Future Weekly

#6 - Künstliches Fleisch, Greenwashing, Digital Volkswagen, Mitarbeiterbeteiligung, 5G

Daniel Cronin & Markus Raunig von Austrian Startups Episode 6

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Markus Raunig und Daniel Cronin diskutieren diese Woche:

  1. Das Potenzial von synthetischem Fleisch, 
  2. Die Gefahr von Greenwashing, 
  3. Volkswagen als Digitalkonzern, 
  4. die Macht der Mitarbeiterbeteiligung, 
  5. den Hype um 5G, 
  6. Anyline und Tractive auf Wachstumskurs, 
  7. Tech Teams & No-Code als Chance 

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Further Readings: 

Production: Hanna Moser

Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com

Synthetisches Fleisch

Daniel

Einen wunderschönen guten Morgen, guten Mittag oder guten Abend und herzlich willkommen zu den Morning Moonshots, dem Starter Podcast. Ich bin Daniel, ich bin Markus und ich hoffe, du weißt, wer du bist. Das klang jetzt blöd, oder? Fair. Oh, ich finde auch. Okay, großartig. Damit meinte ich natürlich den Hörer, weil wir müssen uns ja natürlich auch denen vorstellen und sie uns. Lustig, jetzt reden wir gerade und wir haben natürlich unseren Plan gemacht. Ich bin aber auch der Meinung, dass man immer irgendwie iterieren muss und Sachen verändern. Und während wir reden, ich schaue gerade auf unser oder auf meinen Notebook, unser Notebook, als hätten wir so ein Podcast-Notebook, und da kommt so ein Update, dass es was Neues von Memphis Meats gibt. Das finde ich gerade sehr, sehr, sehr spannend. Ich muss mal ganz kurz fragen, wie siehst denn du das Thema? Fleischalternativen, wie schätzt du diesen Markt ein? Findest du das spannend? Was ist dein Zugang dazu?

Markus

Ich finde das schon sehr spannend. Ich bin ein großer Fleischliebhaber. Und denke mir aber natürlich schon auch. Was hat das für einen Impact auf unsere Umwelt und generell, wie schaut es mit der Nachhaltigkeit davon auch aus? Und bin auch sehr kritisch, was jetzt die industrielle Nutztierhaltung angeht. Insofern sehe ich da schon sehr viel Potenzial auch. Also wenn man mir ein Filet-Steak servieren könnte, was wirklich ähnlich gut schmeckt, zumindest. Es muss ja nicht genauso schmecken, aber es muss halt wirklich gut schmecken, dann würde ich das sofort kaufen.

Daniel

Ich finde das hochgradig spannend. Also sie haben jetzt gerade eben in dieser Sekunde, das E-Mail ist zwei Minuten alt, announced, dass sie gerade 161 Millionen Funding aufgestellt haben, was ich hochgradig spannend finde. Die größte, wie sie sagen, the largest to date in the cell-based meat industry. Da gibt es natürlich auch verschiedene andere Unternehmen, die verschiedene Zugänge haben. Mal Stammzellen, ich glaube Stammzellen, mal andere Zugänge. Aber ich finde das super spannend. Und ich beobachte schon sehr lange Beyond Meat, wie es denn an der Börse geht. Einer der Konkurrenten. Ich finde das schon wahnsinnig spannend, weil ich esse extrem wenig Fleisch. Ich mag aber Fleisch sehr gerne. Und ich merke, wie ich das einfach zunehmend vermeide und es auch hochgradig ineffizient finde. Die Art und Weise, da was zu machen, finde ich aber schon wahnsinnig spannend. Also man muss wirklich gespannt sein. Spannend finde ich auch, dass Beyond Meat, also der Konkurrent, von denen tatsächlich schon Testcases, soweit ich weiß, in Kanada hatte, wo, ich müsste jetzt lügen, bestimmt korrigiert mich da draußen jemand, sie tatsächlich diese Partys auch bei McDonald's eingesetzt haben. Unbewusst, also nicht angekündigt. Also ich glaube, es wurde den Leuten schon gesagt, mehr oder minder. Ich rede bestimmt jetzt sehr falsche Sachen, aber ich finde es schon interessant, dass es so weit ist, dass es dort verwendet wird. Und es wird angenommen. Es gibt auch Tests bei Beyond Meat, wie eingefleischte Fleischesser das essen und sagen, nee, es wird nicht.

Markus

Naja, also ich glaube, besonders bei Verschierten, also Burgerfleisch ist man da auch schon relativ weit. Ich glaube, es wird halt dann schwieriger von der Textur, wenn das dann eben in Richtung Steaks geht. Wobei da gibt es ja auch jetzt schon Companies, die wirklich auf der Zellbasis von Fleisch das züchten. Also es ist dann nicht künstlich, sondern tatsächlich oder schon künstlich, aber nicht quasi ein Ersatzstoff, sondern eigentlich die Zellbasis von Fleisch.

Daniel

Das ist ja das, was Memphis Meets macht, meines Erachtens. Und das finde ich schon spannend. Es ist Fleisch, aber es ist kein Tier dafür aufgezogen worden und getötet worden. Etwas, was ich immer schon sehr schlimm und sehr tragisch finde und auch fast makaber, dass man da so ein Tier aufzieht, jahrelang oder monatelang und dann sagt, oh, und jetzt ist es vorbei, bumm. Das ist nicht der Weg, wie es sein soll. Ich weiß noch, 2015 war ich Teil einer Delegationsreise in Silicon Valley und da waren wir auch einen Tag bei der Singularity University. Und da wurden uns diese Konzepte vorgestellt, und ich weiß noch, wie tief es mich beeindruckt hat, aber auch, was das für die Lederproduktion bedeuten könnte, wo ja bestimmte Ansprüche sind, wie ein Lederstück auszusehen hat. Und da hieß es, da wurde uns das Beispiel Bentley genannt, der Automobilhersteller. Und die haben gesagt, die kaufen nur das feinste Leder ein. Das heißt, wenn eins der Tiere, von denen das Leder kommt, gröbere Insektenstiche haben, dann kann dieses Leder nicht verwendet werden. Also dass die Haut, also es ist sehr schwierig, das passende Leder für diese Sitze von diesem Auto zu finden. Und die schaffen es auf dieser Qualitätsstufe schon sehr klein zu produzieren. Das ist natürlich schon sehr, sehr, sehr beeindruckend, weil im Umkehrschluss man natürlich Leder und auch Fleisch Personen zugänglich machen kann, die normal dort keinen Zugang hätten, also höchste Qualität. Man darf gespannt sein. Für mich ist es natürlich auch fein, weil ich esse Burger liebend gerne. Das ist natürlich immer schwierig mit meinem Bad. Aber es geht, ich mache es immer im privaten Rahmen. Und tatsächlich ist es bei mir so: ich habe Five Guys für mich entdeckt, den Burger-Shop, den es in New York and London gibt. Danach gibt es für mich eigentlich nichts anderes. Und tatsächlich, jetzt esse ich eigentlich nur noch ausschließlich Five Guys, wenn ich irgendwo dort bin. Und für mich ein veganer Burger, die es bei Swing Kitchen gibt, die unglaublich gut schmeckt. Das ist jetzt übrigens, ich bin da jetzt weder Associated noch irgendwas. Und auf die anderen habe ich einfach keinen Bock mehr, weil ich einfach kein minderwertiges Fleisch essen möchte und eigentlich idealerweise möglichst wenig davon esse. Anyway, die Idee ist ja auch von unserem Podcast auch mal einfach so zu plaudern. Ist ein sehr, sehr, sehr spannendes Thema für mich. Auch ein riesiger Markt, muss man sagen. Und auch ein riesiger kultureller Change, der dort kommt. Eins unserer Lieblingsthemen-Kultur. Ja, was ist passiert? Eine Sache ist letzte Woche passiert, die uns enorm gefreut hat. Da war ich ja tatsächlich zufällig gerade im Supermarkt, überlegt, was ich noch kaufe und denke mir, schaust du mal nach, wie es unserem Podcast geht und plötzlich sehe ich, unser Podcast ist auf Platz eins in der Kategorie Technologie. Das ist Weltklasse. In Österreich.

Markus

In Österreich, muss man das sagen, aber immerhin, ich finde das schon richtig gut.

