zuerst auch, sag ich mal, große Diskussionen, ob jetzt alle großbritannischen Startups ihren Hauptsitz nach Europa verlegen werden, oder also nach Kontinentaleuropa, sagen wir mal so, aufs Festland in die EU. Und das hat sich bisher überhaupt nicht abgezeichnet. Also Großbritannien ist halt immer noch ein echter Tech-, also London besonders ist ein echter Tech-Hub. Und bisher hat sich da sehr wenig getan.
DanielMan darf aber gespannt sein, wenn einfach der Alltag irgendwann einschlägt, besonders wenn das Reisen plötzlich schwieriger wird und wenn plötzlich Zölle kommen würden, was es dann wirklich heißt. Weil ich glaube, solange etwas convenient ist, verändert sich wenig. Und ich glaube, am Papier ist es denen egal. Wenn plötzlich Einreisen zwei Stunden dauern, wenn es plötzlich kompliziert wird, dann glaube ich, wird das schnell überdacht. Wir haben natürlich auch, wir sind neugierig und wir haben ja schon im Vorfeld sehr viel über diese Themen gesprochen und viele Perspektiven. Zeitgleich ist es aber auch so, wir reden immer von dieser europäischen Perspektive. Wir sind ja auch beide in Wahrheit, einigen wir uns immer sehr schnell darauf, dass wir eigentlich beide Europäer sind, mehr als alles andere, was wir da so mitbringen. Dennoch ist es aber so, dass Europa ja noch recht weit weg ist von seinem richtigen europäischen Single Market, habe ich so den Eindruck.
MarkusDefinitiv. Wir waren auch die letzten Jahre, glaube ich, immer noch 27 einzelne Märkte und jetzt sind es halt 26 und da tun wir uns auch ziemlich schwer, dass wir gewisse Verantwortlichkeiten auch auf die europäische Ebene weitergeben und dass wir einen gemeinsamen echten Markt schaffen, dass wir halt auch vertrauen, dass wir Startups aus anderen oder generell Unternehmen aus anderen EU-Ländern genauso behandeln wie die aus dem eigenen Land, dass es da wirklich freie Grenzen gibt, dass es da wirklich gleiche Bedingungen überall auch gibt. Also dass ein Startup sich verlassen darauf kann, dass wenn es zum Beispiel in Österreich startet, dass es dann nicht 26 Mal wieder neue Regularien lernen muss in den einzelnen Ländern. Dass wenn es einen Mitarbeiter hier anstellt, dass der dann ohne weiteres auch in einem anderen EU-Land arbeiten darf, dass wenn das jemand ist, der ein Visum bekommen hat, also das ist einfach von der Möglichkeit, hier gemeinsam auf verschiedensten Ländern auch gleichzeitig da zu arbeiten, da sind wir noch weit weg davon. Deswegen haben wir uns in letzten Wochen zusammengetan mit einigen anderen europäischen Startup-Organisationen und haben der United Tech of Europe gefordert, wo es darum geht, dass man es eben schafft, hier gemeinsam ein paar Eckpfeiler zu schaffen, wo es einerseits, wie ich schon angesprochen habe, um die Möglichkeit gibt, dass man Daten sehr einfach im europäischen Raum auch gemeinsam verwenden kann. Das heißt, dass man auch mit Großbritannien da eine Lösung findet, die es für Startups auf beiden Seiten leicht macht, so weiterzumachen wie bisher, dass man es schafft, wirklich aktiv ein europäisches Startup-Visum einzuführen. Das bedeutet, dass Startups in ganz Europa mit dem gleichen bürokratischen Aufwand, der möglichst gering natürlich sein soll, Mitarbeiter aus dem Nicht-EU-Ausland anstellen können, wenn das wirklich notwendige Verstärkungen sind. Und gleichzeitig glaube ich, ist es auch wichtig, dass wir anfangen, den Investmentraum als Europa zu sehen. Also wir diskutieren jetzt schon wieder auf österreichischer Ebene, ob potenzielle Dachfonds nur in österreichische Startups investieren sollen und das ist einfach das komplett falsche Denken. Das muss europäisch gedacht werden.
DanielJa, also es sind sehr, sehr, sehr viele spannende Themen, die du da aufreist und ich glaube, es sind auch Themen, die mir auch sehr persönlich sehr aus dem Herzen sprechen. Ich glaube, es muss von unserer Generation und unserer Perspektive so gemacht werden. Du weißt ja, ich involviere mich da auch selber schon sehr lange in diesen Themen und ich glaube, es gibt viele Initiativen, die genau das Ziel verfolgen. Du weißt, ich bin Teil von Fightback, wo wir auch genau probieren auf unternehmerischer Ebene für einen gemeinsamen Markt einzusetzen. Die Fightback Community haben wir, glaube ich, auch schon viel darüber gesprochen, kann man sich mal ansehen. Und wurde auch für kurz ein Buch in die Richtung veröffentlicht. Die waren ja nicht involviert, aber einer der Gründer dessen, das ist durchaus ganz interessant. Und zweitens ist es, glaube ich, wenn wir aber von gemeinsamen Binnenmärkten reden, ist immer die ganz große Frage, ja, was ist es denn, was wir dort leichter zugänglich machen wollen? Was sind das für Themen? Wäre vielleicht mal ein spannendes Thema für ein Deep Dive in der Zukunft, weil ich sehr, sehr, sehr stark daran glaube, dass die Themen, die Assets, die wir dann irgendwann handeln werden, in erster Linie Daten sein werden. Wir werden wahrscheinlich sehr, sehr, sehr unwahrscheinlich echte Gebäude oder echte Maschinen so stark handeln, wie es Daten sind. Ich glaube, dass die Europäische Union, die EU gerade in eine sehr falsche, sehr komplexe Richtung sich verläuft. Ich glaube, es gibt da sehr, sehr andere Richtungen, die man gehen muss. Aber auch wie man das das Thema Daten per se sieht.
MarkusDas sehe ich auch so. Ich glaube, da können wir nächste Woche einen guten Deep Dive dazu machen.
DanielWürde mir auch gefallen. Würde mir sehr, sehr gut gefallen. Also an der Stelle, an die, die dazuhören, gerne, gerne auch mit uns die Gedanken teilen zu dem Thema. Ja, sind Daten das nächste Thema, das groß innerhalb der EU gehandelt wird? Ist es vielleicht das zentrale Element, das einen gemeinsamen europäischen Markt schaffen wird oder nicht? Ich würde mal so sagen, das könnte man als Deep Drive nächste Woche ansetzen.
MarkusJa, und ich glaube auch breiter auch nochmal Daten. Also es gibt ja auch einige stark diskutierte Themen rund um Datenschutz und potenziellen Überwachung auch. Und ich glaube, da könnte man generell breit ausholen und sich überlegen, wie kann das in den 20ern ausschauen. Weil da gibt es natürlich Fragen der Regulierung, aber gleichzeitig eben auch der Möglichkeit, Innovationen draufzubauen. Und ich glaube, das ist ein sehr spannendes, ein spannendes Spannungsfeld, hätte ich gesagt.
