Future Weekly

#236 - Jahresrückblick & Predictions 2023

Daniel Cronin & Markus Raunig Episode 236

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2022 war turbulent, 2023 wird wild. Daniel Cronin und Markus Raunig blicken gemeinsam zurück und wagen ein paar Vorhersagen für die Zukunft.

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Redaktion & Produktion: Maximilian Blazek, Alberto Wimmer, Lisa Denise Reiss, Tjaša Ornik
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Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com 

Production: Hanna Moser

Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com

Daniel

Einen wunderschönen guten Morgen, guten Mittag, guten Abend oder guten Nacht und herzlich willkommen zum Future Weekly, dem Weihnachtsstartup-Podcast, Jahresrückblick. Und damit etwas richtig schön weihnachtlich ist, dachte ich, esse ich nochmal eine Runde davor, inspiriert durch den großen Jan Böhmermann, wenn der das darf, da habe ich das auch. Ich glaube, es geht dir gut. Geht's dir gut, Markus? Mehr geht's gut. Alles geil. Das wollen wir auch so machen, weil wir sitzen ja quasi unter dem Weihnachtsbaum, hauen uns die Hucke voll und wollen ein bisschen drüber nachdenken, was denn dazu passiert ist. Jetzt sag doch mal was, Markus, weil ich muss jetzt was unterschlucken.

Markus

Also, was haben wir heute im Programm? Wir werden ein bisschen zurückblicken auf das Jahr 2022, die Highlights und Lowlights, die wir da miterleben durften. Alles natürlich mit unserer Brille, die aus der Startup-Szene, aus der Tech-Welt kommt. Und dann ja, gibt es traditionell unsere Predictions fürs Jahr 2023, wo wir einen Blick in die Glaskugel werfen. Wir werden vielleicht auch kurz, wenn es sich ausgeht, zeitlich, einen Blick zurückwerfen, was haben wir denn letztes Jahr predicted und wo sind wir voll eingefahren und was hat sich bewahrheitet. Let's see. Aber starten wir mit dem Rückblick auf das Jahr 2022. Und das Jahr 2022 war definitiv das Jahr der Zeitenwende, weil es hat sich vieles geändert.

Daniel

Definitiv. Erstmal, es ist das Jahr auch, wo alles vorbei ist. Jetzt an Moderation mit vollem Mund. Das ist schon, da sagt man, jetzt ist schon egal. Gott sei Dank hat er eine Hose an der Mann. Das kann ich auch bestätigen auf dem Video, da Hose. So, ja, aber ich gebe dir recht, es ist wirklich ein Jahr, wo sich vieles geändert hat. Und ich meine, das ist das eine Thema, ist natürlich, wie sich die globale Welt verändert hat. Wir haben Kriege, wie am Steigende Zinsen, es ist schon ein bisschen wild und vielleicht fangen wir mal an mit dem Thema steigende Zinsen. Das klingt jetzt mal so trivial, hat aber dazu geführt, dass eigentlich die Welt darauf achtet, was die Fed wieder macht, was da wieder passiert, die ganzen Trickle-Down-Effekte auf die ganze Welt sozusagen ziehen da mit. Kryptos gehen in Keller, Aktien gehen in den Keller, Rezession steht da irgendwo im Horizont. It's interesting, aber es war halt auch irgendetwas, was man schon hat kommen sehen, oder? Dass einfach so dieser Boom-Zeit vorbei war. Ich habe lustigerweise gestern ein bisschen was drüber nochmal gehört und ein bisschen auch drüber simiert. Und eigentlich, wenn man denkt, dass wir davor in Lockdowns alle zu Hause saßen, wir hatten kaum Möglichkeiten, Geld auszugeben. Dann wurde noch kostenlos Geld uns nachgeworfen. Ja. Und man hat eine Nullzinspolitik, dass das dann irgendwann sozusagen dazu führt, dass dann alle ein bisschen anders denken müssen, das ist klar. Und genau das ist passiert. Und das sehen wir in verschiedensten Industrien. Und interesting. Hat natürlich nur unsere Startup-Welt dazu geführt, dass davor noch sozusagen die unfassbaren Runden waren. Da gibt es eine Reihe von Memes, die wir dieses Jahr gesehen haben, das typische Due Diligence noch vor einem Jahr, dass sozusagen VC sagt, aha, und wie viel wollt ihr wachsen? Geil. Und wie viele Nullen braucht ihr? Geil, let's do it. Und jetzt musst du quasi einen DNA-Test von deinem Ungeborenen hergeben und dann sozusagen all das machen, um 3,50 Euro zu raisen. Es ist schon ein bisschen anders. Ist es gut, ist es schlecht?