Daniel

Also Nummer eins in Österreich ist schon gut. Da hat so schön jemand geschrieben vor dem ORF. Bitte. Also zwei Jungs in einem Coworking Space versus dem ORF, das ist schon gut. Finde ich. Also mir gefällt das. Das ist auch schön zu sehen, dass Leute das interessiert, was man macht. Der Kommentar gefiel mir auch, wenn da jemand meinte, ob wir denn für diese Woche jetzt die GIS erhalten. Das wäre ja eigentlich nur fair.

Markus

Aber ich fand auch sehr amüsant der Kommentar, wo jemand gefragt hat oder in Frage gestellt hat, ob es eine große Leistung ist, wenn dann nur drei Competitor teilnehmen.

Daniel

Den Kommentar habe ich auch gesehen. Das Lustige ist für mich, wenn solche Kommentare kommen, mein erster Instinkt ist, da kommt dann das irische Blut immer durch, Vendetta. Ich habe dann aber für mich gelernt, es ist wahnsinnig clever, dann das Handy, den Computer, was auch immer, einfach zur Seite zu legen, einzuatmen, auszuatmen und am nächsten Tag zu antworten. Meistens rufe ich dich dann auch an und du hast meistens sehr besänftigende Worte. Der hat sich dann von alleine.

Markus

Er hat dann nicht mehr geantwortet. Ich weiß aber auch nicht, bin mir nicht sicher, ob das Kommentar ernst gemeint war oder ob, weil es lag natürlich daran, dass der Bildausschnitt einfach nur so klein war und Plätze vier bis zehn nicht sichtbar waren und auch die Plätze 11 bis I don't know, 200 nicht gelistet waren.

Daniel

Aber ein Bildausschnitt nicht tatsächlich erkennt, der ist vielleicht auch nicht die qualifizierteste Person. Aber trotzdem, anyway, wir wollen da ja niemanden bashen, aber es war ein lustiger Kommentar, muss man sich ja auch erstmal verdienen. Ist ja auch fein. Anyway, Platz 1 in Technologie ist toll und jetzt heute eine Woche später auch noch Platz 3. Das heißt, das ist schon okay, so ein bisschen so rauf und runter. Danke. Ja, Riesendank an dich, der du da draußen zuhörst. Der du da draußen zuhörst, als wären das irgendwelche Leute in den entferntesten Regionen. Ich habe aber gesehen, tatsächlich, da sind aber auch wirklich so ein paar Schäfchen von den USA über Kanada. Ich habe ein paar in Kolumbien entdeckt, ein paar in Irland. Was sind so die Locations, wo du dir gedacht hast? Wow, ist beeindruckend.

Markus

Mir ist jetzt nichts Spezifisches aufgefallen, aber ich habe mir schon die Frage gestellt, ob das jetzt Auslandsösterreicher sind oder ob das Menschen sind, die vielleicht Deutsch gelernt haben in der Schule, weil das ist ja jetzt doch nicht so einfach, uns zu folgen, wenn man nicht Deutsch spricht. Ich meine, hin und wieder werfen wir schon ein paar englische Wörter ein, aber das stelle ich mir jetzt nicht so einfach vor.

Daniel

Ja gut, das ist anzunehmen. Es ist eine Frage, wer das sein könnte. Trotzdem ist es einfach unglaublich irre, wie man mit dieser Technologie erreichen kann. Zwei in Paraguay, sagen wir die Statistik, was ich richtig, richtig großartig finde. Eine Person von der Dominikanischen Republik, das ist schon gar nicht mal so schlecht. Das ist schon ganz cool. Tatsächlich null Plays in Ozeanien. Vielleicht kriegen wir es auch nochmal hin, so in den nächsten paar Wochen. Vielleicht macht ja jemand dort weiter.

Markus

Im Herbst an der Australienreise. Also vielleicht finde ich da ein paar Fans. Großartig.

Greenwashing

Daniel

Ja, anyway, da freuen wir uns sehr drüber. Also unbedingt liken, teilen und natürlich abonnieren auf Apple oder Spotify. Oder wo auch immer man da so Bock drauf hat. So ist es. Ja, jetzt haben wir natürlich ein paar Themen, über die wir sprechen wollen. Das große Wort, das da bei mir draufsteht, ist greenwashing. Greenwashing. Greenwashing. Was verstehst du unter dem Begriff?

Markus

Ich glaube, auch hier gibt es wie so oft keine allgemeingültige Definition, aber so wie ich den Begriff verstehe, geht es darum, dass Unternehmen vorgeben, ein nachhaltiges Produkt oder eine nachhaltige Dienstleistung anzubieten, in erster Linie, um damit ein besseres Image zu bekommen und dabei oft eigentlich gesamtheitlich gesehen diesem Anspruch nicht gerecht werden.

Daniel

Glaube ich, eine ganz gute Definition. Ich meine, Klimaschutz ist ja das neue, was auch immer, das neue Startup, das neue Innovationsthemas finden wir auch richtig gut und auch richtig wichtig. However, man wird das Gefühl nicht los, dass plötzlich überall her Initiativen aus dem Nichts heraus poppen, die daran auch mitarbeiten. Ein paar meinen es, glaube ich, sehr aufrichtig, ein paar sind neugierig und ein paar sehen es einfach als Marketingmöglichkeit. Und ich glaube, das Spannende wird sein, tatsächlich dem Ganzen auf den Grund zu gehen. Wir haben ja letzte Woche darüber berichtet, dass BlackRock sagt, wenn ihr, der größte, der größte Fonds der Welt, wenn ihr nichts macht, sind wir wütend.

Markus

Da haben sich jetzt übrigens ein paar deutsche Venture Capital Fonds ein Beispiel genommen und haben jetzt auch allen ihren Startups vorgeschrieben, dass sie gewisse Nachhaltigkeitsziele erreichen müssen.

Daniel

Die dürfen auch nicht mehr fliegen, sondern müssen mit der Bahn fahren zum Beispiel. Das ist, glaube ich, die Leaders for Climate Action, wenn ich das richtig gesehen habe.

Markus

Ist das diese Initiative, die du meinst? Ich kann mich an den Namen ehrlicherweise nicht erinnern, aber ich gehe davon aus, da sind halt einige der bekanntesten VCs oder Venture Capital Funds in Deutschland, die sich dazu entschlossen haben und so sich eigentlich ein Beispiel genommen haben an dem, was BlackRock gemacht hat. Ich weiß nicht, ob das in Zusammenhang mit dem gestanden ist oder ob das sowieso passiert. Aber ich finde das auch für sich einen positiven Zugang. Hängt dann natürlich immer davon ab, wie sehr is das in der Praxis dann auch wirklich relevant and wird auch sinnvoll umgesetzt. Wenn es gewisse Regeln gibt, dann muss man schauen, haben die Auswirkungen thatzuführen, dass halt dann die Startups in irgendeiner Form dadurch gebremst werden, finden die dann Umwege, die eigentlich noch umweltschädlicher sind. Also oft muss man sich bei solchen Maßnahmen einfach mal anschauen, wie das funktioniert, and then gegebenenfalls auch adaptieren.

Daniel

Ich finde es einen spannenden Schritt und ich glaube, es ist eine klare Notwendigkeit. Wir müssen handeln, das wissen wir auch alle. Ich glaube, es geht nur darum, dass Konsumenten und auch Akteure einfach grundsätzlich wissen, was zahlt tatsächlich ein zu diesem Thema. Und was ist Transparenz und was ist No Marketing. Also wie gesagt, das ist auch von meiner Seite mit dem Begriff Greenwashing auch keinerlei Kritik. Nur man hat das Gefühl, dass plötzlich aus dem überall heraus Initiativen starten, mit dem man, glaube ich, auch durchaus auch kritisch umgehen muss und sagen, ja, ist das gut, ist das schlecht?

Markus

Ich glaube, Initiativen per se sind ja gut, weil es bedeutet, dass sich Leute mit dem Thema beschäftigen und da auch was tun wollen. Wo wir aber schon ein bisschen gebrannt markt sind, auch von der Startup-Szene her, wir hatten ja auch einen Hype und das Buzzword Startup in den letzten Jahren. Und was man merkt, ist dann ab einem gewissen Punkt sind die Leute dann auch schon genervt davon und haben halt, wenn nicht alles Hand und Fuß hat und wenn halt auch nicht alles so aufgeht, wie man sich das am Anfang vorstellt, dann werden sie auch ein bisschen müde, was diese Aktivitäten angeht. Und ich glaube, da ist es halt wichtig, dass man möglichst viel von dem, was man tut, auch wirklich nachhaltig und sinnvoll tut und auch nicht aufhört, wenn das Thema halt dann nicht mehr so hip ist.