DanielIch finde ja auch, und was mir immer so gut gefällt, und meine Güte, ich möchte jetzt nicht so wirken wie jemand, der gerade seine ganzen eigenen Themen so pluggt, aber ich bin ja auch mit einem anderen Startup schon eine ganze Weile involviert namens Tributec. Und wir fanden es immer sehr spannend, dass man sagt, ja gut, Daten sind das neue Gold, cool, aber was ist denn jetzt mit deinem neuen Gold? Was ist denn das wert und wie willst du das jetzt wirklich handeln und tradable machen? Nächste Woche definitiv ein Thema, worüber wir dort in die Tiefe gehen wollen. Mir gefällt es nur immer. Ich habe in den letzten zehn Jahren so oft gehört, Daten sind das neue Gold. Und ich glaube, das weiß jeder, nur so viele sitzen auf dem Haufen von Daten, sagen, ja, aber ich darf nichts mit den Daten machen. Oder was tue ich dann mit den Daten? Wenn ich auch nur einen Datensatz share, komme ich ins Gefängnis. Was machen wir? Ich bin davon überzeugt, dass das der Schlüssel ist für unseren gemeinsamen europäischen Markt. Ich glaube allerdings, dass wir uns eine komplett falsche Richtung entwickeln, aufgrund der Regularien, die getroffen werden, durch die Personen, die sie treffen. Das war ganz schön sperrig. Wir können uns einigen, es muss unendlich viel passieren. Es muss ganz viel passieren. Und vielleicht ist ja auch Brexit genau das Thema, das uns nochmal hilft, uns als Europäer, als gemeinsamen Markt noch ein bisschen näher zu betrachten.
MarkusDas ist die Hoffnung.
DanielDas ist auch eine Chance in dem Sinne für Europa ist. Wenn wir über Chancen und Hoffnungen sprechen, geht es ja darum, jetzt nehmen wir mal an, Brexit geht immer weiter. Nein, es ist ja schon längst passiert, da muss ich nicht dran gewöhnen. Aber irgendwann sagen, ein Haufen Tech-Entreprenepreneurs, ja gut, London ist eh nass und außerdem ist die Einreise echt mies. Ich suche mir einen neuen Hafen. Ist natürlich die Frage, wo ziehen sie hin? Und ich glaube, da gibt es eine Menge Städte, die sagen, hallo, da bin ich, komm zu uns. Ich glaube, es gibt Städte, die sich anbieten. Und ich finde auch Österreich setzt dort ganz tolle neue Zeichen, indem sie eine Digitalsteuer eingeführt haben. War das jetzt zu viel Bias? Habe ich da schon zu viel Meinung verpackt? Das war schon sehr zynisch. Nee, ich möchte der Digitalsteuer ganz wertfrei entgegentreten. Ich muss an der Stelle allerdings auch immer sagen, sollen Google, Facebook und Co. normale Steuern zahlen, selbstverständlich ist das sinnvoll. Ist eine Digitalsteuer das richtige Zeichen? Um kompetitiv zu sein, um Talent anzulocken, I don't know.
MarkusIch glaube, ist, wie du richtig sagst, einfach von der Signalwirkung sehr gefährlich, besonders dass Österreich, das so ein Vorreiter ist, dass da wirklich auch in internationalen Medien vorkommt, dass jetzt Österreich hier voranprescht und ein Beispiel sein will. Das fördert natürlich nicht die Attraktivität des Standorts für potenzielle Digitalunternehmer. Weil wenn man hört, dort gibt es eine Digitalsteuer, dann wirkt das irgendwie nicht besonders zukunftsorientiert. Ich kritisiere in erster Linie auch hier wirklich das Naming von dem Ganzen. Also warum man das Digitalsteuer nennen muss, ist mir wirklich fremd. Es ist einfach von der Signalwirkung, dass man da jetzt digital besteuern will, ist relativ dumm. Und natürlich hast du vollkommen recht, derzeit zahlen die Tech-Giganten zu wenig Steuern. Man muss sagen, das betrifft nicht nur die Te-Giganten. Also auch Starbucks zahlt in Österreich fast keine Steuern. Das ist im Prinzip ein generell steuerrechtliches Problem, das wir derzeit haben, was auch sehr verzwickt ist zu lösen. Was aber uns sicher auch als zentrales Thema in den nächsten zehn Jahren beschäftigen wird. Weil es kann nicht sein, dass die größten Unternehmen der Welt allesamtes schaffen, nur sehr wenig Steuerleistung zu haben. Warum man das jetzt aber probiert, spezifisch über eine Digitalsteuer zu machen und warum man das als erstes oder quasi als Vorreiter hier in Österreich probiert, darf definitiv hinterfragt werden.
DanielUnd das Lustige ist, ich gebe dir zu 100% recht bei allen Themen. Ich war heute Morgen am Frühstück mit einer gemeinsamen Freundin von uns und die hat ja eine Zeit in Estland verbracht. Und wir haben ein bisschen über Estland und die Schritte gesprochen, die in Estland vor einigen Jahren gesetzt wurden und wie wichtig im Mut ist, wenn man nicht vorne mit dabei ist, um einen großen Schritt nach vorne zu tun. Und Estland hat gezeigt, wie es gehen kann, die haben drei Millionen Einwohner und jeder von uns kennt das. Und wir kennen so viele, die Citizens of Estonia sind digital citizens oder wie auch immer das heißt, das war jetzt das falsche Wording. Und dass Österreich dann natürlich sagt, ja, geil, wir machen auch was Neues, wir bringen eine Digitalsteuer, ist einfach echt ein richtiger Griff ins Klo. Ich glaube, es ist ein populistischer Zugang mit falschem Wording. Das ist schade. Nichtsdestotrotz, um bei diesem Thema noch ein bisschen zu bleiben, es zeigt uns dennoch, um jetzt diesen Zynismus auch ein bisschen wegzulassen, wie essentiell Standort Marketing ist, was ja auch im Regierungsprogramm drinsteht. Und für mich ist, wenn ich jetzt nicht so an Österreich-Liebhaber wäre, ich wüsste tatsächlich, wenn ich jetzt ein Text Startup wäre, das Europa betrachtet, wüsste ich nicht so genau, wofür Österreich explizit steht im Tech-Bereich. Für viele andere Dinge, ja klar. Und ich fasse mir jedes Mal in den Kopf, wenn ich denke, Most Livable City achtmal hintereinander, ein wunderbarer Standort, das Tor zum Osten, aber auch das Tor zum Westen, damit das Herz von Europa, meiner Meinung nach. Und trotzdem schafft man es nicht, eine klare Linie im Standortmarketing zu ziehen. Finde ich schade. Und wenn nicht jetzt, wann dann? Mein Gott, das war jetzt. Dieser Satz wurde ja auch vor einiger Zeit in der Politik verwendet, soll aber nicht so gesehen werden. Wie siehst du das Standortmarketing?