Markus

Naja, irgendwie ist es wahrscheinlich, musste es so kommen, wie du schon richtig sagst, das war absehbar. Das war auch tatsächlich eine der Prediction von uns im letzten Jahr, die sich definitiv bewahrheitet haben. Wir haben eine Rekordinflation 2022 vorhergesagt, eine noch nie da gewesene Inflation in der Eurozone und genau das ist eingetreten. Und das war insofern absehbar, weil wir halt über Jahre hinweg Nullzinspolitik hatten und wie du dann schon gesagt hast, auch während der Pandemie sehr viele staatliche Hilfen und Anleihzukäufe und obwohl die Produktivität durch Lockdowns und ähnliches gefallen ist. Und diese Divergenz führt dann natürlich zwangsläufig irgendwann zu Inflation, besonders wenn man gleichzeitig auch noch deglobalisiert und damit den großen deflationären Treiber der letzten Jahre entkräftet. Und was muss dann eine Zentralbank machen? Sie muss die Zinsen erhöhen, weil sonst gerät diese Inflation außer Kontrolle. Weil was da auch mitspielt, ist immer die Erwartung. Und wenn die Leute davon ausgehen, dass die Inflation steigt, dann führt es dazu, dass sie noch mehr Geld ausgeben. Und wenn sie noch mehr Geld dazu ausgeben, dann führt das zu mehr Nachfrage und mehr Nachfrage führt dazu, dass die Preise wiederum steigen und die Inflation steigt. Das heißt, es ist ein gefährlicher Teufelskreis und steigende Zinsen sind ein Weg, die Wirtschaft abzuwirken. Das heißt, man schränkt damit die Nachfrage ein und probiert so, die Preise wieder zu stabilisieren. Wenn man allerdings die Nachfrage einschränkt, dann führt das automatisch zu einem wirtschaftlichen Abschwung. Und das ist natürlich für alle dann schmerzhaft. Und besonders ist es auch schmerzhaft für alles, was mit Wachstum zu tun hat. Weil wenn man die Zinsen erhöht, dann wird es attraktiver, risikolos zu investieren. Wenn ich auf ein Fixgeldkonto meine 3-4% bekomme, dann ist es nicht mehr notwendig, dass ich in Aktien gehen muss, um eine halbwegs attraktive Rendite zu bekommen. Dann ist es schon gar nicht notwendig, dass ich in Startups investieren muss. Also man sieht da einen Trickle-Down-Effekt, dass sich die ganzen Investments, auch die großen institutionellen Investments, mehr ander aus dem Risiko zurückziehen. And that spirit auf der Ebene der Startups. Und das ist ein Game Changer, den viele von uns so auch nicht gewohnt waren, weil wir halt die letzten zehn Jahre auf jeden Fall, wahrscheinlich schon etwas länger, eigentlich nur von fallenden Zinsen ausgegangen sind. Das war eigentlich so, unsere Lebenshistorie sind die Zinsen immer gefallen und es wurde immer einfacher Geld zu bekommen. Und es hat immer weniger für Sparer gegeben. Und da ist jetzt eine Zeitenwende gekommen und es ist natürlich fragwürdig und fraglich, wie schnell sich das auch wieder ändern kann. Weil wenn man da in die 80er Jahre oder so zurückblickt, dann ist es nicht einfach, Inflation in den Griff zu bekommen, nachhaltig. Das heißt, oft ist es von einer längeren Periode begleitet, wo die Zinsen auch hoch bleiben. Und das würde natürlich das gesamte Ökosystem, auch das Startup-Ökosystem, massiv verändern. Weil bisher war es halt ein sehr probates Mittel, ein sehr probater Weg, zu sagen, man investiert, selbst wenn vielleicht jetzt mal der Buchwert, der Asset-Wert, der nicht vorhanden ist, man investiert in die Zukunft und man investiert besonders in den Glauben, dass jemand anderer später dafür mehr zahlen wird. Es ist eine Wette, dass jemand anderer später mehr zahlen wird. Und das idealerweise ist das natürlich unterlegt durch Wachstum des Unternehmens, dass das Unternehmen besser wird, mehr wert wird. Aber besonders in den letzten paar Jahren war das oft gar nicht mal so notwendig, solange die Story des Startups, solange die Wachstumsstory des Startups funktioniert hat. Und das hat man bei den ganzen Kryptoprojekten gesehen, wo oftmals sehr wenig Substanz dahinter war, aber es gab einfach mehr neue Leute, die daran geglaubt haben, dass das weiterwachsen wird. Und dieses Kartenhaus, was wir gebaut haben, das ist jetzt zusammengebrochen.

Daniel

Ja, und ich meine, das Interessante ist ja, es ist ja keine, du hast es ja eh schon sehr treffend gesagt, es ist ja keine eindimensionale Krise, es ist keine reine Wirtschaftskrise, es ist eigentlich eine Krise, die es wahrscheinlich auch ohne externe Faktoren, also ohne zusätzliche Faktoren schon ganz anständig gegeben hätte. Es ist allerdings noch ein paar andere, es sind allerdings noch ein paar andere Dinge dazugekommen. Und das ist natürlich die Invasion Russlands in die Ukraine, so dass das Undenkbare ist passiert, von der man sich gedacht hat, na, das passiert doch niemals. Ja, und plötzlich war es da. Und hat aber dann nochmal mehr die Welt ohnehin schon in ein Chaos gestürzt, wenn man denkt, eigentlich durch Covid und Co. waren die Supply Chains schon sehr beansprucht. Jetzt natürlich dann dadurch durch den Angriffskrieg auf die Ukraine. Nochmal mehr Stärke. Einerseits natürlich unsägliches menschliches Leid. Da brauchen wir brauchen wir gar nicht drüber sprechen. Das ist hoffentlich jedem klar, wie absolut sinnlos und schwachsinnig so ein Krieg ist. Ich muss aber an der Stelle dennoch sagen, wie faszinierend die Response der ukrainischen Bevölkerung ist. Wenn man sagt, Putin ist reingekommen und hat gedacht, in drei Tagen ist das erledigt. Ich habe interessanterweise vor ein paar Wochen einen Podcast gehört von dem führenden Experten für urbane Kriegsführung, der in West Point unterrichtet ist, sozusagen die Milak der Amerikaner. Und er hat tatsächlich gesagt, die Zahl ist falsch, aber wenn ich es richtig im Kopf habe, war es, dass die Bevölkerung von einem Ort von Kiew und rund 6000 Soldaten es geschafft haben, die komplette russische Armee sozusagen zum Stillstand zu bewegen, einfach weil sie so effizient ihre Stadt verteidigt haben. Und da gibt es scheinbar auch eine Größe, die eine Stadt haben kann. Und wenn diese Größe überstiegen wird und die Bevölkerung nicht sozusagen in Anführungszeichen befreit werden möchte, sondern es als Invasion wahrnimmt, dann ist diese Stadt im Prinzip uneinnehmbar. Und das ist relativ interessant. Und das ist etwas, wo man an der Stelle einfach sagen muss, hätte die ukrainische Bevölkerung gesagt, ist mir egal, lassen wir. Ja, gut, aber weil die sich so dagegen gestellt haben, ist es natürlich hochgradig faszinierend und beeindruckend. Und hat aber auch natürlich viele Pläne Russlands sozusagen zerkreuzt. Und daraus ist aus einem vermeintlichen Blitzkrieg ein Zermöderungskrieg geworden, der in einer Situation ist, die schwer auflösbar ist. Und Europa ist natürlich irgendwo dazwischen, die natürlich einerseits wirtschaftlich, aber auch andererseits, was NATO und Co. betrifft, dann schon sehr, sehr beanspruchen werden. Und was natürlich auch dazu geführt hat, dass die Rolle Europas, die ohnehin schon durch Covid gechallenged wird, nochmal mehr gechallenged wird. Ja, interesting. Also es ist für Europa nicht 5 vor zwölf, sondern 1 vor zwölf oder eigentlich wahrscheinlich schon Viertel nach zwölf, um endlich stärker zu zeigen und sich dazu beziehen.