Daniel

Ja, wir müssen sehen, wie es sich entwickelt dann. Ich meine tatsächlich, vor ein paar Jahren gelesen zu haben, dass die deutsche Bundeswehr damals auch schon viel Geld in umweltfreundliche Munition investiert hat. Habe ich mal ganz beiläufig gelesen. Ernsthaft. Tatsächlich, weil, ich werde hier falsch sein, aber weil die Truppenübungsplätze große Reviere geworden sind, wo Tiere, Flora und Fauna wächst, die es normalerweise nicht gibt, weil klar, für Menschen ist es jetzt nicht so cool, am Truppenübungsplatz zu wohnen. Wir haben sie für bestimmte Artillerie. Ja klar, ich meine, das ist ganz pragmatisch, das ist nicht gut, dort zu wohnen, weil für die Tiere ist es jetzt auch nicht so gut. Nein, nein, nein. Die Idee ist tatsächlich, dass dort gewisse Weiher sind und gewisse Flüsse und gewisse Dinge, die einfach nicht mehr angerührt werden und deswegen einfach sehr unberührte kleine ökologische Systeme entstehen. Und dass deswegen die deutsche Bundeswehr, soweit ich weiß, in Artilleriemunition investiert hat, die eben keine Nachhaltigkeitsprobleme hat. Weil klar, die verschießen die Dinger, liegt dann irgendwo im Boden und wenn das natürlich massiv bleihaltig ist, ist das ein Riesenthema. Und man möge mich dort korrigieren, aber ich finde das sehr, sehr spannend. Manchmal können sehr große Sachen zu sehr viel führen und manchmal sehr kleine. Wir dürfen aber gespannt sein, was dort passiert, außer natürlich für mich das ganze Thema noch immer spannend. Man kann es nicht oft genug sagen. Manchmal sagt man, dass Themen zu groß sind, damit man sie angeht, aber eigentlich ist die ganze Thematik durch ein Schulmädchen gestartet worden. Und wenn man darüber nachdenkt, ist es eigentlich gar nicht mal so schlecht, oder? Dass eine Person mit einer Meinung etwas startet und einen Diskurs startet, eine Diskussion startet, die zu so viel führen kann.

Markus

Ja, ich glaube, sie ist halt zu einem Symbolbild geworden und wo viele Hoffnungen, viele Visionen auch dran gehängt sind. Und das ist auch etwas, was sich, glaube ich, immer wieder finde, dass Menschen oft ein menschliches Bild auch, also eine Person brauchen, wo sie so Dinge aufhängen können. Das ist sicher auch für die Person selbst mit vielen positiven und negativen Seiten behaftet. Also ich glaube, es ist unglaublich spannend, wenn man das Gefühl hat, dass man als Person auch so viel Verantwortung hat und auch so viel bewegen kann. Gleichzeitig ist es aber auch sicher nicht einfach, so im Rampenlicht zu stehen und halt auch einer Kritik ausgesetzt zu sein, die besonders als Jugendlicher sicher nicht einfach zu verarbeiten ist.

Daniel

Das Lustige ist, am Wochenende hat Conor McGregor, der UFC-Kämpfer, sein Comeback gegeben. Der, der ein bisschen ähnlich aussieht. Das höre ich regelmäßig, aber er ist kleiner als ich. Sonst sehr ähnlich. Wenn er das hören würde, würde schon angeflogen kommen und mich umhauen. Der gute ist aber auch nur 1,70 Euro groß. Aber der wird ziemlich broshaft. Aber das Lustige ist, ich habe mir das dann, ich fand das toll, ich finde den beeindruckenden. Das hieß, dass dieser Kampf, ich glaube, 65 Dollar kosten würde, um ihn zu sehen. Die Zahl wird nicht ganz richtig sein. Und ich habe gedacht, nee, 4 Uhr morgens 65 Dollar. Kampf hat auch 40 Sekunden gedauert, also ich weiß nicht. Ich habe mir gedacht, da würde ich kein Geld für ausgeben. Wofür ich Geld ausgeben würde, wäre eine Gesprächsrunde zwischen Donald Trump und Greta. Das würde mir so großartig gefallen. Das sind gerade die beiden Hauptakteure in Davos. Und die werden ja voneinander hermetisch abgeregelt. Und es scheint so gut und böse, weiß und schwarz, die beiden Pole zur Zeit der Diskussion. Ich würde ja zu gerne sehen, wie die beiden aufeinandertreffen.

Markus

Also meine Wahrnehmung ist, dass The Donald sich da nicht wirklich auf eine Diskussion einlassen würde. Ich glaube, es würde sehr oberflächlich bleiben. Ach, das würde ich auch gar nicht in Frage stellen.

Daniel

Ich würde es einfach nur gerne sehen. Ich würde viel Geld dafür ausgeben. Also wenn Netflix zuhört oder wer auch immer, The Zone, keine Ahnung. 100 Euro würde ich echt zahlen.

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Ja?

Daniel

Das wäre es mir total wert. Dass du es im Fernsehen anschauen kannst. Die hat es ja so einen Stream oder sowas. Also ich muss jetzt keine Ringen oder sowas sehen, wo die sitzen. Muss auch nicht live sein, aber ich wäre sehr neugierig. Aber das finde ich so schade, und das muss ich kurz aufgreifen, ich finde es ja so schade, dass tatsächlich sehr selten Personen wirklich entgegengesetzten Meinungen mittlerweile einfach miteinander diskutieren, in einen Diskurs treten und dabei aber auch zu gangbaren Wegen kommen. Es scheint einfach nur Meinung, die auf Meinung trifft.

Markus

Ja, ich glaube auch, dass unsere Diskussionskultur mittlerweile sehr stark davon geprägt ist, dass man Wege findet, selbst Recht zu haben und eine Diskussion eigentlich nicht als Chance sieht, den anderen zu verstehen und dadurch auch seine eigene Meinung vielleicht zu verändern, neue Perspektiven aufzugreifen. Ich glaube, das ist schon ein sehr essentieller Faktor, wenn eine Diskussion auch in irgendeiner Form produktiv sein soll.

Volkswagen vs Tesla

Daniel

Wir haben es letzte Woche ja auch gesagt und für mich, glaube ich, das Großartigste, was man machen könnte, wäre in einer Diskussion zu sagen, weißt du was? Ich habe mich geirrt. Du hast mich überzeugt, ich habe dazugelernt, jetzt mache ich es anders. Es gibt da noch ein ganz anderes Thema, über das wir sprechen wollen, und das ist VW und Tesla. Da gibt es jetzt zwei große Überschriften, die uns beiden aufgefallen sind. Die eine ist jetzt ein paar Tage alt und da steht: VW will sich zum Digitalkonzern umbauen, um sich vor dem Schicksal von Nokia zu bewahren. Und du hast gerade eben noch eine ganz andere Schlagzeile gesehen.

Markus

Nämlich, dass Tesla mittlerweile gleich viel wert ist wie VW. Wie viel ist Tesla wert? 75 Milliarden, irgendwas in dieser Größenordnung.

Daniel

Okay, also ich glaube, ich glaube, die jüngsten Zahlen, die ich hier vorliegen habe, wären das Volkswagen, glaube ich, 100 Milliarden wert. 100 Milliarden, dann ist Tesla mittlerweile auch schon da. Das ist auch eine Menge Kohle. Das ist ein sehr, sehr, sehr eigenes und spannendes Thema. Wir haben so ein bisschen Numbers Crunching gemacht. Und Tesla ist ja auch immer so ein bisschen so eine Art auf der einen Seite unfassbare Speerspitze der Innovation, für andere aber auch Religionen. Deswegen probieren wir mal einen ganz pragmatischen Zugang an das Ganze zu machen, weil manchmal gibt es Zahlen, die einfach für sich sprechen. Ich habe ja ein paar Zahlen, die sind jetzt ein bisschen älter, weil kann man darüber diskutieren, ich glaube, die Zahlen sind zwei Tage alt. Da sagte jemand, dass Tesla zu dem Zeitpunkt noch ein Market Cap von 92 Milliarden hatte und Volkswagen von 100 Milliarden. Das Spannende ist aber, dass zu dem Zeitpunkt, das ist jetzt zwei Tage her, wenn man die Zahlen vergleicht, mit wie vielen Autos verkauft wurden im Jahr, schauen wir mal, was ein Auto für einen Wert hätte. Tesla hat mit 92 Milliarden Market Cap im Jahr 2019 367.500 Fahrzeuge verkauft. Volkswagen, also die gesamte Gruppe, hat in derselben Zeit bei 100 Milliarden 10.974.600 Autos verkauft. So, das sind eine Menge Zahlen, but um es runterzubrechen, this would bedeut that a Tesla of etwas over 250.000 Dollar, whether an Auto der Volkswagen Gruppe, this is the Volkswagen Gruppe, is from Volkswagen über Skoda, over Audi, to Lamborghini and Bentley from 9112 Dollar.