MarkusJa, es gibt sehr viel Verbesserungspotenzial, definitiv.
DanielDas ist immer so freundlich. Das machst du immer so gut. Ich kotze mich aus und sagst, ja gut, da ist viel Verbesserungspotenzial.
MarkusNaja, es gehört auch zu meinem Job dazu, dass man Dinge diplomatisch ausdrückt, ja. Aber man muss ja sagen, es steht ja da einiges im Regierungsprogramm drin, was prinzipiell Potenzial hätte. Aber und da wiederhole ich mich jetzt, es kommt halt auf die Umsetzung an. Und das muss sehr schnell passieren, weil wie du richtig sagst, das ist halt jetzt auch eine Chance mit Großbritannien natürlich. Also da werden sicher viele Unternehmen, die sich prinzipiell in Großbritannien ihren Hauptsitz haben, werden eine EU-Niederlassung irgendwo sich suchen. Und da ist Österreich per se schon mal nicht in der Pole Position, weil halt wir halt schon sehr stark deutschlastig sind und jetzt zum Beispiel die Niederlande mit Amsterdam eine Stadt bieten kann, die deutlich mehr englischsprachig ist, was einfach von Komfort auch für potenzielle Mitarbeiter ein Riesenfaktor ist. Aber gleichzeitig könnte man sich natürlich überlegen, ob man nicht ein paar Gimmicks, ein paar Zucker auch sich da ausdenken kann, die potenziell dafür sorgen, dass doch einige auch Österreich mit der geografischen Lage, die einfach wirklich gut ist, auch irgendwie so die traditionelle Rolle als Brücke zwischen Westen und Osten, da gäbe es schon gute Storylines und ich hoffe, dass da jetzt tatsächlich bald was passiert und wir nicht wieder nur reden.
DanielAuch triviale Dinge. Ich liebe ja auch den Wiener Flughafen. Warum? Weil jedes Mal, wenn ich in Berlin bin und bei Bloody Tegel einsteigen muss, aber man nicht weiß, es ist eine halbe Stunde, eine Stunde, anderthalb Stunden oder kommt man überhaupt raus. Versus in Wien, fast egal, wo man ist. Man ist in einer halben Stunde beim Flughafen, es ist super toll, das ist ganz fein. Man ist wirklich, ich glaube, ich habe es mal gesehen auf einer Statistik, äh, auf einer Grafik. Jede Stadt in Europa lässt sich innerhalb von drei Stunden mit dem Flugzeug erreichen. Es ist ein perfekter Standort. Stetiger Tropfen hüllt den Stein. Deswegen ist es so wichtig, dass wir dort schnell sind. Schnell, mutig, aggressiv, auch mal Neues ausprobieren. Und vor allen Dingen, dass es Chefsache wird. Sonst wird das nichts. Ja, jetzt ist es, eigentlich sind News ja immer was Positives. Ich finde es auch spannend, da passiert viel, auch auf europäischer Ebene. Und da gibt es jetzt einen Ansatz, tatsächlich auch ein bisschen im Cloud-Bereich vorzubrechen gegen Google, gegen Amazon. Was wissen wir davon?
MarkusJa, tatsächlich hat Europa den Plan geäußert, dass man eine Google Cloud, oder eine europäische Cloud, keine Google Cloud, eine europäische Cloud aufsetzen will. Das heißt, man will das, was quasi Amazon sehr stark über die letzten Jahre mit den Webservices aufgebaut hat, wo aber halt auch Microsoft und Google sehr führend sind, dass man quasi die Infrastruktur schafft, um digitale Unternehmen auch auf europäischen Servern, auf europäischen Datenstrukturen aufzubauen, dass man das in irgendeiner Form hier möglich macht. Weil derzeit laufen halt auch fast alle europäischen Startups auf US-Servern. Und da ist der Plan, dass man das als Riesenprojekt aufsetzt. Also dass man halt viele europäische Länder sich zusammentun und hier jetzt quasi ein Monster erschaffen. Wo ich eher wieder skeptisch bin, ob das realistisch ist. Weil am Ende sind halt AWS, also Amazon Web Services etc., sind halt einfach von der Usability und von wie auch Pricing etc. Das ist einfach ein sehr starkes Angebot. Und es wird sehr schwierig sein, hier einen Giganten zu schaffen auf europäischer Ebene, der da mithalten kann. Ich glaube, da gibt es vielleicht sogar eher die Gefahr, dass dadurch, weil es dann eben so einen Giganten gibt, der sicher sehr viel Kapitalaufmerksamkeit und in irgendeiner Form auch Talent potenziell abzieht, dass dadurch vielleicht auch die Innovation in diesem Bereich, die eine Chance sein könnte für europäische Unternehmen, dass die dadurch leidet.
DanielWas mich da immer so ein bisschen stört an dem Thema, ist, ich bin ja riesig, Ein großer Motorsport-Fan. Und im Motorsport ist es so, man sagt, wenn man Autos entwickelt, Rennautos, dass man die Rennautos zuerst schnell macht und dann verlässlich. Wenn man es verlässlich macht, kriegt man es nicht so schnell schnell. Und man hat sowieso keine Chance zu gewinnen. Es dauert zu lange. Und ich habe halt das Gefühl, manchmal auch zu Recht, weil wir so viele Richtlinien haben, dass man in Europa den Zugang hat, eben zuerst das verlässliche Auto zu bauen und dann Geschwindigkeit aufzubauen. Ich glaube, das ist der falsche Zugang im Tech-Bereich. Ich glaube, man muss zuerst schnell bauen und dann Verlässlichkeit. Damit meine ich nicht, dass man Daten verliert und einen Schrott baut. Aber ja, perfection is a moving target, wie ich das Zitat so gerne rezitiere. Ja, man darf gespannt sein. Ansatz gut, Ausführung.
MarkusJa, das ist schon, was wir sehr stark auf der europäischen Ebene sehen, ist, dass man sich extrem vor den großen amerikanischen Te-Konzernen fürchtet und die auch natürlich in irgendeiner Form sehr kritisch sieht. Aber die Handlungen, die gesetzt werden, um in irgendeiner Form die auch zu bremsen in Europa und die auch in irgendeiner Form zu besteuern, dass die nicht sehr zielführend sind. Also ich glaube, das Wichtigste wäre, ist es einfach, dass man schafft, dass mehr europäische Innovation passiert. Und das tut man weder, indem man spezifische Digitalsteuern hier einführt als Alleingang, noch dass man probiert, hier auf groß struktureller, institutioneller Ebene Dinge zu kopieren. Weil das ist immer zu spät.