Markus

Es ist sicher durch diese Invasion die europäische Abhängigkeit von Russland sehr klar geworden und die fehlende Souveränität Europas auch in vielerlei Hinsicht. Man muss aber auch sagen, dass es wahrscheinlich eben dadurch ein Erwachen gegeben hat. Und das ist jetzt hart, weil es ein Zug ist. Diese Abhängigkeit, von der sich lösen will, dann tut das weh. Wir waren abhängig von Nullzinsen, wir waren abhängig von billiger russischer Energie und wahrscheinlich auch noch von billiger chinesischer Arbeit, die wir importiert haben. Und alle drei Faktoren fallen jetzt weg. Das tut weh. Das ist wirklich für die Wirtschaft das zerrt. Aber gleichzeitig ist wahrscheinlich all das bis zum gewissen Grad auch gesund, weil man eben sowieso sinnvollerweise souveräner werden sollte, weil man sowieso eine Energiewende hinkriegen muss, auch aus der Klimaperspektive. Und genau das schafft jetzt auch die Urgency, die es auf einer demokratiepolitischen Ebene braucht, um hier in die Gänge zu kommen. Weil das ist sicher die große Schwäche, und das ist gleichzeitig die Stärke der Demokratie, dass sie sehr resilient ist, dass sie nicht einfach runterzukriegen ist, aber sie ist auch sehr langsam im Wandel. Das ist, wie gesagt, es verhindert auch totalitäre Übernahmen und so weiter, dass halt ein demokratisches System langsam ist, dass man eher schwierig Dinge verändern kann. Aber wenn es Veränderung braucht, dann braucht es meistens eine Krise. Und genau wie Covid bei manchen Sachen zu einem Umdenken geführt hat, teilweise eben auch positive Umdenken. Meines Erachtens genau das gleiche hier. Es ist eine Chance und es ist auch eine Chance wiederum für Startups, hier Lösungen zu liefern. Und es bündelt Ressourcen, es bündelt Aufmerksamkeit auf dieses große Problem, wie schaffen wir saubere Energie in Europa selbst zu produzieren. Und diese Aufmerksamkeit kann jedenfalls nicht schaden.