Markus

Dazu must say Börsenwert jetzt nicht wirklich aufschlagen auf den Wert des Autos, and man kann aber natürlich vergleichen, wie viele Autos man verkauft and wie stark das Unternehmen bewertet ist. Beim Börsenwert steckt aber halt auch sehr stark die zukünftige Erwartung drin und was man sich halt da auch für Kompetenzen schon aufgebaut hat. Das heißt, wenn man sich Tesla anschaut, dann ist dieser Wert sicher nicht ausgehend davon, was derzeit an Autos verkauft werden, sondern das, was die Investoren am Potenzial sehen, wo Tesla mal in fünf Jahren oder so sein wird.

Daniel

Und du sagst ja gerade was ganz, ganz, ganz Spannendes. Wenn man ein Auto des VW-Konzerns kauft, dann kauft man ein Auto. Und die Transaktion ist in dem Moment, wo ich vom Werkrolle oder eigentlich, wo ich unterschrieben habe und überwiesen habe, ist die vorbei. Man könnte natürlich sagen, Leasing, klar, klar, klar, aber grundsätzlich ist das vorbei. Und da passiert auch nichts mehr. Wenn ich einen Tesla kaufe, kaufe ich mich in ein Ökosystem ein. Und das finde ich wahnsinnig spannend. Und ich habe noch vor ein paar Jahren, ich bilde mir einen, es war sogar, jetzt referenziere ich wieder diese Reise, aber 2015. Haben wir das Tesla-Werk besucht und ich bilde mir ein, dort hat einer zu uns gesagt, auf die Frage, ob Tesla ein Automobilhersteller wäre, hat er gesagt, nee, wir sind ein Softwarehersteller. Und ich weiß nicht, ob es dort war oder später, aber dieser Satz, der klingelt bis heute in meinen Ohren nach. Und ich finde es so spannend, wenn man diese Überschrift sagt, VW will sich zum Digitalkonzern umbauen. Das jetzt VW so ganz langsam begreift, Moment, vielleicht verkaufen wir keine Autos. Vielleicht ist es was anderes.

Markus

Naja, also ich hätte das Gefühl, am Ende verkaufen die beiden trotzdem Autos. Aber Autos sind halt nicht nur das Gerät, sondern eine Erfahrung. Das ist eine Mobilitätsdienstleistung und in dem Sinne auch, sag ich mal, mit vielen anderen Emotionen und Faktoren verbunden. Und ohne Frage, dass VW jetzt sagt, digital könnte Potenzial haben und da sollten wir uns positionieren und da sollten wir vielleicht auch stärker in den Mittelpunkt drücken, ist reichlich spät. 2020, da geht noch viel. Aber gleichzeitig ist schon Tesla sehr, sehr, sehr hoch bewertet für das, wo sie derzeit stehen.

Daniel

Das Spannende ist aber hier, und ich sehe es auch so. Ich meine, wenn man es mal runterbricht, und logisch sind die Zahlen, die ich gerade gesagt habe, absolute Bullshit-Bingo-Rechnung. Aber dennoch ist es einfach wirklich interessant, wenn man das runterbricht, dann kann man sagen, dass Tesla durchaus hoch bewertet wird. Ich weiß, es gibt andere, die jetzt sagen, um Gottes Willen, da kommt noch sehr viel mehr. Das glaube ich bestimmt auch. Durchaus. Man kann aber auch sehen, dass 260.000, 250.000 umgerechneter Wert pro Auto, das ist eine Ansage. Etwas über 9000 Euro ist auch eine Ansage. Und was ich aber so spannend finde, ist, wenn sich VW sagt, sie wollen sich zum Digitalkonzern umbauen, ist für mich die große Sache. Wissen die, dass es nicht nur um Technologie und nicht nur um Digital geht? Wissen Sie, dass es auch darum geht, Kultur zu verändern? Und meine ganz große Frage ist, und das finde ich so spannend, wenn man das immer betrachtet, ist, werden die Leute heiren, werden sie Leute einstellen oder haben sie schon Leute, die, das meine ich vollkommen wertfrei, die so irre sind wie Tesla-Mitarbeiter, wie Tesla-Denker. Werden die sagen, nö, ist cool, machen wir einen Button, der heißt Ludacris Mode. Der geht ab wie irre. Geil. Nehmen wir einen Roadster und schnallen den an eine Rakete ran und ballern den einfach mal ins Weltall. Und ich glaube, aber das ist genau das Thema, deswegen wird ein VW nicht zu einem unfassbaren Digitalkonzern aller Tesla, weil sie nicht so irre sind.

Markus

Spielt sicher eine Riesenrolle bei der Bewertung von Tesla, dass anderen für sich das größte Asset sind die Mitarbeiter und die kreative Energie, die in der Firma Tesla steckt, weil die ermöglicht oder wird auch ermöglichen, dass sie in Zukunft, und das ist zumindest der Glaube der Investoren, immer wieder die ersten sind. Und selbst wenn jetzt Volkswagen sich überraschenderweise unglaublich schnell anpassen wird anders and in digitalbereich ein führender Faktor wird, dann ist vielleicht Tesla schon längst am nächsten Technologiesprung und has schon wieder neue Themen, wo sie wieder vorrangig and vorreiter sind. And ich glaube, das spielt eine sehr grosse Rolle. Frage ist natürlich: auch here, so crazy der Elon Musk auch ist, je größer Firmen werden, desto schwieriger ist es auch, eine Kultur zu erhalten, eine Kultur der Innovation, eine Kultur, die eben nicht auf starken Hierarchien und Systemen aufgebaut ist. Und das ist sicher die Herausforderung zur Tesla in den nächsten Jahren.

Daniel

Und für mich ist das Thema, und ich habe so viele Gespräche über das in den letzten Wochen und Monaten geführt, ich bin vollkommen überzeugt, dass diese digitale Revolution, wie sie so dramatisch genannt wird, ist eine kulturelle Revolution. Und das ist interessant, aber die einen sehen es als das und die anderen sind nur der Meinung, es geht um andere Produkte, andere Antriebsarten und was auch immer, es ist was anderes. Und das ist aber das etwas, wo ich das Gefühl habe, dass viele, viele Konzerne dieses Detail verpassen. Und dass sie nicht die Gestörten einstellen, dass sie nicht den Verrückten den Raum lassen, auch mal was völlig Stupides zu machen.

Markus

Die Frage ist halt auch, wenn du jetzt an den Gestörten in das bestehende Konstrukt eines Konzerns setzt, wird der dort nicht verzweifeln und wird der dort nicht jegliche Motivation verlieren.