DanielEin gewisser Steve hat mal gesagt, move fast and break things. Und ich habe das Gefühl, dieser Steve wusste, wovon er gesprochen hat. Und ich habe das Gefühl, dass dieser Zugang bei solchen Projekten einfach nicht funktioniert. Und das ist, glaube ich, genau das große Problem. Ist nicht erreichbar. Und dadurch wird ein Monster, wie du es genannt hast, geschaffen, das nicht wettbewerbsfähig auf einen Markt kommt und nicht agil genug reagieren kann. Trotzdem hoffen wir für das Beste, oder?
MarkusWir hoffen unbedingt für das Beste. Und ich glaube, dass da müssen wir halt auch wirklich ein Umdenken bewegen, weil derzeit schadet das in erster Linie den europäischen Unternehmen. Also besonders bei der Digitalsteuer sehen wir, dass Google die einfach eins zu eins an ihre Werbekunden weitergibt. Man kann einen Monopolisten nicht besteuern, ohne dass dadurch auch andere Schaden nehmen. Und das muss man lernen, dass die meiste Regulierungen in diesem Bereich, die in Richtung Tech-Konzerne gedacht ist, am Ende eher europäische Startups trifft.
DanielUnd ich gebe dir an der Stelle zu 100% recht, man muss es lernen. Und ich bin persönlich 100%ig der Überzeugung, dass diese ganze Disruption, die digitale Tsunami, wie es Leute dramatisch nennen, finde ich absolut bescheuert, solche reißerischen Begriffe im Übrigen. Dass die aber keine technologische Veränderung sind, sondern in erster Linie kulturell. Und solange man nicht lernt, umzudenken und akzeptiert, dass Sachen nicht mehr so funktionieren werden, kulturell, damit meine ich auch von Sicherheitsdenken her. Solange man das nicht erlaubt, passiert auch nichts schnell genug. In dem Sinne, wir müssen den Mut haben, Sachen anders zu machen, schneller zu machen und vor allen Dingen richtig anders. Und anders ist auch gut so. Und daran glauben wir ganz fest. Und deswegen tun wir eigentlich auch das, was wir tun. Also man darf jetzt nicht denken, dass wir sagen, nee, nee, nee, alles viel zu schwierig, lassen wir. Sondern du hast mal vor zwei, drei Podcasts gesagt, man muss den optimalen Intelligenzgrad haben. Und ich habe dich gefragt, was das ist. Und du meint, es ist klug genug sein, Ideen zu haben und dumm genug sein, sie umzusetzen. So lose hast du es gesagt. Und in dem Sinne, das sind wir. Das sind, glaube ich, auch die meisten von denen, die uns zuhören und uns so viel Feedback geben. Und an der Stelle sind wir, glaube ich, alle so, dass wir sagen, okay, wir können das, wir wollen das und wir freuen uns, das, glaube ich, Schulter an Schulter mit unseren ganzen europäischen Kollegen und Kolleginnen zu tun. Wir machen das. Man muss uns nur lassen. Oder?
MarkusJa, nein, du hast ja vollkommen recht. Man muss der Innovation freienlaufen, lassen.
Deep Dive: Das dominante Interface der Zukunft
DanielRichtig, und erst das Auto schnell machen und dann können wir es auch verlässlich machen. Und danach kann man darüber nachdenken, wie man die Innovation, die man gefunden hat vom Rennauto, in die Serie bringt. Und das, glaube ich, ist ein schönes Bild. In dem Sinne würde ich sagen, wir beenden den News-Teil, der jetzt sehr europäisch geworden ist, sehr lang geworden ist und doch recht detailliert. Aber so oft passiert ein Brexit nun auch nicht. Den Maxit haben wir außen vor gelassen, aber auch das ist nicht ganz unser Thema. Und ich würde sagen, wir kommen jetzt zu unserem Deep Dive. So, und wir kommen nun zu unserem Deep Dive der Woche. Und letzte Woche haben wir euch gefragt, was ist denn The New Dominant Interface? Was wird das neue Interface sein, das dominieren wird? Wie Arno dazu mal Desktop und dann Mobile, was ja gerade wirklich dominant ist. Und also erstmal, was ich sehr, sehr, sehr spannend fand und dort Riesendank ist, wie viele von euch uns dort wirklich Feedback senden. Ob es über Instagram ist oder Facebook oder Brieftauben. Das ist schon richtig gut. Und ja, ich meine, erstmal, was ich spannend finde, ist zusammenfassend, alle oder es ist nicht so, dass alle einer Meinung sind bei dem Thema. Wo wollen wir anfangen? Ich drehe mal vielleicht um. Was sehr viele Leute genannt haben, ist Voice. Viele sagen, dass Voice das nächste dominierende Interface ist. Und viele sagen nicht.
MarkusIch meine, was für Voice definitiv spricht, ist halt, dass es tatsächlich schon da ist. Also da ist einfach schon eine gewisse Breitenwirkung da. Und andererseits spricht halt dafür, dass jetzt bald mal was passieren muss, dass wenn man sich die letzten Interfaces anschaut, also wo alles mit den riesen Computern den Mainframes begonnen hat, dann über die Desktop-PCs gegangen ist, dann mit dem ganzen Internet, das Web als neues Thema, dann die Smartphones und das war eigentlich immer so in 15 Jahren Schritten. Und wir kommen jetzt gerade wieder. Also das erste iPhone ist, glaube ich, 2007 auf den Markt gekommen. Das heißt, es müsste jetzt eigentlich, jetzt kriegen alle schon wieder kribbelige Finger, weil sie sich denken, okay, jetzt gibt es gleich wieder viele, viele Chancen, weil was Neues kommt. Und ja, Voice ist natürlich mit Amazon Alexa etc. schon jetzt ein paar Jahre unterwegs und es wird halt immer besser und es haben jetzt auch immer mehr Leute. Also wenn man sich anschaut, die AirPods von Apple, die ja ein sehr zentraler Infrastrukturteil im Voice-Ekosystem geworden sind, die haben 2019 schon 7 Milliarden Umsatz gemacht. Das ist zum Beispiel mehr als Spotify. Gleichzeitig muss man halt auch sagen, wir als Podcast sind ja irgendwie auch auf dieser Voice-Welle unterwegs und man sieht hier ein sehr, sehr starkes Wachstum. Gleichzeitig wäre jetzt aber zum Beispiel mein Gedanke dazu, dass man Voice eigentlich eher schon als Nische verwendet. Also ich kann mir nicht vorstellen, dass man für alle Interaktionen mit dem Computer in Zukunft die Stimme verwenden wird, weil es halt schon ein teilweise auch ein sehr umständliches Medium ist. Es ist einfach manchmal einfacher, einfach auf einen Knopf zu drücken.