Daniel

Nein, definitiv. Und ich glaube aber auch, dass diese Dinge ein paar Meinungsbilder in den nächsten Monaten zerstören werden. Weil was ich so interessant finde, ist, dass viele Leute jetzt sozusagen sagen, ah, man muss sich da jetzt militärisch einsetzen, man muss da was tun, bla bla bla, die zeitgleich aber auch jahrelang Wehrpflichten oder Bewaffnungen von Polizei und so weiter negativ fanden. Und ich habe das Gefühl, dass man jetzt, glaube ich, einfach so gewisse ideologische Grundfesten von vielen Leuten einfach hinterfragen muss und dass man tatsächlich auch sieht, dass die Freiheiten und die Möglichkeiten, die wir in Europa haben, tatsächlich nicht einfach uns irgendwann auf dem Teller serviert wurden, sondern dass die tatsächlich auch entstanden sind durch viele unschöne Zeiten und viele harte Zeiten. Und ja, es ist eine komische Zeit. Es ist eine komische Zeit. Und ich glaube, es ist auch eine Zeit, wo man viel bewirken kann und viel bewirken muss. Ich glaube, es ist auch eine Zeit des möglichen positiven Wandels, wenn wir das hinbekommen. Das kann ich nur sagen, das wäre was sehr Schönes. Und was wir da natürlich dieses Jahr gesehen haben, ist es gleich in einer Zeit, wo viel schlimme Dinge passieren, natürlich auch ein paar ganz interessante Entwicklungen gekommen sind. Und das ist natürlich auf dem AI-Sektor. Ja, wo wir plötzlich alle angefangen haben, mit allen möglichen komischen Tools zu spielen. Allen voran Dali und natürlich ChatGPT. Unglaubliches Tool, mit dem man in Wahrheit was so unscheinbar wirkt. Und je mehr man darüber nachdenkt und je mehr man damit sich beschäftigt, desto mehr merkt man, wie unfassbar krass die Implikationen dieses Tools sein können. Und dass das eigentlich ohnehin nur diese berühmte Spitze des Eisbergs ist. Und wie das aber in Wahl, glaube ich, unglaublich viele Industrien verändern wird, und wie es aber auch eine Reihe von zusätzlichen Qualifikationen, Jobs, Tools und so weiter nach sich ziehen werden muss, damit es auch sauber ist. Und noch um den Anschluss daran zu kriegen, es ist auch das Jahr, wo zum Beispiel der Wiener Bürgermeister mit Vitali Klitschko ein Zoom-Call hat und stellt sich raus, war ein Deepfake, weil es einfach so gut gemacht wurde. Und das ist natürlich genau das Problem, dass all diese Tools so einfach zu bedienen sind, so gut funktionieren und so einfach auch nicht so gute Dinge verwendet werden können. Yeah. It's interesting. Es kommt viel Verantwortung mit den Tools und noch wenige, die diese Verantwortung auch, wie soll ich sagen, gerecht werden, oder? Oder die schaffen, einem einen Siegel zu geben, it's approved, it's safe, don't worry. Es erfordert selbst viel Verständnis dafür. Aber was ich so spannend finde an ChatGPT ist, ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich merke es bei mir, dass ich da manchmal davor sitze und denke, ich mag da jetzt was Cooles mitmachen. Und mir fällt erstmal im ersten Moment gar nicht ein, wie ich dann ein Ergebnis produziere, das mir gefällt. Und wenn ich teilweise auf Twitter mir anschaue, wie Leute dann Fragen formulieren und mir denke, ah, krass, das geht auch. Ah, so könnte man das stellen. Das ist, glaube ich, etwas, es ist einfach eine unglaubliche Waffe. Aber man muss überhaupt mal lernen, sie in dem unendlichen Thema bedienen zu können. So ähnlich, ich fühle mich manchmal so, wie als ich vor meinem ersten Computer gesessen bin. Dieses so, man sitzt davon und denkt sich, okay, geil, und jetzt? Und man sitzt vor dem C-Doppelpunkt Backslash und weiß erstmal gar nicht, was man macht. Und dann fängt man an, so die ersten Begrifflichkeiten zu lernen. Und kratzen unter Oberfläche. Das ist schon das Interessante bei ChatGPT. Und ähnlichem, du musst schon wissen, wie du die Fragen formulierst, damit du das Maximum rausbekommst. Und man sieht eben auch komplett die Limitationen. Und wie ich schon einmal gesagt habe, die Limitation ist zum Beispiel Humor, die Limitation ist Subtext, die Limitation ist einfach all das, was unsere Sprache so schön macht. Weil man merkt halt, es wurde drauf trainiert, gut zu klingen und es klingt richtig gut. Und dann fehlt aber manchmal einfach diese Substanz. Und das ist, glaube ich, etwas, was interessant ist bei jetzt ist mir der Name entfleucht bei dem, bei dem Ding, das Kunstwerke nachahmt. Wie gerade mit Dalli entfallen. Das steht da eh davor, der Name. Und auch da ist es so, inweit die richtige Mischung zu finden, das ist schon eine Leistung. So wie wenn du für so ein Farbset sitzt, so einer Farbpalette. Da gibt es den einen, wie Picasso daraus brillante Kunst machen kann und einen anderen, der einfach nur einen Haufen brauner Pampe macht. Und da muss man halt, glaube ich, einfach auch lernen, dieses Orchester richtig bedienen zu können. Dennoch ist es sehr cool. Dieses Jahr war auch, wir haben es vorhin auch angedeutet, ja, das Jahr, wo Krypto ordentlich ernst auf die Nase bekommen hat. Und wo wir das teilweise auch live sehen konnten und alles auf Twitter auch quasi live erleben konnten, wie sich das abgespielt hat und sich noch immer abspielt und diese berühmte Fod und all diese ganzen anderen Themen, es ist schon wild und du merkst, dass es auch eine Industrie, die vielleicht noch sehr jung ist und noch sehr reifen muss. Da gibt es natürlich bestimmte Unternehmungen, die vielleicht Reifherrer sind, aber es ist so wieder, dieser spielerische Zugang zu etwas, was schnell ernst wird, aber wenn es ernst wird, noch nicht die Sicherheitsmechanismen hat, die es haben muss, damit es die Breitenwirksamkeit, die es erhalten hat, auch abfedern kann. Weißt du, was ich meine? Weil auch bei ChatGPT, klar, wenn ein paar Leute, die wissen, was es ist, damit ein bisschen rumspielen und das mit Leuten posten, die wissen, was es ist und es eh werten können, cool. Aber in dem Moment, wo es Leute erreicht, die nicht mehr erkennen, was es ist. Oder der Erzeuger zu weit weg ist von dem, von dem, von dem, von den Rezipienten, dann ist es natürlich echt so ein Thema. Und das haben wir bei Krypto gesehen. Ich meine, da geht Luna in die Knie, das haben wir ja quasi live miterlebt. Und FTX genauso und in Wahrheit sind das ein paar Leute, die da spielen und aber wahrscheinlich schon so disconnected sind, dass da wirklich Existenzen dahinter sind, die Haus und Hof verlieren, Selbstmorde, die passieren, Beziehungen, die kaputt gehen, Zukunfte, die zerstört werden. Worauf wir, glaube ich, beide ganz, ganz, gerne, ganz genau hinaus wollen, ist, diese Industrien schreien nach Regulierung und zeigen auch genau, da ist Regulierung wichtig. Und das ist auch so ein bisschen, vielleicht wenn man so will, ich weiß, wir machen es im Anschluss, aber eine Prediction, die ich sehe fürs Jahr 2023, ist, man muss Wege finden, schnell aufkommende technische Neuerungen schnell sinnvoll und effizient zu regulieren. Weil es bringt nichts, wenn du eine Regulierung in zehn Jahren hast dafür und dann ist schon alles gemacht worden und der Markt hat die Regulierung selber vorgenommen und auf der Strecke geblieben sind, die, die vielleicht Pech hatten oder die sich nicht schnell genug damit auseinandersetzen konnten. Das ist zerstörerisch.

Markus

Es ist halt ein gefährliches Spiel, weil oftmals kann man halt früh noch nicht wirklich erkennen, wo wie eine sinnvolle Regulierung ist und bis zu einem gewissen Grad vielleicht auch, man, das klingt jetzt hart, aber man ist selber schuld, wenn man halt sein Geld in unregulierte Dinge steckt, die aber ich weiß, was du meinst, und das ist auch das wirklich Traurige an der Sache, dass halt diese Produkte, die oder diese Plattformen, die jetzt in pleite gegangen sind und unglaublich viele Kundengelder damit auch verschwunden sind, dass die halt in a Wahrnehmung für viele Menschen unglaublich mainstream waren. Also ja, rund um crypto.com, etc., die haben Superbowl-Werbing mit Tom Brady gemacht. Um zu signalisieren, hey, we are legit, we are serial, we are mainstream. Und dass sowas dann pleitig ist, es ist halt halt wirklich, wirklich hard. Aber es ist halt auch eine Leerstunde für viele von uns. Und es ist auch traurig, dass so viel Shabanak damit getrieben wurde. And that am Ende halt so wenig Substanz übergeblieben. Das ist auch für mich so ein bisschen, was mich enttäuscht on the safe ist, dass ich halt viel von crypto habe ich nie so richtig. It's like a early mea culpa. That's the real deal, that's the music. This is that where in the next year all this. And this narrative. Ein bisschen ab und besinnen sich zurück auf, okay, Bitcoin ist super, aber alles andere Krypto ist scheiße. Und das ist eigentlich keine Substanz und Web 3 war eigentlich alles an heißer Luft. Nicht alle, aber ja, es ist schon auch eine Lehrstunde, dass man sagt, okay, do your own homework, don't believe the hype.