Daniel

Selbstverständlich wird er das. Ich bin davon überzeugt. Also was ich damit meine, ist, entweder du gehst frustriert nach ein paar Wochen oder Monaten wieder raus, oder du denkst dir, na gut, mach mal halt. Und das ist aber, glaube ich, das, wir haben letzte Woche darüber gesprochen, über Skin in the Game. Wir haben letzte Woche darüber gesprochen, daran zu glauben, wir haben letzte Woche über Risiko gesprochen und den Mut, Dinge zu verändern. Wenn es aber einfach funktioniert, dann bin ich doch schön blöd, genau das zu ändern. Und Veränderung ist immer Risiko. Und wenn ein Konzern zu Recht aber auf Risikoavers getrimmt ist, dann ist da kein Platz dafür. Und deswegen ist für mich die einzige Art und Weise, wie man das machen kann: kleine, mutige Ausgründung, wo genau das gemacht werden darf. Wo aber nicht die Leute aus dem Konzern hineingesetzt werden, die ohnehin diese Denke mitbringen. Und das ist aber sehr, sehr, sehr schwierig und das Spannende ist. Und das ist übrigens auch etwas, was ich in jedem Unternehmen, das ich sehen durfte, miterleben konnte. Und da haben wir vor einiger Zeit drüber gesprochen. Je mehr etwas wächst, desto mehr beginnst du Leute einzustellen. Und desto mehr beginnst du zuerst hast du die absoluten Irren, die etwas probieren. Und dann hast du die anderen Irren, die an diese Irren glauben und für nichts bereit sind, mit denen mitzuziehen. Und dann kommen immer mehr und immer andere Leute und irgendwann ist es so, dass man wirklich großartiges Talent einstellt, die absolute High Performer sind. Um das, was du aufgebaut hast, zu perfektionieren, zu skalieren. Und dann, weil du etwas gefunden hast, was funktioniert. Das ist ja so, Startup ist eine Phase, in der du validierst. Du validierst, funktioniert es. Wenn es funktioniert, super. Wie können wir das jetzt skalieren? Und dafür brauchst du andere Personen. Und das Interessante ist aber für mich, ich glaube nicht, zum Beispiel, jetzt angenommen, wir würden bei Austrian Startups jemanden suchen, der Head of whatever ist. Ich glaube nicht, dass wir mich vor sechs, sieben Jahren, so wo ich gestanden bin in meinem Leben, überhaupt einladen würden. Das ist völlig okay. Aber was ich damit sagen möchte ist, jedes Unternehmen und jede Phase durchläuft diese Transformationen, die kulturell notwendig sind und die dem geschuldet sind. Das heißt, du musst eigentlich immer wieder Ausgründungen machen, wo diese Irren reingehen, die etwas probieren. Und wenn sie sehen, dass es funktioniert, muss man sich darauf vorbereiten, dass dann auch diese kulturelle Transformation passiert. Dann würdest du nämlich beginnen, von den großen Konzernen, die reinseholen, die wissen, wie man aus diesem validierten Produkt etwas skaliert. Und dann beginnt dieses kleine irre Blümlein dann wieder ein bisschen sich zu verändern. Und das ist auch gut so.

Markus

Ich glaube tatsächlich, wenn man sich anschaut in der Historie, welche Konzerne es geschafft haben, auch über die verschiedensten Technologiezyklen immer wieder präsent zu bleiben und teilweise auch ganz andere Fokusthemen dann jeweils hatten, und dann ist es eben oft, wie du angesprochen hast, durch komplett unabhängige Vehikel passiert. Also zum Beispiel bei, ich glaube, bei Nespresso war das so. Das war eigentlich eine Division, die komplett unabhängig vom gesamten Konzern war und einfach ausprobieren konnte. Und gleichzeitig ist aber schon auch die Frage: okay, ist nicht der natürliche Weg, und das kann man sich ja hinterfragen, dass es eine gewisse schöpferische Zerstörung auch gibt. Dass es halt einfach normal ist, dass Unternehmen eine gewisse Lebensdauer haben und dann durch ein neues Unternehmen, was stärker von Anfang an mit diesem neuen Technologiezyklus aufgewachsen ist, ersetzt werden.

Daniel

Ganz klar. Ich muss im Übrigen auch eine Richtigstellung machen zu dem, was ich gerade gesagt habe. Ich meinte damit natürlich radikale Innovation. Ich meinte nicht inkrementelle Innovation, die funktioniert ganz fantastisch in-house. Und ja, ich meine auch da, manchmal sind Produkte am Ende ihres Lebenszyklus. Manchmal muss genau diese schöpferische Zerstörung greifen. Ich glaube aber, die Innovation, die gerade viele Konzerne brauchen, die muss von außen, von absolut irren reingeholt werden. Und ich habe oft genug auch Konzerne gesehen, die sagen, gut, dann gründen wir aus, machen wir das. Und was die dann machen, ist genau ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterinnen aus der Linie rauszunehmen, dort reinzusetzen. Die sind ja nicht besser oder nicht schlechter, aber die verdienen genauso viel wie vorher. Die haben genau die sagen Creature Comforts und sie sind nicht inzentiviert, sie sind nicht auf dem Captable, sie haben keinen Skin in the game. Vielleicht haben sie auch noch dazu, und jetzt lehne ich mich ganz weit aus dem Fenster, vielleicht auch noch Arbeitszeiten, die sehr hochgradig reguliert sind. Alles cool, aber so baust du keine zarte kleine Startup-Blume, die am Anfang alles erfordert. Da sind einfach die falschen Rahmenbedingungen. Das heißt, man kann eigentlich sagen, in Minute 1, not gonna work. Natürlich gibt es Ausnahmen, logisch. Da kann man jetzt bestimmt irgendwo jemanden finden.

Die Macht der Mitarbeiterbeteiligung

Markus

But das ist, was ich sehr schade finde. Du sprichst dann, glaube ich, sehr wichtigen Punkt an, nämlich das Thema Mitarbeiterbeteiligung, was eben auch die richtige Kultur schafft, die man braucht. Und das ist leider in Europa derzeit überhaupt nicht verbreitet. Das ist auch juristisch gesehen sehr schwierig umzusetzen. Das haben sich jetzt einige europäische Länder zu Reformen durchgerungen. Frankreich hat jetzt letzte Woche präsentiert, dass sie das deutlich vereinfachen wollen. Im Regierungsprogramm ist auch von einer neuen Rechtsform die Rede, die das beinhalten soll. Ich glaube, das wäre unglaublich wichtig, weil dadurch schaffst du diese Brücke, die derzeit fehlt zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, dass da so zwei Lager entstehen, auch durch die halt Interessensvertretungen sehr stark hervorgerufen, dass man eigentlich gemeinsam an einem Strang zieht und dass der Erfolg dieses Unterfangens, das man hat, dass das auch allen zugutekommt.

Daniel

Man muss natürlich sagen, durch eine Beteiligung, Arbeitnehmer, Arbeitgeber, es wird dein Baby und du brennst für dein Baby. Und das ist das Wichtige. Und du gewinnst und du verlierst damit und du hast einen völlig anderen Zugang. Man muss sagen, zurzeit ist es ja in Österreich so, wenn man eine Mitarbeiterbeteiligung erlauben würde, wir haben es schon mal angesprochen, nur für unsere nicht regelmäßigen Hörer und Hörerinnen, angenommen unser Unternehmen hätte eine Bewertung von 10 Millionen oder einen Wert von 10 Millionen, ich hole mir jemanden dazu in einer Schlüsselstelle und gebe denen 10% meines Unternehmens, da müsste die Person diese eine Million, diese 10%, dann sofort voll abführen, richtig? Voll steuerlich abführen. Und all die ganzen anderen schönen steuerlichen Dinge werden in dem Moment schlagend, was natürlich für niemanden darstellbar ist.

Markus

Deswegen wird das derzeit oft über virtuelle Konstrukte gemacht, die aber komplex und auch eine Grauzone sind. Und auch das führt wieder dazu, also ich habe jetzt schon öfter von Mitarbeitern gehört, die Anteile angeboten bekommen haben, aber denen dieses Konstrukt unheimlich war und die das dann abgelehnt haben, obwohl das ja eigentlich ein unglaubliches Potenzial für sie auch ist.

Wie wichtig ist 5G?

Daniel

Das habe ich auch schon gemacht. Ich weiß, wie mir bei ein, zwei Projekten schon ein paar Jahre her, diese Stock, Phantom Stocks angeboten wurden. Und ich weiß noch, wie ich damals gefragt habe: Was ist das denn? Und haben wir es mir erklärt und habe gesagt, also keine richtigen Anteile. Da haben wir gesagt, naja, also es sind schon, es sind es Anteile und nicht. Also technisch gesehen, nein, aber schon. Es klingt auch ziemlich gefährlich. Phantom Stock, das Lustige ist, du hast vollkommen recht, es klingt gefährlich. Und ich weiß noch, wie ich das dann damals auch abgelehnt habe. Interessanterweise war das dann allerdings in einer Gründungsphase, wo auch tatsächliche Anteile eine Option waren, auf die uns dann später geeinigt haben. Also weil ich mich erinnern kann bei diesem Projekt, was auch gut war. Aber Phantom Stock klingt wirklich gefährlich, deswegen ist das so wahnsinnig wichtig. Noch ein paar andere Themen, über die wir sprechen sollten, die auch auf unserem Zettel stehen. Wir haben jetzt das kulturelle Thema angesprochen. Jetzt wurde auch groß verlautbart die Woche. 5G. This is eine technische Errungenschaft. Das Internet wird dadurch noch viel schneller. Das könnte der Motor für völlig neue Geschäftsfelder werden. Aber für mich ist die große Frage, und jetzt haben wir darüber gesprochen, jetzt haben wir gerade darüber gesprochen, es geht nicht um technologische Revolution, sondern kulturelle. Ob das jetzt ein riesengroßer Schritt nach vorne ist oder ob es ein Tropfen auf den heißen Stein ist, wenn ohnehin die Rahmenbedingungen nicht passen?