DanielIch finde nicht nur umständlich, sondern auch manchmal schlichtweg unangenehm. Also ja, ich finde Voice sozusagen als zusätzliches Element sehr, sehr, sehr toll, ob es nun im Auto ist oder wenn ich alleine bin. Ich finde aber Voice ist, und da hatte ich so einen Moment vor, ich müsste lügen anders halb oder zweieinhalb Jahren, ich bin mir nicht ganz sicher. Und es war eine Geburtstagsfeier von meiner Frau. Und wir hatten dort gerade Alexa recht neu und dann waren natürlich viele, viele, viele Freunde von ihr da und auch ein paar von mir. Und das Letzte, was ich tun will, das Letzte, was ich tun will, ist vor 20, 30 ihrer Freunde mich mit in unser Wohnzimmer stellen und sagen, Alexa? Lauter. Es gibt nichts, was unangenehmer und peinlicher wäre, als sich genau wie so ein Depp dorthin zu stellen und sagen, here, look at me, I'm amazing. Lass mich dir das zeigen. Und wie du recht hast, ist es viel schöner, dort einfach nur auf den Knopf zu drücken. Und ich finde auch, die Voice-Geschichten sind für sehr einfache Commands richtig fein. Nebenbei lauter, leiser, wetter, bla bla bla. Aber je komplexer es wird, desto schwieriger ist es. Und ich sehe es auch sehr ähnlich mit vielen anderen Themen. Ich glaube, Voice ist aber ausbaufähig, was ich aber sehr, sehr spannend finde, ist, dass natürlich, und das ist das Thema, was ich für sich so nebenbei gelesen habe, dass natürlich Amazon Desktop und Mobile ziemlich verpasst hat, aber über Voice richtig Gas geben und stark dabei sind.
MarkusJa, ist der Zugang. Absolut, das hätte ich auch so gesehen, dass der Amazon schon sehr früh auf dieses Pferd gesetzt hat und natürlich mit Alexa auch ein Ökosystem aufgebaut hat, also eine Plattform, wo man auch diese Alexa Skills aufbauen kann, also wo quasi auch für die Developer-Seite, also für die Programmiererseite Möglichkeiten geschaffen wurden, Innovationen zu bauen. Und das ist immer ein sehr essentieller Bestandteil. Und es ist definitiv auch interessant zu sehen, wie früh Amazon da, glaube ich, auch bewusst gesagt hat, okay, Mobile, also jetzt Smartphone-Bereich, da wird es sehr schwierig, dass wir nachher in irgendeiner Form mitspielen. Ich glaube, irgendwann gab es schon Gedanken oder vielleicht auch mal ein paar Prototypen zum Thema Amazon-Handy. Aber so richtig abgehoben ist das nie. Und sie haben dann sehr früh quasi gesagt, okay, wir probieren, beim nächsten Paradigmenwechsel ganz vorne dabei zu sein. Und da haben sie halt die Sprache, die Stimme als essentiellen Bestandteil gesehen, wozu man halt auch sagen muss, das ist sehr stark zusammenhängend auch mit Schrift als Interface. Also es muss nicht immer nur gesprochene Sprache sein, sondern die Technologie dahinter ist sehr ähnlich, wenn es um einen Textimput geht. Also das, was halt Chatbots sind, das, was in vielerlei Hinsicht auch einfach Kommunikation per Sprache gesprochen ist.
DanielWas ich interessant finde, ist, also du hast jetzt eine Reihe von Dingen gesagt, die, die ich mal aufgreifen möchte und ein bisschen auch zerlegen. Wenn wir uns die Mobile-Revolution ansehen, dann war die ja eigentlich, ja, es gab da eigentlich zwei dominierende Betriebssysteme, Android und Apple. Und das Spannende ist, warum eigentlich Apple so dominant geworden ist, meines Erachtens. Es ist Nummer eins, super convenient. iPhones, die gleich einen Vertrag hatten, mobile ready waren, man musste die Kreditkarte hinterlegen. Das heißt, man war eigentlich schon fertig, gleich etwas zu konsumieren und zu nutzen. Aber eben auch der App Store, der dann für Third Partys geöffnet wurde. Das ist, glaube ich, ganz, ganz, ganz wichtig, dass es quasi nicht nur von einer Firma, von einem Unternehmen vorangetrieben wird, sondern es anderen als Plattform dient, also eine Art Plattformstrategie. Und das probiert Amazon, was ich gut finde. Das heißt, das spricht für mich für Voice. Gegen Voice spricht für mich allerdings auch dieses Intrusive, das Unangenehme und auch das nicht so ganz in die Tiefe gehende. Und was ich auch sehr interessant finde bei Voice, und das muss man auch hervorheben, Voice hört natürlich auch zu. Und das heißt natürlich, man lässt da natürlich die Tech-Giganten nochmal ein Stückchen näher ran.
MarkusDie Datenschutzmannfrage ist definitiv berechtigt, ja.
DanielRichtig, und das ist eben das Lustige, wenn man denkt, okay, bei Desktop, ja gut, bei Desktop ist es immer so, das sage ich immer meinen Studenten so, technisch gesehen, es gab ja früher diesen typischen Familien-PC. Da stand dann irgendwo rum und da durfte jeder ran. Und es war sehr schwer nachzuvollziehen, ist das jetzt nur gerade der Vater, die Mutter, das Kind, die dort in irgendeiner Form Informationen auf sich konsumieren. Dann kam das Mobile und natürlich keiner teilt das Handy. Ich meine, das ist ganz klar, wenn du morgens aus dem Haus gehst und dein Handy vergisst, da wird dann, wirst du niemals jemanden fragen und sagen, hey, kann ich mal 20 Minuten dein Handy haben? Not gonna happen. Das heißt, wir können das schon sehr klar zuordnen. Dass jemand aber die ganze Zeit auch noch zuhört, das ist schon super eigen. Man muss es schauen. Also ich würde Voice sagen, Voice ist komplimentierend. Ich glaube, Voice ist nicht das nächste große, dominante Interface. Was glaubst du? Das Spannende ist, es wurde noch was genannt. Das ist das Thema VR und AR, also Virtual Reality, Augmented Reality. Auch da ist für mich, ja klar, da gibt es tausend verschiedene Varianten. Was ist es, was ist es nicht? Dort wurden ein paar coole Sachen genannt. Erstmal so diese typischen, um es gleich mal zu erwähnen, natürlich die Google Classes meinen wir damit nicht. Das ist ja einfach nur ein Entwicklungsträger, wenn man so möchte, der, glaube ich, da war, um gewisse Sachen zu validieren. Es gibt dann sehr spannende Ansätze, wie zum Beispiel Kontaktlinsen, die dort kommen, finde ich sehr, sehr, sehr aufregend. Sehr aufregend, weil dass ich mir für Informationen nicht mehr einen Mobile vor meine Augen halte muss, finde ich cool. Es ist natürlich schon sehr eigen. Es ist nochmal ein Stückchen näher ran, wenn man so möchte. Noch näher ran als Zuhören. Auch da gibt es, glaube ich, Anwendungen, die gut sind und schlecht sind. Ich glaube, die sind zum Konsumieren sehr, sehr gut. Wirklich als ich konsumiere Information Information, damit meine ich, ich etwas baue. Ich kann mir noch nicht die direkte Interaktion vorstellen, als wirklich dominant. Im Übrigen, wenn man dort Hunde gebellt wird, das ist mein Vierbeiner, der gerade auf sehr altmodische Art und Weise mit dem anderen Hund kommuniziert. Ich glaube, er grüßt uns auch. Ja, ja.