Daniel

Ja, super spannend. Ich meine, dieses Fort, was ich von angesprochen habe, Fear, Uncertainty, Doubt, das ist jetzt sozusagen der das, was gerade auch zu Recht herumschwabert. Und ich habe halt das Gefühl, es ist so, es gab, es sind immer Hype-Wellen, die wir bei jedem Trend sehen. Und jetzt ist einfach ganz klar der Moment, wo ganz vielen Leuten fürchterlich wehgetan wurde, wo viele Dinge nicht funktionieren und davor, ähnlich wie in der Startup-Welt mit den Bewertungen, wir gesehen haben, es hat teilweise ein geiles PowerPoint gereicht und eine coole Story und zack her mit den Millionen und jetzt geht man damit anders um. Und ich glaube, dass jetzt, wir sind jetzt ja in Wahrheit mit Binance, wie das auch in den letzten paar Wochen war, dass auch dort wurde probiert, fort auszulösen. Man hat dann gesagt, nein, nein, nein, die haben ja irre Reserven, bla bla bla bla bla. Binance lustigerweise die argentinische Fußballnationalmannschaft gesponsert hat. Das heißt, auch dort wieder sozusagen auch in einer Massenebene angekommen sind. Und wo aber in Wahrheit auch schon fast ein Monopol erreicht wird, wenn man es so wirklich wissen möchte, so auf der Ebene. Und da natürlich der Schreiner Regulierung kommt. Und es erinnert mich fast wieder an die ganze Seite mit den Internetbrowsern und an die Suchmaschinen und wie das nicht alles ist. Das ist immer so dieses, da sind ein paar, dann machen alle ihren Wahnsinn. Dann kracht und Sheppard das ganz wahnsinnig. Viele bleiben auf der Strecke und dann setzen sich ein, zwei durch und übernehmen Monopol, was nicht gut ist. Ich habe so ein bisschen das Gefühl, das kommt in die Richtung. I don't know, das ist nur so ein Bauchgefühl. Der Unterschied allerdings hier zu den ganzen Startup-Bubbles ist, dass für mich die emotionalen Mechanismen andere sind, weil du in Krypto dein Geld reinsteckst und alle sehen diese 10x und dieses über Nacht und Tschaka und Boom und noch mehr und noch mehr und noch mehr. Und gerade wenn du in einem Bullenmarkt bist und siehst, du schmeißt da heute 10 Euro rein, die morgen 11 sind, 12 sind, 13, 20, wow, und jeder hat diese Heldengeschichten. Und dann investierst du Geld, das du nicht verlieren darfst, in etwas rein, was sich ja ohnehin vermehrt, weil das so easy ist, dann ist es ganz, ganz, ganz schrecklich. Und jetzt, glaube ich, so eine Ebene, also ich glaube, jetzt ist eine Ebene, wir wissen nicht, ob der Boden erreicht ist, geht vielleicht noch weiter runter. Und ich glaube, auch für 2023, wo sich das da alles herumsammeln wird und glaube ich noch viele, viele, viele auf der Strecke bleiben werden. Andererseits natürlich auch eine Krisenzeit, wo natürlich auch viele Opportunities sind und wo sich dann wiederum für die nächsten Obcycle viel passieren wird. Wir hören, wie Banken in den Bereich gehen und, und, und. Aber dieses blinde Vertrauen da rein, dass sich das Geld vermehrt, das ist weg. Und es ist auch gut so, dass es weg ist. Trotzdem ist es wild zu beobachten. Und ich bin halt auch gespannt, was noch rauskommen wird in den nächsten Wochen und Monaten. Und da kann einem schon teilweise schlecht werden, wenn man sich anschaut, wie FTX mit den Kundengeldern umgegangen ist. Holy shit, wie kann das denn sein? Das ist ja unmöglich. Und ich hoffe, dass man den Leuten auf die Finger schaut. Das ist natürlich eine Chance, aber auch wiederum für europäische Projekte, die halt jetzt schon reguliert sind und vielleicht auch BAFIN-Approved sind und so weiter und so fort. You never know. You never know. Ja, wir hatten jetzt ja eigentlich ja die Zinsen, wir hatten die russische Invasion, wir hatten AI, Cryptocrashes, ja und was ist es? Auf welchen Ort besinnt man sich, wenn man jetzt eigentlich wissen möchte, was ist denn da jetzt wirklich los? Ich bin so ein Typus, wenn dann alles ein bisschen viel wird, was man da so liest, dann geht man an einen Ort und probiert da selber, sich seine Meinung zurechtzubauen. Das ist so eine Bastion der freien Meinungsäußerung, wo die Intellektuellen und die Interessierten gemeinsam sind mit Leuten aus aller Welt. Und das ist Twitter. Und ja, 2022 hat uns auch so ein bisschen Twitter genommen. Ja, scheiße, würde ich jetzt mal so sagen, weil der selbsterklärte Coin-König oder wie auch immer er heißt, Elon da gedacht hat in seiner unendlichen Brillanz, dass er jetzt Twitter übernehmen möchte und dann natürlich auch mal eigenhändig das Ding auch führt. Und das hat ja so mittelgut funktioniert, hätte ich jetzt mal behauptet.