Markus

Also ich glaube, es ist ein Hygienefaktor, der extrem wichtig schon ist, also ein Baustein, der einfach passen muss. Wenn das nicht da ist, dann haben unsere Startups und Technologieunternehmen einfach einen Nachteil im internationalen Vergleich. Gleichzeitig braucht man sich jetzt aber auch nicht einbilden, dass nur weil wir eine gute 5G-Infrastruktur haben, dass jetzt plötzlich die Startups sprießen werden und überall oder generell Österreich zum Technologieführer wird. Also da gehört mehr dazu. Das ist das, was man, glaube ich, einfach bedenken muss.

Daniel

Wenn ich es mal anders formuliere, ist es einfach großartig, dass wir dort nichts verpassen, oder?

Markus

Ja, besser so, definitiv.

Daniel

Ich meine, ich will dich nicht darüber beschweren. Nein, ich will jetzt kein Pessimist sein, ich finde das schon super. Aber es ist jetzt nicht so, dass wir dadurch einen riesensprung nach vorne tun, uns auf die Schulter klopfen können und sagen, passt eh, läuft, sondern wenn wir dort nicht wären, dann wären wir aber nochmal ein bisschen weiter hinten.

Markus

Ja, tatsächlich ist zum Beispiel Deutschland beim Breitbandausbau damals sehr zögerlich gewesen und das fällt ihnen jetzt durchaus auf den Kopf. Also das darf halt Österreich nicht passieren.

Daniel

Man muss natürlich an der Seite sagen, mir ist schon bewusst, dass zum Beispiel die Nordics großer, großer, großer Gaming-Führer geworden sind, weil sie vor ein paar Jahren einfach auf unglaublich schnelles Internet gesetzt haben. Das ist auch schon eine riesen Opportunity, ist mir vollkommen klar. Dennoch, es ist jetzt. Mich hätte es ein bisschen gestört, dass es so präsentiert wurde wie, boah, jetzt haben wir da unseren Moonshot. Das ist kein Moonshot, das ist ein Hygienefaktor.

Markus

Ja, aber ein wichtiger. Durchaus, durchaus. Weil Infrastruktur schafft halt Möglichkeiten.

Anyline & Tractive auf Wachstumskurs

Daniel

Sehe ich ja auch so. Dann ist noch etwas, was ich interessant fand. Und eigentlich fand ich vielmehr noch interessanter, dass wir darüber letzte Woche nicht gesprochen haben, als es passiert ist. Anyline, ein Startup, ein von uns sehr geschätztes Startup, hat ein Funding von, ich glaube, 12 Millionen Euro erhalten. Und das ist erstmal unfassbar gut. Das ist unfassbar beeindruckend, das ist eine Riesenleistung. Und wir freuen uns für die. Punkt. Aber was ich so interessant fand, ist, natürlich haben wir uns gefreut, aber vor ein paar Jahren wäre unser gesamtes Ökosystem explodiert aufgrund dieser Meldung. Und jetzt ist es so, ja gut, toll. Wir merken, es gibt viel Funding, es gibt viele Investments.

Markus

Ja, es ist halt, man mit der Zeit, je öfter man auch sowas mitbekommt, desto weniger wird es halt auch besonders. Ich glaube natürlich, für Aniline ist es ein mega wichtiger Schritt und ist wahrscheinlich jetzt nicht weniger wichtig, als es vor drei Jahren gewesen wäre. Aber ja, man muss halt auch lernen, mit dieser gewissen inflationären Nachrichtenlandschaft umzugehen. Das ist halt, besonders Investments werden halt dort ständig abgefeiert und das sind halt auch die Nachrichten, wo dann viele draufklicken. Also da gibt es auch die Incentives für die Medienlandschaft dafür. Gleichzeitig schafft das aber auch ein bisschen ein verzerrtes Bild. Also wenn wir in den Nachrichten einfach immer nur lesen, XY hat Investment bekommen und nichts von anderen Themen lesen, dann schafft das einen Bias, auch bei den Leuten, die sich für Startups interessieren. Dann glaubt man schnell, es geht nur um Investments. Dabei ist das auch, wie du, so genauso wie die Infrastruktur, einfach ein wichtiger Baustein, aber da steckt viel mehr dahinter. Und da geht es darum, wenn man, es wäre cool, auch wenn man mehr über neue Wachstumsschritte lesen würde, neue Teams, wenn man mehr auch über die scheiternden Startups lesen würde. Also das ist schon, das muss man sich bewusst sein, dass das halt auch nicht die ganze Wahrheit ist.

Daniel

Das Interessante, du hast gerade angesprochen, was für mich immer in jeder dieser Meldungen so ein bisschen mitschwabbert, ist, und das finde ich so spannend, dass ich denke mir jedes Mal, okay, ich freue mich so sehr für die, ich habe die so lange gesehen, aber es gibt einen weiteren Gedanken, den ich habe. Ich freue mich drauf und darüber, dass es die weitergibt, dass sie immer mehr Talent auch anlocken, die hier sind. Und zweitens, vielleicht gibt es dann ja irgendwann mal einen großartigen Exit, wer weiß. Ich glaube, die planen allerdings ein IPO, ob ich irgendwo lesen, aber anyway. Dann wird auch Geld recycled. Und genauso wachsen Ökosysteme. Und ich finde das so unglaublich interessant, wie dann Gründer und Gründerinnen verkaufen und dann kurze Zeit später reinvestieren und dadurch überhaupt Momentum in ein Ökosystem reingeben. Und bei denen habe ich mir auch gedacht, okay, 12 Millionen Funding, das ist eine Ansage. Ich bin gespannt, wenn dort mal einer vom C-Level rausgeht, wenn einer eine Ebene drunter rausgeht mit ein paar Euro in der Tasche, was da alles passiert und wie da aufgrund von einem Thema eine richtige Themenführerschaft entstehen kann.

Markus

Ich finde auch das Thema IPO bei der Geschichte super cool. Also ich kann mich auch erinnern, dass glaube ich im Interview er gesagt hat, dass das ganz klar das Ziel ist. Also da hat da auch durchaus quasi den Kopf rausgestreckt und sich darauf committed, was wir bisher viel zu wenig gesehen haben. Also besonders die großen Erfolgsfälle in Österreich sind eigentlich alle verkauft worden an größere Unternehmen. Und ich glaube, es wäre schon gut, wenn wir es auch schaffen würden, einmal ein Tech-Unternehmen zu bauen, das nicht verkauft wird und in seiner eigenen Struktur ein erfolgreiches Unternehmen mit Weltformat wird. Absolut.

Daniel

Wir dürfen gespannt sein. Was ich auch spannend fand, und das ist so ein bisschen auch so in die Richtung gehend, wir hatten letzte Woche zwei Personalia sozusagen, die sich getan haben. Und da waren zwei Sachen, die mir aufgefallen sind, die ich mir notiert habe. Unter anderem ist der Bernd Strom von Bits and Bretzels von der Allianz rekrutiert worden, um dort richtig, richtig Gas zu geben, was ich sehr, sehr spannend finde. Das heißt, ein absolute Gründerpersönlichkeit. Und Nummer zwei, ein bisschen ja so das Aushängeschild einer Gründergeneration und Gründerinnengeneration, ist tatsächlich, dass der Fleuring Schwandner sagt, er geht jetzt wieder einen Schritt zurück und er steigt operativ bei dem Startup Tractive ein. Das ist ein richtig spannender Schritt.

Markus

Ja, ich glaube, es ist wahrscheinlich für Tractive auch in irgendeiner Form ein Schritt in die Richtung, jemanden mit viel Visibility reinzuholen und damit vielleicht auch einen wichtigen Faktor im Unternehmen abzudecken, der jetzt ein letzter Schritt ist, um vielleicht nochmal eine sehr große Investmentrunde aufzustellen oder einen Exit durchzuführen. Da ist einfach die Erfahrung von Florian Schwandner, die er mit Rantestic gemacht hat, sicher sehr hilfreich. Und aus seiner Perspektive finde ich es an und für sich gut. Also ich glaube, das ist schon auch das Beste, was uns passieren können, wenn die Leute, die Erfahrung im Aufbau von Unternehmen haben, auch wieder selbst Unternehmen bauen. Das ist schon das Ultimative, finde ich.