MarkusBei AR finde ich sehr spannend, dass ja, wenn wir sagen, okay, VoiceThat sich sehr stark Amazon auch draufgesetzt, sehr früh. Bei Augmented Reality, beziehungsweise Virtual Reality, vielleicht im ersten Schritt, hat Facebook diesen Schritt gemacht. Also auch da, Facebook hat ja auch mal probiert, so ein bisschen auf Basis von Android ein Betriebssystem zu bauen für Handys und das hat überhaupt nicht funktioniert. Und auch die haben dann relativ früh probiert, in eine Zukunftstechnologie zu investieren. In dem Fall haben sie Oculus gekauft, also einen führenden Entwickler von Virtual Reality Brillen. Und ich glaube, die sehen das auch so ein bisschen als Schritt in die Richtung. Mal ist ja oft so, dass Innovationen als erstes als Spielzeug in irgendeiner Form rauskommen.
DanielWir wollen natürlich immer transparent sein und an dieser Stelle könnten wir natürlich einen ganz wunderbaren Schnitt machen, den fast keiner bemerkt. Aber wir mussten an dieser Stelle eben ganz kurz eine Pause machen, weil mein Hund eine ganz wichtige Direct-Message hatte, die er mir direkt mitteilen musste.
MarkusAber das ist halt einfach so. Wir haben eigentlich gar nicht gesagt, dass das heute ein bisschen speziell ist, weil ich eigentlich gar nicht in Wien bin. Ich bin im Pinzgau snowboarden und gerade eingeschneit. Und ja, Danny ist zu Hause bei seinem Hund, oder?
DanielRichtig, also ich sitze in meinem Büro und der Vierbeiner ist dann, wenn ich in Wien bin, immer im Büro dabei, was super gut ist. Und ja, wunderbar, aber wenn dann doch irgendwas ist, dann hat er auch eine klare Meinung und das ist auch gut so. Man muss aber auch an der Stelle immer sagen, vielleicht auch, was heißt das auch? Unsere Podcasts sind eigentlich so, dass wir da jetzt nicht wie die Weltmeister zusammenschneiden, sondern es sind Gespräche, die wir miteinander führen, ohne großartige Unterbrechung. Und da kann sowas dann einfach mal vorkommen. Aber das ist ja auch gut, wenn du da draußen das einfach so auch mitbekommst. So ist es. Ja, wir sprachen jetzt gerade so ein bisschen über The New Dominant Interface und sprachen auch so ein bisschen darüber, wie die großen Tech Overlords dort auch schon sich positionieren. Amazon is Voice, AR VR ist Facebook, Gebell ist mein Hund. Und aber das Spannende an der Diskussion fand ich aber auch, dass dann noch jemand oder einige gesagt haben, es gibt aber noch einen Schritt weiter. Und das ist Mind oder Brain. Und das finde ich dann nochmal eine Ebene krasser. Nochmal, nochmal näher dran. Nicht am Ohr, nicht im Auge, sondern direkt im Hirn. Convenient, wahrscheinlich unfassbar, spooky. Holy shit.
MarkusWas ist dein Zugang? Ja, ziemlich ähnlich. Also unlimited Potenzial, also unglaublich, was man damit machen kann. Auch, ich meine, da kann man Augmented Brain eigentlich daraus machen, dass man eigentlich Zugang auf das gesamte Wissen hat mit einem Gedanken. Das ist halt, da schmelzen dann schon Technologie und der menschliche Körper zusammen. Also da gibt es sehr viel Potenzial. Da muss man sich aber natürlich auch definitiv die Frage stellen, will man das und wie sehr kann das auch missbraucht werden. Also da gibt es viele Themen, die sich in den nächsten Jahrzehnten entwickeln werden. Ich glaube, wir sind derzeit noch nicht so nah dran. Also das ist jetzt nichts, was direkt bevorsteht. Aber Step-by-Step hat man schon gesehen, dass es da immer mehr auch Schritte gibt in Richtung Cyborgs.
DanielAber wenn ich da mal einhaken darf, was ich so spannend finde, ist natürlich, wenn wir natürlich Brain und direkt im Hirn und so, das finden wir irgendwie all die Matrix gesehen haben, finden das cool. Das ist natürlich die coole Variante. Stöpsel rein und ich habe gerade mal eben in einer Millisekunde etwas gelernt. Wenn man es aber in die andere Richtung sieht, dann ist das richtig spooky. Und wenn wir unseren initialen News-Teil ein bisschen überlegen, dann ist das manchmal auch ganz gut, dass es dort vielleicht auch Richtlinien regeln und ethische Beiräte und weiß der Geier was gibt, die sagen, was darf man, was darf man nicht. Zeitgleich, wenn natürlich dort Anwendungen in einem Umfeld geschaffen werden, wo alles erlaubt ist. Denken wir vielleicht in den chinesischen Markt, dann könnte das schon richtig spooky werden. Wenn man noch einen Schritt weiter denkt, dann ist natürlich die Frage, ist man dann competitive oder nicht? Wie setzt man sich gegen Leute durch, die Augmented Brains haben versus non-augmented Brains, sondern sind wir ganz schnell auf einer ganz, ganz, ganz schrägen Linie. Und ich bin ja immer der Meinung, Text sollte assistieren, aber nicht dominieren. Und für mich ist natürlich immer so dieses Bindeglied zwischen Convenience und Distanz. Und natürlich, je näher etwas dran ist, desto more convenient is es. Voice, ja, ich habe eine Alexa. Ja, manchmal finde ich es ein bisschen spooky. Augmented Reality, ja, so eine gewisse Anwendung finde ich es ganz cool. Brain, boah.
MarkusWas ich schon cool finde, ist so Gedankenkontrolle. Also dass du jetzt halt sagst, okay, um das Licht abzudrehen, denkst du einfach, bitte dreh das Licht ab und das passiert. Es hat schon auch eine wirklich coole Seite, oder? Nennt man das Telekinese oder so?