Markus

Ja, das war eine ziemliche Seifenopa, ist immer auch noch eine ziemliche Seifenopa. Und es irgendwie steht es auch in einem breiteren Kontext, dass irgendwie ein Kampf um die Medien ausgebrochen ist. Also es ist etwas, was wo wir das Gefühl hatten, okay, wir hatten jetzt ein paar Jahre diese sozialen Medien, die sehr breit und Auffangbecken für alle Teile der Gesellschaft waren. Und es scheint sich jetzt aber mehr und mehr auch irgendwie so herauszukristallisieren, dass man damit eher schwierig Geld verdienen kann. Weil halt in erster Linie Eyeballs zählen und Eyeballs werden durch Polarisierung, Emotionalisierung etc. ausgelöst. Und ja, dass so Filter Bubbles der Weg sind, wie man am besten halt auch profitabel sein kann. Und besonders jetzt durch den Druck, auch Zinsvense und so weiter, müssen die Medien halt halt auch schauen, dass sie mehr Geld machen. Und das füchte ich dazu, dass viel mehr eben jedes Medium eine sehr bestimmte Zielgruppe anspricht, auch eine bestimmte Gesinnung anspricht. Und da spricht jetzt auch natürlich ein Kampf aus um die großen Medien, in welche Richtung die sich entwickeln. Elon hat das bei Twitter, sieht man gerade, dass da sicher auch der Weg eher in eine gewisse Gesinnung, die weniger liberal ist, als das vielleicht vorher so der Vibe von Twitter war. Man sieht das aber auch in der österreichischen Medienlandschaft, wo probiert wird, Medien umzufärben oder gewisse Positionierungen zu erreichen, die wiederum dann verkauft werden können. Also das ist so ein bisschen auch, was man sieht halt in den New York Times, die mit einer linken Agenda unglaublich erfolgreich ist, wo sie sagt, okay, die haben von Trump profitiert, indem sie einfach unglaublich Trump-kritisch waren und das sehr stark auch emotionalisiert haben gegen Trump und so als erstes Medium wahrscheinlich geschafft haben, mit Paywall auch sehr, sehr erfolgreich zu werden, auch finanziell. Dieses Playbook wird jetzt mehr und mehr auch angewandt und ja, abgesehen von Twitter, sicher auch eine sehr gefährliche Entwicklung, weil der Frieden, den wir in Westeuropa in den letzten Jahrzehnten hatten, ist auch sehr stark aufgebaut auf einer gewissen gemeinsamen Realität, dass wir halt ähnliche Nachrichten geschaut haben, ähnliche Wahrnehmung der Realität hatten. Und wenn sich das stark verändert, wenn jeder seine eigene Realität aufbaut, dann führt es notwendigerweise leider früher oder später auch zu Konflikten.

Daniel

Es ist ein schönes Bild. Also es ist ein schönes Bild der gemeinsamen Realität. Das habe ich eigentlich noch nie so in der Form so gesehen, aber du hast komplett recht. Und es ist wirklich lustig, dass natürlich jeder sich seine eigene Realität baut und seine eigenen, vielleicht ein paar andere findet, die es ähnlich sehen. Wenn man es vergleicht, früher hat man die Zeit im Bild gesehen, die Tagesschau, dort wurde das sozusagen die Wahrheit sozusagen kundgetan. Man hat es gehört, man hatte eine Meinung, da gab es vielleicht noch einen Kommentar. Dann hat man vielleicht die FAZ oder Bild oder Krone oder was auch immer gelesen, auch noch und dann war es schon gut. Ja, interesting. Und dann haben wir natürlich noch ein Jahr, wo ja die, die ich tue immer so schwer Postpandemie zu sagen, weil wir sehen, es gibt ja eine neue Welle in China, die gerade wieder alles niederreißt. Also wir sind noch immer mittendrin. Es ist nur wieder einfach eine Welle, die, die, die ruhiger ist. Und vielleicht der Wandel von der Pandemie zu Endemie. Ich hoffe. I don't know. Wo aber auch sich Arbeitsverhältnisse sehr stark geändert haben. Es ist das Jahr, wo dann auch Leute über Anti-Work-Movement, Quite Quitting und all das ganze Zeugs gesprochen haben. Und ich habe das Gefühl, es gibt Unternehmen und Industrien, die dort gute Wege für sich gefunden haben, smarte Wege. Und andere, wie zum Beispiel Elon und Twitter, die gesagt haben, nein, nein, you have to be on premise und sofort und zack, bumm bang. Die es nicht gefunden haben. Und das ist für mich aber auch so eine fast eine Einladung, sich ein bisschen neu zu erfinden. Denn die, die einfach so weitermachen wie vorher, das ist schwierig, weil wir natürlich zweieinhalb, drei Jahre gelernt haben, dass man von zu Hause teilweise arbeiten kann, dass man nicht im Büro sein muss, dass man vielleicht nicht für jedes Meeting in Flieger steigen muss und irgendwo hinfliegen, um eine Stunde ein Meeting zu haben. Und das ist natürlich auch etwas, was zu Effizienzen und auch zu unglaublichen Ineffizienzen geführt hat, je nachdem, was man was man da so möchte. Was ist da bei dir hängen geblieben von all diesen Trends? Sagen wir Buzzwords, ist das Wort, womit ich mich bewohler fühle.

Markus

Ich glaube, grundsätzlich spürt man die Folgen der letzten Jahre auf einer mentalen Ebene. Also ich glaube, wir haben Rekord-Burnout-Raten und viele Leute, die desolutioniert sind und irgendwie auch nicht so wirklich den Sinn in ihrer Arbeit sehen. Und das führt zu Umwälzungen am Arbeitsmarkt. Gleichzeitig gibt es eben dann so ein bisschen die Gegenbewegung, die sagt, nah, back to the office und überhaupt wieder mehr arbeiten und also das ist ein sehr heiß diskutiertes Thema, wie sich die Arbeitsrealität verändert. Das gab es meines Erachtens keinen klaren Trend 2022. Ich glaube, wir sind durchaus an einer spannenden Stelle im Zeitverlauf, weil sich das jetzt in unterschiedlichste Richtungen entwickeln kann. Und ein Thema, was dabei meines Erachtens viel zu selten mitgedacht wird, ist das Thema AI. Also ich glaube, dass das halt die Arbeitsrealität massiv verändern wird. Und wie aber diese Diskussionen eher vergangenheitsorientiert führen mit aktuellen Arbeitsrealitäten im Kopf. Und ich glaube, ja, dass uns dieses Thema auch definitiv im nächsten Jahr begleiten wird. Also wie sich Arbeit verändert im 21. Jahrhundert, ist spannend und noch lange nicht abgeschlossen.