Daniel

Und so entstehen Ökosysteme. Übrigens, der Bernd heißt nicht Strom, sondern Storm, Meher Culpa. Ich war so noch fokussiert auf die ganzen Tesla-Themen. Richtig. Man darf gespannt sein. Man darf übrigens auch gespannt sein, ob solche Personen, jetzt nicht der Flo, zum Beispiel wieder Bernd, wie es denen dann geht in so einem Setting wie der Allianz. Erst zwar der Chef von einer Ausgründung namens Iconic, aber ich bin sehr gespannt. Macht er das jetzt volle Kanone? Wird der gut inzentiviert? Schießt er das Ding durch die Decke? Oder geht der in einem Jahr von Bord und sagt, pfff, den ist das?

Markus

Schreibt ein Buch drüber, wie unsere Ombudsfrau im Bildungsministerium.

Daniel

Ja, meine Güte, das ist. Die haben auch keinen Humor, oder? Dass die an einem Sonntagabend gleich mal entlassen wird.

Markus

Ja. Ja, ich meine, das ist, wenn du mich fragst, wenn wir letzte Woche über den Startup-Beauftragten gesprochen haben, das ist halt die Gefahr. Wenn da nicht von Anfang an klar kommuniziert wird, wie sehr halt auch gewünscht ist, dass man auf Parteilinie ist und die ganze PR-Maschinerie mitmacht, dann kann das zu durchaus deutlichen Verwerfungen auch führen. Und da sind natürlich auch besonders die Kabinette ganz, ganz stark aktiv.

Daniel

Wir dürfen sehr gespannt sein übrigens, was da mit dem Startup-Beauftragten passiert. In der letzten Woche ist aber dazu nichts Großartiges passiert. Also man darf gespannt sein. Wir haben aber auch noch keinen Dingle. Wir haben auch wirklich noch keinen Dingle. Ja, stimmt. Noch immer ist so diese große interne Wette, was gibt es zuerst?

Markus

Ein Startup-Beauftragten oder ein Dingle? Aber ich wurde jetzt oder noch nicht, aber mir wurde angekündigt, dass ich zu einem Soundengineer jetzt vernetzt werde, der das gerne für uns machen würde.

AustrianStartups Stammtisch - Tech Teams & No-Code

Daniel

Das ist gut. Ich dachte jetzt, du wirst vernetzt mit dem möglichen Startup-Beauftragten, Kandidatinnen und Kandidaten. Schwierig. Ja, das wäre natürlich ganz gut. Dann ist noch etwas passiert, worüber wir sprechen sollten. Wir hatten gestern unseren Stammtisch, unseren Austrian-Startup-Sammtisch Nummer 78. Meine Güte, da merkt man, wie man alt wird. Da sind auch ein paar ältere Herren aufgetaucht, plötzlich im Hintergrund. Das waren ein paar der Leute, die so wettveteranen sind. Und wenn man die alten Gesichter wieder sieht, dann merkt man auch, man wird auch selber ein bisschen älter. War schön, die zu sehen. Gestern hatten wir das Thema Hiring and Managing a Tech Team. Ein wirklich sehr, sehr spannendes Thema. Und wir hatten den Michel Jonite zu Gast, der auch bei uns mittlerweile, das ist ja auch ein Thema, das haben wir ganz vergessen zu erwähnen. Wir haben ja auch zwei neue Vorstände on board. Machen wir gleich, machen wir gleich, sonst springen wir zu viel. Den Michael Junite, den Martin von PSPDFKit und die Isabel Klaus von thinkers.ai. Und wir haben über Hiring und Managing Tech Teams gesprochen. Das Spannende ist ja immer diese Frage, ich hab da jetzt eine brillante Idee, ich brauche aber noch einen Entwickler. Meine Güte, da haben wir die oft gehört und da sind wir gestern ein bisschen auf den Grund gegangen. Und zusammenfassend kann man sagen, dass wir ein recht spannendes Gespräch hatten und eigentlich unterteilt haben, wie man vorgehen muss. Und der Ansatz war, und die Ausgangslage ist, was ist, wenn ich genau dort stehe, ich habe eine großartige Idee, ich kann aber nicht wirklich programmieren und ich kenne auch niemanden, der das wirklich gut kann, wo setzen wir an. Und wie bauen wir auf, wenn wir dann gesagt, okay, der erste Ansatzpunkt ist, es gibt No-Code-Lösungen. Lösungen, mit denen ich arbeiten kann, wo ich nicht programmieren muss, aber mir grundsätzlich wie so ein Baukasten, was bauen kann. Dadurch baue ich mir ein grundlegendes Tag-Verständnis auf. Oder ich gebe auf, das gibt es natürlich auch. Aber da war so schön der Satz, kannst du Excel, ja, gut, dann kannst du das wohl auch. Sobald ich dieses grundlegende Tag-Verständnis aufgebaut habe, dann ist vielleicht eine Möglichkeit, wo ich mal überlege, wer kann denn das für mich außerhalb erledigen. Wir haben darüber gesprochen, wie man outsourcen kann, haben natürlich auch gesagt, Outsourcen ist immer ein sehr schwieriges Thema. Klappt das? Klappt die Verständigung, klappt das kulturell? Haben sehr viel darüber gesprochen, was dort für Herausforderungen sind. Haben natürlich auch über ein Thema gesprochen, was ist, wenn man Talent von außen reinholen möchte ins Land, haben das leidige Thema der Rot-Weiß-Rotcard, da grinst da da drüben, der Markus, das Thema der Rot-Weiß-Rot gestriffen. Das ist ja ein sehr eigenes Thema. Und dann haben wir gesagt, okay, angenommen die Firma läuft noch immer, die Unternehmung, wie hole ich dann mal ein CTO rein? Und da fand ich sehr, sehr spannend dann auch diese Grunderkenntnis, wahrscheinlich ist einer der Gründer, der Gründerinnen jetzt mittlerweile schon recht gut dabei. Aber wenn nicht, ein CTO ist jemand, die, eine Person, die primär managt, gar nicht mehr großartig programmiert. Und dass es bei den CTOs eigentlich dann darum geht, tatsächlich Team zu führen. Und sobald das erledigt ist, dann kann ich anfangen, auch Gruppen aufzubauen. Grundaussage, wenn natürlich auch toll ist, es Leute von Unis reinzuholen. Aber bloß keine Junior Developer, wenn ich nicht schon Senior Developer habe. Und am Ende des Tages wurde auch gesagt, wie unendlich wichtig es natürlich ist, Teams zu entwickeln. Wir haben über Mitarbeiterbeteiligung gesprochen und und und. Habe ich was vergessen?

Markus

Nein, aber ich finde ein spannender Punkt, den du angesprochen hast, ganz am Anfang, dass es so viele Menschen da draußen gibt, die Ideen haben, die sie aber das Gefühl haben, die sie nicht umsetzen zu können. Was eigentlich richtig ein Scheißgefühl. Du willst es machen, du willst anpacken, du willst etwas lösen, aber du kannst nicht. Und das ist, wenn du mich fragst einmal ein riesen, das ist ein Problem unseres Bildungssystems. Weil honestly, genau das sollte man doch den Menschen mitgeben, die Möglichkeiten, Ideen umzusetzen. Und genauso wie das früher war, dass man Menschen halt durch die Schrift, durch die Sprache die Möglichkeit gegeben hat, zu kommunizieren, vielleicht ein Buch zu schreiben, einen Bericht zu schreiben, in irgendeiner Form Ideen zu kommunizieren, ist es nur sinnvoll, ihnen jetzt auch die Möglichkeiten zu geben, Ideen umzusetzen. Und also das ist der erste Punkt, wo ich einfach sage, das muss sich auf der Ebene ändern. Andererseits ist aber genau dieses Snowcode-Thema, was du angesprochen hast, natürlich auch sehr spannend, weil es auch ein spielerischer Einstieg sein kann in dieses Erschaffen von Produkten, von Dingen. Und das ist, glaube ich, etwas sehr Magisches, was Leute auch erfassen kann und vielleicht auch Leute dazu bringen kann, sich stärker mit dem Thema zu beschäftigen und vielleicht auch dann mal selbst programmieren zu lernen.

Daniel

Das Interessante ist, was wir auch so gestriffen haben, war, vielleicht sind Developer nicht mehr das ganz große Thema in fünf oder zehn oder fünf Jahren, sondern vielleicht sind es andere Skillsets, weil es vielleicht gar nicht mehr darum geht, Schritt für Schritt jede Zeile Code selber zu schreiben.