DanielAlso ich glaube, das ist. Absolut. Ich meine, da gibt es ja natürlich viel, da hat ja auch die CIA schon, glaube ich, in den 60er Jahren ganz viel geforscht mit dem MK Ultra und weiß der Geier was. Es ist faszinierend, wenn es richtig verwendet wird. Wenn es falsch verwendet wird, ist es merkwürdig. Und die Test Cases dort finde ich auch ein bisschen spooky. Dennoch ist aber auch viel Opportunity dabei, weil es natürlich wiederum, und da dürfen wir nicht so, vielleicht nicht so eindimensional denken, wie ich das gerade tue, für Personen, die zum Beispiel körperliche Einschränkungen haben, ist das Patient eine unfassbare Möglichkeit, dort wieder mehr Bewegung zu bringen, mehr Möglichkeiten zu bringen. Also es ist ganz, ganz, ganz, ganz, ganz beeindruckend. Nur wenn es darum geht, tatsächlich über Gedankenkontrolle, Meinkontrolle, sollte man sich sehr genau bewusst sein, was man darf, was man nicht darf, wie weit man gehen möchte und kann. Weil sehr viel näher geht es nicht. Es ist aber richtig aufregend. Ich glaube immer so ein paar Strömungen, die wir jetzt so gesehen haben, aufgegriffen. Ich glaube aber, subsumarisch könnte man sagen, eigentlich gibt es eine Menge Möglichkeiten, aber es gibt kein klares keine klare Richtung, auf die man zeigen kann, sondern eher noch immer auf Anwendungen. Ja, es gibt das, wenn es gibt das wenn, es gibt das wenn. And that's it.
MarkusAbsolutely. In einer Nische derzeit eher agiert und meines Erachtens auch in Zukunft agieren wird. Natürlich, wenn man sich jetzt Augmented Reality anschaut, da gibt es auch viel Potenzial. Aber du hast schon richtig gesagt, das ist zumindest am Anfang sicher noch sehr stark getrieben vom Konsum von Medien oder vom Konsumieren per se, und weniger vom eigenen Input. Natürlich kann man durch Augenbewegungen auch Dinge steuern. Aber trotzdem sind wir davon auch, glaube ich, noch etwas in Weite, auch etwas entfernt, auch im Hinblick auf wie das Ganze getragen wird. Also die Kontaktlinsen sind sicher ein spannender Case, besonders weil auch ein österreichisches Startup technologisch, wie wir letzte Woche besprochen haben, sehr weit vorne dabei ist. Aber so richtig klar abbilden, wohin die Reise geht. Ich glaube, ja, Endgame wird wahrscheinlich das Thema Mind Control sein. Aber da sind noch viele, viele offene Fragen und auch technologisch noch sehr viel Raum, den man füllen muss.
Rockstar der Woche: Fredrik Debong
DanielUnd ich glaube, auch da ist in die Frage, wer schafft das perfekte Environment, das perfekte Umfeld, um anderen die Möglichkeit zu geben, sich dort zu profilieren, zu forschen und wirklich auch Themenführerschaft zu haben. Es ist wahrscheinlich dann wieder am Ende des Tages auch ein bisschen eine Ökosystemfrage. Aber man darf gespannt sein. Das heißt, Endergebnis ist, wir wissen es nicht, was ja auch eine Antwort sein kann. Umso mehr sind wir gespannt. Und sollten wir irgendwas völlig ausgelassen haben, immer her damit. Wir freuen uns sehr. Dann würde ich sagen, dass wir eigentlich unseren Deep Dive an dieser Stelle eigentlich auch schon fast wieder beenden können und zu unserem nächsten Themengebiet kommen. Nach dem Deep Dive kommen wir nun zu unserem nächsten Themenpunkt der Woche und das ist der Rockstar der Woche. Da haben wir uns für jemanden entschieden, der diesmal ein bisschen näher dran ist als Clayton Christensen letzte Woche. Um nichts weniger beeindruckend, aber vielleicht jemanden, dem wir auch schon von den ersten zarten Gitarrenriffs, wenn man es so nennen darf, an beobachtet haben. Wer ist es denn?
MarkusJa, wir haben diese Woche den Frederik Devon als Rockstar der Woche uns ausgesucht, der einer der Gründer war von MySugar, also einem der bekanntesten frühen österreichischen Startups, die dann das Unternehmen verkauft haben, an einem großen Schweizer Pharmakonzern, aber immer noch weiter bestehen im Rahmen der neuen Inhaberschaft. Und der Frederik hat jetzt scheinbar schon länger, aber im Verborgenen an einem neuen Startup gearbeitet. Und das finde zumindest ich eigentlich sehr cool, weil wir wissen als Erfahrung, dass Startups oder dass Menschen, die bereits davor Startups gegründet haben und auch über verschiedene Phasen des Startup-Lebenszyklus begleitet haben, dass die natürlich unglaublich wertvoll sind auch für ein Ökosystem, weil sie ihre Erfahrungen da auch wieder einbringen. Und das ist natürlich am direktesten der Fall, wenn die auch selbst einfach wieder gründen. Und das, glaube ich, ist etwas, was man definitiv vor den Vorhang holen sollte.
DanielIch finde, als du, als du Frederik quasi nominiert hast in unserer kleinen internen Diskussion, ja, ich war gleich Feuer und Flamme, weil Frederik ist nicht nur jemand, der My Sugar gemacht hat, sondern lange bevor ich im Startup-Umfeld war und du auch schon im Startup-Bereich aktiv war, der war jemand, der auch in den ganz frühen Start Europe, das ist der Vorgängerorganisation von Pioneers, auch schon herumgemacht und herumgetan hat. Immer ein großartiger Typ war, ein großartiger Mensch, der, glaube ich, sich immer wieder selber übertroffen hat, beeindruckend ist als unternehmerischer Persönlichkeit, beeindruckend auch, wie sie mit dem Exit umgegangen sind damals an Roche, dass sie einen Teil der Summe auch an ihre eigenen Mitarbeiter ausgespielt haben. Und ich finde es wahnsinnig spannend, dass jemand wie er sagt, der so viel erreicht hat, ja, ich habe Bock drauf, ich will es nochmal so richtig wissen und dann aber so ruhig und leise agiert und erst bei der großen Erfolgsmeldung, sprich dem großen Invest, eine mittlere siebenstellige Summe, was ja auch schon sehr beeindruckend ist, sagt ja, beeindruckend, also richtig starke Startup, richtig starkes Setting. Find mal gut.
MarkusHigh Dot Health heißt das Startup und soll ein bisschen die Brücke zwischen Injure-Tech und Health Tech bauen. Also irgendwie auch die Kommunikation von Ärzten und Versicherungen verbessern und vereinfachen. Also definitiv auch ein spannendes Feld.