Daniel

Ich meine, das Lustige ist und ich glaube, wir kommen gleich nochmal zu ein bisschen zu unserem kleinen Ausblick zum Jahr 2023. Aber was ich halt so interessant finde, ist, ich merke es einfach bei mir, es gibt Arbeiten, die man sehr gut remote machen kann. Es gibt auch bestimmte Arbeiten, also zumindest für mich, die ich einfach face-to-face machen möchte. Und zum Beispiel kreative Prozesse, wo man gemeinsam an etwas Neues, Neuem arbeitet und wirklich in die Tiefe gehen muss. Das ist für mich, also durch Zoom und Co. Okay. Aber es ist einfach nicht machbar in dieser Ebene. Und ich merke halt, wie sehr auch, wie schwer es ist, finde ich, einen Teambezug herzustellen, wenn man sich so einfach so gar nicht sieht. Und das ist, glaube ich, etwas, was man einfach dort reinfliegen muss. Welchen Trend ich total dumm finde, ist dieses Quiet Quitting. Wo man sagt, das ist Dienst nach Vorschrift, wo ich denke, Moment, das haben doch die Beamten vor 40 Jahren schon erfunden. Das ist ja jetzt nichts Neues. Ach, das ist wieder etwas, wo dann die Leute auf LinkedIn wieder irgendwas schreiben können, wie sie da alle was gemacht haben und Chakabum. Ja, ja. Ich glaube es aber einfach. Ich bin gespannt für 2023, wie man vielleicht auch durch notwendige wirtschaftliche Effizienzen, Effizienzen, Heißt das das Wort? Effizienzen, ja, Effizienzen, dass ich das noch rausbringe. Getrieben vielleicht es schafft, Räume zu schaffen, dass man einerseits wirtschaftlich effizient ist, allerdings auch, was HR-Themen betrifft, effizient ist und es schafft daraus für sich selber einen guten Weg zu finden. Das sehe ich als Challenge für 2023. Weil wenn ich gute Leute habe, die müssen flexibel sein. Natürlich brauche ich auch, wie wir es bei Twitter gesehen haben, wenn die Cafeteria irgendwie was für das, 150 Dollar pro Tag pro Kopf kostet, weil eh keine Sau kommt, macht das auch keinen Sinn. Und ich glaube, daraus ergibt sich dann ein Setup. Für jedes Unternehmen, wo man wahrscheinlich aus mehreren Faktoren heraus ein Sweet Spot definiert, dann hat man es auch schon. So einfach sehe ich das. Solange man immer wieder aber auch seine eigenen Nordsterne vor Augen führt und sagt, was ist für uns relevant als Unternehmung, was brauchen wir als Unternehmung. Also definitiv meine Prediction 2023, was das Work-Thema betrifft, einfach eine effizienzgetriebene Lösung. Und kein, wir laden Berater ein, machen sie sitzkisten runter und machen Bullshit-Bingo, sondern wirklich, okay, das sind die Stellschrauben. Was ist das Beste, was wir draus machen können? Ja.

Markus

Gut, das heißt, wir starten mit Predictions. Ich habe schon begonnen. Das war schon meine erste Prediction. Ich habe schon begonnen, ja. Na gut, dann starte ich auch. Also ich glaube, Arbeitsmarkt, was sich da tun wird, ist, dass User Skills für diese Artificial Intelligence Tools, die da jetzt gerade rauskommen, von ChatGBT über DALI und etc., dass sehr relevant werden wird. Also dass Leute, die das beherrschen, die gut sind im Nutzen von diesen Tools, effizienter sein werden und besser arbeiten werden als Leute, die dann mit nichts zu tun haben. Genauso wie halt es eine Fähigkeit ist, zu googeln. Und ich glaube, dass das noch viel wichtiger sein wird. Ja, also das ist ein Thema. Ich glaube, dass Menschen, die in dem Bereich gut sind, im nächsten Jahr beruflich deutlich größere Sprünge machen als Leute, die das noch nicht drauf haben. Und vielleicht damit einhergehend, ich glaube auch, dass das zu einer nationalen Diskussion werden wird, nämlich wahrscheinlich getrieben durchs Schulsystem. Ich habe nämlich einen Bruder, der ist 16 Jahre alt und auch der kannte ChatGPT zwei Wochen nach Publishing schon. Ich habe noch nicht mit ihm darüber gesprochen, wie er Chat-GPT nutzt, aber ich kann mir gut vorstellen, dass das bei Hausaufgaben und ähnlichen durchaus hilfreich sein kann. Und ich glaube, genau das werden viele Kinder schon ausprobieren und ich glaube, genau das wird dazu führen, dass viele Eltern dann irgendwann einmal sagen, hey, das geht ja nicht, dass Chat-GPT die Hausaufgaben für die Kinder macht, lernen ja nichts. Und ich glaube, dass deshalb das Ganze zu einem wirklich nationalen Thema wird, das wird AI auf die nationale Bühne bringen und zu einer Diskussion führen, wie, was sind moralische Anwendungsfelder von AI, wo darf man AI verwenden, wo nicht. Und macht Sinn, dass man das reguliert jetzt zum Beispiel für Schüler, dass man da in irgendeiner Form besser erkennbar macht, was ist von einer AI geschrieben und was nicht. Und vielleicht aber auch zur Erkenntnis kommt, hey, am Ende geht es eben darum, weil auch am Arbeitsmarkt gefragt ist, man diese Tools nutzen kann. Und das ist wichtiger als auswendig lernen.