Markus

Aber das Verständnis dafür wird wohl in einer digitalen Welt immer sehr, sehr hilfreich sein.

Daniel

Und das finde ich spannend. Also wir dürfen auch dort Transformationen beobachten. Im Übrigen, wenn man sich jetzt denkt, oh, das klingt ja gar nicht mal so schlecht. Wir haben den Stammtisch jeden dritten Dienstag im Monat, kostenlos, gratis und umsonst immer in rotierenden Coworking Spaces immer ein anderes Thema. Das ist auf Englisch, das heißt, da ist auch für jeden, glaube ich, die Eintrittsbarriere sehr, sehr niedrig und freuen uns dort immer. Das neue Thema werden wir, glaube ich, in ein, zwei Wochen announcen. Nein, wir haben das schon.

Markus

Wachstum, Growth. Oh, um Gottes. All about growth.

Daniel

All about growth. Und da habe ich mir gestern noch gedacht, wie toll ist der Titel. Das Lustige ist, wenn ich auf Bühnen bin, da bin ich mal immer wie in so einer Tunnelvision. Ich konzentriere mich auf das, was ich tue, aber alles, was rundherum so passiert, was nicht relevant ist für sozusagen Mission Critical, bekomme ich gar nicht mit, obwohl ich diesen Satz genau angesagt habe. All about growth. Das ist ein spannendes Thema. Growth, Marketing, wo geht man dorthin? Wachstum, nachhaltiges Wachstum, Unicorn, Zebras, da können wir viel diskutieren. Kann man auf jeden Fall dabei sein. Und ich würde sagen, wir nähern uns in großen Schritten dem Ende. Aber wir können auch eine kleine Aussicht auf nächste Woche geben, denn wir wollen natürlich auch dich, der du wahrscheinlich jetzt irgendwelche Podcast-Kopfhörer, nein, es gibt keine Podcast-Kopfhörer, Kopfhörer in den Ohren hast oder zu Hause sitzt oder in der Badewanne oder wo auch immer. Wir wollen dir eine Frage stellen, denn wir wollen über The Most Evil Tech Company sprechen. Und wir sind uns aber nicht ganz einig, wer das sein könnte. Es gibt Listen dazu. Wir wollen es selber ein bisschen mehr einarbeiten, weil wir selber sagen, naja, was heißt denn jetzt evil? Aus welcher Perspektive? Evil? Weil ich eine Laserkanone baue oder weil ich vielleicht Menschen zuhöre oder weil ich Menschen. Was auch. Wir wissen selber nicht, wie wir das angehen wollen, wollen aber drüber sprechen, unbedingt uns Feedback dazu geben.

Markus

Wir schreiben den zugehörigen Artikel in die Podcast-Notes. Das wurde nämlich letzte Woche angeregt und was eigentlich sehr sinnvoll ist, dass man weiterführende Links und unsere Inspiration zu den einzelnen Themen auch mit der Community teilt. Das heißt, wenn man jetzt quasi auf Weiterlesen oder ähnliches mehr Infos zum Podcast klickt bei der Episode, sollte es auch Links geben, bei der letzten Episode schon jetzt. Das ist großartig.

Moonshots & Predictions

Daniel

Also auch wir iterieren und lernen und entwickeln uns weiter. Das finde ich aber auch mal richtig gut. Das ist ja auch voller Service. Im Übrigen, wenn du jetzt noch immer zuhörst, bist du ein absoluter Hardcore-Unterstützer oder Unterstützerin. Nicht vergessen, uns Sternchen zu geben, mindestens fünfter, da freuen wir uns sehr drüber. Nicht vergessen, anderen davon zu erzählen. Und ich würde sagen, wir sind so gut wie am Ende. Wir könnten allerdings noch vielleicht eine Prediction oder eine Moonshot machen. Ich fange mit meinem Moonshot an. Mein Moonshot ist unter dem Bild dessen, dass wir sagen, dass die meisten großen Schritte eigentlich an kulturellen Herausforderungen meines Erachtens scheitern. Wäre mein großer Moonshot, dass in der Building, it must not formale Building, sondern Building per se, endlich die Silos aufgerissen werden. Die Silos, where Disziplinen streng voneinander getrennt werden, on denen that this building to vermitteln, that it's um holistic. That would be rich good. That's where my moonshot.

Markus

That was a riesen Moonshot. If we should have building complete new from scratch, eigently zu denken and zu überlegen, wie mit all den neuen Mitteln, mit all den neuen Gegebenheiten, die wir im 21. Jahrhundert vorfinden, wie schaut ein ideales Bildungssystem aus. Das wäre ein Wahnsinn.

Daniel

Und da möchte ich noch vielleicht denen, die zuhören, noch einen Tipp geben. Probier ab und zu neue Dinge aus, die dich so gar nicht interessieren würden. Lies Bücher über Themen, wo du gar nicht weißt, dass sie dich interessieren. Schau dir die krassesten YouTube-Videos an, wie Dinge gemacht werden. Man findet manchmal Bilder, Analogien, Ansätze, auf die kein anderer kommt, weil du dich damit beschäftigst. Und dann baust du dir ihren Lösungen. Und wie ich schon mal gesagt habe, mir gefällt das so gut. Mit ich glaube Somat, die weil sie eine alte Toffee-Vee-Maschine entdeckt haben, plötzlich die Somat-Tabs gebaut haben. Das war ja eine umgebaute Toffee-Vee-Maschine. Und wenn man ein Toffee-Fee sich ansieht und ein Somat-Tab, dann weiß man ganz genau, was es ist. Und nur weil dieser Mitarbeiter oder Mitarbeiterin diese Maschine gesehen hat und diesen Toffee-Fee gesehen hat, hat sich gedacht, hm, finde ich toll. Das ist auch ein persönlicher Runshot. Und du wolltest noch eine Prediction machen.

Markus

Ich mache, ja, genau, weil wir ja vorher auch über Tractive gesprochen haben und dann Florian Schwandner. Ich glaube, dass jetzt in dem Setting und ich glaube, das kann auch durch zusammenhängen, dass so in den nächsten 18 Monaten Tractive entweder eine richtig große Investmentrunde bekommen wird oder vielleicht gleich schon einen Exit machen wird.

Daniel

Ich bin gespannt. Tatsächlich widerspreche ich dir auch nicht, aber das ist auf dein Mist gewachsen und du hast mir erzählt, und ich habe gesagt, meine Güte, du hast recht. Ich bin sehr gespannt. Es wird sich zeigen. Ich bin gespannt. Und dann haben wir es noch angekündigt. Vor lauter anderen Themen, über die wir gesprochen haben, haben wir ja bei Austrian Startups ja auch so unsere ganz eigenen News.

Markus

Ja, wir haben zwei neue Vorstandsmitglieder, den Adrian Zettel und den Michael Jonita, die uns unterstützen werden und sage ich mal auch eine neue Generation, die es im Startup-Ökosystem immer wieder gibt, auch bei Austrian Startups abbilden. Und glaube ich, uns auch einerseits aus der technischen Perspektive mit Michael eine ganz neue Dimension auch im Board geben. Andererseits aber auch mit dem Adrian einen einerseits einen Fokus auch auf Growth. Also deswegen ist er auch der nächste Stammtisch zum Thema Growth. Da ist ja dann der Adrian auch dabei. Aber andererseits ist, finde ich, der Adrian auch eine großartige Story, weil er einer der ersten Volunteers bei Austrian Startups war vor einigen Jahren, hat sich dann sich fokussiert auf den Aufbau von The Venturies, einem Unternehmen und das sehr erfolgreich ist und jetzt kommt er quasi in der Bordrolle zurück. Und das ist eigentlich ein Zyklus, den wir gerne öfter sehen würden. Und ich glaube auch, dass die Chancen gut stehen, wenn ich mir unsere derzeitigen Volunteers anschaue, dass das definitiv noch einige Male passieren wird.

Daniel

Das ist ein schönes Schlusswort. Und ich denke mir da, als ich würde es schon sagen, absoluter Austrian Startups, Veteran, ich bin ja der letzte Gründer quasi, der noch im Bord übrig ist. Das ist schon schön zu sehen, wie das so passiert und wie nicht nur ein Ökosystem nach außen geschaffen wird, sondern auch von innen. Das ist schon richtig schön. In dem Sinne, vielen, vielen Dank fürs Zuhören. Und ja, wir sehen uns nächste Woche. Guten Start in den Tag. Richtig. Dankeschön.