DanielUnd mehr als 40 Versicherungen sind schon on Bord und das finde ich ja so spannend, dass die jetzt nicht sagen, auch irgendwann werden wir mal was machen, was vielleicht cool ist, sondern 40 Versicherungen an Bord, serial Entrepreneur at the helm, fettes Investment und dann sprechen sie. Und auf Englisch sagt man manchmal, put your money where your mouth is. Fühlt mal gut. Füßt mal gut, dass da jemand rauskommt und schon macht und nicht nur Mind zu machen. Ein verdiente Rockstar. Ein verdienter Rockstar, deswegen ist Frederic De Bon bei unserem achten Podcast unser zweiter Rockstar der Woche. Und ja, man darf gespannt sein, wer nächste Woche das Rennen macht. Auch da freuen wir uns über Nominierungen. Ist immer neugierig. Selbstverständlich, die finale Auswahl obliegt uns beiden. Das ist halt einfach so. Und sollten wir mal daneben greifen, freuen wir uns auch über Feedback, warum das völlig falsch war. Tatsächlich aber, glaube ich, sowohl bei Clayton Christensen letzte Woche als auch Frederik Debon diese Woche. Wird es, glaube ich, wenig geben, die uns dort widersprechen werden, dass das eine sehr verdiente Rolle ist. Rollen. Titel, jetzt haben wir es. Gut.
MarkusIch finde das gut, wenn es eine Rolle ist. Das klingt proaktiver. Das heißt, wir haben auch einen Anreiz, Leute zu wählen, die was tun, die was umsetzen, machen.
Moonshot: The United Tech of Europe
DanielWeißt du was? Weißt du was? Wir hätten es so richtig im Leben geschafft, lieber Markus, wenn jemand wie Frederik sich auf LinkedIn schreibt, dass er in dieser Kalenderwoche Rockstarterwoche bei uns am Podcast ist. Das wäre geil. Richtig, vom 6. Februar bis, jetzt muss ich nach vorne schauen, wann wäre das, vom 6. Februar bis zum 12. ist er Rockstarter Woche bei den Morning Mood Shots. Das ist ja auch eine Ansage. In ein paar Jahren schaffen wir es. In dem Sinne. Think big. Und was auch eine schöne Überleitung ist, zu unserem nächsten Themenpunkt. Und wir kommen nun zu unserer nächsten, mittlerweile auch heiß geliebten Rubrik und das ist der Moonshot. Ja, ich glaube, wer sich diesen Podcast angehört hat heute und nicht einmal unbedingt zwischen den Zeilen liest, sondern es war schon sehr in your face, dann ist mein Moonshot der, dass wir diesen doch sehr schwierigen europäischen Moment des Brexit nutzen, um gemeinsam Schulter an Schulter zu verstehen, wie wir Europa wirklich nach vorne bringen können. Wir sehen, es gibt verschiedene Initiativen, die da gerade passieren, die parallel passieren. Markus, du hast natürlich gesagt, es gibt United Tech for Europe. Ich selber involviere mich in die Fightback-Community. Gemeinsam reden wir über viele, viele, viele Themen und dass wir wirklich sagen, es ist jetzt keine technologische Veränderung per se, sondern eine kulturelle Veränderung, die stattfinden muss, damit wir in Europa das, woran wir glauben, die Werte, für die wir uns einsetzen und auch den Sozialstaat, den wir doch so stark leben, auch weiterhin wettbewerbsfähig haben können, großartige Unternehmen bauen, die großartige Ökosysteme befüttern und allen auch zeigen, warum Europa nicht nur eine schöne Vision ist, sondern eine gelebte Realität. Das muss passieren, das kann aber nur passieren, wenn man Ökosysteme schafft, in denen auch große Mondschutz möglich sind. Und dass man auch versteht, wenn man Regularien und Richtlinien schafft, dass sie uns nicht in der Geschwindigkeit beschränken, die wir brauchen, um ganz vorne mitspielen zu dürfen. Und das ist mein ganz großer Wunsch, dass wir mitgestalten können, mitgestalten können mit denen, die auch diese, ja auch im guten Sinne, diese Regeln und Regularien schaffen und dass wir ein ganz starkes europäisches Ökosystem bauen mit großartigen Unternehmungen, die Facebook, Amazon und Google in nichts nachstehen. Und das würde mir wahnsinnig gut gefallen.
MarkusEin guter Moonshot.
Prediction: Paradigmenwechsel in den 20ern?
DanielIch hoffe.
MarkusOkay, und dann werde ich kurz mit einer Prediction nachlegen, nachdem wir heute so viel über die Interfaces der Zukunft gesprochen haben und welches das nächste dominierende Interface ist, lehne ich mich mal aus ein bisschen zum Fenster und sage, dass wir vielleicht gar kein neues dominierendes Interface in den nächsten zehn Jahren bekommen. Ich glaube, dass Voice und Augumented Reality und sicher auch bis zu einem gewissen Grad Gesten wichtige Bestandteile werden und definitiv auch große Chancen für Startups bereithalten und generell sich da viel tun wird, aber es nicht unbedingt Voice-First oder AR-First wird. Ich glaube, dass tatsächlich, so sehr es auch mittlerweile eigentlich Fahrt ist und eigentlich, wenn man sich die Mobiltelefone anschaut, die Smartphones, da tut sich ja nicht mehr sehr viel, da werden die Kameras besser und die Sensoren ein bisschen besser und der Akku hält vielleicht ein bisschen länger. Aber obwohl sich da wenig tut, glaube ich, dass wir auch noch in fünf bis zehn Jahren das Handy als sehr stark als das erste Interface sehen werden. Ich glaube, dass auf Basis dessen dann halt Voice angedockt ist und vielleicht eben AR-Kontaktlinsen angedockt sind und vielleicht auch schon erste leichte Tendenzen in Richtung Mind Control. Aber ich glaube, dass das Handy immer noch der Hub sein wird und dass es da eigentlich keinen Paradigmenwechsel geben wird, wie sich das viele Leute jetzt auch vorstellen und wünschen und dass der erst dann an einem weiteren Schritt etwas später in der Zukunft über eine stärkere Verknüpfung von menschlichen Körper und Technologie passieren wird.
DanielGefühlt kann ich dir da wirklich zustimmen. Es sehe ich sehr ähnlich. Man darf sehr gespannt sein. Das Schöne ist natürlich auch immer, wenn man in die Glaskugel schaut, meistens irrt man sich habenlos. Man muss aber, ich glaube, auch mutig genug sein, auch Gedanken zu äußern, weil man damit natürlich auch irgendwo eine Flagge setzt und sagt, hier, daran glaube ich, was denkst du? Und dann auch wieder einen neuen Diskurs startet und eine neue Diskussion startet. Man darf gespannt sein. In dem Sinne, wenn du bis hier hinzuhörst, dann bitten wir dich, gib uns Likes, abonnier uns, rede, gib uns Feedback und wir freuen uns sehr, mit dir gemeinsam zu lernen. In dem Sinne wünschen wir dir noch einen wunderschönen Tag. Mein Hund verabschiedet sich auch von euch. Alles Gute. Und wir hören uns nächste Woche mit Podcast Nummer 9.
MarkusIch freue mich.