Daniel

Ich bin neugierig. So wie die Schule kennen, werden sie erstmal dagegen sein oder es erstmal gar nicht merken und überrascht sein, wie sich da bestimmte Schülerinnen und Schüler entwickeln, ganz prächtig bei ihren Aufsätzen und wie auch immer. Fakt ist aber tatsächlich, dass es zielführend sein muss, Leute genau auf diese Tools vorzubereiten. Und ich bin halt auch gespannt, vielleicht auch so als meine Prediction, was für Peripherie-Services entstehen werden, um anderen zu helfen, diese Tools gut zu nutzen. Ob das nun Workshop sind, ob es Berater sind, ob es andere Leute sind, die es einfach für sich selber verwenden. Das wird ganz einfach kommen. Und wie du sagst, man muss lernen, wie man googelt. Und in Wahrheit, wenn man sagt, die meisten IT-Help-Services sind einfach Leute, die wahnsinnig schnell googeln können, damit da sicherlich einiges passieren. Was ich auch glaube, ich glaube, die Krypto-Welt wird sich neu ordnen müssen. Das Interessante ist, ich glaube, es wird jetzt noch weitergehen mit den ganzen Trickle-Down-Effekten, die wir da so sehen. Trotzdem ist es aber so breit und so stark und auch, glaube ich, die Notwendigkeit einer von digitalen Währungen, wenn ich das mal so sage, dass sich da einfach mehr Regulierung durchsetzen wird und weniger Schindluder. Und dann, glaube ich, auch sehr solide Projekte auch wieder, wieder stärker nach oben kommen werden. Das macht einfach Sinn. Es werden sich aber entlang dessen noch einige Leute ordentlich wehtun. Und ich sehe, dass du einen Punkt hast, das ist das Thema Web 3. Und das ist etwas, wo ich auch gespannt bin. Ich habe das Gefühl, dass es so ein Thema ist in das so viel Hoffnung gesteckt wird und das aber getrieben wird von Leuten, die so weit weg sind von Realitäten, dass das in der Form, wie es gedacht wird, nicht stattfinden wird. Und ich glaube, allerdings wird es quasi nicht top-down betrieben, sprich von Meta oder wem auch immer, sondern es wird Bausamop sein von Leuten, die frustriert sind aus dem, was passiert. Leuten, die vielleicht frustriert aus dieser Unternehmung herausgehen und dann eine neue Sphäre schaffen für Leute, die sich genau dort wohlfühlen, außerhalb von Google und Meta und wie sie nicht alle heißen und Twitter und Co. Und das ist auch meine Prediction, dass genau so ein Tool irgendwo kommen wird, das es vielleicht schon gibt. Was nach wie vor fehlt, ist der Hardware-Standard. Man munkelt hier wieder, dass Apple tatsächlich sehr nah daran ist, so etwas zu machen. Und da wäre ich natürlich sehr neugierig, wenn so ein Tool kommt, das sozusagen im AR- und VR-Bereich ein Standard schafft, dann ist das natürlich ein absolutes Buschfeuer, das da angezündet wird.

Markus

Thema Web 3. Ich glaube, dass es da im nächsten Jahr ein Massensterben von Projekten geben wird, weil sich halt auch so ein bisschen die Royalty in dem Bereich von dem Thema abwendet. Ich habe zum Beispiel letzte Woche gesehen, dass der Eric Demut einen LinkedIn-Post liked. Where I said, Bitcoin is credible while crypto is not. And that entspricht einem gewissen Bitcoin-Maximalismus, which der sich mehr und mehr da auch verbreitet. Und ich glaube, wenn selbst die Royalty, die Aristokratie in diesem Bereich mehr von der breiten Masse an Kryptoprojekten abwendet und mehr auf diesen Bitcoin-Maximalismus geht, dann ist das für die vielen Projekte in dem Bereich sicher ein sehr gefährliches Umfeld. Und deswegen glaube ich, dass sich Bitcoin fangen wird, der Rest der Szene nicht. No Investment Advice, as always. Und dann vielleicht noch ein Muget zum Ende. Die Babys werden weiter schreien, das ist meine Prediction. Aber nachdem wir ja am Donnerstag letzte Woche über Fußball ein bisschen gesprochen haben, ich könnte mir vorstellen, dass dieser Riss im Fußballverband, in der Fußballwelt, den wir sehen, dass sich der so weit fortsetzt, dass vielleicht sich ein sogar zweiter Fußballweltverband bildet. Dass es einen Wettbewerb gibt zu FIFA, der wahrscheinlich hart bekämpft wird, wahrscheinlich auch brutal kapitalistische Interessen verfolgt, so ein bisschen wie diese Super League, die es gegeben hat, der aber dafür abstimmt nimmt von diesen, ja, sage ich jetzt mal, zweifelhaften Investoren, die aus Diktaturen kommen und dass das zu starken Verwerfungen führen könnte, ähnlich wie wir das gerade auch beim Golf sehen in der anderen Richtung. Also ich glaube, dass dieses Phänomen der unterschiedlichen Verbände in Sportdaten, dass das vielleicht sogar den Fußball jetzt auch erfassen könnte. Das glaube ich auch.

Daniel

Und noch eine Prediction, die wir machen müssen. Austrian Stars wird nächstes Jahr zehn Jahre alt. Das wird schon mal richtig gut. Da werden wir auch mal ein Safety Date machen.

Markus

Das Safety Date ist unsere zehn Jahresfeier. Die wird nämlich am 3. Mai sein, wie es ausschaut. Also auf jeden Fall den 3. Mai schon gerne auch am Nachmittag. Wir machen da den Summit wieder, also unsere große jährliche Konferenz reservieren und da ja nichts anderes ausmachen, weil da wird gefeiert.

Daniel

Ja, und wir müssen uns, glaube ich, nochmal eine andere Folge überlegen, wo wir ein bisschen unsere Predictions vom letzten Jahr auseinandernehmen. Das werden wir auch nochmal ganz in Ruhe machen, würde ich sagen.

Markus

Ja, beziehungsweise es können die Hörer auch sich selbst anhören. Das ist Episode 141. Wir haben ein paar sehr gute Predictions getroffen und ein paar mal ordentlich ins Klo gegriffen, so viel sei vorweggenommen.

Daniel

Oh Gott, oh Gott. Ja, ich bin gespannt. Ich werde mir das gleich nochmal anhören. Und ich würde sagen, in dem Sinne mal sehen, wie wir dies Jahr wieder daneben gelegen sind. Ich hoffe, ich hoffe, dass wir teilweise recht hatten. Ich hoffe, dass es 2023 ein sehr schönes Jahr wird, ein sehr positives Jahr und ein sehr gesundes Jahr für euch alle dort draußen. Und an der Stelle möchte ich euch einfach nur alles Liebe und alles Gute wünschen. Bin gespannt von euch, euer Feedback dort zu hören. Podcast at Austrian. Startups.com immer her damit oder natürlich auf Discord. In dem Sinne, take care, stay safe und wir hören.